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Dienstag den 16. Februar

Nr. 39

* Baural Hermann Wohlfarih -f-. Gestern hat der Tod-den weit über die Grenzen unserer tot ab t hinaus bekannten Baurot Hermann Wohlfarth im Alter von 79 Jahren aus dieser Zeitlichkeit abgerufen. Mit dem Verstorbenen ist ein Mann dahinaegangen, der stets das Vor­bild eines treuen, pflichtbewußten Beamten und eines opferfreudigen und tatkräftigen Bürgers war. Sein Name, der an jene güte alte Zeit erinnert, die noch nicht durchsetzt war mit öoem Parteigezänk, galt etwas. 11 nb wie sein Name als Beamter bekannt war, so segensreich war auch sein stilles, der Wohltätigkeit und der Pflege des Bürgersinnes gewidmetes Wirken. Hermann Wohlfarth wurde am 1. Juli 1897 als Landesbauinspektor mit dem Titel Königl- Baurat von Gelnhausen nach Hanau versetzt und hat als solcher bis zu seiner im Jahre 1920 erfolgten Versetzung in den wohlverdienten Ruhestand gewirkt. Nach dieser Zeit besorgte er die Vaugeschäste des Landgrafen von Hessen- Vierzehn Jahre lang (19041918) war er vom Vertrauen seiner Mitbürger gewählt, Stadt­verordneter, als solcher in verschiedenen Kom­missionen tätig, wo er eine maßgebende Stel­lung einnahm und die Arbeiten mit regster Auf- merf samt eit förderte. In den Jahren 1911 bis 1918 vertrat der Verstorbene als nationallibe­raler Landtagsabgeordneter den hiesigen Kreis. Nicht minder fegens- und erfolgreich wirkte er M hiesigen Roten Kreuz, dessen erster Vorsitzen­der er war. Große Verdienste erwarb er sich »etter während des Krieges mit der Gründung und Leitung der Kriegsfürsorgestelle in der Concordia". Der Name des Verstorbenen wird in steter Erinnerung bleiben, weil sein Träger eine Persönlichkeit war.

* Jugofi-Messe. Freitag, 19. Februar, be­ginnt in Stuttgart die Fruhjahrs-Jugosi-Edel- mefle und dauert bis einschließlich Dienstag, 23. Februar 1926.

Aus Hab und Seen.

Niedergründau, 15. Febr. (Wilhelm Busch-Abend.) Unter regster Beteiligung aus allen Kreisen unserer Einwohnerschaft hat die hiesige Schule am Sonntag im Saale des Herrn Landmann einen Wilhelm Busch-Abend veranstaltet. Erfreulicherweise hatte sich der hiesige GesangvereinHarmonie" in den Dienst der Sache gestellt und den Abend durch den Vortrag verschiedener Chöre verschönen helfen. Nach einem tadellos zu Gehör gebrach­ten Eingangschor und einigen kurzen Bemer­kungen aus dem Leben des Mtsslers der Kar- rikatur und der humorvollen Dichtung wurden im Lichtbild die Meisterstücke BuschsMax und Moritz",Hans Huckebein, der Unglücksrabe", Das Bad am Samstag Abend" undDas Pusterohr" gezeigt. Bilder und Tert lösten den Koßten Beifall' aus. Der zweite Teil des Abends brachteeuvas" für den Obstbaum- Nichter und Landwirt, nämlich eine SerieDer Obstbaum-Schnitt" und eine weitere über ,Lali und Kalidüngung". Der letzte Test führte mit einer Reihe Passionsbilder bedeutendster Mei­ster in die diese Woche beginnende Passions- geit ein.

Frankfurt a. 2H 15. Febr. In der Rotteck- ftraße entstand am Sonntag vormittag in einem Hause ein Kellerbrand, der jedoch von der Feuerwehr schnell gelöscht wurde. Dabei fiel zwei Hausbewohnern auf, daß ihre Keller erbrochen und die vorhandenen Weinoorräte gestohlen waren. Die Einbrecher haben dabei anscheinend Jie in einer Ecke liegende Putz­wolle zur Entzündung gebracht.

