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Samskag den 25. Februar

Statt Sslksivauevtag.

Lon Reinhold Braun.

Die Usbsrlebenbsn sollen niehr sein als Schatten ihrer Lieben.

die

ihr

Ihr sollt nicht Schallen sein, Säume sollt fein, tue über Gräbern blühen und Frucht

tragen! -----

Ahr sollt Totenerwecker sein! Habt ihr Her- jenstraft und Liebeskraft genug zu solchen' Werke! . . Glaubt, die Besten unseres Volkes sind nicht gestorben, daß die Leben­digen tot sein, sondern daß die Toten lebendig würden! Salter Flex.

Hört ihr's, Totenerwecker sollen wir sein!

Unter diesem lltamen stehe die Feier der Stuirden, sie stehe unter dem Geiste unserer gefallenen Helden, deren Rufer der reine wundervolle Wolter Flex mit seinen heilig und herrlich mahnenden Worten sein möge!

Hört ihrs, Totenwecker sollt ihr sein!

Tot«tgedenktag muß immer Aufer- Itehungstâg in einem ganz inneren Sinne fein'

Totenerweckung, Totenauferstehung setzt Wundertrast voraus Das größte Wunder bleibt immer noch die Liebe in ihrer letzten strahlenden Reinheit, ihrer letzten, opfervollen Größe! Das Wunder liegt in uns! Wir müssen

neuen Sinnen und Gefühlen leben

nur mächtig zu chm werden, reif und groß, mit garg neuen Sinnen und Gefühlen leben-

Wie wenig erleben wir die L-ebe in ihrer genjat, großen Wunderbarlichkettl Wie wenig willen mir wirklich durch das letzte dornen­volle Tor, über dem das WortOpfer steht, zu I erretten. Nur edye Mütter und wahrhaft große mütterüche Menschen vermögen es!

Ach, wir tragen das Wunder in uns und find dennoch so wett, so unendlich weit von ihm entfernt mid damit von uns selbst, unserem Besten, unserer unausdenkbar großen Kraft!

Wir sind so ohnmächtig, weil wir in wenig Liebe haben!

Mit wieviel schönen Vorsätze» gehen wohl viele in die stille Feier des großen Volkstages, der er sein soll! Wie rrehmen sie sich vor, rechte Totenerwecker der Liebe zu sein durch ihre neue Liebe! Ach, und wieviel bleibt im schönen Vorsatz stecken, wenn dann der Alltag wreder- getommen ist, schlackt er die feinen Blüten zu, die Kraft genug haben, standzuhallen, die nichr eich genug haben, Wachstunis- kraft, die , heißt! Wieviele sind ergriffen von den Stunden, aber noch nicht ganz er­griffen von dem, dessen sie gedenken, von feiner Opferschaft, seinem Heldentum! O, daß unsere Toten uns doch einmal ganz in die Gewalt be­kämen, daß sie herrliche Macht hätten über unsere Seele!

Wieviele Toten schlafen ruhig, der letzten Auflösung anheimgefallen so wie in ihrem Grabe, ichlafeuH *- *----- ----- sie wirklich lieb gehabt! Einem Friedhofe, einer Grabkammer gleichen viele Herzen, nicht aber einem hellen Blumenfeld, durch das die Ent­schlafenen verklärt und mit ganzer Seele lebendig schreiten! Einem Hause schönster, reinster Lebendigkett gleiche unser Herz, oder einem Ackerfelds im Frühling, durch das ein Sämann schreitet mit dem lieben Gesicht des Toten und Samen, heiligen Samen streut!

Das ist Totenerweckung, ist Auferstehung aus der Macht der Seele, Die Liebe, nichts als Liebs ist!

Nur wo Lebendige sind, können auch die Toten lebendig werden und sein mit all ihren Kräften! Nur wo die große Herzens- und Liebeskraft noch Wunver zu tun m»;§ hn letz­ten Armutsku'-l, nur da erwachen die Toten in uns und aus uns, werden sichtbar aus uns, aus allem, was wir Gutes und Rechtes tun, wir werden geheiligt durch sie in unserem Wesen, können verwandelt werden durch sie nach dem allen deutschen Sprichworts,daß man in das, was man liebt, verwandelt wird", können also in den OpfermU, die Begeiste- rungsfähigkeit, die Kraft Schweres zu ertra­gen, in ihre Hoffnung, ihre Heimat- und DatLrlandslisbs, in ihre Kameradschaftlichkeit, in ihr ganzes schlichtes, festes, liebemächtiges Heldentum verwandelt werden!

