Einzelbild herunterladen
 

200. Jahrgang.

Sanauer 8 Anzeiger

GeIrerKL-AKZEZger für die Kreise Kanarr SlaSl und Land.

Erscheint täglich mit Äusnobme der Sonn- und Feiertage. / Fernivrech-Anschluß Nr. 1237 und 1238.

B«»»g»pr«l,: Für den halben Monat 1 Reichsmark, für den ganzen Monat 2 Reichsmark ohne Trügerlohn. Einzelnummer 10, Freitag und Samstag 12Reichspfennig. Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 Reich-Pfennig, im Reklameteil von 68 mm Brette W Reich-Pfennig. Offertengebühr: M Reichspfennig. Geschäftsstelle: Hammerstrage S.

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanan. Bei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreise». Für Platzvorschrift und Erscheinungstage der Anzeige wird teilte Gewähr geleistet.

Nr. 166

Samslag den 18. JMi

1925

Das Neueste.

®e verlautet, soll Mussolini an einer Magenkrankheit leiden und in allernächster Zeit operiert werden. Die Aerzte sollen Magen­krebs festgestellt haben.

Wie derBörsenkurier" aus Rom mel­det, gibt das Unterrichtsministerium bekannt, daß die deutschen Bücherfendungen auf Repa- rationskonten, die im letzten Jahre durch das Inkrafttreten des Dawesplanes unterbrochen worden waren, jetzt wieder ausgenommen wer­den sollen. Man erwartet in der nächsten Zeit 138 Bücherkisten, die auf die Universitäten und Bibliotheken verteilt werden sollen.

Im amerikanischen Affenprozeß wurde die Zulassung der wissenschaftlichen Sachver­ständigen abgewiesen.

Die Ursachen des -enhchen Zusammenbruchs.

Die politische Einheit und Geschlossenheit öeg deutschen Volkes, die wir heute so bitter notwendig brauchen, ist durch nichts so sehr Seftört worden, wie durch die Streiffrage nach er Schuld an unserem Zusammenbruch im Jahre 1918. Die Parteilager haben dieser Frage wegen jahrelang Krieg gegeneinander geführt. Eins hat dem andern die Schuld zu­geschoben und auch heute noch steht dieser gegenseitige Vorwurf drohend und trennend zwischen den deutschen Parteien. Da wird man es willkommen heißen, wenn über diesen Zu­sammenbruch des Jahres 1918 ein Schlußurteil gefällt wird, das auf mehrjährigen eingehenden Studien beruht und an dessen Zustandekom­men alle Parteien von den Deuffchnationalen bis zu den Sozialdemokraten beteiligt sind. Das Urteil finde: sich & hetti.,^ tagsuntersuchungsausschusses, der die Aufgabe hatte, die Ursache des deutschen militärischen Zusammenbruches im Jahre 1918 klarzulegen. Der Bericht, den der Reichstag gestern zur Kenntnis genommen hat, wird in der Oeffent- lichkeit wohl noch viel erörtert werden. Er scheint uns geeignet zu sein, unter die Partei- fehde der letztvergangenen Jahre einen Strich zu ziehen. In diesem Sinne sei die Entschlie­ßung, in der der Ausschuß das Ergebnis feiner Untersuchung niedergelegt hat, kurz gewürdigt.

Der Ausschuß hat mit Recht darauf ver­zichtet, die strategischen und taktischen Maßnah­men der deuffchen Kriegführung in den Kreis seiner Untersuchung zu ziehen. Die Urteile der Sachvefftändigen gingen darüber so weit aus­einander, daß eine vermittelnde Ansicht nicht & gewinnen war. Auf diese Seite der Schuld- ge kommt es auch nicht an. Mit Recht hat der Ausschuß das Hauptgewicht auf die Frage der politischen Verant­wortlichkeit gelegt. Er hat die Hand­lungen und Unterlassungen der politischen und der militärischen Leitung geprüft. Ebenso ist die Frage untersucht worden, wieweit die Vor­gänge in der Heimat und die Bemühungen nichtamtlicher Kreise um die Herbeiführung eines Friedens auf den Ausgang des Krieges eingewirkt haben. In zeitlicher Reihenfolge sind die einzelnen Etappen des Zusammen­bruchs geprüft und wie folgt festgelegt worden.

