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201. Iahrqany.

SauauerS Anzeiger

General-Anzeiger für die Greife Kanan Stadt und Land.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. , Fernfprech-Anfchluß Nr. 1237 und 1238

Bii«i«(ttl»: Für den halben Monat 1 Reichsmark, für den ganzen Monat 2 Reichsmark ohne Trügerloh». Einzelnummer 10, Freitag und Samstag 12 Reichsptennig. - Anzeigenpreise: Für 1 Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 R-tchspfenntg, im Reklameteti von 68 mm Breite SV «eichspfeimtg. - Vifertengebühr: b0 Retchspsenntg. - Eeschäftsstell«: Hammerstraße S.

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Nr. 261

Freitag den 6. AooeMder

1925

Das Neueste

strigen Tages haben Be- r Persönlichkeiten der

Während des gej kprechungen führender . . Fraktionen des Zentrums, der Demokraten, Sozialdemokraten und auch der Deutschen Volkspartei stattgefunden. Die Initiative zu diesen Besprechungen ist vom Zentrum ausge- gangen. Das vorläufige Ergebnis sei nach einer Berliner Meldung die Vereinbarung, daß heute eine direkte Aussprache zwischen den Führern der Deutschen Volkspartei und jenen der So­zialdemokratie stattfinden soll und zwar noch vor der Sitzung der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion, die bekanntlich heute nach-

Allenlatsplan aus Mussolini.

Verschwörung gegen das Lebe« des italienischen Ministerpräsidenten. Verfolgung der Freimaurer und Sozialisten.

mittag zusammentritt.

Das Handelsabkommen zwischen Deutsche

wird voraus

am

Freitag unterzeichnet, aber erst nach Genehmi­gung durch die deutsche Regierung veröffent­licht werden.

Die in dem großen Leipziger Kommu­nistenprozeß zum Tode verurteilten Kommu­nisten Skoblewski, Neumann und Pöge find zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt worden.

Die italienische Polizei ist gestern einem Attentatsplan gegen Mussolini auf die Spur gekommen, dessen Ausführung durch die Ver­haftung der Täter verhindert werden konnte.

In der gestrigen Kammersitzung erhärte Ministerpräsident Painlevè, die Regierung Höffe, die Sanierungsgesetze am Samstag der Kammer unterbreiten zu können.

Ein notwendiger Appell.

Die französische Presse beschäftigt fidEf eifrig und.Meoolt mst dem ftefiemo artigen inner» politischen Zwischenspiel in Deutschland. Kein Wunderl Findet sie hier doch Szenen genug, dre sie über die Unsicherheit und Bedenklichkeit der eigenen inneren Lage hinwegtrösten kön- nen. Die Führer der Regierungsparteien haben kürzlich mit allem Nachdruck betont, daß die Außenpolitik heute den Vorrang vor allen an­deren Fragen besitzen müsse. Auch die Regie- . t sich bei ihrem Kurs auf diesen Grund­satz berufen, Der niemals so viel Beachtung Der» wie gerade heute. Anstatt aber diesen Grundsatz zu befolgen, bietet die öffentliche ^y^tanös roieber einmal das Bild S P°rteifehde, die die Einheitsfront zer- ^^enParteikräfte gegeneinander ^T Auslande Blößen bietet, die J ^hanblunnsgegner natürlich nur all­zu willig benutzen.

-Junge Aeußerungen, die der ehemalige nthlütiS Minister Schiele in einer Kabi- SeS bei feinem Aolchied von den G-^i?eu.âs>llegen getan haben soll, sind Pressekampfes. Bei aüen^S Suites ist ziemlich von

allen Seiten gesündigt worden. Aber ist ec

Musterle.stung des srn deutschen Parteigeistes, w-nn lieb Kriegsfalls ^m innerdeutsche

dem epMte5r8'61'M °"i-"pE,ch auf

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die deutschen Sheininnhf ^S " erständnis für l«'n Za" So »ei miss, /" «" 4t räumen,

" -b-- -ich, a66«ruf.n w-rd- d» ^ -nungsforderunoen noch nicht alle von chand erfüllt seien. Ein anderes, der Re-

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Rom, 5. Nov. Unter der Anschuldigung, ein Komplottgegendas Leben des Minister­präsidenten Mussolini angezettelt zu ha­ben, sind der durch den Weltkrieg bekannt ge­wordene General Capello, einer der Führer der italienischen Freimaurerei, und der frühere sozialistische Abgeord­nete Z a n i b o n i, der im Kriege als Haupt­mann die höchste Auszeichnung erhielt, verhaf­tet worden. Der Minister des Innern hat außerdem die sofortige militärische Be­setzung aller Freimaurerlogen an­geordnet. Es sollen noch andere hervorragende Mitglieder der Großloge von Italien in die Verschwörung verwickelt sein. Das Komplott zur Ermordung Mussolinis sollte dieser Tage während der Feier des Marsches auf Rom aus­geführt werden, wo Mussolini in der Oeffent- lichkeit erschien, um Reden zu halten und an den Umzügen teilzunehmen. Das Komplott er­regt gewaltiges Aufsehen.