So geschieht denn das Wunder im Wunder! Wir find xotenerweder und werden dabei immer mehr selber erweckt! So werden gar die Rollen vertauscht: Unsere Toten werden unsere Totenerwecker, wir werden inne, wie tot wir eigentlich gewesen sind!

So werden 'selig und wahrhaft lebendig sein, die guten Willens waren! Lasset uns

fein, die guten Willens waren! Lasset uns guten Willens fein zu unseren Toten!

Dann werden wir Bäume sein, rauschend und voll Blüte und Frucht über ihren Grö­bern; denn die Kraft unserer Helden lebt und webt in uns. Wir leben und weben alle in- omander, Lebende und die als Helden Gefal- >e"e,und wir weben alle miteinander schöpfe- 'isch an dem Leben unseres Volkes, feiner Gegenwart und Zukunft. Wir alle sind mit­einander die Erwachten zu dem einen großen Ziele:Deutschland, unser Vater-, Mutter- und Kinderland muß bestehen!"

Wir sind erwacht aus Enge und Eigennutz und sehen das Große und Ganze, erkennen das Eine, das unserem Volks not tut: Einer für alle, alle für einen!"

Das ist dann die Gnade, die uns segnet, west mir unsere Toten lebendig in uns machten mit ihren unsterblichen, geheiligten und durch das Opfertum in Höheres gehobenen Kräfte!

Ein Volkstag soll es werden!

Welch reine, himmlische glamme könnte aufschlagen aus den stillen Stunden, daß wir alle glühen in Erkenntnis und Liebe, leuchten, well Unsterbliches uns tröstete und zu uns ins Herz kam und jeder muß bann ein Flämmlein bleiben, ein stilles, feines, unverlöschbares, ein

Stücklein wirklicher. leuchtender Liebe! Erst ganz klein beginnen, aber ehrlich und treu, würdig der großen Toten, dann immer mehr, immer besser, immer größer!

Laßt es nicht bei den Worten bleiben und der schmerzvoll feierlichen Stimmung, nicht bei den schönen Vorsätzen! Walter Flex fragt in Wolf Eschenlohe":Sind nicht allzuviel Tote unter den Lebenden?" Ach, wie hat er allzusehr recht! Es sind der Toten unter uns Lebenden zu viele! Wären wir mehr aus der großen Liebe und reinen Menschlichkeit wahrhaft Lebende und Lebendige, cs stünde jetzt schon anders um Deutschland!

Bist Du ein Toter oder ein Lebender, mein Bruder und meine Sequester! Kannst Du vor dem Rufer der gefallenen Brüder bestehen! Hast Du Herzens- und Liebeskraft genug, Totenerwecker zu fein? Gehörst Du zu den Stillen im Lande", denen des Dichters Pre­digt gilt? Es sind noch wenige der wirklich Lebenden und aus Liebe Wundertätigen! Man kann sagen: Verzage nid)t du Häuflein klein! Aber eine Wundermacht kann ausgehen von den nicht Allzuvielen, und sie wird ausgehen! Das ist unsere Hoffnung und Gewißheit! Nur helfen wo wir können, daß auch andere, viele, viele, rechte Totenerwecker werden!

Dazu helfe uns auch der große Gedächtnis­tag, von dem ein stiller lebendiger Strom aus- gehen wird in unser Volk, wenn wir ihn recht feiern und aus ihm immer mehr dertätigen Herzen" hervorblühen' Laßt uns Totenerwecker fein, daß mir selber immer mehr Erwachende werden zum Helle unseres deutschen Volkes!

Amen!" läuten die Glocken...

WMfât zu kmmmt âEbesm.

Von Friedrich Berfa.

