Einzelbild herunterladen
 

KTO wryrffwwii

Hanauer W Anzeiger

General-Anzeiger für die Kreise Kanan Sladl und Land.

Erscheint täalich mit Ausnabrr« der Conn- und Feiertage. / Fernivrech-Anschlutz Rr. 1237 und 1238.

»«»«gopreior Für den halben Monat 1 Retchsmark, für den ganzen Monat 2 Reichsmark ohne TrSgrrlohn. Einzelnummer 10, Freitag und Samstag 12Reichspfennig. Anzeigenpreise: Für 1 mm Lühe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 Reichspfennig, im ReklameteU von 68 mm Breite N Reichopfemlig, Offerten gebühr: 60 Reichspfennig. Geschäftsstelle: tzammerftraße L

Erfüllnngoort und Serichtsstand für beide Teile ist san an. B« »«verschuld^« Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreise». Für Platzvorschrift und Ersch ein«ng»tag« der Anzeige wird kein, Gewähr geleistet.

Nr. 214

Samstag den 12. September

1925

Das Neueste.

Die Absendung der Einladungsnote an Deutschland hat durch den Einspruch Italiens in letzter Minute abermals eine Verzögerung erlitten.

Der Boxmeister Breitensträter hat gestern im Boxkampf den deutschen Schwer­gewichtsmeister Samson-Körner besiegt.

Der französisch-spanische Generalangriff gegen Abd el Krim hat begonnen.

Die Sowjetregierung will Frankreich als Schuldenregeluna die jährliche Verzinsung von 200 Millionen Pfund Sterling zu 2% Prozent anbieten. Als Gegenleistung soll Frankreich der Sowjetregierung neue Kredite eröffnen und die in Tunis internierte Wrangelflotte ausliefern.

Wie aus Moskau gemeldet wird, haben chinesische Studenten ein mißlungenes Attentat auf den japanischen Botschafter in Moskau verübt. Sieben Studenten sind verhaftet worden.

Das Spiel in Marokko beeinnt

Den Spaniern ist westlich von Mslila in Ser Alhucemas-Bucht ein Landungsversuch ge­glückt. Die Siegesmeldung, die über diesen Erfolg in die Welt gegangen ist, liest sich wie sine schmetternde Fanfare. Ein Echo ließ sich sofort aus Paris hören. Alle Vertreter der Pariser Presse auf dem marokkanischen Krie!

Pariser Presse auf dem marokkanischen Kriegs­schauplatz telegraphierten ihren Blättern: Der Generalangriff beginnt. Und wenn auch der amtliche französische Apparat diese Privatnach- cichten zunächst nicht bestätigte, so unterliegt es doch keinem Zweifel, daß die Entscheidungs­schlacht in Maroâo in Gang gekommen ist. Zwischen den Spaniern und den Franzosen ist ein gemeinsames Vorgehen verabredet. Der französische Marschall Petain und der spanische Oberbefehlshaber Primo de Rivera halten durch Verbindungsoffiziere miteinander Füh­lung. Es war an der marokkanischen Front bekannt, daß die Landung spanischer Truppen in der obengenannten Bucht nur das Signal für wichtige Operationen an den anderen Fronten sein sollte. Der lang vorbereitete fran­zösische Generalangriff war auf den heutigen Samstag als den spätesten Termin angefetzt. Die Würfel sind also gefallen und das blutige Spiel hat begonnen begleitet von den mun­teren Friedensreden auf der Völkerbundstag­ung in Genf.

