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Nr. 252

Der griechisch - bulgarische Konflikl vor Sem Völkerbund.

pari«, 26. Okt. Zu Beginn der heutigen Sitzung des Völkerbundsrats zwecks Schlich­tung des griechisch - bulgarischen Grenzzwischensalles ließ Außenmini­ster Briand als Vorsitzender die Aufforde­rung der bulgarischen Regierung an den Völ­kerbund, die Regelung des Streitfalles zu unternehmen, verlesen, sowie die von ihm als Vorsitzenden des Völkerbundsrates getroffenen Maßnahmen zur Einberufung der außer­ordentlichen Tagung befanntgeben und ging alsdann auf die Darstellungen ein, die über den Zwischenfall gegeben wurden und erläuterte diese. Er kam zu folgendem Schluß: Zwei verschiedene Fragen mühten aufgeworfen werden:

1. die der Nachprüf ungder Ereig­nisse und der Verantwortung, und wenn nötig, die Feststellung der gefchuldeten Wiedergutmachung, diese Fragen müßten in Ruhe mit der nötigen Sorgfalt be­handelt werden,

2. aber müsse dafür gesorgt werden, daß die Feindseligkeiten einge­stellt werden und daß die bulgarischen und griechischen Truppen unverzüglich auf ihre Ge­biete zurückgezogen werden. Diefe Frage habe dringlichen Charakter. Briand schlug dem Völkerbund vor, die Vertreter der griechischen und der bulgarischen Regierung über folgende Punkte zu vernehmen: Wie ist die Empfehlung des derzeitigen Vorsitzenden des Völkerbunds- rates betreffend bie Einstellung der Feindselig­keiten und das Zurücknahmen der Truppen be­folgt worden und wie stellt sich in dieser Ve« ziehuna die Lage jetzt dar? Diesem Vorschlag fchloß sich der spanische Vertreter im Völker- bundsrat, de Leon, an. Auch Chamberlain drückte in energischen Worten die Hoffnung aus, die Vertreter Bulgariens und Griechen­lands könnten frbon jetzt sagen, was ihre Regie­rungen getan hätten, um die von dem Vor­sitzenden des Völkerbundsrates gegebenen Rat­schläge zu befolgen.

Als erster antwortete der Vertreter Bulgariens. Als er ankündigte, einen Bericht erstatten zu wollen, unterbrach ihn Briand und wandte ein, für den Augenblick handele es sich nur darum, auf eine präzise Frage zu antworten. Hierauf erklärte der Vertreter Bulgariens, daß in keinem Augenblick irgend ein Punkt grie- chischenGebietesdurchbulgarifche Truppen besetzt worden sei..Wir haben niemals die Grenze überschritten", rief er aus. Der griechische Vertreter erklärte in Beantwortung der Frage, daß Griechenland seine Truppen aus Bulgarien zurückziehen werde, so­bald die Bulgaren das griechische Waldai__*,. t u i i , «

dieser beiden widerspruchsvollen Erklärungen schlug Briand vor, eine kurze private Sitzung des Völkerbundsrates abzühalten.

Nach halbstündiger Beratung ergriff Chamberlain, der zum Berichterstatter ernannt worden war, das Wort und erklärte: Ich habe einen Vorschlag zu machen, aber ich will zuerst ein Wort sagen, das mir durch den Ernst des Umstandes in den Sinn kommt, daß ein Grenzzwischenfall zwischen Mitglieds staaten des Völkerbun­des, die auch die Verpflitchungen des Art. 10 der Völkerbundssatzungen übernommen hätten, sich trotz des Bestehens des Organismus von Genf verschlimmern könne. Dies ist eine un­haltbare Situation, ich sage sogar eine Be­schimpfung der Zivilisation. Das hätte nicht geschehen dürfen angesichis der guten Dienste, die der Völkerbund bereit ist, einem jeden zu geben, um zu einer friedlichen Abmachung zu gelangen, die der Ehre und den vitalen Interessen der Parteien Rechnung tra­gen würde. Nach dieser Erklärung verlas Clzamberlain feinen Bericht, der die Ent­scheidung des Völkerbundsrates enthält.

