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General-Anzeiger für die Kreise Kanan Stadt und Land.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Conn, und Feiertage. / Fernsprech-Anschluh Nr. 1237 und 1238.

^erugspr e i«: Für den halben Monat L Reichsmark für den ganzen Monat 2. Reichsmark ohne Trägerlohn. Einzelnummer 10, Freitag 15, Samstag 12 Reichspfennig. Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 Reichspfennig, im Reklameteil von 68 mm Breite N Reichspfenntg. Offertengebühr: 50 Reichspfennig. Geschäftsstelle: Hammerstrabe S.

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Nr. 20

Montag den 25. Januar

1926

Llirmsrene» im WeMAsgrassslhlltz

Die erste Erwiderung auf dieEnlhüllungen" Dittmanns.

Am Samstag fetzte der sozialdemokratische Abgeordnete Dittmann sein Referat im Unter­suchungsausschuß über die Unruhen in der Marine fort. Aus den Aeußerungen hervor- wgender Persönlichkeiten will Dittmann ent­nehmen, daß 1917 die Matrosenunruhen zu einer Waffe gegen die Linkssozialisten gemacht werden sollten. Diese Tendenz beherrsche die ganden kriegsgerichtlichen Verfahren. Es sollte

Aoklagematerial gegen die U. S. p. D-, insbesondere die Abgeordneten Dittmann, Haase und Vogtherr, Frau Zietz und diejenigen Personen der U. S- P.-Zentrale ge­wonnen werden, mit denen die Matrosen ge­brochen hatten; aber mit dem Material der Kriegsgerichtsräte wußte niemand etwas an- zufangen. Am 2-7 August teilte Vizeadmiral Hebbinghaus dem Admiral von Trotha mit, daß die Parteiführer, auch die Konservativen, erflärt hätten, daß sie auf Grund des vor­liegenden Materials ihre Zustimmung zur Ver­folgung Dittmanns usw. nicht geben würden. Das Geständnis des Matrosen Calmus lese sich wie ein Kinoroman; er behauptete, am 2. August während seines Urlaubs die U- S- P.- Zentrale in Berlin besucht zu haben. Auf der Treppe sei er von Dittmann abgefangen wor­den, und auf der Straße habe sich Ledebour zu ihnen gesellt In einer sehr nobel eingerichte­ten Wohnung seien sie von drei Offizieren, zwei Feldwebeln, zwei Unteroffizieren und einem Zivilisten erwartet worden Man habe gegessen und getrunken und bann habe Ledebour

vai plan <

nach dem 1. November 1918 durch Urteil, gleich, Vertrag oder die auf sonstige Weise ge-

Dittmann habe ihm 6000 Mark für die Orga- nifation an Bord versprochen. Außerdem sollte bei der nächsten Anwesenheit des Kaisers in Wilhelmshaven ein Attentat verübt werden, usw. Bei den folgenden Vernehmungen habe der Untersuchungsrichter festgestellt, daß Ditt­mann am 2. August, wo sich die Geschichte mit Kalmus ereignet haben sollte, ebenso wie Lode- dour

in Schweden geweilt

^t Kalmus hätte ihm nun im letzten Sommer Essen erklärt, Kriegsgerichtsrat Dr. Lösch habe belastende Aussagen gegen die Abgeord­neten herauspressen wollen. Um sich vor dem ju retten, habe er die ganze Geschichte frei erfunden. Als auf Drängen Hindenburgs m Ludendorffs das deutsche Waffenstillstands- «ngebot herauskam, planten die Admiräle auf klgme Faust einen

Fkoklcnvorsioß gegen England.

Äwar Rebellion, offene Meuterei, war at gegen die verfassungsmäßige Re- Arung und gleichzeitig Landesverrat Nun­mehr rebellierten die Heizer und Matrosen Zegen die Rebellion der Admiräle. Die Re­bellion wurde zur Revolution, sie war der teilte bet im ganzen Reich und in der Ar- die gleiche Explosion hervorrief. Der !»?!^^l)rstoß hätte bei der Entente als heim- , uaycye Treulosigkeit der Reichsregierung ge- Men und die Parole der völligen Niederwer- und Vernichtung Deutschlands hervor- °u,en Dor diesem Schicksal Land und Volk freitet zu haben, ist das

geschichliiche Verdienst der Heizer und Watrosen.

