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201. Jahrgang.

ßanauer W Anzeiger

General-Anzeiger für -ie Kreise Kanarr Stadt und Land.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Fernsprech-Anschlutz Nr. 1237 und 1238.

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Str. 249

Freitag den 23. Oktober

1925

Das Neueste.

_ Z« Auswärtigen Ausschuß des Reichstags gab Graf Westarp für die Deutssdnationalen eine Eiklä- nmg ab, die den Locarno-Vertrag ablchnt. Nach Kommentaren von deutschnationaler Seite ist diese Ablehnung nicht unbedingt.

Im Auswärtigen Ausschuß hat gestern nach- miftag Ministerialdirektor Dr. Gauß die juristische Seite der Locarno-Verträge erörtert.

Die Vorsitzenden der Landesverbände der Deutsch- nationalen Volkspartei sind auf heute vormittag nach Berlin berufen.

- Griechische Truppen haben gestern den Vor­marsch in bulgarisches Gebiet begonnen.

DaS Mißtrauensvotum der Deutschnationalen Lrlkrpattei gegen Severing wurde gestern abgelehnt.

Kriegsslimmung aus dem Balkan

Locarno vor dem Auswärtigen Ausschutz.

Berlin, 22. Okt. Der Auswärtige Ausschuß des Reichstages trat heute unter Vorsitz des Abg. Hergt (Dnatl.) zusammen, um die poli­tische Lage zu beraten, die durch die Verhand­lungen von Locarno geschaffen worden ist. Das Reichskabinett war vertreten durch Reichs­kanzler Dr. Luther sowie durch die Reichs­minister Dr. Stresemann, Schiele, Brauns, von Schlieben, Graf Kanitz, Neuhaus und Frenken. Zunächst gab Reichsaußenminister Dr. Strese­mann eine ausführliche Darlegung der in Locarno erreichten Resultate. Im weiteren Ver­laus der Beratungen nahmen außer den Ministern Schiele, Stresemann und Luther auch die Minister Brauns, Schlieben, Kanitz, Neuhaus und Frenken das Wort.

Die ©ist uff ton wurde alsdann durch i den Redner der Deutschnationalen Volkspartei, u Wg. Graf Westar p, eröffnet.

seiner Ausführungen verlas Graf ^ Fraktionserklärung, die an anderer

i Oeffentlichkeit übergeben worden ist. Die ; Sitzung dauert an. Alsdann erörterte Ministerialdirektor Dr. Gau ......

; Seite des Vertragswerkes von _________ ______

i Reihe der Diskussionsredner sprachen dann I noch die Abgeordneten Dr. Breitscheid (Soz.), l Dr. Kaas (Ztr.), Dr. Scholz (D. Vp.), und Dr. ; Koch (Dem.). In einer zweiten Rede erklärte Reichsaußenminister Dr. Stresemann u. a. auf I mehrfache Fragen, daß der Westpakt, wie sich ; aus der Fassung des Artikels 1 und aus der : Eesamtkonstruktion des Vertrages ergebe, nichts anderes enthalte, als einen Verzicht auf i Angriffskriege und aggressive Gewaltanwen­dung. Der Pakt beschränke deshalb in keiner Weise das Selbstbestimmungsrccht der Völker und deren friedliche Entwicklung. Es sprachen ^m noch die Abgeordneten Dr. Bredt ^Wirtsch. Vgg.) und Graf Lerchenfeld (Bayr.

