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200. Jahrgang.

Hanauer 8 Anzeiger

General-Anzeiger sSr die Kreise Kanan Stadt und Land.

Erscheint täglich mit Ausnobme der Conn- und Feiertage. / Fernivrech-Anschluk Nr. 1237 und 1238.

B«t»g*p^*i»: Für den halben Monat 1 Reichsmark, für den ganzen Monat 2 Reichsmark ohne Trigerlohn. Einzelnummer 10, Freitag und Samstag 12 Reichspfennig. Anzeigenpreise: Für 1 mm -LH« im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 Reichspfennig, im Reklameteil von 68 mm Brette K Reichspfennig. Off erteng ebühr: v0 Reichspfennig. Geschäftsstelle: Hammerstraße S.

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Nr. 178

Samstag den 1. August

1925

« Sw 6er MMtM im MW.

Annahme des Nolelals.

Berlin, 31. Juli. Präsident Löbe eröffnete die heutige Reichstagssitzung um 10.20 Uhr. Mch einer kurzen Debatte über den 7-Uhr- Ktzungsschluß am Samstag und die Sitzungs- steiheit des Sonntags wird in die Tagesord­nung eingetreten, und zwar in die zweite Lesung des Notetats, der bis zum 30. November verlängert werden soll. Der Finanz­minister wird damit zugleich ermächtigt, den Satz des auszuzahlenoen Wohnungsgeldzu­schusses nötigenfalls über 100 Prozent hinaus zu erhöhen.

in der Debatte beantragt der Sozialdemo- kratW e n d e r, den Zuschlag zum Grundgehalt in den Besoldungsgruppen 1 bis 7 von 12% auf 20 Prozent zu e rh ö h e n und. im Falle der Ablehnung dieses Antrages eine ,ein­malige Beihilfe von 100 Mk. zu gewähren. Der Redner erklärt die Zustimmung , seiner Fraktion für die Verlängerung des'. Notetats bis zum 8. August, lehnt aber eine weitere Hinausschiebung ab.

Nach dem Abgeordneten Bender ergreift sogleich

Reichsfinanzminister v. Schlieben

Ms Wort. Er betonte, daß die Frage dèr Be- amtenbesolduna der Gegenstand her1 größ­ten Sorge der Reichsregi erung ist. Sie Reichsregierung verkenne nicht-die Not­lage der Beamtenschaft und die Tatsache,' daß die Beamten bestimmter Gruppen schwere Ent­erungen sich auferbegen müßten. Zurzeit chsen es aber leider die Verhältnisse nicht zu, eine Milderung der schwierigen Wirtschafts­lage der Beamten eintreten zâassen, denn die augenblickliche Gestaltung des Reichsetats verträgt unter keinen Umständen

ein e M e h r b e l a st u n g. Die von dem Vor­redner angeführten Üeberschüsse aus dem Vor­jahre können nicht zu einer laufenden Mehr­ausgabe benutzt werden, weil es durchaus un­gewiß ist, ob diese Üeberschüsse wiederkehren, iluch eine einmalige Beihilfe kann mit Rücksicht auf die schwierige Sinai Ander und Gemeinden, die eine ______ Wung in irgend einer Form gar nicht mit­machen könnten, nicht gewährt werden.

Auch die schwierige Lage der Reichsbahn erfülle die Reichsregierung mit großer Sorge. Würden hier die Gehälter aufgebessert werden, so hätte dies unbedingt eine weitere Tariferhöhung zur Folge, da diese von den auswärtigen Mitgliedern des Auf­sichtsrates der Reichsbahn im Falle einer Ge- Mtsaufbefferung bestimmt gewünscht würde. Wenn wir aber die Wirtschaft nicht wieder Wommen lassen, und das wäre bei einer Tariferhöhung der Fall, dann bedeutete das: »ms germaniae.

läge der iehaltser-

Der Minister schloß mit der Erklärung, daß, WM auch im Augenblick eine Gehaltserhöhung »icht möglich sei, die Reichsregierung die Hoff­nung habe, daß die Verhältnisse sich so ent- mckeln, daß in nicht zu ferner Zeit die Lage der Beamten durch eine Gehaltserhöhung ge° Effect werden kann. So schwer auch die Lage der Beamtenschaft ist, so müsse sie im Interesse

Ausgleichung des Etats noch U n i g e Zeit a u s h a l t e n. Die erste Auf- Ä der Regierung ist es, im Augenblick wie­der eine ordnungsmäßige Etatswirtschaft ein- Whren. (Beifall bei den Regierungsparteien.)

