Einzelbild herunterladen
 

201. Jahrgang.

SanauerS Anzeiger

General-Anzeiger für Die Kreise Kanan Stadt und Land.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Fernsprech-Anschlutz Nr. 1287 und 1238.

B«lM«P**te: Für den halben Monat 1 Reichsmark, für den ganzen Monat 2 Reichsmark ohne Lrägerlohn. Einzelnummer 10, Freitag und Samstag 12 Retchspsennig. Anzeigenpreise: Für 1 HAH, ttn Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 Retchspsennig, im Reklameteil von 68 mm Breite zb Retchspsennig. Ossertengebühr: 50 Retchspsennig. Geschäftsstelle: Hammerstrab« S.

Erfüllnagsort und Serichtsstand für beide Teile ist Hanan. Bei unverschuldete« I Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf ! Lieferung oder Nachlieferung oder aus Rückzahlung de» Bezugspreise». Für Platzvorschrtft und Erscheinungrtage der Anzeige wird leine Gewähr geleistet.

Nr. 264

Dienstag den 10. November

1925

Das Neueste

Die Bots.

i will an die sbestimmungen Kontrolle treten

Stelle der bisherigen 2 für die deutsche Luftfahrt lassen.

. Die portugiesischen Wahlen vollzogen sich in vollkommener Ruhe. In Lissabon wurde die Liste derRepublikanischen Union" gewählt, die aus Demokraten, Sozialisten und Nationa­listen besteht. Die Royalisten erhielten nur einige Sitze.

Der Finanzausschuß der französischen Kammer besprach die Abwehr einer neuen Jn-

Der MnMutritt des Reichstages

flation.

Nach einer Agenturmeldung aus Kairo besagen Nachrichten aus Damaskus, daß am vergangenen Dienstag starke Drusen-Äbtei- lungen sich bei Damaskus gesammelt hätten und einige Tage lang von den Franzosen be­schossen worden seien.

Die Vereinigung der Metallindustriellen hat, nachdem der deutsche Metallarbeiter-Ver­band in Mainz und Wiesbaden ihrer Auffor­derung, die Spengler- und Jnstallateurgesellen zur Wiederaufnahme der Arbett am 9. 11. 25 zu veranlassen, nicht Folge gegeben hat, be­schlossen, sämtliche Metallarbeiter des Bezirks Mainz, Wiesbaden, Rheingau und Umgebung vom 16. 11. 25 ab auszusperren. Von dieser Aussperrung werden etwa 15 000 Arbeiter be­troffen.

Der Dolchstvtzprvzeh.

München, 9. Nov. Den ersten Tag der vier­ten Verhandlungswoche leitete Oberst a. D. Schwerdtfeger-Hannover, der auch dem parla­mentarischen Untersuchungsausschuß ein Gut­achten erstattet hat, mit einem Gutachten ein, in dem er betonte, daß er schon im Herbst 1921 iklarhett und Gefährlichkeit

Berlin, 9. Nov. Der Reichskagspräsi- denk Loebe hat sich entschlossen, den Aellesten- rat des Reichstages aus Donnerstag dieser Woche nachmittags 5 Uhr zu berufen, um üver den Termin des Wiederzusammentritkes des Reichstages zu entscheiden. Soweit sich bis jetzt übersehen läßt, erscheint eine Berufung des Reichstages vor dem 19. November, dem ur- sprünglich bei der Vertagung in Aussicht ge­nommenen Termin, um deswillen nicht möglich, weil in den Tagen vorhtzr die Parteitage des Zentrums und der Deulschuatioaalen ftaff- finden. Es kommt nunmehr in Frage, ob der Reichstag zum 19. November oder zum Mon­tag, 23. November berufen werden soll. In den Kreisen der Regierung wird der 23. November als Tagungsbeginn vorgezogen, weil bis da­hin alle Materialien zur Beurteilung der zu entscheidenden Fragen vorliegen können, wäh­rend einige Parteien den Zusammentritt schon am 19. November wünschen. Als eisiger Be- ratungsskoff siegen zunächst der italienische und der russische Handelsvertrag dem Reichstage vor.

Eine Unterredung mit Reichslags- präsideni Löbe.

