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200. Jahrgang.

ßanauerS Anzeiger

General-Anzeiger für Sie Kreise Kana« Stadl und Land.

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Nr. 199

Mittwoch den 26. August

1925

Das Neueste.

Die Sanktionsstädte Düsseldorf und Duisburg sind gestern von der Besetzung end- Wltig geräumt worden.

Das tschechische Staatsbodenamt hat den deutschen Kurort Marienbad nunmehr in RMNgsoerwaltung übernommen und so den Raub deutschen Eigentums wahrgemacht.

Der Lohnschiedsspruch im Ruhrbergbau vom 14. August wurde von den vier Berg- arbeiterverbänden abgelehnt.

Die amerikanische Regierung hat die Ein­ladung Chinas zu der Zolltarif-Konferenz, die am 26. Oktober in Peking zufammentreten soll, formell angenommen.

Caillaux'Schwierigkeiien in London

Frei!

Düsseldorf, 25. Aug. Anker völliger leilnahmslosigkeik des Publikums fand heute srüh die letzte französische Wilitärparade statt. Um 9 Uhr marschierte das französische Militär durch die abgesperrlen Straßen der Stadt über die Rheinbrücke. Am 9.45 Ahr verließ der iehle französische Soldat, ein Kavallerist, das rechte Rheinufer.

D u i s b u r g, 25. Aug. Nachdem die fran- psifchen Truppen bereits im Laufe des Montag Duisburg verlassen haben, ist heute der letzte Rest der belgischen Truppen abgezogen. Die Franzosen sind nach Worms verlegt worden, wo sie die bisher dort liegenden marokkanischen Truppen ersehen. Die Belgier zogen über Homberg zum linksrheinischen Besatzungsgebiet. Der Abzug ging glatt von stakten. Mik dem ilufhören der Besetzungskontrolle um Mikter- »schk erschallte von den Türmen sämtlicher Duisburger Kirchen Glockengeläute. In allen isfentlichen Gaststätten erklangen vakerländi-

London, 25. Aug. Caillaux' Unterhand­lungen mit Churchill werden in hiesigen diplo­matischen Kreisen mit lebhaftem Interesse ver­folgt. Wie ich höre, ist bisher wenig erreicht worden. Die offiziösen Communiquès und die französischen Mitteilungen an die Presse be­tonen die Kordialität der Verhandlungen, aber weiter auch nichts. Von bestinformierter Seite wird mir versichert, daß an eine definitive Ver­ständigung bei diesem Besuche Caillaux' noch nicht zu denken ist. Es ist sogar möglich, daß die Verhandlungen vorläufig ergebnislos ver­laufen und daß die beiden Finanzminister übereinstimmen, vorläufig das Resultat eines Besuches Caillaux' in Amerika abzuwarten. Es heißt, daß Caillaux dann sofort nach Washington gehen würde; doch dürsten die Verhandlungen in London, wie Caillaux selbst sagt, noch einen oder mehrere Tage dauern.

Die gestrigen Verhandlungen fanden zwi- chen den beiden Ministern ohne Sachver- tändige statt. Bei dem Diner auf der franzö- ischen Botschaft war außer Caillaux und Churchill auch der Gouverneur der Bank von

England, Norman, zugeqc hervorgehoben wird. Di

;en, was als wichtig

ie Unterhandlungen

drehten sich hauptsächlich darum, ob ein Kom­promiß zwischen der britischen Mindestforde­rung und dem französischen Höchstangebot möglich sei. Eine französische Zahlung von 12 Millionen Pfund wurde besprochen. Aber Caillaux' Einverständnis zu einer solchen Zah­lung gilt als ausgeschlossen. Gegenwärtig soll Churchill bis auf 15 Millionen Pfund herauf-

weist ein Leitartikel derTimes", worin es heißt:

Wenn Deutschland jährlich 50 Millionen Pfund Sterling ans Ausland zahlen kann, soll Frankreich durch seinen großen Touristenver­kehr und seinen Gewinn an Eisen und Kohle in Lothringen wenigstens ebensoviel zahlen können."