Zum Schluß der allgemeinen Aussprache verliest der kommunistische Abg. Stöcker ver- Uliuliche Richtlinien der Deutschnationalen ^lkspartei zur Frage der deutschen Antwort- Note.

Abg. Graf Westarp erwidert, der Dor- hätte sich gar nicht die Mühe nehmen ân, dieses sogenannte Dokument in einer ^èdaktion stehlen zu lassen. Er habe dieselben Msichtspunkte in seiner letzten Reichstagsrede Breits entwickelt.

9n der nunmehr erfolgten

Abstimmung

unter Ablehnung eines fozialdemokrati- Wu Aenderungsantrâges der Notetat mit der Altung bis zum 8. August oder, wenn bis da-

der Haushaltsplan für 1925 noch nicht MjMe stellt sein sollte, bis zum 30. November in zweiter Lesung angenommen.

Der sozialdemokratische Antrag «er Erhöhung der Beamtenbezüge in den Gruppen 1 bis 7 wird in namentlicher Ab- rommung mit 266 gegen 173 Stimmen bei 4

Stimmenthaltungen abgelehnt. Die Vorlage wird unverändert angenommen. Es erhalten also die Gruppen 1 bis 6 12% Prozent, die übrigen Beamten 10 Prozent Zulage, sowie sämtliche Reichsbeamten einen Zuschlag zu den Kinderzuschlägen und den Frauenzuschlägen von monatlich 2 Mark. Die von den Sozial­demokraten beantragte einmalige Wirtschafts­beihilfe von 100 Mark für die Gruppen von 1 bis 7 wird abgelehnt.

Das Haus beginnt nach den Abstimmungen sofort mit der dritten Lesung des N o t e t a t s. Nach kurzer Debatte, die keine wesentlich neuen Gesichtspunkte ergibt, wird auch die dritte Lesung des Notetats angenom­men. Die Entschließung der Deutschvölkischen Partei zur Außenpolitik wird in einfacher Ab­stimmung gegen die Stimmen der Antragsteller und der Kommunisten abgelehnt.

Das Haus begann nunmehr mit der Weiter­beratung der Vermögens- und Erb - s ch a f t s st e u er.

In der Abstimmung wird die Vermö­genssteuer in zweiter Lesung nach den Beschlüssen der Regierungsparteien angenom­men. Von den Abänderungsanträgen wird lediglich ein Antrag der Abg. Frau Lüders angenommen, der eine Aenderung des § 8 fordert. Nach der Vorlage wird nämlich die Vermögenssteuer .nicht erhoben, wenn das abgerundete Vermögen 5000 Mk. oder 30 000 Mk. und das letzte Jahreseinkom­men 4000 Mk. nicht überstiegen hat, sofern der Steuerpflichtige über 60 Jahre.alt oder er­werbsunfähig ist. Die Befreiung soll nur ein­treten, wenn diese Voraussetzungen in der Per­son des Ehemannes vorliegen. Der Antrag Lüders will nun diese Beschränkung der Be­freiung dann nicht eintreten lassen, wenn die Ehefrau nicht regelmäßig mit erwerbstätig ist oder war. Bei den kleinen Gewerbetreibenden, Schlächtern, Bäckern usw., ist diVEhefrau, wie die Antragstellerin zuvor in ihrer Begründung betont hatte, meist die wichtige Mitarbeiterin des Mannes.

Das Haus schritt nun zur Aussprache über das

Reichsbewerlungsgesetz.