Seit dem Abgang des Reichskanzlers Beth- Mann-Hollweg ist das Ueberwiegen der Ober­sten Heeresleitung gegenüber der Reichsregie­rung in immer stärkerem Maße in die Erschei­nung getreten . Eine Friedensmöglichkeit, die an Anfang des Jahres 1918 vom Obersten von Hassten im Haag durch Anknüpfung mit ame­rikanischen Kreisen versucht wurde, war ohne Bedeutung. Die Verhandlungen wurden ohne -Lorwissen der Obersten Heeresleitung und der politischen Leitung geführt. Die zunehmende Wirkung der Hungerblockade ließ bei den Fein­den die Geneigtheit zu einem Verständigungs- frieden geringer werden, da man durch die Aushungerung des deutschen Volkes selbst für den Fall einer militärischen Niederlage einen Erfolg erhoffte. (Diese Feststellung hat der Ausschuß nur mit knapper Mehrheit getroffen.) -ble Reichsregierung stand im Anfang des Jah- res 1918 vor der Frage, ob man weiter kämp­fen oder versuchen solle, den Frieden durch Opfer an deutschem Gebiet zu erkaufen. Sie hat das letztere im Hinblick auf die damalige Oage abgelehnt. Der Entschluß der Obersten Heeresleitung zur Frühjahrsoffensive im Jahre 1918 entsprang also der Ueberzeugung, daß ein Frieden ohne Opfer im Westen nicht zu er- langen sei. Er beruhte auf der Zuversicht der Obersten Heeresleitung, den Endsieg zu er-

M«W des W

Düsseldorf. 17. Juli. Nach einer amt­lichen Meldung des Oberbefehlshabers der alliierten Besatzungstruppen, General Guil- laumak an den Regierungspräsidenten in Düsseldorf haben die französische und die bel­gische Regierung beschlossen, die seit dem 1. Januar 1923 rechtsrheinisch besetzten Gebiete zu räumen.

Am 20. Juli vor Mitternacht wird geräumt sein:

a) das gesamte belgische Desahungsgebiek,

b) das französische Besatzungsgebiet, soweit es in der Provinz Westfalen liegt.

Am 31. Juli 1925 vor Mitternackt wird geräumt sein der Rest des französischen Be- fahungsgebietes.

Nach dieser Räumung wird die Grenze des Gebietes, dessen Besetzung aufrechterhalten bleibt, folgendermaßen festgesetzt:

Vom Rhein ab die Nordostgrenze der Ge­meinde Walsum bis zum Nordosten der Kolonie Wehofen, dann die Trennungsgrenze der Gemeinden Holten-Hamborn, vom Nord­westen von Mollenbrokhof bis zur Südspitze des Friedhofes von holten, im Osten von Mattlerbusch, dann die Straße von holten nach Neumühl einschließlich des Emscherkanals bis zur Eisenbahnbrücke von Oberhausen-West verbindet, d. h. zur Ludendorffstraße ein­schließlich, dann die Ludendorffstrahe, Wilm-, Schacht- und Luisenstraße, Tannenweg, Kierd- straße und Alleestraße, dann die Eisenbahn von Oberhausen nach Styrum, die Steinhaus- straße bis zur Raffelsberger Brücke einschließ­lich, die Ruhr bis zur Eisenbahn von Styrum nach Kettwig, dann die Isenbahn vonStyrryn nach Kettwig bis zur hohe der Hollunder- und der Düsseldorfer Straße (Weg nach Ratingen); der Weg von Saarn nach Ratingen, dann die Verbindungsgrenze des Kreises Düsseldorf- Land bis zur Grenze des Brückenkopfes Köln.

