201. Jahrgang
General-Anzeiger für die Kreise Kanan Stadt und Laub
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Nr. 41 ^ng
Donnerstag den 18. Februar
Minderheiten in Südtirol zulassen werde, sei es
SÉß6üt?8tt6S ÄlââÜâAOüE Alt «Siâti6lt* K"^btt Mkândsversammlung vermieden werden könne. Bereits während der letzten Session
Erklärungen -es Dm»-eska«zlers Ramek.
Vieu. 17. Febr. 3m Hauptausschuß des Monalrates erklärte Bundeskanzler Dr. R a- m e t u. a.: Seit 1923 sind im Oberetschgebiet eine ganze Reihe von Maßnahmen auf dem gebiete der Verwaltung getroffen worden, Me nach Aussage offizieller italienischer Per- Mchkeiten nichts anderes als die Jtalianisie- rung der Deutschen des Oberetschgebietes be- K' . Diele Maßnahmen riefen überall, wo e wohnen, besonders aber in Oesterreich Mi unter den österreichischen Ländern gerade in Tirol eine Erregung hervor, wie sie nur in den allerseltensten Ausnahmefällen in solcher Einmütigkeit ein ganzes Volk erfaßt hat. Aus Italien hört man immer wieder die Anschuldigung, daß diese Bewegung künstlich erzeugt worden sei. Ja! Eine solche wurde erzeugt, aber sie wurde einzig und allem erzeugt durch Maßnahmen der italienischen Regierung im Oberetsch. Eines weiteren Hinzutuns bedurfte es wahrlich nicht. Ein anderer Vorwurf, der uns von 3ta= Ben immer wieder gemacht wird, der fragt, warum sich das deutsche Volk aerade.für die verhältnismäßig kleine Minderheit südlich des Brenners mit größerer Vehemenz einsetzt, als I für die Millionen von Deutschen, die in anderen Staaten als Minderheiten leben. Auf diese Frage antworte ich: Weil in keinem anderen i Staate die deutsche Minderheit — so wenig be- è friedigend ihre Lage auch sei — nach den ein- i Mittigen Erklärungen der maßgebenden Faktoren einem völligen Assimilationsprozeß der -herrschenden Raffe unterworfen und damit dem
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| phabe Kampagne der österreichischen Zeitungen I nennt, hat nur diesen Grund. Ich betone aus- I drücklich: Wenn jemand darüber hinaus behaup- I tet, in Oesterreich werde von irgendwelcher I ernst zu nehmenden Seite zum Haß oder zur I Feindschaft gegen das italienische Volk geschürt, I dann spricht er die Unwahrheit. Volk und Re- I gierung Oesterreichs wünschen nichts anderes, I als mit dem italienischen Volk ebenso wie mit I allen anderen Völkern in Frieden zu leben. — I A> erkläre weiter: Wenn jemand behauptet, I daß die maßgebenden Kreise Oesterreichs oder I M das Volk in seiner Gesamtheit von einer I Rückeroberung des Oberetsch mit den Waffen E träumt, dann lügt er und sagt eine Lächerlich- ■ seit dazu.
I Öhr können freilich die Grenzziehung des öerlrages von Saint Germain nicht für ; gerecht anfeheu, aber wir erkennen sie an, weil wir dem Vertrag, der sie geschaffen I Hal, unterschrieben und ratifiziert haben. I ^e- Interesse, welches unsere Oeffentlichkeit E Mn Dingen im Oberetsch entgegenbringt, hat in I "^v letzten Zeit bei der italienischen Regierung I der faschistischen Partei allerdings steigend I Nervosität hervorgerufen.
