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200. Jahrgang.

General-Anzeiger für die Kreise Kanan Sla-l und Land

Ersâeint täalick mit Ausnab«« der Sonn- und Feiertage. / ^ernivrech-Anschluß Nr. 1287 und 1238.

nzelger

B Mg,ptei»s Für den halben Monat 1 Reichsmark, für den ganzen Monat 2 Reichsmark ohne rrSaerlohn. Einzelnummer 10, Freitag und Samstag 12Reichspfennig. Anzeigenpreise: Für . «zh, tm Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 Reichspfennig, im Reklameteil von 68 mm Breite M Reichrpfennig. Offerten gebühr: 50 Reichspfennig. - Geschäftsstelle: Hammerftratze g.

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Nr. 195

Freitag den 21. August

1925

Das Neueste.

Die Uebergabe der Antwortnote Briands, die noch in dieser Woche erfolgen sollte, ist abermals verschoben worden.

_ In Friedrichshafen begann gestern unter überaus zahlreicher Beteiligung von Ver­tretern aus ganz Deutschland die Zeppelin- Jubiläumsfeier.

Das am 12. August vom Reichstag ge- nehmigte Gesetz über Zolländerungen tritt für ^treibe, Müllereierzeugnisse, frisches Fleisch und Zucker am 1. September, für Wein aus handelspolitischen Gründen erst am 16. Oktbr. und für alle übrigen mit Ausnahme der Ferrolegierungen der Tarifnummer 869 am 1. Oktober dieses Jahres in Kraft. Die erfor­derlichen Ausführungsvorschriften werden rechtzeitig erscheinen.

- In Stockholm fand gestern die konsti­tuierende Sitzung der Weltkirchenkonferenz statt.

Ein deutscher Korrespondent, der sich gegenwärtig im Lager der aufständischen Drusen befindet, bezeichnet die Lage als sehr ernst.

- Präsident Coolidge hat das Abkommen mit Belgien über die Rückzahlung der Kriegs­und Vorkriegsschulden genehmigt.

Verzögerung -er Antworlnote.

Paris. 20. Aug. Die Havasagentur teilt mit, daß die französische Antwortnote zweifels- ohne erst anfangs nächster Woche in Berlin iberreichk werden wird. Mit ihrer Veröffent­lichung sei wahrscheinlich erst in ungefähr acht lagen zu rechnen.

Diese neue Verzögerung, für die Gründe

in Paris von neuem die französische Propa-' Mda ein, um das, was Briand in London nicht erreicht hat, und was sich jetzt aus der Note ergeben wird, zu verschleiern und der deutschen Reichsregierung zu unterstellen, daß sie der Note nicht die Behandlung zuteil werden lasse, die ihr angesichts der Sicherheitsfrage zu­komme. Um diese Berichte glaubhaft zu machen, grübt der Berliner Korrespondent desTemps" alte Kamellen aus und zieht aus der ablehnen­den Haltung gewisser rechtsgerichteter Blätter and eines Teiles der Deutfchnationalen den Schluß, die Innenpolitik beherrsche die Außen- palitik, und das Kabinett Luther-Stresemann werde sich nicht beeilen, die Verhandlungen sortzusetzen. Das ist natürlich albernes ®i Matz. Die Pariser Regierung weiß genau, wie stark die Reichsregierung an der Sicher- Msfrage interessiert ist, und wie sehr sie es dedauern würde, wenn der Inhalt der Note eine Fortsetzung der Debatte unmöglich machen

ie«

"uröe. Das scheint aber nach den letzten, dem auswärtigen Amt zugegangenen Informativ­en nicht der Fall zu sein. In diesen Jnfor- 2®n wird mitgeteilt, daß die Note zirka

Worte umfasse und so gehalten sein werde, die Regierung ohne große Schwierigkeiten s wäre Behandlung der zur Debatte eyenden Fragen herangehen kann. Unklar ' allerdings noch, ob Herr Briand auf die " Deutschland gewünschte große Konferenz Lauern oder eine Aussprache der juristischen sachverständigen oder der Außenminister an- wird. Pariser maßgebende Stellen lassen ^rchblicken, daß sie von einer mündlichen Bc- E"ug der Sicherheitsfrage sich sehr viel ver- Die Note wird als abschließendes betrachtet. Sollte das Dokument sachlich so umfangreich sein, dann wird sich eme ueue Antwort der Reichsregierung N'cht vermeiden lassen.

