201. Jayryaug.
Hanauer W Anzeiger
General-Anzeiger für die Kreise Kanan Sladl und Land.
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Vr. 56 Montag den 8. Mürz 1926
Die erste Vefvrechmts in Genf
Die französische Regierungskrise macht sich hemmend bemerkbar.
Genf, 7. März. Die deutsche Vötterbunds- tefegation ist gestern abend hier eingetroffen. Der gestürzte französische Ministerpräsident Wriand ist heute morgen angekommen. Nach dem Austausch der üblichen Besuche am Vormittag des heutigen Sonntags fanden nachmittags 3 Uhr im Hotel Beau Rivage, wo ^Chamberlain abgeftiegen ist, die ersten Begeg- Wngen des ew~
ChamLerlain abgeftiegen ist, die ersten Begeg- 'itungen des englischen Außenministers mit dem französischen Ministerpräsidenten Briand, dem belgischen Außenminister Vandervelde, dem ita= keltischen Delegierten Scialvja und den dcut- ■i^cn Delegierten Dr. Luther und Dr. Stresemann statt. Die Unterredungen dauerten etwa 3^ Stunden einschließlich einer halbstündigen Teepause. Nach der Konferenz, wobei sich die genannten Herren beim Verlassen des Hotels ,m obligater Weise inmitten Hunderter von Journalisten photographieren ließen und Briand sich schr freundlich von Reichskanzler Dr. Lucher verabschiedete, haben die Pressechefs der an der Konferenz teilnehme«den Delegationen kurze Kommuniques oder mündliche Aufklärungen gegeben.
Das SommnaiqL der deutschen Delegation lautet wie folgt:
»Die Vertreter der Staaten, die sich in Locarno zum Abschluß des Rheinlandpaktes vereinigten, haben sich zum Austausch ihrer Wei- nungen über die schwebenden Fragen in Genf
künftigen Kabinett das Portefeuille des Außenamte? übernehmen kann und wird. Ueber eine eventuelle Rücttehr nach Genf könne daher nicht gesprochen werden. Schließlich gab Chamberlain der Hoffnung Ausdruck, es werde sich doch noch in den nächsten zwei Tagen ein Terram finden lassen, auf dem eine Verständigung zustanre kommen wird.
Trotzdem ist der Geiamteindruck der Erklärungen Chamberlains eher pessimistisch als zuverstchtl ch Sämtliche englischen Blätter sind in diesem Sinne von Genf aus unterrichtet worden. ES sei noch vermerkt, daß beim Verlassen des Hotels Reichskanzler Luther und Reichsaußenminister Stresemann sich in kollegialer Weise mit den übrigen Delegierten unterhielten. Herr Stresemann iprach einem amerikanischen Berichterstatter gegenüvcr die Ansicht aus, es werde zu einem neuen Locarno kommen, während der Reichskanzler in französischer Sprache tagte: „Es geht gut." Diese beide Erklärungen stehen für den Augenblick noch in einem nicht zu verkennenden Gegensatz zu den Auslassungen, die der englische Außenminister in seinem Gespräch mit den Wertretern der englischen Presse machte.
Man wird Zwar verhandeln, aber keine Entschlüsse fassen.
Paris. 8. März. Der Berichterstatter des Watin hat nach den ersten Verhandlungen den Eindruck gewonnen, daß man zwarweiler verhandeln, aber keine Lut-
Rheinische 'Befreiungsfeier im Reichstage.
Berlin, 7. März. Als Auftakt für die Rheinlandsreise des Reichspräsidenten veranstaltete der Westausschuß für Rhein, Saar und Pfalz am Sonntag nachmittag eine rheinische Be- freiunasfeier, an der die Reichsminister Dr.
Präsident Loebe sowie zahlreiche Vertreter des politischen und parlamentarischen Lebens teil’ nahmen. Der Präsident des Reichsverbandes der Rheinländer, Dr. K a u f f m a n n, begrüßte die Anwesenden. Als erster Festredner sprach dann Geh. Prof. Dr. Marcks über die Freiheit des Rheinlandes, von dem aus der Pulsschlag des deutschen Volkes bestimmt werde. Wenn Deutschland jetzt im Begriffe sei, in die Gemeinschaft der Völker einzutreten, so werde es um so tat ' ' daß das befehlt _ , . , _ .
geräumt werde. Nachdem ergriff Prof. Dr. Finke- Freiburg das Wort und entwarf ein Lebensbild des rheinischen Patrioten Joseph
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lauter seine Stimme dafür erheben, «esetzte Gebiet so schnell wie möglich
Görres. Als dritter Redner sprach der rheinische Kunsthistoriker Prof. Clemens-Köln über die Gefährdung des Kölner Domes. Im Schlußwort sprach Präsident Dr. Kauffmann die Hoffnung aus, daß der Treuschwur des Rhein landes vom Deutschen Reich und das Gelöbnis desdeutfchenBolkesfürEinigkeit Recht und Freiheit ein Echo bis nach Genf finden möge.