Das Blatt glaubt, daß keine befriedigende Lösung ohne eine Konferenz Frankreichs mit seinen beiden Gläubigern England und Amerika erreicht werden könne. Von Interesse ist, daß Caillaux die heute erwartete Ankunft des deutschen Riesenflugzeuges mit der ersten Daweszahlung Deutschlands in Goldbarren als eine ad ocuIos-Demonstration des franzö­sischen Standpunktes, betreffend die Zahlungs­fähigkeit Deutschlands, hinstellt. Das bereits gestern erwartete Flugzeug wurde durch schlechtes Wetter in Amsterdam aufgehalten und wird erst heute in Croyden erwartet.

P a r i s, 26. Aug. Wie derMatin" mit- zukeilen weiß, ist man bei den gestrigen Der- Handlungen zwischen Caillaux und Churchill auf eine Mindestzahlung von jährlich 14 Millionen Pfund Sterling für Frankreich Herunlergegangen. Aber auch dieses Angebot, habe Caillaux erklärt, nicht annehmen zu können, sondern sei bei einem Höchskangebot von 10 Millionen Pfund Sterling geblieben.

Wie dasJournal" aus London meldet,

In diesem Sinne sende ich der gesamten Be­völkerung meine aufrichtigsten Grüße und Glückwünsche."

Das Telegramm an den Oberbürgermeister in Duisburg lautet:

Anläßlich der heute erfolgten Räumung der Stadt Duisburg durch die Besatzungstrup­pen übersende ich der dortigen Bevölkerung meine herzlichsten Grüße und Glückwünsche. Namens der preußischen Staatsregierung gebe ich dem aufrichtigsten Danke Ausdruck für die vorbildliche vaterländische Haltung, die Duis­burgs Männer und Frauen während der schwe­ren mehr als vierjährigen Besatzungszeit vor aller Welt bekundeten. Möge nunmehr das

erklärte Caillaux gest? kreiern gegenüber, daß

lern abend Pressever­

In Paris steht auf dem Concordienplätz das Siandbild derStraßbourg", das vor dem Kriege, schwarz umflort, die Mahnung an alle Franzosen richtete, was es für sie wieder zu gewinnen gelte. Diese Mahnung hat Frucht ge­tragen. Generation auf Generation nahm sie auf Frankreich vergaß niemals, und unser herrliches deutsches ©traffburg ging wie­der in welsche Hand über.

Jetzt bildet das WortElsaß-Lothringen" den Inhalt einer der Inschriften, die die Rück­wand der Feldherrnhalle in München füllen. In tiefer Erschütterung stand ich vor wenigen Tagen davor und las sie alte: jede einzelne ein Land nennend, das uns entrissen ward. Auch diese Jnschrfften sind eine Mahnung, die nie Messen werden darf, solange es noch deutsches Ehr-, deutsches Staats- und deutsches National- empfinben gibt.

Und in dieser Reihe, mitten darin:Rhein Ruhr!" Heute, da das letzte Ausfalltor ^uhrgebiètes, feine Hafenstadt Duisburg I Mhrort geräumt ist, dürfen die beiden letz- ten Worte, damit die ersten jener inhalts­reichen Reihe, geftrichen werden.

. Der erste Schritt! Das ist nicht viel, und weiß Gott, nicht wenig. Noch ist die erste, g nördliche, niederrheinisch-kölnische Zone °?8en den Friedensvertrag von Versailles nicht geräumt. Vor den Toren der jetzt befrei« ran Sanktions-Stätte erinnert dieses immer noch weiter bleibende Unrecht an die begrenzte Mutung dessen, was in den letzten Tagen ge- IL Uud doch! Wir dürfen uns dieses Ge- Mns freuen! Ja, jeder soll es, der sich nicht durch ständigesJndenvovdergrund-Stellen w"s noch fehlt, der besten Stuft für ^harren und Weiterstreben, in Gegenwart und Zukunft berauben will.

