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SanauerWAnzeiger

General-Anzeiger für die Kreise Ka«a« Stabs und Land.

Lrsâeint tLalich mit Ausnabme der Sonn- und Feiertage. / Fernivrech-Anschluß Nr. 1237 und 1238.

Bezugspreis; Für den halben Monat 1 Reichsmark, für den ganzen Monat 2 Reichsmark ohne Trägerlohn. Einzelnummer 10, Freitag und Samstag 12Reichspfennig. Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 Reichspfennig, im Reklanieteil von 68 mm Breite Retch»pfe«nig, Offrrtrngebühr: SO Reichspfennig. Geschäftsstelle: Hammerstraße 9.

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Ar. 210

Dienslag den 8. September

1925

Das Neueste.

Gestern vormittag wurde in Genf die Vollversammlung des Völkerbundes eröffnet mit einer Rede Painleves.

Die Völkerbundsversammlung wählte den kanadischen Senator und ersten Vertreter Kanadas, Daudurand, zum Präsidenten der Völkerbundstagung.

Der vom Völkerbund bestellte General­kommissar zur finanziellen Ueberwachung Oesterreichs hat beim Völkerbund den Antrag auf Aufhebung der Finanzkontrolle gestellt.

Die streikenden französischen Bank­beamten haben die Einstellung des Streiks be­schlossen.

Polen in der eigenen Schlinge.

Der aus dem echten polnischen Fanatismus heraus geborene Irrsinn des neuen polnischen Agrargesetzes, der aus derselben Quelle ge­speiste polnische Uebermut, mit Deutschland einen Handelskrieg in einer sowieso schon wirt­schaftlich gefährdeten Lage zu beginnen, und der durch beide Maßnahmen stark mitbedingte Sturz des Zloty fangen an, nicht nur wirt­schaftliche, sondern auch schwere innerpolitische Folgen in Polen zu zeitigen. Es konnte das ja nicht ausbleiben und es mußte erwartet werden, daß die große Beunruhigung weitester Kreise infolge der sich so rapide verschlimmern­den wirtschaftlichen Verhältnisse sich nach der politischen Seite Luft machen würde. Ein Sündenbock muhte gefunden werden und selbst­verständlich wurde dazu kein anderer auser­koren als der -derzeitige polnische Ministerprä­sident Erabski. Was ihn zu -dieser wenig be= netoeriswerten Wahl eines politischen Sünden­bocks besonders prädestinierte, war ein Dop­peltes. Einmal war Grabski nicht nur Mini­sterpräsident, sondern auch Finanzminister. Also war er verantwortlich für den Zloty­sturz, und er wurde das umso mehr, als die Lügen über angebliche deutsche Börsenmanöver gegen den Zloty nicht mehr verfingen und aicht mehr verfangen konnten. Die politischen and persönlichen Gegner Grabskis begannen eine nicht zu überbietende Pressehetze gegen ben Ministerpräsidenten, die auf nichts anderes gestimmt war als die eine Melodie vom schwankenden Zloty und dem schwankenden Herrn Grabski.

Der Erfolg dieser Hetze war umso größer, sis ein zweites Moment hinzutrat, das gegen Arabski trefflich sich auswerten ließ: Er sonnte nämlich einer zu großen Deutschland- jreundlichkeit verdächtigt werden. Man staunt darüber, wennn man daran denkt, daß gerade unter seiner Ministerprästdentschaft, die sich doch vornehmlich gegen den deutschen Grund­besitz richtende Agrarreform im Sejim angenom- men worden ist, wenn man weiter bedenkt, daß unter seiner Ministerpräsidentschaft die Op- -antenausweifungen erfolgten. Aber, wie er­innerlich, machte Grabski wohl unter dem slrucf der öffentlichen Weltmeinung dann öen Versuch, die Ausweisung der wenigen deutschen Optanten, die noch nach dem 1. Aug. in Polen verblieben waren, vorläufig zu sistieren. Er betonte weiter vor Vertretern der polnischen Wirtschaft und der polnischen Presse, daß Polen ohne einen Wirtschaftsvertrag mit Deutschland nicht bestehen könne und daß ein ldlcher Vertrag unter allen Umständen bald ab­geschlossen werden müsse. Das war denn doch suviell^ Obwohl Grabski sofort dem durch den polnischen Westmarkenverein gegen ihn auf- gepeiffchten nationalen Fanatismus nachgab, m-dem er die in der Optantenfrage bereits er« otgten Anweisungen an die Wojwolden auf« obwohl er weiter sofort seine Rede über deutsch-polnischen Handelsbeziehungen de­mentieren ließ, er hatte seinen Gegnern genug lvasser auf ihre Mühlen getrieben.

