Seife 4
Mittwoch den 17. Februar
Nr. 40
Vom «FvSttSein vom SUmT
ZUM KSWsMWWKU.
Ei« Besuch im Kanauer Telephonamt.
Wohl nur wenige Menschen sind so heftiger Kritik ausgesetzt wie das „Fräulein vom Amt." Tausend Wünsche soll sie täglich erfüllen und macht sie nur einen Fehler, so gerät der Telephonierende, der am anderen Ende der Strippe hängt oft genug in Wutausbrüche und manchesmal faust der Hörer aus die Gabel mit einem Fluch, der, würde er gehört, todsicher die Beleidigungsklage nach sich ziehen wurde. Wer gezwungen ist, regelmäßig zu telephonieren weiß ein Lied von den Falschverbm- dungen zu fingen, aber es liegt meist nicht an der Telephondame, sondern am System, dem selbst die Nerven der routiniertesten Telephonistin auf die Dauer nicht gewachsen sind. Das soll sich nun ändern. Lus Amerika — dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten kam die
Erfindung des automatischen Fernsprechers des Telephons, das alles was Menschenhand bisher im Fernsprechbetrieb besorgte, nunmehr selbst ausführst Ein Apotheker, der sich wohl mehr als einmal über falsche Verbindungen geärgert haben mag, hat vor ca. 50 Jahren die Erfindung des automatischen Telephons gemacht. die nachdem sie ausgebaut worden, vor zwei Jahrzehnten auch in Deutschland von der Reichspost übernommen wurde. Anfangs bestand nur eine Versuchszentrale, die sich aber jo gut bewährte, daß eine ganze Reihe größerer Postämter bald zum automatischen Betriebe überging. Nunmehr soll auch das Hanauer Postamt eine autmnatische Telephonanlage erhalten.
Seit 5 Monaten ist man an der Arbeit das komplizierte Werk zu vollenden, und Ende des Monats können sich alle Telephonierenden von ihren „Telephondamen" verabschieden, dann ist jeder sein eigenes „Telephonfräulein" Die Rädchen mit den Ziffern sind ja schon angebracht und in zwei Monaten werden sie schnurren und jedermann sofort richtig verbinden. Es wird eine Lust sein zu telephonieren, denn Irrtümer find ausgeschlossen.
Bisher war das Hanauer Amt ein sogenanntes
Handmot.
Vor langen Schränken die wie Bienenwaben aussahen, saßen die Beamtinnen (in Hanau 12 Damen) nebeneinander und eine jede hatte eine bestimmte Anzahl Anrufer, etwa 100 zu bedienen.
lieber jedem Arbeitsplatz befinden sich die Stöpsellöcher aller Tellnehmer. Jedes dieser Löcher ist also bei 12 Beamtinnen 12mal wiederholst Den Tellnehmer des ersten Hundert kann jetzt die Beamtin Nr. 1 unmittelbar mit jedem Tellnehmer verbinden. Das Vielfachfeld — so nennt man die Bienenwabe — ist so ein- gerrchtet, daß die Hundertergruppen nebeneinander und übereinander liegen. Das Vielfachfeld einer Hundertergruppe besteht aus 10 nebeneinander und 10 übereinanoerliegenden Stöpsellöchern. Um die gesuchte Verbindungs- künke — das sind die Stöpseliöcher — zu erreichen, muß also die Beamtin den Derbin- dungsstöpsel heben, bis er sich in gleicher Höhe mit der Zehnerreihe befindet und ihn dann in wagerechter Richtung bis zu der betreffenden Derbindungsklinke führen.