Der Völkerbundsrat, so heißt es darin, ist nicht zu der Gewißheit gelangt, daß die mili­tärischen Operationen eingestellt wurden, und daß die Truppen sich hinter die Grenzen zurück­gezogen haben. Deshalb fordert er die Vertreter der Regierungen von Bulgarien und Griechenland auf, binnen 24 Stunden wissen zu lassen, daß die bulgarische und die griechische Regierung Befehl gegeben haben, daß ihre Truppen fich bedingungslos hin­ter die Grenze zurückgezogen haben, und daß binnen 60 Stunden sämtliche Truppen hinter die Grenze zurückgezogen, alle Feindseligkeiten eingestellt und die Truppen da­von in Kenntnis gesetzt sein werden, daß eine Wiederaufnahme des Feuers zu strengen Sanktionsmaßnahmen führenwerde.

Die Vertreter der beiden Regierungen find aufgefordert worden, die notwendigen Maß­nahmen zu treffen, damit unverzüglich Weisun­gen erteilt werden, die die Ausführung dieser Maßnahmen in den vorgeschriebenen Fristen gewährleisten. Zwecks Unterstützung des Völkerbundsrates und der beiden interessierten Staaten bittet der Völkerbundsrat die Regie­rungen von Frankreich, Großbritannien und

Offiziere, die sich in der Nähe befinden, den Befehl zu erteilen, sich unverzüglich dorthin zubegeben, wo der Konflikt stattgefunden hat, .^Em Völkerbund direkt Bericht zu erstatten, lobald die Truppen der beiden Staaten sich hinter ihre Grenzen zurückgezogen haben und

einer Schnelligkeit, mit der ursprünglich nicht gerechnet wurde, der Zusammenbruch Bul­gariens und der Türkei und die völlige Er- ! schöpfung Oesterreichs und Ungarns. Die eingestellt sind, auf jeden Oberste Heeresleitung habe 1918 dasMenschen- Pa °1® r^ge in dem Augenblick, in mögliche geleistet. Vom 18. Juli 1918 bis zum

Die gestellte Fristen abgelaufen sind. Beide Waffenstillstand habe das Heer an Toten und

Unser Bild seid die aus der Regierung getretenen oeutia)nallonaren wcrni,ier. Aon ums n Minister Schiele, (in der Mitte): Minister Neuhaus, (rechts): Minister o. Schlieben.

rechts:

Regierungen werden aufgefordert, diesen Offi­zieren alle Erleichterungen zu gewähren, die notwendig sind, um ihre Aufgabe zu erfüllen.

Außenminister Briand fragte hierauf die Vertreter Bulgariens und Griechenlands, ob sie gegen diesen Vorschlag Einwendungen zu er­heben hätten, worauf der bulgarische Vertreter erklärte, die bulgarische Regierung werde sich bedingungslos nach der Entscheidung des Völkerbundsrates richten, und der griechische Vertreter erklärte, er sühle sich verpflichtet, seiner Regierung Bericht zu erstatten, die, wie er hinzufügte, sich sicher nach dieser Entschei­dung richten werde.

Entspannung zwischen Griechenland und Bulgarien.

Athen, 26. Okt. (Meldung der Agence d' Athenes.) Der rumänische Gesandte hatte mit dem Ministerpräsidenten Pangalos eine Unter­redung, in der er im Namen seiner Regierung und auf Ersuchen der bulgarischen Regierung die Räumung des bulgarischen Gebiets durch die griechischen Truppen anregte, um der Ge­fahr neuer Zwischenfälle zu begegnen. Bei voller Anerkennung der Berechtigung des grie­chischen Vorgehens, das eine Folge fortwähren­der Herausforderungen der Komitatschis fei, deren Urheber der Völkerbund feststellen sollte, ersuchte der Gesandte die griechische Regierung, aus Ehrerbietung für den Völkerbund die Be­rufung an diesen anzunehmen, unter der Vor­aussetzung, daß das bulgarische Gebiet nur ge­räumt werde, wenn die Bulgaren die von ihnen besetzten Posten ihrerseits geräumt hätten. Da die griechische Regierung sich jedem Versuch, den