Frankfurt a. UL, 15. Febr. Wegen Münz­verbrechens wurden der Maschinenschlosser

außer dem Kapital, das sie in dem Atelier stecken hatte, noch so viel Geld besaß, das hatte er nicht geahnt.

Soffen wir das", sagte er nach einigem Nachdenken.Sie haben sich die Sache nicht ordentlich überlegt, sonst könnten Sie mir einen solchen Vorschlag nicht machen. Sein ganzes Kapital in ein verlorenes Unternehmen stecken, das tut kein vernünftiger Mensch."

Sie werden beleidigend, Direktor. Ich mache einen solchen Vorschlag nicht, wenn ich chn zuvor nicht reiflich überlegt habe. Ich Halle das Deutsche Theater für keine verlorene Sache. Im Gegenteil."

Auch nachdem Sie die Verhältnisse genau kennen?

Auch nachdem."

Der Direktor schüttelte noch immer ungläu­big den Kopf. Schließlich meinte er:Daß Sie Liebe zum Theater haben, das weiß ich, auch daß Sie ein prächtiges Mädel sind, davon habe ich mich überzeugt, aber daß einer aus purer Gutmütigkeit sein ganzes Geld herschenken will, das kann ich nicht begreifen."

»Lieber Freund, Sie gehen von ganz fal­schen Voraussetzungen aus. Erstens denke ich nicht daran, mein ganzes Geld herzuschenken. 200 000 Mark sind nicht mein ganzes Geld. Meinen Anteil am Atelier möchte ich nicht um eboenfoviel verkaufen. Und zweitens schenke ich nichts her. Ich hoffe sogar, daß sich das Kapital sehr gut verzinsen wird. Also Sie sehen, aus purer Gutmütigkeit tue ich nichts."

(Fortsetzung folgt)

âunst und Wissenschaft.

SladNheater Kana«.

Carmen".

In der zweiten Ausführung derCarmen" am Sonntag fang die Partie des Don Jose Herr Benno Arnold; sonst war die Rollenbesetzung unver­ändert geblieben. Zunächst muß anerkannt werden,

Die Auslandsreise des KreuzersHamburg".

Der kleine KreuzerHamburg" hat, wie schon berichtet, am 14. Februar die Reede von Wilhelmshaven verlassen. um eine Auslandsreise von einer 15monatigen Dauer anzutreten. Unser Bild zeigt den KreuzerHamburg" bei der Ausreise.

Walter Schmidt und seine Geliebte, die Arbei­terin Johanna Keidel, verhaftet. Schmidt hat falsche Zweimark-Reichsstücke mit den Münz­zeichen A, D, F und G 1925 angefertigt und diese gemeinschaftlich mit seiner Geliebten in den Verkehr gebracht.

Mainz, 15. Febr. Der 14jährige Sohn eines hiesigen Eisenbahnbeamten, ein höherer Schü­ler, erschoß gestern seinen Vater, der den Jungen wegen eines Vergehens körperlich züchtigen wollte, mit einem Revolver. Der Schuß ging in den Unterleib und hatte den so­fortigen Tod des Getroffenen zur Folge. Der jugendliche Vatermörder kam in Haft.

Mainz, 15. Februar. Ueber die völlige Schließung des Mainzer Domes wird gemel­det, daß die Frage der Schließung des Domes in einer gemeinsamen Sitzung des Domkapi­tels und der Bauleitung eingehend besprochen wurde. Professor Dr. Rüth beantragte die Schließung vor allem mit Rücksicht auf die Ge­fahren, die bei der Fundamentierung entstehen können. Bei dec zu leistenden Riesenarbeit könne man nicht dafür einstehen, daß nicht Er­eignisse eintreten, die den Dom gefährden. Nach langer Aussprache wurde schließlich der Beschluß auf völlige Schließung des Domes gefaßt. Die Unterfangungsarbeiten werden bereits heute beginnen. Hoffentlich gelingt es, dieses Kunstwerk der Menschhell zu erhalten.

