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401. Jahrgang.

Hanauer 8 Anzeiger

General-Anzeiger für die Kreise Kanan Siadl und Land.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Fernsp^ech-^-l^luß Nr. 1237 und 1238.

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Ar. 258

Dienstag den 3. November

1925

Das Neueste.

Der Reichskanzler wird heute dieVertreter der Fraktionen empfangen, die seit dem Aus­scheiden der Deutschnationalen noch hinter der Regierung stehen.

Im Dolchstoßprozeß wurden gestern die Sachverständigen Delbrück und Amtsgerichts­rat Dr. Hertz vernommen.

Sämtliche am Tarifvertrag, beteiligten vier Dergarbeiterverbände haben nunmehr den vom Schiedsgericht gefällten Schiedsspruch für den Ruhrbergbau angenommen und denn Arbeitsministerium die Verbindlichkeitserklä­rung beantragt.

Der Theraner Agent derMorning Post" meldet, es werde erwartet, daß die Ein­berufung einerVerfajjungsgebenden National- Versammlung im Verlauf eines Monats er­folgt. Man rechnet damit, daß Präsident Khan zum Schah gewählt wird.

M

Wie lange noch?

Angesichts der Verhandlungen, die zurzeit über ein neues Regime im besetzten Rheinland geführt werden, verdient die Frage der Sepa- ratiften dringende Beachtung. Es ist einiger­maßen auffallend, daß gerade während der Verhandlungen in Locarno und in den Wochen nachher der Separatismus im Rheingebiet sich von neuem rührte. Ob man darin ein von französischer Seite geübtes Druckmittel sehen will, oder ob die Besatzungsbehörden diese Be­wegung nie ganz einschlafen lassen wollen, sicher ist jedenfalls, daß in manchen Orten, von der Nahe bis zur Mosel, die Separatisten sich wieder fühlen und

* Ment gegenüber, 1

II «eigen. â

Ueber die Separatistennester an der Nähe- linie von Kreuznach über Meisenheim bis nach

onders ihren Arbeit-

chedrohungen ver-

Birkenfeld liegen seit Monaten zuverlässige und leider umfangreiche Nachrichten vor. Man kennt so ziemlich die Namen aller, die sich dort gutrauen, eine neue Rolle in der separatistischen Bewegung zu spielen, sobald die französische Besatzung glaubt, ihnen die Zügel schießen lassen zu dürfen. Die vereinzelten Persön­lichkeiten dort hätten nicht allzu viel zu sagen, wenn sie nicht in einem Teil der Bauernschaft seit dem Frühsommer ein offenes Ohr fän­den. Dort ist es, wie früher schon hier mitge­teilt worben ist, ein früherer Lehrer Uehl, der dem Oberrheinischen Landbund Mitglieder abzujagen sucht. Sein Vater ist Landwirt im Kreise Baumholder. Bei ihm ist es gekränkter Ehrgeiz, der chn ins Separatistenlager geführt hat. Er hat den Wunsch gehabt, mit Hilfe des Landbundes auf irgend eine Kandidatenliste zu kommen. Aber der Landbund traute dem un­sicheren Kantonisten nicht und setzte ihn vor die Tür. Also sammelte Uhl die unzufriedenen ; Landleute um sich und plante einen Bauern­bund, mit dem er dann diefreie Bauernschaft" zu durchwühlen dachte. Für die Reichstags­wahl am 7. Dezember 1924 stellte er sich auf t einer eigenen Bauernliste auf und brachte auch etwa 12 000 Stimmen zusammen. Nun hetzte ; er seit Anfang dieses Jahres über den Hunsrück hinüber nach der Mosel zu, und da zugleich I die alten Separatisten in der Pfalz, im Meisenheimer und Kreuznacher Kreis, sowie mi Birkenfeldischen unter dem Anhauch der Franken wieder erwachten, so entstand diesmal , in einer überwiegend protestantischen Gegend. . alle konfessionelle Färbung eine ziemlich lebhafte Bewegung, auf die die Aufmerksamkeit früh genug hingelenkt wurde.