Der Atienkatsplan.

Rom, 5. Nov. Die Meldungen von dem auf Mussolini geplanten Attentat haben in der Stadt ungeheure Aufregung verursacht. Sämt- llchc Blatter wurden verboten mit ÄUMghML, der faschistischenEpoca" und derIdea Ra­tionale", welche ankündigen, daß sie schnell­stens genaue Einzelheiten bekannt geben wer­den. Der Minister des Innern, Federzoni, habe den Attentatsplan von Anfang an gekannt, und der Polizei sei keine Phase der Entwicklung ge­heim geblieben. Die Festnahme Zanibonis, eines militärisch-sozialistischen Abgeordneten, der seinerzeit in der Mateottiangelegenheit ge­nannt worden war, und des Generals Capello, der in Turin verhaftet wurde, als er über die Grenze flüchten wollte, war aufs genaueste ein­geleitet. Die Polizei hätte die Verschwörung schon längst niederschlagen können, habe aber die Entwicklung abwarten wollen. Der Mini­ster Federzoni hatte nach der Erteilung ent­sprechender Aufträge an die Polizei und an sämtliche Präfekten des Landes leine Abreise nach Südtirol ankündigen lassen, um die Ver­schwörer völlig in Sicherheit zu wiegen. Von Siena aus verfolgte er die Berschte, die ihm gebracht wurden, so die Abreise Zambonis nach

Rom, dessen Absicht war, im Hotel Dragoni «ohne», von wo aus die Schüsse gegen olini abgegeben werden sollten, während er vom Palazzo Chigi aus sprach. Von Siena eilte Minister Federzoni nach Rom zurück, um sich Zanibonis zu versichern. Gestern morgen 9 Uhr drang eine Abteilung Carabinieris in das Hotel Dragoni ein, während bereits der Festzug im Aufmarsch war. Der Vizequäftvr erreichte Zaniboni auf der Treppe, ergriff ihn am Arm und erklärte ihn für verhaftet. Zani­boni, der in der Uniform der Alpini-Offiziere war, mit zahlreichen Auszeichnungen auf der

war. Der Vizequäftvr

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gierung nicht fernstehendes Blatt, derPetit P a r i s i e n", meint, an Rückwirkungen sei schon genug geschehen, denn die Presse solle im Rheinland wieder mehr Freiheit haben und die Zahl der Delegierten werde vermindert. Wenn

man in amtlichen französischen Kreisen dieselbe Ansicht über die Rückwirkungen hegen sollte, so würde das für jede deutsche Regierung und für jede deutsche Partei die Annahme des Vertrags von Locarno unmöglich machen. Die Franzosen haben im besetzten Gebiet am Sitz von Regie­rungspräsidenten einen Bezirksdelegierten und am Sitz von Landräten einen Kreisdelegierten eingesetzt, insgesamt etwa 65 französische Be­amte, die sich eine weitgehende Kontrolle der deutschen Verwaltung anmaßen, die aber weder im Versailler- Diktat, noch im Rheinlandabkom­men auch nur die leiseste Stütze finden. W-nn wir eine Aenderung des Rheinlandregimes for­dern, so ist damit in erster Linie gemeint, daß das Delsgiertensystem restlos verschwindet. Mit einer Verminderung allein ist es nicht getan. Im übrigen find die zwei Zugeständnisse, die derPetit Parisien" erwähnt, vollkommen un-

zulänglich. In der Behandlung des besetzten Gebietes muß von Grund auf eine Derände-

Brust, protestierte gegen die Verhaftung eines Offiziers und erklärte, der Irrtum werde sich sofort aufklären. Hierauf sagte ihm der Vize- quästor einige Worte ins Ohr, worauf Zani­boni erbleichte und sagte: Gut, ich werde keinen Widerstand leisten. Er hatte einen großen Kös­ser bei sich und wurde von Detektiven im Au­tomobil aus die Polizei geführl.