Jahre der Besetzung machten, als sei nun alles wieder gut.

Es bleibt dabei, daß die Tatsache dieser Be­setzung und die Art ihrer Durchführung eine schwere Versündigung am Völkerrecht war; daß Deutsche, die kein anderes Vergehen begingen, als gute Deutsche zu sein, wie Vieh behandelt worden sind; daß sie recht- und schutzlos waren gegen jeden Zugriff; daß deutsche Leben nichts galten; daß wirtschaftliche Werte völlig zweck- und nutzlos verschleudert und vernichtet wurden in einem Umfange, den man sich offenbar im übrigen Deutschland, vom Ausland ganz zu schweigen, nie richtig vorgestellt hat. All das und noch vieles mehr kann nicht vergessen werden. Dafü r b le ib t un s d i e G eg e n« feite verschuldet, bis ein Ausgleich gefunden ist. Das braucht, und wenn irgend möglich, soll nicht ein Ausgleich fein nach dem Worte:Auge um Auge, Zahn um Zahn!" aber ein Ausgleich früher oder später, bei dem in irgendwelcher Form Gesamt- Deutschland zugute kommt, was das jetzt geräumte Gebiet

getragen hat.

Doch so schwer diese Jahre waren, sie ent­hielten auch Großes und Erhabenes von dauernder Wirkung, was kein guter Deutscher je missen möchte. Denken wir gerade heute wieder an das unvergeßliche Schauspiel des Abwehrkampfes in der ersten Hälfte des Jahres 1923, das uns und das Ausland lehrte, welche ungeahnte Kraft -der Vaterlandsliebe., der Ovwrwilliakeit. der Selbfthingabe und der

Lie eine große Lehre der Besetzungszeit nicht sofort nach deren Beendigung wieder völlig in den Wind geschlagen wird: Die Lehre nämlich, daß es Interessengegensätze wirtschaftlicher, so­zialer, politischer und konfessioneller Art zwi­schen Deutschen immer geben wird und nur ein Narr ihr Ausmaß, ihre Bedeutung leugnen kann; daß aber Notzeiten des Deutschtums und

des Staat!

nur zu überwinden sind,

iinn A..? 005 Ruhrgebiet mit denSank- ""Städten" hat Grund zur Freude. Um ."°°!lgem ein-deutsche Angele-

p i t von geradezu entscheidender Bedeu- es sich. Das Ruhrgebiet ist mehr die Sanktionsstädte Duisburg m âhrort) und Düsseldorf sind mehr als L^^ besetzt gewesen ~ ~ '

Seor-Ä den Haß zu schüren, wo auf der den Mm? erntoufte Zeichen eines beginnen« feien 5 3ur Verständigung zu beobachten manJnn über das letztere denken, wie Nern Ä ""^ jeden Fall wollen auch wir dem Sein ZZNNUn-g tragen. Aber auf der andern jalfchen^n ^re ganze Außenpolitik einen jiellunn ^"dalt und unsere gesamte Volksem- würdiae^^u^^Ewahchastiges oder un« weitet . to bekommen, wenn wir ohne tteres einen Strich unter diese

Bei der Defreiungs-

s Wort gefallen, daß jetzt

ungeahnte Mafi vet älermnosl Opferwilligkeit, der Selbfthingabe Staatsgesinnung trotz allen Elends Not noch im deutschen Volke lebt! Und zum an­dern an die Ueberwindung jener erbärmlichen Landesverräter, die gerade Düsseldorf und Duisburg können ein Lied davon singen unter dem Walten französischer und belgischer Bajonette ihr Separationsunwesen mit rohester Gemalt betrieben und doch zerschellten an dem Felsen deutscher Treue und an­ständiger Gesinnung!

