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201. Jahrgang.

Hanauer S Anzeiger

General-Anzeiger für die Kreise Kanan Stadt und Land.

Erscheint täglich mit Ausnahme der k-mn. und Feiertage. - Fernsprech-Anschluß Nr. 1237 und 1238.

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Ar. 285

Samstag den 5 Dezember

1825

Das NeueUe.

Der Reichsrat hat dem Antrag der Re­gierung auf Erhöhung des steuerfreien Lohn­abzugs von 80 auf 100 Mark vom 1. Januar ab zugestimmt.

Die Witwe des vor einigen Monaten bei einem Automobilunfall getöteten lettischen Außenministers Mejerowitsch hat Selbstmord verübt.

Das Nobel-Komitee des norwegischen Parlamentes beschloß, auch in diesem Jahr, wie im vorigen, den Friedens-Nobelpreis nicht zu verteilen.

Havas berichtet aus Fez, an verschie­denen Stellen der Front sei es zwischen kleineren Rifabteilungen und franzosentreuen Eingeborenenabteilungen, die durch franzö­sische Posten unterstützt worden seien, zum Ge­fecht gekommen.

Demokraki cher Parteitaq.

Breslau, 4. Dez. Der diesjährige Reichs- Parteitag der Deutschdemokratischen Partei ist von den demokratischen Organisationen aus dem ganzen Reich stark beschickt. Alle demo­kratischen Landesverbände sind vertreten. Die Parlamentarier haben sich zahlreich ein­gesunden. Als Auftakt zum Parteitag fanden bereits an den Vortagen öffentliche Versamm­lungen in Breslau und anderen großen Städten Schlesiens statt-

Der 7. ordentliche Reichsparteitag der Demokratischen Partei wurde am Freitag vor­mittag mit einer Sitzung des Parteiausschuffes ein geleitet Der Parteivorsitzende, Reichs- minUfer a. D Koch, gab einen ausführlichen r Bericht über die gegenwärtige politische Lage uch würdigte dabei besonders die Schwierig- UiufiA. vorhanden sind.

ReiWWWM. Di jau eine Dar-

i lègung der bekannten AngelsgenWt Geßler- I Luppe. In seinem Schlußwort ging der Par- f teivorsitzende Reichsminister a. D- Koch unter I dem lebhaften Beifall der Versammlung auf I namentlich in der Diskussion behandelte Fra­gen ein. Der Parteiausschuß einigte sich in

5 einem Beschluß über die Art, wie diese und I andere wichtige Probleme dem Parteitag gegenüber klargestellt und behandelt werden sollen. Er setzte eine Kommission zur Vorberei­tung der Wahlen für den Parteivorstand, den I P">-fpiM'cückmß und den Revisionsausschuß ein und er beendete seine Aussprache erst nach

I vierstündiger Dauer.

Die Eröffnung des Parteitages.

Bereits vor 3 Uhr nachmittags begann sich der große Sitzungssaal zu füllen- Der An- s drang war außerordentlich stark. Der Partei- s vorsitzende

Reichsminister a. D. Loch

I eröffnete die Tagung. Die ernste Pflicht, der I Opfer zu gedenken, die der Tod im letzten i Jahre aus den Reihen der Demokratischen I Partei gefordert hat, sammelte den Parteitag I zu einer von Trauer und Treuegelöbnis an f die Dahingegangenen erfüllten Stimmung. I Nachdem dieser Ehren- und Freundespflicht I genügt war, begrüßte Abg. Koch den Bort-i- I tag, dessen ziffernmäßige Stärke bereits für I die Erkenntnis zeuge, daß es notwendig ist, I zwischen dem Osten des Reiches und dem von j ihm zu Gaste geladenen Westen und Süden I das Band des Verständnisses zu schlingen. Die Wahl des Büros ergab als Vorsitzenden den I Abg. Koch, ferner Abg. Erkelenz, Dr Schiffer, Frau Dr. Bäumer und Pfarrer Möhring- Breslau. Es folgten dann Bsgrüßvnosan- I sprachen. Für die Organisation Mittelschle- fiens und Breslaus sprach Abg. Hermann aus j Breslau. Seine Worte gipfelten in der Mah­nung, daß das deutsche Volk, das vor 1914 f fast ausschließlich nach Westen organisiert war, ! wieder lernen müsse, den Blick nach Osten zu lenken, damit der Schaden wieder gutgemacht werden könne, der ihm 1918 aus der falschen s Orientierung erwachsen sei.

