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200. Jahrgang.

SalmuerV Anzeiger

General-Anzeiger für die Kreise Kanan SZaHt nnö Land.

Erscheint täglich mit Slusnabae der Sonn- und Feiertage. / Fernivrech-Anschluß Nr. 1237 und 1238.

B«,»g»pr«i»r Für den halben Monat 1 Retchrmart, für den ganzen Monat 2 Reichsmark ohne Trigerlohn. Einzelnummer 10, Freitag und Samstag 12Reichspfennig. Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 Neichspfennig, im Retlameteil von 68 mm Breite LS Retchspfennig. Offertengebühr: 50 Reichspfennig. Geschäftsstelle: Hammerstraße 9.

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Nr. 196

Samstag den 22. August

1925

Die ZegBelWer« WMsW«.

Dr. Erkner über die Zukunft des Luftschiffbaues. Die Fesseln des Versmlter Diktats.

Iriedrichhafen, 21. Aug. DerZeppelin- /ongern hatte für heute vormittag die zur Feier des 25jährigen Bestehens der Zeppeliu- luftschiffahrt erschienenen Gäste zu einer Be- jchtigung seiner Werke, zu einer Vorführung einer neuesten Erzeugnisse sowie zum Besuch ms Zeppelinmuseums eingeladen. Nach der Besichtigung erfolgte eine Fuchsjagd von sieben Freiballons. Bei dem von der Stadt Friedrichshafen im Kurgartenhotel gegebenen Frühstück hielt Dr. Eckener eine Rede über die Zukunft des Luftschiffbaues. Er betonte zunächst, daß es trotz der Bedenken gegen Festlichkeiten in der heutigen Zeit nütz- ich und wohltätig fei, in einer Erinusrungs- eier vor Augen zu führen, daß der Luftschiff­bau Zeppelin eine Geschichte, und zwar eine dramatische, hinter sich hat. Vielleicht wird diese Feier eine gewisse Bedeutung auch für das deutsche Volk haben, das an der fast legendären Gestalt des selbst bei den schwersten Schicksals- schlägen nie verzagenden Grafen Zeppelin sich lufrichten und in seinen heutigen Nöten von hm lernen möge, daß der Glaube an sich selbst dnd an seine Mission und sein unverzagtes Weiterarbeiten endlich einmal die Geschicke Heistern und zum Siege führen muß. Ueber« Hitfi man im ganzen die Geschichte des Zeppe- inschen Werkes, das in technischer und finan- yeUer Hinsicht in den letzten Jahren von der Substanz gelebt hat, so sieht es fast so aus, als Ä sie nach harten Kämpfen und Ringen heute 8 höchster Tragik sich vollenden sollte Die Mee droht mit ihrem Siege und durch ihren Sieg zum Erliegen zu kommen, denn sicherlich ist es gerade die Lebens- unb Leistungsfähig­keit des Zeppelinschiffs, dem die Besorgnisse mb Maßnahmen der feindlichen Politik gelten. Ser Redner erinnerte an die Lebhaftigkeit der geppelinschen Idee und betonte eindringlichst, » das erste Schiff des Grafen im wesent­lichen in der Konstruktion und Ausführung hem noch heute üblichen Typ glich, und daß es nne unvergleichliche Leistung war, diesen star­ken Luftriesen gegenüber den Zweifeln und unsèindungen der Welt durchzusetzen. Was andm an Baumeisterkunst und Routine all- mhlich hinzugetragen haben, ist nur von se- âdärer Bedeutung. 1909 und 1910 begann >ann

der Wettstreit mit dem Flugzeug.