Um aber die Stellung der Reichsregierung ??nrcherein in ein schiefes Licht zu stellen nr r deutsche öffentliche Meinung gegen die «Utzenpolitik bes Kabinetts zu beeinflussen, ^?naal der Außenminister in sehr st Werse als der Mann Frankreichs hin- ^er bereit sei, so ziemlich alle Wünsche bpr w anzosen zu erfüllen, weswegen er von Die frnmiTr^ m3 ^"rsste angegriffen werde.

Propaganda weiß genau, das der Meldungen Wasser auf die Mühlen semann-Gegner sind, und diesen nur ben te^rn u.m ihren Hetzfeldzug gegen Nebmen'âi??u^uinrnister von neuem aufzu- Giftpfeilen gehört auch jene sich "°chder der deutsche Außenminister tuellen haben soll, an einer even-

iunrbmo^^^^^^^onferenz in Genf teik- man? \ aanad) würde sich also Dr. Streso- Reickqin^ "en Dom Reichskabinett und dem ll)staa ausaearbeiteten Richtlinien zur

25 Jahre Zeppelin-Lüfischissbau.

In Friedrichshafen feiert man in diesen Tagen unter Teilnahme von Vertretern aus ganz Deutschland ein fünfundzwanzigjähriges Jubiläum. Etwas verspätet. Denn der eigent­liche Jubiläumstag war der 2. Juli. An die­sem Tage vor 25 Jahren stieg zum ersten Mal ein Zeppelinluftschiff vom Spiegel des Boden- ees bei Manzell frei in die Lüfte, das sinn- ällige Symbol dafür, daß das Reich der Lüfte ür den Deutschen erobert war. Ein Tag, der wohl eine Feier verdient. Besonders heute, da dieSieger" des Weltkrieges in der Verblen­dung der Furcht und des Hasses und der Rück­ständigkeit das Kulturwerk des Grafen Zep­pelin vernichten möchten, weil sie es nicht selbst fortführen können. Die Feier in Friedrichs­hafen, schlicht und in der still gesammelten Stimmung treuen Gedenkens und zähen Durch­haltewillens möchte weiterhin künden:

Das Vermächtnis des Grafen Zeppelin, das er der Welt hinterlassen hat, darf nicht brutaler Despotenmacht zum Opfer fallen. Es lebt! Es wird leben, a»:ch wenn sie den Stein vor des Grabes Tür fest versiegelt glauben.

Gestern abend war in Friedrichshafen im vollbesetzten Saalbau der Begrühungsabend für die Festgäste, die zu der Zeppelin-Feier an den Bodensee aus dem ganzen Deutschland gekommen waren. Unter den Gästen sah man außer den Führern und Leitern des Luftschiff­baus: Dr. Colsman, Dr. Eckener, Dr. Dürr und den anderen Mitarbeitern, vor allem die

Tochter des Grafen Zeppelin, Gräfin Bran- ÄWÄLiÄ " eine Reihe von alten und wohlbekannten Mit­arbeitern des Grafen, Geheimrat Dr. Hergesell, Baron Basius, den langjährigen kaufmänni­schen Bürochef und Privatsekretär Gras Zeppe­lins, Herrn Uhland, weiter die Mitarbeiter, die auf eine 25jährige Tätigkeit im Dienste des Luftschiffbaus zurückblicken können; außer Dr. Dürr die Obersteuerleute Guldin und Amann; ferner Präsident v. Knilling aus München, Mi­nisterialrat Kälin vom württembergischen Ar­beitsministerium, verschiedene Vertreter des Hauptvorstandes des Vereins deutscher Zei­tungsverleger, darunter den Vorsitzenden des Vereins württembergischer Zeitungsverleger, Direktor Essen, Oberbürgermeister Moericke

deutscher Zi wsitzenden b.

aus Konstanz, Schultheiß Schnitzler-Friedrichs­hafen, Generalkonsul Dr. Wanner und ändere.

