ist weniger zu empfehlen, da hierdurch beim Füttern große Verluste entstehen, mangelhafte Ausnutzung ist dann nicht zu vermeiden. Ausgewachsene Pferde mit normalem Gebiß sollen ihren Hafer unter allen Umständen in ganzer Form erhalten. Dr. E—.
Die Trockcnhcfe als alleiniges Liweißfutter m der Schweinemast. Wie wohl nicht anders zu erwarten war, hat auch in einem letzthin in RuhlSdorf durchgeführten vergleichenden Mast- versuch mit verschiedenen Eiweißfuttermitteln die Trockenhefe wohl lediglich deshalb so ungünstig abgejchniUeiy weil sie eben allein verabfolgt worden war. Sie Linn ihre eigentümliche Wirkung nicht so wie im Verein mit anderen Eiweißarten entfallen. Mt Eiweißmebl zusammen gegeben, wirkt Trockenhefe ganz erheblich besser. Trocken- Hefe ist aber wegen seines hohen Vit mingchaltes immerhin als ein schätzenswertes Beis tter an- zusehen. M. W.
Bei Lähmuagserfcheinungen infolge nervöser Staupe bei Hunden habe ich durch Elektrisieren der Hinterbeine und durch Verabreichung von rohem Li mit Kognak zur Anregung der Herz, tätigkeit sehr gute Erfolge erzielt. Mein Hund, der völlig gelähmt war, ist nach dieser Behandlung vollständig geteilt F. B. in K.
Die Gänse beginnen jetzt mit dem Legen, und wenn man ihnen ein Nestei hinlegt, brüten sie nach einiger Zeit. Es ist immer von Vorteil, Gänse-Eier von Gänsen ausbrüten zu lasten. Die Gänse lieben versteckte Nester. Man verblende sie daher mit Brettern oder Büschen. Kennen sich die Gänse, so kann man mehrere in einem Raume brüten lasten. Die Brutgänse soll man täglich vor- sichtig vom Neste heben, damit sie sich reinigen und sättigen können. Aufsicht ist aus alle Fälle erforderlich. K.
Der Zuchtslomm soll möglichst noch im Winter zusammengestellt werden. Man achte darauf, daß Hahn und Hennen gesund sind und von guten Legern abstammen. Dann können wir auch von der Nachzucht gute Leistungen erwarten. Wer möglichst frühlegende Hühner haben will, der lege toon im Februar unter: es hat aber nur dann Zweck, wenn man unbedingt »uwerlässige Glucken oder eine Brutmaschine hat. Für geeignete Aufzuchtsräume in der kalten Zeit muß man Sorge tragen. Stein- oder gedielter Boden ist den kleinen Kücken nicht zuträglich, sie gehen dann leicht an der Bretterkrankheit ein. Aus den Boden bringt man eine 5 cm dicke Schicht aus Sand, Asche und Torf. — Die Bruteier müssen sehr vorsichtig behandelt werden, vor allem sind sie unbedingt vor Frost zu schützen. Man bewahre sie in einem frostfreien nicht zu kalten Raume auf. Bei zu fetten Hennen ist die Befruchtung der Eier ost sehr schlecht, darum Stiere man den Zuchtstamm nicht zu stark mit ^bildenden Futtermitteln. Überhaupt ist so früh in der Jahreszeit die Befruchtung nicht so gut wie im Frühjahr. Bruteier sammle man erst, wenn der Hahn schon vierzehn Tage bei den Hennen ist. Kl.
Neues aus §eld und Garten, Treibhaus und Blumenzimmer.
Dasiergras, das ist ans fenstern Boden ge- wachsen es Gras, hat keinen nennenswerten Nährwert. Dagegen M traten ganz bedeutend mehr wert. Man sollte deshalb bei der Entwästerung von Wiesen- und Weiden- flächen, also Grünlandflächen, nach den praktischen Erfahrungen von K. Schneider, ZÜeeberg, nicht zu ängstlich verfahren und dort, wo die Vorflut- verhâltniste günstig liegen, auf 120 cm Tiefe entwässern. In der Ebene hingegen, wo die Dorslut erst künstlich geschaffen werden muß, dürste eine Senkung des Wasterspiegels auf 60 cm genügen. W—i.
