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201. Iayrqang.

SanauerW Anzeiger

General-Anzeiger für die Kreise Kanan Stadl and Land.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, / Fernsprech-Anschluh Nr 1237 und 123«

B< gegt#t«t»: Für den halben Monat 1 Retchrmarl, für den ganzen Ms«<u 2 Relchrmark ohne Lr^fTtoOn. eingelnummer 10, Freitag uns Samstag 12 Sietdjspf -»«s Anzeige npretle: Für 1 mm Hoh« tm Bnzelgenteil von 28 mm Breite 8 Nelchrpfennrg, im Beklameletl von 68 mm Breite 2b sr^l^^kenntg. - vffertengebühr: öv Reichspfenntg. - toeldjäftsstelle: tzammerstratze S.

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Nr. 273

Samstag den 21. Avvemder

1925

xas Neueste.

Das bisher zur französischen Propaganda in Koblenz herausgegebene 'èachrichlenblalt" wird am 1. Dezember sein Erscheinen ein; teilen. Wie verlautet, wird :n Zukunft eine Zeitung oder Zeitschrift mit der gleichen Tendenz nicht mehr erscheinen. Das Blatt wurde n der Druckerei der Rheintandkommission gedruckt.

Der Arbeitgeberverband für das Bau­gewerbe hat die Gesamtaussperrung im saar­ländischen Baugewerbe ausgesprochen. so daß für 67000 Arbeiter völlige Arbeitsruhe eintritt.

Der französische Senat nahm gestern einstimmig eine Entschließung an, die der Re­gierung das Vertrauen ausspricht und die schleunigste Abschließung eines Handelsver- ' träges mit Deutschland fordert.

Wie aus Bombay gemeldet wird, ist Eüdindien von einer schweren Wirbelsturm­kaiastrophe heimgesucht worden. 80Q Personen sind dabei ums Leben gekommen- Die Küsten­gegend von Malabar hat besonders stark ge- litten-

Torenfeir.

Lon Pfarrer Dr Luther- Charlottenburg.

In der Unrast des Lebens gehören unsere Gedanken eine kurze Spanne Zeit unseren To­ten, wenn im scheidenden Herbst ihr Tag kommr. Ueber ihm liegt heilige Stille, der nie­mand sich zu entziehen vermag, heilige Stille, deren himmlischer Zauber die Tiefen unserer Seele weckt. Wie das gut ist, voll starken ©e= ffensHvoll innerer Kräfte! Gewiß steht im âMWiW^iüLâMMche .Leid, mit Msei- uns gegangenen sind im Schmuck der Jugend- locken oder im Silberhâar, Frohe, die jubelnd dem Leben zuschritten, oder Tiefernste, die aus wehen Augen in die Welt sahen, Starke, die uns emportrugen zum Licht, oder Schmieg­same, die unser heißestes Wollen ahnend ver­standen alle, die ein Stück unseres Lebens waren, die mit uns gewandert in seliger Zeit und in bitterer Not, sie stehen wieder vor unse­rem Auge, uns zu grüßen aus dem Land der Vollendung. Es ist viel Weh, das dann aufs Neue durch unsere Seele rinnt; denn nun fühlen wirs wieder, was wir verloren haben, nun quälen uns die Schalten der Einsamkeit, hängen wir doch alle an Leben und Gemein- schast. an beglückender Liebe die mit uns durch die Sonne geht. Aber stilles Grüßen am Tage der Toten Hal doch auch läuternde Kraft. Alles Menschliche, Zufällige, Erdenschwere 'schwindel vor der verklärten Macht des Todes, lichter und lichter wird der Heimgegangenen Bild, wir atmen mit ihnen in jener Ewigkeit, in der sich Seeien begegnen dürfen, deren leib­lich Band der Tod zerriß. Mag's darum auch ein wehmütig Wandern sein von Gruft zu ©ruft, leise ersteht doch um uns eine andere Welt: wir schauen anders wie in der hastenden Unruhe der Tage, wir greifen nach Dingen die erst im Glanz der Ewigkeit aufleuchten unser Leben erhält andere, edlere Impulse. Wie vielen bin ich im Leben begegnet, die der Tod der ihnen Geliebtestes nahm, umgewan­delt hat, alles Tiefe und Lautere geweckt, ihrer Seele die Flügel gelöst hat zum Aufflug über den Staub.

