201. Jahrgang.
Erscheint täglich mit Ausnahme -er Sonn- und Feiertage. / Fernjprech-Anfchluß Nr. 1237 und 1238.
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Nr. 2
Wonlag den 4. Januar
1926
Das Neueste.
— Das Hochwasser des Mains ist wieder tm Fallen begriffen; die Kinzig ist heute wieder etwas gestiegen.
— Der Reichstag tritt am 12. Januar wieder zusammen.
— In Rüdesheim verübten die Einwohner an früheren Separatisten Volksjustiz.
— Aus Karlsruhe wird gedrahtet: Die interalliierte Militärkontrollkommission ist endgültig nach Frankreich abgereist. Die Militär- kontrolle hat dadurch ihr Ende gefunden.
— In Griechenland ist die Militärdiktatur proklamiert worden.
/ — Auf den Schah von Persien wurde ein Attentat verübt.
Vor dem Ende der psMifchsn Psufe.
Die Rückkehr des Reichskanzlers. — Reue Verhandlungen über die Regierungsbildung. — Deutsche Gegenleistungen für die Abkürzung der Besatzungsfristen?
In dieser Woche wird der Reichskanzler Dr. Luther von seinem Ferienaufenthalt in Süddeutschland nach Berlin wieder zurückkehren und damit wird die politische Pause ihr Ende erreichen. Der Reichspräsident hat nach dem Scheitern der ersten Derhandlun-gen über die Regieungsneubildung die weiteren Schritte bis zum neuen Jahre vertagt. Weilt Dr. Luther wieder in Berlin, so wird der Reichspräsident voraussichtlich sehr bald die Verbindung mit ihm aufnehmen, um die Verhandlungen über die Regierungsbildung wieder in Fluß zu bringen. So weit man den Lauf der Dinge im vor- 'uü» Übersehen lamr, wird es sich dabei um eine Berufung des bisherigen Reichskanzlers handeln. Nimmt Dr. Luther den Auftrag an, so wird er die Bildung einer Minderheits- regirung als einzige Möglichkeit vor sich sehen. Man kann damit rechnen, daß die große Koalition noch einmal in der öffentlichen Diskussion auftaucht. Das Zentrum hat auch nach dem Scheitern der Koch'schen Verhandlungen an dem Gedanken der großen Koalition festgehalten und bei dem Wiederzusammentritt des Reichstages werden von dieser Seite aus die Verhandlungsfäden mit der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion wohl noch einmal angesponnen werden. Der Fehlschlag dieser Bemühungen aber ist sicher vorauszusehen.
In einem Teil der Linkspresse ist die Behauptung aufgestellt worden, der Streit um die Besetzung der Völkerbundsposten in Genf sei angestlftet worden, um die Parteien der Locarno-Politik von einander zu trennen. Diese Kombination ist sofort in sich zusammengefallen, weil ja die Beschwerde über gewisse Schritte nachgewiesenermaßen von Genf, vom dortigen Generalsekretariat des Völkerbundes ausgegangen ist. Das Zusammenhalten der bürgerlichen Parteien, die für Locarno gestimmt haben, ist durch diese ganzen Vorgänge in keiner Weise gefährdet. Ebenso vergeblich i,! es, dem gegenwärtigen Kabinett, das ja vermutlich zum großen Teil in das neue übergehen wird, grundlegende Meinungsverschiedenheiten anzudichten Ein solcher Versuch liegt in der Behauptung, Dr Stresemann sei für einen französischen Kompensationsvorschlag zum Zwecke der Abkürzung der Besatzungsfristen eingetreten, während Dr. Luther davon nichts wissen wolle. Diese Meldung ist amtlich dementiert worden. Es steht fest, daß im gegenwärtigen Kabinett keine Meinungsverschiedenheiten der erwähnten Art bestehen- Gewi^ gehen die Verhandlungen über den weiteren Abbau der Besetzung des Rheinlandes weiter, und in ihrem Verlaufe sind von französischer Seite in der Tat Vorschläge wirtschastlm,ec uno finanzieller Art gemacht worden, die gewissermaßen deutsche Gegenleistungen gegen fran-ä' fische Zugeständnisse in der Besatzungsfrage verlangen.
