Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

200. Iahrqanq.

SanauerW Anzeiger

General-Anzeiger für die Kreise Kana« Stadt und Land.

Erscheint täglich mit Ausnabcur der Sonn- und Reiettaae. / Fernlorech-Anschluß Nr. 1237 und 1238.

Erfüllung,ort und GrriHt,stand für beide Teile ist Hanau. Bei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streit usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. Für Platzvorschrift und Erscheinungstag« der Anzeige wird keine Gewähr geleistet.

S<1 M*»**** bür den halben Monat 1 Reichsmark, für den ganzen Monat 2 Reichsmark ohne Trâgerlohn. Einzelnummer 10, Freitag und Samstag 12 Reichspfennig. Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 Reichspfennig, im Reklameteil von 68 mm Breite 25 Aeichspfermig. Offerten gebühr: 60 Reichspfennig. Geschäftsstelle: Hammerstraße 9.

HM^^Sr^^^^ ..........--.......... - - . ------------------- . - . . - , - ......- . -------

Nr. 203 MoMag Sen 3L August 1925

W MIM in MttWeteiii.

Stockholm, 29. Aug. Von der Weltkonferenz Dr praktisches Christentum wurde heute eine Botschaft veröffentlicht, die folgendermaßen lautet:

Geliebte Brüder und Schwestern in Jesu Christo !

1. Die christliche Weltkonferenz hat hier ver- MÄene Hunderte Delegierte versammelt, die von der Kirche gewählt worden und aus allen fünf Weltteilen gekommen sind, und die die Majorität der christlichen Gemeinschaften ver­treten. Wir bedauern, daß nicht alle vertreten sind. In dem Augenblick, in dem die feierlichen Sitzungen ein Ende nehmen, sen­gen wir eine brüderliche Botschaft an alle Jünger Christi, indem wir sie bitten, sich mit uns im Gebet und Dank zu vereinen und keine Mühe zu unterlassen, um zu erkennen, was die Pflicht jetzt gebietet, und um sie zu erfüllen. Angesichts der lebenswichtigen Fragen und der so überaus ernsten Aufgaben, die unserer Prü­fung unterlagen, haben wir mit einem ge­schlossenen Christentum gerechnet, um Erfolg und wirksame Mitarbeit zu erzielen und auch nicht ihren ganzen Einfluß ausüben.

2. Während fünf Jahren ist diese Konferenz vorbereitet und für sie gebetet worden. Die Welt hat nie vorher eine derartige Konzentra- Hon der christlichen Kräfte innerhalb der Na­tionen und der kirchlichen Grenzen gesehen. Die jetzige Konferenz stellt die notwendigste «M !i: suchen dste Anstrengung dar, um die Jünger des Heilands über das Programm der praktischen Tätigkeit U dsm Gebiete des Lebens unter Zurück­stellung der doktrinären, liturgischen und kirch­lichen Fragen zu unterrichten.

3. Wir bekennen vor Gott und den Men­schen die Jr r t ü m e r und Fehler der Kirche. Wir haben in Mitgefühlen und Liebe -erjagt. In den arbeitenden Klassen insbesondere haben unzählige Seelen, die Ge­rechtigkeit und Wahrheit suchten, sich vom Er­löser entfernt, weil gerade diejenigen, die sich auf ihn bezogen haben, so unvollkommen den Herrn vertreten haben, der mild und demütig Mn herzen ist. Wozu ist nun die Kirche de­ssen? Zur R e u e, aber gleichzeitig zur Z u - "erficht, denn sie besitzt in Gott eine uner- ichöpfliche Quelle.

4. Wir danken unserem Vater. Gestärkt durchdiè erneuerte Gemeinschaft mit «su Christi haben wir unsere Beratungen in Vertrauen und in Menschenliebe geführt. Als wir zusammen das Vaterunser, jeder in der Sprache, die er von der Mutter gelernt hat, gebetet haben, fühlten wir mit Freude, daß die Kirche eine Einheit ist und der Heiland ihr Haupt.