Der sozialdemokratische Abg. Keil stimmte dem Gesetz zu, da es ein Schritt aus dem Wege sei, die komplizierte Konstruktion des ganzen Staatswesens zu vereinfachem Es fei das ein­zige Steuergesetz, das nicht dazu diene, der Be­völkerung Steuern aufzuerlegen. Der Redner trat insbesondere für Zugrundelegung des ge­meinen Wertes bei allen Vermögensarten ein und betonte, daß der Sozialdemokratie Land- wirtfchaftsfeindlichkeit fernliege.

Staatssekretär P o p i tz, der dem Redner erwiderte, forderte vor allem Vertrauen zur Regierung, daß sie das Veran­lagungsproblem auf Grund des Bewertungs­gesetzes richtig lösen werde. Die Bewertung findet ohn- Rücksicht auf die Besitz­größe statt; eine' Begünstigung des Groß­grundbesitzes werde daher vermieden.

Die Kompromißbeschlüsse werden nunmehr durchweg bestätigt. Zwischen­durch stellte Präsident Löbe fest, daß durch Zurufe aus dem Hause in der Sitzung vom Donnerstagabend Abgeordnete des übertriebe­nen Alkoholgenusses beschuldigt worden sind. Eine Zeitung habe sogar behauptet, daß die Mehrheiten "bestimmter Parteien sich dieser Schwäche schuldig gemacht hätten; es wurden sogar einige Abgeordnete in dem betreffenden Blatte mit Namen genannt. Mese Abgeord­neten werden deswegen gegen das Blatt Strafantrag stellen. Der Präsident legt gegen die unglaublichen Uebertreibungen Protest ein.

Bei der namentlichen Abstim­mung über den zurückgestellten sozial­demokratischen Antrag zur Erb­schafts st euer betr. die Besteuerung von Ehegatten muß eine Unterbrechung vorgenom­men werden, weil man noch die Änkunft von 20 kommunistischen Abgeordneten abwartet, die an der Trauerfeier für den verstorbenen Abgeordneten Eichhorn teilgenommen und tele­phonisch mitgeteilt haben, daß sie sich verspäten würden. Zwischendurch spricht ein anderer kommunistischer Abgeordneter zu Einzelheiten des Bewertungsgesetzes. Als endlich die zwan­zig Kommunisten eingetroffen sind, wird die Abstimmung vorgenommen. Es ergibt sich die Ablehnung des sozialdemokrati­

schen Antrages mit 261 gegen 136 Stim­men. Darauf vertagt sich das Haus auf Samstag.

Die Milderung des Ausnahme­zustandes in Bayern.

München, 31. Juli. Das bayerische Staats­ministerium des Innern hat den Polizeibehör­den neuerdings Weisungen über dèn Vollzug der Ausnahmebestimmungen zukommen lassen. Künftig wird bei nichtpolitischen Veranstaltun­gen weitgehendstes Entgegenkommen eintreten, soweit diese Veranstaltungen wirklich als nicht- pol .sche durchgeführt und nicht zu politischen Kundgebungen mißbraucht werden. Auch bei Veranstaltungen politischer Vereinigungen wird weitgehendes Entgegenkommen stattfin­den. Jnbezug auf die Veranstaltung von Aus­zügen wird dabei nach wie vor an dem Grund­sätze festgehalten, daß die öffentlichen C raßen und Plätze von politischen Demonstrationen frei bleiben müssen. Die Richtlinien gelten auch für die Verfassungsfeiern. Hiernach sollen Ver­fassungsfeiern in diesem Jahre auch unter freiem Himmel zugelassen werden. Dagegen müssen Festzüge unterbleiben. In den Weisun­gen sind auch die Anordnungen über die Be­handlung von Plakaten und Flugblättern ent- ha^en. Ihre Genehmigung soll nur dann ver­weigert werden, wenn durch ihren Inhalt eine Gefährdung der öffentlichen Ordnung zu be­fürchten ist.

Die Buhr frei von fremden Truppen.