Ueber das Abbürste» der Obstböume zur Winterszeit. Die ersten Versuche, die Obst- bäume mit einer Gußstahl - Drahtbürste zu reinigen, wurden in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts gemacht. Bis dahin benutzte man ausschließlich die sogenannten Rindenscharrer oder Mooskratzer, mit denen man den Zweck nur höchst unvollkommen erreichte, weil sie nicht in die Risse und Spalten emdrangen und nicht bk Schädlingsbrut hervorholen konnten. Durch das Bürsten hingegen fallen sowohl die losen Rindenschuppen wie Flechten und Moose rasch ab, es geht auch das Abbürsten viel schneller als das unbeholfene Ab- kratzen. Selbstverständlich muß alles vom Baum Entfernte sorgfältig gesammelt und verbrannt werden, denn sonst entwickeln sich aus auf den am Boden befindlichen Eiern die Schädlinge und gelangen auf den Baum. Beabsichtigt man, ?egen Frostspanner Leimringe anzulegen oder e neu zu beleimen, dann wird das Abbürsten vor dem Anlegen der Leimringe erfolgen müssen. M. W
Mm Edelreiser zu schneiden, sind Januar und Februar die geeignetsten Monate. Nun werden, vielfach die Edelreiser von jungen Bäumchen bei deren erstmaligem Verschneiden entnommen, also von Bäumchen, die noch niemals Früchte getragen hoben und sich noch in der ersten Iugendentwicklung befinden. Es ist aber erwiesen, daß solche jugendliche Unfruchtbarkeit sich vererbt Solche Edelreiser tragen später wenig oder gar nichts, und so mancher mag sich schon darüber gewundert haben, daß sein doch imt besten Reisern veredelter Baum so wenig tragen will Dasselbe ist der Fall, wenn das Edelreis von zu alten Bäumen genommen wird. Hier macht sich deren Greisenalter in nachteiliger Weise bemerkbar Auch solche Reiser tragen in den folgenden Jahren auf ihrer neuen Unterlage schlecht Ein Edelreis soll demnach stets von einem in voller Kraft stehenden, gesunden, weder zu jungen noch zu alten Baum genommen werden Wenn es dann der passenden Unterlage aufgesetzt worden ist, wird auch der Erfolg nicht ausbleiben Die Aufbewahrung der Edelreiser bis zu ihrer Verwendung geschieht am vorteilhaftesten im Keller oder an einem anderen Ort, wo sie sorgfältig gegen Welken wie auch gegen Fäulnis geschützt bei gleichmäßiger niedriger Temperatur ausbewahrt werden. W.—
Jetzt treten an Zimmerpflanzen die Schildläuse «f! Die Wörme und die trockene Luft im Zimmer sind die besten Beförderer eines höchst gefährlichen Feindes, der Schildlaus, welche oft in den Blumen
beständen cinkehr! und mit ihrer sich ungeheuer vermehrenden Nachkommenschaft oft alle Blätter und Zweige bis zur Vernichtung heimsucht. Von einem Weibchen, das einem winzigen Buckclschildchen gleicht, hat der Schädling seinen Namen. Er setzt sich an den Stengeln zahlreicher Zimmerpflanzen fest und legt seine Eier ab, die wie in einem weißen Filz geborgen sind. Die Lärvchen kriechen hervor und bilden, nachdem sie sich sestgesogen, ähnliche Schilde. Am meisten werden Oleander, Akazien, Kanna, Myrten, Granaten, Drazänen, Gardenien, Laurus Aquariumpflanzen usw. heimgesucht Erfahrene Gärtner behaupten, daß Schildläuse mit Vorliebe auf kränklichen Pflanzen Hausen. Man sehe daher nach, ob etwa Wurzelfäule oder allzu trockene Zimmcrlust den Pflanzen Schaden gebracht haben. Sehr empfehlenswert ist es, die befallenen Pflanzen der Zugluft zeitweise auszusetzen, denn diese macht den gierigen Schmarotzern oftmals den Garaus Andere empfehlen, die Stengel mit einem Pinsel sorgfältig und gründlich abzubürsten. Freilich leidet dabei an zarten Trieben die Schale. Empfehlenswert ist auch das vollständige Eintauchen der Krone in Wasser, in welchem Zustand sie einige Zeit bleiben muß. Das alte Volksmittel des Ausräucherns mit Tabaksqualm bringt nur in den wenigsten Fällen Erfolg, dagegen kann ein öfteres Bespritzen mit Seisenwaster zuweilen den ganzen Schaden beseitigen. Verfangen alle diese Mittel nicht, so wende man Parasitol an. Es ist zugleich ein wirksames Vertilgungsmittel gegen andere Pflanzenschädlinge, z. B. gegen Blattläuse, rote Spinne usw. R. R.
