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anauer 8 Anzeiger
GeneraL-Anzeiger für die Kreise Kanan Stadl und Land
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Fernsprech-Anschlutz Nr. 1237 und 1238.
Btjegepret«: Für den halben Monat 1 Reichsmark, für den ganzen Monat 2 Reichsmark ohne Trkgerlohn. Einzelnummer 10, Freitag und Samstag 12Reichspfennig. — Anzeigenpreise: Für 1 Höh, tm Anzeigenteil von 28 mm Brette 8 Reichspfennig, im Reklameteil von 68 mm Breite W Reichspfennig. — Offertengebühr: v0 Reichspfennig. — Geschäftsstelle: Hammerstraße 9.
Ar. 239
Das Neueste.
— Die Reichsrecherung hat ein Memoran- Mm über die Preissenkungsaktion heraus- gegeben.
— Der russische Volkskommissar für Aus- wârtiges, Tschitscherin, nahm gestern an einem Abendesien bei Dr. Stresemann teil.
— Belgien und Italien haben auf die deutsche Paktnote geantwortet.
— Nach einer Havasmekdung aus Madrid hat Admiral Mägaz am Schluß einer Unterhaltung mit dem König erklärt, daß die Offensive der spanischen Truppen im' Abschnitt von Mhucemas begonnen habe, um die benachbarten Anhöhen zu besetzen, und daß sie in voller Entwicklung begriffen sei.
Parole Locarno.
Locarno! Ein Name, der in jedem, der die schöne Südschweiz kennt, die Erinnerung weckt an tiefblauen Himmel und strahlende Sonne, an einen grünschimmernden See, Palmen und südliche Pflanzenpracht! Ein Städtlein nennt sich so, das in seinen winkeligen Gassen all das Malerische birgt, das oberitalienischen Kleinstädten eigen ist. Uralte Bauten auf einem Grunde, den ;d)on die Römer lange vor der Völkerwanderung besiedelten. Kirchen und Palazzi folgen in bunter Reihe, und über ihnen thront auf hochragendem Felsen die berühmte Wallfahrtskirche Madonna del Sasso des Kapuzinerklosters, weit hinausleuchtend auf die weite Fläche des Lago Maggiore.
Das heute nur noch als sonnigster der âvcizsrifchen Kurorte bekannte .Städtchen dort rund 6000 Einwohnern hat feine Geschichte. Als nördlichster Punkt des Sees hatte « für die vordringenden Römer strategische Bedeutung, später schufen hier die Herzöge von Mailand eine starke Festung, im nahen Dörfchen Muralto rastete Friedrich Barbarossa vor der Schlacht von Legnano, und noch in schweizerischer Zeit war Locarno abwechselnd mit Bellinzona und Lugano Sitz der kantona'en Regierung. Besonderen Reiz als Kurort verleihen der Stadt der Paktkonferenz die üppigen Villengärten, die sich weit hinaus am Ufer des tiefgrünen Sees ausbreiten und der malerische Gebirgssaum, der sie vor rauhen Winden schützt. . Locarno, das bis zum Vorjahr Nur durch eine in Bellinzona von der Hauptstrecke Luzern—Mailand abzweigende Nebenbahn zu erreichen war, ist neuerdings auch mit dem großen Verkehrsnetz der Simplonbahn verbunden, und zwar durch die Centovalli-Bahn, die ihren Namen nach einem Gebiet von „Hundert Tälern" (Schluchten) erhielt, das zu den landschaftlichen Glanzpunkten des Tessin gehört.Die- ser neue Schienenweg wird dazu beitragen, daß Locarnos sonnige Gefilde schon in der jetzt beginnenden Saison stärker als bisher aufgesucht werden. Die Paktkonferenz gibt den Auftakt, dazu.
An die Sonnenuhr eines alten locarnesifchen Landhauses schrieb man den sinnigen Spruch: "a® Sole nequid sum" (Ohne Sonne bin V nichts). Möge er auch über der Pforte der Pakikonferenz stehen, auf daß ihr die S o n n e der Einsicht nickt fehle!
Die deulsche Delegation für Locarno.