Die Tage des Ministeriums Grabski find sho als gezählt zu betrachten, und wie die Atzten Nachrikchten über die Beratungen des Senats und der Parteien erkennen lassen, denkt -Nan an eine völlige Umwandlung des gesam­ten Ministeriums, also nicht nur an eine Neu­besetzung des Ministerpräsidentenpostens. Was Ws Deutsche daran interessiert,ist vor allem oer ganze Geist, die ganze Atmosphäre, aus denen heraus diese innere Krise entstanden ist, und aus denen heraus man auf ihre Beilegung

Denn nirgends lassen sich hier Anzeichen iwer nationalen und wirtschaftlichen Vernunft trennen, die vielleicht Hoffnung auf einen ge« Men deutsch-polnischen Ausgleich erwecken "unten. Vielmehr ist ganz offenbar, daß es

die chauvinistischen Kreise sind, die ans Ruder drängen, die in dem schärfften Kampf gegen Deuffchland auf politischem wie auf wirtschaft­lichem Gebiet das Heil für Polen sehen. Es ist dafür ja auch bezeichnend genug, wenn be= reits in den Besprechungen über die Neubil­dung des Ministeriums vom Nationalen Volks­verbanddie Beibehaltung der bisherigen Regierungspolitik gegenüber Deuffchland" als unbedingte Voraussetzung gefordert worden ist. Von einem neuen polnischen Ministerium, mag es nun zusammengesetzt sein, wie es will, wird also nichts in Bezug auf eine menschlichere Regelung der Optantenfrage, die ja zum 1. No­vember von neuem akut wird, zu erwarten sein, ebensowenig aber auch in Bezug auf eine Regelung der deutsch-polnischen Wirffchafts- fragen.

Wir werden gut tun, uns darauf einzu­richten. Der Geist, der in Warschau regieren wird, und dem sich das ja formell immer noch amtierende Ministerium Grabski hat bereits unterwerfen müssen, wird am besten gekenn­zeichnet durch die bis vor kurzem mit behörd­licher Unterstützung ins Leben gerufeneLiga Vergißmeinnicht", die durch Zusammenschluß von Privaten und Vereinen, von Geschäfts­leuten und großen Firmen einen Boykott aus-

Painleve vor dem Völkerbund.

Yainlevès Einstellung zum Sicherheilsproblem und zur Abrüstung

Genf, 7. Sept. Die 7. Völkerbundsverfamm- --------"" " "'n von dem

hing wurde heute vormittag 11 Uhi französischen Ministerpräsidenten Painlev

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grüßungsansprache eröffnet. Der Resormations- faal, in dem jährlich die Völkerbundsversamm­lung zusammen-tritt, war auf allen Tribünen überfüllt. Die außerordentlich zahlreiche Zu­hörerschaft folgte den Ausführungen Painlevss mit großer Spannung und spendete seinen Dar­legungen wiederholt lebhaften Beifall, der am Schluß in eine gewaltige Ovation für Frank­reich ausklang.