jede Minute über eine Handarbeit hinweg an- sah, schüttelte den Kopf. Sie hatte anders ausgesehen, als sie ihren Aeltesten unter dem Herzen getragen hatte. Es mußte da etwas nicht richtig sein. Schon lange kam es ihr so vor, als ob die Ehe zwischen Wolfgang und Hedwig nicht die beste sei, aber sie konnte nichts Bestimmtes finden. Wenn sie in Jena war, dann war immer alles beim Alten. Wolfgang arbeitete fast den ganzen Tag im Bureau. Wenn er nach Hause kam, war er matt und abgespannt und beteiligte sich nur wenig an der allgemeinen Unterhaltung. Nur selten sprach er von geschäftlichen Dingen. Wer wenn es der Fall war, dann konnte er sich nur schwer mm Thema losreißen und er sprach von jeder Publikation mit derselben Begeisterung, mit der ein Kind vom ersten Schultag erzählt. Hedw'g ging still und ruhig ihren Hausfrauenpflich- ten nach. Sie hatte sich scheinbar an die Pedanterien ihres Mannes gewöhnt. Das Essen war auf die Minute fertig. Sie durfte in Gegenwart Dritter niemals im Schlafrock erscheinen, nicht einmal, wenn die Mutter an- wesend war. Keine Zeitung durfte an der falschen Stelle liegen und jeder Brief mußte noch am selben Tag beantwortet werden. Geschah es nicht, dann war Wolfgang imstande uno sprach zu Hause tagelang kein Wort. Das waren Eigenheiten, über die Frau Fasten- hamm jedesmal von neuem den Kopf schüttelte. Aber sie waren weiter nicht schlimm. Die Hauptsache war, daß Wolfgong brav und fleißig war, und das war er auch. Er war jetzt der erste Direktor des Verlags und bezog einen hohen Gehalt. Seine Geschichte des Armen- wefens — es sollte ein zwölfbändiges Werk werden, von dem bis jetzt zwei Bände erschienen waren — hatte Wolfgang einen ausgezeichneten Namen gemacht. Hedwig hatte feiner Mutter verraten, daß er für das Werk in ab- 'chbarer Zeit_ den Professorentitel erhalten werde; man dürfe aber mit Wolfgang unter keinen Umständen davon sprechen, er könne sonst sehr grob werden. Frau Fastenhamm
Beim
Selbslauschluß-Belrieb kommt es darauf an, die Bewegung der Hand der Beamtin in senkrechter und wagerechter Richtung von einer Maschine ausführen zu lassen, die von dem Teilnehmer selbst gesteuert wird. Beispielsweise wird Teilnehmer Nr. 83 gewünscht. Die Wählscheibe ist zunächst auf die Zahl 8 einzustellen. Seim Ablauf dieser Scheibe erhält der Wähler 8 Stromstöße und wird dadurch um 8 Schritte gehoben und zwar auf die achte Kontaktreihe, an der die Teilnehmer 80—89 angeschlossen sind. Sodann wird die Wählscheibe auf die Zahl drei eingestellt. Weitere drei Stromstöße drehen den Wähler um drei Schritte auf den dritten Kontakt, der zum Teilnehmer 83 führt. Nach Gesprächsschluß wird durch Anhängen des Fernhörers die Leitung stromlos gemacht.
Die Selbstanschlußeinrichtungen sind bei 100 Teilnehmern ziemlich einfach. Es genügt je ein Hebdrehwähler, der als Leitungswähler bezeichnet wird. Bei mehr als 100 bis zu 1000 Teilnehmern muß eine weitere Wahlstufe eingeschaltet werden, das heißt, zur Herstellung einer Verbindung sind drei Stromstoßreihen notwendig. Die erste Stromstoßreihe betätigt einen weiteren Hebdrehwähler, der dem Leitungswähler vorgeschaltet ist. Dieser Hebdrehwähler, auch Gruppenwähler genannt, hat die Ausgabe, aus den verschiedenen Hundertergruppen den zugehörigen Leitungswähler auszusuchen.
Bei mehr als 1000 bis 10 000 Teilnehmern wie wir es in Hanau haben, wo 2200 Teilnehmer an das Amt angeschlossen sind, kommt ein weiterer Gruppenwähler dazu, sodaß nunmehr erste und zweite Gruppenwähler vorhanden sind. Zur Herstellung einer Verbindung sind jetzt vier Stromstoßreihen (Wahlstufen) erforderlich. Die Apparate sind für den Laien wahre Kunstwerke an feiner Mechanik. In dem Raum in dem die 12 Gestelle die bis zur Decke reichen untergebracht sind, wird hinfort
nur eine Beamtin
sein. Etwaige Störungen werden chr durch Wecker und bunte elektrische Birnen angezeigt.
