SOI. Jahrgang.
Hanauer W Anzeiger
General-Anzeiger für die Kreise Kanan Stadt und Land.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, / Fsrnsprech-Anschluß Nr. 1237 und 1238.
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Ar. 6
Freiiag den 8. Januar
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1926
Das Neueste.
— Reichskanzler Dr. Luther ist gestern übend wieder in Berlin eingetroffen. Er wird kn Laufe des Freitags vom Reichspräsidenten zum Vortrag empfangen werden.
— In der ungarischen Frankenfälschungsaffäre wurden weitere Verhaftungen vorge- pommen.
— In einer Erklärung an die Presse äußerte der neue griechische Diktator Pangalos, die nächsten Kammerwahlen würden nach dem
Prinzip der Verhältniswahlen vorgenommen werden. Die Mitglieder des Kabinetts würden sich jeder Parteipolitik fern halten müssen.
— Die seit gestern früh auf London und das Thenyetal niedergegangenen starken Negenfälle haben eine Ueberflutung der Londoner City durch das Hochwasser der Themse verursacht. Auch aus Frankreich wird ein weiteres Steigen des Hochwassers gemeldet.
— Der Präsident von China Tna-Tschi-Jui richtete gestern nacht ein Rundtelegramm an die Provinzen, nach welchem er seine Absicht kundgibt, am 15. Januar von seinem Posten zurückzutreten.
— Der Präsident von 61
Die Peiniper Südtirols.
Die italienischen Machthaber in Südtirol üben gegen die deutsche Bevölkerung eine Tyrannei, wie sie in der Geschichte der europäischen Rechtsstaaten beispiellos ist. Sie zerstören die deutschen Schulen, vernichten die deutschen Bibliotheken, vertreiben die deutschen Geistlichen, schänden die Denkmäler der Jahrhunderte alten deutschen Kultur, suchen durch barbarische Unterdrückungsmaßregeln aller [ Art das deutsche Volkstum zu vernichten — „ haben dann hie Stirn, darüber Be schwerde zu führen, daß die Organe der fchen öffentlichen Meinung außerhalb
’ unglücklichen Südtirols ihre Stimme erheben zu leidenschaftlichen Anklagen gegen die 1 Peiniger der deutschen Volksgenossen. Das ist
■ die vielgerühmte italienische Gentilezza!
Wie die Korrespondenz Herzog aus Innsbruck meldet, erhielt der Tireoler Landes- - Hauptmann den Besuch des italienischen Generalkonsuls in Innsbruck, der im Auftrag I seiner Regierung eine Beschwerde gegen den \ feindseligen Ton der Nordtiroler Presse gegen- [ über Italien vorbrachte. Durch sie würden die ' Deutschen Südtirols in ihrem Widerstand I gegen die italienische Regierung und deren Organe aufgehetzt. Der Landeshauptmann I teilte die Beschwerde in einer Konferenz der I Pressevertreter Nordtirols mit, die sich eine solidarische Antwort vorbehielten.
Die Antwort der Nordtiroler Presse, die f nunmehr ergangen ist, verwahrt sich i gegen die Zumutung der italie- v Nischen Regierung, die moralische I Unterstützung der Südtiroler a u f= l 3 ugeben, und verweist auch darauf, daß ? den deutschen Zeitungen Nordtirols der Ein- - laß in Südtirol praktisch verwehrt werde. Die f Pressevertreter Nordtirols weisen einmütig I M die nationale Bedrückung der Deutschen Sudtirols hin, die sich aus gesetzlichem Wege nicht wehren könnten, auf den Vernichtungskampf der Faschisten gegen die deutsche Schul- - Verwaltung, Gerichtsverwaltung und die Zei- I slNPen. Angesichts der Unter- I druckung der deutschen Presse t Südtirols erklären die Nord- . tlroler Blätter es als ihre Pflicht, L Hèeldungen über die Gewalttaten I Südtirol überallhin zu v er- I breiten. Auch die Postangestellten Nord- I urow drohen mit Repressalien gegen Italien. I m Die Antwort der Nordtiroler deutschen I -presse auf das Vorgehen der italienischen Re- I gierung, das an die Fabel vom Wolf und dem «chaf erinnert, ist kräftig und würdig zugleich. I Was die Reichsdeutschen zu tun haben, um I chre gepeinigten deutschen Brüder in Südtirol I m ihrem heldenhaften Widerstand gegen die I italienischen Unterdrücker zu unterstützen, I haben wir in diesen Tagen erst gesagt. Wir I wiederholen: Haltet enge Verbindung mit den Brüdern in Südtirol, besucht sie, gebt ihnen I Gelegenheit, mit euch deutsch zu sprechen, aber I — rcist nicht nach Altitalien.
I Eine deulsch-nativnale Anfrage an die bayerische Regierung.