Einmal im Jahr, am Totensonntag, in katholischen Gegenden am Allerseelenfest, flutet der Menschenstrom zu den Friedhöfen, pilgern unübersehbare Scharen an die Gräber, in denen teure Verstorbene ihre letzte Ruhestätte gefun­den haben. Es ist eine Art.kollektiven Trauer­tages, an dem das Andenken aller Toten von allen Lebenden gefeiert wird. Das ganze Volk findet sich in gemeinsamer Trauer um Die Ab­geschiedenen; aber wieviel weiß der, der am Grab seiner Eltern steht, von der Trauer des anderen, der den Grabhügel neben ihm mit Kränzen und Blumen schmückt; die Ursache seines Schmerzes, die Umstände, unter denen ihm ein teurer Mensch entrissen wurde, bleibt chm unbekannt. Trotzdem herrscht eine ge­meinsame Verbundenheit, eine Solidarität ues Trauerns die alle umschlingt. Wieviel tiefer aber wurzelt dies Gefühl, wenn es gilt, der Unvergeßlich» zu gedenken, jener Millwnen- ichar non Söhnen, Gatten, Brüdern und Vä­tern, die der Krieg dahingerafft hat: jener Treuen, die Seite an fadsten und zur fchen Haus eine furchtbare Lücke gerissen hat. Die Gemeinsamkeit ihrer Not, ihrer Entbeh­rungen und ihres großen Opfers ruft nach einer allgemeinen Trauer des ganzen Volkes; und so hat man diesen 28. Februar zum Ge­denktag für die Gefallenen des Weltkrieges ausersehen, denen heute für die Liebe, mit der sie ihr Leben für andere Hingaben, gedankt werden soll. Andere Länder haben längst mit ihrem Kull desUnbekannten Soldaten' ihren Gefallenen ein unauslöschliches Erinnerungs- mal errichtet. Auf seinem Grab lodert eine ewige Flamme, und jeder, der vorübergeht, verweilt einen Augenblick in Gedanken an die Millionen blühender Menschen, die der grau­same Schnitter Tod am Morgen und auf der Höhe ihres Lebens dahingemäht hat.

Keine deutsche Familie wird achtlos an diesem Tage vorubergehen, weil sie etwa keinen Anlaß zum Mittrauern hätte. In jebem deut­schen Haus gehen heute die Gedanke» auf eine wette Reise. Nur wenige können an ein Grab treten und sich dem Toten auch körperlich nahefühien; den Meisten, die in Trauer um ihr Liebstes zurückgeblieben sind, ist diese Gnade versagt: unermetzlich weit liegen die Hügel, unter denen bis Opfer der furchtbaren Kata- itrovhe ihren großen Schlaf halten.

Als vor mehr als hundert Jahren die jun­gen Männer in den Befreiungskrieg zogen, hatten auch sie den Wunsch, nur in heimatlicher Erde bestallst zu werden. Ein ergreifendes Beispiel solcher Sehnsucht bietet das Sch'cksal zweier Freunde. Friedrich Friesen, der Mll- begrünber der deutschen Turnerschaft und August von Vietinghoff, beide Lützower Jäger, gaben einander beim Auszug das feierliche Versprechen, daß, wenn einer von ihnen auf französischem Boden falle, der andere alles

tue, um die Leiche nach Deutschland 31 gen. Seit dem März des Jahres 18:

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Friesen als verschollen: man nahm an, daß er gefallen sei, da es trotz größten Anstrengungen nicht möglich war, etwas über sein Sch crsal zu vernehmen. Vietinghoff gab sich redliche Mühe, das Rätsel zu lösen. Erst zwei Jahre später sollte ihm die Aufklärung zuteil werden. Durch einen Zufall ermittelte er. daß sein Freund am 15. März 1814 in Lalobbe von emem Bauern getötet und dort bestattet wor­den sei. Er ermittelte die Stelle, wo man den Toten begraben hatte, ließ das Skelett aus­graben und bewahrte die sterblichen Reste des Gefallenen sechsundzwanzig Jahre lang, immer nur von dem Wunsche beseelt, sein dem Freund gegebenes Versprechen, ihn in heimischer Erde beizusetzen, ausführen zu können. W.drige Schicksale und Zufälle aller Art hinderten die Verrarrklichuna dieses Vorhabens, und so führte Vietinghoff die Gebeine seines Freundes in einer eisernen Kiste mit sich von Garnison zu Garnison, bis er endlich im Jahr 1843 sein Gelöbnis wahrmachen konnte Am Grabe hielt ein alter Freund die Gedächtnisrede, worin er

sagte.Wie einst bei deutschen Kaiserkrönun­gen laut ausacrusen wurde: Ist kein Dalberg da?, so soll man künftig, wenn Freunde im Kampf auf feindlichem Boden fallen, aus« rufen: Ist sein Vietinghoff de?"