Nachdem die Stadtkapelle Friedrichshafen unter' Leitung ihres Dirigenten Siehler das Programm mit einem wuchtigen Fanfaren­marsch begonnen hatte, hielt Dr. Eckener die Begrüßungsansprache, in der er alle die Gäste, die zum Teil aus weiter Ferne gekommen wa­ren, herzlich willkommen hieß. Er begrüßte einige, dem Luftschiffbau besonders nahe­

weiteren Behandlung der Sicherheitsfragen in direkten Gegensatz bringen. Diesen Eindruck will die französische Propaganda mit ihren Tendenzmeldungen in Deutschland hervorrufen.

Zur Beruhigung jener Kreise, die etwa glauben, daß der Reichsaußenminister eigene Wege wandeln wolle, sei gesagt, daß Dr. Stresemann weder seine Zustimmung zu einer derartigen Zusammenkunft gegeben hat, noch die maßgebenden Instanzen der Gegenseite bis­her mit einem solchen Wunsch nach einer Aus­sprache in Genf herangetreten sind. Erst vor kurzem hat das Reichskabinett offiziös Mitteilen lassen, daß irgendwelche Vorkonferenzen, wie etwa eine Besprechung der juristischen S" verständigen oder der Außenminister, von ihm nicht akzeptiert werden könne, weil er sich durch diese Behandlung der Sicherheitsfrage keine Förderung der ganzen Angelegenheit verspreche. Er stehe vielmehr auf dem Standpunkt, daß jetzt, nach Schluß des Notenwechsels, sich eine große Konferenz anzuschließen habe, um die Sicherheitsfrage endlich ihrer Lösung entgegen­zubringen. Die zu erwartende Note wird so­fort nach ihrer Uebergabe Gegenstand einer Kabinettssitzung sein. Möglicherweise wird auch der Auswärtige Ausschuß zusammen­gerufen werden. Vielleicht wird die Reichs­regierung auch die in Berlin anwesenden Fraktionsführer zu sich laden, um sie von dem Inhalt der Note und den weiteren Schritten der Reichsregierung in Kenntnis zu setzen. Die Einberufung des Auswärtigen Ausschusses hängt selbstverständlich von der Tragweite der Note ab. Vorläufig ist sie noch nicht in Aus­sicht genommen.

stehende Persönlichkeiten mit besonders herz­lichen Worten.

Die Hauptansprache des Abends hielt Kom­merzienrat Dr. C o l s m a n. Er gab auf Grund der reichen Erfahrungen seiner langen Tätig­keit im Luftschiffbau Zeppelin ein Bild der Entwickelung der letzten 25 Jahre und zeigte, wie die Führerpersönlichkeit des verstorbenen Grafen alle Schwierigkeiten immer wieder überwunden und alle Kräfte zu wahren ver­stand und seinen Mitarbeitern einzuflößen wußte, daß es sich hier nicht um ein Geschäft, sondern um eine große Kulturaufgabe handle. Er schloß seine von lebhaftestem Beifall aufge­nommene Rede mit zuversichtlichem Ausblick in der Gewißheit:

Wenn der Wille und der Glaube des Grafen Zeppelin alle die Arbeiter erfülle, die letzt fein Werk weiterzuführen haben, dann werden wir an das Ziel kommen, auch wenn wir noch 40 Jahre in der Wüste wandern müssen. Schon ist es uns als hörten wir vom Mast den Matrosen rufen: Landi Landl Es ist unser Vaterland, Deutschland, Deutschland über alles."