gemeinsam verabredeten Bedingungen an: 1. Ein griechischer und ein bulgarischer General- stabsoffizier werden sich morgen nachmittag um 4 Uhr nach Demir Kapu begeben, um die griechischen Grenzwachen auf ihren Posten zu führen. 2. Sodann werden die griechischen Truppen, die auf bulgarischem Gebiet um Kula stehen, den Rückzug antreten und so schnell wie möglich zu Ende führen. 3. Wäh­rend diefes Rückzuges der Griechen werden die bulgarischen Truppen ihr Gebiet nicht wieder besetzen, bis die Griechen hinter ihre Grenz­linie zurückgegangen sind.

Ernste Lage in Syrien.

Paris, 27. Okt. DerMatin" meist darauf hin, daß die letzten Nachrichten aus Syrien ziemlich ernst seien. Damaskus fei beunruhigt. Die Drusen, die sich unterworfen hätten, hätten ihr Wort zurückge­nommen. Nach Nachrichten von Paris hat die fran­zösische Artillerie am Samstag und Montag morgen ein Stadtviertel von Damaskus beschossen. Der Sachschaden sei unbedeutend, aber man spreche von 50 To ten.

Der Prozetz Cotzmann-Gruber.

München, 26. Okt. Im Prozeß Coßmann wurde am Montag vormittag die Beweisauf­nahme fortgesetzt. Hauptmann a. D. I ü t t - ner-Halle bekundete, er sei fest überzeugt, daß dem deutschen Volk der Glaube an den Sieg durch die systematische Vergiftung und Hetze ge­nommen worden sei, die von radikalsozialisti- fcher Seite ausging. Der Zeuge schilderte seine Beobachtungen über die revolutionäre Bewe­gung in der belgischen Etappe, besonders in Lüttich, und bemerkte, der englische General Maurice habe selbst erklärt, daß die deutsche Armee von der Zivilbevölkerung hinten er­dolcht worden sei. Sachverständiger Oberst S ch w^ r d t f'e g e r stellte auf eine dahin­gehende Frage des Rechtsanwalts Hirschberg an den Zeugen fest, aus einer späteren Erklä­rung des Generals Maurice gehe hervor, daß er für die Prägung des WortesDolchstoß" nicht in Anspruch genommen werden könne. Der Zeuge Sachverständiger General der In­fanterie a. D. v. K u h l-Berlin führte aus, man könne nicht behaupten, daß wir den Krieg lediglich durch eine Unterwühlung des Heeres verloren hätten. Die Ursachen des Zusammen­bruches bildeten zum Teil die Blockade, das Fehlen des Ersatzes im Sommer 1918, die große Ueberlegenheit der Gegner und dem Ein­greifen der Amerikaner auf dem Kriegs­schauplatz in einer Stärke und mit

Verwundeten etwa 420 000 Mann und an Gefangenen und Vermißten einschließlich einer ungeheuren Zahl von Fahnenflüchtigen etwa 430 000 Mann verloren. Bei den Fahnenflüch­tigen habe es sich hauptsächlich um Leute ge­handelt, die aus der Heimat kamen und dort verhetzt wurden. Auch die Betriebsstoffe für die Flieger und die Kraftwagen feien im Sommer 1918 sehr knapp geworden. Wenn also festzustellen sei, daß nicht der Dolchstoß allein zum Zusammenbruch geführt habe, so müsse man doch sagen, daß pazifistische, anti­militaristische und internationale Bestrebungen vor allem die von der Heimat ausgehende revolutionäre Unterwühlung des Heeres, zum Zusammenbruch des Heeres ganz wesentlich beigetragen haben.