Die Entscheidung muß an der französischen Front fallen. In Madrid ist zwar in langen Beratungen gemeinsames Vorgehen der Fran- g'en und der Spanier vereinbart worden, doch einen die Aufgaben ungleich verteilt zu sein. Sieht man von dem Schaustück der spanischen Landung ab, so beschränkt sich der Anteil Spa­niens an der großen Offensive im Großen und Ganzen darauf, Fühlung mit den Franzosen M halten und zwölf Bataillone neu auf den Kriegsschauplatz zu werfen. Diese Verstärkung aber wird allein schon durch die Lücken auf­gebraucht, die die Malaria in die Reihen der spanischen Front reißt. Die Generale des spa­nischen Direktoriums sind übereinstimmend der Ansicht, daß die Beteiligung ihres Landes an der großen Offensive auf die engsten Grenzen eingeschränkt werden soll. Dieser Ansicht ist offenbar auch der König selbst. Die spanischen Verteidigungsstellungen bei Tetuan im Westen und bei Melila im Osten der Kampfzone sind park und auch gegen scharfe Angriffe zu hal­ten. Die Spanier verspüren nach ihren trüben und bitteren Erfahrungen keine Lust, ihre Gruppen noch einmal in das südlich gelegene Mgelgelände, d. h. in den sicheren Tod zu schicken. Dieser Zurückhaltung der Spanier ^itspricht auch ihre zahlenmäßige Stärke. Die Gesamtsumme der französischen Truppen in Marokko beträgt rund 150 000 Mann. Primo

Rivera hat einschließlich der aufgebotenen Auen zwölf Bataillone sicher nicht mehr als io 000 Mann zu seiner Verfügung. Damit kann er seine Verteidigungslinie halten, aber nicht zum Angriff übergehen.

Wieweit die Stoßkraft der spanischen Lan­dung reicht, muß sich in den nächsten Tagen Herausstellen. Die Franzosen und die Spanier daben dabei schon gemeinsam operiert. Wäh­rend der Landung erschien ein französisches ^uftgeschwader von fünf Flugzeugen, das von V aus angesetzt war und das Hinterland der Alhucemas-Bucht, insonderheit das Dorf Ajdir bombardierte. Dieses Dorf, das verhältnis- Gaßig nahe der Landungsstelle gelegen ist, kommt zwar als Punkt von militärischer Wich- ugkeit kaum in Betracht, ist aber aus verschie- °en anderen Gründen wichtig. Hier hatte Abd Krim einmal sein Hauptquartier aufgeschla-

gen und hier ist das Herz und das Zentrum des Beni-Stammes, d. h. derjenigen Rifleute, die das Rückgrat des Kabylenaufstandes bil­den. Es fragt sich, ob die Spanier über die Landungsstelle hinaus gegen Ajdir vorstoßen werden. Die Hauptfront liegt so, daß jetzt von Tetuan bis Taza hin eine fast ununterbrochene Postenkette gebildet ist, die die spanische Stel­lung bei Tetuan mit den französischen Stel­lungen im Wergha-Tale nördlich von Fez eng verbindet. Hier wird insonderheit an der fran­zösischen Frontstrecke die Offensive einsetzen und ihre Hauptkraft entfalten. Es ist möglich, daß die Spanier des moralischen Erfolges wegen und um Abd el Krim im Rücken zu beunruh­igen, gegen Ajdir vormarschieren. Ihre Stunde wird aber erst schlagen, wenn die französische Offensive von Erfolg sein sollte. Werfen die Franzosen die Front Abd el Krims zurück und müssen sie auf der Verfolgung ihre Truppen tief in das Rifgebiet vorschicken, so wird es die Aufgabe der gelandeten spanischen Truppen sein, bei Ajdir oder irgend wo anders im Rücken der marokkanischen Front einen Schlag zu führen. Diese Aufgabe haben die Spanier vor sich. Im übrigen werden sie sich sicher auf die Defensive beschränken.

Die militärischen Aussichten auf dem marok­kanischen Kriegsschauplatz sind von vornherein völlig ungewiß. Die Spanier und die Fran­zosen haben zweifellos die stärkere Zahl und die überlegene Kriegstechnik auf ihrer Seite. Aber sie haben etwas gegen sich: Den Zwang, im Laufe der nächsten vier Wochen einen durchschlagenden Erfolg zu erzielen, wenn ihnen nicht das marokkanische Klima einen Strich durch die Rechnung machen soll. In vier Wochen beginnt in Marokko der gmuej liche Dauerregen und damit schlägt unbedingt: die Rückzugsstunde für die vorgeschobenen französischen und spanischen Truppen. Es kommt die Winterpause, die alle etwa errunge­nen Erfolge wieder in Frage stellt. Wie man sieht, hat auch Abd el Krim seine Bundes­genossen.

Die franz.-spanifchen Operationen.