Das Telephonieren geht nun wie folgt vor sich: Zum Zeichen, daß der Tellnehmer mit dem Wählen beginnen kann, erhält er das Amtszeichen. Dieses besteht aus einem hohen Summerton, der sich im Takte kurz lang wiederholt, bis der Teilnehmer wählst Für den Fall, daß sämtliche Berbindungsorgane besetzt sind, ertönt im Fernhörer des Anrufenden das Besetztzeichen, ein tiefer ununterbrochener Summerton. Diese Zeichen können übrigens den hiesigen Teilnehmern durch die Vermittlungsbeamtinnen schon jetzt hörbar gemacht werden. Wenn der rufende Teilnehmer einen freien Teilnehmer gefunden hat, bekommt er als Zeichen dafür das Freizeichen, ein hoher sich in regelmäßigen Zeitabständen wiederholender Summerton. Dieser wird abgeschaltet, wenn sich der Tellnehmer meldet. Besetzte Anschlüsse werden mit dem Besetztzeichen angekündigt. Die Vorteile des neuen Systems liegen aus der Hand, hingewiesen sei nur auf die
Geheimhaltung der Gespräche und die stete Bereitschaft sowohl bei Tag wie bei Nacht, was besonders für die Landbevölke-
seufzte aus. Mit Wolfgang war ja wirklich nicht gut auszukommen. Er war im Laufe der letzten Jahre noch gröber geworden. Was ihm nicht zusagte, das versah er mit höhnischen Bemerkungen. Alles mußte nach seiner Pfeife tanzen. Was nickt nach seinem Wll'en geschah, darüber schimpfte er. Aber für Aufmerksamkeiten hatte er auch keinen Dank. Wie wenig aufmerksam er selbst war, das kam Frau Fastenhamm immer erst dann zu Bewußtsein, wenn sie wieder zu Hause war. So lange sie in Jena war, ergab es sich von selbst, daß sie sich ängstlich in die Hausordnung fügte, und die drehte sich ausschließlich um Wolfgang. Bei jeder Kleinigkeit mußte man fragen, ob es auch Wolfgang recht sei. Doch von einem wirklichen Streit zwischen Wolfgang und Hedwig hatte Frau Fastenhamm nie etwas gemerkt. Am Anfang der Ehe war Wolfgang mit seiner Frau höflicher und rücksichtsvoller gewesen als zu anderen, namentlich als zu feiner Mutter, aber im Laufe der Jahre änderte sich auch das und er behandelte jetzt Hedwig wie alle als etwas, das im Vergleich zu feiner Arbeit belanglos war. Frau Fallenhamm war es ausgefallen, daß Hedwig zu allen seinen Anzüglichkeiten und Ungerechtigkeiten schwieg, daß sie tat, als gälten sie nicht ihr. Es wäre ihr lieber gewesen, wenn sich Hedwig zur Wehr ge- fekt hätte. Sie hasse UA in Nefem 6!rm auA wiederholt zu ihrer Schwiegertochter geäußert. Doch die junge Frau hatte nur müde geantwortet: „Laß gut sein, Mutter, es hat ja doch keinen Zweck."
(Fortsetzung folgt.)
Kunst und Wissenschaft.
KünftteraneK-vlen.
Anatole France und die Badewanne.
Anatole France erhielt unzählige Bücher von begeisterten Freunden und von jungen Autoren. Jeden Morgen fand er in seinem Postkasten so viel Bände.
rung von Vortell ist. Die Anlage des Hanauer Amtes hat
ungefähr 300 000 bis 350 000 RM. gekostet.
Die Maschinen wurden von der Firma Siemens und Halske, Berlin geliefert.