Auf deutscher Seite herrscht wohl volle Einigkeit darüber, daß die Erleichterungen im Rheinlands und die Verkürzung der Ve- satzungsfristen als Rückwirkungen vom Vertrage von Locarno auszugehen haben. Wenn England und Frankreich auch keine bindenden Zusagen nach dieser Richtung gemacht haben, so haben sich doch sowohl Chamberlain wie auch Briand zum mindesten moralisch dafür verbürgt, daß der Sicherheitspakt sich in einer rascheren Befreiung deutschen Landes auswirken muß. Deshalb müssen wir auch unter allen Umständen darauf bestehen, daß die Abkürzung
MililäröiKlalur in Griechenland.
Ministerpräsident, General Pangalos, proklamierte am Sonntag nachmittag in Athen mit
Zustimmung des Heeres die Diktatur. Vor der
Munizipalgarde hielt Pangalos eine Rede in der er erklärte, daßder Parlamentarismus eine Niederlage erlitten habe und daß der Zusammenbruch in Klein-Asien auf die Rückkehr Deniselos nach Athen im Jahre 1920 und auf die von ihm bewirkten
Wahlen zurückzuführen sei. Pangalos teilte weiter mit, er wolle die angekündigten Wahlen für Senat und Kammer nicht vornehmen lassen.
Kürzlich noch hätten einige Führer der republikanischen Partei in Genf den Bulgarien Argumente gegen ihr eignes Vaterland gegeben. Ich werde, so erklärte Pangalos, das Vaterland
allein mit Hilfe des Heeres retten. Bald wird dieses Heer zu den ersten auf dem Balkan zählen. Auch die Flotte wird mich bei meinem Wiederaufbau des Vaterlandes unterstützen, nachdem sie reorganisiert und zur Beherrscherin des östlichen ägäischen Meeres aufgerückt ist.
Rach einer Meldung der „Monkagspost" hat die griechische Polizei in der Rächt zum Sonntag etwa 400 Kommunisten verhaftet, die nach den Inseln des ägäischen Meeres verschickt werden sollen. Die Verhafteten haben angeblich versucht, sich die griechischen Mobilisierungspläne zu verschaffen, um den beabsichtigten Staatsstreich besser durchführen zu können.
der Besatzungsfristen und die sonst in Aussicht gestellten Rückwirkungen nicht etwa von wirtschaftlichen und finanziellen Leistungen Deutschlands abhängig gemacht werden. Das hindert nicht, daß wir auf wirtschaftlichem Gebiete zu einem Uebereinkommen mit Frankreich gelangen. In diesem Sinne führen wir ja die Handelsvertragsverhandlungen mit der französischen Regierung. Wir haben auch nicht das geringste Interesse an einer weiteren Verschlechterung der französischen Währung, im Gegenteil! Unsere Ausfuhrindustrie leidet sehr stark unter der französischen Inflation, da die französische Industrie billiger ausführen kann. Deshalb kann es uns nur recht sein, wenn es gelingt, Die französische Währung wieder aus feste Füße zu stellen. Im französischen Haushalt wird das französische Kabinett selbst das Gleichgewicht Herstellen müssen. Das ist die erste Voraussetzung für eine Befestigung der französischen Währung. Die zweite ist eine befriedigende Lösung der Kriegsschuldenfragen. Solange sich Frankreich nicht mit seinen Kriegsgläubigern, insbesondere mit den Vereinigten Staaten, geeinigt hat, solange wird auch seine Währung nicht zur Ruhe kommen. Man geht wohl nicht fehl mit der Annahme, daß unter den vielen Versuchen einer solchen Regelung auch die Verwertung der deutschen Eisenbahn-Obligationen zu Gunsten Frankreichs eine Rolle spielt. Dieser Plan soll, wie