Politische Schlägerei«».
Wie der „Montag" meldet, wurde etwa 12 Mitgliedern des Stahlhelms, die nach einer Fahnenweihe nach Weißenfee wollten, von den Angehörigen des Roten Frontkämpferbundes angegriffen, worauf es zu einer allgemeinen Schläaerei kam, bei der mehrere Stahlhelmleute durch Schlagringe verletzt wurden. Demselben Blatt zufolge wurden gestern nachmittag auch in Pankow Stahlhelmleute von einer großen Kommunistenmenge überfallen und niedergeschlagen.
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Einig in der Ueberzeugung, daß die Krise schwierig zu lösen sein wird.
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igefunben, in deren Verlauf m Gedankenavsiausch soll in jung eine zweite Unterhaltung
■folgen?
Um -510 Uhr hat dann die tieiitfdje Dele- Igafiort den rsichsdsutschsn Journalisten auch leine mündliche Aufklärung über die Aussprache ■gegeben.
schlösse über die Erweiterung des Rates treffen werde, bis die neue französische Regier» ug ihren Delegiert en die Handlungsfreiheit gegebe n hat. Zm Augenblick sei, wie Briand erklärt hätte, die franz ösiW
von der parlaweutskomnuisiv-r
hätte, g e v u n d e n. Sie könnte keine andere Stellung einnehmen, als die
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Brrand er
Paris. 7. März. Trotzdem der Präsident der sind der Auffassung, daß dies der einzige Weg Republik Doumergue erst morgen vormittag aus der Klemme sei. Immerhin dürfte man von ßtjon nach Paris zurückkehrt, um die bei sich nicht verholen, daß diese Lösung große Ge- einer Ministerkrffe üblichen Besprechungen zu fahren in sich birgt. Briand selbst hat gestern sichren, werden in den politischen Kreisen be- nachmittag davon abgeraten, die Kammer auf- reits eine Menge Namen und alle möglichen zulösen, wenigstens nicht bevor die neuen und unmöglichen Kombinationen für die künf- Steuern angenommen worden sind. „Eine Par-
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und unmöglichen Kombinationen für dis künftige Regierung 'herumgeboten. Ueber einen Punkt ist man sich jedoch in allen politischen
neuen
I Der Sonderberichterstatter des Wolffschen I Telegraphenbüros meldet hierüber: Die heutige ' I Unterredung der sechs Locarnodelegierten im I UJHl „Beau Rivage" war ausschließlich der 1 I Erörterung des Kernproblems gewidmet. Es I I handelt sich dabei zunächst um eine Klarstellung I I ber beiderseitigen Ansichten und der Beweg- ■ grünbe, die zu ihrer Formulierung geführt ■ Piben. Auf diesem Wege bedeutete die nahezu * I vierstündige Unterhaltung zweifellos einen , ■ Fortschritt. Die Delegierten der anderenMâchte ■ haben dabei den Standpunkt vertreten, der sie I ■ veranlaßt, ihre Anschauung von der Mög- 1 ■ lichkeit einer Ratserweitxrungm dieser ■ gegenwärtigen außerordentlichen Session Wllufrechtzuerhalten. Deutscherseits ■ wurde demgegenüber der bekannte und 1 in verschiedenen Regierungskundgebungen, zu- I jetzt in der Hamburger Rede des Reichs- r KZlers, niedergelegte einmütige Standpunkt I »er Reichsregierung vertreten, der auu, weiter- ■ als feststehend betrachtet werden muß.
I Die Form der Verhandlungen war, wie von I Delegierten der verschiedenen Mächte 8 ubereinffimmenb betont wurde, außerordent- I ach fachlich und ließ das einmütige Bestreben I verspüren, bei dem Bemühen um eine Lösung I ^cht zu versagen. Wenn sich zweifellos auch er- 1 Übliche Schwierigkeiten ergeben haben, so sind k «och die Vertreter der am Abschluß des Rhein- I landpaktes beteiligten Mächte der Verant- I Hartung besonders bewußt, diese Aufgabe i aarchzuführen.
Chamberlains Pessimismus.
, Genf, 7. März. (SouberberiM) Dem nichte I »eiagftiben und von vielen Journalisten al6 witzig I Wetteten Commnniquö schlossen sich in den 'borge« I juckten Abendstunden Presseempfänge bei den her« iwieoenen Delegationen an. In diesem Sinne fanb I ?amlich Wische» den Hauptdelegierteu ernt Verein- I Aung statt. Ich hatte Gelegenheit zu erfahren, was Chamberlain den englischen Journalisten mitteiltc.