Napoleon Bonaparte hat einem feiner treuesten Freunde und Kampfgenossen aus alten Zeiten auf ähnliche We se den gleichen Dienst erwiesen. Am 22. Mai 1813 war in dem Gefecht bei Markersdorf General Durac von einer russischen Kaiwnenkugel verwundet worden, die gleichzeitig den schweizerischen Ge­neral Kirchner tötete. Napoleon war tief er­schüttert Kurz zuvor hatte er noch mit seinem Freund geplaudert und, da er mit einem Male keine Anrwort mehr bekam, sich nach ihm um­gedreht, wobei er zu seinem Schrecken ge­wahrte, daß Duroc im Blute schwimmend am Boden lag. Er ließ den Schivcrverwundeten auf den benachbarten Bauernhof einer Witwe Hauspart tragen und bemühte sich selbst um die Pflege feines Freundes. Eines Nachts saß er am Schmerzenslager des mit dem Tode ringenden Generals, und während alle Er­innerungen an gemeinsam verlebte glücklichere Jahre vor seiner Seele auftauchten, kam ihm der Gedanke, daß er seinen treuen Waffen­gefährten vor bem Schicksal bewahren müsse, auf fremder Erde beigesetzt zu werden. Der Arzt gab bem General nur noch wenige Stun­den zum Leben. Schnell entschlossen ließ daher Bonaparte die Besitzerin des Bauernhofes her­beirufen und fragte sie, ob sie geneigt sei, ihm ihr Besitztum zu verkaufen. Die Witwe mar einverstanden; in aller Eile wurden mitten in der Nacht, der Ortspfarrer und der Schulze berbeigerufén. Napoleon erlegte dèn für da- HTobgc Begriffe recht stattlichen Preis von 4000 Dalern; die sofort ausgestellte, von den Zeugen unterschriebene Urkunde machte Napoleon zum Eigentümer des Hofes, und so konnte der Er­oberer sich mit dem Gedanken trösten, daß Duroc am nächsten Morgen auf französischer Erde starb und auch beiaesetzt wurde.

Nicht selten sind die Reste von berühmten Toten noch viele Jahre, nachdem sie längst der Erde übergeben waren, nach heimischem Bo- ben verbracht worden. Die Leiche Napoleons ist Jahrzehnte nach feinem Tod nach Paris ge­bracht worden, und um die Gebeine des großen Entdeckers Amerikas ist ein wissenschaftlicher Streit entständen, der heute noch nicht völlig geklärt ist- Er selbst wollte in San Domingo auf Hatti beigesetzl werde», und er fand auch dort seine Ruhestätte, nachdem seine Gebeine schon vorher mannigfache Rundreisen gemacht hatten und von Valladolid, wo sie im Fran­ziskanerkloster einige Jahre lang geruht hatten, nach Sevilla gebracht worden waren. Im Dom zu San' Domingo richten die Gebeine über ein Vierteljahrtaujend. Als im Jahre 1795 Frankreich Herr der Qnfel wurde, wollte man ine Ueberreite des Entdeckers nicht in fremder WWWD^VWWWWWWWWW darauf nach Havanna; man glaubte wenigstens es getan zu haben. Denn 1877 entdeckte man im Dom von San Domingo einen Sarg, den man als den des Kolumbus artsprach. Entweder hatte man sich im Jahre 1796 geirrt, ober es handelte sich um letzten Fall um einen Betrug, ober aber beide in San Domingo gefundene Särge sind nicht die rechten.

Die Sehnsucht nach der Heimaterde ist den Menschen und Völkern ins Herz gepflanzt. Denen, die alles für ihr Volk hingaben, die im Mai ihres Lebens zu Boden sanken, um nicht wieder aufzustehen, ist es versagt geblieben, wenigstens im Tod in die Heimat zurückzu- kehren. Aber kann auch unsere Hand die zahl­losen Gräber an allen Enden der bewohnten Well nicht schmücken; die Gedanken eines ganzen Volkes wallfahren zu ihnen für das große Opfer ihres Lebens.

Was wm vevLossrt Mm.