DieEpoca" verzeichnet das Gerücht, daß sich im Innern des Koffers ein automatisches Gewehr befunden habe von besonderer Prä­zision sowie reichliche Mengen von Munition und ebenso einige kompromittierende Doku­mente.

DisIdea Nazionale" erzählt, daß Zaniboni ein österreichisches Gewehr mit Scherenfernrohr besaß, mit dem er von seinem Fenster aus auf Mussolini schießen wollte, wenn dieser zur Ab­nahme der Siegesparade während der Feier auf dem Balkon des Palazzo Chigi erscheinen sollte. DieIdea Nazionale" erzählt ferner, daß vor Tagen im Hotel Dragoni ein Mann er- £en, der für seinen Freund ein Zimmer nach

Via del Tritona hinaus bestellte, damit er von dort den Festzug sehen könne. Da kein solches Zimmer frei war, mußte er sich mit einer Vormerkung auf ein Zimmer auf den Piazza Colenna hinaus begnügen. Während der folgenden drei Tage sei der Mann wieder­holt ins Hotel gekommen, um sich des Zimmers -au. »erfiöifrn. Ap^S , Ro»smhsr hr , . h' .

in Oos Hotel uto kündigte seinen Freund, einen Invaliden, für den nächsten Tag früh an. Der Hotelier merkte ihn für ein Zimmer vor, das auf die Via bei Tritone hinausging. Am 4. No- vembc 6.30 Uhr vormittags kam der Ange- kündigte im Automobil ins Hotel in der Uni­form eines Alpinioffiziers, worunter er ein Schwarzhemd trug, mit zahlreichen Dekoratio­nen auf der Warft. Er nannte sich Major Sil- vestrini aus Bologna und hinkte mit dem Fuße. Um 8.45 Uhr sah der Hotelier den Fremden auf dem Balkon, der rasch zurücktrat, als er sich beobachtet fühlte. Um 9 Uhr erschien ein Mann, der nach dem Major Silvestrini fragte und sich in den ersten Stock begab, wo er zehn Minu­ten verweilte. Um 9.30 Uhr erfolgte die Ver­haftung.

den Vertretern der Reichstagsfraktion der Wirtschaftlichen Vereinigung, der Reichstags- abgeordneten Minister a. D. Hampe und Mollath, dem Reichskanzler abgegebene Er­klärung im Widerspruch mit den durch den Vertreter der Fraktion im Auswärtigen Aus­schuß, Prof. Bredt, gemachten Ausführungen stehe, ist vollkommen unrichtig. Bei den gestrigen Verhandlungen wurde dem Reichs­kanzler lediglich Kenntnis von dem einstim­migen Beschluß des Vorstandes der Reichs­tagsfraktion der Wirtschaftlichen Vereinigung, welchem auch Prof. Bredt angehört, gegeben. In dem Beschluß kommt zum Ausdruck, daß sich der Fraktionsvorstand außer Stande sieht, eine endgültige Stellungnahme zu dem Vertrag von Locarno einzunehmen, solange noch Verhandlungen zwischen den beteiligten Mächten schweben, deren Ergebnis, insbeson­dere die Auswirkungen der von der Gegen­seite mündlich gegebenen Zusicherungen erst abgewartet werden müsse. In diesem Sinne hat auch Prof. Bredt trotz schwerer Bedenken, gegen verschiedene Abmachungen feine Stel­lungnahme im Auswärtigen Ausschuß präzi­siert. Der Reichskanzler erklärte in der gestrigen Besprechung, daß der ihm mitge­teilte Beschluß des Fraktionsvorstandes im wesentlichen mit der Auffassung der in der Re­gierung vertretenen Parteien und der Reichs­regierung übereinstimme.

Schiele rehabilitiert sich.

Berlin, 5. Nov. Von deutschnationaler Seite wird zu den Veröffentlichungen über das Verhalten des Ministers Schiele eine Erklä­rung abgegeben, in der es u. a. heißt: Es steht nunmehr end ültig fest, daß Minister Schiele

CI, NâL f_in den Äeb'neilssig'mgen r .^«<»r> "*-*- ober die materiellen Werl

Das Blatt berichtet, daß ein Automobil be­reit stand, um den Attentäter sofort in Sicher­heit zu bringen. Die Insassen des Automobils seien als Faschisten gekleidet gewesen.

