201. Jahrgang
Hanauer W Anzeiger
GeneraL-Anzeiger für die Kreise Kanarr Stadt und Land.
(Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Ferniprech-Anschlutz Nr 1237 und 1238.
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Nr. 39 Dienstag den 16. Februar 1926
Drummonds Mission.
Der Generalsekretär des Völkerbundes, Sir Eric Drummond, hat gestern nachmittag im Auswärtigen Amte die Besprechungen mit Außenminister Dr. Stresemann und Staatssekretär Dr- Schubert ausgenommen und wird Sie Frühstücksgast des Reichskanzlers fein.
n Besuch bedeutet den Auftakt zu dem feierlichen Zeremoniell der Aufnahme Deutfch- lands in den Völkerbund. Daß es am 8. Marz in Genf feierlich hergehen soll, ist durch die gestrigen Besprechungen Sir Eric Drummonds mit den Vertretern des Auswärtigen Amtes bestätigt worden. Die Vollverfaminlung wird wie gewöhnlich in der Reformationshalle tagen, da man allgemein der Ansicht ist, daß die Feierlichkeit der geplanten Handlung leiden müßte, wenn man die Versammlung, wie ursprünglich vorgeschlagen war, in einem andern Gebäude abhalten wollte. Obgleich es sich um eine außerordentliche Versammlung handelt, ist doch damit zu rechnen, daß alle Lölkerbundsmitglieder vollzählig Delegationen senden werden. Man geht sicher nicht fehl in der Erwartung, daß der englische Außenminister Sir Austen Chamberlain, der französische Ministerpräsident und der Ministerpräsident der Tschechoslowakei Dr. Benesch an« wesend sind. Der Außenminister Dr. Stresemann wird die deutsche Delegation führen und Deutschland in der ersten Ratssitzung vertreten, in der wir den uns gugebacgten ständigen Sitz ausfüllen. Ob der deutsche Reichskanzler durch seine Teilnahme dem deutschen Interesse an dem feierlichen Akt noch besonderen Ausdruck verleihen wixd, ist noch eine offene Frage. Auf jeden F grüffungsreben und Antworten gèm werden und Sir Eric Drummond ist nach Ser ihr gekommen, um das Programm mit dem Auswärtigen Amt zu vereinbaren. Daneben kommt die Besetzung der uns zufallenden Stellen im Generalsekretariat des Völkerbundes zur Sprache. Es wird feftgestellt werden, welche Stellen für Deutschland in Betracht kommen und es wird erst dann möglich sein, ^r Lösung der Personenfrage näher zu treten. Es ist noch erinnerlich, daß der Generalsekretär des Völkerbundes es abgelehnt hat, feine Wahl ourd) private Kandidatenlisten beeinflussen zu lassen. Er hat stets loyal daran festgehalten, daß er einzig und allein mit dem Auswärtigen »linse über die Besetzung der Stellen verhandeln könne. In diese Verhandlung ist man ' ' eingetreten und man kann gewiß' se' ' " Auswahl ohne jede politische Pa^„^,„. loutgluh nach dem Gesichtspunkt der sachlichen Wuchtigkeit und Eignung getroffen werden wird.
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Unabhängig von dem Besuche Sir Eric urummonbs bleiben die großen politischen »ragen, die durch den Eintritt Deutschlands m den Völkerbund — nicht von uns. wohl aber bon anderer Seite — aufgeworfen worden Imo, noch in der Schwèbe. Polen ist mit allen "ur erdenklichen Mitteln weiter bemüht, sich Aeichzeitig mit Deutschland einen ständigen âtssitz zu erkämpfen. Wer die polnischen Methoden kennt, wird nicht einen Augenblick varau zweifeln, daß die gegenwärtig im Gang j^hnbuefje Verfolgung von Deutschen in Ober- Mrsien im engsten Zusaimnenhang mit dieser lwlkerbundsaffäre steht. Die Aktion gegen den Irschen Volksbund und gegen den Deutschen vchulverein geht von dem polnischen West- marcenverein aus, einer Organisation, die sich „"Kampf gegen das Deutschtum zmn Ziel Wetzt hat. Sie hat aber durch die Hilfsbereit- n 5 Staatsanwalts und die Verhaftung von 40 Deutschen die Bedeutung einer Staars- ktwn erhalten und als solche soll sie offenbar af'rken. Man verbreitet von Warschau aus lügenhafte Behauvtung, man habe aus beschlagnahmten Papieren die Uebsrzeu- m T gewonnen, daß die Angestestten und die Geschäftsstellen des Volksbundes mit mili« ^tiajer Spionage beschäftigt gewesen seien, âhnlche Anschuldigungen sind ne- zwei ' „"vn erhoben worden, als mir in P^me eilen die deutsche Bevölkerung verfolgte. Die linier5 beschuldigten Persönlichkeiten nfarten JS beute darauf, daß man die amtlichen pol« Lügen durch einen Prozeß klarstellt. holt r 5m°r wird man sich vor einem Wahr- .Jtsoemeig hüten, do man ihn einfach nicht v "vn kann. Die ganze Slftion hat ihren rin. vvreicht, wenn sie der polnischen Regie- L 9 vwe Scheinbercchtwunn gibt, w be« m"E- sie müsse imstande sein, Deutschlands ergehen im Völkerbünde zu kontrollieren.