Die mit feierlicher Diktion vorgetragene Er- üffnungsansprache gab dem französischen Mi­nisterpräsidenten zuerst Anlaß, den Delegatio­nen der Völkerbundsversammlung seine Grüße zu entbieten und für die Ehre zu danken, die Frankreich mit der heutigen Eröffnung der Völ­kerbundsversammlung zufalle. Er wendet sich dann

gegen den Pessimismus in der Welt, dessen blindes Mißtrauen noch schlimmer sei als blindes Vertrauen. Die ungeheuren Hoff­nungen, die die Welt auf den Völkerbund fetzt, können nur schrittweise verwirklicht werden. Wenn ein unparteiischer Richter damit beauf­tragt würde, den Wert des Völkerbundes in den ersten fünf Jahren feines Bestehens zu be­urteilen, so würde er überrascht sein von der Entwicklung des Völkerbundes, dessen Aufgabe indessen nicht nur darin liege, Konflikte zu schlichten und Konventionen auszuarbeiten, der vielmehr dazu berufen sei,

eine neue Denkungsart in der Welk und eine neue Moral unter den Völkern zu schaffen.

Diese doppelte Mission habe der Völkerbund unter Anspannung der äußersten Kräfte voll­bracht, ohne indessen die Grenzen seiner Kraft zu überschreiten.

Painleve gab dann einen Ueberblick über die Tätigkeit des Völkerbundes, wobei er die Arbeiten des internationalen Ge­richtshofs besonders betonte, der unablässig am Werke der allgemeinen Befriedung mitarbeite. Aber alle diese Fragen, so bedeutend sie auch in ihren Rückwirkungen auf die ganze Welt seien, treten gegenüber dem Hauptproblem, dem

Problem der Sicherheit, vollständig in den Hintergrund. Das Ver­langen nach einem Frieden, der auf die Gerech­tigkeit begründet ist, nach einer Welt, in der die Gewalt nicht mehr herrschen würde, haben den Völkerbundspakt und insbesondere dessen wesentlichen Teil zustande gebracht, der in den Artikeln 14, 15 und 16 niedergelegt ist. Um aber diese Artikel den verschiedenen Möglichkeiten anzupassen und die allgemeinen Bedingungen in ihren Einzelheiten festzulegen, um ihnen ihre ganze Wirksamkeit zu verleihen, sind ergän­zende Konventionen unentbehrlich. Die bedeu­tendsten Persönlichkeiten des Völkerbundes ar­beiten denn auch seit feiner Gründung eifrig an der Aufstellung solcher Konventionen, die tro ihres obligatorischen Charakters die Souverän.,

ländischer lies deutscher Waren durch­setzen will, uni so eine Besserung der polnischen Handelsbilanz durchzusetzen. Auf dieselbe Linie gehört die auch in diesen Tagen erfolgte Erhöhung der Gebühren eines über sechs Mo­nate ausgestellten Auslandspasses von 500 auf 1500 Zloty! Wohin Polen kommen wird, wenn es diese zwischen ihm und Deutschland aufgerichtete chinesische Mauer weiter lustig er­höht und verstärkt, statt sie abzubauen, ist nicht schwer einzusehen. Denn es ist nur zu richtig, was selbst dieRzeczpospolita", das Organ Korfantys, vor kurzem schrieb,daß zwischen dem polnischen Wirtschaftsorganismus und dem Deutschlands feit Jahrhunderten eine enge Verbindung bestanden habe, deren Ab­bruch für Polen schwere Folgen zeiti müsse". s* ' * " ..........

r Polen schwere Folgen zeitigen Doch das sind schließlich polnische Sorgen, und uns soll es recht sein, wenn die Welt immer deutlicher erfährt, welche Henkers-

dienste das Versailler Diktat dem Frieden und der Kultur in Europa geleistet hat, als es blühende deutsche Lande den Polen überant­wortete. Die Frage der unbedingten Notwen­digkeit einer Regulierung und Revision unserer jetzigen Ostgrenzen kann durch nichts beweis­kräftiger unterstrichen werden.

tät der Völker respektieren. Die darauf gerichte­ten Anstrengungen hätten keineswegs den Keim des Widerspruchs in sich. Sie bedeuteten viel- die Ueberwindung un­geheurer Schwierigkeiten, die eine nach der an­deren überwunden würden. ,