Dieburg, 15. Febr. Der Kreistag hat in seiner letzten Sitzung mit allen gegen zwei Stimmen beschlossen, gegen die beabsichtigte Aufteilung des Kreises Dieburg schärfsten Protest erhoben.

Aus aller

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Ein Tanzrekord._____

Vor wenigen Tagen hat ein gewesener Ge­mischtwarenhändler aus Metz, "der 39jährige Charles Nicolas, in Paris einen neuen Tanz­rekord ausgestellt und damit seinen eigenen verbessert. Er hatte es früher schon auf 125 Stunden Tanz gebraut und setzte es sich in den Kopf, den Rekord auf 130 Stunden zu erhöhen. Das ist ihm nun geglückt. Das Tanzunter­nehmen ging in einem Lokal in der Gegend der Porte Maillot vor sich. Die Veranstaltung war schon deshalb eine Sehenswürdigkeit, weil Nicolas wenigstens vor Beginn des Tanzes

daß Herr Arnold feit feinem Auftreten als Max im Freischütz" bedeutende Fortschritte gemacht hat. Fleißige Arbeit an Stimme wie strebsames Bemühen um Natürlichkeit im Spiel sind unverkennbar. Im Spiel steilich ist ihm sein Kollege Herr Parey noch überlegen; dieser besitzt eine größere schauspielerische Technik im Gestalten der Charaktere und vermag durch eine unbestreitbar sichere und natürlicher wir­kende Art des Sichgebens seinem Jose mehr Ueber- zeugungskraft zu verleihen. Herrn Arnolds Arbeiten auf diesem Gebiete zeigen, daß er sich mit der Rolle des Don Jose liebevoll beschäftigt hat, und man kann ihn zu weiteren, schärsster Selbstkritik unterzogenen Stuiüen nur ermutigen der Weg zum Erfolge 'st immer lang und beschwerlich, am Ziel sein aber heißt Künstler sein. Im Ganzen genommen war sein Don Josè eine achtbare schauspielerische Leistung; nur muß er sich noch mehr um die Feinheiten bemühen, die, an sich weniger bedeutsam im Ganzen, der Charaktergestaltung aber erst eine persönliche und über eugende Note geben. So möchten wir im vor­liegenden Falle an die Technik der Kopfhaltung und -Bewegung erinnern. Stimmlich dagegen ist Herr Arnold Herrn Parey überlegen. Er besitzt mehr Metall, bildet vor allem seinen Ton leichter und un­gezwungener wohl in der Hauptsache das Er­gebnis vortellhafter Ausbildung und was zu größten Hoffnungen berechtigt, sein Ton blüht oft in einer weichen und warmen Färbung ganz wunder­bar auf, das Charakteristikum einer so seltenen echten Tenorstimme, deren sorgsame und kluge Pflege un­geahnte Zukunft verheißt. Gelingt es Herrn Arnold und das ist ihm durch ernstes, zähes Studium sehr wohl möglich das schauspielerische Können z. B. feines Kollegen Parey mit seinem eigenen stimm­lichen Können zu einer Synthes« zu verschmelzen, dann ist er ein großer Künstler. Also Mut und Geduld auf dem dornigen Wege der Kunst ihrem strebsamen Jünger! Der reiche Beifall des Publi­kums gilt dem schon Erreichten; die Watte der Kritik weisen den Weg zur Höhe ernsten und reifen Künst­lertums, dessen schwere Anforderungen nur stahl- harte, in strengster Selbstzucht und Arbeit gefestigte Charaktere erfüllen können.