Die gegenwärtige Hetze gegen die Deutschen in Oberschlesien bient einzig und allein diesem Zwecke. Wir werden uns bewußt bleiben müssen, daß man selbst in den Wochen, in denen man die feierliche Aufnahme in Genf vorbereitet, heimlich Waffen schmiedet, um uns bei unserem Eintritt in den Völkerbund in den Rücken fallen zu können.
Polen wird aber doch mit seinen Helfershelfern die Erfahrung machen müssen, daß man in Deutschland auf dem Posten war und die Wellmeinung sich mehr und mehr gegen die europäischen Störenfriede richtet und ttotz aller polnischen und sonstigen Hetze Deutschlands Stellung anerkennt. In dem Londoner „Observer" schreibt der bekannte englische Polttiker Garvin: „Eine kalle Kompresse muß überall auf das fiebernde Gehirn des übertriebenen Nationalismus gelegt werden, wenn die Abrüstung ernsthaft in Angriff genommen werden soll. Scheitert diese Aktion, so scheitern damit alle Ideale des Völkerbundes," hier wie in der Mehrzahl der Blätter aller Länder be« eaet man der Auffassung, daß es sich am 8.
rz in Genf nicht nur um die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund, sondern um die Frage handelt, ob tntt dem Eintritt Deutschlands wirklich dem Frieden gedient, ober ob der Völkerbund zu einem Instrument neuer D-raewalttgung nad neuer Machtpolitik herab gewürdigt werden soll. Die Welt durchschaut das polnisch-französische Manöver und wird ihm in Genf die verdiente Mederlage be- relfen.
senkungeiaertvkurbeluvgderge- samten Wirtschaft erhofft werden könnte, die den Finanzen der Länder und der Gemeinden schließlich wieder auf dem Wege irgendeines SteuerertrSgnisses zugute kommen würde. Die von ihm in seiner Etats- rede vor dem Reichstag angekündigten Gesetzentwürfe über Steuerermäßigungen feien bereits fertiageftellt und lügen gegenwärtig dem Reichskabmetk vor, das in nächster Zeit dazu Stellung nehmen werde.
Erwerbslosenausfchutz vor dem Reichslagsausschutz.
Berlin, 15. Febr. Der Sozialpolitische Ausschuß des Reichstages beschäftigte sich am Montag mit Anträgen zur Erwerbslosenfür- S^ Sozialdemokratische und kommunistische äge auf Erhöhung der Erwerbslosen- unterstützunassätze wurden zurückgestellt, weil das Reichsfinanzministerium erklärt, noch nicht in der Lage zu fein, feine Stellung dazu darzulegen. Der Ausschuß debattierte über eine sozialdemokratische Entschließung, die die zentrale Erfassung der Arbeitslosen durch Gesetzgebung verlangt. In der Abstimmung wurde diese Entschließung gegen die Antragsteller sowie gegei gegen einen Teil bet abgelehnt. Der Ausschuß vertagte sich dann.
[en die Kommunisten und
T demokratischen Vertreter
Das Verfahren qegen Dr. Luppe eingestellt.
Nürnberg. 15. Febr. Das Verfahren gegen Oberbürgermeister Dr. Luppe ist von der Strafkammer Nürnberg eingestellt worden.