Neues aus Haus, Ruche und Keller.
Rostflecke ans der Wäsche zu entfernen, Über ein mit kochendem Master gesülltes Gefäß hält man das fleckige Stück, den Fleck mit Zitronensaft beträufelnd und mit einem leinenen Läppchen vorsichtig darauf reibend. Bei älteren Flecken ist ein längeres Reiben nötig, frische verschwinden schneller. Auch Obstflecke kann man auf diese Weise beseitigen. G. S.
Gute Luft in unseren Wohnrâmnen ist ein dringendes Erfordernis, besonders auch zur Winterzeit. Leider wird die Durchlüftung dadurch erschwert, daß die oberen Fensterflügel, aus denen doch die schlechte Luft entweichen soll, so hoch angebracht sind, daß sie ohne z-x , Zuhilfenahme eines Stuhles oder i / Schemels nicht geöffnet oder ge« W schlossen werden können. Um das aber in leichter und bequemer Weise zu ermöglichen, läßt man sich eine fingerstarke Eisenstange nach nebenstehender Zeichnung vom Schlosser oder Schmied biegen. Der äußere Bogen dient zum Oeffnen, der innere zum Schließen des Hebels bzw. Fensierverschlufses. Besonders in Schlafstuben tollten ausgenommen bei strenger Kälte, die e oberen Fenster während der ganzen Nacht geöffnet sein. Ein Mensch, der während der Nacht reine Luft geatmet hat, ist am nächsten Morgen viel wohler und suhlt sich frischer als einer, der in dumpfer, schlechter Luft geschlafen hat. Bei reiner Luft findet ein regerer Stoffwechsel statt und wird leichter die ausgeatmew lkotzl-xiS»»« saUmriMl«* «»c"W
Tintenflecke, herrührènd von Tinten verschiedener Art, lasten sich aus Büchern, Kleidern, Wäsche und dergleichen leicht entfernen, wenn man diese mit Wasserstoffsuperoxyd, dem man etwas Salmiakgeist zugesetzt hat, wiederholt betupft und alsdann am Lichte trocknen läßt. G- S-
Die Kohlrübe kommt im Winter öfter auf den Tisch und mancher ißt sie ungern, vielleicht schmeckt Kohlrübengemüse auf folgende Art zubereitet besser: Die geschälten, gewaschenen und kleingeschnittenen Rüben werden gebrüht und in Salzwasser weichgekocht. Donn bereitet man eine Helle Mehlschwitze, rührt mit etwas Kohlbrühe klar, gibt die ab- gegossenen Kohlrüben hinein und schmeckt mit Muskat ab. Beilage: Fleischklößchen, Kotelett oder Schnitzel. A. K. in W.
Treme-Torle: 125 g Buster, 4 Eier, 100 g Zucker, 200 g Mehl — Eiweiß zu Schnee geschlagen — und etwa 10 Eßlöffel Milch, ferner Vs Backpulver. Man backe die Maste eine halbe Stunde in einer gutgefetteten Springform. Noch dem Erkalten, am besten am anderen Tage, schneide ^man die Torte quer durch und streiche folgende Creme dazwischen: 150 g Butter, 150 g Zucker und 2 Eigelb rührt man schaumig, zieht dann den ' Schnee der 2 Eiweiß darunter und bestreicht damit | die Böden. Nachdem man die obere Hälfte wieder ; baraufgelegt hat, bestreicht man die Torte noch mit | Zuckerguß, der aus st, Pfund Puderzucker und einigen Tropfen lauem Wasser hergestellt wird. Als ' Garnitur eignen sich eingemachte Früchte, z. B. j Kirschen, Psirsichteile ober Sahnetrvsfel, Pralinen, auch Wal- und Haselnüsie usw. Man tut gut, diese Garnitur vorzunehmen, solange der Zuckerguß noch weich ist, dann sitzen die Stückchen fester auf. A. K. in W.
