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201. Jahrgang.

Zanauer 8 Anzeiger

General-Anzeiger für die Kreise Kanan Stadt und Land.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Fernsprech-Anichluh Nr. 1237 und 1238.

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Nr. 1

Samstag den 2. Januar

1926

Das Neueste.

Dom Obermain und Kinzig wird ein Rückgang des Wasserstandes gemeldet.

Bei dem Neujahrsempfang des Ber­liner diplomatischen Korps durch den Reichs­präsidenten wurde zum ersten Male ein Zere­moniell entfaltet, wie es auch in anderen repu­blikanischen Staaten bei derartigen festlichen Anlässen üblich ist Vor dem Reichspräsidenten­palais hatte eine Kompagnie der Reichswehr Aufstellung genommen, die vor jedem Gala­uniform tragenden Diplomaten salutierte. Der Reichspräsident v. Hindenburg selbst empfing im Frack, der mit mehreren Orden, darunter dem Großkreuz des Eisernen Kreuzes ge­schmückt war.

In Frankreich und Belgien nehmen die Ueberschwemmungen einen bedrohlichen Um­fang an.

de Jouvenel forderte in einer Prokla­mation die Drusen zum Niederlegen der Waffen auf.

Stresemann über die Stellen- ^erei in Genf.

Bei einem Presseempfang am Donnerstag« nachmittag gab Reichsaußenminister Dr. Stresemann folgende Erklärung ab:

Die Pressekampagne über die Völker­bund p e r s o n a l i e n hat bedauerlicherweise einen Umfang und eine Schtzrfe angenommen, die mich veranlaßt, Ihnen im Interesse der Sache selbst und auch im Interesse der von mir geleiteten Behörden vor Ihnen persönlich das Wort zu ergreifen. Ich hoffe, daß meine Ausführungen diesem Streit, der dem allgemeinen Interesse so abträglich ist, ein Ende 'bereitet. In diesem Sinne ist ein ein« zÄnen felg: ndes zu sagen:

Wie sich eigentlich von selbst versteht, be­schäftigen sich Genfer Völkerbundskreise bereits seit längerem auf das lebhafteste mit der Frage der Aufstellung Deutscher nach erfolg­tem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund. Bereits Anfang Dezember hat die hierfür maßgebende Stelle dem deutschen Vertreter in Genf vertraulich bestätigt, daß das Gene­ralsekretariat der deutschen Mitarbeit lebhaftes Interesse entgegenbringe, aber zugleich darauf Hinweise, daß die Besetzung der einzelnen Stellen späteren eingehenden Erörterungen vorbehalten bleiben müsse. Das Auswärtige Amt hat diese Mitteilung nach Lage der Dinge auch seinerseits vertraulich behandelt.

Dessenungeachtet sind offenbar eine ganze Reihe von ins einzelne gehenden Lösungsver­suchen und Personalvorschlägen be­reits in erheblichem Umfange in Kreisen, die zum Völkerbundsekrekariak in Be­ziehungen stehen, zur Diskussion gestellt war. den. Hieraus erklärte sich d e durch W. T. B. der Oessentlichkeit bekanntgegebene Warnung der maßgebenden Stelle des Völkerbundsekre- karrats, daß die Nichteinhaltung des offiziellen Weges lediglich zu Schmierigkeiten für alle Beteil'gken führen könne.

Wir haben die Mitteilung der durch dieses Bor gehen Uebereifriger verursach­ten Beunruhigung als einen Beweis der Loyalität des Generalsekretariats aufgefaßt, der die Absicht zu verständn'svoller Zusam­menarbeit in der Zukunft bestätigt. Auch von dieser vertraulichen Mitteilung, deren Authen­tizität entgegen anders lautenden Meldungen der letzten Tage in keinen Zweifel gezogen werden kann, ist selbstverständlich seitens des Auswärtigen Amts weder der Presse noch sonst irgendeiner Stelle Mitteilung gemacht worden.