Essen, 31. 3ult Die französischen Truppen sind in der Richtung Landau und Germersheim (Pfalz) verladen worden. Damit ist das Ruhr- gebiet mit Ausnahme der Sanktionsftädke voll­ständig geräumt.

vifen, 1. August. Aus Anlaß der endgülti­gen Räumung des rheinisch-westfälischen In­dustriegebietes begann gegen 12 Uhr dem offiziellen Zeitpunkt des Ablaufs der Be­setzungszeit ein feierliches Glockengeläut sämtlicher Kirchen der Stadt das % Stunde an- dauerts. Die Straßen besonders im Zentrum zeigten reichen Flaggenschmuck.

Mülheim-Ruhr, 31. Juli. Nachdem die Uebergabe der von Franzosen besetzt gewesenen Gebäude und Räumlichkeiten gestern nachmit­tag erfolgt war, ist heute vormittag das fran­zösische Jnfanteriebataillon 168 in Richtung Duisburg abgezogen.

Der SaarbergarbeUerftreik.

Saarbrücken, 31. Juli. Morgen Samstag findet die Beschlußfassung der Revierkonferen­zen der am Bergarbeiterstreik teilnehmenden Organisationen statt, die zum Ergebnis der bisherigen Verhandlungen Stellung nehmen. Das genaue Ergebnis der Pariser Verhand­lungen, das in den Verhandlungen der letzten Tage mit der Bergwerksdirektion noch ein= gehende Verbesserung erfuhr, wird den Dele­gierten der Revierkonferenz vorgetragen wer­den. Wie wir hören, ist neben der eigentlichen Lohnerhöhung eine Verbesserung des Hauer- mindestgedingelohnes erreicht worden, die be­kanntlich eine bedeutungsvolle Forderung der Bergleute bildete. Die Konferenzen werden von großer Bedeutung fein. Von ihrer Ent­scheidung hängt es ab, ob die Arbeit im Saar­bergbau ausgenommen wird oder nicht.

Kündigung der Lohnordnung durch die Bergarbeiterverbände.

Essen, 31. Juli. Die Bergarbeiterverbände haben die bestehende Lohnordnung zum 31. August gekündigt, Gleichzeitig wird eine Lohn­erhöhung ab 1. September beantragt, deren Begründung demnächst mündlich vorgetragen werden soll. Es wird um baldige Festlegung des Verhandlungstermins gebeten.

Eröffnung des 8. Deutschen Stu-ententages.

Berlin, 31. Juli. Mit einer festlichen Ver­anstaltung der Studentenschaft der Berliner Universität in der Staatsoper, Am Königsplatz, wurde heute abend der infolge des Verbots der Rheinlandkommission von Bonn nach Ver- lin verlegte 8. Deutsche Studententag eröffnet. Nach einer Begrüßungsansprache des stud. phil. Gerhard Juling, als Vertreter der Stu­dentenschaft, wies der Rektor der Universität, Geheimrat Professor Dr. N o l l, in eindring­lichen Worten auf die Notwendigkeit der Pflege des Gemeingefühls der Studentenschaft und des Daterlandsgefühls hin. Er betonte, daß die Bewegung konkrete Ziele haben müsse, wenn sie nicht erlahmen solle. Der Redner ver­breitete sich dann insbesondere über das Werk«

studententum. Es habe sich gezeigt, daß ein großer Teil der Werkstudenten unter der ver« doppelten Last körperlich zusammengebrochen sei und daß außerdem das Werkstudententum häufig zu einer Verlängerung und Beeinträch­tigung des Studiums geführt habe. Die Besei­tigung der Kluft zwischen den Hand- und Geistesarbeitern könne und müsse daher auf einem anderen Wege erreicht werden. Der Student müsse auch vor allem das Vorürteil überwinden, daß der Mensch erst beim Made- miker anfange.

Die Studenten bei Hindenburg.

Berlin, 1. Aug. Wie die Morgenblätter melden, empfing Reichspräsident von Hinden­burg am Freitag die Leitung des in Berlin versammelten Deutschen Studententages, die ihm die Grüße und das Treugelöbnis der deut­schen Studentenschaft überbrachte. Der Herr Reichspräsident dankte und bat die Abordnung, der deutschen Studentenschaft seine aufrichtig­sten Grüße und die Wünsche für den Erfolg ihrer Tagung zu übermitteln.