der Pfalz sind seinerzeit, als die dortige für bte Landesverräter unangenehm zu n A?E' Separatisten ins Elsaß hin- - ^^ewechfilt Nach Zabern Wagenfabvikant aus Kirchheimbolanden, der sich der be- ren Gunst des Bürgermeisters von Neu­weiler, des Kommandanten Boeswillwald, und ^^bortigen Unterpräfekten erfreut. Auch suchte bekanntlich seinerzeit im Elsaß : Sr gründete, nachdem sein separa-

tistisches Slbenteuer mit Frau de Wendel zu Erfolg geführt hatte, in Straßburg, in tfonberie 1822 mit Frau Hübner van Geldern ein Korrespondenzbüro Cosmo- ^" Versuchen, in die deutsche ! Propagandaartikel einzuschmuggeln,

konn^-"^m?A den EMsern gewarnt werden I Matthes hielt vom Elsaß aus nachbar-

N IrEdschaft mit der Pfalz. Als Mitte I Ä » Separatistentagung stattfand, Art gewesen sein. Aller Wahrscheinlichkeit nach unterhält er von seinem I E° aus gute Beziehungen zur Union oecono- Rigue et intellectuelle Franco-Rhenanes in Oris. Man weiß, daß auch Dorten Mitglied

ReMUWWrchNM

In Berlin treten heute die Führer der gegenwärtigen Regierungsparteien mit dem Reichskanzler zu wichtigen Besprechungen zu­sammen. Es handelt sich um die Festlegung des Kurses, der in den nächsten Wochen ge­steuert werden soll. Ginge es nach der Presse der Linken, so würde heute die große Koa­lition wieder aus der Taufe gehoben und da­mit das Schwergewicht der politischen Macht von neuem nach links gerückt. Dieser eifrigen Pressepropaganda gegenüber/die sich sicher zu unrecht auf angebliche Aeußerungen des Reichsaußenministers in Dresden beruft, wird man immer wieder betonen müssen, daß das Kabinett Dr. Luther sich bis zum Abschluß des Vertragswerkes von Locarno bereits einen klaren Kurs vorgezeichnet hat und daß es außerordentlich bedenklich wäre, von dieser Linie abzuweichen.

Wenn das Kabinett Luther auch nach dem Ausscheiden der Deutschnationalen noch auf dem Posten geblieben ist und seine Demission nicht eingereicht hat, so geschah das im In­teresse der Sache. Das Vertragswert von Lo­carno ist von dem Reichskanzler und dem Außenminister paraphiert worden. Diese -bei­den Delegierten haben in Locarno die Ver­handlungen wegen. der Rückwirkungen ge­führt. Sie haben sich mit ihrer Person und mit ihrem Amte für die Erfüllung unserer Rhein­landforderungen eingesetzt und sie sind die Ein­zigen, die ihr Werk dem Reichstag gegenüber vertreten können. Aus dieser Lage ergibt sich mit zwingender Notwendigkeit die Verpflich-- tung des Kanzlers sein Amt in der Hand zu behalten, ms er es entweder oer einer Täu­schung seiner Erwartungen niederlsgen muß oder bis er andernfalls die Annahme des Ver­trages durch den Reichstag durchgesetzt hat. Das Kabinett kann nicht vertragen, nun zum Gegenstand eines erbitterten Parteistreites ge­macht zu werden. Jeder Versuch, das Kabinett Luther jetzt nach links zu erweitern, müßte das Kabinett und feine überaus wichtige Auf-

gäbe in Frage stellen. Es ist jedem Urteils­fähigen Aar, daß man gegenwärtig gar nicht den Versuch einer solchen Wendung machen kann, ohne den Bestand der Regierung ernst­lich zu gefährden. Dr. Luther ist als der Kanz­ler der Rechtskoalition ins Amt gekommen. Und wenn man diese Parteigruppierung jetzt etwa durch die große Koalition ersetzen wollte, so würde man es Dr. Luther unmöglich machen, weiter im Amte zu bleiben.