Es ist unverständlich und bedarf noch der Aufklärung, wie derSozialistische Pressedienst" angeblich in der Lage war, von einem entsprechenden Telegramm der deutschen Vertretung in Genf Mitteilung zu machen. D'e Beunruhigung der öffentlichen W"inung nötigte uns zu einer Stellungnahme und die Veröffentlichung der S. P. D. zu der bekannten Mitteilung an W. T. V. vom 29. Dezember.

Außer diesem Kommunique habe ich Anlaß genommen, dem Chefredakteur desVor­wärts" gegenüber persönlich unter Klar­stellung des obigen Sachverhalts zu erklären, daß dem Auswärtigen Amt Schritte der Sozialdemokratischen Partei in Sachen Beteiligung Deutscher im Völkerbunds­sekretariat nicht bekannt seien. Was das Zentrum anlangt, so verweise ich auf die

Ihnen bekannte, gestern erschienene Erklärung des früheren Reichskanzlers Marx.

Aus dem Zusammenhänge ergibt sich, daß der deutsche Vertreter in Genf lediglich in Wahrnehmung seiner chm obliegenden Ver­pflichtungen gehandelt hat. Im übrigen wird ihnen bereits aufgefallen sein, daß die Mit­teilungen gewisser rechts stehender Blät­ter mit der Meldung des deutschen General­konsuls inhaltlich nicht übereinstimmen.

Das Zentralorgan der Sozial­demokratischen Partei hat trotz der ihm zuteil gewordenen Aufklärung sich nicht gescheut, noch gestern Abend zu behaupten, daß die dienstliche Meldung des Generalkon­suls Aschmann Schwindel sei, daß der Generalkonsul bei einer verlogenen inner- polilischen Hetze mitgewirkt habe, und daß Be­amte des Auswärtigen Amtes die gleiche Schuld träfe. Ich muß diese unerhörten Verdächtigungen. für welche nicht der Schatten eines Beweises erbracht worden ist oder erbracht werben kann, mit Entrüstung und aller Entschiedenheit zurückweisen. Mit

NMrsevWW beim NeilhMDestes.

Berlin, 1. Jan. Der Reichspräsident empfing am Neujahrstage um 12 Uhr die Chefs der hiesigen fremden diploma­tischen Vertretungen. Während der Auffahrt der Diplomaten erwies eine Abteilung der Reichswehr im Ehrenhof des Reichsprä- sidiums die militärischen Ehrend ezeugi' n-gen. Die Glückwünsche des Diplomatischen Korps brachte

der apostolische Nuntius Monsignore Pacelli

Sw Doyen mir folgender Anjp.wchx ^m Tu. druck: Zum ersten Male versammelt sich ge­legentlich der Jahreswende das beim Reiche beglaubigte Diplomatische Korps um Ihre Person, um Ihnen seine Glück- und Segens­wünsche darzubringen. Große historische Er­eignisse haben Ihre Anfänge in der Führung des höchsten Amtes bezeichnet und den Völkern die tröstliche Hoffnung auf eine neue, engere europäische Gemeinschaft geschenkt. Das Ber­liner Diplomatische Korps, das die Ehre hat, zu seinen Mitgliedern hervorragende Persön­lichkeiten zu zählen, die an diesem Werke der Versöhnung und internationalen Entspannung verständnisvoll mitgearbeitet haben, spricht die innigsten Wünsche aus, daß dies Werk einen wirklich fruchtbaren Keim zu Glück und Frieden in sich trage. Möge es für die Völker ein um so machtvolleres Werkzeug zum Gedeihen und zum Fortschritt werden, je größere Opfer Sie zum allgemeinen Besten auf sich genommen haben In dem ewigen Gesetz der Liebe, das trotz Zwist und Kampf das Weltall regiert, finden Großherzigkeit und Hingabe an die höheren Interessen der Menschheit ihren Lohn und Preis und verleihen den Völkern, die dies edle Beispiel geben, den Strahlenkranz wahrer Größe. Dem deutschen Volke, das unter Ihrer weisen Führung in bewunderungswürdiger Weise an feiner friedlichen Wiederaufrichtung fortarbeitet, bringt das Diplomatische Korps, dessen Dolmetscher ich wiederum zu sein die Ehre habe, für das beginnende Jahr die wärmsten Wünsche dar, und wir flehen zur göttlichen Vorsehung, der unendlichen Liebe und unerschöpflichen Quelle alles Guten, um ihre Erfüllung-