Mit großer Begeisterung wurde das Deutsch­landlied gesungen, als Ausdruck dafür, daß alle entschlossen sind, das Werk des Grafen Zeppelin nicht untergehen zu lassen. Nachdem noch als Vertreter des Betriebsrats, Herr Schöb, gesprochen und Stadtpfarrer Schmidt ein warmherziges Gedicht vorgetrag:

aber Sängerbund Friedrichshaf:

ng von H. Schall mit kraftvoller Stimme

M hatte, en unter

pelin-Erinnerungsfilm, der allerlei Ereig­nisse aus der Geschichte des Luftschiffbaues vor Äugen führte, folgte und der Dirigent der Stâdtkapelle trug von lebhaftem Beifall be­gleitet, den Herrn Dr. Eckener gewidmeten Eckener-Marsch" vor. Darbietungen der Stadtkapelle und gemeinsam gesungene Lieder beschlossen den Abend.

Dr. Luther an die Zeppelingesellfchnfl.

Berlin, 20. Aug. Reichskanzler Dr. Luther

hat anläßlich des 25jährigen Bestehens der Zeppelinlustschiffahrtsgesellschaft an Dr. Ecke­ner folgendes Glückwunschtelegramm gerichtet:

" ....... ~ ------ 't sende

ner folgendes Glückwunschtelegramm gi Der Luftschiffbau Zeppelin-Gesellschaft ich zum heutigen Gedenktage des 25j" Bestehens der Zeppelinluftschiffahrt die Herz-

jährigen

lichsten Glückwünsche und Grüße. Das Kultur­werk, das der unvergeßliche Graf Zeppelin und seine bewährten Mitarbeiter schufen, hat bei uns und in der Welt berechtigte Anerkennung gefunden. Ich wünsche und hoffe, daß es ge­lingen wird, das völkerverbindende Werk im Sinne der friedlichen Entwicklung fortzuführen. Glück ab! Dr. Luther.

Wie lockt man Deutschland nach Genf?

Paris, 20. Aug. Man will in Paris unbe­dingt, daß Deutschland erst, wenn die inter­alliierte Militärkommission und die Botschafter­konferenz erklärt haben, daß die Abrüstungs­bedingungen durchgeführt seien, und wenn Deutschland weiter erklärt hat, daß es gegen § 16 keine Einwendungen zu machen hätte, in den Völkerbund ausgenommen werde. Nun ist man sich aber darüber klar, daß dieser bedin­gungslose Eintritt Deutschlands durch ein Zu­geständnis schmackhaft gemacht werden müßte, uno dies will man, wie dasJournal" er­fährt, übrigens in Uebereinstimmung mit einer Agenturmeldung aus London dadurch ermöglichen, dâß man Deutschland Hoffnung darauf macht, es könnte Kolonialmandate er­halten.

Bekanntlich hat bereits Ramsay Macdonald Andeutungen gemacht, daß Deutschland ein Gebiet in Ostafrika bekommen könnte. Daß man in Frankreich dieses Zugeständnis leichten Herzens machen würde, läßt sich nicht behaup­ten, und man wird sicherlich in Paris die Vor­sichtsmaßnahmen ergreifen, in diesem Falle genau festlegen zu lassen, wann die Ueber« Weisung des Kolonialmandats stattfinden würde.

In der früher erwähnten Londoner Mel­dung heißt es ferner, daß Deutschland sich zur Anerkennung des Artikels 16 der Völkerbunds­akte (Durchmarschrecht) um so leichter entschlie­ßen würde, als es später als Mitglied des Völ­kerbundes eine Revision dieses Paraaravhen beantragen könnte

Völlig übergeschnappl.

Posen, 20. Aug. Die in Warschau erschei­nende nationaldemokratischeGazetaPoranna" schreibt neuerdings einen Artikel, der sich in maßloser Wut gegen alles, was deutsch scheint und ist, wendet. Darin heißt es u. a.:

Der verräterische deutsche An­grif f a u f d e n Z l o t y Hal das Maß der Geduld der polnischen Bevölkerung zum Ueber- fließen gebracht. Es gibt jetzt keinen Polen mehr, der nicht racheschnaubend ge­rechte Vergeltung fordert gegen den räuberischen Angriff ans unseren finanziellen Besitzstand. Das Maß ist voll! Wir heben den hingeworfenen Handschuh auf! Das Wort hat jetzt vor allem die polnische Regierung. Ab morgen wird ein rücksichtsloses Einsuhrverbol für alle deutschen Waren erfolgen. Die Indu- slrie-, Handels- und Landwirtschaftsorganisa- tionen müssen im Staaksinkeresse von ihren Mitgliedern den Abbruch aller Beziehungen zu Deutschland verlangen. Eine lebhafte Propa­ganda muß entfaltet werden, um die Deutschen auf allen Gebieten zu boykottieren. Von Putzig bis in die Pinsker Sümpfe, von der Ufern der Düna bis zu den sonnigen Ufern des Dnjcsir, von den Karpathen bis in die nördlichen Mar­ken entringt sich der Brust der ganzen polni­schen Ration ein mächtiger Schrei:Rieder m i k D e u t s ch l an d!"

Zu diesen polnischen Anpöbelungen schreibt dasPosener Tageblatt":DerAnschlag aus den Zloty" das ist das neue F^ldgeschrei. Wenn diese Blätter, die solche Kindereien be­haupten, sich nur ein kleinwenig die ausländische Presse anschauen wollten, so würden sie lesen können, daß dieserAnschlag" auf ganz andere Dinge zurückzuführen ist. Nicht dadurch wird MÄS^

dern dadurch, daß man sachlich die Fehler sucht und sie beseitigt. Im übrigen wird aus War­schau gemeldet, daß der Dollar wieder im Stei­gen begriffen sei, obwohl die Auslandsbörsen ihn zum normalen Kurse notieren. Wer hat denn nun denAnschlag auf den Zloty" be­gangen? Dieser Sturz des Zloty fand nur in Warschau und in Lodz statt, und die anderen Börsen Polens folgten diesen Kursen."

Im Kauplquartier -er Drusen.

Einem Korrespondent derVoss. Zlg." ist es gelungen, nach Rodjal, dem Hauptquartier der Drusen, zu gelangen. Der Führer des dru- sischen Aufstandes, «Sultan Akrasch Pascha, er­klärte dem Korrespondenten, der französische Druck aus das Drusenvolk sei ganz unerträglich geworden. General Sarrail habe sich nicht ein­mal bereit finden lassen, die drusischen Abge­sandten zu empfangen und die Beschwerden gegen den Gouverneur Earbillek entgegen zu nehmen. Gleichzeitig mit dem Berichterstatter trafen in Rodjal die französischen Parlamen­täre ein, die die französischen Friedensbeding­ungen dem Sultan übergaben. Die Drusen sollen danach 15000 Pfund Kriegs­entschädigung zahlen, alle a e s ch ä d i g - ten Kaufleute voll entschädigen und die bei den Kampfhandlungen erbeuteten Waffen zurückgeben. Sultan Akrafch erklärte diese Forderungen für un- annehmbar. Freiwillig werde er die er­beuteten Waffen an die Franzosen nicht zurück- geben. Er verlange mit seinem ganzen Volke nicht nur die Autonomie des drusischen Gebiets, sondern die völlige Unabhängigkeit ganz Syriens und zwar ein freies Parla­ment, eine nationale Regierung, einen König oder Präsidenten als Staatschef und ein eige­nes Heer. Die Franzosen sollten sich damit be­gnügen, ähnlich wie die Engländer im Irak nur als Berater zu fungieren. Wenn Frankreich es wagen sollte, das Drusenvolk anzugreifen, er- klärke der Sultan, werde in ganz Syrien ein Aufstand ausbrechen. Die Stadt Sueida, wohin der Korrespondent sich ebenfalls begeben hak ist mit Ausnahme der Kaserno, in der eine fran­zösische Truppe belagert wird, vollkommen in der Hand der Drusen. Der Berichterstatter faßt seinen Gesamkeindruck dahin zusammen, daß dieLagealssehrernst aufzufassen sei, weil der Sultan von zahlreichen syrischen Abgesandten zu weiterem Widerstand ermutigt werde.

Politischer Mord in Stanton.

Kanton, 20. Aug. Liao Tschung Hoi, Mitglied der provisorischen Regierung, ist gestern ermordet worden.