Niemals hat' ein Volk in dem Ringe» um sein Weiterbestehen so gewaltige Anstrengun­gen gemacht und so ungeheure Opfer gebracht wie Dcutfajlanb im Weltkriege. Niemals aber erklang auch das Vae victis für den unter­legenen Teil so hart und grausam, wie für das deutsche Volk im Friedensvertrage von Ver­sailles. Aber mit dem Kriege waren die Leiden

ner

unseres Vaterlandes noch lange nicht zu Ende, im Gegenteil. Derselbe französische Minister­präsident Clemenceau, nach dessen zynischen Worten in Deutschland 20 Millionen Einwoh-

'ind, offenbarte die Absichten unserer sfend durch den Ausspruch, daß der Frieden nur die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln sei. Das haben wir nur zu sehr an unserem eigenen Leibe fühlen müssen.

Ueber 1,62 Millionen deutscher Streiter

sind im Wellkriege gefallen, dazu kommen noch 200 000 Vermißte, die aber auch als tot anzu- söhen sind. Somit hat Deutschland auf den Schlachtfeldern fast 2 Millionen seiner Helden- söhne eingebüßt. Wie unser Vaterland im Ver­hältnis zu seiner Einwohnerzahl die höchsten Kraftanstrengungen gemacht und rund 40 Pro­zent der gesamten menschlichen Bevölkerung unter die Waffen gerufen hat, so steht es auch mit seinen Verlusten an der Spitze aller am Kriege beteiligten Staaten. Zu Den Toten treten noch etwa eine halbe Million von Schwerkriegsbeschädigten und Verstümmelten hinzu, die zuni weitaus größten Teil ihren früheren Beruf auf geben mußten, ja, teilweise sogar, wie die Kriegsblinden, fremder Pflege und Wartung bebtirftig sind.

Zu ben Kriensverlusten müssen wir auch die nicht geringe Anzahl von Einwohnern der Städte im Westen und Südwesten Deutschlands rechnen, die bei den oöll g völkerrechtswidrigen Ansiriffen feindlicher Flugzeuge auf offene Stabte getötet ober verstümmelt worden sind. Größer aber und noch weit schrecklicher sind die

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Opfer. der mörderischen Hungerbio^abe.^^. zu gut wußten unsere Feinde, daß Deuts rxjlai^ im Felde nicht zu leicht niederzuringen war Zudem kam es England vor allem darauf an' die deutsche Industrie und den deutschen,fj anbei dauernd zu vernichten, um sich des rührige und datier besonders gefährlichen "Nebenlnihü^, für immer entledigen zu können. Was niemand für möglich gehalten hatte, trat ein. Deutsch­land wurde zur See von der Lebensmiitelzu- fuhr abgeschnitten, mit der Hungerblockade be­gann der Kampf gegen die deutsche VoUskrasi und die Feinde sollten nur zu Recht behalten Was aus dem Schlachtfelde nicht erreicht wurde gelang der Grausamkeit gegen wehrlose Greift Frauen und Kinder. In den Jahren 1915 bis 1918 nahmen die Sterbefälle bei der deutschen Zivilbevölkerung um 763 000 zu. die Sterblich­keit der Kinder unter 5 Jahren wuchs um bei­nahe 50 Prozent, die der Jungendlichen von 5 bis 15 Jahren sogar um 55 Prozent- Die kör­perliche Erschöpfung und die seelische Zermür­bung ' des deutschen Volkes nahm derart W, daß es schließlich erliegen mußte. Noch heute hat sich unser Vaterland von diesen Schaden nicht erholt.

Einen weiteren großen Menschenoerlust f^ Deutschland dadurch erlitten, daß ihm beson­ders wichtige und gut bevölkerte Landstrich entrissen worden sind. Im Westen fiel Elsaß- Lothringen, Eupen und Malmedy an Frank- reich und Belgien, das Saarland wurde dem Völrerbunü unterstellt, noch größer waren die Einbußen im Osten, wo die Provinz Posen, Teile von West- und Ostpreußen, sowie einige Kreise von Pommern und vor allem große Strecken des wichtigsten oberschlesischen In, bufiriegebietes an Polen fielen. Danzig und Memel mürben von Deutschland abgerissen, der Tschechoslowakei fiel das Huüschinerlând' chèn zu und selbst Dänemark, das am Welt­kriege garnicht tetlgenommen hatte, erhielt einen Teil von Nordschleswig- Ueber 73008 Quadratkilometer mit 7,3 Millionen Einwoh­nern gehören seit dem Frieden von Versailles nicht mehr zu ihrem alten Vaterlands. Die Ein­wohnerzahl Deutschlands war von fast 68 Milli­onen im Jahre 1914, auf 59,3 im Jahre 1921 gesunken. Der Umfang des deutschen Reiches betrug im Jahre 1921 nur 467 300 Quadratkilo­meter gegen 540 787 im Jahre 1914. Endlich wurden uns auch die Kolonien genommen, die einen Flächeninhalt von fast 3 Millionen Quadratkilometer hatten und über 12 Milli­onen Einwohner zählten. Ihr Raub musste Deutschland umso schwerer treffen, als sie ge­rade anfingen, die auf sie verwandten Summen und Mühen durch reichen Ertrag zu entgelten.