I München, 7. Jan. Der Abgeordnete Graf I -"uberg hat mit Unterstützung von Mitglie- I bern der Deutschnationalen Fraktion an die I tnaa'sregierung eine kurze Anfrage gerichtet, I 2 der u. a. gesagt wird: In letzter Zeit dehnen i och die faschistischen Expasionsbestrebungen and)
Der Kamps um hie Midie Lustsahrt
teil
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Paris, 7. Jan. Ueber die gestern offizi wieder begonnenen Luftfahrt-Ve. Handlungen, die am Sitze der Botschafter- konferenz stattfinden, fallen einstweilen keine Mitteilungen gemacht werden. Es kann aber mit Zuverlässigkeit gesagt werden, daß die Besprechungen großen Schwierigkeiten ausgesetzt sind. Die Franzosen bestehen darauf, daß ihnen das Recht des Ueberflisgens deutschen Gebiets gewährt wird, um die Fluglinie Paris—Warschau über Straßburg—Nürnberg wieder in Betrieb setzen zu sönnen. Die deut-
schon Delegierten forderten nachdrücklich das Recht des Ueb erfliegens des R h e i n l a n d e s, welches ihnen aber, wenigstens vorläufig, von den Franzosen nicht zugestanden werden soll. Die englischen Vertreter setzen sich für den deutschen Standpunkt ein. (Die deutsche Forderung nach Gleichberechtigung kann sich unmöglich darauf beschränken, das besetzte Rheinland überfliegen zu dürfen, sondern muß auf dem Recht bestehen bleiben, auch Frankreich überfliegen zu können. Schristl.)
Der Berliner Berichterstatter des „I o u r - n a l" glaubt, daß bei den gegenwärtig in Paris stattfindenden Luftfahrtverhandlungen die Frage der deutschen Handelsluft- schiffahrt keine Schwierigkeiten bereiten würde, falls sich Deutschland verpflichte, keine Militärflugzeuge zu erbauen. Die Alliierten würden es Deutschland g e st a t t e n, auch alliierten Boden zu überfliegen. Nur eine Frage würde große Schwierigkeiten Hervorrufen, nämlich die Ausbildung
Die ungarische FrankensSlschung
Foriführung der Untersuchung
Budapest, 7. Jan. Die Untersuchung in der Frankenfälschungsaffäre hat, dem Vernehmen nach, wieder ein wichtiges Ergebnis gezeitigt. Der technische Angestellte des karthographischen Instituts Geroe sagte in dem Sinne aus, er sei von dem Prinzen Windischgrätz unter der Vorspiegelung, daß es sich um einen patriotischen Zweck handle, dazu bewogen worden, im Keller des Karthographischen Instituts Einrichtungen zur Fabrikation von falschen Franken zu treffen. Im Laufe des Verhörs bezeichnete Geroe die Person, der er die zur Fabrikation der falschen Frankennoten dienenden Maschinen im zerbrochenen Zustande verkauft hat, so daß zu hoffen ist, daß es der Polizei binnen kurzem gelingt, die Maschinen und Klischees aufzufinden. Geroe wurde sofort in Haft genommen. Die Untersuchung ser Richtung fortgesetzt, um feftzust weiteren Beamten des Karthographischen Jn-
wird in die-
[teKen, welche
stituts in diese Angelegenheit noch verwickelt sind. Die Polizei verhaftete ferner einen jungen Mann namens Andor, der eingestand, daß er sich ebenfalls erboten habe, die falschen Frankennoten zu vertreiben. Seine Heranziehung wurde jedoch infolge der Verhaftung des Jan- kovich gegenstandslos. Die Polizei Hofft, daß auch weitere etwa noch vorhandene Franken- bestände beschlagnahmt werden können.
Geroe gab im Verhör weiter an, daß das benutzte Notenpapier durch fünf Angestellte beim Karthographischen Institut hergestellt wurde. Die Angestellten sind geständig. Geroe gab auch an, daß die Klischees von jeder Seite und jedem Farbdruck in je zwei (Vr^ms»™.] hergestellt wurden. Geroe sagte ferner aus, daß 25 000 Stück 1000 Framcuolen berge^eut worden sind. Die fertigen Banknoten seien von Windischgrätz aus dem Kellerraum getragen worden. Die Polizei nahm die Komplizen Geroes in Gewahrsam.
Der Prinz will für Grohungarn gearbeitet Haden.