General v. Kuhl stellte unter Hinweis auf Schriften und Aeußerungen aus Kreisen der U. S. P. weiter fest, daß die Vorbereitung der revolutionären Propaganda nicht erst 1918, sondern schon erheblich früher begonnen habe. Schon 1915 sei mit dem Druck und der Verbreitung revolutionärer Flugschriften be­gonnen worden, und schon im Mai des gleichen Jahres seien Zettel anqeklebt worden, die zur Verweigerung der Gestellung und Dienstleistung aufforderten. Man könne auch nicht behaupten, daß das Scheitern der Offensive von 1918 die antimilitarisliscke St mmung teranfbeschworen habe. Der Ersaß aus der Heimat sei zum großen Teil verseucht und ver­dorben gewesen. Die aus dem Osten kommenden Mann­schaften seien zum großen Teil dem Bolschewismus verkallen gewesen. Besonders bemerkbar hätten sich die autimilitaristiichen und revolutionären Bestrebungen im Frühjahr und Sommer 1918 gemacht. Die Be­hauptung, daß die Oberste Heeresleitung von diesen Vorgängen nichts gewußt und erst nach dem Kriege davon gesprochen habe, sei eine eklatante Unrichtigkeit.

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ichcbigenbe Wühlarbeit im Heere betreibe. Wenn die Revolution nicht dem Heere'in den Arm gefallen wäre, hätte der Krieg weiter geführt werden iBnnen, um mildere Bedingungen zu erhalten. Die Revolution habe im letzten Augenblick t cm Heere den Solch in den Rücken gestoßen. General V. Kuhl stellte weiter fest, daß der m Oktober geplante Flottenvortoß für den rechten Flügel Don größter Bedeutung hätte weiden können, da er den Rückzug erheblich erleichtert hätte. Zu- iantmenfafiei b erklärte der Sachverständige, daß das Wo,t vom Dolchstoß sür plötzliche vertierende W rfnitg der Revolution selbst zutreffe. In dem Sinne, als ob die Heimat dem siegreichen Heere in den Rücken gefallen sei, und als ob dadurch der Krieg verloren worden sei, treffe das Wort vom Dolchstoß nicht zu. Hinsichtlich der Pazifisilscheu und antinuUtaristischen Unterwühlung des Heeres müsse von einer Vergiftung gesprochen werden.

Auf die Fragen des Verteidigers des Beklagten er­klärt der Soll verständige u a. noch, die Offensive im März 1918 hätte mit aller Aussicht auf Eriolg he- gönnen werden können. Die Glaubwürdigkeit der verschiedenen Kronzeugen der Revolution, rote Barth usw., stellte der «achversländige im allgemeinen außer Zweifel. Die Behauptungin LudeudMffr .Kriegsernuic- rungen", daß unter den bayerischen Truppen ein gewisser ParNkularisierungsgc st immer mehr die Oberhand ge- woneu habe, hielt der Sachverständige nicht für be­gründet. Zu der Denkschrift des früheren Kron­prinzen Rnvvrecht an den hetzerischen Minister­präsidenten Grafen Hertling vom 19. Jua 1917. m der auch hmsichiUcy der militärischen Lage innere Sorgen zum Ausdruck tarnen, und in der auf die Notwendig- leit I ingewielen wird, mit dem Gegner zur Erreichung oeè Status quo ante zu Verhandlungen zu gelangen, beiiieikie General v uuhl, da» damals btemilitärische vage an der Front wegen der russischen Offensive ungünstig beurteilt wurde. Die Lage habe sich aber vollständig geändert, als die Russen aus dem Kampf a u s s ch i e d e n. Schließlich betonte der Sachver­ständige noch, daß die Oberste Heeresleitung mit äußerster Tatkraft und unter richtigen Voraussetzungen gehandelt habe.