Die letzten Worte der Begrüßung sprach der Abg. Kopsch. Kopsch feierte die Schlesier als Hort des Liberalismus, in dem sich alle I Schichten zusammengefunden haben, und ihre "lebe zur Freiheit und Treue.

Reichsminister a. D. Koch dankte Kopsch für die Worte der Begrüßung und gab nach wenigen geschäftlichen Mitteilungen das Wort dem ersten Redner, dem

Staatspräsident a. D. Dr. Hellpach, der von der Versammlung mit einer stür- nüschen Kundgebung begrüßt wurde. Hellpach - sprach überGeistesfreiheit und Christentum I Mn Verhältnis zum germanischen Volkstum

Keule Rücktritt öerReichsregierung

Die heutige Demission des Reichs­kabinetts.

Das Rücktrittsgesuch des Reichskabinetts, das heute beschloßen werden wird, wird lautTäg­licher Rundschau" dem Reichspräsidenten im Laufe des Nachmittags überreicht werden. Es fei nicht damit zu rechnen, daß der Reichsprä­sident sofort nach der Annahme der Rücktritts­erklärung den Auftrag zur Neubildung der Re­gierung erteilen werde. Boraussi^tlich werde er erst in der nächsten Woche die Berufung zur Neubildung des Kabinetts ergehen laßen, und zwar werde er sich, wie von dem Blatt jetzt ganz bestimmt angenommen wird, an den bis­herigen Reichskanzler Dr. Luther wenden. Als einzig mögliche und deshalb auch wohl als wahrscheinliche Lösung hält das Blatt die Koa­lition der bürgerlichen Parteien mit Ausnahme der Deutschnationalen, die sich durch ihre Nicht­anerkennung der Verträge von Locarno von der Regierungsteilnahme selbst ausgeschlossen hätten.

Die Rückkehr der deutschen Delegalisn.

Berlin. 4. Dez. Reichskanzler Dr. Luther, Reichsminister des Aeußern Dr. Stresemann, die Staatssekretäre v. Schubert und Kempner sowie die übrigen Mitglieder der deutschen De­legation sind heute mittag 12.32 Uhr auf dem Lehrter Bahnhof angekommen. Zur Begrüßung waren erschienen im Namen des Reichsmini­steriums der Reichswhhrminister Dr. Geßler, ferner waren anwesend der Reichspresfschef Dr. Kiep dis Ministerialdirektoren Wallroth, Köpke rTatfÄÄ

[egatton hatten sich auch der englische, oer fran­zösische und der tschechoslowakische Geschäfts­träger sowie der belgische Gesandte etngefun- den Auf dem Bahnsteig waren auch zahlreiche Vertreter der Presse anwesend. Ansprachen wurden nicht gehalten.

Reichskanzler Dr. Luther begab sich sofort zur Berichterstattung zum Reichspräsidenten. Nach den bisherigen Dispositionen findet mor­gen vormittag um 11 Uhr eine Kabinettssitzung statt, in der verschiedene Fragen zur Beratung stehen. Im Anschluß an diese Kabinettssitzung wird eine Ministerbesprechung abgehalten wer­den, und es ist anzunehmen, daß der Reichs­kanzler erst nach dieser Ministerbesprechung