hundertvier Kilo wog und in dem weißen Baumwollkittel, den er beim Tanz an hatte, alles eher als graziös aussah. Der tanzfreudige Gemifchtwarenhändler tanzte Foxtrott, One- step, Tango und Walzer, wobei die Tänze­rinnen jedesmal wechselten. Als guter Loth­ringer bevorzugte Nicolas den Walzer. Per Stunde bekam er eine Ruhepause von fünf Minuten zugebilligt, aber in den ersten fünfzig Stunden machte er davon wenig Gebrauch. Seine Nahrung bestand während des Tanzens aus Beefsteaks, einem Dutzend Eiern und drei Liter Milch täglich. Von Zeit zu Zeit trank er, ohne aufhören zu tanzen, Vochywasser, aber nicht mehr als anderthalb bis zwei Liter inner­halb vierundzwanzig Stunden. Bei seinem vo­rigen Rekord von 125 Stunden nahm Nicolas elf Kilogramm ab. Wie viel er diesmal an Ge­wicht verlor, ist noch nicht bekannt. Er ver­brauchte acht Tänzerinnen, zwei Orchester und eine Unzahl Grammophonplatten, die an die Reihe kamen, wenn die Orchester bei Nacht ver­stummten.

Rundfunk-Programme.

Dienstag, 16. Februar: 3.304 Die Stunde der Jugend:Vom Leben und Weben in der Natur", vorgetragen von Herrn Lehrer Karl Stricker. 4.15 bis 5.45 Konzert: Die klassischen Walzer. 5.45 bis 6.15 Die Lesestunde: Aus dem RomanPitt und Fox" von Friedrich Huch, Sprecher O. W. Studt­mann. 6.156.45 Uebertragung von Cassel. 6.45 bis 7.15 Fimthochschule Frankfurt a. M (Abt. Ge­sundheit-wissenschaft, unter Leitung d. Stadtge- fundheitsamtes):Die Reichsgefundheitswoche", Vortrag von Stadtmedizinalrat Dr. Fifcher-Defoy.

7.157.45 Funkhochschule (Abt. Völkerkunde):Die Grundlagen der chinesischen Kultur VI", Vortrag von Herrn Prof. Wilhelm. 7.458.15 Funkhoch­schule (Abt. Naturwissenschaft, Senckenbergvortrag): Die wirbellosen Tiere", Dortrag von Herrn Dr. W. E. Ankel. 8.15 Gastspiel des Stadttheaters Offen­bachDie Fafchingsfee", Operette in drei Akten von Emmerich Kalman.

Mittwoch, 17. Februar: 3.304 Die Stunde der Jugend: Aus dem Buch der Sage und Geschichte, vorgetragen von Herrn Rektor Wehrhan. 3.305 Konzert: Glinka 55.30 Die Bücherstunde 2. 5.30 bis 6Unter Kammerunnegern", Vortrag von Frau Dr. H. Elbert. 6.157.15 Stunde des Rhein- Mainischen Verbandes für Volksbildung. 7.15 bis 7.45 Schachstunde. 7.458.15 Beamten-Fortbildungs- kurfus. Referent: Dr. Fritz Neumark. 8.159.15

Es fei auch nochmals des Chores gedacht, dem wiederum wirkungsvolle Leistungen gelangen, die alle technisch wie musikalisch von fleißigen Vorberei­tungen Zeugnis ablegen. Hübsch war der kleine Knabenchor beim Auszug der Wache; die Jungens waren mit einem Eifer bei der Sache, der den kleinen Sängern alle Ehre macht. Packend gelang dem Chore das Bacchanal des zweiten Aktes; dies­mal war diese Chorleistung viel freier und dem Ge­gebenen entsprechend nicht zu konzertmäßig.

Herr Camp ell musikalische Leitung wirkte diesmal besonders bei der Ouvertüre viel ruhiger; gewandt versuchte er die Schwierigkeiten in der Orchesterleitung durch den Souffleurkasten ist der Orchesterraum in zwei Teile getrennt da­durch zu umgehen, daß er ohne die Liniensührung des Ganzen zu stören, nach der jedesmalig beteiligten Seite hin seinen Intentionen unauffällig für das Publikum für das Orchester trotzdem in klarer Zeichnung Deutung verlieh. Es geht also doch!