Die Meinung eines großen Teiles der Welt v« jetzt die, daß das Luftschiff seine Rolle "usgespielt habe, wo sie kaum begonnen hatte, über das Luftschiff hatte, was wenig bekannt ^>r, feine Leistungsfähigkeit in eben dem Maße gesteigert wie das Flugzeug. Es war um Instrument geworden, das den Luftver- lchr großen Stils über weite Entfernungen "Mn geeignet war. Es galt nun, den Be­weis hierfür der Welt nach dem Kriege zu er- 'U'gsn. Aber das tragische Geschick, fr

h9^ Aber das tragische Geschick, das über ?^erke schwebte, hatte es anders be- E , Die Verfügungen der Entente ver- N"ten die Erbringung des Beweises. Zum

M°le türmten sich jetzt Hindernisse r 6er Durchführung dieses Werkes auf. Aber L°l.stnd es p o l i t i f ch e. Die Situation M als eine von geradezu grotesker Ko- K> ^r ^!^"au- Die Entente bezeichnete die in'», l l^'lfe, die sie nicht kannte, als nutzlose, m.J® verbrecherische Dinge und lehnte es ab, 8 bauen. Flugzeuge allein sollten exi- »H^^^chligt sein. Uns aber, die wir die Leistungsfähigkeit der Schiffe bhr n' avd ihre Verwendbarkeit im Fernver- eyr erweisen wollen, hindert sie, diesen Be- E n i °» ^âgen. Nun kommt allerdings die lemmnr-'L.in diesem etwas peinlichen Di- plötzlich auf den Einfall, Starrluft- i° ° n mehr als 3 0 0 0 0 Kubik-

" Inhalt als Kriegsfahr- u verbiete n. Mit dieser Entschei- wie e "^t einmal dem formalen Recht, toeVln [^btiif) aus dem Diktat von Ver- biefes D? sollte, Rechnung getragen; denn be®Qf bestimmt nur, daß die keine Q Macht Deutschland sagt aâr besitzen darf, befk er Nichts über den Privat- Koteftiert 11 f t f cf) i f f e n. Der Redner hob daae^n ^st" gegen die Schuldlüge und er- ^uftschmn» , Zuspruch, daß man den deutschen im Interesse"°Ä friedlichen Zwecken reile menschlicher Kultur dienen könnte.

als Kompensationsobjekt oder dergleichen sich ausersehe, denn es ist nicht wahr, daß das Luftschiff heute noch als Kriegsinstrument in Betracht käme gegenüber den modernen Flug­zeugen mit ihren modernen Angriffswaffen, wenigstens für absehbare Zeit in Europa, wo wir nicht über Helium verfügen. Damit fällt auch die zweite Fiktion, die in Verbindung mit der ersten dazu dienen sollte, uns den Bau von Großluftschiffen zu untersagen. Wohl aber ist

das Skarrluftschiff geeignet, ein ganz un­vergleichliches Verkehrsmittel für große Entfernungen zu werden.

Wir haben einen kleinen Beweis dafür erbrin­gen können durch die Fahrt nach Amerika, die, wie Sie wissen, spielend und mit absoluter Sicherheit durchgeführt wurde. Es ist nicht an­zunehmen, daß ähnliche Lestungen in naher Zukunft von Flugzeugen ausgeführt werden können. Es müßten dazu schon neue Kraft­quellen gefunden werden anstelle der jetzigen Benzinmotoren. Aber selbst wenn die Flug­zeuge einmal das Weltmeer überfliegen könn­ten, wäre das Luftschiff damit nicht abgetan, denn die Annehmlichkeit des Reifens im Luftschiff ist viel größer als im Flugzeug. Wenn man Einwendungen ge­gen das Lufschiff macht unter Hinweis auf den gewaltigen Apparat, den es erfordert, so kennt man die Erfordernisse im Luftschiffbetrieb nicht; so weiß^nan nicht, wie gering verhält- m .......... KâK kapitals und aus den Landungen ergeben im Vergleich mit den reinen Fahrtkosten, und weiß auch nicht, wie groß gegenüber der Ausgaben die Einnahmen sind. Wenn man aber Beden­ken hinsichtlich der Schwierigkeiten beim Lan­den äußert, so geht man da von ganz falschen Voraussetzungen aus. Man denkt gewöhnlich an einen Verkehr von jedem beliebigen Ort aus und über beliebige Strecken. Ich war immer der Meinung, daß die Auswahl meteo­rologisch geeigneter Landungsstationen und die Wahl geeigneter Strecken Vorbedingungen für einen regelmäßigen Luftschiffverkehr bilden, daß aber bei Erfüllung dieser Vorbedingungen sich Verkehrsmöglichkeiten mit dem Luftschiff von ungeahnter Trag­weite ergeben.