I w Als letzte Redner sprachen die Abgeordneten I Aredt, Graf Lerchenfeld und Graf I Keoentlom. Irgend ein Beschluß wurde I vom Ausschuß nicht gesaßt. Die Regierung I 2 . letzt, nachdem alle in Betracht kommenden I vaktoren . zu Worte gekommen sind, die I otplomatifdjen Verhandlungen mit Frank- I über die sogenannten Rück- I Wirkungen aufnehmen. " Man rechnet I Aâu, daß die Regierung bis Mitte November I ihre Verhandlungen mit den Alliierten

I Auswärtigen Ausschuß Bericht erstatten

I A Erst dann werden das Kabinett und alle I Fraktionen ihren endgültigen Beschluß fassen. I Auswärtigen Ausschuß des Reichstages , sozialdemokratische Abg. Breit-

I Ieid die etwas ironische Frage an die Re- i A^rung gerichtet, ob der Außenminister na« I ^^"s der deutschen Delegation oder namens I Kabinetts berichtet hätte. Der Kanzler hat I w/?"lhin festgestellt, daß Dr. Stresemann sein I statt t"h im A^rag der Reichsregierung er-

arp elle der

ß die juristische Locarno. In der

e Regierung

Abfchlèehen-e KabineilsSeralung.

I . Berlin, 22. Okt. Das Reichskabinett ist heute i unter dem Vorsitze des Reichspräsi-

I zusammengetreten. Die Sitzung dauerte

I Jv Elne halbe Stunde. Im Anschluß daran be- I sich der Reichskanzler, der Reichsaußen-

I ^"Mer und Ministerialdirektor Gaus in den | i^Mstag zur Sitzung des Auswärtigen Aus- die Kâbinettssitzung wurde fol- Sende Mitteilung ausgegebem

I ^ Reichskabiuett hat heute unter Vorsitz -sâ/^rru Reichspräsidenten die Besprechungen das Ergebnis der Ministerzusammenkunst

I x. "carno zum Abschluß gebracht. Der ^iystanjler und der Reichsaußenminister fia^6», lt! .^ heutigen Sitzung des Auswär- ^ich Ausschusses des Reichstages die Stellung- yme der Reichsregierung vertreten.

. London, 22. Okt. Die British United Preß meldet aus Achen, falls Bulgarien das grie-

1 chische Ultimatum nicht bis heute mittag an­genommen habe, würden die griechischen Trup­pen, die die Grenze bereits überschritten hätten, : ihren Marsch auf Sofia fortsetzen. In Londoner politischen Kreisen wird die Entwicklung der Ereignisse auf dem Balkan mit großer Besorg­nis verfolgt. Aller Augen richten sich jetzt auf den Völkerbund, dessen Aufgabe die Verhinde­rung solcher von einer Stunde zur anderen vom Zaune gebrochenen Kriege sein soll. Man fürchte, daß, wenn der Völkerbund jetzt nicht zu helfen weiß, dies feiner Autorität schweren Abbruch tun würde. Es sei äußerst beunruhi­gend, schreibt Redwood in denDaily News" daß Griechenland, das von Anfang an Mitglied des Völkerbundes ist, in Verletzung feiner Ver­pflichtungen als Völkerbundsmttglied eine mili­tärische Aktion ergriffen habe. Unglücklicher­weise aber habe Mussolini einen sehr unerfreu­lichen Präzedenzfall geschaffen. Griechenland habe Korfu nicht vergessen. Auf jeden Fall liege ein äußerst dringender Fall für eine In­tervention des Völkerbundes vor. Artikel 2 der Völkerbundssatzung bestimme, daß jeder Krieg und jede Kriegsdrohung vom Völkerbund aufgehalten werden müsse. ' Wie die Dinge lägen wiesen die Beziehungen zwischen Grie­chenland und Bulgarien schon eine sehr große Aehnlichkeit mit dem Kriegszustand auf. Wenn es zu einem Marsch auf Sofia käme, so sei der Ausbruch offener Feindseligkeiten unvermeid- lich.

3. Obwohl die Griechen das Feuer einge­stellt hätten, und obwohl ein griechischer Hauptmann mit der weißen Fahne versuchte, mit den Bulgaren in Verbindung zu treten, hätten diese das Feuer nicht nur nicht einge­stellt, sondern den Offizier getötet und auf diese Weise ihre Absicht verraten. Die Tat­sache, daß das bulgarische Bataillon, das den Angriff ausführte, von bewaffneten Zivilper­sonen begleitet gewesen sei, beweise, daß die bulgarische Offensivbewegung wahrscheinlich darauf abzielte, den Einfall der Komitatschis auf griechisches Gebiet zu erleichtern. Auch habe der Angriff an einem Ort stattgefunden, der nahe an der Eisenbahnlinie Dedeagatsch- Demirhissar gelegen sei.