. 5. Der Evangelist Iohannes sagt: Er hat !°m Leben für uns gegeben. Wir müssen auch unser Leben für die Brüder geben. In ge­wissenhafter Befolgung dieses Programms sind wir uns über unsere dringenden Pflichten ®u i sozialem, politischem und i n - '"nationalem Gebiete klar geworden.

6. Auf wirtschaftlichem Gebiet haben wir die Seele als das Wertvollste von allem "Mart. Sie darf nicht als eine Maschine ""-rächtet und in den Besitz eingegliedert wer- "U. Ihr vornehmstes Recht ist das Recht auf fLosung. Namens des Evangeliums haben w>r erklärt, daß das ökonomische Regime sich -^/ ausschließlich auf das Trachten nach per- nuchem Vorteil, sondern auch auf Berück- des allgemeinen Interesses gründen H Die Inhaber des Reichtums ujjen sich als Verwalter Gottes und als ver- ^-wortlich für die Macht betrachten, die ihnen vertraut ist. Nur ein Regime der Zusam - narbe.it zwischen Kapital und in S t wird den sozialen Staat ermöglichen, ^ Arbeitgeber und Arbeiter in der die Mittel finden, ihre weltlichen Auf- ü°ben zu erfüllen.

vir h^ö$ den ökonomischen Problemen haben I o pte fcl)toebenben moralischen und Mo?--»n Fragen in Erwägung gezogen: Cb^oEerung, Arbeitslosigkeit, Lockerung der sind 11 filkoholismus und Verbrechertum. Wir Prnâ °er Ueberzeugung gelangt, daß diese Nida n nr*^ verwickelt sind, um durch indi- Ä r f Anstrengungen gelöst zu werden. Die Gemeinheit muß die Verantwortung

auf diesem Gebiet auf sich nehmen. Wenn die Umstände es verlangen, muß die Gesellschaft im Interesse des Allgemeinwohles dem irre­geleiteten Jndivia lismus einen Riegel vorschieben. Wir haben auch nicht die intimeren Fragen vernachlässigt, die auf dem Gebiete der Erziehung oder im Schoße der Familie oder bei der Berufsausübung durch die tiefgehende Achtung vor der moralischen Persönlichkeit bar Frau, des Kindes und des Arbeiters hervorgerufen worden ist. Die Kirche soll nicht für das Recht des Einzelnen als solchen, wohl aber für das Recht der morali­schen Persönlichkeit eintreten, da alles was Mensch heißt, durch die vollständige Entwick­lung jeder einzelnen Seele reicher wird.

8. Schließlich hat die Konferenz die Prin­zipien des christlichen Internatio­nalismus festgelegt, die sich von dem egoistischen Imperialismus ebenso fern halten, wie von dem indifferenten Kosmopolitismus. Wir haben den universalistischen Charakter der Kirche und ihre uralte Pflicht festgestellt, die Bruderliebe zu predigen, auszuüben. Wir haben nicht vor dem Problem betreffend das Verhältnis zwischen dem indi­

viduellen Gewissen und den Gesetzen des Staates zurückgeschreckt. Wir haben das Rassenproblem, das Schiedsgerichts­prinzip und die juristische Einrichtung unter­sucht, die ein friedliches Mittel bilden sollten, die Veranlassungen zum Kriege zu beseitigen;

Fragen, die bet bert tragischen L^-^' «44te_

ütlla

Nissen der heutigen Zeit unsere Herzen und gwissen sehr nahe berühren. Wir betrachten es als die Pflicht der Kirche, zusammen mit uns dem Abscheu vor demKriege Ausdruck

zu geben und zu erklären, daß der Krieg voll­kommen unfähig ist, die internationalen Zwi­stigkeiten zu regeln. Wir fordern alle Kirchen auf, in Gebeten für die Erfüllung des Bibel­spruches einzutreten, daß unter dem ^Zepter des FriedensfürstenGüte und Treue einander be­gegnen und dis Gerechtigkeit und der Friede sich küssen mögen."

