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20i. Zahrqang.

Hanauer W Anzeiger

General-Anzeiger für die Kreise Kanan Stadt und Land.

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Sr. 38

Montag den 15. Februar

1926

Sine sehr notwendige AustoraKe.

Drummond auf dem Wege «ach Berlin.

Berlin, 15 Febr. Der Generalsekretär des Völkerbundes Sir Eric Drummond wird heute in Berlin erwartet. Er wird am Bahn- $ vom Vertreter des Auswärtigen Amtes empfangen werden und wahrscheinlich noch im Laufe des Montag oder Dienstag eine Unter­redung mit dem Außenminister Dr. Strese­mann haben, in der alle mit dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund zusammen­hängenden Fragen besprochen werden sollen. In erster Linie wird wohl eine gewisse Klä­rung der Frage zu erwarten sein, welche U m- organif ati onen im Völkerbund s- mt für möglich erachtet werden. Die deutsche Regierung dürfte auch bei dieser Gelegenheit leinen Zweifel daran lassen, daß

die Aufnahme anderer Mächte als stän­dige Mitglieder des Rates neben Deutsch- tz land von uns als eine Veränderung der

Situation angesehen werden muß, â im Widerspruch zu früheren Zusagen steht. Außerdem wird jetzt endlich in die so viel dis- tutierte Frage der Steilsnbesetzung im B ö l k e r b u n d s s e k r e t a r i a t Sie er­forderliche Klarheit gebracht werden, und weiterhin wird man voraussichtlich die Forma- itâten erörtern, unter denen die Aufnahme leutschlands in den Völkerbund erfolgen wird.

Rechnet damit, daß die deuksche De

Völkerbundsversammlung. Ein Diplomat des Foreign Office erklärte, der englische Außen­minister werde nach Genf gehen ausschließlich mit dem Vertrag von Locarno in Händen. Er wird dort nur von dem Locarnovertrag etwas wissen, der Deutschlands Aufnahme in den Völkerbund gewährleistet. Alles andere ist auf Kombination zurückzuführen.

London, 14. Febr. Zu der Frage der Ge­währung von Ratssitzen an andere Länder außer Deutschland schreibt der diplomatische Berichterstatter desO b s e r v e r , die bri- Hfd)e amtliche Ansicht scheine zu sein, daß der Wunsch Spaniens und Polens, ständige Sitze zu erhalten, eine vollkommen neue Frage ist. Bevor darüber irgend eine britische Meinungsäußerung erfolgen könne, müsse man näheres über den Standpunkt Spaniens, Polens und aller anderen etwaigen Antragsteller hören. Wenn der Augenblick komme, werde die britische Politik bestimmt werden durch die Loyalität gegenüber den Ge­danken von Locarno, durch die ehrliche Aus­legung des Versprechens, Deutschland in die volle Stellung einer europäischen Großmacht wieder einzusetzen und durch Rücksicht auf die Interessen des Völkerbundes selbst. Zu dem anscheinenden Wunsch Frankreichs, Spaniens und Polens, im März die Frage der Schaf-

wert erklärt, Genf als Tagungsort der vorbereitenden Kommission bestimmt und dadurch jede Möglichkeit einer Be­teiligung der Sowjetunion faktisch a u s s ch l i e ß t. Dem Völkerbundsrat können die wiederholten Erklärungen der Sowjetunion nicht unbekannt sein, in denen diese auf die Unmöglichkeit hingewiesen hat, Delegierte nach der Schweiz zu entsenden, solange der durch die Ermordung Worowskis entstan- standene Konflikt nicht beigelegt ist. Die von der schweizerischen Regierung gegen­über der Sowjetregierung eingenommene Hal­tung hat bedeutend zur Schaffung der At­mosphäre, in der das freisprechende Urteil im Prozeß gegen den Mörder Worowskis möglich wurde, beigetragen.

zwischen auf 28 e r h ö h t hat. Unter den Ver­hafteten befindet sich auch der frühere Schulrat und gegenwärtige Referent des Minderheiten­schulwesens im Volksbund Andreas Dudek aus Kattowitz. Was bei den Untersuchungen bis jetzt herauskam, ist leider infolge der Ueber- wachung der Telsphongesvräche unmöglich, festzustellen. Die polnischen Zeitungen in Ober­schlesien benutzen diese Gelegenheit, um sich in den heftigsten Auslassungen gegen das Deutsch­tum in Polen, den Volksbund und nicht zuletzt gegen das deutsche Konsulat in Kattowitz zu ergehen.