wir hören, bei den Verhandlungen, die der Generalagent der Reparationen, Parker Gilbert in Newyork führt, eine wesentliche Rolle spielen. Es kommen dabei in Betracht einmal die Schuldverschreibungen im Nennwerte von elf Milliarden Goldmark, die von der Reichsbahngesellschaft der Reparationskommission zur Verfügung gestellt worden sind, zum andern die Vorzugsaktien im Betrage von zwei Milliarden Mark. Der Gedanke ‘ liegt nahe, diese Beträge auf irgend eine Weise nutzbar zu machen. Was die Stammaktien im Betrage von 11 Milliarden anlangt, hat die Reparationskommission von vorherein die Möglichkeit, sie auf den Markt zu bringen. Hierbei kommt aber in Betracht, daß die deutsche Eisen- bahngesellschaft erst von ihrem vierten Ve- triebsjahre ab verpflichtet ist diese Aktien in voller Höhe mit 5 Prozent zu verzinsen und einen Prozent zu amortisieren. Auch bei den Vorzugsaktien gibt es insofern eine Einschränkung, als die Eisenbahngesellschaft während der ersten zwei Betriebsjahre verpflichtet ist, den vierten Teil der Aktien, d. h. ein Betrag von 500 Millionen Goldmark zu verwerten. Der Rest kann vor Ablauf dieser beiden Jahre nicht flüssig gemacht werden. Außerdem ist bestimmt, daß die Reichsregierung den Erlös der Verwertung während der ersten zwei Betriebsjahre ganz für die Ausgaben des Reiches in Anspruch nehmen kann. Selbstverständlich bilden diese wenn es sich darum handelt, die Eisenbahn- Obligationen schon jetzt so auf den Markt zu bringen, daß Frankreich sie für eine Stabilisierungsanleihe verwenden kann. Man kann annehmen, daß sich der Generalagent in Newpork Mühe gibt, diese Hemmungen in irgend einer Weise zu mldern oder zu beseitigen. Von Deutschland wird man billiger Weise nicht verlangen können, daß es zu demselben Zweck besondere finanzielle
-'r b-angt, die über das Maß dessen hinausgehen,, was in dem Reichsbahngesetz uno in uen Satzungen der deutschen Reicks-
Zur Kaltung Amerikas in der AbrUftungsfrage.
London, 3. Jan. Der »Oblerver' berichtet artS Waihington, Amenka werde an jeder aufrichtigen See wegung, die sich die Abrüstung zum Ziel fitzt, teil- nehmen, ja werde sogar bereit sein, bie Führerschaft 'm bei zu übernehmen, ohne Rück icht darauf, ob di« Konferemz in Amerika oder Europa stattfinde. Di» Talsache aber, daß Amerika in der Frage der Ab« iüâung zu Lande bereits weitere Schritte tat, all von irgend jemand je gefordert wurde, veranlasse, so betont das Blatt, die aniertfantfcben Führer zu der Ansicht, daß Amerika nicht in bet Lage ist, in diese» Zünfte die Führerschaft zu übernehmen, da eS seine Opf r im " ustausch für andere Opfer bring n kann. Was jedoch die Vermlnderung der F ottenrüstungen betreffe, io sei Amerika in der Lage, das größte Dp* er m bringen und fei daher auf Diesem Gebiete bereit, iedes Maß der Verantwortlichkeit für die Führerschaft zu übernehmen.
Die französischen Sozialisten gegen eine Teilnahme an der Regierung.
Paris, 3. Jan. Heute haben die meisten Be» zirksvereinigungcn der Sozialistischen Partei ihr« Delegierten für den am 10. Januar in Paris stattfindenden außerordentlichen Sarteifongrefj bestimmt, ter über bie Haltung cnticheicen soll, bte die Soziali» frische Partei zur Fraae einer eventuellen Beteiligung der Sozialisten an der Neuerung etngunebmen habe.