Der Reichspräsident

erwiderte mit folgenden Worten: Mit aufrich­tigem Danke nehme ich die Glückwünsche ent­gegen, die Sie namens des Diplomatischen torps dem deutschen Volke und mir selbst als einem Vertteter dargebracht und. denen Sie o herzlichen Ausdruck verliehen haben. Sie er« nnerten an die bedeutsamen Geschehnisse, die ich in dem nun abgeschlossenen Jahre und in den ersten Monaten des mir durch den Willen des deutschen Volkes übertragenen hohen Am­tes auf dem Gebiete der Weltpolitik abspielten. Mit Ihnen, Herr Nuntius, wünsche und er« sehne ich, daß die Hoffnungen der Völker und insbesondere die Erwartungen des immer noch schwer bedrückten deutschen Volkes nicht ent­täuscht werden. Mit Ihnen, Herr Nuntius, boffe ich zu Gott, daß aus diesem, im ehrlichen Willen zur Verständigung gehegten Keime bald der volle und wahre Frieden hervorsprie­ßen möge. Tief durchdrungen von der in den Herzen der Menschen lebenden Wahrheit, daß nur Gerechtigkeit, Sittlichkeit und Freiheit die Grundsteine lind, auf denen sich das Zu­

ebensolcher Entschiedenheit aber muß ich den Versuch verschiedener Blätter der Rechts presse ablehnen, die offiziellen Auslassun gen des Auswärtigen Amtes in einem Sinne auszulegen, der ihrem Wortlaut und Inhalt nicht entspricht, und zur Begründung ihrer Behauptungen heranzuziehen, daß die Sozial­demokraten in Gens Verhandlungen über die Besetzung der Genfer Stellen beim Sekretariat geführt haben.

Ich werde unverzüglich in den Vorsitzen­den des Auswärtigen Ausschusses des Reichstages herantreten und ihn bitten, den Ausschuß einzuberufen, damit dieser sich mit der Frage befassen kann. Auf diese Weise wird den Persönlichkeiten, die gegen das Aus­wärtige Amt Beschuldigungen erhoben haben, Gelegenheit gegeben werden, ihre Anfragen zu begründen und ihr Bem eismaterial vorzulegen. Diese Erörterung wird mir einen erwünschten Anlaß geben, die Haltung der mir unterstellten Behörde zu rechtfertigen und die Grundlosigkeit der gegen ihre Beamten er­hobenen Anschuldigungen darzulegen."

fierung auch berufen sein wird, im kommen­den Jahre den Kampf gegen die wirtschaftliche Not zu führen, sie wird gezwungen sein, Ar­beit und Sparsamkeit selbst zu üben und sie mm deutschen Volke zu fordern. Wenn sich so enter Ihrer Führung, hochverehrter Herr Reichspräsident, alle Deutschen zu gemeinsamer Pflichterfüllung zusammenfnden, dann wird Jas nächste Jahr uns dem Ziele näher bringen, das wir uns heute stecken, nämlich unsere Wirt« schaft wieder tragfähia zu machen für die natio­nalen und sozialen Aufgaben des deutschen Volkes.