Hamburg, 9. Nov. Bei dem kurzen Aufent­halt auf dem Hamburger Hauptbahnhof vor feiner Abreise nach Berlin sprach Reichstags­präsident Loebe einem Vertreter desHam­burger Fremdenblattes" gegenüber die Erwar-

tung aus, daß der Pakt von Locarno auch ohne Reichstagsauflösung gesichert werden könne. Die Frage der Auflösung oder Nichtauflösung des Reichstages werde wesentlich beeinflußt werden durch die Entschließungen der in der nächsten Zeit bevorstehenden Parteitage, namentlich der Deutschen Volkspartei und des Zentrums. Loebe erklärte weiter, die Freude und Genugtuung, die in Amerika über den Pakt herrschten, seien bei der Nachricht über die innerpolitischen deutschen Zwiste erheblicher Sorge und Bestürzung gewichen. Auf die Frage, wie die wirtschaftlichen und politischen Kreise Amerikas auf die angeblich anti-ame­rikanische Tendenz reagierten, die manche in das Locarneser Abkommen hineinlesen, er­widerte Loebe, daß einsichtige Leute einen enge­ren politischen und wirtschaftlichen Zusammen­schluß Europas keineswegs fürchteten, sondern im Gegenteil als eine vorteilhafte Erleichterung ihrer Geschäfte mit Europa im technischen Sinne betrachteten.

Kanzlerrede am WMwvch.

Berlin, 9. Nov. Wie die Blätter melden, wird Reichskanzler Dr. Luther am Mittwoch auf dem Bankett anläßlich der Tagung des Vereins der Berliner Kaufleute und In­dustriellen eine Rede hatten, in der er sich vor­nehmlich mit dem Vertrag von Locarno be­schäftigen wird.

heraus. Der Sachverständige bejaht sodann du Frage, ob die Beseitigung Bethmann Holl­wegs, Kühlmanns und von Valentinis aus den maßgebenden Einfluß der Obersten Heeresleitung zurückzuführen sei. Die politische Leitung habe gegenüber der Obersten Heeres­leitung eine subalterne Rolle gespielt. Von

einer bewußten Zurückhaltung der Wahrheit über die militärische Lage gegenüber den maß­gebenden Stellen aus bestimmten Gründen könne keine Rede sein. Das Waffenstillstands­angebot der Obersten Heeresleitung habe in der Heimat tatsächlich eine sehr starke Wirkung gehabt. Die einigermaßen rechtzeitige Borbe reitung der öffentlichen Meinung auf da­

gehabt. Die einii

der öi

Wafenstillstandsangebot hätte unbedingt noch einen Rest von seelischer Spannkraft gerettet. Er stehe auf dem Standpunkt, daß an der Westfront noch eine zeitlang hätte weiter­gekämpft werden können. Bei der Fortsetzung

ich manches gewonnen Plus, belgisches und französisches Gebiet in Händen zu haben, hätten wir durch die völlige Aufgabe des Kampfes durch die Revolution verloren. Die

des Kampfes hätte no. werden können. Das

der Staatssekretär des Aeußern an der wun­

die begriffliche Ünklärhe'tt'^und' Gefährlichkett lassen. Die vielleicht gut c des WortesDolchstoß" gekennzeichnet habe. Propaganda eines Teiles Es diene weder der Aufklärung, noch der in- außerordentlich geschadet.

der Presse habe uns

ueren Sammlung des deutschen Volkes. Der Sachverständige verlas dann den Bericht einer Sammelstelle in Brüssel über die Haltung und Stimmung des Ersatzes, der 1918 zur F . : geschickt wurde. Er erklärte in diesem Zusam­menhangs, es sei kein Zweifel darüber möglich, daß eine revolutionierende Propaganda be­standen habe. Zu dem Versuche der beiden Prozeßparteien, das gesamte Problem durch prozessuale Möglichkeiten zu klären, müsse er erklären, daß er die Klärung historischer Vor­gänge durch Prozeßverhandlungen als aus­geschlossen betrachte. Zu den Thesen und Gegen­thesen der Prozeßparteien erklärte der Sach­verständige u. a., der Vorwurf, daß die Füh­rer der Arbeiterschaft von Anfang an auf die Sabotage des Sieges hingearbeitet hätten, fei undeutlich formuliert. Gegen die Behauptung, daß es den U. S. P.-Führern darauf ange­kommen sei, in der deutschen Arbeiterschaft den Glauben zu erwecken, daß auch in den feind­lichen Ländern Streikbewegungen der Kriegs­arbeiter im Gange seien, sei nichts einzuwen­den. Richtig sei auch, daß die Möglichkeit des Sieges durch revolutionäre Arbeit hinter der Front beeinträchtigt worden sei. Der Sachver­ständige erklärte weiter, daß