Painleve erinnerte dann

an die Rede Herriots auf der letzten Völkerbundsversammlung, durch die der englische und der französische Stand­punkt einander schließlich näher gebracht wor­den seien und die zu den drei Fundamental­begriffen geführt habe, von denen jeder für sich wie auch ihre Ordnung selbst obligatorisch sei, nämlich Schiedsverfahren, Sicherheit und Ab­rüstung. Niemand habe die Arbeiten der letz­ten Völkerbundsversammlung vergessen, durch die die Lücken zugestopft werden sollten, damit die Gewalt sich nicht mehr freimachen könne. Niemand habe auch die Anstrengungen ver­gessen, um die juristische Definition eines An­griffes zu finden, durch die der Angreifer mit einem Schlag als Feind des Menschengeschlechts bestimmt werden kann, und unvergeßlich seien schließlich die wertvollen Aufstellungen der den Völkerbundsmitgliedern auferlegten Pflichten und wirtschaftlichen und militärischen Sanktio­nen gegen Verfehlungen gegenüber dem Pakt.

Am Schlüsse der letztjährigen Völkerbunds­versammlung habe Paul Boncourt vor der Ver­sammlung erklärt, daß das Genfer Protokoll keine Abänderung, sondern nur ein Kommentar zu dem Völkerbundspakt sei. Damit rechneten die Urheber des Genfer Protokolls auf dessen sofortige Annahme durch die Regierungen. Man dürfe sich weder enttäuschen noch entmutigen lassen, wenn diese Hoffnungen nicht in Er­füllung gegangen seien. Ein Werk, das so sehr von Grund auf die Beziehungen der Völker um« bilden soll, könne nur im Laufe der Zeit durch geduldige und ununterbrochene Bemühungen durchgeführt werden. Die Zustimmung der Völker und der verantwortlichen Regierungen könne nicht durch noch so gute Beredekunst ge­wonnen werden. Wenn die lateinischen und die angelsächsischen Völker aber leidenschaftlich den Frieden verlangen, so werde es auch bei hart­näckiger Befolgung dieses Zieles, wenn auch auf gedrängten Wegen, möglich sein, zu dem gemeinsamen Ziel zu gelangen. Wenn auch das Genfer Protokoll und die Abrüstungskonfe­renz vertagt werden mußten, so seien heute zwischen den meisten am Sicherheitsproblem interessierten Staaten

Verhandlungen im Gange, um zu Verein- barungen oder Schiedsverträgen zu gelangen, die mit dem Völkerbundspakt im Einklang stehen und die Aufrechterhaltung des Friedens sichern. Diese Verhandlungen wären ohne die Vorarbeilen der letztjährigen Völkerbundsver­sammlung zweifellos nicht in dem Geiste aus­genommen worden, in dem sie heute geführt werden. Durch das Ergebnis dieser Verhand­lungen, wenn sie zum Ziele führen, sollen ge- :Hc Nationen, die Völkerbundsmitglieder sind,

Ä analoge Bedingungen untereinander ge­

bunden werden, wie sie das Genfer Protokoll vorsah. Diese Bedingungen sind von dem gleichen Geiste beseelt und unterscheiden sich von dem Genfer Protokoll nur dadurch, daß die Verträge nur für einige Staaten gelter sollen. So werde

der geplante Rheinpakt

nur die Staaten umfassen, unter denen Schwie­rigkeiten entstehen könnten. Hinsichtlich der Schiedsverträge erklärte Painlevè, daß die Schiedsverträge, wie sie vom Völkerbund vorgesehen sind, keine Ausnahme z u - lassen. Ihre Ausführung hänge nicht allein von dem guten Glauben und den Abmachungen der Unterzeichner ab, sondern von dar Garan­tie, die der Völkerbund selbst bietet. Das Sicherheitsproblem stehe also heute unter ande­ren Bedingungen da, als vergangenes Jahr.