Ein neuer Abstimmungsfteg Briands.
Paris, 16. Febr. Heute morgen 6.35 Uhr hat die Kammer über die strittigen Teile des Finanzgesetzentwurfes abge stimmt. Briand stellte die Vertrauensfrage Der gesamte Gesetzentwurf wurde mit 258 gegen 145 Slim men angenommen.
Chamberlaiu über das Aufheben der WUttärKontrolle.
London, 15. Febr. Im Unterhaus« sagte Chamberlain in Erwiderung auf eine Anfrage, er sei nicht in der Lage, ein genaues Datum zu nennen, zu dem die Kontrollkommission aus Deutschland zurückgezogen wird, denn dies müsse am der Erfüllung der in der Note der Botschafte"konfLrenz vcm 16. Dezember 1925 verzichteten deutschen Verpflichtungen abhängen. Wenn die Kommission ihre Slufgabe erfolgreich zum Abschluß gebracht haben werde, dann würden die nötigen Schritte unternommen werden, um dem Völkerbund das Aufhören der alliierten Milstärkontrolle mitzuteilen.
In Erwiderung auf eine andere Anfrage sagte Chamberlain: Dor Räumung der Kölner Zone am 1. Oktober waren die Zahlen der
alliierten Besetzungstruppen im Rheinland 6 folgenden: Engländer 9000 Mann, Franzof, 73100, Belgier 17.100. Am 1. Februar, b. h. unmittelbar nach der Räumung Kölns, waren die Zahlen annähernd folgende: England« 7800, Franzosen 59 000, Belgier 7500.
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SarkanalS Börse kein Hind«rni§ fein. Württembergs wirtschaftliche Jntereffm verlangen den Kanal.
geteilt: Der Generalsekretär des VSlkcrbunds- rales, Sir Eric Drummond, der in Bersin eingetroffen ist, um dem deutschen Außenminister einen Höflichkeitsbesuch abzustatken und mit den für Bölkerbundsangelegenheikea im Auswärtigen Amt zuständigen Stellen Fühlung zu nehmen, suchte heute morgen Herrn Staatssekretär von Schubert in der Milhelmstraße auf. hinsichtlich des Verfahrens der Sondertaauna der Volkerbundsverfamm- tung, die nom völkerbundsrat auf den S. März einberufen wurde, einen Tag, der für die nächste Ratssitzung bereits festgesetzt war, wurden verschiedene Fragen einer Prüfung und Aussprache unterzogen. Außerdem wurden allgemeine Fragen hinsichtlich des Völkerbunds- sekrelariats, die zur besonderen Zuständigkeit des Generalsekretärs gehören, erörtert. Die Besprechungen werden fortgesetzt.
Das Vorgehen gegen den deutschen VvlksbunS.
Das Vorgehen gegen den deutschen Volksbund.
Veukhen, 15. Febr. Die „Ostdeutsche Morgenpost" meldet aus Kattowitz: Die polnische Presse verbreitet durch Extrablätter die Nachricht, daß der in der Angelegenheit des Deutschen Volksbundes verhaftete Bergwerksdirektor Lamprecht sich in feiner Zelle erhängt haben soll. Diese Nachricht entspricht nicht den Tatsachen. Lamprecht ist heute nach seiner Haftentlassung gestorben. Die Todesursache muß erst noch festgestellt werden.
K a k k o w i tz, 15. Febr. Die Sonnkags- ausgabe des „Volkswillens" in Kattowitz ist wegen einer Kritik des Vorgehens gegen den deutschen Volksbund beschlagnahmt worden.
Belgien und die ständigen Raksfitze.
Paris, 15. Febr. Wie Havas aus Brüssel berichtet, erklärt man im Außenministerium, die Nachrichten, die in der Presse über die Haltung der belgischen Regierung in der Frage der Erweiterung des Völkerbundsrates erschienen seien, seien phantastisch. Die belgische Regierung prüfe diese Frage, um eine Lösung zu finden, die am besten das Ansehen und das wirksame Funktionieren des Völkerbundsrates wahre.
Der Reichsstuanzminister über die Sleuerfenkunq.