Dadurch, daß der Mörder nicht bestraft wurde, wurden die Sowjetbürger, insbeson­dere offizielle Sowjetdelegierte, außerhalb des Gesetzes gestellt. Die Sowjetregierung kann Delegierte nicht in ein solches Land entsen­den, solange sich die Verhältnisse, die zur Zeit der Ermordung Worowskis bestanden und wei­ter bestehen, nicht geändert haben. Es bleibt bedauerlich, daß der Völkerbund bei der Be­stimmung des Tagungsortes der Kommission diese Tatsachen außer Acht ließ. Möglicherweise bedeutet Genf vom technischen Gesichtspunkt aus für den Völkerbund den bequemsten Ta­gungsort der Kommission. Der Völkerbund kann jedoch von den eingeladenen Mächten nicht verlangen, daß sie ihre Politik gegenüber anderen Staaten von technischen Gesichtspunk­ten des Völkerbundes abhängig machen. Die Teilnahme eines ftf großen Staates wie die Sowjetunion sollte doch mehr Gewicht haben als technische Bequemlichkeiten des Völker­bundes. Die Sowjetregierung, die jeden Ver- . begrüßt-

So schreibt u. a. derGoniek Slaski": Es wurde festgestellt, daß der Volksbund Kontakt mit dem deutschen Konsulat, dem Nest des Preußentums, hat. Das Deutsche Reich muß die Spionage des deutschen Konsulats verant­worten. Der Vertreter des Reiches kann nicht Spion in Polen sein. In dem Augenblick, wo er es ist, hat er sofort die Grenze zu verlaffen und sein Staat muß Polen Genu: '

Weiter schreibt derGonick Slä Leitartikel:

geben, keinem

it ließ. Mögliche mischen Gesichte den bequemste.

Gegen die Deutschen gibt es nur ein System: sich von ihnen zu trennen und mit ganzer Kon­sequenz danach zu trachten, sie von der pol­nischen Erde zu vertreiben, ausrurotten und zu vernichten Mit der Gesellschaft der Spione, Verräter und Verschwörer wird das polnische Volk nicht Mitarbeiten.

Wohnungsuot und Preisabbau.

Berlin, 15. Febr. Gestern nachmittag veranstaltete der Volksvereiu für das katho­lische Deutschland, Abteilung Groß-Berlin, eine K besuchte Kundgebung im plenar-

'gssaal des Reichstages. an der auch der Berliner Weihbischof D. Deitmer, Reichsar- beitsminifter Dr. Brauns,, Reichsjustizmmistcr

nicht besonders umfangreich sein wird, und daß ihr außer dem Außen mini st er und viel­leicht dem Kanzler nur die zuständigen Referenten des Auswärtigen Amtes ange­hören werden. Die politischen Voraussetzungen jur den Eintritt in den Völkerbund, die durch Quertreibereien gewisser ausländischer Stellen ; in den letzten Tagen in Zweifel gezogen waren, können natürlich mit Sir Eric Drummond allein nicht endgültig geklärt werden. Dazu wird es noch einer weiteren Fühlungnahme Eden alliierten Kabinetten bedürfen.

Die Pariser Julriguen.

Paris, 14. Febr. Der Sonderberichterstatter desMatin" in Genf, Jules Sauerwein, will lestgestellt haben, daß der Völkerbund s- I wie es scheint, auf alle Fälle gezwungen I die Zahl seiner Mitglieder von 10 auf 14 '^öhen. Unter diesen Umständen würde die

- der ständigen Mitglieder von M auf sieben gebracht, und zwar durch die

Deutschlands, Spaniens und Polens, auf acht, wenn man auch Belgien Achsen wolle. In letzterem Falle würden sechs W, die nicht ständig sind, zur Verteilung kommen. Drei von ihnen würden Latein- Amerika durch stillschweigendes Uebereinkom- "lan zufallen. Was die drei übrig gebliebenen anbetreffe, so würde einer einem skandi- I 'Eschen Staat, der andere einem Vertreter vor Kleinen Entente und der letzte einem I ^arischen Staat übertragen werden.

8 n Sruerwein selbst stellt die Frage, ob diese I ß°iun9 in London gebilligt wird. Werde nicht Ugland Bedenken haben, zu gleicher Zeit ; und Belgien, die mit Frankreich alliiert

?"d Spanien, das in der Marokkoange- mit Frankreich assoziiert ist, einen andigen Sitz zu übertragen?