Bulgarischer Prolest beim Bölkerbund

Sofia, 23. Okt. (Meldung der Bulgarischen Telegr.-Agentur.) Anläßlich der Verletzung bulgarischen Gebiets durch griechische Truppen, die trotz der wiederholten Vorschläge der bul­garischen Regierung, eine Untersuchung zwecks Feststellung der Verantwortlichkeit für den Zwi­schenfall vom 19. Oktober einzuleiten, ihren Vormarsch fortsetzen, hat Bulgarien gemäß Ar­tikel 10 und 11 des Äölkerbundsvertrages heute einen Protest an das Völkerbundssekretariat gerichtet, in dem es die sofortige Einberufung des Völkerbundsrats, fordert, um den Konflikt zu prüfen.

Im letzten Augenblick wird gemeldet, daß die griechischen Truppen, die in Richtung Pe- kritsch o leren, aus Artillerie und Infanterie

B

wonach

griechische Truppen in bulgarisches Gebiet eingedrungen

sind. Diese Meldw

sind. Diese Meldungen laufen:

S o f i a, 22. Okt. (Meldung der Bulgarischen Telegraphenagenkur.) Es wird gemeldet, daß g r i e ch i s che Abteilungen, die mit Artillerie ausgerüstet waren, auf das bul­garische Gebiet eindrangen. Fünf bulgarische Schildwachen wurden getötet. Die bulgarischen Posten zogen sich darauf zurück und die Griechen besetzten drei Grenzblock­häuser. Mehrere Granat en fielen in die Stadt Petritsch. Bisher hat die griechische Regierung auf den dreimal wieder­holten Vorschlag der bulgarischen Regierung, eine Untersuchung zur Feststellung der Verant­wortlichkeit einzuleiten, nicht geantwortet.

London, 23. Okt. Reuter meldet aus

Athen, 10.35 Uhr abends: Amtlich wird gemel­det, daß die Bulgaren im Demir Papu Ver­stärkungen erhalten haben. Der griechische Oberbefehlshaber veranstaltet eine Einkrei­sungsbewegung bei der Höhe von Pelrttsch, um die Bulgaren zur Räumung des griechischen Gebietes zu zwingen. Man glaubt, daß der Fall Petritsch' unmittelbar bevorstehe. Die Bul­garen leisten beträchtlichen Widerstand. Die griechischen Verluste sind gering. 7 Bulgaren wurden gefangen genommen.

Die griechische Darstellung.

Paris, 22. Okt. Nach einer Havasmeldung aus Athen berichtet das Athener Telegraphen- büro, der Bericht des griechischen General- stabes über den griechisch-bulgarischen Grenz- zwischenfall, der in der griechischen Note an die bulgarische Regierung angeführt sei, komme zu folgendem Schluß:

1. Die Bulgaren hätten als erste das Feuer eröffnet und zwar überraschend ohne Provo­kation und ohne Beweggründe.

2. Die Bulgaren hätten absichtlich und nach sorgsamer Vorbereitung Streitkräfte zusam­mengezogen, wie sie sonst nicht für einen bloßen Grenzzwischenfall eingesetzt werden. Sie hätten außerdem Maschinengewehre ein­gesetzt. wodurch bewiesen sei, daß die am Kampf beteiligten Streitkräfte stärker waren als eine Jnfanteriekompagnie.