Rede Dittmanns wurde von den zahl- 9 erschienen sozialdemokratischen Parlamen- mit starten Kundgebungen begleitet- stell. /U^der Abg. Dr. Philipp (Dntl.) ehr ' d"ß der Berichterstatter bei seinen temperamentvollen Ausführungen eine >». ?on Wendungen gebraucht habe, die par- stiMknung)^ n^ zulässig seien. (Lebhafte Zu- oin^?. Korvettenkapitän Canaris zu Be- Ausführungen erklärt, er müsse die brâ"tmann gegen die Marmeleitung vorge- ert^lt? Dorwürfe entschieden zurückweisen, dei den Sozialdemokraten und Kom­men großer Lärm, die ihm zurufen:

s . er habe nicht zu kritisieren, nürhr^11 A" widerlegen. Canaris erklärte zu- v° Vizeadmiral v. Trotha beweisen e, daß bis zum Schluß in der Marine bis il» wenige Ausnahmen zwischen Offizieren li? Mannschaften ein ausgesprochen vorzüg- IQ)es, ungetrübtes Vertrauensverhältnis be­

standen hat. Er führte aus, daß die Rädels­führer der Meutereien der Flotte enge Be­ziehungen zu der USP. hatten und daß die von dort ausgehenden Einwirkungen ihnen den Rücken stärkten und ihnen das Material für ihre die Disziplin untergrabende Tätigkeit lie­ferten.

Die Verbindung der Meuterer mit Füh­rern der USPD, geht aus den Akten ein­wandfrei hervor. Darum muh angenommen werden,' daß auch umgekehrt die Mitglieder der USP. Kenntnis hatten von den Ab­sichten der Matrosen, die auf einen Flotten­streik und gewaltsame Beendigung des Krie­ges hingingen.

Anklage und Bestrafung find wegen vollen­deten Kriegsverrats erfolgt. Die Vernehmung der Abgeordneten hätte die Angeklagten in keiner Weise entlasten können, zumal diese Ab­geordneten ja als Anstifter galten. Von der Marineleitung ist der größte Wert darauf ge­legt worden, sich auf die rein strafrechtliche Seite zu beschränken und auch den Anschein eines politischen Einschlags zu vermeiden. Die Marineleitung hat aber anderseits die Gefahr nicht verkannt und fast alles in ihrer Macht Stehende getan, um die zuständige Berliner Stelle zu einem

Eingreifen gegen die Abgeordneten zu bewegen. Die Flotte mar. überzeugt, daß ein unverzüglicher Zugriff zum Erfolge geführt hätte. Dieser unverzügliche Zugriff ist unter­blieben.

Korvettenkapitän Canaris wies dann die

all die Kriegsgerichtsräte Lösch und Dr. Do- bring als Verhandlungsführer abgelehnt wur­den, so geschah das, um jedem etwaigen Miß­trauen der Angeklagten gegen die Unparteilich- teit der Richter Rechnung zu tragen. Zur wei­teren Aufklärung der Vorgänge regte Korvet­tenkapitän Canaris die Vernehmung weiterer Zeugen an.

Als der als Vertreter des Reichsmarineamts in den Ausschuß entsandte Korvettenkapitän Canaris unter großer Unruhe sein Referat be­endet hatte, fragte der sozialdemokratische Ab­geordnete Dr. Moses, ob dieser Korvettenkapi­tän identisch sei mit dem Kapitänleutnant Ca­naris, der im Prozeß gegen die Liebknechtmör­der als Beisitzer fungiert habe und der beschul­digt werde, dem Liebknechtmörder Vogel zur Flucht verhalfen zu haben. Wenn es derselbe Mann sei, dann müßte der Ausschuß es als eine Brüskierung seitens des Reichswehrmini­steriums ansehen, daß ihm ein solcher Vertre­ter geschickt werde, mit dem man einfach nicht zusammen arbeiten könne.