Ein Vorteil der aber erst in einiger Zeit eingeführt werden wird, wird die
Schnellverbindung nach Frankfurt
fein. Der Verkehr über das Fernamt soll dann in Wegfall kommen und die Hanauer Teilnehmer können direkt mit dem Frankfurter Amt verbunden werden.
* Fahrpreisermäßigung für Jugendpflege- vereine. Die Geltungsdauer der von der Eisen- bahnverwallung für das Kalenderjahr 1925 ausgestellten Bescheinigungen (gelbe Karten) über die Anerkennung der Jugendpflegevereine zur Inanspruchnahme der Fahrpreisermäßigung ist, wie von zuständiger Seite mitgeteilt wird, bis zum 30. April 1926 verlängert worden.
* Jugendvereinsvorträge. Am kommenden Montag, abends 8 Uhr, findet in der Aula der Oberrealschule ein Vortragsabend über „Scheffel" statt. Herr Studienrat Jung wird über des Dichters Leben und Werke sprechen und aus dem „Trompeter von Säkkingen" und aus „Ekkehard" vorlesen. Zwei seiner bekanntesten Lieder „Alt Heidelberg, du feine . . ." und „Wohl auf, die Luft geht frisch und rein . . “ sollen gemeinsam gesungen werden.
* Eiu Betrüger, und Diebespaar das sick Schuhwarengeschäfte zum Opfer auserseben hat, machte zur Zeit eine Reihe von deutschen Städten unsicher. Inzwischen ist es gelungen, der Frauensperson in Plauen bei einer dort verübten Betrügerei habhaft zu werden. Das Paar verstand es, nachdem es sich eine größere Anzahl Schuhwaren zur Auswahl vorlegen ließ, den Inhaber oder die Inhaberin unter einem wichtigen Vorwande in einen Nebenraum zu locken und sich alsdann Waren anzueignen. Ein Kauf wurde niemals getätigt und nach Erreichung ihres Zieles verschwand das saubere Paar sofort. In anderen Fällen ging der Mann aus dem Geschäft fort, um sich angeblich Zigaretten zu holen. Die Frau wählte Waren aus und zahlte eine Kleinigkeit an mit dem Bemerken ihr Mann würde bei seiner Rückkehr die Restsumme bezahlen. Natürlich erschien der Betreffende nicht wieder. Es handelt sich in all diesen Fällen um den vermutlichen Reisenden Max Söll, geboren am 2. Februar 1903 in Lüpplinge Kreis Helmstadt. Er wird wie folgt beschrieben: 1.70 Meter groß, schmächtige Statur, hellblondes Haar, bartlos
und war bekleidet mit dunkelgrünem Anzug, Lackschuhen, braunen Strümpfen und Mütze. Er spricht Hanârrger oder Berliner Dialekt.
Sachdienliche Mittellungen erbittet die hiesige Kriminalpolizei.
* Preuß. Slafsenlokterie. Am 11. Ziehungstag wurden u. a. folgende Nummern gezogen (ohne Gewähr): 7253 70926 79643 89147 105854 105865 143042 207019 244337 268617 268647.
* Sunstgewerbeverein Hanau. Wir machen nochmals auf den morgen abend 8 Uhr in der Aula der Staati. Zeichenakademie stattfindenden Vortrag des Herrn Professor Dr. Hülsen- Frankfurt über den Empirestil aufmerksam.
* Eine Fahrt ins Blaue veranstalten die Mitglieder unseres Stadttheaters am 6. März in der Centralhalle. Das diesjährige Künstler- fest, das ganz außerordentlich zu werden verspricht, findet unter dieser Devise statt.