Als erster der von der beklagten Partei be­nannten Zeugen wurde daraufhin der frühere CH fredaktenr desVoiwärts", Erich Kuttner, Mit- l>ed des preußischen Landtages vernommen. Ec er­klärte, daß sich die Sozialdemokratie nicht etwa unter einem äußeren Druck auf den Standpunkt der Vater- laiidsverteidiguni stellte. Als Redakteur der.sozial- denivkratiichen Feldpost erhielt er hon Front oldaten Binse, die eine sich immer steigernde Erbntiruug über die Mißstände in der Armee zu Tage treten lt hen. Die Oberste Heeresleitung habe über die Stimmung der Truppen ein ganz falsches Bild ge­habt. Von schlimmer W rkung war auch die Art, wie d r Hennnt die Lahriieit verweigert wurde Bei. der Dolchstoßschrist empörte ihn besonders der der ®ovalbemofratte gemachte Vorwurf des Verrates. Er handele sich um eine vom Standpunkt obick iv r Geschichtsforschung aus bewnvers angreifbare Schrift Tas bekannte Vorwärtèziiat, daß Deutschland seine Kriegsflaoge 'ür immer nrtichen solle, ohne sie da letzte Alal siegt eich en gebracht zu haben, w urde voll­ständig aus dem Zusammenhang gerissen. Der Zeuge schildert kann seine Unterredung in t A^msta! von

Trotba ant 16. 11« 1918. giiffsabsichten auf die w ederho.ie Fragen ab,

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griffen worben wäre, wenn sie fidjZ^ hätte, uns wenn es noiwendig gewesen 5 Aus einer Mitteilung des damaligen Stacitssekr-jz,h Scheidemann ergab sich, daß die 9!eichsleitm,g Z die beabsichtigte Flottenaktion nicht informiert mim' Der Zweck des Verstoßes war wobl, in offener & lehnung gegen bie Reichslcünng die WaffenstMM? Verhandlungen in die Luft zu sprengen. Die M-â: begann bei der Leitung der Flotte, um dann jn Meuterei der Mannschaften umz>,schlagen. Die Handlungen werden am Dienstag for gesetzt.

Die badischen Landia.swahien.

Karlsruhe, 26. Okt. Die Wahlschlacht ist schlagen. Das Ergbnis ist: Es bleibt alles be» Alten! Durch die schwache Wahtbeteiligu» (etwa 6570 Prozent) wird die Zahl der Ab^ ordneten von 86 auf 72 h erab gemindert. alte Koalition (Zentrum, Demokraten und & zialdemokraten) besitzt eine starke MchM von 50 Abgeordneten gegenüber 22 der and­ren Parteien. Den größten Verlust erleidet bet Badische Rechtsblock, dessen Mandatszahl 14 auf 9 zurückgeht. Das Zentrum verlief i die Sozialdemokraten 5 Mandate. Gut geijo^ haben sich die Demokraten, die Somtnunifa und vor allem die Deutsche Volkspartei, & trotz der schwachen Wahlbeteiligung noch prj Mandate gewinnen konnte.

Nach diesem Ergebnis wird der neue Lg^, tag 72 Abgeordnete zählen (bisher 86). & entfallen auf das Zentrum 28, Sozialdemckw ten 16, Demokraten 6, Rechtsblock 9, Deim^ Volkspartei 7, Komunisten 4, Wictschgstz. partei 1 Sitz. Insgesamt wurden abgegeben 770 041 gültige Stimmen gegen 901 670 ® März 1921. Davon erhielten das ZenirM 283 404 (341438), Sozialdemokraten 160 533 (231 613), Demokraten 66 842 (76 254), Rechts, block 93 727 (151 125), Deutsche Volfspartei 72 882 (54 426), Kommunisten 47 304 (35 375), Wirtfchaftspartei 22 858 (6590), DeutschMW Freiheitspartei 6590, Deutsche Aufwertungs­partei 4146, Pächterverband 2829, National­sozialisten 8896 Stimmen.