Locarno, 30. Sept. Die deutsche Delegation wird, wie wir erfahren, am Samstag abend M einem Sonderzug Berlin verlassen und «onntag abend in Locarno eintreffen. Sie wird W ganzen aus etwa 30 Personen bestehen, dugrer der Delgation ist Reichskanzler )r. ^nther. Er und Reichsaußenminister Dr. Stresemann werden u. a. begleitet von Staatssekretär v. Schubert, Ministerial- «rettor Dr. Gaus und dem Reichspressechef
K i e p.
Deutfchnationale und Pakl-- verhanSlungen.
, „Farlin, 30. Sept. Der deutschnationale Par- eisuhrer Graf W e st a r p nimmt heute abend der „Kreuzzeitung" in einem ausführlichen Achtel zu dem Thema „Völkerbund und
" heitspakt" Stellung. Einleitend werkt er, daß Deutschlands Kampf gegen die Ä^dlüge mit dem nun endlich vollzogenen 'ntli(hen Wideras nicht beendet sei. Nun gelte erst recht, die Wahrheit mit immer neuem Material zu bekräftigen unb für sie in der Welt r. Verben., (gs bleibe die Aufgabe, zu erreichen, wg die Gegenseite auf diese Beschuldigung I Whte. Die Forderung einer neutralen Unter- [j^nng müsse daher vorbehalten bleiben. Hin- ' änlich des Programmes für die bevorstehende
Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist tzan au. — Bei unverschuldete» Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder aus Rückzahlung des Bezugspreise». — Für Platzvorschrift und Erscheinung-tage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet.
Donnerstag den 1. Oktober
Lèe MiMUgMisn der Regiemsg
Berlin, 30. Sept. Die Reichsregierung hatte in ihrer Erklärung vom 27. August eine Reihe von Maßnahmen angekündigt, deren Durchführung der damals vorhandenen Tendenz der allgemeinen Preissteigerung entgegenwirken sollte. Diese Maßnahmen sind zum Teil bereits durchgeführt worden und zum anderen Teil in der Durch-
führung begriffen. Weitere Maßnahmen mit dem gleichen Ziel werden vorbereitet. Im besonderen ist mit Rücksicht auf die am 1. Oktober in Kraft tretende Ermäßigung der U m s a tz st e u e r bei allen in Betracht kommenden Wirtschaftsverbänden auf eine einheitliche Preissenkung hingewirkt worden. Die Spitzenorganisationen haben sich zur Durchführung bereit erklärt. Auf dem Gebiete der industriellen Erzeugnisse haben die Verhandlungen mit den Verbänden in einer ganzen Reihe von Fällen zur Zurücknahme von beabsichtigten Preiserhöhungen, z. T. in der Kali-, Schreibmaschinen- und Fahrradindustrie, in den Ziegeleien und im Möbeltransportwesen geführt, während z. B. bei Textilien, Schuh- und Lederwaren, Automobilen usw. Preisherabsetzungen bereits erfolgt sind. Mit Wirkung vom 1. Oktober sind weitere Preissenkungen zum Teil erheblich über das durch die Herabsetzung der Umsatzsteuer bedingte Maß hinaus gesichert, so z. B. für Roheisen, Kohle und Hausbrandbriketts. Gegen eine Reihe von Verbänden, die nach Auffassung der Reichsregierung unberechtigte Preiserhöhungen
M..