Der erHli^che Attstettminister beurteilte die Situation aufrichtig als nicht zufrieden- steücnd. Trotz btin langen Gedankenaus Wusch war es nicht mS lich, einen Boden >ur die $cr äiibi-uufl zwischen Frankreich 1 und Dentchlaud zu finden.
■ h ist auch nicht eine einzige Kombination in den I gw^ergrund gehoben worden. Chamberlain sprach ■ w "«er die Besprechungen in dem Sinne auS, daß sie I 'wem' jetzigen Stadium in eine Sackgasse.gcraicn .Er fügte hinzu, daß man in dem Augenblick i h/I c.lnnml sagen könne, wann eine zweite Zusammen 'W staust,den werde.
*n«nb reist, wie er Chamberlain erklärte, heute ■ wnb nach Paris, ohne zu wissen, ob er in dem
den Einkrikt Polens, Spaniens und Brasiliens zugleich mit Deutschland zu fordern.
Wenn die Delegation diese Haltung aufgeben wolle, würde die Regierung, die demissioniert habe, aus her Rolle heraustreten, die darin bestehe, nur die laufenden Geschäfte zu führen. Bis zur Lösung der Krise sei die Stellung der französischen Delegierten außerordentlich schwer, da sie ohne Instruktionen seien. Wenn die Krise längere Zeit dauere, würde Frankreich eine große diplomatische Niederlage erleiden. DiesvanischenDelegie ten haben die formellsten Instruktionen und kündigen Spaniens Austritt aus dem Völkerbund an. Auch Brasilien spricht eine ernste Sprache.
Abreise Briands aus Genf.
Senf, 7. März. Mit Rücksicht auf die französisch Kabinettskrise kehrte Brand heute abend 10.30 Uhr
nach Paris zurück. Er wird in Genf durch 2. Delegierten, Paul Boncour, vertreten.
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Die Fürstenabfindung.
Die demokratische Parole zum Volksbegehren.
Berlin. 6. März. Die deutsch-demokratische Parteileitung erläßt folgende Erklärung: „Die Verhandlungen der Regierungsparteien über die Fürstenabfindung haben zu einem Ergebnis geführt, das der deutsch-demokratischen Reichstagsfraktion die Zustimmung zum Kompromiß ermöglicht. Die deutsch-demokratische Parteileitung erwartet nunmehr, daß die Parteifreunde sich am Volksbegehren n i d) t beseitigen, Die Zustimmung des deutsch-demokratischen Parteiausschusses wird am Mittwoch erbeten werden."
Thüringens Demokraten für daS Kompromitz
Weimar. 7. März. Nack einem Referat der Reichst«,' Abgeordneten Frau Dr. Gertrud Bäumer, Berlin, ist heute hier in einer Sitzung d S ermatt- ten Vorschlags der deutsch-demokratischen Partei Groß, thüringenb "kW offen wo.dvn, der Erklärung der demokratisch«! ReickSparteileitim« beizutreten, die im Hinblick auf das Komprom h über die Vermögens- auseinanderletzungen mit oen Für en die B bUigung am Volksbegehren ablehnt. Man sieht allerdings in Dem Kompromiß, ein Minimum und erwartet eine unzweideutige - ormulierurig der Garantie, daß die gewährten AbfinduiigSgeldcr nicht p opagandistisch gegen die Republik verwertet werden können.
Der «ompromitzentwurf für die Deutsch- nationalen unannehmbar.
Berlin, 7. März. Von ma gebender dentsch- nationaler Seite wird mitgeteitt, bau b:c Kompromiß- voiichlägc der Regierungsparteien für die Ausemandkr- febung über das fürstliche Eigentum für die Deutsch- iiatienaUn unannehmbar seien.
mentarischem Brauch sich zuerst mit dem Präsidenten des Senats Seines in Verbindung fetzen und sich sodann mit Herriot, dem Kammerpräsidenten, besprechen, mit dem er bereits heute in Lyon Gelegenheit zu längerer Aussprache hatte.
Es ist vorauszusehen, daß der Senatspräsident die Bildung einer Regierung der republikanischen und nationalen Union befürworten wird, da sich im Senat eine starke Majorität für ein solches Kabinett fand. Herriot dagegen hat wahrscheinlich ein nach links gerichtetes Kabinett im Auge. Doumergue soll bereits eine Liste von Politikern zusammengestellt haben, an die dann nacheinander mit dem Auftrags ein Kabinett zu bilden, herangetreten werden muß.
An erster Stelle wird Briand genannt. Doch scheint die Aussicht, ihn für eine Neubildung zu gewinnen, nicht sehr groß. Dagegen scheint festzustehen, daß Briand im künftigen Kabinett das Portefeuille des Außenministers wieder übernehmen wird. In den Mittelparteien der Kammer wird besonders die Kandidatur des ehemaligen Rault Peret lebhaft befürwortet. Man erblicke in ihm in diesen Kreisen den Mann» der imstande wäre, das finanzielle Gleichgewicht herzustellen und die republikanische Gruppe zusammenzuhalten.
