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201. Jahrgang.

Sanauer« Anzeiger

General-Anzeiger für die Kreise Kanan Stadt und Land.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Fernsprech-Sammelnummer 3956.

: fgejn s «preis: Für den halben Monat L Reichsmark, für den ganzen Monat 2. Reichsmark ohne I Trigerlohn Einzelnummer 10, Freitag 15, Samstag 12 Retchepfenntg. Anzeigenpreise: Für I j mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 Reichspsennig, im Rellametetl von 68 mm Breite : K Reichspfennig. Offertengebühr: SV Reichspfennig. Geschäftsstelle: Hamm erstratze 9.

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Nr. 58 Mittwoch den 10. März 1926

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EhambevSar« LEev mrd Givsismanrr. - ââmvfs HittLss des GZens. - Gvanieu dvobt den Schwede« ihre KsZâMLsKOâ M bovsoMeve«. - Gkr neues äsbrnesi Bviaud.

- (Don unserem Genfer Vertreter.)

Genf, 9.:

Abhaltung von

Der zweite Tag ist mit der sschußsitzungen vergangen.

Ilan läßt die Formalitäten Weitergehen, ohne Keine Entscheidung bevorstände. Die Auf- mekommission der Völkerbundsversamm- ung hat am Nachmittag unter dem Vorsitz shamberlains getagt. Sie hat die Aufgabe, ier Dölkerbundsversammlung Bericht zu tatten, ob die Aufnahmebedingungen erfüllt inb, und dann die Aufnahme vorzuschlagen, sie Schwierigkeiten liegen nicht hier, sondern nnerhalb des Völkerbundes, in dessen Mitte

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er-

ich die Meinungsverschiedenheiten noch nicht

efI8y haben.

Die deutsche Delegation hatte auch gestern inen äußerlich ruhigen Tag. Man ist hier er Ansicht, daß es zunächst Sache der Völker- -------, schaffen,

lundstagung ist, einmal Klarheit zu , , nd man verlangt nur, daß die Lösung, die rum aus diese Weise finden muß, sich mit den eutschen Anschauungen deckt. Lange kann

Zustand der Schwebe nicht mehr dauern. l^MMili*"^ nur âr.DEWlaâ WnWL

Delea^

Zur VLlkerbundtagung in Gens. (Die erste a uth entlsch e A ufnahme).

Die englische Presse gegen den spanischen Anspruch.

London, 10. mär}.Daily Tele­graph" schrerin in einem Leitartikel: Die Ab­sicht der schwedischen Reg erung, im Völker­bundsrat gegen die Forderung aus Erteilung eines ständigen Ratssitzes außer an Deutsch­land zu stimmen, wurde nochmals bekräftigt durch die Erklärung, daß Schweden diesen Standpllnkt einnehmen würde, selbst wenn Deutschland im letzten Augevblick einem Kon- promiß zustimmeu sollte. Es besteht jedoch keine Wahrscheinlichkeit, daß die deutschen Vertreter eine solche Zust mmung erteilen wer­den. Der Völkerbundsrat hat also wahrschein­lich die Wahl, entweder die augenblicklichen Erweiterungen, die niemals hätten ermutigt werden sollen, zu enttäuschen, oder aber das Werk von Locarno zunichte zu machen. Daß Briand sich in dieser Lage wieder bereit er­klärt hat, wieder die Regierungsbildung Frank- re'chs M übernehmen, ist ein neuer Beweis für den volitischen Mut, den er bereits früher gezeigt hat.

^DailyExpreß" sagt, wir haben früher

enn

»eleaiertsn unhaltbar, I, spätestens am Dön-

reute

rrstag die Dinge für die Entscheidung, d. h. ir die Aufnahme Deutschlands iseif geworden nd. Noch ist die Lösung nicht gefunden, aber 5 ist doch klar daß sie nur in einer Rich- mg gefunden werden kann und höchstwahr- heinlich auch gefunden werden muß.