Tont

ungen als aus-

in der deutschen Armee weniger Mißstände bestanden hätten, als in irgendeiner anderen Wf der ganzen Welt. Gegen die Auffassung, daß die Meuterei in der Marine von Offizieren

ausgegangen fei, müsse er energisch Verwah- rung einlegen. Daß in der Heimat Mißstände bestanden hätten, sei nicht zu bestreiten. In der ^negszielfrage sei es der schwerste Fehler Pechmann Hollwegs gewesen, daß er die Er­örterung der Kriegsziele freigegeben hatte, âber sei der Charakter des Verteidigungs- kneges verfälscht worden. Zur belgischen Frage und den angeblich von der Heeresleitung be- triebenen Annektionen bemerkte der Sach nandige Oberst a. D. Schwerdfeger, es fei die Heisortpflicht der militärischen Leitung, für einen etwaigen neuen Krieg möglichst günstige s7°âdingungen zu schaffen, jedoch die Sache uer Politik sei es, darüber zu entscheiden, was

den im Kriege gewonnenen Gebieten ge- chehen solle. Für die deutsche Politik hätte es « der Tat kein Ziel fein können, die Landkarte âu verändern und fremdsprachige Gebiete sich nverleiben zu wollen. Es sei ein schwerer n^Ebder deutschen Politik gewesen, daß das m rt Wort über Belgien nicht gesprochen ^'^s Verzichtes der O. H. L. hätte es bedurft. Es fei Sache der Regierung ge-

^inen Zwang zu diesem Schritt seitens km L. könne er vom Standpunkt des ngorckers aus in keiner Weise anerkennen, aber habe es der Reichskanzler und auch

ver-

außerordentlich geschadet. Der Sachverständige hielt das frühere dem parlamentarischen Unter­suchungsausschuß erstattete Gutachten zum Waffenstillstandsangebot der O. H. L. in vollem Umfange aufrecht. Mit Entschiedenheit müsse er sich dagegen wenden, wenn daraus gefolgert werden sollte, als habe dieses An­gebot das Eingeständnis der O. H. L. enthal-

ten, überhaupt nicht mehr weiter kämpfen zu können. Der Auffassung eines Sachverständi­gen von einer Kapitulation auf Gnade und Ungnade sei zu widersprechen.

Auch nach dem Waffenstillstandsangebot halte das Heer noch weiter kämpfen können. Doß allerdings die Forderung der O. H. L. in Berlin eine Panikstimmung ausgelöst habe, sei richtig. Daß das Friedensangebot vom 4. Oktober auf Verlangen der O. H. L. gestellt wurde, habe er erst später aus einer Ver­öffentlichung des viel zu Unrecht verlästerten echt deutschen Prinzen Max von Baden .ent- noiymen. Selbst die Bedeutung eines Staats­mannes von den Außmaßen eines Bismarck

würde nicht ausgereicht haben, durch Mittel der Diplomatie das zu ertrotzen, zu dem die militärischen Machtmittel gefehlt hätten. Die Forderungen der O. H. L. seien auf die ' tige Einleitung von Schritten Hinausgel

Forderungen der O. H. L. seien auf die sofor­tige Einleitung von Schritten hinausgelaufen die einen möglichst baldigen Waffenstillstand herbeiführen sollten. Die Tatsache eines Drän­gens der O. H. L. sei unbestreitbar. Schwerdt­feger erklärte dann, zu der Zeit vom 4. Oktober bis 1. November feien seine abschließenden Forschungen noch nicht beendet. Hierüber werde ein neues Gutachten im parlamentarischen Untersuchungsausschuß erstattet werden.