Paris, 12. Sept. Havas meldet aus Fez von heute über den Stand der französischen Offen­sive in Marokko, daß das Vorrücken der Gruppe Goubeau am Gerual und der Gruppe Goureau bei Taraunt von Erfolg gekrönt ge­wesen ist. Den französischen Truppen sei es dadurch ermöglicht worden, auch die nördlichen Anhöhen am Werghafluß und den früheren französischen Posten im Gebiete der Beni Gerual zu besetzen. Die Lage an der Wergha- front sei außerordentlich günstig. Ueberall hätten die französischen Truppen, von Artillerie kräftig unierstützt, ihr Ziel erreicht und den ihnen entgegenstehenden feindlichen Widerstand gebrochen. Der Feind ziehe sich vor den fran­zösischen Truppen nach Norden zurück. Die

Die Linkspresse schlägt nach einem offenbar vereinbarten Plan Alarm. Wo steckt die Ge­fahr? Der Reichskanzler und der Reichsaußen­minister weilen im Urlaub, trotzdem man in Genf gerade jetzt so angelegentlich mit der Frage des Sicherheitspaktes beschäftigt ist. Es ist geradezu unglaublich, wie sich die deutsche Politik in diesen Köpfen malt. Man denke nur! Die angesehensten europäischen Staatsmänner sind in Genf versammelt und erörtern Fragen der deutschen Politik. Sie unterhalten sich über Deutschlands Eintritt in den Völkerbund und über den Abschluß eines Sicherheitspaktes. Und dabei wagen es der Kanzler und der Außen­minister ruhig fern von Berlin ihren Urlaub zu genießen, der Kanzler sogar im nützlichsten Bad der nördlichsten deutschen Insel. Besteht da nicht die Gefahr, daß Deutschland bei den europäischen Staatsmännern wieder in Un­gnade fällt? Sollte es nicht Pflicht der deutschen Staatsmänner fein, schleunigst nach Berlin zu­rückzukehren, wenn man in Genf Reden hält?

Es gehört wirklich nicht viel Klugheit dazu, um zu erkennen, daß England und Frankreich jetzt wohl ein sehr großes eigenes Interesse da­ran haben müssen, sich mit den Fragen der deutschen Politik zu beschäftigen. Sonst würden sie es wohl bleiben lassen, denn Deutschland zu­liebe tun sie es sicher nicht. Als sie das Interesse noch nicht verspürten, ließen sie den deutschen Paktvorschlag monatelang im Schubfach liegen. Es ist eine Elementarregel der diplomatischen Kunst, sich in solchen Fällen suchen zu lassen. I Es gibt allerdings gewisse Deutsche, die un- j

Truppen des Generals Violett rücken an der Front von Taurant vor. Sie haben am Stör« fluß wieder Fuß gefaßt. General Naulin ist in Taurant eingetroffen.

Paris, 11. Sept. Wie der amtliche Bericht, der heute in Fez ausgegeben worden ist, besagt, haben die Franzosen auf den beiden Flügeln des Ouerghaflusses angegriffen und Teroual beziehungsweise Tafrant überflügelt. Heute früh 8.30 Uhr besetzten die vorgeschobenen Truppen den Djebel MossedMostitadSidi Liman, Acher Kanc und im Osten Sahela, Aschaisch, die Bergkuppe von Astar und den Posten von Sker.

Wie eine Havasmeldung aus Fez besagt, hat der Feind gestern zwei Vorstöße bei Jssual unternommen. Das 19. Korps hat den Posten Dahar neu verproviantiert. Dissidenten ver- iuchen, Abteilungen, die zurückgenommen wur­den, anzugreifen, wurden jedoch durch Artille­riefeuer zerstreut. Die Tsouls, die sich unter­worfen hatten, haben ihre Kriegsentschädigung voll bezahlt. Die Ngut, die die Verbindung zwischen dem 19. Korps und den Truppen im Zentrum behindert hatten, haben beschlossen, sich zu unterwerfen.