Es versteht sich für alle beteiligten Mächte Ott selbst, daß die außerordentliche Tagung es Völkerbundes nicht vorübergehen kann, hne daß Deutschland in den Völkerbund auf- enommen worden ist. Wie man hört, ist das nglische Kabinett unbedingt dieser Auffassung nd Chamberlain hat zweifellos dahingehende Instruktionen erhalten. Da man nach den ronntagsverhandlungen genau weiß, daß Deutschland nur unter bestimmten Voraus- etzungen eintreten wird. so muß man eben liefe Voraussetzungen schaffen. In derselben Achtung geht die Haltung einer Gruppe von )ölkerbundsmäckten die mit Schweden an der

^, __________________,______________________, AWrnminLter Dr. Stresemann.

Stehend von links nach rechts: Mmsiteualdireltor Dr. Kiep, Br. von Hoesch, Staatsie-retär von Schubert, der General e.ntär der Delegation, Gesandiichafisrat Reoelhammer, Staatssekretär Kempner, Ministerialdirektor Dr. Gaus und Geheimrat von Bülow.

[er Dr.

haben, die werteren Verhandlungen über die ten verschiedene Ausschüsse und Unterausschüsse Frage der Ratssttze nicht wie bisher mit den ernannt werden. Diese würden die Ansichten ' ' " ' ^- ' der deutschen Delegierten entgegennehmen.

Man sei der Ansicht, daß die bekannten Dro-

am Pakt von Locarno beteiligten Mächten, sondern mit der G e s a mt h e i t der im Vol­kerbundsrat vertretenen Staaten fortzuführen.

-piße erklären, daß sie gegen sede Aenderung «r Ratsorganisation sind. Schweden macht licht den geringsten Hehl daraus, daß es auch legen die Gewährung eines ständigen Rats- i^es an Spanien stimmen wird. Es ist also >uch hier nichts anderes möglich.' als freie ^ahn für die alleinige Aufnahme Deutschlands u schaffen, wenn man nicht den ganzen Völ­kerbund sprengen will.

Die einzige Lösung ist also die Vertagung et ganzen Ansprüche auf die Herbsttagung. Das ist auch deshalb schon notwendig, weil t»e wahre Hochflut von Ansprüchen auftaucht Md nun auch Belgien einen ständigen Rats­ch verlangt. Der Hauptwiderstand lag bisher iei ©vanten Aber auch Spanien wird sich chließlich mit einer Kompromißlösung zufrie- en geben, die ihm Sicherheit gibt, daß sein Anspruch nicht abgewiesen, fonbem nur bis um Herbst vertagt wird. Es ist nicht bös- ^'Utg. was auch schon aus dem Umstand her- ^rgeht, daß es an seiner Zusage festhält, für Deutschlands Aufnahme in den Völkerbünde rut M stimmen. So kann man den Weg der ^sung doch schon sehen, wenn auch die Lö­sung selbst noch nicht perfekt geworden ist.

Die englische Delegation verspreche sich davon eine raschere Regelung der Frage und hoffe, daß auf diese Weise auch leichter ein wirkliches Einvernehmen unter den in Frage kommenden Staaten erzielt werden könne. Soviel wir hören, besteht jedoch in der deutschen Delega­tion k e i n e Neigung, auf diesen Vor­schlag einzugehen, weil man innerhalb, der deutschen Delegation der Ansicht ist, sich von dem Streit um die Ratssitze gänzlich fernzuhalten und nur das Recht Deutschlands auf Zuweisung eines ständigen Ratssitzes an die deutsche Regierung zu ver­treten. Im übrigen will man sich in die Be­werbungen um ständige oder nichtständige Ratssitze vorläufig gar nicht e i n m i s ch e n.

eine ras

Nach dem Besuche Chamberlains beim deutschen Reichskanzler Dr- Luther und dem Außenminister Dr. Stresemann machte Stre­semann einen Besuch beim französischen De­legierten Paul Boncour.