DieIdea Nazionale" sagt in ihrem Leit­artikel, die Tat sei nicht als die eines exaltier­

ten und unverantwortlichen Verbrechers anzu­sehen, sondern erweise sich als die letzte Karte der Aventin-Opposition. Sie sei vorbedacht ge­wesen und sollte erfolgen, alsdas Volk sich neuer­lich geschloffen hinter die'Person Mussolinis stellte. Zaniboni sei als ein unbändiges Tem­perament bekannt und deshalv als geeignetes Werkzeug ausersehen worden. Hierzu gehöre auch der General Capello, einer der höchsten Funktionäre der römischen Freimaurerloge und Angehöriger der Logenpropaganva.

rung eintreten und d e Besetzungstruppen müssen zum mindesten auf das Maß der deut­schen Friedensgarnisonstärke zurückgeführt werden. Wer aber von dem Verbleiben der Kontrollkommission spricht, der hat von dem viel zitierten Geiste von Locarno auch nicht einen Hauch verspürt. Es ist selbstverständlich, daß es mit der Militärkontrolle durch Kommis­sionen oder irgendwelche sonstigen Organe ein Ende haben muß, wenn Deutschland imstande sein soll, den Vertrag von Locarno zu unter­zeichnen.

Will sich die deutsche öftentliche Meinung nicht auf ihre Pflicht besinnen und in der Ver­tretung der deutschen Forderungen wie ein Mann zusammenstehen, anstatt sich durch par­teipolitische Zerrissenheit selbst zur Ohnmacht zu verdammen?

Die Wirtschaftliche Vereinigung und der Der rag von Locarno.

Berlin, 5. Nov. Von der Reichstagsfraktion, her Wirtschaftlichen Vereinigung geht dem W. T. B. folgende Mitteilung zu:

Die in einem Teil der Presse gestern ver­öffentliche Mitteilung, nach welche: b'c non

von Locarno und ebenso sehr die formelle Bil­ligung der dort eingegangenen Bindungen ausdrücklich abgelehnt hat und zwar am 19. Oktbr. mit der Erklärung, daß eine endgültige Stellungnahme erst möglich sei, wenn alle Unterlagen durchgeprüft werden könnten und am 22. Oktober endgültig. Der vor einigen Tagen bekanntgegebene Kompromißwortlaut des Kabinettsbeschlusses vom 22. Oktober ent­spricht diesem Tatbestand, und das am 19. Ok- fober ausgesprocheneJa" entsprach den Pflichten der Kollegialität und beantwortete lediglich die Frage, ob der Minister die subjek­tiven Bemühungen der Delegation, im Sinne der Richtlinien zu verhandelst, anerkenne. Es bleibt neben diesen Feststellungen die Frage zu klären, wer aus Sitzungen, an denen nur Minister und Beamte teilgenommen haben, doch trotz der ausdrücklich zur Pflicht gemachten Diskretion Informationen gegeben hat, hie noch dazu das Bild fälschen. Amtlich widerlegt ist die Lüge von den angeblichen Vorwürfen Schieles gegenüber der eigenen Partei. Im übrigen ist es für jeden anständigen Menschen eine Sslbstv-rständlilbkeit, daß die deutsch- nofionalen Minister ihrerseits die Vertraulich­keit von Kobmettsbesprechungen bis an die Grenze des Möglichen achtem

Die Deutschnationalen Hessens gegen Locarno.

Die Deutschnationalen Hessens faßten zu Locarno eine Entschließung, der nachstehendes entnommen sei:

»Der engere Vorstand des Landesverban­des Hessen-Darmstadt der Deutschnationalen Volkspartei hat in seiner Sitzung vom 31. Ok­tober nach eingehender Aussprache die Hal­

tung des Parteivorstandes und der Reichstags­fraktion, sowie den Austritt der deutschnatio­nalen Minister aus der Reichsregierung ein» stimmig gebilligt. Auch der hessische Landes­verband hält den Vertrag von Locarno für untragbar. Dieser Vertrag würde dem deut­schen Volke weder politische noch wirtschaft­liche Vorteile oder Erleichterungen bringen, ihm aber die schwersten Bedingungen und Verpflichtungen ohne die geringsten Gegen­leistungen auferlkgett. Für deutschnationale Minister war daher in einem Kabinett, das diesen Vertrag annehmen will, kein Platz mehr.

Die M«anz- und Wirtschaftslage der Deutschen Reichs post.

Berlin, 5. Nov. Die Reichspest veröffentlicht

einen ausführlichen Bericht über ihre Finonz- und Wirtschaftslage. Danach ist im laufenden

darauf zuückzuführen, daß sich die um die Jah rerwende 1924/25 vorgenommenen Gebühren