Paris, 11. Sept. Nach einer Havasmeldung aus Tetuan soll General Primo de Rivera be­absichtigen, die Leitung der Operationen in den beiden Kampfzonen zu übernehmen. Er wird sich demnächst nach Melilla begeben. An einer ganz nahe bei Cebadilla gelegenen Stelle der Küste hatten die Rifleute 48 Bomben versteckt, die im Augenblick der Landung explodieren sollten. Sie wurden jedoch rechtzeitig von den spanischen Truppen entdeckt und vernichtet. Ge­neral Saro hat einen Streifzug angeordnet, . ti dem etwg^70 Gesanges gemacht wurden. Das französische Geschwader ist eingetroffen. Wie verlautet sind die französischen und die spanischen Gefangenen in zwei Lagern in Ain Kamara und in Bokoja untergebracht. Im La­ger von Bokoja sollen sich unter anderem ein Mönch und drei im vergangenen Jahre wäh­rend eines Spazierganges in der Umgebung von Tetuan von Rifleuten gefangen genom­mene Kinder befinden.

Paris, 11. Sept. Havas verbreitet aus Ma­drid ein offizielles Kommunique, nach dem in der westlichen Zone die Lage unverändert ist. Es ist wahrscheinlich, daß die Truppen morgen den Druck auf den Feind fortsetzen werden, der auf dem Frontabschnitt Beni Hozmar noch im­mer die spanischen Linien bedroht. Vor Alhu- cemas wurden die vorgeschobenen Posten von feinlichem Gewehrfeuer belegt, das sich nach und nach über die ganze besetzte Zone ausbrei­tete. Das Wetter ist weiter günstig. Die Ope­rationen anderer Truppenteile ' find ohne Schwierigkeiten vor sich gegangen. An der Küste von Cebadilla wurden heute die von Me­lilla kommenden Eingeborenen gelandet.

Das Blatt fährt fort: Das Einzige, was besteht, ist die Grundlage für ein englisch-französisches Uebereinkommen. Deutschland muß noch gehört werden, und die Stimme Deutsch- landsistdieentscheidendeStimme. Aber in den britischen Kreisen befürchtet man stark, daß in Deutschland der falsche Eindruck erweckt werden konnte, daß der Eintritt Deutschlands in die Eröterungen eine reine Formalität ist, und daß Deutschland selbst nur die bereits ausgearbeitete englisch-französische Formel annehmen oder ablehnen darf. Diese englisch-französische Rheinlandformel wird in einen undurchdringlichen Schleier gehüllt. Sicher ist nur, daß diese Formel in der Gestalt, die sie erhalten hat, eine bedeutungsvolle Ab­änderung der Völkerbundssatzungen darstell! und zwar dadurch, daß der Völkerbundsrat bet Notwendigkeit einer einstimmigen Entscheidung über die gegen einen etwaigen Angreifer zu ergreifenden Sanktionen enthoben wird. Es liegt auf der Hand, daß derartige Abände­rungen in die grundlegenden Gesetze des Völ­kerbundes tief einschneiden. Es liegt daher fol­gende Frage nahe, die auch vielleicht noch von Deutschland aufgeworfen wird:

Wenn ihr zur Beseitigung der mehr oder weniger eingebildeten französischen Besorg nisse über die Sicherheit willens seid in eine Abänderung der Völkerbunds- sahungen einzuwilligen, weshalb wider­setzt ihr euch dann so schroff einer rein vor­läufigen Abänderung des Artikels 16, die von Deutschland als Bedingung seines Ein­tritts in den Völkerbund gefordert wird, um den Gefahren zu begegnen, denen ein entwaffnetes Deutschland mitten unter Nachbarn, die bis an die Zähne bewaffnet sind, besonders ausgesetzt ist?

Hierauf sind vielleicht auch die Gerüchie zurück, mführen, daß Deutschland vielleicht in diesem Punkte ein Zugeständnis gemacht werden soll.

Wie der Berichterstatter erfah-en haben will, haben die Befürchtungen Polens und der Tschechoslowakei wegen des raschen Fortschrei­tens der Frgge des Rheinlandpaktes zp der positiven Forderung Skrzynskis und Benesch nach Zulassung zu der bevorstehenden Minister- konferenz geführt. Es verlautet, so fährt der Berichterstatter fort, daß Briand sich mehr oder weniger aufrichtig dieser Forderung ge­neigt zeigte, daß Chamberlain sie jedoch ab­gelehnt hat. Klar ist, daß Benesch und Skrzynski versuchen werden, die Verhand­lungen durch eine Paralellaktion und durch einen Druck auf Briand zu beeinflussen.