Von -er Marokkofronl.

Ein französisches Pulvermagazin in die Luft geflogen.

Paris, 31. 3uli. havas meldet aus Tanger: Das Pulvermagazin von Larrasch ist gestern abend teilweise explodiert. Der Sach­schaden ist bedeutend. Eine Panik ist ausge­brochen. Man führt die Explosion auf ein feind­liches Attentat zurück.

Paris, 31. Juli. Ein offizielles Communiquee aus Fez meldet unterm 30. Juli, daß am Abend des 30. Juli die Explosion eines Munitions­depots die Verteidigungsanlagen des Postens von Ain bu Aisia vollkommen zerstört habe. Die kleine Garnison habe sich mit den Waffen in der Huub durch die Linien der Belagerer den Weg gebahnt. Sie fei zum größten Teil zu der französischen mobilen Truppe gestoßen, die in dieser Gegend operiere. Im Uebrigen sei nichts zu melden.

Paris, 31. Juli. Zur Räumung des Postens von Ain bu Aisia berichtet der Sonderbericht­erstatter desTemps" in Fez folgende interes­sante Einzelheiten: Heute früh hatte eine mobile Truppe den Auftrag erhalten, den Posten von Ain bu Aisia zu befreien. Die letzten Nachrich­ten über die Lage seien so gewesen, daß man nicht wußte, ob eine Operation überhaupt noch angebracht war. In der Tat war am Abend vorher nach Einbruch der Dunkelheit das Block­haus gefallen und feine Verteidiger hatten sich mit Handgranaten in dem die Stellung um­gebenden Laufgraben gegen den Feind ge­wehrt. In der Nacht ist ein eingeborener Ser­geant mit 15 Mann der^Besatzung beim Posten von Zerual angelangt, nachdem sie sich sechs Kilometer durch die feindlichen Linien hatten den Weg bahnen müssen. Nach ihren Aussagen soll eine andere Abteilung des Postens in Stärke von 20 Mann unter dem Kommando eines Adjutanten nach Soifa abgegangen fein, wo sich ebenfalls ein französischer Posten befin­det. Diese Abteilung hat bisher ihr Ziel noch nicht erreicht. Von der übrigen Besatzung fehlt bisher jede Nachricht. Flugzeugs suchen die Kampfgegend ab.

Paris, 1. Aug. Painlevè hat in feiner Eigenschaft als Kriegsminister einen Erlaß unterzeichnet, nach dem ehemalige Offiziere der Landwehr und sonstige Militärs, die zur Disposition gestellt sind, während des Marokko­feldzuges Dienst tun können. Die Werbung gilt höchstens auf die Dauer von 10 Jahren.

Die Lage in Marokko nach englischer Dar- stellung.

London, 31. Juli. Reuter meldet aüs Malta; Zuverlässigen Informationen aus Fez zufolge sind die französischen Streitkräfte in Marokko bisher überhaupt noch nicht regulären Truppen Abd el Krims gegenüber getreten. Sie haben vielmehr bisher lediglich von Abd el Krim or­ganisierte Aufstände von Rifstämmen zu unter­drücken versucht. Denselben Informationen zu­folge soll Abd el Krim über mindestens 25 000 gut bewaffnete wohldisziplinierte Truppen ver­fügen. Es wird ferner angenommen, daß Abd el Krim versuchen wird, bis Oktober durch lokale Aufstände von Rifstämmen die Franzo­sen zu beschäftigen, da dann die Regenperiode beginnt, während welcher eine französische Offensive so gut wie unmöglich ist. Wie ver­lautet, beabsichtigt Abd el Krim dann seine Hauptmacht einfetzen. Augenblicklich sollen sich nur etwa 49 französische Bataillone in Marokko befinden einschließlich der Sicherungsposten für die Verbindungslinien. Schätzungsweise wür­den die Franzosen etwa 100 000 Mann euro­päische Truppen benötigen, um der Laue mit