3n einer Unterredung mit einem Vertreter der .Dienen Leipziger Ztg." erklärte Reichsfinanzminister Dr. Reinhold während feines Aufenthaltes in Dresden, er hege die bestimmte Erwartung, daß die zu erwartende Rückwirkung seiner geplanten neuen Senkungsaktion auf die allgemeine Wirtschaftslage und auch auf die Finanzen v<m Ländern und Gemeinden günstig sein werde, da von der geplanten Steuer-
Berlin,
Sitzung. Das vorläufige Handelsabkommen mit der Türkei wird in dritter Lemng angenommen,
Tte zweite Lesung des ReichShauèhaltplanes wird dann beim Rechèverkehrsm visterimn fortgesetzt
In der weiteren allgemeinen Aussprache nimmt zunächst Abg. Hubert (Komm.) das Wort. Er bekämpft den Beamtenabbau bei der Reichsbahn und fordert, daß in erster L nie höhere Beamte abgebaut werden sollen. Der Redner fordert danu die Scfet« t gung des ReichSwasierschntzes nnd verlangt finanzielle Uiitei stürmtrt für die Bet <r Elsenbadnkatastrovdc tm Polnischen Korridor am 30. April 1925 Geschädigten. Die Leiter und die höchsten Beamten der Reichsbahn seien so schlecht, daß fie an den höchsten Later,k«n- pfädlen in Deutschland onfieknüpst werden müßten. !Ordnungsruf der Piäfidcntcn > Die Uniallziffer Bet der Reichsbahn sei seit einem Jahr um 33 ‘/s Prozent Hefti gen. Lorfidender des VerwaltunaSrates der Reichsbahn sei derselbe Dr von Siemens, dcriim Auffichtkra: Zimier Gelell chastcn sitze, die das Lieferungsmonopol für die Reichsbahn haben.
Abg. Keil (Soz.i w udet sich gegen den Antrag Dr. Hanemann (Dml.>, die Frage der Beteiligung re» Reiches an der Neckarkanallsation noch an den Ausichuß ziirückzuverivenen. Die badischen und württem- b.rg,scheu WirtichastSkreise seren für den Bau des Rcckarkanals. Die Mehrheit im Württembergischen Landtag für den Kanalbau sei neuerdings erheblich gewachsen.
Abg. Dr. Wieland (DemA empfiehlt dringend die Besetzung des Postens des Sraatsiekrctärs im Ser« lebrSniimftmum mit einem Techniker. Die ganze Technik wartet mit Spannring auf diese Eniicheioung. Der Redner kritisiert besonders die Eröffnungsbilanz der Reichsbahn, in der die vom Reich der Gesell,chalt über,ebenen Substanzen Nicht enthalten feiert. Die Konirolle des Reich S über seinen Besitz sei unzureichend. Eine ganze Reihe von Tarisklassen seien vier- bis fünfmal Io hoch wie vor dem Kriege. Die ermäßigten Durchfuhrtarife seien eine unerliärte Begünstigung des Auslandes. Ein Reichsmonopol im Kraftfadrwcsen und Luftverkehr sei nicht wünschenswert. Der Redner fordert Enschreiten des Reiche? gegen die hohen städtischen Automo tlflemrn.
Abg. Mollath (Wirtsch. Bgg.) wendet sich gegen die hohen Beiträge zur Wegeunnrhaltuiw, fordert Ausbau der Hafenau lagen und des Kanalnetzes und empfiehlt eine Reichsbeihilfe zur Ausführung der safenbauten in Fürstenberg an der über. Die ba dige Eleltrtzizierung bei Berliner Stadtbahn sei no-wendig. Die jetzt teUweste un« benutzten gewa tigen Stromkräfte des Walchenee- krastwerkes sollten zur Elektrifizierung der bayerischen Bahnen verwendet werden.
Abg. Freiherr v. Rheinbaben(D. Bp.) fordert Berücksichtigung Schlesiens bei der Neubesetzung eines Perwaftungsralsposten der Reichs- dal n. Wenig oder uchts sei gechehen, um dem niederschlesischen Kohlenbergbau zu Helsen, so da. dort wieder Feierschichten eingelegt werden mußten. Alle schlesischen Abgeordneten sind von der besonderen Notlage des niederschleshchin Bergbaues überzeugt. Tie Reichsbahn sollte durch vermehrte Abnahme von Kohlen heilen.