In der Mitteilung wird weiter zum Aus­druck gebracht, es werde von der französischen

kämpfen. Das Eintreffen der amerikanischen Truppen war zutreffend vorausberechnet und der Geist der deuffchen Truppen berechtigte dazu, den Versuch zu wagen. Bei der Einlei­tung der Offensive sind von der Obersten Hee­resleitung keine Pflichtversäumnisse begangen worden. Eine größere Bereifftellung von Tanks wäre nur möglich gewesen, wenn man die Herstellung des sonstigen wichtigen Kriegs­materials eingeschränkt hätte. Munitionsman­gel war bis in den Juli 1918 hinein nicht ent­scheidend. Bis zum Juli 1918 hat die Oberste Heeresleitung die Auffassung abgelehnt, daß der Feldzug mit den Wafen nicht mehr gu' gewinnen sei und sie hat zu Friedensverhand­lungen auf der Grundlageunentschieden" keine Anregung gegeben. Das durch die Nieder­lage vom 8. August deutlich gewordene Schei­tern der gesamten Offensive erklärt sich daraus, daß durch die unerhörten fortgesetzten Kämpfe die seelische und körperliche Leistungsfähigkeit der Truppen erschöpft war und daß ein ge­nügender Mannschaftsersatz und ein aus­reichender Vorrat an Kriegsmaterial nicht mehr in Aussicht stand.

In der Enffchließung wird dann weiter fest­gestellt, daß der Staatssekretär Hintze gemäß seiner Auffassung der gesamten Lage vom 14. August, dem Tag des berühmten Kronrates ab, alle diplomatischen Schritte zur Beendigung des Krieges getan hat, daß aber alle Versuche angesichts der militärischen Lage nicht zu einem Erfolg führten. Es folgt dann die Feststellung, daß der Krieg militärisch verloren war, als während der Rückverlegung der deutschen Westfront im September 1918 der Zusammen­bruch Bulgariens, dem der Oesterreichs folgte, auch die Lage des deutschen Feldheeres völlig verändert hatte. Von da an erscheint jeder Versuch, mit nur militärischen Mitteln zum Frieden zu kommen, aussichtslos. Als die Oberste Heeresleitung am 29. September einen sofortigen Waffenstillstand zur Rettung vor der militärischen Niederlage für nötig hielt, war jede Tätigkeit der Regierung zur Herbeifüh­rung eines erträglichen Friedens aussichtslos. Abschließend kommt der Ausschuß zu folgen­dem Urteil: Die Oberste Heereslei­tung hatihre Handlungen ste t s in demgutenGlaubenbegangen, da­mit dem Wohle des gesamten Vaterlandeszudienen. Es entsprach ihrer militärischen Anschauungsweise, daß fit

gebiet; bis 31. M!

und der belgischen Regierung erwartet, daß bei der Ruhrräumung alles vermieden werde, was der Politik der Befriedung zuwider­laufen könne, besonders, daß keine Kund­gebungen bei dem Abmarsch der Truppen oder gelegentlich ihres Anmarsches stattfinden.

Brüssel, 17. Juli. In der Kammer sprach der Minister des Auswärtigen, Vandervelde, über die Räumung von Düsseldorf, Ruhrort und Duisburg. Er erklärte, daß diese Ange- legeuheit der Gegenstand von Besprechungen unter den alliierten Regierungen sei. Er er­innerte daran, daß die Besetzung dieser Zone eine von allen Alliierten gemeinsam vorgenom­mene Sanktion war. Für den Augenblick müsse er sich Reserve auferlegen. Er könne indessen sagen, daß in bett nächsten Tagen die Entschei- oung fallen werde, und er hoffe, daß die Ver­handlungen über den Sicherheitspatt durch sie erleichtert würden.

In London und Paris würden alle Fragen, die sich auf den Sicherheitspakt bezögen, einer eingehenden Prüfung unterworfen. Die bel­gische Regierung werde überdies demnächst ein Graubuch herausgeben. Er versicherte, daß zu keiner Zeit der Ministerkrise Belgien bei den Verhandlungen über den Pakt übergangen worden sei.