Quart-Torle. Man stelle einen festen Torten- I boden aus Mürbeteig her und gebe den angerührten I Quark daraus in die Form. Man rechnet 100 g ! Butter, ist, Pfund Quark. 4 Vnelb. das Weiße zu Schnee geschlagen, 4 Lössel Grieß, st, Pfund Zucker evtl. mehr, st- abgeriebene Zitronenschale, ein halbes Päckchen Backpulver evtl, noch einige Mandeln und Rosinen. A. K. in W.
Bienenzucht.
Im Frühjahr gibt es sehr oft verschimmelte Waben auf den Bienenständen. Wie sind nun dieselben wieder gebrauchsfähig zu machen? Wachs, weil stickstofffrei, schimmelt nicht, wohl aber die in den Zellen befindlichen Nymphenhäutchen, Pollen- und Honigreste, indem selbige die Stvckfeuchtiqkeit anziehen. Hitze tötet nun zwar diese Schimmelpilze, aber bei dieser Prozedur j schmilzt auch das Wachs. Man setze deshalb die grauen und verschimmelten Waben der Sonne aus ; worauf sich die Svoren bald daraus sehr leichi i verstäuben und a schütteln lassen. Wenn dann ' noch derartige Waben längere Zeit in lauwarmem Wasser ausgeschwenkt und miede' getrocknet werden, so sind sie wieder gebrauchsfähig und können unbedenklich im Honigraurne verwendet
I werden. A. H.
§ragè und Nnüvort.
Ein Ratgeber für jedermann.
Bcdbmuneen für die Beantwort"»» von Mniraern.
Der gröhle Teil der Fragen muh schriftlich beantwortet «erdtu, da ein Abdruck aller Antworten räumlich unmöglich ist. Deshalb muh jede Zinsrate die genaue Adresse d e S Frage st etlrrS enthalten. Anonyme Frage» werben grundsätzlich nicht beantwortet. Außerdem ist jeder Frage ein Wabweiè. daß Fragesteller Bezieher unseres Blattes ist sowie ein Portoanteil von 30 Pfg. beizusügen. Werden m hrere Fragen gestellt, so sind ebensoviel Portoanteile, als Fragen gestellt sind, niitzusendenl Im BrieUasten werden nur rein land- wirtschaftliche Fragen behandelt, in Rechtsfragen oder in An- gelcgenheiten, die sich nicht dem Rahmen unseres Blattes aupassen, kann Auskunft nicht erteilt werden. Die Schriftleitung.
Frage Nr. 1. Mein Pferd stampft im Stalle oft ununterbrochen fünf Minuten lang, gerade als ob es Schmerzen habe und wolle sie dadurch vertreiben. Was läßt sich dagegen tun? F. H. in A.
Antwort: Untersuchen Sie Ihr Pserd mal genau auf Dermanythus-Milben. die von den Hühnern oft nachts auf Pferde übergehen und durch den Juckreiz die Tiere zum Stampfen bringen. Diese Milben sowohl wie auch die Dermotophagus- Milben befallen hauptsächlich die Extremitäten der Pferde. Sie dürfen im Pserdestalle ober nebenan keine Hühner halten. Veterinarius.
Frage Nr. 2. Mein dreijähriger Kaltblut- Wallach hat seit vier bis fünf Monaten hinter den Vorderfüßen an der Unterseite der Brust ein S-Mark-Stück großes Gewächs. Die Oberfläche ist teils feucht, teils trocken. Dieses warzenartige Gewächs wird nicht größer und nicht kleiner. Ist Abbinden ratsam? 3. D. in L.
Antwort: Abbinden verspricht nur dann Erfolg, wenn das Gewächs langgestielt ist. Wenn es mit breiter Basis aussitzt, kommt nur Abätzen mit rauchender Salpetersäure (Vorsicht!) ober Brennen mit glühendem Eisen in Frage. Vet.
Frage Nr. 3. Mein Ochse hat starken Durchfall. Die Fütterung besteht aus Runkeln und Steckrüben, und zwar 50 Pfund pro Tag, Hafer- stroh und Haferschrot. Was läßt sich dagegen tun? H. D. in K.