Unsere deutschen Brüder sind aber nicht nur von dem Vaterlands getrennt, sondern sie haben auch unter der Willkür der fremden Staatèn schwer zu leiden- Ein Notruf kommt nach dem anderen aus Palen, schwer lastet die Faust'"des Siegers auf der SaarbavWswM und erst eine Zone des von den femdücheu Heeren besetzten Rheinlandes ist von ihren schweren Leiden befreit worden.

Ungeheuer sind auch die Sachverlnstc, welche Deutschland zu bringen hatte. Unmitte­lbar nach dem Waffenstillstand mußte der weit­aus größte Teil der schweren Geschütze und des übrigen . neuzeitlichen Kriegsmaterials dem Feinde airsgeliefert werden. Die neuen Schiffe der Hochseeflotte wurden nach England abgc- liefert, wo sie im Juni 1919 bei Scapa Flow versenkt wurden. Die wertvollsten und größten Handelsschiffe wurden ein Raub des Feindes und fahren jetzt unter fremder Flagge.

Das deutsche Heer, das über vier Jahre einer Well von Feinden tapferen Widerstand geleistet hatte, ist aufgelöst, nur 100 000 Mann sind uns geblieben, denen aber alle neuzeitlichen Kriegsmittel verboten sind. Von unserer mäch­tigen Kriegsflotte haben wir nur einen küm­merlichen Rest von acht veralteten Linien­schiffen und acht noch älteren Kreuzern be­halten dürfen, Die einst so gefürchteten deut­schen Unterseeboote und Marineflugzeuge sind vernichtet und dürfen nicht wieder gebaut wer­den. Argwöhnisch beobachten die Interalliier- ten Ueberwachungskommifsionen den Dienst unserer Reichswehr und haben in den früheren Rüstungsfabriken ungeheure Werte an Volks- vermögen vernichten lassen. Dabei ist Deutsch­land verpflichtet, die nicht geringen Unterhal­tungskosten dieser Kommissionen zu zahlen.

Doch damit noch nicht genug, Deutschland mußte sich zu ungeheuren Reparationen ver­pflichten, die unsere gesamte Industrie nicht nur, sondern auch die ganze Volkswirtschaft geradezu erdrosseln. Und in welcher Weife gehen Die Feinde mit den wertvollen Sach- lieferungen um, die deutsche Sirbeiter im Schweiße ihres Angesichts hergestellt haben. Zahlreiche Lokomotiven konnten in Frankreich nicht benutzt werden, weil die Brücken zu leicht waren. Die wertvollen Wagen wurden jedoch nicht etwa zurückgegeben, sondern verkommen auf Nebengeleisen. Eine ungeheure Anzahl von Bienenstöcken sind in Frankreich eingegangen, weil man ihnen nicht die nötige Pflege 3U< kommen ließ.

Heute, am Volkstrauertage gedenken wir nicht nur der teuren Toten, die für das Vater­land gefallen sind, und durch ihren Heldentod das Vaterland vor den Kriegsgreueln bewahr- haben, sondern wir rufen uns auch alle die an­deren Verluste ins Gedächtnis zurück, die uno ein siegestrunkener Feind oft in geradezu sadistischer Weise auferlegt hat. Unsere Gegner haben es nicht anders gewollt. Sie haben durm ihr überhebliches und grausames Verhalten M die Herzen des deutschen Volkes Haß gesät, sind daher auch für die Ernte verantwortlccy Das deutsche Volk kann und wird niemals oer' geffen, was es verloren hat, aber auch was ihm der Feind mährend und nach de» Kriege angetan hat.