Es unterliegt keinem Zweifel, daß in der heutigen Besprechung mit dem Reichskanzler diese Auffassung mit allem Nachdruck vertre­ten werden wird. Vor allem wird die Deutsche Volkspartei darauf bestehen, daß man dem gegenwärtigen Kabinett keine neuen partei­politischen Fesseln anlegt, sondern daß man es ihm überläßt, unbehindert durch parteipoli­tische Rücksichten, den Reichstag vor die Ent­scheidung zu stellen, ob er den Sicherheitspakt annehmen will oder nicht, sobald die Regie­rung glaubt, die Verantwortung für die Un­terzeichnung übernehmen zu können. Bis da­hin wird man sich auch damit abfinden können, daß die vakanten Ministerposten vertretungs­weise verwaltet werden, wie es gegenwärtig geregelt ist. Sollte sich eine Neubesetzung nicht vermeiden lassen, so müßte ber gegenwärtige, nach rechts wie links gleich unabhängige Cha­rakter des Kabinetts gewahrt bleiben. Wenn die Parteien der Linken nicht die Rolle des Lückenbüßers spielen wollen, so kann man ihnen das nicht verargen. Auf der andern Seite aber liegt kein Grund vor, schon vor der Abstimmung im Reichstag ein Koalition zu vilden, die die Teuljchualumaten aus die Oppo­sition festlegt. Bei der heutigen Konferenz mit dem Reichskanzler werden außer den Vertre­tern der Deutschen Volkspartei auch noch die des Zentrums und er Bayerischen Volkspartei gehört werden. Man wird aber hoffen dürfen daß man auch bei diesen Parteien volles Ver­ständnis für die Notwendigkeiten der Lage vorfindet.

Lebensmittel- und Industriezölle, Beseitigung der Gewerbesteuer und der übrigen Belastung des Kleinhandels, Befreiung der Konsum­vereine von der Umsatzsteuer sowie staatliche Unterstützung für die Konsumvereine. Weiter fordert die K. P. D. sofortige Auflösung des Preußischen Landtages. Auch mit dem Ergeb­nis der Berliner Gemeindewahlen beschäftigte sich der Kongreß. Ferner fand ein Antrag An­nahme für die preußischen Provinziallandtags- wählen, der sich dafür einsetzt, daß, wo es aus taktischen und lokalpolitischen Verhältnissen möglich ist, eine Listenverbindung mit der Sozialdemokratie angestrebt werden soll. Eine neue Besetzung der Zentrale soll erst durch den nächsten Parteitag im Frühjahr 1926 erfolgen. Es wurde jedoch beschlossen, daß zur Si-yerung des neuen Kurses einige der bisherigen Bei­sitzer als stimmberechtigte Mitglieder der Zen­trale ausgenommen werden sollen.

Die sranzös. Regierungserklärung.

Paris, 2. Nov. Das Kabinett hat heute in einer zweifachen Sitzung die Regierungserklä­rung festgelegt, die morgen von Painlevè in der Kammer und vom Justizminister Chau- temps im Senat verlesen wird. Es verlautet, daß die Regierungserklärung nicht sehr lang und folgende Punkte umfassen wird:

Auswärtige Politik: Konsequenzen des Abkomens von Locarno, Fortsetzung der Bemühungen zur Sicherung des Friedens in Zusammenhang mit dem Völkerbund.

Marokko: Rechtfertigungen der bis­herigen Maßnahmen.

Syrien: Bemühungen zur Herstellung des Friedens, der Sicherheit und der Aufrecht­erhaltung des französischen Prestiges.

Finanzen: Steuermaßnahmen auf Grund der Formel des Kongresses von Nizza, die eine Erfassung aller Formen des Besitzes

Fortsetzung der )es Friedens in

dieser Union ist. Wie weit Matthes in direkter Verbindung mit den Separatisten-Restern an der Nahe steht, bleibt dahingestellt. Außer Zweifel ist, daß er noch immer und zwar durch Kuriere mit den rheinischen Sonder­bündlern Fühlung hat. Dabei ist sein Verbin­dungsmann ein gewlyer Edmund Hansen aus Prüm in der Eifel. Er scheint über neue Gelder zu verfügen.