'Abg Groß (Zti) warnt vor einer einfeiti en Monopolstellung des Reiche« bei der Wassersiraßen- oraanliatwn. Die angeblich mangelhafte Rentabilität
Es wäre ein riebt ger Schwabenstreich, wenn der Kanal nicht gebaut würde. Im Luftverkehr müsse Deutschland die nötige Freiheit erhalten, das gelte, besonders auch für Friedrichshafen. Auf die Dauer werde es kaum möglich sein, aus der Reichsbahn jährlich 600 Millionen für Reparationszahlungen herauszubol«. 70 bis 80 Brücken und 9000 Kilometer Strecke solle« nicht in Ordnung fein. Das gäbe Arbeit für biete Erwerbslose. Der Redner sordert eine Verbilligung der Jugendfahiten.
ReichSvrrtkchrsministce Dr. »teilte.
weißt auf die Schwierigkeiten der R-ichtwasserüraßen« Organisation Irin, die sich daraus ergebe, daß 80 Proz. oer deutschen Wasserstraßen in Preußen liegen und daß die Vertedrsinteressen ft* vielfach mit denen der Landeskultur berühren Ein Eesetzeiitwurf über die Organi» fation der Wassern rahenVerwaltung werde vorbereitet. Der Minister verwahrt sich gegen den Vorwurf, er habe zu wenig Interesse für Kanalbanten. Er fei zwar kein wieder Kanalbauer, tue aber aller, um die Kanaldauten zu fördern. Die Mittel können nur auf dem Wege der Anleihe aufgebracht werden und zwar der ausländischen. Man habe aber bi» jetzt 10*/,—13 Proz'nt Zinsen verlangt; da» fei zu hoch gewesen. Hoffentlich komme jetzt bald der Zeitpunkt zur Fortsetzung der Bauten. Die Reichsbahn müsse eine Inventur vornehmen. Der freie Wettbewerb der Kraftverkehrsgesellschaften soll durch ein ReichSminopol nicht aufgehoben werden. Die Verhältnisse in Niederschlesien feien äußerst bedenklich, so daß dort etwas geschehen müsse. Der Minister erflärt, daß er unbedingt der Meinung fei, daß der Bau des NeciarkarnalS iveiter geführt werden müsse (Beifall.) Die Zeit für die Auflö'ung deS ReichSwasserichutzeS sei noch nicht gekomn en. Beim Luftveikehr werde unbebingt an der der ©egenfeitigteit feügei;alten nxrbeu. Wer über uns fl egen wolle, über den müssen auch wir stiegen kömien.
(Lebhafter Beifall.)
'Ministerialdirektor Gotbrodt äußerst sich über as Eisenbahnunglück tm Tunnel bei Oberhof. Die Untersuchung fei noch nicht abgeichlosirn. Die Dunst» Vorschriften sind von den Rottenardertern nicht richtig beachtet »olden. Die Zahl der Eisen dahuunglückc habe sich vermindert. Deutschland brauche den Vergleich mit anderen Ländern ni<6t zu scheuen. Das Projekt der Elektrifizierung der Briliner Stadtbahn sei einer zeitgemäßen Umarbeitung unterzogen worden.
Abg. Stöhr (Dtschvölk.) nennt das Reichsbahn- gesetz das Kernstück der Dawes-Gesetze. Die Parteien, die sie gebilligt hätten, hätten kein Recht, jetzt Klagen zu führen. Für den Gencraldirettor Oeser mit seinen 250 000 Mark Jahresgehalt sei die soziale Frage wohl für allemal gelöst. Die schuldigen Parteien sollten endlich zugeben, daß sie übertölpelt worden sind.
Bcrkehrèlnlmster Dr. Krobne stellt gegenüber dem Vorredner f ft daß die Bezüge des 'General- otreliot« Oeser 100000 Mk. jährlich nicht erreichen.
81# um 7 Uhr abends Sifrpiäftoent Dr Rießer die Verhandlungen noch iveiterfüdren will, beantragt Adg. Schultz-Bromberg (Dntl.) Vertagung nnd be» zwrpelt die Beschlußfähigkeit des Haufe». Da nur noch wenige Abgco dncte tm Saale sind, muß die Beschfuß'lNsählgktil feftgeüeHt werden.
DienStag; Wciterbcratung.