I . Anläßlich des Schlußsatzes der Rede Musso- I ES, die sich auf die Brennergrenze bezog, hat I "'e Bundesregierung sogleich nach Bekannt- I u erden der Rede ihren Gesandten beim Quiri- I ual beauftragt, bei Herrn Mussolini Aufklä- I ^ngen über den präzisen Sinn des erwähnten I $aHus einzuholen. Herr Mussolini hat unseren I sandten am Mittwoch voriger Woche emp- I jUv^sn und chn auf feine eben im Senat gehal- I M Rede verwiesen. 3m Interesse der beider- I ^“Qett Beziehungen sei es ihm wertvoll er- I Plenen, der Bundesregierung durch jenen Pas- I M davon Kenntnis zu geben, daß er den 21m j dulden würde. Ueberdies lasse er aus- ^ruaum Mitteilen hrtS Dr ttTAinnT« hrrrnn
I mitteilen, daß er niemals daran ge- I <?,„.' Oesterreich irgendwie zu beunruh- I E«. Alle in Oesterreich in Umlauf gewesenen t iih. • âber einen italienischen Einfall oder I m ®r eine militärische Expedition seien vollkom- I "us der Luft gegriffen gewesen. Wir I bâ " versichert fein, daß kein einziger Kom- I m JemöIs den Brenner überschreiten werde. I Ä ^^sltze dieser Antwort Herrn Mussolinis ar Bundesregierung die Frage, ob sie ge- I n.^. rrWeI 10 und 11 bes Völkerbundspaktes im mS '^u^enische Grenzdrohung aufmerksam ; L^Wn habe, für sich mit nein beantwortet, hm„^?^^. den Aufklärungen des italienischen ! '"sterpräsidenten liegt eine formelle Bedrohung Oesterreichs nicht vor.
[ &n,'c Erklärungen, die Mussolini uns zu seiner ; st»,Friede gab, werden hoffentlich die ent- K„'^nc Erregung abdämpfen. Die von der "te Beruhigung der Iteit wird iedoä' nur
P, ^'^ erregn
" erhofft Mrreichifchen öeffentlich
dann Aussicht haben, sich wirklich durchzusetzen, wenn auch in der gesamten faschistischen Hierarchie und Presse ein ruhigerer und leidenschaftsloserer Ton Platz geeist, als dies in den letzten Monaten der Fall war. Ich möchte dringend wünschen, daß alle jene, die es angeht, sich bemühen, , in gemein'omer unermüdlicher Arbeit den Berg von Mißverständniffen, Verärgerungen und Gehässigkeuen, der in oen letzten Jahren zwischen dem deutschen und dem italienischen Volke aufgehäuft wurde, zum Besten beider Völker und oes Friedens in Europa abzutragen.
Ramek wandle sich zum Schluß de» Verträge» von Cocarno zu und erklärte: Wit die- fen Verträge» wurde der Gruudsteiv zum Ausbau eines vertrauensvollere» Verhältaiffes Mische» Deutschland unb feinen ehemaligen Gegnern gelegt, eines Verhältnisses, dessen unmittelbare Auswirkung der bevorstehende Ein- tritt Deutschlands in den Völkerbund ist. Wir in Oesterreich haben allen Grund, dieses Ergebnis herzlichst zu begrüße», da es unser stammes- gleiches B ruber reich endlich an den ihm gebührenden Platz im Rate der Völker führt
Innsbrucker Historiker zur Mussolini- Red-.
Innsbruck, 17. Febr. Gegenüber den AllssShrunaea des italienischen Minist e r p r ä s, d e a t e a in seiner letzten Rede über Südtirol stellen die Lehrer der Geschichte der philosophischen Iakultäk der Uni-
habe.
riarung der gesamten Oeffenklichkeit fest, daß diese Behauptungen der geschichk- 1 ichev Wahrheit d u r ch a u s widersprechen. Sie erklären tu a.:
Die deutschen Südtiroler sind seit mehr als 13 Jahrhunderten in ihrem Lande bodenständig. Die Tatsache der seit anderthalb Jahrtausenden erloschenen römischen Herrschaft über Deutsch-Südtirol gibt dem im 19. Jahrhundert entstandenen italienischen Nationalstaat keinerlei geschichtliches Anrecht auf dieses Land. W i k dem gleichen Recht wie Deutsch- Südtirol könnte Italien die deutschen Donau- und Rheinlande, den größten Teil Deutsch-Oesterreichs, aber auch Frankreich, Spanien und England beanspruchen, weil diese Länder alle Mm römischen Reich gehört haben. Dreimal langer als Die römische Herrschaft währte. Hat dann Deutsch-Südtirol als deutsches Laud zum Deutschen Reiche und zu Oesterreich gehört. Brenner und Alvenhanpt- kamm haben niemals eine Völkerscheidr und niemals ciue Staatsgrenze gebildet. Nakur, Wirtschaft und Kultur sind die gleichen nördlich und südlich vom Brenner. Seit mehr als einem Jahrtausend wohnt in diesem Raum ein Volk, dasdeutschist.
Der Berliner Ausenlhall Drummonds.
