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200. Jahrgang.

Kanaue

Anzeiger

GeneraL-AnZeigbr für -ie Kreise Kanau Sladl und Sand

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M. 198

Dienstag den 23. August

1923

Aebergabe Oer Pakluole

Berlin, 24. Aug. Der französische Bok- schasker De Margerie hat heute nachmittag um z llhr den Reichsminister des Auswärtigen Dr. Stresemann ausgesucht, um ihm die fran- S Antwortnote in der Sicherheitsfrage zu ben. Die Note wird zunächst im Aus­wärtigen Amk übersetzt und geprüft. Das Reichskabinett tritt morgen vormittag 11 Ahr tu einer Sitzung zusammen, in der es voraus­sichtlich auch zu einer Besprechung der Noke kommen wird. Die Noke kann mit Rücksicht auf ben von der französischen Regierung ausge­sprochenen Wunsch erst am Freitag vormittag oerösswklichk werden und zwar gleichzeitig in Berlin und den anderen* Hauptstädten.

Die Begleitumstände unter denen die Briandnote nun endlich in die Hände unseres Außenministers gelangt ist, erscheint wenig geeignet, die für eine schiedlich-friedlche Dis­kussion wünschenswerte Atmosphäre zu schos­sen. Immer mehr verstärkt sich der Eindruck, daß die französische Regierung mit allen Mit­teln der passiven Resistenz die mündliche Aus­einandersetzung nach Möglichkeit zu verzögern sucht. Um jede Absicht zu verschleiern, hat sie NN Boraus sich der Zustimmung der Alliierten zu sichern verstanden. Nicht gelungen ist es ihr, durch ein besonders feierliches Arrangement die Notenübergabe zu einem interalliierten Pakt chustempeln. Herr de Margerie hat sich dazu »stèhen müssen, dem Außenminister das Do- taent in der allgemein üblichen Form zu überreichen.

Bisher war es diplomatischer Brauch ge- Asen, daß eine derartige Note spätestens 24 staben nach der Uebergabe der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Don dieser Uebung soll nun diesmal abgewichen werden, und man "ird so. das seltsame Schauspiel erleben, daß die Veröffentlichung erst nach drei Tagen, also M Freitag früh, erfolgen wird. In Deutsch- Md dürfte dieses Verfahren schwerlich Ver- MNdnis finden, da man für eine solche wei­tere Hinauszögerung triftige Gründe nicht fin­den wird. Angeblich soll es dem Absender der Mte vorbehalten sein den Termin der Ve- onntgabe zu bestimmen Vorher las man mders.

Ueber den

Inhalt der Noke

^ar war bisher nichts zu erfahren. Im Aus- Wigen Amt wird fleißig übersetzt und das . caterial für die auf Dienstag vormittag an- ^naumte Kabinettssitzung vorbereitet, die sich

,E der Note beschäftigen wird. Vor- > 'S wird die Reichsregierung im Laufe dieser Woche die P a r t e i f ü h- hJ nacheinander empfangen, und sie von Inhalt der Note in Kenntnis setzen, ebenso nnt ihnen darüber konferieren, welchen die Weiterbehandlung der Sicher- nipn ^:a,2bturn9en einschlagen soll. Anzuneh- «ebenfalls, daß die Reichsregie- den Auswärtigen Ausschuß wird. Sie wird wahrscheinlich 3ntat W ^ge den großen Parteien von dem und den Schritten der Re- Leben, um über sie auf die beruhigend zu wirken. Der l^il des Inhalts dürfte ja schon skin 5^iandische Presse bekannt geworden ml1' "'Hl anzunehmen, daß in der Note Solan nXUc Momente auftauchen werden, kvird Takt der Note nicht veröffentlicht tabisZ ^ auch fernerhin auf aus- siehmen J^ffemformahonen stützen und < ^nseremE^ Frankreich gelungen ist, in der des bahin ^'nen Willen durchzusetzen, der noch Vollkonferenz erst ein- " ander hi» .Sachverständigen unterein« beraten s^r ^rhEsfrage miteinander durch- kannt hi» m . Demgegenüber steht, wie be- 6tQnbnunH^ °us dem

F u 1oaß

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in der .e^ Dollkonferenz in einem ^ Sicherheitsfrage teȀ^

^ fspaft nur aus dem Fuße der Gieich- Unler fit« Berechtigung.