Hier, in der Eifel, ist es Wittlich, in dem der Separatismus sich besonders mausig macht. Es ist bezeichnend, daß wie in Kreuznach (und in Coblenz, wo der über Sonderbündlerziele in Pariser Zeitungen plaudernde Sohn des übel berüchtigten Separatistenführers Oehmen eine Druckerei hat), so auch in Wittlich neuerdings ein separatistisches Presseorgan erscheint. Leh­men selbst ist als Weinhändler vielleicht in der Lage, nach seinen zahlreichen sonstigen verun­glückten Versuchen als Herausgeber sich nun auch noch diesen Lurus einer neuen Zeitschrift unter pazifistischer Maske zu leisten. Im übri­gen aber muß man fragen, aus welchem finan­ziellen Untergrund plötzlich die Massengrün­dungen separatistischer Zeitschriften hervor­sprießen.

Nicht allzu fern von Wittlich und Prüm liegt das Kreisstädtchen Berncastel, bekannt

durch seinen berühmtenDoktor" und durch die landschaftliche Schönheit seinerSchweiz", durch die es die Pforte zum Hunsrück von der Mosel erschließt. Hier, in Berncastel, treibt der frühere separatistischeLandrat" von Bern- castel, der Prozeßags sein Unwesen. Zufi

iènt Waldkönig, immer noch

sein Unwesen. Zusammen mit einem gewissen Herres, dem Schwiegersohn des aus dem Separatistenputsch her ebenfalls bekannten Zahntechnikers Wagner in Ruwer. Dieser Herres leitet in Berncastel ein Spionagebüro. Aehnliche, sagen wirNachrichten"-Jnstitute gibt es auch in anderen Kreisstädten, so 3. T in Zeu! an der Mosel. Meist besteht zwisch diesen sevaratistischen Spürnasen und den französischen Kreisdelegationen ein lebhafter Verkehr.

B. ien

Leider sucht sich der Sevaratismus auch in die Eisenbahnerschaft hinemzuwühlen. Es ist nicht zu bestreiten, daß hier eine recht große Mißstimmung besteht, weil sich die durch die Ausweisung Betroffenen durch bürokratischen Starrsinn oei der Erledigung ihrer Schaden­ersatzansprüche in der Regel aufs Stärkste be­nachteiligt fühlen. Aber welcher Ausgewiesene hat nicht die gleichen Beschwerden gegen den

le be-

Beamten-Schematismus, ohne daß dadurch seine deutsche Reichs- und seine preußische Staatsgesinnung erschüttert wurde! Immer­hin ist schon aus Gerechtigkeitsgründen zu empfehlen, daß bei der Ausgleichung der Aus­gewiesenen- und Vesatzungsschäden den Be­troffenen in weitgehendster Weise entgegen­gekommen wird. Von den Eisenbahnern ist ohne weiteres anzunehmen, daß ihre oft er­probte Beamtentreue auch diese Anfechtungen

übersteht.

Bei der übergroßen Masse der rheinischen Bevölkerung ist das Volksbewuhtsein so tief gewurzelt, daß es auch durch wirtschaftliche Nöte nicht gelockert werden kann. Der Separa­tismus kann ihr nicht gefährlich werden.

7' rheinische Bevölkerung tederholung eine^ Abenteuers ein- sie selbst durch ihren heldenhaften Widerstand dem Spott der Welt überliefert hat? Man muß immer wiederholen: Nicht der Separatist ist die Gefahr, sondern der Fran­zose, der dahinter steht. Vielleicht hat der neu­separatistische Mohr seine Schuldigkeit getan und kann gehen, wenn die Paktverhandlungen

Warum sollte sich die rl auf die Wi

zu einem Abschluß führen. Auf jeden Fall aber müssen wir verlangen, daß der Hintermann des rheinischen Separatismus fein Geschäft endlich einstellt. Es ist ein Ding der Unmög­lichkeit, daß man auf offener Bühne feierlich den Angriffsgeist abschwört und hinter den Kulisien heimlich den Separatisten die Hand reicht. In einem neuen Rheinlandregime ist für eine solche Politik der Zweideutigkeit kein Platz mehr.