Zur Frage der Abdankung des Kaisers stellt der Sachverständige fest, daß die mehr­heitssozialdemokratische Partei noch am 9. No­vember 1918 den Austritt ihrer Parteimit­glieder aus der Regierung als Gefährdung der Waffenstillstandsverhandlungen ansah. Tatsächlich sei aber Scheidemann am 9. No­vember früh aus der Regierung ausgetreten, ehe der Waffenstillstand abgeschlossen gewesen sei. Hier liege ein verhängnisvoller Irrtum über den Zeitpunkt des Abschlusses des Waf­fenstillstandes zugrunde. Die Abreise Kaiser Wilhelms in den kritischen Tagen von Berlin sei von entscheidender Bedeutung gewesen, da alle wichtigen, für Deutschlands Zukunft auf Generationen entscheidenden Fragen schließlich in einer ganz unwürdigen Hast abgemacht werden mußten. Der Zusammenbruch der letzten Neste der Staatsmacht in Berlin, wäh­rend die deutschen Unterhändler im Walde von Compiègne der Entente gegenüber­standen. Habe die Möglichkeit ausgeschlossen, die Waffenstillstandsverhandlungen abzu­lehnen. Dadurch fei d-e Kapitulation auf

Gnade und Ungnade notwendig geworden. Daß die Frage der Abdankung des Kaisers im November 1918 von der mehrheitssozialdemo­kratischen Partei in den Vordergrund gescho­ben wurde, war von verhängnisvoller inner­politischer Auswirkung. Zum Abschluß des Waffenstillstandes wäre diese Lösung nicht

notmen'

Er könne daraus keine

vaterlandsfeindliche Haltung jener Männer herleiten, aber es sei verhängnisvoller Irrtum gewesen, dem sie unterlegen seien.

Der Sachverständige faßte seine Stellung dahin zusammen, daß er den Vorwurf der be­wußten Geschichtsfälschung gegenüber Prof. Croßmann in keinem Fall als berechtigt er- erkennen könne, wenn er auch eine Reihe von literarischen Bedenken gegen die Dolchstoßhefte sowie die nicht hinreichend klare Unterschei­dung der M. S. P. und der U. S. P. habe. Er könne aber nicht anerkennen, daß die Dolch­stoßhefte eine politische Brunnnenver^iftung schlimmster Art darstellen, denn ihr Sinn sei, zur Lösung aller dieser Probleme durch Teil- veröffentlichungen beizutragen. Die Heraus­stellung des Ausspruches Scheidemann:Das Volk hat auf der ganzen Linie gesiegt!" und des bekanntenVorwärts"-Zitates in den Dolchstoßheften stelle eine gewisse Inkonse­quenz des Herausgebers dar, wenn er auf der anderen Seite betonen wolle, daß er ditz M S. P. nicht habe treffen wollen. Sachlich habe er gegen die beiden Zitate die schwersten Be­denken. Scheidemann werde wohl der Ueber­zeugung sein, daß seine Worte durch die Phraseologie des 9. November entstanden seien. Das deutsche Volk hätte nicht auf der ganzen Linie gesiegt, sondern fei durch den Ausbruch der Nevolution auf der ganzen Linie restlos unterlegen. Es fei anzuerkennen, daß die Sozialdemokratie treu zu Deutschland stand und daß ohne dieses Opfer der Krieg nicht hätte geführt werden können, dasVor- wärts"-Zttat aber sei auf das äußerste zu ver­werfen. Es fei das gute Recht eines Heraus­gebers. dagegen Stellung zu nehmen.

München, 9. Nov. In der weiteren Ver­handlung erklärte Oberst Schwerdtfeger mit aller Deutlichkeit, daß die Gründe für unser Unterliegen nicht auf eine einfache schlagwort­artige Formel wieDolchstoß" gebracht wer­den können. Fehler seien im Weltkrieg von allen Seiten gemacht worden. Den Weltkrieg hätten wir alle als Volksganzes verloren. Den neuen Kampf des Wiederaufstieges müßten und würden wir gewinnen. An den Sachverstän­digen werden sodann eine Reihe der üblichen Fragen gestellt, auf die er u. a. antwortet, daß die Entente von vornherein propagandistisch darauf eingestellt gewesen sei zu sagen, Deutschland habe den Krieg vom Zaun ge­brochen, weil es die Weltherrschaft erstrebe. Es sei ihm bekannt, daß bis >n weite Kreise der Bevölkeruna hinein der Wunsch nach Aneig­nung belgischen Gebietes bestanden habe, teil­weise aus einer sehr primitiven Anschauung