Am Tage der Toten geht das Persönliche unter im tiefen Leid, das unser Volk über­schattet, weil Millionen der Besten dereinst auf dem Felde der Ehre in den Tod sanken. Noch immer ist in Menschenworlen nicht faß­bar all der Jammer, den ihr Sterben uns gebracht hat, noch immer bebt unsere Seele, wenn unserm Auge wieder sichtbar wird die Schar derer, die damals dem Tod. der sie rief, folgen mußten. Wohl sind gar viele, die im Getriebe und Gezänk der kleinen Tage der Helden vergaßen, die für Volk und Vaterland starben, wohl sind gar viele, denen jedes Er­innern an sie nur eine peinliche Störung ihrer Behaglichkeit ist, aber Unzählige schauen noch immer mit Sehnsucht zu ihnen zurück. Un­zähligen würde das Leb^n erbärmlich und ge= wein dünken, wenn ein Volk seiner Toten vergäße, wenn's Kranze der Dankbarkeit hätte für Boxer und ftumfterne, aber nicht für iein besten Söhne, die ihr Leben für die Hei- wat gaben- Manchmal scheint es wohl so im wilden Tosen des modernen Lebens, wo alles hascht nach neuen Sensationen, die einander sagen aber das alles ist ja doch Nebel und Spuk, der zerflattert und entflieht vor dem wahren Leben in den echten liefen unseres Volkes, wo es sich um Wahrheiten und Wirk-

Die

zur puriumeniarWeu Lage.

Berlin, 20. Novbr. Die deutschnationale Reichstagsfraktion erörterte die verschiedenen taktischen Möglichkeiten und behandelte auch die Frage, ob zur Annahme des Locarno­gesetzes eine Zweidrittelmehrheit nötig sei. Be­schlüsse wurden nicht gefaßt.

Auch die Wirtschaftliche Vereinigung hielt eine kurze Fraktionssitzung ab. Eine Entschei­dung soll aber erst fallen, wenn das Locarno­gesetz wirklich vorliegt. Voraussichtlich wird es am Samstag veröffentlicht werden.

Die Demokratische Reichstagsfraktion hielt eine mehrstündige Sitzung ab, in der allgemein zum Ausdruck kam, daß die demokratische Reichstagsfraktion die Bildung der großen Koalition für wünschenswert hält. An der kleinen Koalition. der Mitte würden sich die Demokraten nicht beteiligen, weil sie nach ihrer Ansicht untragbar wäre und keine Aussicht auf längeren Bestand hätte.

Die Zentrumsfraktion des Reichstages nahm nur den Bericht des Fraktionsvorsitzen- den Fehrenbach über feinen Empfang beim Reichskanzler entgegen und vertagte sich dann.

Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion gab folgendes Kommunique heraus: Die Frage der Regierungsbildung ist an die Fraktion heute noch nicht herangetreten. Sie hat sich daher mit dieser Frage noch nicht befaßt.

Die Wirtschaftsportei hat ihren Reichsaus­schuß zu einer Sitzung am Dienstag nächster Woche nach Berlin einberufen, um über die Stellungnahme zum Locarnopakt Beschluß zu Tagung voraussichtlich' am Mittwoch nächster Woche ihre Stellungnahme zu Locarno fest- legen.

Die Reichstagsfraktion der Deutschen Volks­partei trat heute nachmittag zusammen, um über den Vertrag von Locarno zu beraten. Wie dieNat'vnalliberale Korrespondenz" erfährt, nahm sie den Bericht des Fraktionsvorsitzenden und des Reichsaußsnministers entgeaen, durch die der bisher bekannt gewordene Tatbestand ergänzt und einzelne in der Zeit aufgetauchte Zweifel beseitigt wurden. Nach kurzer Aus­sprache beschloß die Fraktion einstimmig, der Regierungsvorlage ihre Zustimmung zu geben.