9. Wir streben nicht danach, bestimmte Lösungen zu geben und durch Abstim­mungen unsere brüderlichen Beratungen zu be­kräftigen. Diese unsere Haltung ist nicht nur durch die tiefe Achtung vor der Ueberzeugung der einzelnen Teilnehmer oder der vertretenen Gruppen bestimmt worden, sondern auch durch das Gefühl, daß es die Aufgabe der Kirche ist, ihre Grundsätze klarzulegen, aber dem Ge­wissen und dem Gemeinwesen zu überlassen, sie mit Liebe, Weisheit und Mut zu verwirk­lichen.

10. Wenn aber das Ziel erreicht werden soll, muß die dringende Erziehung des Einzelnen durch die Kirche anerkannt wer­den, so daß er die Möglichkeit der Beurteilung vom christlichen Standpunkte aus erwirbt- Ferner die Erziehung der Kirche durch Stu­dien, Meinungsaustausch und Gebet, damit sie immer mehr in den Stand gefetzt wird, den Gedanken Christi zu erfassen und in , aller Wahrheit durch den Geist der Wahrheit ge­führt zu werden.

11. Wir richten unseren Appell in erster Linie an die Christen. Jedermann soll seinem Gewissen loyal folgend und seine Ueberzeugung im praktischen Leben prüfend die volle Verant­wortung übernehmen, die ihm für die Er­füllung des Willens Gottes auf Erden obliegt. Jeder'Christ, der der eigenen Kirche treu ist, muß gleichzeitig suchen in das Weite, alle christlichen Kirchen umfassende Gemeinwesen ausgenommen zu werden und sich an der w e l t l i ch e n M i t a r b e i t zu beteiligen, die in Erfüllung ihrer christlichen Berufung Prü­fungen und Verfolgungen über sich ergehen lassen müssen. Sie nehmen an Christl Leiden teil. Selig sind die, die um Gerechtigkeit Willen verfolgt werden.. ,, .

12. Obgleich sich unser Appell in erster Linie an die Kirchen richtet, erkennen wir dankbar an, daß wir heute auf viele Verbündete für die heilige Sache rechnen können und auf Die idealistische Jugend in allen Ländern. Wir wissen, in welchem hohen Grade sie die Begeisterung für die notwendige Umformung der sozialen'Ordnung fühlt. Wir wunichen auf das wärmste, daß sie sich um das Banner des Messias und Erlösers rin Rahmen der Kirchs

scharrt. Die Kirche macht Anspruch auf Frei­willige und erwartet von Ihnen, daß sie in den Dienst des Reiches Gottes und der Mensch­heit eintreten. Wir können nicht die For­scher auf intellektuellem Gebiet vergessen, die nach der Wahrheit dürsten. Ihr Beistand ist uns unerläßlich. Da Christus die Wahrheit ist, begrüßt die Kirche Christi jeden Fortschritt der Vernunft und des Gewissens der Menschen. Besonders wollen wir die Lehrer und die Schüler zur Zusammenarbeit einladen, welche auf vielen Spezialgebieten Einfluß und Kennt­nisse besitzen. Namens des Menschensohnes und des Zimmermannes aus Nazareth richten wir

die Botschaft an die Arbeiter der Welt. Wir verzeichnen dankbar die Tatsache, daß gegenwärtig, selbst unter den schwierigen Ver­hältnissen, eine Menge Arbeiter in den ver­schiedenen Ländern in Uebereinstimmung mit den Grundsätzen Christi handeln. Wir be­dauern die Mißverständnisse, die immer noch so viele Menschen von der Kirche fernhalten. Wir sind entschlossen, die Veran­lassungen zu diesen Mißverständnissen zu besei­tigen. Wir teilen die Forderungen der Arbei­ter nach gerechter, brüderlicher und sozialer Ordnung, wodurch die Gelegenheit zu einer Entwickelung in Uebereinstimomung mit den Absichten Gottes gesichert werden soll.