Der Reichspräsident

erwiderte hierauf mit folgender Ansprache:

Ich danke Ihnen für die freundliche« Glückwünsche. die sie mir durch den Mund des den Reichskanzler vertretenden Reichswehr- Ministers übermitteln und bitte Sie, versichert zu sein, daß ich die Wünsche in dem Gefühle des Dankes und der Anerkennung für Ihrer aller Arbeit im Dienste des Reiches herzlichst er­widere. Mit Recht haben Sie. Herr Reichs­wehrminister. heute auf der Schwelle des neuen Jahres unseren Blick auf die ernsten Aufgaben gelenkt, deren Lösung die nächsten Wochen dringend von uns verlangen, das Ge­bot der Arbeit und Sparsamkeit als Leitsprvch vor die Tätigkeit der Regierung wie vor das Leben des ganzen deutschen Volkes in diesem neuen Jahre gesetzt. Ich wünsche und hoffe, daß unsere Volksgenossen im Bewuhlsmn der Schicksalsaemeinschaft. die alle Deutschen unlös­lich umfaßt, im vorwärtsstrebenden, zähen Willen, der uns immer wieder in die Höhe brachte, dieser Notwendigkeit sich beugen und nach diesen Geboten leben werden. Das wird aber nur möglich sein, wenn jeder Berufsstand, jeder Teil unseres Volkes, mehr als bisher den Bedürfnifseo und Notwendigkeiten der ande­ren Stände Rechnung trägt. Nicht nur die eigenen Interessen, -ankern der âkr-^fe d^> über dem Einzelnen stehenden Skaatsganzsu, der alle Glieder gleichmäßig umfassende» Volksgemeinschaft dient dazu. Eg gehört sich auch, daß alle, die berufen sind, die wirtschaft­lichen Belange oder politische Richtungen in körperschiften oder Volksvertretungen zur Geltung zu bringen, dies nicht in Abschließuug und Befehdung, sondern in gemeinsamer Zu­sammenarbeit und im Ausgleich widerstreben­der Wünsche und Meinungen zu erreichen suchen. Nur in diesem Streben und im gegen­seitigen Verständnis eine Verständigung zu suchen, werden wir die schweren Wolken, die gerade jetzt über unserem Vaterlande hängen, bannen und Staat und Nation, die über allem persönlichen Vorteil stehen müssen, erhalten und stärken. Daß dieser Geist der Gemeinschaft im neuen Jahre das deutsche Volk führen und ihm nach so viel schweren Jahren des Leides lichtere und gesegnetere Zeiten des wahren Friedens im Innern und nach außen bescheren möge, ist mein sehnlichster Wunsch und mein innigstes hoffen!

Später übermittelten Reichstagspräsideni Loebe und die Vizepräsidenten Dr. Rießer, Dr. Bell und Graef die Wünsche des Reichs­tages, und als Vertreter des Reichsrats der Staatssekretär des preußischen Staatsmini- steriums Weismann, der bayerische Reichsrats- bevollmächtigte Dr. v. Preger, sowie der hessische Reichsratsbevollmächtigte v. Siege» leben die Glückwünsche dieser Körperschaften. Für die Wehrmacht erschienen von Seeckt und Konteradmiral Pfeiffer, die beim Reichsprä­sidenten die Glückwünsche des Heeres und der Marine aussprachen. Stellvertretender Gene- raldirektor Dorpmüller und die Direktoren Vogt und Kumbier brachten daran anschlie­ßend die Glückwünsche der Hauptverwaltung des Personals der Reichsbahngesellschaft unD Reichsbankpräsident Schacht mit den Direk» . toren v. Kaufmann und v. Grimm die Glüch- wünsche der Reichebank dar.

BefSr-erung -es General von Scedt! zum Genera'oberfien.

Berlin, 1. Jan. Amllich wird milgeteiltr Der Herr Reichspräsident hat den Chef der Heeresleitung General der Infanterie v. Seeckt am 1. Januar zum Generalobersten befördert, nachdem dieser seinen bisherigen Dienstgrad seit dem 1. Oktober 1920 innegehabt hat.

Nevjahrsempfang des diplomatischen Korps im Slyfèe.