Die Prüfung des deutschen Aufnahmeanirarres.

der

Ehamberlaiu bei Luther und Stresemann.

Genf, 9. März. Heute nachmittag stattete ^wmberlain Reichskanzler Dr- Luther und z'msminifter Dr. Stresemann seinen Besuch ?J, hatte mit ihnen eine längere freund- Wffdje Aussprache, die 1% Stunden w^^' . Unter den Vertretern der Srgnatar- ^T6 des Rheinlasidpaktes ist vereinbart lunn ^' JPC19en vormittag, die Unterhand- vgen, die am Sonntag vormittag begonnen fortzusetzen.

K^^ englische Außenminister soll der beut» Delegation den Vorschlag unterbreitet

Genf, 9. März. Die erste Kommission Völkerbundsversammlung unter dem Vorsitz von Chamberlain hat heute nachmittag in einer sehr kurzen öffentlichen Sitzung, der eine längere geheime Besprechung vorangegangen war, beschlossen, die Prüfung des deutschen Aufnahmeantrages einer Unterkomm ssion zu überweisen, die auf Vorschlag Chamberlains folgendermaßen zusammengesetzt werden wird: Frankreich: Paul Boncour, Italien: Grandi, Japan: Ishii, Belgien: Vandervelde, Cuba: Aguero, Norwegen: Nansen, Griechenland: Rufos, Bulgarien: Burgoff, Irland: Fitz­gerald, Südslawien: Nintschitsch, ferner der Präsident der Kommission, Chamberlain, und der Vizepräsident, Loudon-Holland.

der

Nansen, Griechenland

rtcetern der Srgnalar-

London, 9- März. Reuter berichtet über den Stand der Genfer Verhandlungen, das Verfahren für die Ausnahme Deutschlands gehe glatt von statten. Die ganze Maschinerie des Bundes sei jetzt bereit, sodaß, sobald die Regierungs­krise in Frankreich beigelegt ist, keine weitere Verzögerung notwendig sein werde. Das Verfahren sei jedoch noch lang und mühsam und werde wahrscheinlich mehrere Tage er­fordern. Nach dem Zusammentritt der Ver- fammhmn ..^ Sct Lach des Präsidenten muß.

Hungen des Austritts aus dem Völkerbund seitens der Nationen, die ständige Ratssitze beanspruchen, nicht ernst genommen werden sollten.

DerPreß Association" die britischen diplomatischen

[folge erwarten eise in London

keine dramatische oder überraschende Entwick­lung der Genfer Verhandlungen in unmittel­barer Zukunft. Die Andeutung, daß die Be­handlung des deutschen Antrages verschoben sei, sei hinfällig, da es sowie so unwahr­scheinlich sei, daß die notwendigen Formali­täten vor Donnerstag erledigt werden können.

Der deutsche Standpunkt unverändert

Berlin, 9. März. Von unseren Gegenspie­lern in Genf und deren Presse wird zuweit len der Eindruck erweckt, als wenn es sich bei den gegenwärtigen Besprechungen um eine vorwiegend deutsche Angelegenheit han­delt. Drese Deutung der Situation ist durchaus irrig und geeignet, den wirklichen Sachverhalt zu verschleiern. Tatsache ist vielmehr, daß es in Genf augenblicklich um

eine Frage geht, die den Völker­bund als solchen betrifft Es haben sich zwei Lager gebildet, eines der Anhänger einer Erweiterung des Rates und das an­dere, das den Völkerbundsrat in seiner jetzi­gen Gestalt erhalten sehen will, und es werden Versuche unternommen, Deutschland in erste Lager hinüber zu ziehen-