jratifte-"^e<s auf die Bemühungen sicher hx W übergebenen

"terallii-.".ote den Mantel einer

"'liierten Aktion umzuhän-

gen, wird von besonderer Seite mitgekeilt, daß zwischen dem in London geregelten Repa- rationsproblem und dem Sicherheitsproblem ein entscheidender Unterschied bestehe, da die Reparationsverpslichtung Deutschlands im Ver­sailler Vertrag festgelegt fei, während eine Verpflichtung Deutschlands, die Aengste Frank­reichs um seine Sicherheit zu beschwichtigen, nach dem Versailler Vertrag nicht bestehe. Wenn Deutschland sich trotzdem zu der An­regung eines Sicherheitspaktes entschloß, so sei diese Anregung jedenfalls nicht als Erfül­lung irgendeiner juristisch festgelegten Ver­pflichtung anzusehen. Von der Möglich- keik der Auferlegung eines Dik­tats könne daher überhaupt nicht die Rede fein. Die Anregung des Sicher- Heitspakks fei der erste Schritt, den Deutsch- land im Verkehr mit den früheren Feindmäch­ten außerhalb des Versailler Vertrages unter, nehme. Es stehe Deutschland ebenso frei, einen Sicherheitspakt abzuschließen, wie es ihm frei- stehe, in den Völkerbund einzutreten oder nicht einzutreten. Die freie Beteiligung Deutsch­lands bei den Sicherheitsverhandlungen fei daher Voraussetzung, ohne die ein Pakt, der ein freier Pakt zwischen Freien sein müßte, nicht zustande kommen könnte. Deutschland könne auch nicht gezwungen werden, in diesem Pakt weitere Bestimmungen des Versailler Vertrags neu auzuer-

weder die K

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Andererseits stehe aber auch eine Revision des

Vertrages nicht zur Debatte, wenn auch eine Rückwirkung des Paktes auf manche Ver­sailler Bestimmungen, z. B. auf die Besatzungs- frage, nach deutscher Auffassung unausbleiblich

Kein Fortschritt im Sinne der deutschsn Anregung. wie derBerl. Lokalanz." mikzuleilen weiß,

letzten deutschen Note, sie vermeidet jedoch irgendwelche endgültige Stellungnahme, son­dern verweist überall auf die Notwendigkeit künftiger mündlicher Verhandlungen. Eine bestimmte Einladung zu einer Konferenz oder zu einer Zusammenkunft ist jedoch in der Note nicht enthalten. Auch ist, wie das Blatt wissen will, in der langen Unterteilung, die zwischen dem deutschen Außenminister und dem franzö­sischen Botschafter bei der Aeberreichung der Note sialkgefunden hat, eine solche Anregung in konkreter Form nicht gegeben worden. Das genannte Blatt bemerkt, daß es sich nach dem vorläufigen Eindruck bei der Note im wesent­lichen nur um einen formalen Akk zu handeln scheint, der in der Sache selbst keinen Fort­schritt im Sinne der deutschen Anregungen vom S. Februar bringt.

Austritt Dr. Wirths aus der Jentrumsfraktèou.

Stuttgart, 24. Aug. Aus Zentrums, kreisen, die auf dem Stuttgarter Katholiken­tag verlreken sind, wird dem Wolff-Büro die Nachricht bestätigt, daß Reichskanzler a. D. Dr. Wirth aus der Zenkrumsfraktion des Reichs­tages ausgetreten ist, da er die Vergewaltigung der anderen Parteien anläßlich der Abstim­mung des Zolltarifs, die in sozialer Beziehung eine weitgehende Spannung ausgelösk Hal, nicht mitmachen könne Die Zentrumsfraktion des Reichstages wird in einem Rundschreiben ch zu dieser Angelegenheit Stellung nehmen. Dr. Wirth verbleibt jedoch in der Deutschen Zenkrumspartei und bleibt katholischer Poliki-

ker. Ec befindet sich zurzeit in Warienbad.

*

Der Brief Dr. Wirths an die Zen- trumsfraktion, in dem er feinen Austritt aus der Fraktion initteilt, hat folgenden Wortlaut:

Getreu der von mir übernommenen poli­tischen demokratischen Linie im Deutschen Reichstag beehre ich mich, dem Vorstand der Zentrumspartei des Deutschen Reichstags mit« zuteilen, daß ich, außerhalb der Fraktion des Zentrums stehend, mich fernerhin als Vertreter des sozialen und republikanischen Zentrums be­zeichnen werde."

Wie dieGermania" mitteilt, hat der Vor­sitzende der Zentrumsfraktion, Fehrenbach, Dr.

Wirth in einem eingehenden Schreiben geant­wortet, in welchem er die Haltung der Zen­trumsfraktion rechtfertigt. Das Blatt bezeich­net es ferner als sicher, daß kein weiteres Mit­glied der Reichstagsfraktion dem Beispiele Wirths folgen werde. Die Fraktion werde sich zunächst näher über den Fall zu äußern haben, und auch Dr. Wirth dürfte ohne Zweifel in der Oeffentlichkeit eine Begründung feines Vor­gehens geben. Das Blatt verzeichnet dann noch eine Mitteilung aus maßgebenden Kreisen der Partei, nach der man dort keine größeren Fol­gen aus dem Vorgehen Dr. Wirths befürchtet.