Die Räumung des Ruhrgetnetes und der Sanktions-Städte fällt in die Zeit einer ganz Deutschland und zahlreiche Länder darüber hinaus erfassenden wirtschaftlichen Depression. Ihre unmittelbaren Auswirkungen auf die wirtschaftliüsi: Lage des Ruhrgebietes wolle man darum nicht überschätzen. Man unter­schätze aber andererseits nicht ihre Bedeutung auch in dieser Beziehung, namentlich nicht auf weite Sicht! Sie bedeutet die unentbehrliche Voraussetzung, die conditio sine qua non für jene Befriedung an unserer Westgrenze, ohne die eine wirkliche Erholung des rheinisch-west­fälischen und damit des gesamtdeutschen Wirt­schaftslebens dauernd unmöglich ist. Diese Er­holung ist aber auch nur dann möglich, wenn

und aller

wenn alle Beteiligten das Bewußtsein von etwas Höherem, Größerem in sich tragen, was uns darüber hinaus eint und einen muß, wenn wir nicht zu Grunde gehen wollen. Dieses Höhere und Größere ist die Rücksicht auf das Ganze und das, G e s a m t w o h l, das heute Opfer verlangt' und nicht vermehrtes Wohl­leben einzelner und ganzer Schichten bei gleich­bleibender oder gar geminderter Leistung ge­statten kann.

Der Abzug der Besatzung darf kein Frei­brief für nunmehr ungezügelten Streit zwischen Deuffchen sein. Er darf nur in einem Punkte den Weg zur Freiheit weisen: zur Frei­heit, dem Vaterlande dienen! Wer das nicht will, muß erfahren, daß wieder deutsche Staatsautorität bis zum Rheine gilt. Bis zum Rhein! Die erste ©tappe ist er­reicht. Nun geht es um die zweite. Nun gilt es nicht zu rasten und nicht zu ruhen, bis auch d»s WortRhein" -aus den Tafeln der Münchener Feldherrnhalle gestrichen werden kann.

Glückauf!

Glückwünsche des Preußischen Winrsterpräfidenten.

Berlin, 25. Aug. Anläßlich der nunmehr erfolgten Räumung der Städte Düsseldorf und Duisburg schickte der preußische Ministerpräsi­dent Braun an den Oberbürgermeister der bei­den Städte Glückwunschtelegramme. Das Tele­gramm an den Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf hat folgenden Wortlaut:

Die erfolgte Räumung der Stadt Düssel­dorf gibt mir eine willkommene Gelegenheit, Ihnen namens der preußischen Staatsregie­rung den herzlichsten Dank zu übermitteln für die ' unverzagte treudeutsche Gesinnung, die Düsseldorfs Männer und Frauen in schwerer, mehr als vierjähriger Besatzungszeit in vorbild­licher Weise bewiesen haben. Ich gebe dem leb­haft empfundenen Wunsche Ausdruck, daß nun­mehr das Wirtschaftsleben der Stadt Düsseldorf sich neu und ersprießlich entwickeln möge. Möge es auch dem zielbewußten Zusammenwirken aller behördlichen und privaten Stellen ver­gönnt sein, die wirtschaftlichen Nöte und Sor­gen, von denen große Teile der Bevölkerung bedrängt sind, zu lindern.

Wirtschaftsleben Duisburgs sich nunmehr neu und glücklich entfalten und möge es namentlich den vereinigten Bemühungen aller staatlichen, kommunalen und privaten Stellen gelingen, der wirtschaftlichen Not, unter der die weitesten Kreise der Bevölkerung zu leiden haben, Herr zu werden."

Notschrei des besetzten Rheinlandes aus der Weltkonferenz.