Berlin, 17. Febr. Der Generalsekretär des Völkerbundes Sir Eric Drummond hat heute abend die Rückreise unmittelbar nach Genf angetreten. Er hat seine vo"e Befriedigung über die Atmosphäre zum Ausdruck gebracht, in der sich der Gedankenaustausch über die mit Deutschlands Eintritt in den Völkerbund zusammenhängenden Fragen vollzogen hat. Wie sich aus den Besprechungen über das Verfahren der Zulassung Deutschlands ergibt, ist Deutschland berechtigt, so'ort nach seiner Zulassung an der geplanten zweiten Völkerbundskomimision für Budgetfragen teilziinkbmen. Während feine? Aufenthalts hat der Generalsekretär zur Frage der Ernennung deutscher Mitglieder beim Völker urndssekretariat im einzelnen das übliche Vei fahren hierbei dargelegt. Nach der allgemeinen Foimel hat die Auswahl dieser internationalen Beamten seitens des Generalsekretärs zu erfolgen, bleibt aber von der Zustimmung des BölkeibundsrateS abhängig. Der Generalsekretär würde selbstverständlich dem Völkerbunderat keine Kandidaten vorschlagen, gegen welche die Regierung des Staates, 6cm sie angel oren, ernstliche Eww nduugen erbeben könnte. Bei den mit diesen Ernennungen zusammen- vängenben Budgetfragen bat die Vö.ktrdundsversamm- lung das letzte Wort. Im Völ-erbnndskreis n ist es in vier für lelbstverstaudlich gehalten worden, daß Deutschland in dieser Frage als Großmacht behandelt werden muß.
Die Minderheiten und -er Völkerbund.
London, 17. Febr. Eine Reutermeldung aus Genf besagt, trotz der Erklärung Mussolini-, daß ! Italien keine Erörterung der Frage der deutschen
Habe Nansen auf Die Frage der Minderheiten über« Haupt hingewiesen und Schutz für sie im Interesse des Friedens Europas gefordert. Graf Apponyi verlangte gleichfalls für die ungarischen Minderheiten in den Nachfolgestaaten eine aktivere Kontrolle durch den Völkerbund. Ferner hätten bie Vertreter europäischer Minderheiten im letzten Herbst in Genf einen Kongreß abgehalten, wo bte Frage bes Schutzes der Minderheften ausführlich erörtert worden sei. Daraus ergebe sich, besagt die Meldung weiter, daß diese Frage brennend sei. Endlich dürfe man daran erinnern, daß Mussolini auch gegen bie Befassung des Völkerbundes mit dem Korfuzwifchenfall gewesen sei, daß aber der Bund die Frage trotzdem erörtert und erfebigt habe.
Französische Stimmen zur Erweiterung -es Dölkerbundsrales.
Paris, 17. Febr. Professor George Stelle b-schästigt sich in der heutigen stummer der „Information" mit der Frage der Erweiterung bei Völker- bundSrateS. Er mißt der in England zu Tage tretenden Ovposition groß- Bedeutung zu und rechnet m't der Möglichkeit, daß Deutschland vielleicht, wenn Polen vom Völkerbundsrat ein Sitz zugefprochen werden sollte, feine Kandidatur inrüditeben und dadurch die Verträge von Loearn» hinfällig machen werde. Die Völk-rbundskrise fei auf dies« Weise ein eurovSische? Unbehagen geworden und störe die allgemeine Politik. Da» babe so kommen müssen, da die Verworrenbeft der Wcltpolitik mit der in Genf sentral'fierten Diplomatie identisch sei. Seelle fährt fort: „In der Tat, verbeimlicheu wir unl doch nicht, paß der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund — das heißt in das Konzert der Mächte — den Abschluß einer Diplomatie bedeutet,» die direkt aus dem Siege der alliierten und auS den Fricdensvertrâgen Herze»
_________________ ,_____ .. einem . _____ . siegerstaaten geleitet werden, von nun an besteht die Einheft bet Ansichten, die Einheit der Ziele, bte Einheit des Ver'abitns nicht mehr. Die ßeitung der Gemeinschaft der Völker ist nicht mehr homogen. Die Aera her Zusammenarbeit ist abgeschlossen." „Man hoffte,* so fährt die „Information" fort, „daß dies der Beginn der Wiederversödnung fein werde. Es ist möglich, daß eS so ist und daß die Zufamwenarberi auf neuen Grundlagen wiederhergellellt wird. Es kann so fein, eS kann aber auch fein, daß dies die Stunde neuer Antagonismen und nengeschaffener schwieriger Konstellationen sein wird."