Hinsichtlich der

Abrüstung

betonte Painlevë, daß das Sicherheits - Problem vor der Abrüstung geregelt werden müßte. Jede Umkehrung dieser Reihen­folge würde große Gefahren für den Frieden mit sich bringen. Auf einen Hinweis darauf, daß das Protokoll über die internationale Kon­trolle des Waffenhandels bereits von 29 Staa­ten unterzeichnet wurde, gab Painlevè die Anregung, daß die diesjährige Völkerbunds­oersammlung den Entschluß der letztjährigen Versammlung erneuern und den Völkerbunds­rat zur Vorbereitung einer Konferenz zur Her­absetzung der Rüstungen auffordern möge, so­bald nach Auffassung des Rates genügende Garantien für die Sicherheit vorhanden seien

Zur Frage des Beitritts Deutschlands zum Völkerbund

erklärte Painlevë: Es ist wichtig, daß der Völ­kerbund vollkommen die Rolle eines den Frie­den schützenden Organismus spielen kann. Im Jahre 1920 hat der damalige schweizerische Bundespräsident Motta aufs lebhafteste den Tag herbeigewünscht, den wir mit ihm herbei­wünschten, an dem alle Völker dem Völkerbund sich anschließen. Damals zählte die Völker, bundsversammlung 41 Staaten, heute zählt sie 54. Am 12. Dezember 1924 richtete Deutschland an den Völkerbund einen Brief, der die Be­dingungen der Aufnahme in den Völkerbund betraf. Deutschland gab darin seiner Besorgnis gegenüber dem Artikel 16 des Völkerbunds­paktes und der eventuellen Verpflichtung zur Bewilligung des Durchmarsches der Truppen anderer dem Völkerbund angeschlossener Staa­ten Ausdruck. Am 15. März 1925 erinnerte der Bölkerbundsrat Deutschland in seiner Antwort einstimmig an die formellen Bestimmungen zum Beitritt eines Staates in den Völkerbund, die in dem Artkel 1 des Völkerbundspaktes niedergelegt sind. Der Völkerbund versuchte, die Befürchtungen der deutschen Regierung zu zer­streuen und sprach Deutschland gegenüber den aufrichtigen Wunsch aus, es an den Arbeiten des Völkerbundes teilnehmen und damit für die friedliche Organisation eine Rolle übernehmen zu sehen, die seiner Stellung in der Welt ent­spricht. Die Völkerbundsoersammlung schließt sich sicherlich einstimmig diesem Wunsche der Völkerbundsrates an.

Nach diesen Ausführungen erinnerte Pain­leve an die Geschichte der Vereinigten Staaten von Nordamerika. Die Möglichkeiten zur Her­stellung eines dauernden Friedens in Europa find heute nicht geringer als sie im Jahre 1867 auf dem amerikanischen Kontinent waren. Die Verwirklichung dieses Friedens fei eine Frage des Wollens.

Painleve sprach zum Schluß seiner Rede den Gedanken aus, daß der Völkerbund und Ame­rika bereits heute zur Zusammenarbeit zum Wohle der Menschheit berufen sei.

Eckener über die Aufgaben der deutschen Luftschiffahrt.

Magdeburg, 7. Sept. Ein Berliner Vertreter derMagdeburgerZeitung" hatte am Sonntag Gelegenheit, Dr. Eckener persönlich davon Mit­teilung zu machen, daß die Zeppelin-Eckener- Spende derMagdeburger Zeitung" die ersten 10000 M. überschritten habe und daß nach der augenblicklichen Gebefreudigkeit zu schlie­ßen, das Ergebnis der Sammlung sich weiter günstig gestalten würde. Dr. Eckener äußerte große Freude hierüber und betonte aber auch, daß er noch sehr viel Geld brauche, um das Werk zu erhalten und fortführen zu können.

Mindestens vier bis fünf Millionen sind notwendig,

so fuhr Dr. Eckener fort, um die Werft und ihr geschultes Personalzu er­halten. Die Gefahr ist akut, daß unsere