Antwort: Der Durchfall bürste von der Rübenfütterung herrühren: diese muß stets durch eine reichlichere Fütterung von Heu begleitet sein. Wir empfehlen Ihnen, die Rübengabe zu verringern und reichlich Heu zu verabreichen. Da nach Ver- sütterung von Haferstroh gelegentlich Durchsall beobachtet ist, ist dieses sortzulossen und durch Verabreichung von Ölkuchen zu ersetzen. Schlägt die Behandlung an, ist von einer Verabfolgung von Medikamenten Abstand zu nehmen. Ist es jedoch nicht der Fall, so können stopfende Mittel, wie Tannosorm und Tannalbin, angewendet werden: auch Abkochungen von Eichenrinde wirken stopfend. Dr Bn.
Frage Nr. 4. Meine Kühe leiden an einer Art Krähe oder Schors. Die Erkrankung zeigt sich am Rücken, am Bauch und am Euter. Die Tiere scheuern sich den ganzen Tag. Eine Waschung mit Schmierseife mit nachheriger Einreibung von Lysol- lösung war ohne Erfolg. Ist diese Erkrankung übertragbar, und wie läßt sie sich beseitigen? M. N. in M.
Antwort: Die Krätze wird durch Milben hervorgerufen, die aus andere Tiere übertragbar sind. Zur Beseitigung möchten wir Ihnen empfehlen, Einreibungen mit Benzin, Petroleum, Teer oder Perubalsam zu machen. Damit diese
Mittel recht zur Wirkung kommen, ist ein nor« betiaes Waschen imb Erweichen der 6*orte mH Schmierseifenlösung erforderlich. Wegen der über« tragbarkeit ist eine gründliche Desinfektion des Stalles notwendig. Dr. Bn.
Frage Nr. 5. Meine Kuh sollte halben; sie hat dies aber nicht getan. Eine Rmdrigkeit hat sich in der Zwischenzeit nicht gezeigt. Wie kann ich es erreichen, daß die Kuh tragend wird? K. S. in 3.
Antwort: Um die Rmdrigkeit bei Ihrer Kuh hervorzurufen, empfiehlt sich die Verabreichung von Iohimvetol, das in allen Apotheken und Drogerien erhältlich ist. Welche Gründe für das Nichtaufnehmen Vorgelegen haben, läßt sich nicht ohne weiteres feststellen. Zu empfehlen dürfte es jedoch sein, vor dem Zulassen der Kuh eine Spülung der Scheide mit einer Lösung von doppeltkohlensaurem Natron vorzunehmen. Dr. Bn.
Frage Nr. 6. Meine Kühe bekommen am Kopfe kahle Stellen und später dort schorfige Haut. Es fängt an den Augen an und verbreitet sich dann stellenweise weiter. Was ist dagegen zu tun? K. G. in Z.
Antwort: Ihre Kühe scheinen an Flechten zu leiden. Weichen Sie die Borken vorsichtig mit grüner Seife ab und betupfen Sie die kahlen Stellen mit Jodtinktur. Veterinarius.
Frage Nr. 7. Wird durch Roggenschrot die Geschlechtstätigkeit bei einem Mutterschwein an« geregt? Im Sommer bekam dasselbe drei Wochen nach dem Ferkeln Rotlauf. Ich ließ es impfen, und es wurde zunächst auf den Hinterbeinen lahm: jetzt dagegen auf den Vorderbeinen. Die Ferkel sind von der Erkrankung verschont geblieben. Wie läßt sich die Lahmheit beseitigen? F. K. in L.
Antwort: Roggenschrot ist kein spezifisches Mittel zur Anregung der Geschlechtstätigkeit Als solches empfiehlt sich die Verabreichung von Iohimvetol, das in allen Apotheken und größeren Drogerien zu haben ist. — Die Lahmheit bei Ihrer Zuchtsau ist vielleicht auf Mangel an Mineral- salzen im Körper zurückzusühren Wir möchten empfehlen, dem Futter etwas phosphorfauren Futterkatk oder Schlämmkreide beizumischen, und zwar 1 Teelöffel voll je Mahlzeit. Dr. Bn.
Frage Nr. 8. Meine Schweine haben Spulwürmer. Was ist dagegen zu tun? R. S. in B.
Antwort: Geben Sie Ihren Schweinen pro Tier 8 g Rizinussamen ins Futter. Sorgen Sie dafür, daß jedes Schwein fein Futter besonders bekommt. Abgehende Würmer find dann unbedingt zu vernichten Veterinarius.