daß er befürchten mußte, unter der Fülle zu ersticken. Er befreite sich aus dieser Gefahr auf eigene Art. Nachdem er ine morgendliche Post gesichtet hatte, ordnete er an, den Rest in die Badewanne zu legen. Seiner natürlichen Bestimmung wurde dadurch das Bad enthoben. Monsieur Brousson, sein Sekretär und Versasier des Buches „Anatole France lui-méme" läßt ihn folgendermaßen erzählen: „Wie jedes Ding schließlich feine Bestimmung findet, so diente meine Badewanne, die ich nicht benutzen konnte, als Lagerraum für die Bücher, mit denen ich überschüttet wurde. Wenn sie voll war, kam ein Antiguar und leerte sie. Wir hatten einen Preis vereinbart: ohne Rücksicht auf die Autoren oder den Charakter der Bücher — 50 Fr. pro Badewanne. Als er zum ersten Mal erschien, zitterte ich etwas vor dem Geschäftsabschluß. Ich dachte, 50 Franken sind eigentlich nicht viel für den Abtransport einer solchen Masse von Mödsinn. Er würde mir mindestens 100 vorschlagen. Aber ich war sehr überrascht, als er plötzlich eine Banknote aus der Tasche zog — ich hatt« mit eingebildet, ich hätte an ihn zu zahlen!"
Das Korkzieherbein.
Samuel Foote, der bekannte englische Schauspieldichter, der im 17. Jahrhundert lebte, brach bei einem Sturz mit dem Pferde ein Bein, so daß es ihm abgenommen und durch ein hölzernes mit Haaren aus- gestopftes ersetzt werden mußte. Sein heiterer Sinn verschmerzte bald das Unglück so vollständig, daß er über seinen Stelzfuß selbst scherzen konnte.
Einmal saß er in einem Gasthause bei einer Flasche Wein mit einigen anderen Gästen. Da drängte sich ihm ein unbekannter Großsprecher zu, und obwohl er den Dichter gar nicht kannte, stieß er mit feinem Glase, so oft er trank, mit ihm an und bestand darauf, daß er ihm zu Gefallen auch jedesmal sein Glas leeren sollte: „Ein Lump, wer einen Tropfen im Glase läßt!" rief er stets. Foote bekam diesen zudringlichen Menschen bald satt, ergriff einen Korkzieher, hielt ihn dem Bramarba- unter die Nase und rief mit grimmiger Miene: „Ein Lump, wer sich nicht diesen Korkzieher da ins Bein schraubt!"
Der Zudringliche hielt das für Sckerz, aber Foote
* Einnahmen durch den Verkauf von Obff^? Jahre 1925 sind den Gemeindekassen des Regier,,,,," bezirks Cassel durch den Verkauf von Obst i^ samt 467 803.14 Mk. zugeslossen (gegen 571 Mark im Jahre 1924). Davon entfallen auf L Kreis Hanau-Land 9682.66 Mk. (8456.00 Mk) ? Kreis Gelnhausen 22 182.72 Mk. (12 825.78 W den Kreis Schlüchtern 10018.40 Mk. (9188.35 Ulf’ Die höckste Einnahme hat der Kreis l)ofgeismar 73 941.35 Mk. (86 655.30 Mk.) und die geringste Kreis Hünfeld mit 549.20 Mk. (4028.65 Mk.) zuweisen. Die eingeklammerten Zahlen sind die M erlöse im Jahre 1924.
Wetterbericht.
Frankfurt a. M, 16. Febr. Die verstärkte S« westströmung hat unser Gebiet stark überflutet in der vergangenen Nacht und im Laufe des heutige Vormittags beim Zusammentreffen mit kaltem Luft zu Regenfällen geführt. Mit dem Verschlug,, den der faßen Lust haben die Niederschläge g® I gehört. An der Rückseite der vorbeigezogenu, Druckstörung hat die Bewölkung abgenommen, h | daß in der kommenden Nacht mit verstärkter Ar- strahlung und somit auch mit erneuter Bild» von kälterer Luft zu rechnen ist. Da von WM her wieder eine vorübergehende Verstärkung wannen Lufttransportes eintritt, so sind erneust Niederschläge wahrscheinlich.
Vorhersage bis Mittwoch abend: Wolkig, tM ! weise bedeckt, stellenweise Regen, Tagestemperatum wenig verändert südwestliche bis westliche Winde, Aussichten bis Donnerstag abend: Andauern du trüben Witterung.
Kus vast und Fee«.