Berlin, 22 Oktbr. Die Fassung des amtlichen Kommuniguees über die Kabinettsätzung von heute früh, in der nur von einer «Stellmignakmc' de? Kabinetts gesprochen wurde, hat zu Zweifeln Aniah Gegeben, ob ein Beschluß im Kabinett gefaßt worden iss Wie daS Nachrichtenbüro des Vereins Deutscher Zeitungsverleger erfährt, ist tatsächlich mit Ein­stimmigkeit ein Beschluß im Kabinett gefaßt "widm, auf Grund dessen im Auswärtigen Ausschuß

vermag in dem Ergebnis der Verhandlungen von Locarno nicht die Erfüllung der Forde­rungen zu sehen, die den Lebensnotwendig- ketten des deutschen Volkes gerecht werden. Die Fraktion vermißt außerdem die Erfüllung der Voraussetzungen für einen Vertragsabschluß so­wie die Gegenleistungen der anderen beteiligten Mächte, die den Deutschland angesonnenen Op­fern entsprächen.

Angesichts dieses Ergebnisses erkläre die Fraktion schon jetzt, daß sie keinem Vertrag zu­stimmen wird, der den deutschen Lebensnot­wendigkeiten nicht gerecht wird und insbeson­dere einen Verzicht auf deutsches Land und Volk nicht ausschließt.

*

Hierzu bemerkt die dem Reichsaußenmini­ster Dr. Stresemann nahestehendeTägliche Rundschau": Die deutschnationale Erklärung ist heute im Reichstag in den parlamentarischen Kreisen nicht als Absage an die Regierung oder an die deutsche Delegation in Locarno ange­sehen worden. In der Tat, sie bringt, wenn man ihren Wortlaut genau ins Auge faßt, eine Auffassung zum Ausdruck, die auch von ande­ren Parteien geteilt werden kann. Die Deutsch­nationalen betonen alles in allem lediglich die Auffassung, die auch wiederholt in Kundgebun­gen des Reichskanzlers zutage getreten ist. E- liegt aller Grund vor, daran festzuhalten, das die Deuffchnativnalen ihrer Mehrheit nach ent­schlossen sind, auch in dieser außenpolitischer Frage zur Regierungskoalition zu halten. Auch die Rede, die Graf Westarp im Auswärtiger Ausschuß gehalten hat, widerstreitet diesem Eindruck nicht.

Der Prozeß Cotzmann-Gruber.

München, 22. Okt. Der Vorsitzende richtete

Marecostinovo und Mannpol. Die bulgarischen Grenzschuhabkeilungen haben das Dorf Mare­costinovo geräumt. Die grie 'che Artillerie be­schießt das Struma-Tal und die offene Stadt Pekritsch. Die Infanterie rückt am Fluß- ufer vor.

Serbische Truppenkonzenkration an der Grenze.

Paris, 23. Okt. In einer vomPetit Pa- riften" aus Belgrad miebergegebenen Meldung heißt es, daß die serbische Regierung wegen der bulgarisch-griechischen Krise eine Truppenkon­zentration an der Grenze vorgenommen habe.

Französische Stimmen zum Konflikt.

Paris, 22. Okt. DasJournal des Debüts" äußert sich zum griechisch-bulgarischen Kon­flikt:Man wundert sich, daß in demselben Augenblick, in dem die Verträge von Locarno paraphiert werden, was einige Blätter zur prophetischen Ankündigung der Vereinigten Staaten von Europa veranlaßte, zwei Mit­gliedstaaten des Völkerbundes miteinander in Konflikt geraten, und sich um das Statut des Völkerbundes wie um die welken Blätter im Herbste kümmern. General Pangalos hat ein Ultimatum nach Sofia geschickt, und sein Ka­binett hat heute Gelegenheit, die Grundsätze der friedlichen Regelung von Konflikten zu achten, für die der griechische Vertreter beim Völkerbund, Rentis, so warm eingetreten ist. Aber Herr Rentis hat gerade heute demissio­niert. Wenn das Unrecht auf bulgarischer Seite liegt, dann ist es wichtiger, es feststellen zu lassen, bevor man ein Ultimatum ergehen läßt. Zum Völkerbundsstatut seine Zuflucht nehmen ist im Augenblick das einzige Mittel korrekten Verhaltens, aber unglücklicherweise entwickelt sich in Griechenland das Regime Pangalos im beunruhigenden Sinne. Pan­galos verträgt weder Opposition noch Kritik. Er unteruiuat die Presse und behandelt Gene-