In gewissen Finanzkreisen weist man auf eine Kombination Herriot — Poin- c a r é hin und bemerkt dazu, diese beiden Staatsmänner hätten sich eigentlich außerhalb der Politik immer gut miteinander vertragen und erst kürzlich sei von einer Annäherung zwischen ihnen die Rede gewesen. Ein Abendblatt will sogar wissen, Herriot habe feit seiner Ernennung zum Kammerpräsidenten seine politische AnsilÄ stark geändert und wäre bereit, im gegebenen Augenblick an die Spitze einer Konzentrationsregierung zu treten.
Auch Caillaux wird vielfach genannt als zukünftiger Ministerpräsident. Man erklärt, er habe bereits eine fertige Ministerliste in der Tasche, auf der P i e rr e La va l e als Innenminister und Briand als Außenminister figurieren sollen. Caillaux selbst würde Ministerpräsident ohne Portefeuille. Caillaux scheint also entschlossen zu sein, einen an ihn gerichteten Auftrag zur Neuwahl des Kabinetts zu übernehmen.
Es fehlt auch nicht an Kombinationen, die eine Neubildung der Kartellregierung herbei- führen möchten. Unter ihnen steht an erster Stelle Rens Renault. In nationalistischen Kreisen bemerkt man mit offener Bosheit: Niemand außer Renault selbst zweifelt daran, daß ein neues Kartellkabinett nicht existieren könne.
Aber immer kehrt ein Wort wieder: Auflösung der Kammer. Viele Politiker
Jteuern angenommen worden sind. „Eine Parlamentskrise wäre keine Lösung, sondern eine Verschlimmerung der Situation", erklärte der MÄBO LMerpräjüä. Die MeiU von dem Deputierten Tarttrnger erngebrachte Resolution für die Auflösung der Kammer wird vorerst einer Kommission zur Prüfung überwiesen werden, die ihren Beschluß in den näch-
sten Tagen kundgeben wird-
Ein sicheres Bild der künftigen Regierung läßt sich natürlich ja aus diesen Kombinationen nicht gewinnen. In linksrepnblikanischen Kreisen bemerkt man, daß es schließlich weniger auf die Persönlichkeit ankommt als auf das Programm der künftigen Regierung, vor allem auf ihre Finanzpläne. Wer keine Äsung der Finanzkrise in Bereitschaft hält, bemerkt „Paris Soir", der möge lieber gar nicht auf dem politischen Schauplatz erscheinen. Wer aber eine Lösung habe, der solle zuerst sagen, auf welche Mehrheit er sich stützen wolle.
Begnadigung des kommunistischeu Parteisekretärs Wollweber.
Der kommunistische Parteisekretär Woll« weder, der auf Veranlassung des Landgerichtsdirektors Jürgens 1923 wegen Vergehens gegen das damalige Verbot der Kommunistischen Partei festgenommen und nach 20mona- tiger von Jürgens geführter Untersuchung vom Staatsgerichtshof zum Schutze der Republik in Leipzig zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden war, ist auf einen sofort nach Bekanntwerden der Dienstvergehen Jürgens von der kommunistischen Rèichstagsftaktion beim Justizminifter unternommenen Schritt am Samstag durch einen Gnadenerlaß des Reichspräsidenten amnestiert worden.
Die Sprengmine auf dem Heldenfriedhof.
Der „Wonkag" meldet aus Paris: Arbeiter, die mit Ausbefferungsarbeiteu am Rande des englischen Soldalenfriedhofs bei Thiepval beschäftigt waren, fanden heute im Sande vergraben einen Draht, den sie herauszureißen versuchten. Plötzlich ertönte eine gewaltige Detonation. Die Arbeiter hatten eine schwere Sprengmine zur Entzündung gebracht. Wehe als 100 Gräber wurden zerstört. Personen kamen nicht zu Schaden.
Eine bemerkenswerte Freisprechung.
Berlin, S. März. Das Schöffengericht in Jena hat den Redakteur des sozialdemokratischen Blattes „Das Voll", Dc<riuug, der in einem Artikel der Staatsanwaltschaft von Weimar unerlaubte Beziehungen zur Rechtspresse vorgeworfen hatte und wegen Beleidigung an« geklagt worden war, freigesprochen. Die Zeugenvernehmung habe zwar ergeben, daß die von Deerburg ausgestellte Behauptung in bet- Angelegenheit Loeb völlig aus der Luft gegriffen fei, aber dennoch müsse der Angeklagte freigesprochen werden, weil er in Wahrung berechtigter Interessen gehandelt habe.