Zustimmung der Sozialdemokraten zum Locarno-Gesetz.

Berlin, 20. Nov. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion gab am Schluffe ihrer Sitzung folgendes Kommunique aus: Die Neichsregierung verlangt zugleich mit der Ent­scheidung über die Locarnoverträge vom Reichstag die Entscheidung über den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund. Die Sozial­demokratie wird, entsprechend ihren frü­heren Forderungen für den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund stim­men. Sie wird, um dies Ziel zu erreichen, den Locarnoverträgen, deren fachlicher Inhalt auf der Linie der sozialdemokratischen Außen­politik steht und für die die Regierung in der gleichen Frage die Zustimmung verlangt, zu­stimmen. Sie steht dabei in Uebereinstimmung mit den Londoner Beschlüssen der Sozialdemo­kratischen Arbeiterinternationale vom 5. No­vember 1925.

Demission des Reichskabinetts nach Unterzeichnung der Locarno Verträge

Berlin, 20 Nov. Der Reichskanzler Dr. Lu­ther hat bei den heutigen Empfängen der Par­teiführer im Reichstage, wie ein Berliner Abendblatt berichtet, mitgeteilt, daß nach der Unterzeichnung des Vertrages von Locarno in London sein Kabinett dem Reichspräsidenten die Demission anbieten werde.

Wie das Nachrichtenbüro des Vereins Deut­scher Zeitungsverleger dazu aus parlamenta­rischen Kreisen hört, dürfte diese Absicht des Reichskanzlers bestehen, jedoch würde die ge­samte Demission nur eine formale Bedeutung haben, da Herr Luther vom Reichspräsiden­

lichkeiten handelt. In diesen Tiefen ruht ver­klärt und verschönt unserer Gefallenen Bild, um still emporzusteigen am Tage der Toten, uns rufend nicht nur zu heiliger Gemeinschaft, auch zu lebensstarkem Tun in ihrem Geist. Wie segnen uns unsere Toten, wenn sie leis uns mahnen ins Leben zurückzuschreiten, es zu füllen mit lauterster Kraft, die aus heißem Er­innern stammt. Wir sind ihnen ja noch so viel

ten wiederum den Auftrag zur Bildung der ^Regierung erhallen würde. Der Reichskanz­ler denkt dabei an eine Zusammensetzung der Regierung aus den Vertretern derjenigen Parteien, die auf dem Boden der Locarno­politik stehen und daher für die Durâstührung des Vertragswertes, die geeigneten Persön­lichkeiten stellen könnten. Diese Auffassung stimmt mit derjenigen überein, die das Zen­trum auf seinem Parteitag zum Ausdruck ge­bracht hat, daß die Zentrumsparlei in einer Regierung nur mit denjenigen Parteien Zu­sammenarbeiten könnte, die die Locarnopoli­tik mit Ueberzeugung durchzuführen willens seien.

Ein so geartetes Kabinett ließe sich aus der Deutschen Volkspartei, der Bayerischen Volks­partei, dem Zentrum und den Demokraten bilden. Diese Koalition würde allerdings eine Minderheitsregierung darstellen, die nur über 171 Stimmen im Reichstage verfüge. Aber es wird mit einem neutralen Verhalten der So­zialdemokraten gerechnet werden können. Diese elbst denkt nicht an den Eintritt in eine solche ogenannte Koalition, obwohl sie die Durch- ührung des Locarnooertrages unterstützen werde, und sie werde dafür sicherlich taktische Gründe haben.