das

Demgegenüber Möchten wir betonen, wir glauben dabei auch die Ansicht der Regierung nahestehenden Kreise wieder zu geben, daß die oeutsche Delegation nicht wie bei den früheren Zusammenkünften sich nach Genf begeben hat, um über ein Kompromiß zu verhandeln, sondern lediglich zu dem Zweck, ihren Eintritt in den Völkerbund zu voll»

und der

ziehest. Für Deutschland ist also die Lage durch­aus anders als bei den Reparationsverhand- lungen und zuletzt noch in Locarno. Fragen, bie den Völkerbund aNgehen, also das Programm der Ratssitze etwa, werden für die Regierung erst akut, wenn D eu tsch l a nd im Rate sitzt und Stimme hat. Aus diesem Grunde kommt auch irgend ein Kompromiß für die deutschen Unterhändler gar nicht in Betracht, wie es auch völlig abwegig ist, etwa von einem be­vorstehendenUmfâll der deutschen Delega­tion" zu sprechen..

I wieder, daß es sich hier nicht um eine Ange­legenheit zu Vereinbarungen ober einem Tauschhandel dreht. Deutschland ist berechtigt, im Völkerbundsrat zu sitzen, weil es eine Großmacht ist und weil es ein endgült ges ver­sprechen betreffs feiner Wahl bei der llnker- zeichuung des Vertrages vou Locarno erhalten hat. Spanien hat dagegen keinen solchen An­spruch. Es ist Pflicht des britischen Staats­sekretärs des Aeußern, sich auf keine Verspre­chungen einzlllassen, die die freie Aktion des Völkerbundes im September einschränkea sonnten. Der spanische Einspruch ge­hört llichkauf die gegenwärtige Tagesordnung und sollte nicht zugelassen werden.

Daily Mail" schreibt: Spanien habe heute eine entscheidende Rolle. Es stehe in feiner Macht, das ganze Gebäude zum Zu­sammenbruch zu bringen, das so mühsam in Locarno heroestellt worden sei. Der Korre­spondent berichtet weiter, der schwedische Ver­treter habe ihm nachdrücklich w'ederholt, daß er fein Veto gegen jebes Gesuch um einen stän­digen Rakssih in der gegenwä^igen Session, abgesehen von dem Sitz für Deutschland, auf­rechlerhalten werde und daß seine Enkschlüsie unwiderruflich feien. Der Korrespondent fährt fort: Hinter der Szene werden zahlreiche Kämpfe ausgefochten. Die Schweden seien entrüstet über die Drohung Spa­niens, Schwedens Holztrausporke zuboykottieren und hätten Span'en an- gedeutek, es könnte alles tun, wozu es Lust habe. Die Franzosen unterstützen noch immer die polnische Fordei r u u g, aber es verlaute, daß sie bereit seien. Warschau zu ersuchen, sich mit einem Ver- sprecheu Deutschlands zu begnügen, daß es der Zuweisung eines nichtständigen Sitzes im Sep­tember an Polen nicht widersprechen werde. Brasilien sei ruhig und offenbar n'cht geneigt, sich in dieselbe Enge treiben zu lassen wie Spanien.

Ein neues Kabinett Briand.

Paris, 9. März. Der Präsident der Re­publik hat Kammerpräsident Herriot die Bil­dung des Kabinetts angeboten. Herriol er- sichks der Konferenz von ieiner Ansicht die geeignetste e unter den augenblicklichen

klärte.

Genf Briand nad Persönlichkeit sei,__________ Umständen das neue Kabinelt bilden müsse. Briand hat den Auftrag angenommen und sich mit seinen Mitarbeitern in Verbindung gesetzt.

Um 1.45 Uhr nachts hat Briand sich ins Elftes begeben, um dem Präsidenten der Re- vublik das neue Ministerium vorzu­stellen, das sich wie folgt zusammensehk:

Min'skerpräsident und Aeutzeres: Briand. Iustiz: Pierre Laval

Inneres: M a l v y

Finanzen: Raoul Ceres