Die BeznkSver inignng ces Departements der Rhâuemündung hat sich mit 225 von 250 Stimmen gegen die Befestigung an ber' Regierung ausge» 1 prodien. — Die Bez-rksvereiuigung von Chambery hat mit 33 gegen 26 Simmen ebenfalls gegen die Beteiligung an der R gierung gestimmt. — Die Be» zirlsverclnigung bet Ost-Pyrenäen hat fick jedoch mit allen gegen neun Stimmen für eine . eventuelle Beteiligung der Sozialisten ( an oer Negierung ausgesprochen. — Son besonderem Interesse ist bte Stellungnahme der einflußreicher; Bc» Zlrkevereiniaung be® Seinevtparkemenis, bis heute in Abwesenheit des sozialistischen Abgcoidneten Lsoa Slum tagte Der Abg. Blum hat jedoch in einem DD- .Stellung apouBjtit und sich gegen btt Be» teiligung ausgesprochen. Der Bezirkstar _bat noch feine Befchlüsse gefaßt, sondern eine Kommission von .4 Mitgliedern eingesetzt, die eine Resolution über 0« Beteiligung an der Regierung ausarbeiten soll. Nächsten Freitag wird eine neue eign u ftattfin.cn, n oer über diese Resolution abgeftimmt werden iolU
Im übrigen liegen bisher folgende weiteren Er» gebniffe über sozialistische B^schlüpe vor. Es haben abgesummt für eine Sete ligung ander Regierung: bte Üezirlsveib.inoe der Depaetem iits Allier, FlNisterr«, Herault, für eine beomite Teilnahme die Depulte» ments La:d, Gironde, Tarn und Bar. Gegen ein« Beteiligung an der Regierung stimmten bie Bezirk», verbände der Departements eaoue, Somme und Soirt,
Vor einer Offensive AbD el Krims?
Paris, 8. Jan. Das „Journal" veröff-tttlicht eine Meldung aus Rabat, wonach Abd el Krim demnächst w -der die D r t e n f t o e aufnehmen wolle. Um men allgemeinen Zulammenbruch seiner Streit» fräste zu vermeiden, gebe er mit den strengsten Mitteln vor Sein Bruder Valle sich gegenwärtig bei den Dlcheballa aus. Er bade die Führer zuummeuberufen, um die Lage zu beipicdum und Maßnahmen gegen Den Abfall weuerer Stämme zu liessen. 5m allgemeinen rüsteten sich die Nifleute wieder an der ganzen Âiont. S e Wien entschlossen, bis zum Aeußerste» zu kämpfen.
Zum Thronverzicht des rumänischen Kronprinzen.
Bukarest, 3. Sau. Die Agentur Orient Radio meldet: Die Zeilungen sprechen allgemein Bedauern über den Beschluß des Prinzen Carol aus, dem Dhron zu >nt agen. Es wird h rvor -hoben, daß der Prinz im Laufe der fitzten Jatue nun zum dritten Male den Entschluß entarte, dem Tmone uns den Vorrechten beS Königshauses zu entsagen. Ww wir er» fahren, sind bie B weggiünde ausschließlich privater und in keiner Weife politiicher Art. ^ie Kammer tritt morgin zu am men, um von dem Lvronoerzicht ees Plauzen Carol und von der llebertragmig der Tiiroiiiichle gemäß Den Bestimmungen der Verfassung auf seinen So km, den Prinzen Mihai. Kenntnis zu neunten. Bei derselben Gelegenheit werden Kammer und Senat aufgeiouert, über die Vcrfüguiigen Beschluß zu fassen, bie angesichts der neuen ^age der Dunge erfoid-rlich werden. Der Mm'.-ierpraudent und JusuzmiNister sind heute nach Stuata avgereur, um Diese Beifügungen bem Sönige zur Genc. Mlgung zu unterbreiten. Kammer unb Senat werden du A. ge» k^nucit i i einer Stsnna zum Avl-tzluß bringen ut» sieg darauf wud.r vertag; ;.
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Wie die „Monia spost" aus Bukarest meldet, hat bet aus Venedig zurückgelehrlc Minister des lönigiichen Hauses ein neues Schreiben des nach der Schwei, abgereiften Pr nzen Carol mitgedracht, in dem Carol baruni bittet, den Namen „Scarla: Monaftireanu" annehmen zu dürfen. Scarlat ig die rumänische Bezeichnung für Karl, wahren Mona stirèai u der Name des rumänischen Land gutes des Prinzen Carol ist. Wie verlautet Hak Prinz Carol drei Br eie an feine Famiuenangs hörigen gerichtet uns zwar einen an innen Vater einen an leine Mutter und einen dritten an wtw
bahngesellschafff ausdrücklich festgelegt worden ist. Die Verkürzung der Besatzungsfristen ist Deutschland zugesagt und wir haben keine Ursache, dieses Versprechen nun noch zu bezahlen.
„33emmg’e Slaalen von Europa."
Pa iS, 2. Januar. Zn einer Rundfi age, ote der „Zntrarsigeant" über die Zukunft Europas und be- ionders die Frage rer Vereinigten Staaten von Eurova veranstaltet hat, befinden sich neben Aeuff rungen von ranzolen, Amerikanern, Enalönoer und Spaniern auch Aeusserungen von zwei Deutschen.