Frankfurt a. HL, 16. Febr. In einem Hach in der Bockenheimerlandstraße wurden bei einem Wohnungseinbruch ein 12teiliges Silber, besteck, goldene und silberne Uhren, ein Plâ kollier und andere Schmuckstücke im Gesamtwerte von etwa 4500 Mark gestohlen. Auch in der Eschenheimerlandstraße, in der Schweizer, straße, Am Tiergarten und in einer Badeanstalt wurden zahlreiche Einbrüche bezw. M. stähle verübt.
Frankfurt a. 2tL, 16. Febr. Im Vorort Seth bach wurde der Gärtner Hürthe, der einen größeren Geldbetrag mit sich führte, auf dem Wege nach seiner Wohnung von einem Unbekannten, der ihm Pfeffer in die Augen streute, überfallen. Durch die Geistesgegenwart und Hilferuse des Ueberfallenen konnte der Raub noch vereitelt werden. — In der Forsthausstraße wurde einem Kaufmann von drei unbekannten Männern unter Vorhaltung von Holzknüppeln das Geld abverlangt. Der Ueber- fallens markierte das Ziehen einer Schußwaffe, worauf die Banditen die Flucht ergriffen.
o_________ —-u-„. Lassest 16. Febr. Der niederhessische LaA
en und Mutze, fchaftsmaler Friedrich Kennel ist hier gestern kurzer Krankheit im Alter von 54 Jahren gestorben.
Mta in tau o. M.
Ecke Marktplatz-Römérstraße
Kassenstunden 8—12‘.'s Uhr und 2—4 Uhr
Samstags 8—12'/, Uhr.
Annahme von Spareinlagen zu bestmöglichen Bedingungen.
1308o
schraubte richtig seinen Korkenzi-eher, ohne auch nur eine Miene zu verziehen, in sein hölzernes Bein. Sein Vortrinker, über den merkwürdigen Mann erstaunt, der ohne Zucken so etwas tun konnte, wagte es nicht, im Nachschrauben zaghafter zu sein« als Foote im Nachtrinken gewesen war. Er setzte den Korkzieher auch an sein Bein und schraubte mit verbissenem Schmerze. Kaum hatte er einmal um- gedreht, als er einen lauten Schmerzensschrei nicht unterdrücken konnte.
„Ei, zum Henker!" rief Foote „Haltet ein! sehe, daß Ihr kein hölzernes Bein habt wie ich!"
Da merkte der Bramarbas, daß er an den Unrechten, und zwar an den witzigen Schauspiele' Foote gekommen war und schlich unter dem W der Gäste kleinlaut und beschämt hinaus.
Verdi und der Kritiker.
Verdi hatte gerade die Partitur zum „Traube dour" vollendet, als er den Besuch eines angesehenen musikalischen Kritikers erhielt. Verdi zeigte ihm die Partitur und spielte ihm am Klavier den Schmiede' chor der Zigeuner vor.
„Was sagst Du dazu?" fragte er den Kritiker.
Ein verächtliches „Pah!" war alles, was der K«' tiker über die Lippen brachtè'.
Verdi rieb sich schmunzelnd die Hände, spielte m zweites Stück und stellte erneut die Frage: „un was sagst Du zu diesem Stück?"
Ein noch mürrischeres „Pah!" war die miHzuverstehende Antwort. Verdi aber sprang und umarmte in freudiger Aufwallung den gnügten Kritiker, der sich mit einem ärgerliche „Was soll das Heißen?" der Umarmung entzog.
„Lieber Freund," rief der Meister, „ich habe Volksoper geschrieben mit dem einzigen Wunsch, Welt, nur nicht den großen Bonzen der Kritik, denen du auch gehörst, zu gefallen. Hätte dir me Musik gefallen, so wäre sie jedem anderen unv st stänrlich gewesen. Dein „Pah!" beweist mir, mir mein Werk gelungen ist. Verlaß dich darar in drei Monaten wird der „Troubadour" in Italien gesungen, gepfiffen, gedudelt und g#n werden." T • ''