Stockholm, 25. August. In der Aussprache über das Thema:Kirche und internatioale Bestehungen" erklärte der Vertreter des evangelischen Nhcinlandes, Gencralsuperintendent Klingemann-Koblenz int Ein­verständnis mit vielen Konferenzmitgliedern, er sei un Ziel der Völkerverständigung mit der gesamten Konfe­renz einig, aber es sei unmöglich, eine Verewigung der gegenwärtigen Zustände des Völkerlebeus mit der Vor­arbeit für das Reich Gottes in Einklang zu bringen. Der Redner erklärte:Wir können an den nahen Zustand des wahren Friedens nicht glauben, solange dem deutschen Volke die Segnungen des Friedens vcr- sagt bleiben. Die Katholiken und Protestanten desRhein- landes würden es nicht verstehen, wenn das Verlangen nach Befreiung von dem inneren und äußeren Drucke nicht taut soüroen. Die. uns acherlesterrAKHMMy stellen das deutsche Volk gleichsam unter Strafe. Wir möchten Liebe predigen, aber es wird uns unendlich schwer gemacht. Vergebens warten wir und mit uns das ganze entwaffnete Deutschland auf die allgemeine Entwaffnung. Der Völkerbundsgedanke ist nicht zu unterschätzen, aber es ist unmöglich, in der gegenwär­tigen Gestalt des Völkerbundes eine religiöse Kraft zu erkennen. Der Völkerbund ist z.Zt. der Bürge eines unerträglichen Zustandes. Der Schutz der deutschen Minderheiten wird weiterhin versagt. Wir verlangen nicht äußere Hilfe, aber Gerechtigkeit der Urteils und Würdigung unserer besonderen Lage.

Raub deutschen Eigentums in der Tschechei.

Marienbad unter tschechischer Zwangs­verwaltung.

Prag, 25. Aug. Das tschechoslowakische Staatsbodenamt' hat den deutschen Kurort Marienbad nunmehr in Zwangsverwaltung übernommen, ohne die Eigentümer, das deutsche Prämonstratenserstift Tepl, hiervon rechtzeitig zu verständigen. Die Amtsräume, Kassen, Gelder, Bücher, sowie das gesamte,In­ventar wurde von einer staatlichen Kommission übernommen bezw. beschlagnahmt. Der Ober­direktor des Stiftes würde sofort abgesetzt. Der Beamtenschaft wurde in tschechifcher Sprache mitgeteilt, daß sie von nun an der Zwangsver­waltung unterstehe. Als Zwangsverwalter wurde ein Ingenieur Bogumil Rybin aus Prag eingesetzt. Der Erlaß, mit dem die Be­schlagnahme ausgesprochen wird, besagt, daß der Bäderbetrieb gefährdet sei und daß die Uebernahme des Inventars von der Kurpacht­gesellschaft nicht der Gerichtsordnung ent­sprochen habe. Es bestehe die Gefahr, daß dis Bädereinrichtungen verschleppt und daß sich das Bodenamt im Herbst geschädigt sehen könnte. Die Zwangsverwaltung wird bis, zur Uebernahme der beschlagnahmten Objekte durch den Staat dauern. Die Erregung' unter der deutschen Bevölkerung, die ihren Arbeits­platz gefährdet sieht, ist groß.

Marienbads Protest.

Das Stift Tepl und die Stadtgemeinde Marienbad haben nach einer Meldung der Voss. Ztg." aus Prag gegen die ungesetzliche Verhängung der Zwangsoerwaltung Protest erhoben und die Verhängung nicht zur Kennt­nis genommen. Die Erregung der Marien­bader Bevölkerung über das Vorgehen de« tschechischen Bodenamts ist sehr groß, zumal bin Ersetzung der deutschen Angestellten und Be­amten durch tschechische in Kürze zu befürch­ten ist.

Reparattonszahlung auf dem Luftweg«

London, 25. August. Ein Iuukerflugzeug, bas heute früh auf dem Flugplatz in -Croydon landete, brachte Anteilvücke der deutschen Reparationsanleihr im Wer! -. yyii ügSOOOO Pfund Sterling mit. Di«

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