Es wäre erklärlich, wenn die Sozialdemo­kraten für die bei der außerordentlichen Un­gunst der Wirtschaft in dem bevorstehenden Winter möglicherweise zu erwartenden großen wirtschaftlichen Auseinandersetzungen " freie sturmen behalten wolle, ohne durch Teilnahme an der Regierung in bestimmter Richtung ge­bunden zu sein. Daß bei der Neubildung der Regierung neben dem Posten des Reichskanz­lers auch derjenige des Reich>saußenministers in denselben Händen bleibt, wie bisher, ist wohl anzunehmen. Der Justizminister Dr. Frenken wird im neuen Kabinett nicht wieder erscheinen, da er selbst den Wunsch geäußert hat, mit Rücksicht auf sein hohes Alter von dem Posten entbunden zu werden.

Die Innenpolitik.

DieTägliche Rundschau" schreibt: Die Mit­teilungen, die der Reichskanzler gestern den Parteiführern gemacht hat, lassen erkennen, daß das Kabinett durchaus bereit ist, die innere Politik wieder zu ihrem Recht kommen zu lassen, wenn die außenpolitische Frage ihre Lösung gefunden hat. Vielleicht werde in un­verbindlichen Besprechungen der Boden im Parlament auch innerpolitisch jetzt schon etwas sondiert. Eine Entscheidung werde aber vor der Abstimmung über Locarno von keiner Par­tei gesucht. Ueber das vermutliche Abstim­mungsergebnis schreibt das Blatt, daß außer den Deutschnationalen, den Völkischem und den Kommunisten alle Fraktionen voraussichtlich ohne Ausnahme für den Vertrag von Locarno stimmen werden. Im Laufe dès Vormittags werde der Reichskanzler die Parteiführer emp= sannen, um ihnen die R-chtlinien vorzulegen, die das Kabinett den deutschen Delegierten mit auf den Weg nach Locarno gegeben hat. Wie das Blatt wissen will, sind die Richtlinien in allen Punkten von den Delegierten mit vollem Erfolg eingehalten werden mit Ausnahme der Saarfrage und der Frage der Luftschiffahrt. Ueber die Fraoe der Luftschiffahrt schweben zurzeit Verhandlungen, bei denen Deutschland völlige Gleichberechtigung genießt und die eine unseren Interessen entsprechende Neuregelung erwarten lassen. Hinsichtl'ch der Saarfraae soll auf eigenen Wunsch der Saarländer erst die Frage der Räumungsfristen geregelt werden. Auch in dielen beiden Punkten schließen also die Verhandlungen keineswegs mit einem Minus ab. In allen übrigen Punkten sei das Programm aber eingehalten worden, ein Pro­gramm, das, wie das Blatt ausdrücklich hervor­hebt, unter Mitwirkung und Billigung der deutschnationalen Minister aufgestellt worden ist.

schuldig! Das deutsche Leben ist ja noch immer nicht überflutet von der Glut, die in ihnen war, von dem Glauben, der sie trug, von der Kameradschaft, die ihre Seligkeit war tausend Nebel wallen nicht im Herbst nur über das Land, sie nehmen uns so oft die Aussicht in eine bessere deutsche Zeit. daß uns des Dich­ters Wort wiederklingt:Laßt alle Hoffnung draußen."

Wie willst du Totenfest feiern, deutscher Mann und deutsche Frau? Nur in wehmütiger Stimmung, die rasch vergeht, wenn der laute Tag sich zu dir drängt, nur in modischer Me­lancholie, die letzten Endes ein kleines Labsal für dich selber ist? Oder willst du an den Grä­bern deines Volkes stehen, ob im fremden Land oder in der Heimat, mit dem harten, klaren Willen, für deine Toten zu leben, sie als Füh­rer zu haben in Tagen, da wieder aufersteht, was von deutscher Wesenheit zerbrach? Sammle sie alle um dich, schau ihnen in die Augen der Tapferkeit und des Mutes, in die Seele voll hoher und reiner Gedanken und dann gehe hin, um in deinem Leben für den Geist, der in ihnen loderte und der allein aus ihrer Deutschheit stammte, unermüdet Ramo zu schaffen.

Die Rückwirkungen.