In anderen Blättern wird betont, daß der Austritt Dr. Wirths aus der Zentrumsfraktion zunächst nur die Bedeutung eines Protestes gegen die Fraktionsführung bei der parlamen­tarischen Behandlung der Zoll- und Steuervorlagen habe. Unter Hinweis auf den großen Anhang Dr. Wirths und feinen Einfluß in der Zentrumspartei, vornehmlich in den süddeutschen Wahlkreisen, wird jedoch von den Blättern dem Konflikt zwischen Dr. Wirth und der Zentrumsfraktion große Bedeutung beigelegt und ein w e i t e r e s Umfichgrei- fenderDifferenzenfürmöglichge- halten.

Ausiritte aus Ser Berliner Jeulrumsparlei?

DerVorwärts" veröffentlicht eine Zuschrift aus Zentrumskreisen, wonach in einer stürmisch verlaufenen Delegiertenverjammlung des Provmzverbaudes der

Dr. Luthers WeMonferenzreöe

~ Stockholm, 24. Aug. Bekanntlich hat der Reichskanzler Dr. Luther der Stockholmer Kirchenkonferenz eine Rede übersandt, die er selbst dort gehalten hätte, wenn er durch die politischen Ereignisse nicht am Besuch dieser Konferenz verhindert worden wäre. Die Rede wurde am heutigen Montag in Stockholm ver­lesen. Sie hat folgenden Wortlaut:

Das äußere Leben der zivilisierten Mensch­heit und rückwirkend fast der ganzen Mensch­heit wird seit Jahrzehnten durch die ungeheu­ren Fortschritte der Technik beherrscht. Die Umwälzungen sind am tiefsten da, wo die Form der Großwirtschaft sich entwickelt hat. Dort sind die einzelnen Arbeiter, sowohl die Handarbeiter, wie in der großen Mehrzahl auch Kopfarbeiter, in dopptzlter Weise anders ge­stellt, als früher; ich möchte sagen, in doppelter Weise vereinsamt.

Erstens ist ein großer Teil der Arbeiter los­gelöst vom Endergebnis der Arbeit.

Der einzelne ist nur noch ein Glied in einer für ihn meist unabsehbaren Kette des gesamten wirtschaftlichen Enkstehungsvorganges. Dadurch ist im inneren Leben vieler Arbeiter die Grund­lage seelischer Liebe zur Arbeit erschüttert.

Besser daran sind in Großwirtschaftsbetrieben alle die, die das Werk schließlich fertigmachen, also die Monteure und ähnliche Arbeiter. Eine Wendung zu neuer innerer Einstellung zeigt sich auch' bei denen, die eigentlich nicht mehr selbst arbeiten, sondern nur noch eine Maschine, die die Arbeit vollzieht, überwachen und lenken. Bei ihnen kann an die Stelle der Liebe zum Arbeitsergebnis die Liebe zum Werkzeug der Arbeit, eben zur Maschine treten.

Zweitens ist im Großbetrieb der Arbeiter im Regelfall jetzt auch ohne innere Beziehun­gen zum Arbeitgeber, einfach, weil die Zahl der Arbeiter im Verhältnis zum Arbeitgeber dafür viel zu groß ist. Ueberdies ist der Ar­beitgeber vielfach ein juristisches Gebilde, wo­durch die Entperfönlichung der Beziehungen noch deutlicher wird. Freilich gibt es auch im Großbetrieb eine Schicksalsgemein­schaft zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die auch ein neuartiges Verantwortungsgefühl der Arbeitgeber für die bei ihnen beschäftigten Arbeikermassen zur Entwicklung gebracht hat, durch das schon oft bedeutende Wirkungen er­zielt worden sind.

Der Tatbestand der Vereinsamung des Ar­beiters wird dadurch aber nicht behoben. Diese neue Wirtschaftsgestaltung hat mit innerer Notwendigkeit Gegenwirkungen im sozialen und politischen Leben hervorgerufen. Der Fortfall engerer menschlicher Beziehungen zwi­schen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Ver­bindung mit der ebenfalls durch die Gesamt­entwicklung gegebenen Unsicherheit des Brot- verdienstes hat den Zusanlmenschluß der Ar­beiter in den aewerkschaftlichen Organisatio-

Wmdthorstbllnde Berlin-Brandenburg die Mehrheit der Delegierten erklärte, daß sie aus Gewiffensgründe« die Politik des Zentrum» nicht mehr mitmachen können und daher ihren Austritt aus der Zentrumspartei vollzögen.