Mehrheitssozialdemokratie hätte ihre ultima­tive Forderung auf Abdankung des Kaisers nicht stellen sollen, ehe nicht die Waffenstill­standsbedingungen unter Dach und Fach waren. Dieses unselige Problem hätte nicht in die komplizierte Lage hineingeworfen werden sollen. Am Schluß der Sitzung wies der Sach­verständige Oberst Jochim darauf hin, daß auch in der Heimat nach Zeugnissen des Pressechefs der Reichskanzlei Deutlmosen und des Vizekanzlers Payer längst nicht mehr an den Sieg geglaubt wurde.

Die Sitzung wurde darauf auf Dienstag vertagt.

Eine Chamberlain - Rede über Locarno.

London, 9. Nov. Das heute abend in der Guildhall von dem neuen Lordmajor gegebene Bankett fand unter den gewohnten Zeremonien statt. An dem Bankett nahmen teil die Bot­schafter und Gesandten der auswärtigen Mächte, darunter der deutsche Botschafter Dr. Sthamer, dem eine besonders warme Be­grüßung zuteil wurde und dem der neue Lord­mayor mit ganz besonderer Herzlichkeit und lange die Hand schüttelte. Außerdem waren an­wesend die Mitglieder der Regierung, die

Chefs der Land-, See- und Luftstreitkrä! eine große auserlesene Gesellschaft mit 2 Chamberlains Eintreffen war das Signal für laute Hochrufe von feiten aller Anwesenden, die sich erhoben hatten und ihm einen begeister-

te und )amen.

ten Empfang bereiteten.

London, 9. Nov. Während des Guildhall- Banketts saß der deutsche Botschafter Dr. Sthamer zur Linken Chamberlains. Bei der Zeremonie der Rundreichung des Trinkpokals reichte der deutsche Botschafter Chamberlain den Pokal, der den Deckel hob und sich in ge­wohnter Weise verbeugte, während der deutsche Botschafter trank. Hierauf übergab Dr. Stha­mer den Pokal in Uebereinstimmung mit dem gewohnten Brauch wieder Chamberlain.

London, 9. Nov. Chamberlain erklärte, in­dem er den Trinkspruch auf die Botschafter und Gesandten ausbrachte: Ich bringe diesen Trink­spruch mit Vergnügen aus, denn es ist ein Trinkspruch des guten Einvernehmens und des Wohlwollens. Indem ich ihn ausbringe, drü­cken wir die gute Absicht unseres Volkes aus und den Wunsch, in freundschaftlichen Bezieh­ungen mit allen Nationen zu leben, deren Ge­sandten bei unserem Volk vertreten sind. Ich glaube, wir können diesen Trinkspruch mit umso größerer Befriedigung ausbringen, well wir der Ansicht sein dürfen, daß, seitdem er zur Zeit Ihres Vorgängers, Herr Lordmayor,

ausgebracht wurde, etwas getan worden ist, dieses gute Einvernehmen und Wohlwollen zu fördern und zum Zeichen, daß wir bei dem Ausbringen des Trinkspruches keine leere Zeremonie ausführen. H-rr Lordmayor! Ich hatte die Ehre, mein Land auf der Konferenz

um

von Locarno zu vertreten und zum ersten Mal in der Osffentlichkeit zu sprechen. Nachdem ich nach hause zurückgekehrt bin. hoffe ich, daß man mich nicht für egoistisch ansieht, wenn ich meine tiefe persönliche Dankbarkeit ausdrücke für die Art und Weise, mit der Sie meinen Anteil an dieser Zusammenkunft anerkannt haben. Aber wenn es nur ein persönlicher Triumph wäre, o würde er von weit geringerem Werte sein, als er ist und sogar von weit geringerem Werte für mich selbst. Was mich so dankbar ür die Aufnahme von Locarno bei meinen

Landsleuten macht, ist, daß ich weiß, daß ich auf dieser Konferenz der Wortführer einer Nation und nicht nur einer Partei war, daß