Während hier ein ernst zu nehmender Politiker nach den tiefen Ursachen der jetzt zu beobachtenden Krise sucht, tann eS der „TempS" nicht unterlassen, in feinem heutigen Leitartikel die Absichten der Reichs- regierung zu schmähen und gegenüber der deutschen Regierung zu einem allgemeinen Mißtrauen aufzu- rufen. Er schreibt, niemand sei so naiv zu glauben, daß eS im Interesse bei allgemeinen Frieden» liege, daß Deutschland sich der Politik von Genf und Locarno angeschlossen habe. Deutschland sei nur besorgt um seine unmittelbaren Interessen. ES habe den DaweSplan angenommen unb den Vertrag von Locarno unterzeichnet nnb feine Zulassung in Genf gefordert, weil eS den Zusammenbruch der Politik d«s systematischen Biber- Nantes gegen, bte Ausführung der Verträge festgestellt habe, dèn es viele Jahre hindurch betrieben habe, fketzt wolle es Erfahrungen mit einer geschmeidigeren Methode sammeln, um zum Ziele zu gelangen. Es werde im geeigneten Augenblick die Frage seiner Ost- grenzen, bte Frage DanziaS und die Anschluß! eage ausrollen. Dann bleibe eS in seiner Rolle, wie bie anderen Mächte ihre Rolle spielten, wenn fie verhinderten, daß die Texte der Verträge umgangen werden.
Koesch bei Briauö.
Paris, PanS, von
17. Febr. Der deutsche Botschafter in Hoesch, wurde heute bei mittag vom
Mnisterprâsidenten Briand empfangen. Hoesch, der bereits borgeftein längere Zeit mit dem Generalsekretär des Quai d'Orsay, Philipp Berthelot, verhandelt hatte, unterhielt sich mit Bnand über bie Frage des Eintritts Deutschlands in den Völkerbund.
RücklrM des üalienischen Botschafters in Berlin?
Die „Tägl. Rundschau" weih zu melden, daß der italienische Botschafter in Berlin, Graf B o s d a r i, zwar nach Berlin zurückkehren werde, jedoch in absehbarer Zeit durch ein anderes Mitglied der italienischen Diplomatie ersetzt werden dürfte.
Das japanische Flottenprogramm.
Paris, 17. Febr. Nach einer Meldung der Agentur Judo Pac fic aus Tokio bat der Finanz- ausichuß des Parlaments im Euwerständn $ mit der 'T'gierung auf tue dringende Ausrage der Opposition bekanntgegeben, daß das Schiffbauprogramni für d n Ersatz aut er Dienst geste ter Sch'ffe im Jahre 1927 die Herstellung von vier Kreuzern, brei Kanonenbooten, atomuta elerdöreru. fiaf Unterseebooten und
1926
fünf Tankichiffnl vorsieht. Die Kosten belaufen M auf 325 Millionen Den.
Der Fraukenfälscher Schultz verhaftet.
Berlin, 17. Febr. Der in der Frankenfäl- schllngsangelege: Heft vielgenannte Schultz hat sich gestern selbst gestellt. Als die Budapester Zeitungen rm Zu ammenhang mit der Verhaftung des Prinzen Windischgrätz und seiner Freunde den Namen Schuttz als den eines angeblichen Oberleutnants nannten, forschte die Berliner Kriminalpolizei nach dem Schultz und stellte fest, daß der mysteriöse Schultz der in Berlin-Tempelhof wohnhafte frühere Abteilungsleiter, der Petersburger Staaisdruckerei Arthur Schulze fei. Die Kriminalpolizei nahm sofort eine Durchsuchung seiner Wohnung vor. Schulze hatt« stch aber bereits vor mehreren Tagen aus seiner Wohnung entfernt. Da er jedoch keine Möglichkeit zum Entkommen sah, hat er sich selbst gestellt. Er erklärte, daß er im Jahre 1923 von dem Prinzen Windischgrätz zur Mithilfe gewonnen worden sei, bte ihm aber als rein politische und von den Regierungskreisen gebilligte Tätigkeit geschildert worden sei. Er habe das geglaubt, als er erfahren habe, daß der Landespolizeichef Nadossy das Unternehmen protegiere, und daß die Probe- oerfuche zu der Fälschung in dem Budapester Kartographischen Institut vor sich gehen sollten. Später habe er aber erkannt, daß anscheinend Prinz Windi'chgrätz gar nicht die genügenden Mittel zur Durchfühlung einet politischen Aktion besessen habe und daraus auf die Unwahrheit der ihm gemachten Angaben geschlossen. Prinz Windischgrätz und Genossen hätten ihm mißtraut und ihn nahezu wie einen Gefangenen behandelt. Es fei ihm jedoch gelungen, im November 1923 aus Budapest zu stieben. Während seiner Anwesenheit in Budapest seien belanglose photographische Aufnahmen von 1000-FrancSschemen an* gefertigt worden. Seit dieser Zeft habe er in seiner Verb ndung mehr mit der Sache gestanden.