Räumung von Duisburg.

Duisburg, 24. Aug. Die Stadt Duis- bürg wird am Dienstag geräumt. Wittags 12 Uhr werden die letzten Besatzungstruppen das Stadtgebiet verlassen. Die Besetzungskonkrolle findet um Mitternacht ihr Ende. Duisburg- Ruhrort wird allerdings nicht truppenfrei. Dort bleibt die Schiffahrtskommission zurück, bestehend aus vier Offizeren und 40 Wann. Es wird geprüft werden, ob das Fortbestehen dieser Schiffahrkskommission im Einklang mit dem Londoner Abkommen steht.

Zionifienkougretz.

Wien, 24. Aug. Wie verlautet, hat der Völkische Vollzugsausschuß beschlossen, von weiteren Kund­gebungen gegen den Zionistcnkongreß abzusehen.

Wien, 24. Aug. In Fortsetzung der Debatte über den Aufbau und die Politik in Palästina sprach heute Dr. Gaheu als Vertreter Ungarns. Er wies darauf hin, daß Ungarn neben Sowjetrußland das einzige Land sei, in dem der Zionismus verboten sei. Dies werde auf die Interessiertheit der Judenschaft zurück- gefübrt, wogegen der Redner energisch Protest einlegte. Immerhin seien Anzeichen einer Besserung vorhanden. Zahlreiche leitende Männer der ungarischen Juden­schaft, wie der Exminister Vazsonyi, hatten eine Er- kläruiig abgegeben, daß es Pflicht der einzelnen Juden­schaften sei, an dem Palästinawerk mitzuwirken.

die ganze Fülle der öffentlich-sozialen Maß­nahmen hervorgerufen, wie sie gerade in Deutschland seit der bekannten Botschaft Kaiser Wilhelms I. vom Jahre 1881 als Kranken­versicherung, Alters- und Jnvaliditätsverfiche- rung, Unfallfürsorge und in einer Gestalt, die gerade jetzt immer bestimmtere Umrisse ge­winnt, als Erwerbslosenfürsorge ins Leben trat. Wenn diese Entwicklung in anderen Län­dern zum Teil noch nicht so fortgeschritten ist, so kann man die Ursachen immer in einer ver­schiedenen Natur der Dinge finden. Entweder ist die Großwirtschaft noch nicht so weit vor­geschritten, oder aber es handelt sich, wie bei den Vereinigten Staaten von Amerika, um Länder, die noch kejne Ueberbevölkerung haben und in denen deshalb trotz der Möglichkeit vor­übergehender Erwerbslosigkeit doch grundsätz­lich die Nahrungssicherheit des Einzelnen viel größer ist als in den übervölkerten Ländern. Dazu kommt eine anscheinend in gewissem Umsang vorhandene wechselseitige Vertretbar­keit politischer und sozialer Rechte. Wo sich die allgemeine Demokratie schon vorfand, ehe die Großwirtschaft entscheidend in das Leben der Menschheit eingriff, konnte sehr wohl das Vorhandensein weitgehender politischer Rechte sich als ein gewisser Ausgleich für die sozialen Gefahren der Großwirtschaft erweisen, wäh­rend umgekehrt

der geringere Ausbau politisier Rechte des einzelnen die ganze Stoßkraft der neuen Ver­hältnisse zu sozialen Lösungen drängte.

Ist solche Betrachtungsweise richtig, so muß man folgern daß in großem Ausmaße an die Stelle früherer menschlicher Beziehungen des Arbeiters zu seinem Arbeitsergebnis und zu fei« nem Arbeitgeber eine große politische und be­sonders soziale Form getreten ist.

Dieser Ersatz bezicht sich indessen nur auf die äußere Seite der früher allgemein inneren Beziehungen. Er bietet keinen Ausgleich für die ungemeine Kraft der Liebe, die früher in den erwähnten Verhältnissen lebendig war. Nun ist Liebe im allgemeinen menschlichen Sinne ihrer Natur nach auf einen engeren Um­kreis des Miterlebens begrenzt. Gewiß wachsen hohe Ideale, wie die Vaterlandsliebe, über die­sen engeren Kreis hinaus. Auch die allgemeine Menschenliebe, die trotz schwerer Niederschläge in einem großen Unterstrom des Geschehens sich immer starker entfaltet, ist sicher eine seelische Begleitkraft besonders der neuen sozialen Ge- bilde. Je größer indessen der Umkreis wird, der einer inneren Lebendigmachung durch see­lische Beziehungen bedarf, um so deutlicher wird, daß die Quelle hierfür nur im Religiösen gefunden werden kann.

Alles soziale Handeln, das sich auf Religio« ausbaut, hat den festen, unerschütterlich festen