Der Gesamteindruck der Aufführung erfolg­reich« Spielleitung Herr Drechsler war im Gan­zen viel besser als die (Erstausführung. Das Pulüi- kum zollte reichen Beifall; auch an Blumen fehlte es nicht. Dr. E. H.

o Skadklheater. Heute Dienstag, nachmittags 3 Uhr, gelangt zu kleinen Preisen von 50 Pfg. bis zu 1.50 Mk. zum ersten Male das Kinder­märchenDas tapfere Schneiderlein" zur Auf­führung. Es wird nochmals darauf hinge­wiesen, daß heute abend 7% Uhr als 22. Vor­stellung im Dienstag-Abonnement die letzte Aufführung der OperetteDie Fafchingsfee" von Kalman stattfindet. Der Zutritt zu dieser Vorstellung in Maske und Kostüm ist gestattet. Morgen Mittwoch, nachmittags 3 Uhr, wird zu kleinen Preisen das Kindermärchen Das tapfere Schneiderlein" zum letzten Male wiederholt. Abends 7% Uhr geht als 22. Vor­stellung im Mittwoch-Abonnement die Oper Carmen" in Szene. Die Titelpartie singt Frl. Nadine Galla. Am Freitag, abends 7)4 Uhr, wirdCarmen" wiederholt.

Uebertragung von Cassel. 9.1510.15GenhsT- Fanny Elßler", Drama von Jakob Wassern«^

Donnerstag, 18. Februar: 3.304 Die Stod­der Jugend: Herz'ge Geschichten von heilwen ten, vargetragen von Mittelschullehrer W. KlöpZ 4.155.45 Konzert: Neue Tanzschlager. 5.45 Die Lesestunde: Aus denBriefen aus der fa». zöfischen Revolution" von Rëtif de la Breton»« Sprecher: O. W. Studtmann. 6.156.45 Ueber' tragung von Cassel. 6.457.15 Funkhochs^^ (Sozialwissenschaft):Hauptbegründer der Elektrk tütsindustrie (Werner v. Siemens, Emil und Walk Rathenau)", Vortrag von Prof. Dr. Küntzel. 7y bis 7.45 Italienischer Sprachunterricht. 7.458.15 Stunde der Frankfurter Zeitung. 8.159.15 U, italienische Musik. 9.1510.15 Zeitgenössische italif, nische Musik. Anschließend bis 12 Uebertragung M Berlin: Tanzmusik der Kapelle Rapèe.

SW MMWWUM

Bekanntmachung.

Die Reichsbahndirektion Frankfurt a. & beabsichtigt den Umbau der Mainbrücke bei Klein-Steinheim in Kilometer 21,424 bet Strecke Frankfurt (M.)Bebra vorzunehmen. Der Entwurf (Plan) liegt während eines Zeit­raums von 14 Tagen, gerechnet vom Tage des Erscheinens dieser Bekanntmachung, im Ge­schäftszimmer Nr. 195 der Polizei-Direktion zu jedermanns Einsicht offen. Innerhalb bei Offenlegungsfrist steht es jedem Beteiligten frei, im Umfang feines Interesses bei der Polizei-Direktion Hanau Einwendungen gegen den Entwurf schriftlich oder mündlich zu Pro­tokoll geltend zu machen. 51

Hanau den 13. Februar 1926.

Der Polizeidirektor. I. V.: Dr. Rie di geh

Viehseuchenpolizeiliche Anordnung.

Zum Schutze gegen die Maul- und Klauen- seuche wird aus Grund des §§ 18 ff. des Vieh- feuchen-Gefetzes vom 26. Juni 1909 R. 0. Bl. S. 519 mit Ermächtigung des Herrn Ministers für Landwirtschaft, Domänen und Forsten folgendes bestimmt:

§ 1.