Paris, 18. Februar. Ein Vertreter der Pariser Polizei, der Kommissar Dowet bat sich gestern abend nach Balin begeben, um der Vernehmung der bet*
I« g^piett
München nn- die FrauesfAschuugs- aftâre.
Münch c«, 17. Febr. Nach Slättermelbimgen hat der Sekretär bei Prinzen Windischgrätz, Raba, rot dem Untersuchungsausschuß in Budapest behauptet, daß mit München versönllche Verhandlungen geführt wurden, daß er zwei chiffrierte Briefe auf seiner Seife zu Prinz Henckel mitbekommen habe, von denen einer an Ludendorff gerichtet war, der sich mit der Geschichte der Fälschungen der 1000 Franlennote» befassen sollte und daß ferner die Idee der Fälschungen in Berlin entstanden sei.
Von maßgebender Stelle bet Polizeidirektio» m München erfährt man hierzu, daß die Münchener Polizeidirektron weder aus Berlin, noch aus Budapest noch aus Paris eine Mitteilung in dieser Sache erhalten habe und daß auch weder ein französische« Delegierter in amtlicher Eigenschaft in München in dieser Sache anwesend sei, noch angemeldet wurde. Richtig sei, daß selbstverständlich die Polizeidirektion jelbständig Recherchen «ingezogen habe und noch ein zieht.
Zum belgischen To-esurleil Soeckers.
Berlin, 17. Febr. Zu dem Kontumazialurteil bei belgischen Kriegsgerichtes gegen den Schriftsteller Hoccker ist der Zentralstelle für Völkerrechtsverletzungen beim Truppenamt eine Zuschrift bei Oberreichsanwalts in Leipzig zugegongen, in der als Ergebnis mehrmonatiger Untersuchungen festgestellt wird, daß du 11. mobile Landwebrbrigade zu der die von Roeder geführte 6. Kompagwc deS Landwehrinfanteriercgi- ments Nr. 20 gehörte beauftragt war, das Gebiet bis zur Maas von Franktireurs zu säubern unb mit Baffe in der Hand betroffene Zivilisten auf Grund des BrrgadebcfedlS zu erschießen. Indem Major v. Hoccker einen am 18. August 19i4 im Gedöst Jungbuich bet Morernet auf dem Dachboden im Stroh versteckten Burs.hcn erschießen ließ, der ein geladenes belgische? Gewehr in der Hand hielt, hat Hoecker nur entsprechend diesem Befehl gehandelt.
Kämpfe in Syrien.
Beirut. 17. Febr. (Sanas.) Ja eure« Stadtviertel von Damaskus kam es zu Straße»- kämpfen; die Banditen hatten 10 Tote unb 10 Schlververwaadete. Bei der Säuberung dec Hermoamasilve, südlich der Straße Beirat- Damaskus, ergriff der Feind die Flucht unter Zurâcklaffung von 60 Toten.
Weiterer Abstieg -es Frankens.
London, 17. Febr. „Westminster Gazette" führt in einem „Versailles ober ßoearno" überschriebenen Leitartikel auS, das BertraucnSvotum, das Briand gestern erhalten habe, werde niemand über den Ernst der Lage in Frankreich irreführcn. Was werde da? Ende dieser Komödie sein? Der französische Franken sei wieder im Abstiege begriffen und es scheine unmöglich, irgend ein Zeichen einer Entwicklung zu scheu, das feinen Niedergang auf&altcn werde.