artellverovdnung vorgegan
ütteln
gen worden. Eine Reihe von Klagen vor dem Kartellgericht ist angestrengt worden, um die
setzung werden die Angemessenheitspreise ermittelt, deren Einhaltung überprüft wird. Bei Ueberschreitung dieser Preise und bei Nichteinhaltung der für das Flei^ergewerbe bestehen- den polizeilichen Bestimmungen werden Strafverfahren eingeleitet und gegebenenfalls die Untersagung des Handels und die Schließung der Läden veranlaßt werden. Eine Neugliederung der Wucherpolizei und ihre Vermehrung im Außendienst ist von dem Polizeipräsidium in Berlin angeordnet worden. Zur Verhinderung von Rampenverkäufen am Vieh- markt werden von der Marktpolizei fortlaufend Kontrollen vorgenommen. Eine große Zahl Ermittlungsverfahren ist in Verfolg dieser Kontrollen bereits eingeleitet worden. Der städtische Verkauf von Frischfleisch wurde in größerem Umfange ausgenommen. Der Verkauf von zollfreiem Gefrierfleisch, dessen Einfuhr durch die Verordnung vom 19. September geregelt wurde, erfolgt ab 1. Oktober unter Ueber- wachung durch die Gemeinden. Die Verhandlungen über die Senkung des Erzeugerpreises und der Handelsspanne für Milch in Berlin sind b-em Abschluß nahe. Der Margarinepreis ist gegenüber dem Vorkriegspreis nur um etwa 10 Proz. erhöht worden. Die Margarine- industrie hat in Verhandlungen mit dem Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft sich bereit erklärt, die bisherige Bindung des Kleinhandels an feste Verkaufspreise fallen zu lassen. Z u ck e r ist im Preise wesentlich gefallen. Eine weitere Preisermäßigung ....... eim.ieicn. wenn Vucker «»«»T CSrnAo mir
eN Markt kommt. Die (
1925
Paktes nicht aufgeworfen und im übrigen sei sie, was Belgien anbetreffe, nicht nur durch den Versailler Vertrag, sondern auch durch die Erklärungen des Reichskanzlers von Bethmann- Hollweg im Reichstage am 4. August und am 1. September 1914 geregelt.
Rom, 30. Sept. Wie Stefanie meldet, wurde die italienische Regierung, die zugleich mit den übrigen Alliierten Mitteilung von der deutschen Roke über die Teilnahme an der Sicherheitspaklkonserenz und von den bezüglichen mündlichen Erklärungen erhielt, über den Meinungsaustausch zwischen den alliierten Regierungen über die Deutschland zu erteilende Antwort unterrichtet. Da der Sicherheitspakt auf der vollkommenen Achtung vorheriger Verträge gegründet sein soll, ist es nicht möglich, die durch die Erklärungen Deutschlands angeregten Fragen in Erwägung zu ziehen. Die Miteilung, die die italienische Regierung an die deutsche Regierung gerichtet hat, ist in diesem Sinne abgefatzt.
Pariser Stimmen.
Paris, 30. Sept. Zu dem Notenwechsel, der zwischen London, Paris und Brüssel einerseits und Berlin andererseits erfolgte, schreibt der „Temps": Das war ein bedauerlicher Zwischenfall, aber man darf erwarten, daß er keine Folgen hinsichtlich der Verhandlungen über den Sicherheitspakt haben wird. Die
bei
;, die dem Drucke der Nativ
naliften nachgegeben hat, hat einen großen Coup versucht, indem sie offiziell das Zugeständnis der Schuld Deutschlands am Kriege verleugnete und schon jetzt den Versuch machte, die Verhandlungen auf ein ihrer These wesent-
Fakturierung in fremder Währung
Freibleibenklaufel zu beseitigen. Si
und die sie Staats-
und Ministerpräsidenten der Länder haben zu- gesagt, die Reichsregierung bei der Ueber- wachung der Kartelle und Verbände durch Mitteilung ihrer Beobachtungen und Ausübung ihres in der Kartellverordnung vorgesehenen selbständigen Antragsrechtes zu unterstützen.