Als Korvettenkapitän Canaris es ab­lehnte, auf diese persönlichen Fragen einzu­gehen, kam es zu stürmischen Kundgebungen der Linken. Man riefMörder", Helfershel- er", Feiger Lump" und der Vorsitzende jatte große Mühe, die Ruhe wieder Herzu­tellen. '

Der kommunistische Abgeordnete Dr. Ro- . senberg beantragte eine Unterbrechung der Sitzung, damit man vom Reichswehrmini­sterium einen anderen Vertreter verlangen könne.

Die Abgeordneten Joel (Ztr.) und Dr. Bergsträßer (Dem.) regten an, der Ausschuß möge über diese Fragen in einer nof^^ffe» nen Sitzung beraten- Diesem Vorschlag wurde zugestimmt. Vorher erhielt noch M- geordneter Brünmghaus von der Deutschen Volkspatei das Wort zum Korreferat gegen Dittmann.

Der R fcient Vbg. Brüningst»»? (D. 2D er- Urte, hie panzen Ausführungen Dittnianns trüae» VN Stempel, soweit die Verl'ältiiiffe in der Mariin- in Frage kommen einer bmcb nichts gerecht- f rtinten Vernllgeme>» rurg. Die von ihm wieder- negtbeneh Auszüge aus den Akten f i n lediglich voraus eingi stellt, ihn selbst und die U«". zu entlasten. ES siebe fest, daß die Unterredung, di Reich et'ch in Berlin mit einigen Abgeoidn'ten der ULP , vor a em Dittmnnn. geh: bi hat, rer AnS angS- punkt war 'ür jene unelückstl'g n Verböltinske, wie sie in der Wlarinemeuterei von 1917 ihren Nledcrich.aa gesunden hätten. Diltmaiin, dem die Verkâltmsse tn 6 r Marine vollkommen nnbekannt seien, habe auch eine Reihe ganz

konkreter unrichiiger Nngave«

emacht. .

Wenn er aniükre, daß die Hochietflotte ein gäiizlich überflüssiges Kamp'Instrument gcmeien ict, so dürfte ihm wohl nicht ent­

gangen fein, daß während des ganzen Krieges nicht eine einzige Schiffsgranate auf deutschen Boden gefallen sei. Das habe man der Hochseeflotte zu verdanken. Als Herr Brüninghaus erllärte, Dittmann habe manche Aussagen nur un­vollständig wiedergegeben und nur zitiert, was ihm tn den Kram paffe, entsteht große Unruhe bei der Linken ^chariste Verivahrung müsse eingelegt werden gegen die beleidigende Art, wie Dittmann von der alten Wehr­macht gesprochen habe.

Die nächste Sitzung findet am Montag nachmittag statt. Sie bringt eine Entgegnung des Vizeadmirals von Trotha.

DolksenisHeid über die Fürsten­abfindung.

Berlin, 23. Jan. Die Vertreter der Sozial­demokratischen Partei, der Kommunistischen Partei und des Ausschusses für Volksentscheid haben beschlossen, den zum Volksbegehren ein­zureichenden gemeinsamen Antrag folgende endgültige Fassung zu geben:

Das gesamte Vermögen der Fürsten, ihrer Familien und Familienangehörigen wird zum Wohle der Allgemeinheit ohne Entschädigung enteignet. Das enteignete Vermögen wird Eigentum des Landes, in dem das betreffende Fürstenhaus bis zu feiner Absetzung oder Ab­

dankung regierte.

Das enteignete Vermögen wird verwendet zugunsten der Erwerbslosen, der Kriegs­beschädigten und Kriegshinterbliebenen, der Sozial- und Kleinrentner, der bedürftigen Op­fer der Inflation, der Landarbeiter, Klein­pächter und Kleinbauern, durch Schaffung Siedlungsland auf dem enteigneten Landbesitz.

Die Schlösser werden für allgemeine Wohl­

von

fahrts-, Kultur- und Erziehungszwecke, ins­besondere zur Errichtung von Genesungs- und Dersorgungshsimen für Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene, Sozial- und Klein- inLerheimen und Er-

troffen wurden, sind nichtig." Weiter wurde vereinbart, ba'

der Antrag am Montag, 25. Januar, dem Reichsministe­rium des Innern eingereicht werden soll.

Tagung des demokratischen Parlei- ausschusses.