^öegen die Erweiterung des Bölker- bun-srâ.

ick?°"?""' 14. Febr. Die in Paris verösfent- halbamtlichen Nachrichten über die Er- des Völkerbundsrats von zehn auf I Mitglieder werden an hiesiger maß- ^^ndor Stelle Dementiert. Es wird erklärt, nJ E englische Außenminister Chamberlain Handlungsfreiheit vorbehalten habe.

x?Nachrichten, die darauf hindeuten, daß gb rwreign Office in der Frage der Zulassung und Polens als permanente Mit- tUiI Völkerbundsrats irgend , l e Versprechungen g e m a d) t 2 e, werden a l s unzutreffend bürst? n e r L Ein Entschluß Chamberlains verlor? unmittelbar vor der Völkerbunds- treten ,bie anfangs März zufammen- toarbt t ' b^annt gegeben werden. Man er« Iain« ,?"^eine Zusammenkunft Chamber-

J mir Stresemann vor der Tagung der

Erweiterungen des Rats könnten nur mit Zustimmung dec Mehrheit der VSkker- bundsversamlung erfolgen

und die Versammlung trete regelmäßig erst im Herbst zusamen. Normalerweise könne deshalb die Frage einer ständigen Vertretung Spa­niens und Polens im Rat erst im Herbst auf­geworfen werden. Aber wenn in Genf die auf eine gleichzeitige Beratung der Stellung Deutschlands, Spaniens und Polens abzielen­den Intrigen weitergehen werden, werde die britische Regierung es zweifellos immer schwie­riger finden, weiterhin Stillschweigen zu be­wahren.

Schwede» gegen neue Ralsfitze.

Stockholm, 14. Febr- Die gesamte schwedische Presse erklärt ohne Parteiunterschied und ohne Rücksicht sowohl auf den Völkerbund wie auf eigene Interessengebiete, jeder Erweiterung des Völkerbundsrats über die Aufnahme Deutschlands hinaus unerbittlichen Widerstand entgegenzusetzsn. ImSvenska Morgenbladet" wird es erfreulich genannt, daß sonst durch Parteigrenzen weit voneinander geschiedene Zeitungen sich hier zu gemeinsamer nationaler Ansicht Zusammenfinden.

Ruhland und die Abrüfiungs- kvmmiMon.

Moskau, 14. Febr. (Meldung der Tele­graphenagentur der Sowjetunion.) Heute wurde die Antwort Tschitscherins auf die vom Völkerbund ergangene Einladung zur vorbereitenden Abrüstungskommission ver­öffentlicht. Tschitscherin führt darin aus: Wie die Sowjetregierung mehrmals erklärt hot, mißt sie jedem Versuch, die Kriegsgefahr und die auf den Völkern liegende Rüstungslast zu vermindern, so große Bedeutung bei, daß sie bereit ist, an jeder dieses Ziel verfolgenden Konferenz teilzunehmen. Hinsichtlich der er­gangenen Einladung wiederholt sie diese Er­klärung, betont aber, daß dies keinesfalls den Anschluß an die Schlußfolgerungen des Völker­bundes bezüglich des Abrüstungsproblems gleichkommt. Der Entschluß der Sowjetregie­rung, sich aus humanitären Gründen in einer solchen vom Völkerbünde einberufenen Ver­sammlung vertreten zu lassen, bedeutet nicht, daß sich ihre ablehnende Haltung gegenüber dem Völkerbünde irgendwie geändert hat. Die Sowjetregierung kann nur bedauern, daß die Versammlung, die sich eine solche Aufgabe von Weltbedeutung zum Ziele setzt, wie es die allgemeine Abrüstung ist, von einer Einrich­tung wie Dem Völkerbünde einberu- f e n wird, der von mehreren Staaten nicht anerkannt ist. Es ist verwunderlich, daß der Völkerbundsrat, indem er die Teilnahme der Som-etunion an der Konferenz für wünschens­

tzotoereWnden aber unmöglich ihre Delegierten zu Kom­missionen und Konferenzen entsenden, die auf Schweizer Boden tagen, bevor der erwähnte Konflikt beiglegt ist. Der Sowjetregierung wird auf diese Weise die Möglichkeit genom­men, an der vorbereitenden Kommission teil- zunehmen, falls sie nicht nach^einem anderen Orte einberufen wird. Die Sonijetregierung erklärt den Völkerbundsrat für ihren A u s s ch l u ß von der Teilnahme an der Kommission verantwortlich. Tschit­scherin schließt, indem er der Hoffnung Aus­druck gibt, daß sich diese Hindernisse beseitigen lassen werden.

Polnischer Terror in Oberschlesien.

Breslau, 14. Febr. Die Aktion der polnischen Polizei gegen den Deutschen Volksbund für Oberschlesien führte gestern zu polizeilichen Haussuchungen bei den Geschäftsstellen des Deutschen Volksbundes in Kattowitz und an­deren Orten in Polnisch-Oberschlesien. Bisher sind etwa 20 Personen fe st genommen worden, darunter auch einige Deutsche, die mit dem Volksbund unmittelbar nichts zu tun haben. Sehr auffallend ist es, daß die amtlichen polnischen Stellen über das Ergebnis der Hausdurchsuchungen jede Auskunft verweigern. Denn da die Aktion nun schon den dritten Tag andauert, macht das Schweigen den Eindruck,! daß das Ergebnis für die polnischen Chauvi­nisten mehr als mager sein wird.