F r a g e Nr 9. Meine 12 Wochen alten, in gutem Futterzustande befindlichen Läufer sPölke) zeigen Lähmung an den Hinterbeinen. Was ist zu tun? ’ H. 3. in S.
Antwort: Die Tiere leiden wahrscheinlich an Knochenweiche infolge Mangels an Mineralsalzen im Futter, wie das bei kalkarmer Kartoffel- sütterung und Verabfolgung von Futter, das auf kalkarmem Boden gewachsen, recht häufig ist. Geben Sie pro Tier und Mahlzeit einen Teelöffel Schlämmkreide ober Futterkalk, auch täglich etwa 50 g Fischmehl West besser ist, Sie mischen 33 kg gedämpfte Kartoffeln, 10 kg Getreideschrot, 6 kg Fischmehl, 1 kg Hefe und '/, kg Schlämm
kreide gut durch und geben davon den Tieren dreimal täglich bis zur Sättigung. Das Futter wird in Form eines kalten, steifen Breies gegeben Wasser erhalten die Tiere vor der Mahszejj' Täglich (auch in der Kälte) sind die Tiere längere Zeit ins Freie zu lassen, damit sie sich austummeln und erdige Bestandteile aufnehmen können. Sehr zu empfehlen ist die vom Verlag I. Neumann in Neudamm Nm. zum Preise von 1,20 RM herausgegebene, sehr lesenswerte Schrift „SQt[ Müller, Der kleine Schweinehalter". Sie werden aus ihr sehr viel lernen, denn in den meisten Schweinehaltungen ist es nicht so, wie es fein soll. Dr. 88.
Frage Nr. w. Meine gut genährte Ziege, die erst einmal gelammt hat, gibt jetzt je Tag nur st, Liter Milch. Die Milch zeigt nach kurzer Zeit des Stehens einen gelben Bodensatz. Worin beruht diese fehlerhafte Zusammensetzung, und wie kann sie beseitigt werden? M. O. in H.
Antwort: Die krankhafte Beschaffenheit der Milch dürfte auf den Einfluß von Bakterien zurückzuführen fein. Es ist infolgedessen die peinlichste Sauberhaltung aller Milchgeräte erforderlich. Auch der Stall muß gründlich gesäubert und mit Einstreu versehen werden. Die Milch ist gleich nach der Gewinnung mit kaltem Wasier zu kühlen. Auch empfiehlt es sich, eine Messerspitze Natron hinzuzusetzen. Ein Futterwechsel wirkt auf die Zusammensetzung der Milch sehr günstig. Um den Milchertrag zu erhöhen, können milchireibende Mittel, wie Anis und Fenchel angewendet werden. Die Verfütterung von Weizenkleie und Ölkuchen befördert ebenfalls die Milchbildung. Dr. Bn.
Frage Nr. ll. Mein Schaf ist von Ungeziefer sehr geplagt und scheuert sich die Wolle aus. Auch ist die Freßlust eine sehr schlechte. Wie läßt sich dies beseitigen? R. R. iri M.
Antwort: Wir dürfen wohl annehmen, daß Sie unter Ungeziefer Läuse verstehen. Läuse kommen bei Schafen sehr selten vor. Zwecks Be- feitigung muß zunächst ein Kubischeren erfolgen. Sodann werden läusevertilgende Mittel angewendet. Hiervon gibt es sehr viel, z. B. Tabaksabkochungen, Sabadillsamen in Essig, Petroleum und Rüböl zu gleichen Teilen, Abkochungen von Stephanskörnern, Lysollösung 1:20. Alle diese Mittel müssen nach drei bis vier Tagen wieder angewendet werden, um die inzwischen herausgekommene Brut zu beseitigen. Dr. Bn.
Frage Nr. 12. a) Mein Dackel verliert dauernd weiße, nudelartige Stücke, ich nehme an, daß es Bandwurmglieder sind. Alle Pillen, die ich ihm verabfolgte, waren erfolglos. Die Frehlust ist sehr groß. — b) Ferner gehen mir alle kleinen Katzen wieder ein. Bis zum Alter von drei Monaten gedeihen sie sehr gut, dann fressen sie einen Tag nicht, brechen weißen Schaum aus, wobei sie dauernd rückwärts gehen, als wenn sie ersticken müßten und am anderen Tag sind sie tot. Woran kann das liegen? J. T. in Gr.