Auf dem Gebiet der Ernährung muß hervorgehoben werden^ daß wichtige Lebensmittel wie z. V. Getreide und Kartoffeln im Preis im Verhältnis zum Teuerungsdurchschnitt niedrig stehen. Es ist Vorsorge getroffen worden, daß der B rot - preis dem sinkenden Getreidepreis folgt. Der Brotpreis für 5 Kg. ist nach den getroffenen Feststellungen in Berlin von 40 Pfg. Anfang März bis auf 35 Pfg. gesunken. Das Gewicht wird in den Laden nachgeprüft. Die Verhandlungen zwecks weiterer Anpassung des Brotgewichts an den inzwischen weiter gesunkenen
Mehlpreis sind im Gange. Die Fleisch- preise unterblieben fortgesetzter Kontrolle. Der Berliner Fleischgroßhandel hat sich bereit erklärt, sich keine besondere Spanne mehr zwischen dem Marktpreis für Schlachtvieh und dem Großhandelspreis für Fleisch zu berechnen. Für die Ladenfleischer hat die Mi"' — 7 ’ Prüfungsstelle Berlin-Brandenburg nach eingehenden Verhandlungen den Zuschlag für Frischfleisch und Wurst zusammen auf höchstens 15 Prozent festgesetzt. Aufgrund dieser Fest-
ittlere Preis-
Ministerpräsidenten der Länder haben diesen Maßnahmen ihre volle Unter stützung zugesagt. Die zunächst hauptsächlich in Berlin durchgeführten Maßnahmen werden damit bald im ganzen Reiche wirksamwerden. Mit dem Einverständnis der Länderregierungen werden in den nächsten Tagen die Leiter der mittleren Preisprüfungsstellen und die Sachreferenten der Landesregierungen mit dem Reichswirtschaftsministerium für Ernährung und Landwirtschaft die Richtlinien für das weitere gemeinsame Vorgehen feftiegen. Dieses Vorgehen soll sich vor allem auch auf die Ueber- wachung derjenigen Waren erstrecken, deren Preisbildung rein örtlichen Charakter trägt und dem zentralen Zugriff unzugänglich ist. Hierher gehört insbesondere auch Obst und Gemüse. Die Deutsche Reichsbahngesellschaft bat zur Unterstützung der Maßnahmen der Reichsregierung die jetzt gültigen Frachtsätze für die wichtigsten Lebensmittel, z. B. Kartoffeln, frisches Gemüse, Obst, Butter, Margarine, Seefische, Brot, Speisefette, Speiseöle usw. ab 1. Oktober um 10 v. H. ermäßigt. Die Zinssätze für öffentliche Gelder sind herabgesetzt worden. Die mit der Weitergabe betrauten Beamten verpflichten sich, die Zinsermäßigung ihren Kreditnehmern in vollem Umfange zugute kommen zu lassen. Die Gesetzesvorlage über die Aufhebung der Geschäftsaufsicht wird so gefordert werden, daß sie den Reichstag alsbald nach seinem Zusammentritt beschäftigen kann.
’ Preisermäßigung »H günstigeres Gebiet zu tragen. Man ist dem ^ und der Min-
S Mts^ - und “folg des Berliner Vorstoßes bringt das
erfolg des Berliner Vorstoßes bringt das Kabinett Luther-Stresemann in eine ziemlich peinvolle Lage. Er dient weder seinem Prestige im Auslande noch seiner moralischen Autorität im Jnlande. Man kann nicht verstehen, wie Stresemann einen derartigen Fehler hat begehen können, da er doch wußte, daß die Alliierten diesen Protest nicht annehmen und auf keinen Fall die Verhandlungen von der einzig graben Linie abbringen lassen würden, auf der sie sich einmal entwickelten. Diese den Nationalisten gegebene Befriedigung hätte dem Reichsaußenminister teuer zu steh * men können, denn in Deutschland ww ohne Zweifel die öffentliche Meinung nicht verziehen haben, mit soviel Leichtfertigkeit die Paktpolitik kompromittiert zu haben? Wenn die Alliierten und in erster Linie die französische Regierung nicht von dem aufrichtigen Willen, beseelt wären, zu einem Ergebnis zu gelangen, wenn sie sich nicht bemüht hätten, die Dinge auszugleichcn, trotzdem sie den Standpunkt vertreten, daß derartige Fragen nicht anläßlich der Paktverhandlungen gestellt werden können, wäre alles unwiderruflich in Frage gestellt gewesen. Durch ihr höfliches, aber klares und kategorisches Vorgehen haben die Kabinette von Paris und London die Lage gerettet.
