Mittwoch den
13. Januar
Nr. 10
Vermischte Nachrichten.
Heues von Kaiserin Aika. Slmerikanische Slotter bringen das Bild der früheren Kaiserin von Oesterreich. Sie fügen hinzu, die Kaiserin würde persönlich in einem amerikanischen Filmschauspiel mitwirken, welches den Zusammenbruch des Hauses Habsburg zum Inhalt habe. Uns erscheint diese Nachricht durchaus unwahrscheinlich.
Portier und — Millionär. Wie aus Budapest berichtet wird, kam dort vor einigen Tagen »in armer Portier zu ungeahntem Reichtum. Ein vor 37 Jahren in Australien verstorbener naher Verwandter des Portiers hatte diesem 15 Millionen Pfund Sterling hinterlassen. Seit 1888 hatte man sich bemüht, den Erben jestKistellen, was erst jetzt gelungen ist. Dem
Portier wurde die Mitteilung, daß er glücklicher Besitzer von 375 Milliarden ungarischer Kronen werde. Dieser nahm die Nachricht mit großer Gelassenheit auf und bemerkte dazu, daß er aber doch seine Stellung als Portier bcibehaUen wolle, bis das Geld in seinen Händen sei.
Eine Frau, die ein luxuriöses Leben führt, und ihre Kinder aus den Beckel schickt. Im Laufe des Monats Dezember sprachen in Paris bei vielen Fabrikanten, Kaufleuten und anderen reichen Leuten drei Knaben im Alter von 14, 15 und 16 Jahren vor, mit der Angabe. sie seien Waisenkinder, ihr Vater sei russischer General gewesen, der in der Revolution habe flüchten müssen und seitdem verschollen sei. In einem Schreiben, ausgestellt von einer angeblichen früheren Erzieherin der
Kinder, mit Namen Marin, wurden die Angaben bestätigt und noch hinzugefügt, daß die Kinder ohne irgend welche Mittel seien- Viele gute Seelen ließen sich dadurch bewegen, den drei Jungen ansehnliche Geldbeträge zu geben. Als die Polizei schließlich von der Sache er« uhr, stellte diese nach eingehender Unter- uchung fest, daß es sich um die Kinder einer wlnischen Lehrersfrau handelte: diese kehrte in den vornehmsten Hotels ein und schickte dann ihre Kinder auf den Bettel aus. Der Erfolg desselben gestattete ihr, ein luxuriöse-, Hotelleben zu führen. Die Untersuchung ergab, daß sie ähnliche Betrügereien auch in Marseille, Voulouse, Brest, Bordeaux usw. betrieben hatte.
Unmenschliches Handeln. — 14 Reger verschiedener Staaten gelyncht. Aus Detroit (Ver.
Staaten) wird gemeldet, daß die Kommission zur Förderung guter Beziehungen der ver- schiedenen Rassen einen Bericht über ihre Tätigkeit im Jahre 1925 herausgegeben hat. Daraus ergibt sich, daß der Rassenhaß noch immer zahlreiche Opfer fordert. So wurden im Jahre 1925 allein 14 Neger gelyncht. In dem Bericht wird die Hoffnung ausgedrückt, daß im Jahre 1926 eine Wiederholung derartiger Grausamkeiten nicht mehr Vorkommen möge.
„Am nächsten Morgen" ... In Swansea wollte ein Kriegsinvalide sich mittels eines Strickes aus dem Leben schleichen, der Strick riß. Am nächsten Morgen erhielt er vom Pensionsministerium den Bescheid, daß ihn» die nachgesuchte Rente, wegen deren Nichter- Halt er ^sich das Leben nehmen wollte, be- willigt sei.
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