In Oberschlesien glaubt man, daß die gan­zen Spionagebeschuldigungen nichts weiter sind als ein neuer Versuch des letzthin von War­schau aus zur Ordnung gerufenen Westmarken­vereins, den Wojwoden Bilski durch die Be­schuldigung zu großer Duldsamkeit gegen die l machen. Wie sehr die

Deutschen unmöglich zu

polnische Aktion auch politisch vorbereitet war, geht aus der einheitlichen Pressekam­pagne hervor, die

ch u l d i - i n d e r -

g u n g e n gegen die der

Seiten und den d e u t.s chen V o l k s b u n d o e g a n n. Da einzelne Blätter das deutsche Generalkonsulat in Kattowitz selbst als die Zen­trale der deutschen Spionage hinstellten, wird

wohl auch die deutsche Regierung durch einen energischen Protest gegen solche Verdächtigun­gen auf eine schleunige und völlige Klärung der angeblichen Spionageangelegenheit drän­gen müssen.

DieKattowitzer Zeitung" schreibt zu den Haussuchungen und Verhaftungen beim Deut­schen Volksbund in Kattowitz und seinen in Polnisch-Oberschlesien befindlichen örtlichen Vertretungen, daß als Begründung der Haus- ' ~ "' ndung von Beweis-

suchungen die Ä u f f i mitteln st a a t s f , ____w

seit angegeben wurde. Weiter meldet das

Blatt. daß sich die Zahl der Verhaftungen in-

eindsicher Tätig

eichsarbeiksmivister Dr. raune ein Refe­rat über: Die sozialen Probleme der Grotz- stadk, in dem er die Frage der Dohuungswirt- chaft erörterte. Er erklärte, wie derMontags berichtet, daß eine Aufhebung der Woh - nungszwangswirtschaft erst dann möglich sein werdee, wenn das vorhandene Wohnungselend beseitigt sei. Mm der Wohnungsnot zu begegnen, bedürfe es des Kapitals. Es handele sich um die Frage, ob man einen solchen Realkredik 5060 Millionen Mark zur Verfügung stellen könne und wolle. Am einer erneuten Inflation vorzubeugen, sei der Preisabbau dringend erfor­derlich. Eine weitere Senkung des Zinsfußes werde folgen.

Um die Kauszmsfteuer.

Berlin, 13. Febr. Der Hauptausschuß de- Preu­ßischen Landtages beendete heute die erste Lesung des Hauszinssteuergesetzcs nach verschiedenen Aende­rungen. Ein demokratischer Antrag, den Wert des Grundvermögens zur Steuergrundlage zu machen, wurde abgelehnt und mit großer Mehrheit die Friedensmiete zur Steuergrundlage bestimmt. Das bisherige Ermäßigung-verfahren soll bei bemalten werden. Weiter wurde beschlossen, die Hälfte des Steueraufkommens für Neubauzwecke und die andere Hälfte für den Finanzbedarf zu verwenden. Eine Befristung des Gesetzes wurde abgelehnt. Der Aus­schuß will am kommenden Freitag die zweite Le­sung des Gesetzentwurfes vornehmen.

Die Ausreise -es Kreuzers Kamburg.

Hamburg, 14. Febr. Heute abend hat der Kreuzer Hamburg von Crixhafen aus seine auf 15 Monate berechnete Auslandsreise ange­treten. Nach Anordnung des Reichsprä­sidenten wird der Kreuzer in Zukunst beim Toppslagensetzen die Hamburger Staatsf lagge führen, die der Hambu» ger Bürgermeister Dr. P e t e r s e n heute mor­gen um 11 Uhr in Wilhelmshafen dem Kom­mandanten des Kreuzers in feierlicher Form übergeben hat.

In seiner Aussprache sagte Bürgermeister

Dr. Petersen:

Mit dem Kreuzer Hamburg geht ein Stück deutschen Vaterlandes nach den fremden Län-, bern hinüber. Unsere Not, aber auch unseren Glauben an die Zukunft unseres Volkes zu be­kennen, Zeugnis abzulegen von dem Geist der Pflichterfüllung unb der Vaterlandsliebe, der Reichsheer und Reichsmarine beseele, sei di« hohe verantwortungsvolle Aufgabe der Ham­burg auf dieser Fahrt. Hamburg ist stolz darauf, daß fein Patenschiff beim festlichen Anlaß fortan die Hamburger Flagge führt. Es ist stolz darauf, nicht nur, weil darin die enge Verbin­dung zwischen der Hansastadt und der Reichs-