und zum demokratischen Staat." Auf die Frage ob sich die demokratische Staatsform aewisser- maßen natürlich auf germanisches Volkstum gründet, fei zu antworten, daß seit jeher das germanische Volkstum Wesenszüge aufgewie­sen habe, welche die Demokratie besonders be­günstigen. (Lebhafter Beifall.) Diese seien: 1. Ein sehr stark ausgeprägtes persönliches Freiheitsgefühl, 2. die Eignung, gemeinsame Angelegenheiten auf genossenschaftlich, korpo­rativer Art zu ordnen, sich selbst zu verwalten, anstatt sich regieren zu lassen und 3. die Unter­ordnung unter eine Wahlführerschaft, d- h. unter Autoritäten, die man sich selbst wählt und die man sich vorbehält, wieder abzube- rufen. Entgegen allen völkischen Theorien seien also wesentliche Momente der demokratischen Staatlichkeit auch wesentliche Momente des germanischen Wesens und im Innersten sei nicht die Demokatie, sondern vielmehr z. B. das veraltete Fürstentum eine fremdartige grundsätzlich ungermanische Einrichtung. Die Demokratie sei ethisch gesehen der Sprößling eines Elternpaares: Der strenge Vater sei der Protestantismus und die milde Mutter sei die vernunftgläubige Humanität. Praktisch gebe es schon vor der Reformation und vor der Huma­nitätszeit Demokratie. Daß das Christentum zur Demokratie führe, ist an sich viel selbstver­ständlicher, als daß die Vernunft zur Demo­kratie führe- Nun sei allerdings dem urevanae- lischen Christentum der irdische Staat gleich­gültig gewesen. Und als er ihm wichtig wurde, war die Gemeinde schon eine Hierarchie im kleinen genommen, aus rein praktischen Ur­sachen. Als später die programmatischen Vor­aussetzungen verblaßten, blieb vom evange­lischen Christentum die Vernunftsreligion des 18. Jahrhunderts: Deismus als Glaube und Humanität als Sitte. 2(ber die vom Christen­tum allmählich abgelöste Humanität habe nun weiterhin durch die Einseitigkeit der Freiheits- idee durch die Betonung der natürlichen Un­gleichheit zum Liberalismus geführt statt zur

dem Reichspräsidenten die Demission des Ka- binetts unterbreiten wird.

Danktelegramm Luthers und Strese­manns an Dandervelde.

Brüssel, 4. Dez. Reichskanzler Dr. Lucher und Reichsaußenminister Dr. Stresemann, die ihre Ueberfahrt an Bord eines belgischen Dampfers unternahmen, haben aus diesem Anlaß gestern abend an Außenminister Dan- beroelbe folgendes Telegramm aus Ostende ab* gesandt:Beim Betreten belgischen Bodens sprechen wir Ihnen für die während der Ueber- fahrt gewährte Gastfreundschaft unseren auf­richtigen Dank aus."

Stresemann sieht einenneuen Morgen".

London, 4. Dez. Vor seiner Abreise hatte Stresemann noch eine längere Unterhaltung mit dem diplomatischen Korrespondenten des Daily Telegraph", der heute ein längeres Interview mit ihm veröffentlicht. Es besagt durchaus nichts Neues, sondern versucht zu be­weisen, daß durch die Unterzeichnung des Pak­tes einneuer Morgen für Europa" ange­brochen fei, und enthält alle die sattsam be­kannten Argumente. Stresemann beruft sich auf Bismarck, der einmal gesagt habe, ein englisches Bündnis mit Frankreich und Deutsch­land würde in sich selbst schon eine Friedens­garantie bedeuten, und diese Garantie leiste eben der Locarnovertrag. Es werde jetzt nicht mehr möglich sein, einen Teil der Welt gegen einen anderen Teil auszuspielen usw. Im üb­rigen veröffentlicht der diplomatische Korre- ^gondMr. LgiKryMiMM, die siÄSßMU mu dem decken, was bereits bekannt ist Er fügt noch hinzu, daß die deutsche Delegation sich alle Mühe gab, ihre große Enttäuschung darüber zu verbergen, daß die Besprechungen in Lon­don auch nicht das geringste Ergebnis erzielt hoben, ganz gleich, ob vom Rheinland oder von der Flugfrage oder von sonst etwas ande­rem die Rede gewesen ist.