Berlin, 24. Jan. Wir das Nachrichtenbüro des Verev 5 Deutscher Zeilungsverleger mittcilt, trat der Parte auS'cbuh der deutschen Demokratischen Partei '-eilte in Berlin zu einer Tagung zusammen. an der die neuen hemotiatifchen Reichsminister Dr. Külz und Dr Reinl o'd sowie auch Dr. Geßler teilnabmen- I» einem einleitenden Referat betörte der Parteivorsitzende Abg. Koch, an der langen Dauer des regierungSlo'en Ku andes fei die falsche Handhabung unseres pol tische» Sy ems, die die Verhandlungen viel zu sehr den Parteien überlasse, anstatt Sie einem führen­den Manne anzuvertrauen, nicht gan: ohne Schuld. Der Parteiau-st stimmte drei Ent­schließungen zu die u. a. Mn Parteivorntzenden Koch das volle Vertrauen auesprechen und bedauern, daß die Sozialdemokratie in partei-egoistischer Weise ihre Mitwiriung an der Regierung versagt bat. Die Nach giebigkeit des Reichskanzlers gegenüber den partiku- ariüffchen Tendenzen der BayerischenVolkspartc wird

verurteilt.

müsse auf

Die Jon »Politik der th uen Rcglerung dem Boden der Republik und

durch den Locarnopakt

oer Reichseinheit d e

bedingte politische Linie foitütz n. Notwendig sei eine Rcpiiblikaniüerung der Verwaltung und Av- iteDimg der außeioidentlichen Mißstände in der Justiz, den Universitäten usw. Der viel st von Locarno muss sich vor allem in einer sofort! en und sichtbaren Aenderung der BesatzungSregimeS auswirkcn und auch dem Saargebiet in lürzefter Frist die Möglichkeit g'ben, in tretet Abstimmung ie ne Zukunft zu b.- nimmen. Der Par- iausschuß erörterte auch die Frage der Fürstenabfindung.

Keeresoerwaliuug und Schwarze Reichswehr.

Berlin, 21. Januar. Im Reichstag find ge­legentlich der Debatte ü er lie Einsetzung eines Untersuchung, ausschusses wegen der Fememorde Angriffe gegen die Heeresverwaltung echoben worden, deren Erörterungen dem Unrersuchungs- ausjchuy Vorbehalten bleioen muß. Heute sei nur festgestellt, daß die Behauptung, ein Regiment der Cchwurz n Reichswehr nabe vor dem Re.chsw.hr- minisler und dem Chef der Heeresleitung einen Parademarsch ausfuhren dürfen, unwahr ist.

Reichsgründungsfeier in Buenos Aires.

vuenos Aires, 22. Jan. Die Jahresfeier der Gründung des Deutschen Reiches wurde diesmal durch die hiesigen Deutschen festlich begangen, war sie doch gleichseitig eine Feier für die Anwesenheit des KreuzersBer­lin". Die Feier vereinigte mehr a s 6000 Deutsche und gestaltete sich zu einer machtvollen Kunogebung, - für das Deutschtum. Prof. Lehmann Nitzsche mehrere verletzt.

hielt die deutsche Festrede Er forderte alle An­wesenden zur Einigkeit über alles Trennende hin­weg auf und betonte, daß trotz der Veränderung der Staatsform vor allem die Einheit des Reiches gewahrt geblieben sei. Der Kommandant des Kreu­zersBerlin", Junkermann, dankt« für bett großartigen Empfang.

Buenos Aires, 22. Jan. Eine Abordnung des KreuzersBerlin" begab sich auf den deut­schen Friedhof und legte am Kriegerdenkmal einen Kranz nieder. Zu Ausflügen in die Umgebung hatte der Präsident der Republik seine Jacht zur Ver­fügung gestellt. Außenminister Dr. Gallardo und der Gneralsekretâr des argentinischen Heeres, Gene­ral Uriburu, tarnen an Bord des Kreuzers, um Gegenbesuche obzustatten. Abends fand ein Fest­essen in den Räumen des Deutschen Ruderclubs Teutonia" statt, das alle Deutschen, dber auch die Spitzen der argentinischen Regierung vereinigt«.