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Das „Journal des Debüts" vertritt
den Standpunkt, daß diplomatisch die deutß Demarche mit einem vollkommenen Mißerfc geendet habe. Politisch sei das unglücklicherweise nicht der Fall, denn die gesamte deutsche Presse frohlocke über die Verbalnote. Sie
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Ministerbesprechung und ihren Charakter bemerkt Graf Westarp u. a.: Der vorläufige Charakter der Besprechung müsse besonders deshalb gewahrt werden, weil nach deutscher Auffassung vor Eintritt in die endgültige Konferenz noch bestimmte Vorleistungen erfüllt sein müssen. Graf Westarp begrüßt die amtliche Mitteilung, daß deutscher eits der Abschluß der Verträge nicht in Frage kommen kann, bevor nicht die unberechtigten Forderungen der Entwaffnungsnote fallen gelassen seien und die Kölner Zone geräumt sei. Treffe dies aber zu, so werde auch die Einladung zur endgültigen Konferenz von Deutschland nicht angenommen werden können, bevor nicht die Erfüllung dieser Forderung gesichert sei. Ferner müsse auch die Revision des Besatzungsregimes vor Eintritt in eine Konferenz ge- ichert sein. Was den Eintritt Deutschlands n den Völkerbund anlangt, so fordert Graf Westarp, daß der Artikel 16 seinem ganzen Inhalt nach durch rechtlich bindende Abmachungen für Deutschland außer Kraft gesetzt wird. Ebenso bedeutsam sei der Grundsatz, daß weder der Eintritt in den Völkerbund, noch der Abschluß von Sicherheits- und Sâ>edsverträgen einen freiwilligen Verzicht auf deutsches Land
und Volk bedeuten dürfen. Schon bei der Ministerbesprechung dürfe kein Zweifel darüber gelassen werden, daß nur auf dieser Grundlage weiterverhandelt werden kann.
Die Nniworl Belgiens und Italiens.
Brüssel, 30. Sept. (Meldung der Mgence Beige.) In Beantwortung der Mitteilung des deutschen Gesandten erklärte der belgische Außenminister, die belgische Regierung sei glücklich, die Rote zu erhalten, nach welcher die Reichsregierung die Einladung zu der Sicherheitspaktkonfëren; annimmt, die am S. Oktober in Locarno staltfinben soll, und stelle mit Genugtuung fest, daß die Rote keinen Vorbehalt enthält. Was die Erklärungen anbe- treffe, die bei der Ueberreichung der Rote abgegeben wurden, ohne jedoch Bedingungen für die Annahme Deutschlands zu sein, so erkläre die belgische Regierung, daß in den Fragen der Räumung der Kölner Zone und der Enkwaff- nung Deutschlands es von der deutschen Regierung selbst abbänge, ihre Lösung durch die Erfüllung der Verpflichtungen zu beschleunigen, an die die Rote vom 4. Juni 1925 sie erinnert. Die Frage der Kriegsverantworklichkeit Deutschlands sei durch den plan eines Sicherheits-
stelle fest, daß die Verleugnung der Kriegsverantwortlichkeit rechtsgültig den Alliierten notifiziert worden fei und daß diese Notifizierung trotz allem bestehen bleibe. Die Folgerung, die man aus dem Zwischenfall ziehen müsse, fei, daß für Frankreich, namentlich aber für die offiziellen Kreise, die Notwendigkeit bestehe, die verleumderischen deutschen Proteste hinsichtlich der Kriegsverantwortlichkeit zu bekämpfen. Es sei skandalös, daß die Blätter des Kartells der Linken noch jüngst Artikel, ja sogar eine Art Aufruf veröffentlicht hätten, in denen bekannte, aber völlig unwissende Schriftsteller eine übertriebene Verteilung der Verantwortlichkeit festgestellt hätten. Seitens der Alliierten werde es immer dringender, entscheidende Aufklärungen zu geben. Frankreich habe kein Licht zu scheuen.
Tschitscherin bei Stresemann.
Der gestern in Berlin eingetroffene russische Außenkommissar Tschitscherin folgte, nachdem er seine Karte beim Reichskanzler Dr. Luther abgegeben hatte, abends mit dem russischen Botschafter in Berlin, Krestinski, einer Einladung zum Abendessen beim Reichsaußen- ministec Dr. Stresemann, an der Beamte des Auswärtigen Amts, Diplomaten, Politiker und Wirtschaftler teilnahmen.
Wie wir hören, soll der Besuch Tschitscherin? angeblich lediglich erfolgt sein, um in Berlin