Paris, 21. Nov. DerFigaro" will er­fahren haben, daß die durch die Räumung der Kölner Zone nötiggewordene Umgruppierung der Befehungskruppen gewisse Folgen nach sich ziehen werde. Bian schreibt dem franzö­sischen Oberkommando die Absicht zu, im be­setzten Gebiet nur noch einen schwachen Teil der Besetzungstruppen zurückzulassen und den Rest in Lothringen und im Unter-Elsaß unter­zubringen. Unter dieser Bedingung sei die An­wesenheit eines Kommandos in Mainz nicht mehr nötig. General Guillaumel und fein Generalstab würden ihr Hauptquartier in eine Stadt an der Mosel verlegen, wahrscheinlich nach Metz. Uebrigens kündige man an, daß General Guillaumel demnächst seine Stellung aufgeben werde. Er werde nach Paris zurück­kehren, um die Stelle eines stellvertretenden Chefs des Obersten Kriegrates avzunehmen.

Eins polttifche Rede von Dr. Jarres.

Krefeld, 20. Nov. In einer politischen Ver­sammlung hielt Oberbürgermeister Dr. Jarres- Duisburg als volksparteilicher Spitzenkandidat für die Wahl zum Provinziallandtag eine Rede, in der er zunächst einen Ueberblick gab über die Vorgeschichte von Locarno und hierbei die Be­deutung des Londoner Utimatums, den Ruhr­einmarsch, den passiven Widerstand und den Dawesplan streifte. Wenn das Abkommen von Locarno zustandekommt, so sagte der Redner, dann werden auch die Verpflichtungen des Dawesplans einem Schiedsgericht im Sinne des Paktes von Locarno unterliegen. Korrek­turen liegen im Vertrag von London, Korrek­turen liegen im Vertrag von Locarno und Kor­rekturen liegen in der großen wirtschaftlichen Entwicklung überhaupt. Man darf Vertrauen haben auf die Vernunft der Wirtschaft bei der Korrektur des Dawesplanes.

Zum Vertrag von Locarno übergehend, führte Dr. Jarres u. a. aus: Der Rheinpakt garantiert die heutigen Grenzen nicht für alle Zukunft und nicht gegen alle Eventualitäten, sondern nur gegen einen gewaltsamen Ein­bruchskrieg. Keiner von uns kann einen Ver­zicht aussprechen auf das, was uns von Gottes und Natur wegen gehört. Die Frage wurde akut, ob nach dem Vertrag von Locarno das Recht auf Revision des Friedensvertrages hin­fällig geworden sei. Chamberlain erklärte so­eben in Erwiderung auf eine Anfrage, daß durch den Vertrag von Locarno und die Schiedsgerichtsverträge dies in Artikel 19 der Völkerbundsakte gegebene Recht der Nach­prüfung des Versailler Vertrages keineswegs beeinträchtigt sei. Bezüglich der Ostgrenzen wurde im übrigen kein so garantierter Sicher» beitspakt ausgenommen wie am Rhein. Keine Grenze wurde im Osten anerkannt. Gewiß sind im Pakt Bestimmungen vorhanden, die ein ganz freies Volk nicht annehmen würde, aber wir wissen, daß mir frei werden, daß wir mit- zusvrechen haben und daß man mit uns nicht mehr so willkürlich umgehen kann, wie man es gekonnt hat. Es läßt sich nicht leugnen, daß das, was an Rückwirkungen jetzt her­ausgekommen ist, in Deutschland und beson­ders im besebten Gebiet schwer enttäuschen muß. Das besetzte Gebiet ist/ stark genug, um zu beteuern: Es soll nicht um unserer rheinischen Vorteile willen im Augen­blick und später etwas beschlossen werden, was aegen Deutschlands Gesamtinteresse sein könnte. Darüber kann in der Welt kein Zweifel stin. Wenn in dem Pakt von Locarno schließlich das liegt, was gesagt wurde, dann muß die West etwas anderes erwarten als das, was uns aestern und heute präsentiert wurde. Das Reich--'kabinett ist offenbar im Einklang mit dem Reichspräsidenten Hindenburg, daß man »i» m»;»," nicht n^ranhnntfeti kann und die