Re>chèweb> minister Dr. Geßler schreibt: Nach meiner Ansicht ist die Wiederteistellung der europä scheu robbantat eine Notwendigkeit, wenn man die gemeinen Interessen der europäischen Zivilisation und der europäischen Wut chart wahren will. Wenn man von dieser Notwendigkeit überzeugt ist und wenn man der Vernunft gen Evolution der Menschheit Vertrauen chenkt. wird man trotz aller Hindernisse in - emlich kurzer Zeü unter dein Drängen der Not Eui opn? eine Seite iöta una erhoffen können. Ich wünsche sodann die Vereinigicn Staaten von Europa unter der Beduwung, daß sie auf den gleichen Rechten er Völker gegründet weiden, deren Freiheit nur in em Maße beschränkt werden dürfe, als das zur Schaffung diewr Vereinigten Staaten notwendig sein bürst è. Von diesen wirtschaftlichen Fragen ausgebend wird man sich allmählich einen Weg zu oieiem Ideal entehrten können.
Professor Einstein bat erklärt: Es ist zwecklos 'ch den Kopf zu zerbrechen da über, ob mir sic herein io teil Ltüatcn von Europa ve, wirklichen können. Wenn Europa bim Bedeumag aufrecht ei halten will, ino die herein gten Staaten ein kategorisches Gebot.
Vslksfusttz an Separalisten.
Berlin, 3. Iw uar. In -.üoestwim tat sich die SoUSjufti; geaen die Separatisten nach Abzug der ianzösstchen Besatzung in der Ncuja rsnaSt aué> gewirkt. Ungefähr zwanzig b.s drcnug Penonn g ngen, mit Wurfgeschossen, wie Sfleüerbeuten, Uaschen und dergleichen, gegen die anwefindm Separa- listinfiihrer vor und verübten gro en Schaden. Wenn man die Justiz auch n-cht guthcrßcn wird können, so kann der, der mit erlebt hat, wie im Jahre 1922 die Einwohner von den separatistischen Horden drangsaliert wurden, den Ausbruch eine® solchen Zorn er wohl versteh.n. Die Be wrden bemühen sich, die Wiederholung solcher Tumultschäden zu verhindern.
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Zu dieser Volksjustiz geht uns aus Rüdesheim olpender Br es zu:
Vorige Woche sind die letzten Franzo'en ganz still abgefahi n. Eine große Fu ende in den Heizen aller Deutschen. Gleichzeitig aber auch cm Kusflackern der Rache nicht geaeu die Franzoien, landein gegen jene Deutsche, die sich vor 2 Jahren als Separatist entpuppten. Nach bjaluiger Sefagtmg konnten wir am Silvester wieder einmal ganz tret und deutsch aufatmen und da haben sich auch bte deutschen Herzen Lust gemacht. Dw Separatisten Weinhändler August Kwip, Weinhändler Franz Soffenbetmer, Ambkiger teiger Pnvalhotelicr, Schuhmacher Hannappel, die damals an der Svitze dieser Partei standen, mu ten viel erleben. Morgens gegen 3 Dr zogen etwa 30 ts 40 Mann vor deren Häu er und betoni erten fämmebe Fensterläden und Fwster. Der Hof bei SosseNheuner war voller .'ilaicbei Derben und be Wh innen flogen zerfetzt an den Fenstern herum. Bei Unt'ip sah es furchtbar aus. Tür und Fenster wa>en zerschlagen, die Mirteuzäune umaewosi n und die Bäume umgei iffeit. Denie ben Anblick hatte man bei Ani trger. Vor zirka 14 Tagen schon wurde bei Sossen Henner ent W> mberg und einige Tage darauf ein zweiter Weinberg nuSgehauett. Bei Schub- macher Ham appel soll es ebenfalls böShergegangeusein. Ein Sepuratuienführer Pfeiür, dem hier das Pflaster ja heiß geworden war, ist vor einigen Monaten weg ezogen. AlS die Soloime ihre Zew öruiig-arbeii voll ährt hatte, rief sie „Auj Wiedersehn I" Dies ist nur der An sang.