Weiter betonte Redner die Eignung des Luftschiffes als Vermessungsschiff und fuhr fort: Eine sehr bedeutungsvolle Aufgabe fällt dem e

Luftschiff als wissenschaftliches Forschungs- inskrument zu. Rach dem Urteil der arktischen meteorolo­gischen und fahrtechnischen Sachverständigen ist das Polargehiet, das gegenwärtig im Vorder­gründe des Interesses steht, für eine Ausschlie­ßung durch das Luftschiff sehr geeignet. In der Tat wird man im Zeppelin tagelang über der Arktis zufahren und Zwischenlandungen vor- zunehmen imstande sein und ebenso bequem wie erfolgreich das Polargebiet durchforschen können. Es wird nicht mehr eine Quelle von Strapazen und beständiger Lebensgefahr sein, die Arktis zu durchfahren, um schließlich nur mit mäßiger Ausbeute oder gar unverrichteter Dinge knapp gerettet heimzukehren. Es wird vielmehr ein Genuß sein, über die Eisfelder in der ununterbrochen strahlenden Sonne ruhig dahinzusegeln und mit der Kamera schauendem Auge in wenigen Tagen mehr aufzuzeichnen und festzuhalten als Hunderte von mühseligen Schlittenexpeditionen in Jahrzehnten heimzu­bringen vermochten. Wenn die Nordpolfahrt mehr als ein ehrgeiziger Sport, wenn sie eine Unternehmung im wissenschaftlichen Interesse ist, dann muß das fahrbereit daliegende Luft­schiff mit herangezogen werden. Sollen diese Aufgaben und Möglichkeiten alle unerfüllt bleiben, weil man übereingekommen ist, Zeppe­linluftschiffe wider besseres Wissen für Kriegs­waffen zu erklären, und weil man ferner über­einkam, das deutsche Volk als Verbrechervolk zu erklären, dem man Waffen nicht in die Hand geben dürfe?

Es soll zum mindestens eine Erfüllung um viele Jahre hinausgeschoben werden, indem man Deutschland in der Entwicklung ausfchal- tet, das allein große Erfahrungen auf dem Ge­biete des Starrluftschiffbaues besitzt und das vor allen Dingen den Willen und den Ehrgeiz hat, die Kunst dieses Luftschiffbaues in natio­

naler Tradition zu vollenden. Ich glaube nicht, daß es die Absicht der Entente sein kann, diese Politik zu verfolgen, wenn sie nicht lediglich die Interessen der Kulturmenschheit schädigen will, ohne sich selbst einen direkten Nutzen da­durch zu bringen. Wenn irgendetwas der Zu­samenarbeit der Nationen dient, so ist es ge­rade der Luftschiffbau, der ohne ein gemein­sames Vorgehen undenkbar ist. Ich bin also sicher, daß man mit Rücksicht auf den allge­meinen Kulturfortschritt von der gänzlich zweck­losen Drangsalierung des deutschen Luftschiff­baues abkommen wird, wenn ein Gesuch an sie gestellt wird, den Bau eines großen wissen- schattlichen Expeditionsluftschiffes zu gestatten. Deshalb faßten wir in Ausführung einer alten Idee des Grafen Zeppelin den Plan,

eine wissenschaftliche Polarfahrt mit dem Luftschiff

zu unternehmen. Es ist selbstverständlich, daß durch eine solche Polarexpedition nach unserer Meinung mehr als bloß wissenschaftliche Er­gebnisse heimgebracht werden sollen, nämlich Erfahrungen und Beweise für die Eignung des Zeppelinluftschiffes im Fernverkehr. Es kann wohl kaum irgendjemand etwas dagegen einzuwenden haben, wenn wir solche Erfah­rungen im Interesse der Kulturmsnschheit da­bei machen wollen. Je größer also die angeb­liche Skepsis in gewissen Kreisen bezüglich des Zeppelinluftschiffbaues ist, umsomehr sollte man uns die Bauerlaubnis geben. Es wäre ein geradezu absurder Gedanke, daß Kultur­nationen einem möglichen Kulturfortschritt sich lediglich deshalb in den Weg stellen könnten, weil dieser Fortschritt von Deutschland käme. Selbst wenn ein solcher Gedanke hier und da in ganz chauvinistisch eingestellten Kreisen auf­tauchen sollten, muß er von Staatsmännern MM. M wâx teyU das Verantwortungsgefühl gegenüber bet Ge­samtheit der Kulturmenschheit bewahrt haben. Wäre es anders, so würde der Kampf aller gegen alle zum Grundsatz erhoben werden, der nur zu schwerer Beeinträchtigung, wenn nicht zur Vernichtung der abepdländischen Kultur führen könnte.