Buenos Aires. 22. Jan. Vom Kommandanten des KreuzersBerlin" Junkermann und dem Dffi- zierkorps wurde am Grabe des Generals San Mar­tin ein Kranz nièderglegt. Abends war Empfang und Ball im Deutschen Club. Sämtliche Zeitungen veröffentlichten wiederum reich illustrierte Bericht« über die Feierlichkeiten und den Besuch des deut­schen Kreuzers.

Die preutzischen Slaalsfinanzen tat Dezember 1825.

Berlin, 23. Jan. Die Einnahmen des preußische« Staat 8 betrugen laut Preußischen Pressedienstes in: Dezember 1925 insgesamt 167,7 Millionen Reichs­mark, die Ausgaben 184,5 Mill. Reichsmark. ES ergibt sich also ein Defizit von 16,8 M Dienen Reichsmark. Tie Gesamteinnahmen deS LtaateS in der Zeit vom L Spul 25 bis 31. Dezember 25 betrugen 1,758,5 Millionen, die Gesamtausgaben 1,868 9 Million« Reichsmark. ES ergiebt sich also somit ein Defizit während dieser Zeit von 110,4 Millionen Reichsmark. Die webcnve Schuld des preußischen Staates betrug für Ende Dezember 1825 74,8 Millionen Reichsmark.

Kardinal Mercier +

Dâsirè Joseph Mercier wurde am 21. 11. 185t in dem kleinen Chateau du Castegier, nahe Braine d'Alleud bei Mecheln, geboren, wo sein Vater, einer angesehenen Familie entstammend, als Maler lebte. Er trat im Jahre 1870 in das Priesterseminar in Mecheln ein und wurde 1874 zum Priester geweiht. Als Direktor des Philosophischen Instituts der Uni­versität Löwen veröffentlichte er mehrere philo­sophische Werke von Bedeutung. Als Nachfolger des Kardinals Goosens wurde er im Jahre 1906 Erzbischof von Mecheln und Primas von Belgien. Ein Jahr später, durch das Konsistorium vom 15. April 1907, wurde er in das Kardinalskollegium ausgenommen.

Während der 50 Monate andauernden Be­setzung Belgiens durch die deutschen Truppen wäh­rend des Weltkrieges war der Kardinell Mercier die Seele des moralischen Widerstandes der Bel­gier. Fuß bei Fuß rang er mit den deutschen Gouverneuren Frhr. v. Bissing und Frhr. v.-Fal- kenhausen um die letzten Rechte der belgischen Selb­ständigkeit. Ende 1915 reifte der Kardinal mit freiem Geleit der deutschen Behörden Nach Rom. wo er mit dem Papst verhandelte. Gleichzeitig hielt er in verschiedenen Städten Reden gegen Deutschland. Als er dann nach seiner Rückkehr abermals einen gegen die Deutschen gerichteten Hirtenbrief erließ, erhièt er eine durch Veröffentlichung des betr. Schreibens in den Zeitungen verschärfte Warnung von feiten des Gouverneurs Frhr. o. Bissing. M. hielt sich dann bis zum Ende des Krieges mehr zurück. .

Nach dem Kriegsende unternahm er eine Pro­pagandareise nach Amerika, von der er in die Mil­lionen gehende Gelder, teils zum Wiederaufbau der Löwener Hochschule, teils sonst zu mildtätigen Zwecken, mitbrachte.

Belgische Kabinettskrise.

Paris, 24. Januar. Nach einer Meldung bet Information" aus Brüssel. scheint die Demission des Generalstabschefs Maglinse dis Stellung der Regierung erschüttert zu haben. Er sei so gut wie sicher, daß Kolonialminisvr Carton, St.nenmtniper Rolin Iacqumyns und Landwirtschaftsmmlster van de Byvare znrücktreten würden.

Französisch - chinesischer Zwischenfall.

P a r i s, 24. Jan. wie Havas aus Hong­kong gemeldet wird, drangen in pakhoi in der Provinz Kuankung chinesische Truppen in bas französische Hospital ein und holten die franzö­sische Flagge nieder. Den Versuch, auch die Flagge vom französischen Konsulat viederzu- holen, gaben sie auf, chs der Konsul der Wache befahl, gegebenenfalls das Feuer zu eröffne«.

Gebäudeeinsturz in Rumänien.

E r a l o v a, 22. Jan. Beim Einsturz eine« Sneichers wurden fünf Personen getötet und