Budapest, 7. Jan. Dem hiesigen Blatte „Az Est" zufoge hat Prinz Windischgrätz bei seinem Verhör die Gesetzwidrigkeit seiner Taten zugegeben und hinzugefügt, er habe für Groß- Ungarn gearbeitet und werde vor der Geschichte nicht schuldig erscheinen. Als er zuerst von
unverhohlen bis an die bayerische Grenze aus. Kufstefn) ausdehnen müsse. In der Anfrage Man erklärt, daß Italien sich bis an den wird weiter ausgeführt, daß die Italiener in Monte Caravate (Karwendel), nach Porta Südtirol nun daran gingen, den Deutschen Claudia (Scharnitz) und Medullum (Feste Namensänderungen aufzuzwingen, um so
S p o r t f l u g, der große offizielle Subventionen beziehe, keinen militärischen Charakter haben soll, wollen die Alliierten nicht glauben, denn es sei ausgeschlossen, daß man wirklich 600 Leute jährlich im Fliegen ausbilde, wenn diese sich nur sportlich betätigen wollten, während Frankreich und England nur 350 Flieger pro Jahr ausbildeten.
Der Berliner Berichterstatter des „Journal" scheint die Mitteilungen nicht zu kennen, die der größte franz. Flieger-Hauptmann F o n ck vor einigen Tagen amerikanischen Zeitungsvertretern machte. Dieser erklärte, daß Frankreich 7000 aktive Flieger habe und weitere 7000 im Kriegsfälle sofort mobilisieren könnte. Die Zahl der Flieger, die in Frankreich ausgebildet werden, muß also weitaus größer sein, als 350 pro Jahr. Uebrigens erklärte der Berichterstatter des „Journal" ausdrücklich, daß man den Nachrichten keinen Glauben schenken soll, als ob Deutschland irgendwo Kriegsflugzeuge gebaut hätte. Nur die Flug'schulen müßten Unruhe hervorrufen, weil zu viele Leute ausgebildet werden, und hier müsse Wandel geschaffen werden. Außerdem würde man es Deutschland nicht gestatten, Flugzeuge zu bauen, die nur für eine Person Raum gewähren, weil es sich dabei nicht um Transportflugzeuge handeln könne. Man werde ferner Deutschland nicht gestatten, gepanzerte Flugzeuge zu errichten, die durch elektrische Wellen betrieben werden. In diesem Punkte mußten die Berliner Vertreter nachgeben, weil sonst die Verantwortlichkeit für --s^cheiternde^Verhaâmrge^E^ie^iâ.
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'einem Diener Kovacs von den Frankenfäl
schungen erfahren habe, habe er Nadossy ge= fragt, ob' er Anzeige erstatten solle. Da aber )er Polizeichef keine Anzeige für notwendig gehalten habe, habe auch er es nicht für feine Aufgabe angesehen, Anzeige zu erstatten. Als
fgabe angesehen, Anzeige zu erstatte: sich später mit Nadossy unterhielt, sche Frankennoten ins Ausland g
:, daß
er
falsche Frankennoten ins Ausland geschickt worden seien, habe er den Eindruck bekommen, daß Nadossy bereits darüber informiert war. Nadossy habe sicher ebensogut wie er selbst gewußt, wer die Urheber und Helfershelfer seien
und wo die Noten gedruckt werden.
Nach dem gleichen Blatte erklärte Nadossy in seinem Verhör, daß er nicht aus Gewinnsucht gehandelt habe. Es sei richtig, daß er dem Obersten Jankowicz die Kurierlegitimation verschaffte und dessen Pakete mit den gefälschten Banknoten amtlich versiegelt habe. Er habe aber nicht gewußt, daß "dieser die gefäschten Noten im Ausland in den Verkehr bringen wollte. Er leugnete schließlich, daß er bei den Recherchen wegen der Fälschungsaffäre irgendwelchen Einfluß auf den Gang der Untersuchung genommen habe.
Kausfuchungen und neue Verhaftn en.
Prag, 7. Jan. Das Tschechoslowakische Pressebüro meldet aus Unavar: Im Zusammenhang mit der ungarischen Falschmünzerangelegenheit hat die hiesige Polizeidirektion gestern Haussuchungen bet den Führern der ungarischen politischen Parteien sowie in deren Sekretariaten und in den Redaktionen der ungarischen Blätter Karpatho-Rußlands durchgeführt. In Ungvar wurde ferner gegen den Führer der Ungarisch-Christlichsozialen, Arki-Akose, ein Haftbefehl erlassen, der in seiner Wohnung interniert wurde. Die Polizei hat festgestellt, daß allein für die Gehälter der Sekretäre in sieben Sekretariaten und für die Redakteure von vier Blättern 55 000 Kronen monatlich notwendig waren, wobei fast keine Einnahmen vorhanden waren. Nach den Aussagen der verhörten Personen wurden diese Ausgaben von Senator Ergy und dem Abg. Sandor Korlat bestritten, welche beide in Ungarn weilen.