Die Berliner Sia-iverordnesenwahltt

Berlin, 26. Okt. Nach den bisher sestgestell- ten Ergebnissen der Berliner Stadwerordneten- wahlen wird der Wahlquotient etwa 8000 be­tragen. Demgemäß würden erhalten: 6. P.L etwa 74 Sitze (bisher 46 und 44 frühere Unab­hängige), die Deutschnationale Voltspartei etwa 47 (42), die Deutsche Volkspartei eta 13 (35), die Kommunisten 42 (20), die Demo­kratische Partei etwa 21 (17), die Wirtschafts- partei etwa 9 (12), die Zentrumspartei etwa! (8), die U. S. P. D- 3, die Deutschvölkische Frei- Heitspartei 3 und die Deutschsoziale Partei 3.

DerBerl. Lokalanz." schreibt über bei

Ausgang der Wahlen^

Die bürgerliche Mehrheit im Rotenâk

Reiches, gehört der Vergangenheit anZ» Jahre lang konnte sie dort, wenn auch mit ganz knapper Ueberlegenheit gegenüber 6m sozialistischen Parteien, den Kurs bestimmen, den die Stadtverwaltung zu steuern hatte, unl ihr war es, nehmt alles nur in allem, zu dan­ken, daß wir uns zwischen 1921 und 1925 m den Folgen einer einjährigen Schreckensherr­schaft der Linken doch schon wieder einiger­maßen erholen konnten. Es ist nicht gelungen, die Kontinuität dieser Aufbauarbeit im Roten Haufe auch für die nächsten vier Jahre sichel' zustellen. Die bürgerlichen Parteien kehren ge­schwächt in die Stadtverordnetenversammlung zurück. Das Zünglein der Wage hat sich aber­mals zugunsten der drei marxistischen Parteien gesenkt, und es gilt nun, der neuen Lage oh« jeden Versuch der Selbsttäuschung oder Beschö­nigung ins Auge zu sehen."

Berlin, 27. Okt. Unter Hinweis darauf, da« im neuen Berliner Stadtparlament den bürgerlichen Vertretern 120 Vertreter der So­zialisten, Unabhängigen und Kommunisten gs° genüberfteben, erklärte dieRote Fahne, daß die Kommunisten zu einer ®in heitsfrontmit Unabhängigen und Sozialdemokraten bereit seien.

Aus aller Well.

Einigung im Möbelkransporkgewerbe in Berlin.

Berlin, 26. Okt. Zur Beilegung der Lohn' streitigkeiten im Berliner Möbeltransports werbe wurde ein Schiedsspruch gefällt, den vom Schlichtungsausschub gEsaulen Spruch, den die Arbeitgeber erst abgeleyni hatten, bestätigt. Das neue Lohnabkommen, das bis zum 31. 12 Geltung hat, bringt , Erhöhung der Wochenlöhne um 4.50 Beide Parteien nahmen die neuen Lohme dingungen an.

Sturmkakastrophe in Nordamerika.

Troy (Alabama), 26. Okt. Ein furchtbar-' Tornado suchte die Landschaft Pike heim, so derte viele Menschenleben und richtete NM Materialschaden an. In der Landschaft M wurden allein 16 Personen getötet und 20 » letzt. Der Sturm entwurzelte Tausende oo Bäumen und machte Hunderie von , dem Erdboden gleich. Der Schaden wird o mehrere tausend Dollar geschätzt. In Newyi ertranken drei Personen infolge des SjUrn und in Baltimore wurde eine Flottille v 17 Wasserflugzeugen, die zum Start für Schneiderpokal aufgestiegen war, an das m getrieben. Dabei wurden sieben Fiugzeusio z stört. Der Weg, den der Tornado in Alab _ genommen hat, ist besät von den Trumn zerstörter Häuser und Scheunen. UeberaU Hausrat und Leichen von Tieren umher. Felder von Cumberland sind von den men völlig rasiert worden.