Chamberlain und -er Rheinlan-pakk.

London, 12. Sept. Der diplomatische Be­richterstatter desDaily Telegraph" schreibt im Zusammenhang mit den Erklärungen, die Chamberlain gestern in Genf gegenüber einer Anzahl Journalisten über die Sicherheitsfrage abgab, er höre, die Außenminister Polens und der Tschecho-Slowakei seien ziemlich deprimiert über den britischen Entschluß, bei dem Rhein­landpakt alle östlichen Verhandlungen auszu­schalten. Aber in diesem Punkte stehe die öffentliche Meinung Englands hinter Chamber­lain und sogar die gelegentlich versuchsweise vorgebrachte Formel, wonach im Falle eines eintrekenden oder drohenden deutsch-polnischen Konflikts die Verantwortlichkeit für die An­ordnung von Sanktionen oder die Festsetzung der Einmarscherlaubnis an die französische Armee in das entmilitarisierte Rheinland der britischen Regierung überlassen bleiben sollte, werde von Großbritannien als unannehmbar und gefährlich befunden.

Doneour über Sicherheitsfrage und Abrüstung.

Genf, 11. Sept. In der Nachmittagssitzung der Völkerbundsoersammlung nahm Paul Boncour, mit stürmischem Beifall von der Ver­sammlung begrüßt, das Wort zu einer ein­stündigen Rede, die sich zu einer rhetorisch außerordentlich wirksamen Verteidigung des Genfer Protokolls gestaltete Ueber den Sicherheitspakt, über den er nicht mehr wisse, wie alle Welt, sagte Boncour, daß auch in ihm, wie in dem Genfer Protokoll bir Grundprinzipien der Schiedsgerichtsbarkeit und Sicherheit den wesentlichen Inhalt ausmache. Der Sicherheitspakt unterscheide sich vom Gen er Protokoll nur darin, daß er sich auf einige Länder beschränkt, zwischen denen noch das Gespenst des Krieges steht. Die Universalität, die im Genfer Protokoll verlangt wird, ist nichi eine willkürliche Konstruktion gewesen, sondern eine Notwendigkeit, wie der Krieg deutlich ge­lehrt hat. Die jetzt geplanten Sonderabkom­men, die grundsätzlich dem Geiste des Völker-

IHVV^^WSW^WIIWVIh bedingt vor Wonne tanzen müssen, wenn das Ausland die Gnade hat zu pfeifen.

Der Völkerbund zur Sicherheilsfrage.

Paris, 11. Sept. Nach einer Genfer Havas- meldung wurde Freitag zwischen den Dele­gationen über die Abfassung der Entschließung beraten, welche bei Beendigung der Aussprache über die Sicherheitsfrage der Völkerbunosver- sammlung unterbreitet werden soll. Ein von der britischen und französischen Abordnung festgelegter Text hat die Zustimmung der anderen Delegationen erhalten und wird höchstwahrscheinlich von dem spanischen Dele­gierten verlesen werden.

Die Entschließung betont, daß den Garanlie- verkragsverhandlungen die Grundsätze des Genfer Protokolls zugrunde liegen müssen. Die Völkerbundsversammlung bringt ferner in einer Resolution erneut ihren Wunsch zum Ausdruck, daß dem Völkerbund die Regelung der Abrüstungssrage weiterhin überlasten bleibe. Dabei verstehe sich von selbst, daß Sie drei Begriffe Abrüstung, Sicherung und Schiedsspruch ein Ganzes bilden.

Die franz. Rheinlandformel in einen undurchdringlichen Schleier gehüllt.

London, 11. Sept. Der Genfer Sonderbe­richterstatter desManchester Guardian" schreibt, in britischen Kreisen habe man die Er­klärungen führender französischer Blätter, die bereits von einem Bestehen des Rheinland­paktes sprechen, mit Unwillen ausgenommen.