Paris, 1. Jan. Bei dem Neujahrsempfang des diplomatischen Korps im Elysèe hielt Pro- nuntius Kardinal Ceretti eine Ansprache, in der er unter besonderem Hinweis auf das Werk von Locarno erklärte, in diesem

sammenleben der Völker aufbauen und ent­wickeln kann, wird das deutsche Volk mit aller Kraft unverzagt weiterarbeiten an der fried­lichen Wiederaufrichtung und Festigung seines eigenen natinoalen Lebens wie auch an der Forderung und Sicherung des Friedens, der allein der Wirtschaft und Kultur der Welt Fortschritt und Aufstieg bringen kann.

Herr Nuntius! Möge das neue Jahr, über dessen Schwelle wir heute treten, unsere ge» Vk.pfamer Wünsche nach einer fortschreitend den Annäherung und Verständigung der Vol­ker lebendige Wirklichkeit werden lassen! In dieser Hoffnung spreche ich Ihnen, Herr Nun­tius, und Ihnen, meine Herren, zugleich für Ihre Staatsoberhäupter, Regierungen und Völker namens des deutschen Volkes und im eigenen Namen meine herzlichsten und auf­richtigsten Neujahrswünsche aus.

Hierauf begrüßte der Reichspräsident die einzelnen Botschafter, Gesandten und Ge­schäftsträger und wechselte mit ihnen Neu- fahrswünsche. Bei dem Empfang waren außer dem Staatssekretär Meißner und den Herren der Umgebung des Reichspräsidenten Reichs­minister Stresemann, der Staatssekretär des Auswärtigen Amies v. Schubert sowie der Chef des Protokolls, Vortragender Legations­rat Köster, zugegen. Im Anschluß hieran empfing der Reichspräsident die hier anwesen­den Reichsminister und Staatssekretäre her Reichsregierung.

Als Vertreter des abwesenden Reichskanzlers sprach Reichswehrminister Geßler die Glück­wünsche der Reichsregierung

mit folgenden Worten: Zum neuen Jahre habe ich die Ehre, Ahnen, Herr Reichspräsident, im Namen des abwesenden Reichskanzlers und der Reichsminister die aufrichtigsten und ver- ehrungsvollsten Glückwünsche der mit der Wei­terführung der Geschäfte betrauten Reichs­regierung zu übermitteln. Voller Ernst blicken wir an dieser Jahreswende auf die schweren Aufgaben, die im nächsten Jahre zu lösen sind. Zwar will es scheinen, als ob die bedeutsame Fortentwicklung unserer Beziehungen zu den anderen Mächten Deutschland den Weg fried­licher Arbeit und friedlichen Wiederaufstiegs ebnen helfen wird. Auch hat die innerpolitische Sefriebung unseres Vaterlandes, nicht zuletzt Dank der auf Verständigung und Ausgleich der Gegensätze hinzielenden, die Achtung von Verfassung, Recht und Gesetz gewährleistenden Führung der Geschäfte durch Sie, Herr Reichs­präsident, weitere Fortschritte gemacht, aber es gilt jetzt, die gefährliche Krise, die unser ge­samtes wirtschaftliches Leben erfaßt hat, zu beheben. Vor uns steht die gewaltige Zahl von 1 057 031 Erwerbslosen am 15. Dezember, un­gerechnet der mitbettofsenen Familien. Der Rückblick auf die Vergangenheit lehrt uns, daß die deutsche Spannkraft schon Gefahren über­wunden hat, die ebenso drohend erschienen. Wir müssen uns nur klar vor Augen halten, mit welchen Mitteln, vor allem wirtschaftlichen, das Bedrängnis abzuhelfen ist Arbeit und Sparsamkeit werden es uns ermöglichen, die Grundlagen wieder zu festigen, die der ver­lorene Krieg erschüttert hat. Erst jetzt steht jeder einzelne Deutsche vor der Erkenntnis, wie arm unser Vaterland geworden ist. Welche Re°

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