91 in der Redaktion des "Vorwärts" er­klärt habe, eine Entscheidungsschlacht zur See sei nicht beabsichtigt, sondern es handle sich nur um eine Defensivdeckung des rechten Flügels der deutschen Front, v. Trotha erwiderte, er habe damals im Gespräch mit demVorwärts"-Redakteur Kuttner im wesentlichen das ausgesprochen, was er gestern vor Gericht bekundet habe. In der Fortsetzung der Beweisaufnahme würd? Landesgerichts­rat Dr. Lobring, Berlin, vernommen, der 1917 als Untersuchungsführer beim 4. Ge­schwader zur Aufklärung der dort vorgekom­menen Meutereien fungiert habe. Der Zeuge bekundete u. a., als sich Symptome der Unter« wühlung zeigten, die eine Untersuchung not­wendig machten, seien gerade die prominen­testen Mitglieder der alten Sozialdemokratie wie Ebert, Scheidemann usw. in der schärfsten Weise von diesem Treiben einzelner Marine­mannschaften abgerückt, insbesondere aber auch von den Drahtziehern dieser Bewegung. Es habe jedoch eine Geheimorganisation be­standen, die sich über die ganze Flotte ver­breitete und Taufende von Anhängern hatte, deren Leitung in Berlin im Fraktirmszimmer der U. S. P. saß. Es habe sich hauptsächlich um die Abgeordneten Dittmann, Haase und Lede- bour gehandelt. Der Zeuge schilderte dann die Meutereien auf den SchiffenPrinzregent Luitpold" undWestfalens Die gerichtliche

ral Plastiras, den desinteressiertesten Mann ganz Griechenlands, wie einen Verbrecher, weil man ihm die Absicht zuschiebt, die Dik­tatur zu stürzen. Im Einverständnis mit den Anhängern Konstantins, die eine Revanche versuchen, verfolgt Pangalos General Plasti­ras Wohin soll das Griechenland führen?

von den Ministern dann die Stellungnahme des Kabinetts vertreten worden ist.

Der Beschluß der DeutschuaNonaleu.

Berlin, 22. Okt. Der in der gestrigen Abend­sitzung der deutschnationalen Reichstagsfraktion gefaßte, im Auswärtigen Ausschuß heute vor­mittag bekanntgegebene Beschluß l>at folgenden Wortlaut:

»Die deutschnationale Reichskagsfraktion

Untersuchung habe zur Festnahme des Ober- Heizers Becker und des Oberheizers Sachfe SchiffFriedrich der Große" geführt. Auf dem SchiffeFriedrich der Große" habe es sich um nicht mehr und nicht weniger als eine Vorbereitung der Revolution gehandelt. Der Hauptsitz der Organisation sei die Zen­trale in Berlin gewesen, wie sich aus den Be­kundungen des Oberheizers Sachse und des Matrosen Reich-Pietsch unzweideutig ergeben habe. Letzterer habe erklärt, er habe seine Instruktionen von Dittmann bekommen, der immer wieder eine Revolution nach russischem Muster propagiert habe. Mit dem Schicksal des Matrosen Beich-Pietsch habe sich auch Radek (Sobelsohn) befaßt und seine Tat in einem Artikel verherrlicht. Man könne nicht bestreiten, daß die U. S. P. die engsten Be­ziehungen zu der russischen Gesandtschaft in Berlin hatte, die durch Verbreitung von Pro- mgandamaterial und die Lieferung von Was­en die Revolution zum größten Teile ermög­licht habe. Auf die Fragen wie es komme, daß von der Oberreichsanwaltschaft nickt einge­griffen worden sei, erklärte der Zeuge: gegen Nttmann sollte die Anklage wegen versuchten Landesverrats erhoben werden. Der Auftrag des Staatssekretärs der Justiz ist aber nicht

vom

Auf Grund der Untersuchung sei festgestellt worden, daß der äußere Tatbestand des Landesverrats zweifellos gegeben sei.