^Rückwirkungen".

Die Rhe'nlandkommission bereitet die Ver­öffentlichung einer Ordonnanz vor, wonach zwar der Handel mit Radioapparaten im be­setzten Gebiet freigegeben wird, jedoch der Be­sitz solcher Apparate, ähnlich wie der Waffen­besitz, ständig kontrolliert werden soll.

Demokratie. Es mußte die christliche Idee der Gleichheit erst wieder hinzugenommen werden, damit Demokratie werde. Daß alle Freiheits­bewegungen in der katholischen Kirche nur Episode geblieben seien, sei kein Zufall, denn der Katholizismus hätte auf dieser Linie sein Wesen preisgeben müssen. Seinem Wesen nach könne er weder die Gleichheit der Menschen- seelen noch die Freiheit ihrer ersten Besinnung und Selbstbestimmung zugeben Die moderne Demokratie könne sich nicht erschöpfen in einer bloßen demokratischen Dynamik, welche die Tüchtigsten an die Spitze bringt, wo sie dann autokratisch' wirken. (Lebhaftes Sehr richtig! und Beifall.) In jenem Element müsse leitend sein das persönliche Verantwortunasbewußt- sein. (Sehr gut! und Beifall.) In diesem Sinne nun seien die germanischen Völker Träger eines demokratischen Urethos und darum sei heute die germanische Erde demokratisch. Unsere Demokratie werde sowohl christlich wie auf Geistesfreiheit begründete Demokratie fein. Auch die Demokratie bedürfe eines Gegen­lagers konservativer Kräfte, in denen die Werte der geistigen und politischen Gebundenheit sich darstellen' und es wolle scheinen, daß das katho­lische Christentum ein natürlicher Hauvtkern dieses konservativen Lagers im Staate bildet. Wir ziehen den Hut vor allen um Demokratie ringenden katholischen Persönlichkeiten und sehen dennoch ihr Los tragisch-

Dann referierte

Oberschullehrer Wolff-Verlin

überDie Volksschule in der demokratischen Kulturvolitik." Unser altes Reich habe in seiner Verfassung und in seiner gesamten Arbeit eine zielbewußte Kulturpolitik vertreten- Es habe in dieser allein dein Machtgedanken vertraut als militärisch-staatsrechtliche Macht. Auch das deutsche Schul- und Bildungswesen trage die Spur dieser Vorherrschaft. Es sei eine falsche Bildungsvolitik getrieben worden und man habe damit viele wertvolle Kraft und Anlagen

in jungen deutschen Volksgenossen verkümmern lassen. (Sehr richtig.) Der deinokratische Slaat müsse eine andere kulturpolitische Einstellung haben und eine andere Bildungspolitik ver­treten. Es fei darum ein Großes gewesen, daß unsere Reichsversasjuna ein einheitliches Pro- gramm für das gesamte öffentliche Schul­wesen des Reiches aufftelltS und verbriefte. Die Grundschule fei der tragende Unterbau unseres Einheitsschulgebäudes. Der zweite lei­tende Gedanke sei der Grundsatz der Simul­tanität, also für die Aufnahme eines Kindes in eine bestimmte Schule Je» nicht das Religions­bekenntnis seiner Eltern maßgebend. Deutsch­land stehe vor einer entscheidenden Wendung seiner Schulgeschichte. Daß die Wirkungen der Katholisierung Deutschlands nur sehr schädi­gend fein würden, ist unsere nur allzu be­gründete Ansicht.

Ueber weibliche Dildungsfragen sprach hier­auf Frau Emmie Beckmann aus Hamburg. Alle Mädchenbildung müsse tüchtige Mädchen zum Dienst der Frau an der Gesamtheit machen.