Wir können nicht auseinandergehen ohne die nötigen Dispositionen zu treffen, ein glück­lich angefangenes Werk fortzusetzen. Wir haben deshalb beschlossen, einen Fortsetzungs­ausschuß zu bilden, der den Auftrag hat, die Möglichkeiten weiter zu untersuchen, um die hier formulierten Vorschläge in die Praxis umzusetzen und eventl. eine wei- nz vorzub er ei«

j i v n. Namentlich muß oer Aus'm- öitjrme tun, um weiter die schwierigen Fragen durchzu­denken, die uns hier beschäftigt haben. Ferner müssen mir uns selbst und unsere Kirchen er­ziehen, -eine Selbsterziehung, die den Grund zu jedem weisen Beurteilen und Han­deln bilden soll. Dürfen wir nicht hoffen, daß durch die sich immer mehr verbreitende Ge­meinschaft und Zusammenarbeit von Christen allen Nationalitäten in ein und demselben Geiste unsere Einheit in Christo immer mehr der Welt im Leben und in der Arbeit offenbart werden wird? Laßt uns nicht vergessen, wie die äußere Einigkeit der inneren untergeordnet ist. Je mehr wir uns dem Gekreuzigten nähern, umsomehr nähern wir uns einander. Es war notwendig, daß der gute Hirt starb, um die zerstreuten Kinder Gottes zu sammeln. Das Leben des Wieder­auferstandenen ist es, das die Hoffnung der Welt nährt. Ihm, der überall das tun kann, um das wir beten, chm fei Ehre in der Ge­meinde durch Jesum Christum in aller Zeit von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

DerObserver" zum Sicherheüspaki.

London, 30. Aug. Die Presse sieht in den morgen beginnenden Besprechungen zwischen den juristischen Beratern der deutschen, britischen, französischen und belgischen Regie- rung, dem heute hier eingetroffenen Dr. Gaus, Sir Cecil Hurst, Fromagot und Rollin, mit großem Interesse entgegen. Der Obseroer er­blickt in der Ankunft des glänzenden deutschen Juristen in London den greifbaren Beweis da­für daß der Sicherheitspakt eine ernste un­mittelbare praktische Frage geworden ist. Das Blatt schreibt weiter: Die Besprechungen be­ginnen unter günstigen Auspizien. Dr. Gaus und die alliierten Sachverständigen kennen und trauen einander. Aus dem Zusammenfallen

der Erörterungen über den Sicherheitspakt mit dem Besuch Caillaux sei der keineswegs unver­nünftige Schluß gezogen worden, daß bei den von Churchill angebotenen sehr edelmütigen Bedingungen politische Erwägungen mitspielen.

Im Leitartikel schreibt der Observer, man Hosse, daß Chamberlain, Briand, Stresemann und Vandervelde in etwa 14 Tagen zusammen­kommen können. Mit Klugheit und Vorsicht könnten sie für die Wiederherstellung des europäischen Gleichgewichts und für die'Siche­rung eines langen Friedens eine historische Rolle spielen. Das Blatt weist darauf hin, daß die fähigen Leiter der deutschen Außenpolitik recht hätten, daß sie seit langem für eine per­sönliche Zusammenkunft unter der Voraus- fetzung der Gleichberechtigung zwischen den Vertretern der vier Länder eingetreten seien. Es sei zu hoffen, daß die jetzt hergestellte un= nicht mehr unterbrochen

mittelbare wird. Sie

gemachten deutschen Vor­

schlüge bedeuteten eine riesige Veränderung in den psychologischen Verhältnissen Europas. Der Observer fragt, was Deutschland gewinne, unL antwortet, es atme sicherer. Es werde gegen den Alpdruck der plötzlicken Wiederholung der Ruhrbesetzung gesichert. (Dies müsse eine vitale Bedingung sein, wenn irgendein Pakt abge­schlossen werden soll.) Es trete dem Völker­bund bei unter der Bedingung der Gleich­berechtigung, es gewinne mefjr Freunde und mehr Wohlwollen auf britischer und franmsi- scher Seite, es schlage einen praktischen Weg ein, der am ehesten allmählich zur friedlichen Abänderung der augenblicklichen idiotischen Grenzen im Osten führe. Die britischen Trup­pen würden die Kölner Zone räumen. Deutsch­land könne hoffen, durch die Beruhigung Frank­reichs noch vor 1935 die Freigabe des gesamten Rheinlandes von fremder militärischer Be­setzung zu erreichen. Deutschland könne dem Durchzug französischer Truppen im Interesse Polens nicht ausgesetzt werden, wenn nicht in Europa die allgemeine Ansicht herrsche, daß Polen offenkundig angegriffen wurde. Mit einem Wort, Deutschland werde durch den Sicherheitspakt und innerhalb des Völker­bundes mehr Macht haben, sein Gebiet zu sichern und seine Interessen zu fördern als augenblicklich.