Um unsere Pläne durchzuführen, und damit das Werk des Grafen Zeppelin zu erhalten und zur Vollendung zu bringen, ist eine Unter­stützung des Luftschiffbaus Zeppelin notwen­dig. Die bisher gemachten Anstrengungen haben das vorhandene Kapital aufgezehrt.

Der Bau des L. Z. 126 hat nur eine vorübergehende Hilfe geschaffen. Ohne ihn wäre schon vor zwei Jahren die Aufrechterhal­tung des Werkes unmöglich gewesen. Wir möchten die notwendige Unterstützung nicht vom Reiche und nicht von der Industrie oder der Finanzwelt erbitten, die bei der überaus schwierigen Wirtschaftslage jetzt auch garnicht imstande sind, hier Hilfe zu leisten.

Wir möchten vielmehr an das deutsche Volk den dringenden Notruf richten, das Werk des Grafen Zeppelin nicht untergehen zu lassen.

Die Zeppelinwerke find im Grunde genom­men aus einem Besitzstück des deutschen Volkes hervorgegangen, aus der Echterdinger Spende an den Grafen Zeppelin und werden geleitet nach Gesichtspunkten, die sich nur aus tiefem Ursprung ergeben, im Interesse der weiteren Entwicklung der deutschen Lustfahrt. Es liegt in der Hand des deutschen Volkes, ob es Opfer bringen will, um sich sein nationales Werk, das einen internationalen Ruf besitzt, zu er­halten. Aber es bedarf nur ganz geringer Opfer, kaum merkbar für den einzelnen, wenn ein jeder mithilft. Wir find arm an Geld und Gut geworden. Aber wahrhaft beklagenswert ist das Volk erst dann, wenn es keinen Pfennig mehr übrig hat für ideale Zwecke und feine geistigen und moralischen Anlagen sich nicht mehr erhalten kann oder mag. Wir müssen entschlossen sein, wie unser Recht so auch unsern Willen zur Betätigung auf wissenschaftlichem und technischem Gebiet zu betonen. Alle wie ein Mann! Nur so werden wir uns im Kreise der Kulturnationen wieder zur Geltung bringen und uns Platz verschaffen, auf den wir ein Anrecht haben. Ich gebe mich der zuver­sichtlichen Hoffnung hin, daß unser Appell an das deutsche Volk nicht ungehört verhallen möge.

Die Aeberreichunq -er Antwvrkncke am Monlaq.

, Paris, 21. Aug. Wie Havas mitteilt, hat der französische Botschafter iU Berlin den Auf­trag erhalt-m, die französische Antwortnote der deutschen Regierung am Montag zu über­reichen. Die Veröffentlichung der Note werde erst am Freitag stattsindem

Das

Programm der Danziger Regierung.

Danzig, 21. Aug. In der heutigen Sitzung des Danziger Volkstags gab namens und im Auftrage des Senates Senatspräsident Dr. Sahm eine Erklärung ab, in der er zunächst namens der noch im Senat verbliebenen Mit­glieder den ausgeschiedenen Senatoren, ins­besondere dem stellvertretenden Senatspräsi­denten Dr. Ziehm Dank aussprach und dann u. a. ausführte:

In schwerer Zeit übernimmt der Senat in einer neuen Zusammensetzung die Geschäfte der Stadt. Die Wirtschaft, mit der das Leben eines jeden Staates auf das engste verknüpft ist, liegt darnieder. Die Arbeitslosenziffer hat eine furchtbare Höhe erreicht. Eine Ursache hierfür ist, wie fast in der ganzen Welt, die allgemeine wirtschaftliche Depression. Die Re­gierung eines Staates muß darauf sehen, daß zu dieser allgemeinen und nur allmählich und langsam zu behebenden Ursache wirtschaftlicher Not nicht noch weitere vermeidbare Belastun­gen der Wirtschaft hinzutreten. Für Danzig bedeutet dies außenpolitisch, daß zum benach­barten Polen ein Verhältnis gefunden wird, das den wirtschaftlichen Bedürfnissen der beiden Staaten vollauf gerecht wird. Der Senat in seiner neuen Zusammensetzung stellt sich aus­drücklich loyal auf den Boden der durch den Vertrag von Versailles geschaffenen Verhält­nisse und zur Ausführung dieses Vertrages zwischen Danzig und Polen geschlossenen Ver­träge und erwartet von der Regierung der Republik Polen Achtung vor der staatlichen Selbständigkeit Danzigs und Anerkennung seines auch völkerrechtlich anerkannten deut­schen Charakters, sowie für die Durchführung WMMMWWWM seine Instanzen unparteiisch und gerecht ihre schützende Tätigkeit gegenüber der freien Stadt Danzig in vollem Umfange ausüben werden.

Die Regienlng wird sich die Wahrung des deutschen Kulturbesitzes angelegen sein lassen und zwecks Förderung von Bildung, Kunst und Wissenschaft ihre kulturellen Beziehungen mit dem deutschen Volke pflegen. Sie wird aber auch jeder nationalistischen Verhetzung, von welcher Seite sie auch kommen wird, ent- gegentreten. Durch die Verträge ist eine enge Verbindung der Wirtschaft Danzigs mit der Polens geschaffen worden. Wir geben dem dringenden Wunsche Ausdruck, daß möglichst bald eine stetige Zollpolitik eingeführt werden kann. Das Interesse Danzigs, das sich hierbei durchaus mit dem' Interesse Polens deckt, er. fordert den beschleunigten, den neuzeitlichen Verkehrsanforderungen genügenden Ausbau unseres Hafens, sowie eine der Wirtschaft förderliche Eisenbahntarifpolitik.

Mit großer Sorge erfüllen uns die Rück­wirkungen, welche die Minderung der äußeren Kaufkraft des Zloty und die von Polen ge­troffenen Abwehrmaßnahmen auf das Dan­ziger Geschäftsleben und auf die Finanzen der freien Stadt Danzig ausüben. Die wichtige wirtschaftliche Funktion Danzigs, den Güter­austausch von und nach Polen zu vermitteln, kann nicht erfüllt werden, solange der Zahlungsverkehr zwischen Danzig und Polen durch gewisse Beschränkungen behindert ist. Der Senat wird sofort mit Polen über eine (Erleichterung auf diesem Gebiete verhandeln und spricht schon jetzt die Hoffnung aus, daß die polnische Regierung im Interesse eines guten wirtschaftlichen Zusammenwirkens die Zahlungsverbote bezw. Erschwernisse für Danzig erleichtern wird.

Ad- e! Krim im Angriff.

Paris, 21. Aug. Nach Meldungen aus Teluan hak Abd el Krim den Vorstoß der fran- zösifchen Truppen in der Gegend von Tsul, der zur Wiedereroberuna einiger verloren gegange­ner Posten führte und von der französischen Presse als glänzender Sieg gefeiert wird, mit einem heftigen Angriff auf Alhucemas beant­wortet. Diese kleine Insel liegt südöstlich Cent« nahe der Küste und ist von spanischen Truppen besetzt. Ihre strategische Bedeutung ist umso größer, als von hier aus die Bucht von Melilla beherrscht und sogar die Stadt Ajidir, das Generalquartier Abd el Krims bedroht werden kann. Die Insel wurde von den Kanonen und Maschinengewehren Abd el Krims unter ein lebhafkesFeuergenommen, sodaß in der Ortschaft Alhucesmas be. trâchtlicher Schaden entstand. Auf spanischer Seite wurden zwanzig Tode gemeldet.