Infolge Neuausbruchs der Maul- und Klauenseuche in den Gemeinden Grona«, Langendiebach und Niederrodenbach, sowie des Erlöschens der Maul- und Klauenseuche in den Gemeinden Hochstadt und Fechenheim ändere ich den § 1 meiner viehseuchenpolizei­lichen Anordnung vom 1. Februar 1926 - Hanauer Anzeiger" Nr. 29 vom 4. Februar 1926 hiermit wie folgt ab:

(§ 1). Die Gemeinden Roßdorf, Rückingen. Bruchköbel, der Gutsbezirk Baiersröderhof der Steinweg der Gemeinde Langen'elbold vom Markt bis zur Kreuze, der Bruderdie­bacherhof daselbst, die Gemeinden Ravolz­hausen und Butterstadt, sowie die Gutsbezirke Kinzigheimerhos und Wilhelmsbad, ferner die Gemeinden Gronau, Langendiebach und Niederrodenbach bilden je einen Sperrbezirk.

§2.

Die vollständig hiernach erlassene Be­kanntmachung vom heutigen Tage ist in den Gemeinden Roßdorf, Rückingen, Bruchköbel, den Gutsbezirk Baiersröderhof, Bruderdie­bacherhof, den Gemeinden Langenselbold, Ravolzhausen, Butterstadt, Gronau, Langen­diebach, Niederrodenbach, sowie den Gutsbe­zirken Kinzigheimerhos und Wilhelmsbad be­kannt gemacht worden und kann auf bett Bürgermeisterämtern daselbst oder bei mir eingesehen werden.

Hanau den 15. Februar 1926. $

Der Landrat. Kaiser.

o Theaterskandal in Breslau. Eine« Theaterskandal, wie ihn Breslau feit undenk­licher Zeit nicht erlebt hat, entfesselte am Samstag am Thaliatheater die Aufführung des Goldonifchen Lustspiels:Der Diener zweier Herren", das dis Inszenierung Rena­to Mordos zu einer wilden Clownerie machte, zu der offenbar das verhängnisvoll wirkende Vorbild des russischen Theaters die irreführende Anregung gegeben hat. Hier wurde die Schauspielkunst zur Akrobatik, das Theater, wie manche Zuschauer meinten, p dem, was es früher gewesen sei, zum Zirkus- Der harmlose Humor des alten Lustspiels wur­de unter einer törichten Szenerie und schau­spielerischen Exzentrik, die ihren Zweck völlig verfehlte, erdrückt. Am Schluß des ersten Aktes brach der Unwille des Publikums in Pfeiff Zischen, Trampeln und Protestrufen los, jede schüchterne Belfallsreguag kleiner Gruppen er­stickend. Beim Beginn des zweiten Aktes er­hob sich ein unbeschreiblicher Tumult, bei dem sich Die Schauspieler kein Gehör verschaffe« konnten. Wilde Rufe, von Pfeifen begleitet, forderten:Vorhang herunter, nicht weiler­spielen!" Die Dramatische Wirkung des Vor­ganges verstärkte sich durch die Gegen­demonstration der auf der B ü h versammelten Darsteller. Schließlich erschien Herr Renato Modo, der, schwer ver­ständlich, etwas von ernster Kunst verlame« ließ, die man achten solle, und der die Wider­sacher auffarbeite, das Theater ruhig zu fer' lassen. Darauf fiel der Vorhang. Ein großel Teil des Publikums, das von dieser Art deiner Bühnenkunst nichts wissen will, vcOm das Theater. Dann konnte endlich der zweit Akt und damit das Stück zu Ende gefP,cM werden.

Voreilig.Nicht wahr, Vater, du hast dich auch mit Muttern auf dem Maskenball verlobt^ Hast recht, mein Junge, aber schon vor der Maskierung)"