Polen erklärt sich besiegt.

Warschau, 29. August Ministerpräsident Grabskt hatte gestern mit Presse und WntlchaftSvertretern eine Besprechung, in der er u. a. ausführte:

Polen könne ohne einen Handelsvertrag mit Deutschland nicht bestehen, und ein Vertrag müsse unter allen Umstäuden abgeschlossen werden. Die polnische Delegation würde deshalb am 15. Sept. .st^äL erfchefnen, um die Verhandlungen erneut aufzunehmcn. Polen würde indejseu nur l.-.k <.i- trag avschließen, wie cs das Ansehen Polens ver­lange. Grabski kam dann auf die Politik der Bank zu sprechen und bedauerte, datz die Staats­bank die allgemeinen Kredite habe einschränkeu müssen. Die Beschränkungen wären indessen not­wendig gewesen, weil die Banknotendeckung von 60 auf 39, und sogar auf 36 Prozent gefallen wäre. Die Vorwürfe, daß das Budget zu hoch sei und auf eine Milliarde Zloty herabgesetzt werden müsse, seien ungerechtfertigt, sogar falsch und schädlich, weil dadurch die Heere?ausgaben und die Ausgaben für das Schulwesen herabgesetzt werden müßten.

Natürlich wird man in Warschau nicht bescheidener werden, natürlich wird man auch fernerhin seinen Raubinstinkten keinen Zwang antun, natürlich werden Grabkis Erklärungen in Polen sehr schnell wieder vergessen werden, für Deutschland künftiges Ver­halten bleibt aber wertvoll: die polnische Niederlage im Zollkriege ist amtlich ciugestandcue Tatsache.

Zum KapUel Preisabbau.

Leipzig, 30. Aug. Der gelegentlich der Herbstmesse in Leipzig tagende Hauptausschuß des Reichsbundes der deutschen Metallwaren- Jndustrie, der Vertreter aller angeschlossenen Fachgruppen der Metall und Blech verarbeiten­den Industrie umfaßt, hat eine Entschließung angenommen, in der die Bereitwilligkeit des Verbandes und seiner Mitglieder erklärt wird, die Bestrebungen der Reichsregierung für einen allgemeinen Abbau der Preise zu unterstützen. Der Hauptausschuß ersucht die Regierung, den wirklichen Ursachen der Teuerung nachzugehen und macht auf folgende Punkte aufmerksam:

1. Die Steuerlast der Industrie, hervor­gerufen durch die den heutigen Wirtschafts­verhältnissen nicht angepaßten Ausgaben von Reich, Staat und Gemeinden, ist viel zu hoch. Der begonnene Abbau der Steuern kann nur als bescheidener Anfang bezeichnet werden. Es ist auf die Dauer untragbar, daß die deutsche Wirtschaft die vier- bis fünffachen Lasten der Vorkriegszeit auf sich nimmt.

2. Die Zollverhältnisse im Ausland müssen zur Erlangung eines gesteigerten Exportes deutscher Fertigerzeugnisse durch Handelsver­träge zugunsten der exportierenden Industrie grundlegend geändert werden, während die deutschen Zölle auf Rohstoffe, Halbfabrikate und Lebensmittel auf das Mindestmaß zu be­schränken sind.

3. Die Metallwaren-Jndustrie arbeitet nach weislich seit langer Zeit ohne Gewinn. Ein- Preissenkung kann nur erfolgen, wenn eir. Abbau ber Rohstoff -und Halbfabrikatpreise sowie der Löhne und sozialen Lasten noraue geht. Die von der Regierung geforderten Festpreise sind erwünscht, können aber in der Fertigindustrie nicht restlos eingeführt werden, so lange nicht durch stabile Löhne die Voraus-