Wien, 7. Jan. Die Blätter melden aus Budapest, daß der Direktor der Windischgrätzer Weinverwaltungsgesellschaft, Halsz, verhaftet wurde.
das Deutsche wenigstens äußerlich ganz vev schwinden zu lassen. In Deutschland lebend, Italiener schlössen sich zu faschistischen Gruppe« zusammen und trügen ihre deutschfeindliche« Faschistenabzeichen offen zur Schau. Die Anfrage richtet an die Staatsregierung bk Frage, ob die Bildung fafchistischer Ortsgruppen vor allem in München bekannt sei und welche Beweggründe die deutsche Regierung habe, diese deutschfeindlichen faschistischen
zu dulden.
Die Beratungen über die gBrftev- abfindungen.
Berlin, 7. Jan. Der Rechtsausschuß des Reichstages begann unter dem Vorsitz des ^^& Dr. Kahl (D. Vp.) mit den Beratungen über die vermögensrechtliche Auseinandersetzung mit den früher regierenden Fürstenhäusern. Zur Behandlung standen ein demokratischer Antrag, der die Länder ermächtigen soll, die oermögensrechtliche Auseinandersetzung, soweit sie noch nicht stattgefunden hat, durch Landes- gesetz unter Ausschluß des Rechtsweges zu regeln, und zwei kommunistische Anträge, dre das Vermögen der ehemals regierende« Fürsten ohne Entschädigung enteignen und alle Rechtsstreitigkeiten darüber bis zum Jn- frafttreten einer reichsgesetzlichen Regelung ausgesetzt wissen wollen. Von dem Vertreter des preußischen Finanzministeriums wurde dem Ausschuß eine Denkschrift vorgelegt, die in sehr ausführlicher Weise die vermögensrechtliche Auseinandersetzung zwischen dem preußischen Staat und dem vormals regierenden Königs-: haus behandelt.
Im Anschluß daran wurde ausgeführt, bafi wie in anderen monarchisch regierten Staaten, |o auch in Preußen, oer Träger der Krone «mb die Mitglieder des regierenden Haufes in ver- mögensrechtlicher Beziehung eine eigenartige Sonderstellung besessen haben, die mit der Staatsumwälzung ihr Ende fand. Sie sind nicht nur Nutznießer ihres Privateigentums gewesen, sondern in ihrer Eigenschaft als Angehörige des Herrscherhauses in weitgehendem Umfang gleichzeitig auch Besitzer und Nutznießer staatlichen Eigentums- Hierbei wäre« die Grenzen zwischen dem Privateigentum und dem Staatseigentum niemals klar festgestelS worden- In der Hauptsache sei die Beurteilung des vermögensrechtlichen Verhältnisses des Hauses Hohenzollern zum preußischen Staat abhängig davon, in welchem Sinne und irr welchem Umfang der Grundbesitz, der in bet alten Zeit den Kern der Vermögensrechte der landesherrlichen Familie bildete, als Domänen« gut in das Eigentum des Staates überging.
Der Vertreter des Preußische« Finanzministeriums gab darauf die wichtigsten zahleinnäßigen Angaben des Vergleichs zwischen Preußen und dem königlichen Haus wieder. Nach dem Vergleich soll der Staat erhalten: Die Kronschlösser mit dem historischen Mobilar und den Gärten, die Kunstwerke in den Berliner Museen und die Schatzgalerie in München, die Kroninsignien, die Verfügung über das Hohenzollern-Museum, die Hausbibliothek und das Hausarchiv nach Maßgabe besonderer Besftmmungen, die Theater mit dem Theatersonds, 111 000 Morgen Land und Forst, die Hausgrundstücke in Berlin und Potsdam mit einigen Ausnahmen, ferner die Kronfideikommißrente. Das vormalige königliche Haus soll erhalten: einzelne Schlösser (das Palais Kaiser Wilhelms I. und das Niederländische Palais- Bellevue, Babelsberg), einzelne Hausgrund- stücke, das Gebrauchsmobilar und den Fa- milienschmuck. den restlichen Land- und Forsk- besitz, rund 290 000 Morgen, und 30 Millionen Reichsmark. Die 30 Millionen entsprechen etwa dein Werte des dem Staat zufallenden Grundbesitzes (Güter, Forsten und Nutzgrundstückch.
Nach verschiedenen, die Generaldebatte vorbereitenden Fragen beschloss der Aue^ ^ um die persönliche Anwesenheit des Finanzministers zu ersuchen. Der Vertreter Thüringens erklärte, daß die thüringische Staatsregierung nicht in der Lage sei, beim Reich den Erlaß eines Reichsgesetzes über die ent« chädigungslosc Enteignung anzuregen, da eine derartig« Enteignung mit dem allgemeine« Rechtsempfinden und mit den Grundsätzen her Reichsverfassung nickst im Einklang stehen würde. Der Vertreter Thüringens wird seinen Bericht morgen fortsetzen. Vorher wird noch, der preußische Finanzimnifter Auskunft üb«’ die Stellungnahme der preuWdien Regierung in der Absindungsfrage geben. Der AusühnV