Die Beschlüsse der Kommunistische« Parteikonferenz.

Innere Politik: Erhaltung der öffentlichen Ordnung, Maßnahmen gegen die Unruhestifter, Kontrolle der Ausländer und der unerwünschten Fremden, möglichst schnelle Verschmelzung mit Elsaß-Lothringen.

Besondere Reformen: Sozial­politik, Durchführung des Schiedsspruches bei allen Arbeitskonflikten.

Im übrigen wird die Erklärung den deut­lichen Willen des Kabinetts ausdrücken, sich bei feiner Arbeit auf die vier Gruppen des Linkskartells zu stützen. Unter dem Gesichts­punkt der auswärtigen Politik verdient befon» derar Interesse, daß man in politischen Kreisen eine Anspielung auf die Frage der sogen. Rückwirkungen erwartet. Wenn auch im Rahmen der Regierungserklärung dieser Punkt nur gestreift werden kann, so ist an­dererseits damit zu rechnen, daß Briand im Laufe der Diskussion sich über diesen Gegen­stand eingehender auslassen wird.

Der Schwerpunkt der Situation liegt nad) wie vor durchaus bei den Sozialisten, von deren Haltung es ab­hängen wird, ob das zweite Kabinett Pain- levès lebensfähig ist. Da die Regierungs­erklärung in bezug auf die Finanzfrage sich der Formel des Nizza-Kongresses onschließt, dürfte vorläufig von dieser Seite her keine besondere Gefahr drohen. Aber die bestehen­den Gegensätze werden sofort akut werden, wenn es sich um die Kredite für Marokko und Svrien handelt.

Jedenfalls ist die Lage des neuen Kabinetts oegenwärtig so unsicher, daß vielfach eine Wiedereröffnung der eben erst beendeten Re­gierungskrise keinesfalls für unmöglich gehal­ten wird.

Eine Erklärung des Republikanischen Siebter bundes.

Zu der Entschließung des Vorstandes des Preußischen Richtervereins gegen die Er­ma des Landgerichtsdirektors Krohner Oberverwaltungsgerichtsrat veröffentlicht Republikanischen Richter-

NèNNUN;

der Vorstand des !

bundes eine Erklärung, in der er daran er-

Berlin, 2. Nov. Die im Preußischen Landtag zusammengetretene Kommunistische Parteikonferenz, die als Ergebnis der neuen gemäßigten Richtung der K. P. D. ent­standen ist, hat ihre Arbeiten zunächst beendet. Es wurden mehrere Anträge angenommen. In der Resolution über die politische Lage und die Aufgabe der Partei fordert die Parteikon­ferenz als Hauptlosuna einen starken Links­block in der deutschen Arbeiterbewegung mit der außenpolitischen Einstellung für ein unab­hängiges syzialistscbes Deutschland im freien Bündnis mit der Sowjetunion, die sofortige Auflösung des Reichstages, den Sturz der Re- gierung Luther und den Kampf gegen den Krieyspakt von Locarno.

Zur Frage der Teuerung fordert die ________.._,______,.,______r ......

Konferenz u. a. die sofortige Beseitigung derRichterbund für sein OrganDie Justiz" vor.

innert, daß der sogenannte Fall Krohner eigentlich ein Fall Bewersdorff sei, da Land­gerichtsdirektor Bewersdorff das Urteil im Rothardt-Prozeß tatsächlich und rechtlich un­zutreffend begründet und mit dieser Begrün­dung einen Sturm der Entrüstung bei der übergroßen Mehrheit aller vaterländisch und republikanisch empfindenden Deutschen und damit auch die Kritik Krohners hervorgerufen >abe. In der Erklärung heißt es dann weiter: Das sich unmittelbar gegen die Staatsautori­tät richtende Vorgehen des Vorstandes des Preußischen Richtervereins läßt nur die Er­klärung zu, daß es durch parteipolitische Ge­sichtspunkte bestimmt ist. Eine ausführlichere Stellungnahme behält sich der Republikanische