Nach den Ausführungen' Hellpachs erklärte nach Danlesworten Abg. Koch: Die Ver­sammlung sei den Darlegungen bereitwilligst gefolgt und auch da, wo sich bei den Hörern an einzelnen Stellen ein gewisser Widerspruch rege machte. Das gelte vielleicht in erster Linie für die Würdigung der sozialen Einstellung des Katholizismus, die einen erheblichen Vor­sprung bedeute gegenüber der starren Einstel­lung des Protestantismus für Thron und Altar. Abg. Koch gab der Hoffnung Ausdruck, daß Hellpach, der jetzt vom Standpunkt des Gelehrten zu den Dingen des Lebens Stellung nahm, bald wieder zu einem Führer auf dem Wege der praktischen Politik werden möge. Es wurde nur noch dem Reichstagsabg. Dr. Heuß das Wort gegeben, der gegen einige Aeuhe- rungen Hellpachs Stellung nehmen wollte. Er habe das Bedürfnis, auszusprechen, daß er ganze Partien dieses Referats für falsch und auch die daraus gezogenen Schlußfolgerungen nicht für tragbar halte. Hellpach übersehe vor allem bei dem Protestantismus die Auffassung Luthers und die Auswirkung des Luthertums. Beim Bauernkriege habe sich Luther aus kirch­lichen Gründen gegen die populäre Bewegung gestellt. Die weitere Entwicklung des Luther­tums habe dann das Staatskirchentum ge­bracht. Es fei die Frage, ob die protestantische Kirche in der Gegenwart eine demokratische Stellung einnehmen werde oder ob sie den Weg der Klerikalisierung gehe. Gerade als Protestant glaube er sich verpflichtet, gegen die Darlegungen Hellpachs zu protestieren, so sehr er im übrigen mit seinen Auffassungen über das Verhältnis von Germanentum und Staat einverstanden sei. Darauf wurden die Bera­tungen auf Samstag vertagt.

Regierung und Beam?snbefoidung.

Berlin, 4. Dez. Gegenüber einer Lorre- fpondenzmet-ung, daß das Re'chsfmanz- Ministerium sich mit der Absicht frage, den Be­amten eine einmalige Wirtfchaflsbeihilfe zu ge- währen, wird von zuständiger Stelle auf die Ausführungen des Staatssekretärs Dr. Fischer vom Reichsfinanzministerium im Haushalls- ausfchuß des Reichstages vom 25. November hingetsirjen, in dem dieser gegenüber verschie­denen Anträgen erklärte, daß bei einer Er­höhung der Reamtengehälker die Rückwir­kungen auf die übrigen Beamten der Länder, der Post, der Reichsbahn und der Gemeinden berücksichtiat werden müßten. Für das Reichs- flnanzminifterinm fei es im Augenblick nicht möglich, dazu Stellung zu nehmen, bevor nicht das Problem der Deckung gelöst sei. Reichs­kanzler Dr. Luther unterstrich auch für das Kab'netl diese Ausführungen, indem er darauf hinwies, daß das gegenwärtige Reichskab netk diese Fragen wegen der großen finanziellen Verantwortung nicht mehr klaren könnte. 3m Haushaltsausschuß wurde ein sozialistischer Antrag angenommen, wonach die Retchsegicrung b s zum 9. Dezem­ber noch das gesamte Material vorlegen werde, um dem Ausschuß noch vor Weihnachten zue endgültigen Stellungnahme über die Slus- wirkung neuer Gehaltsforderungen ein B ib zu machen. Eine weitere Stellungnahme als die des Staatssekretärs ist vom Re'chsfinanz-. Ministeriums ist überaupk nicht erfolgt.

Um Dr. ©efoler.

Berlin, 4. Dez. DerVorwärts" ineldet: Neichswehrminifter Dr. Geßler hat, wie die FrankfurlerZtg." erfährt, gestern dem Reichs­präsidenten mitgeteilt, daß er von seinem <mt als Reichswehrminister zurückrreten, und bei i