Antwort: Ihr Dackel leidet an Bandwürmern, auch Ihre kleinen Katzen scheinen von Würmern heimgesucht zu sein. Sicher wirkend sind die Bengenschen Bandwurmkapseln (Wirkung nach 45 bis 60 Minuten), die Sie sich durch Ihren Tierarzt verschossen können. Vet.
Frage Nr. 13. Mein 12jähriger Hund hat am Halse eine Kropfgeschwulst, die sich jetzt Jo vergrößert hat, daß er beim Fressen nicht mehr Minnen kann. Auch- kanm er das Maul -tsm noch ausmachen. Was ist dagegen zu unternehmen? M. M. in B.
Antwort: Bei dem hohen Alter Ihrer Hundes verspreche ich mir nicht mehr viel von einer Kropfbehandlung. Reiben Sie die Geschwulst täglich dreimal mit Josorptol-Schürholz ein und lassen Sie von Ihrem Tierarzt evtl. Iodkali-Einspritzungen in die Geschwulst machen. Vet.
Frage Nr. 14. Mein Kater bekam seit einiger Zeit Pickelchen und Schörfe am Ohr, außerdem hatte er Durchfall und trank auffallend viel Wasier. Das eine Ohr ist mit dickem Schors bedeckt, der zu jucken scheint, denn er kratzt sich viel. Ist das Räude? Frau H. in P.
Antwort: Ihr Kater hat die Räude. Weichen Sie vorsichtig den Schorf ab und reiben Sie täglich zweimal die haarlosen Stellen mit Perugen-Resorptis ein. Sein Lager ist am besten zu verbrennen, damit er sich nicht wieder anstecken kann. Als Getränk geben Sie Haferschleim Md Milch, kein Wasier. Vet.
Frage Nr. 15. Wie verhält es sich mit der Verwendbarkeit von Sägefpänen als Dünger, oder was kann ich mit diesen am zweckmäßigsten anfangen? Für Räucherzwecke habe ich meinen Bedarf bereits gedeckt. G. W. in P.
Antwort: Trockene Sägespäne haben ein leidliches Aussaugungsvermögen, indem 1 Gewichtsteil 3,5 Gewichtsteile Jauche aufsaugt. Diese Zahl ist um so geringer, von je harzigerem Holze sie stammen. In diesen immer vorhandenen Harzbestandteilen liegt es auch begründet, daß die Verwesung eine sehr langsame ist, mit anderen Worten, daß sie ein ungünstiger Bestandteil des Mistes sind. Ihr Gehalt an Pslanzennährstossen ist so gering, daß er überhaupt nicht der Erwähnung wert ist. Das Beste an den Sägespänen ist, daß sie infolge ihres schlechten Wärmeleitungsvermögens ein gutes - Lager, insbesondere für Pferde darstellen. Landwirte werden Sägespäne immer nur verwenden, wenn große Strohnot herrscht und Stroh sehr teuer ist. Sie sollten deshalb bemüht sein, ihre Sägespäne an städtische Pferdehalter abzusetzen Agr.
Frage $r. 16. Mein Traubenwein, den Ich im Oktober v 3. in zwei Behältern ansetzte, gärte zwei Monate Nach Umfüllung und Ausschweflung blieb in dem ersten Behälter die Gärung aus und war trüber 3m andern Behälter gärte er weiter, Der Geschmack ist ganz gut Welche Ursachen hindern den Gärungsprozeß? A M in S.
Antwort: Es ist sehr wohl möglich, daß die Gärung anfangs nicht gleichmäßig vor sich ßunb nun in dem einen Gefäß schon ziemlich bet war, während sie in dem anderen Gesäße sich noch sortjetzte Es können z. B. in dem ersteren Gefäße schnellaärende Hefen sich besser entwickelt haben Weiterhin ist denkbar, daß die bei der Aus- schwefluna entstandene schweflige Säure aus dem Gefäße nicht völlig entfernt wurde Sie wirkt stark gürungshemmend, und pflegt man Weine, die nicht roeifergären sollen, damit „stumm" zu machen Da der Geschmack schon ganz gut ist, schlage ich vor, den stummen Wein mit dem noch gärenden aufzufüllen und nochmals zu beobachten Kommt keine Gärung mehr in Gang, so lassen sie ihn sich allmählich von selbst klären. Dr. Ks.