Paris, 17. Juli. In maßgebenden Kreisen wird erklärt, daß die von einigen Blättern ge­brachte Nachricht, wonach Ruhrort, Düsseldorf und Duisburg gleichzeitig mit dem Ruhrgebiet geräumt werden würden, verfrüht sei. Die 1921 erfolgte Besetzung dieser drei Städte sei von

Es werde gegenwärtig von den beteiligten Alliierten über die Räumung beraten. Zwischen Frankreich und Belgien scheine in dieser Frage bereits eine Einigung erfolgt zu sein, doch dauerten die Verhandlungen mit den übrigen Staaten noch an. Ein Beschluß sei bisher noch nicht gefällt worden.

solange als es irgendwie möglich erschien, den Gedanken an einen militärisch guten, später wenigstens erträglichen Frieden vertreten hat. Die deutsche Kampffront hat bis zuletzt geleistet, was in ihren Kräften stand. Die Reichsregierung hat sich auf das Urteil der Obersten Heeresleitung verlassen, bis diese selbst die Unmöglichkeit eines Sieges zugestand. Sie verfügte über keine Persönlichkeit, die sich gegen den Willen der Obersten Heeresleitung durchzusetzen ver­mochte.

Das abschließende Urteil ist mit Mehrheit gefaßt worden. Dieselbe Mehrheit hat dann die Feststellung getroffen, daß das Ergebnis der Untersuchung es nicht rechtfertigt, nach irgend einer Seite hin zu einem Schuldurteil zu gelangen. Eine sozialdemokratische Minder­heitsentschließung glaubt allerdings die Heer­führer Hindenburg und Ludendorff mit mora­lischer und historischer Schuld belasten zu kön­nen. Aber aus diesem Minderheitsgutachten spricht zweifellos beschränkter und voreinge­nommener Parteigeist. Die Feststellungen, die wir oben wiedergegeben haben, zeigen, wo in Wahrheit die Gründe des Zusammenbruchs zu suchen sind: An der militärischen Front in der Erschöpfung der Menschenkräfte und der Muni­tionsvorräte gegenüber einem übermächtigen Feind und an der strategischen Font in dem Zusammenbruch des bulgarischen und des österreichischen Heeres. Der Obersten Heeres­leitung wird mit Recht kein Borwurf daraus gemacht» daß sie bis zu diesem Abschluß mili- !risch kämpfen und siegen wollte. Daß uns e politische Persönlichkeit gefehlt hat, die der Obersten Heeresleitung das Gleichgewicht hielt, war ein Mangel, wahrscheinlich ein verhäng­nisvoller Mangel, aber ein Schuldurteil läßt sich daraus nicht folgern.

Zustimmung der Mruisrerpräsideule« zur Sicherheitsnore.

Berlin, 17. Juli. Amtlich wird mitgeteilt: Bei der heute nachmittag in der Reichskanzlei abgehaltenen Lefprechung der Reichsregierung mit den Staats- und Ministerpräsidenten der Länder wurde auf Grund der Aussprache, die sich an die Darlegungen des Reichskanzlers und des Ministers des Auswärtigen anjchloß, eine allgemeine Zustimmung zu dem Inhalt der deutschen Antwortnote zur Sicherheits­frage festgestellt.

Tumuttszenen im Reichstag.

Präsident Löbe eröffnet die Sitzung um 1.20 Uhr. Auf der Tagesordnung steht zunächst der Bericht des Untersuchungsausschusses über die Ergebnisse der Untersuchung betreffend die Ursachen des deuffchen militärischen Zusammen­bruches im Jahre 1918.

Abg. Philipp (Dntl.) gibt als Bericht» erstattet im Auftrag des Untersuchungsaus­schusses eine Erklärung ab, in der es u. a. heißt: Der 4. Unterausschuß des Untersuchungs­ausschusses ist heute in der Lage die ersten Untersuchungsergebnisse in Gestalt von drei Bänden über die Ursachen des deutschen Zu­sammenbruches im Jahre 1918 dem Reichstag« vorzulegen. Sie beschäftigen sich ausschließlich mit der Frage des militärischen Zusammen­bruchs und sind die Frucht einer sechsjährigen Arbeit. Der Ausschuß hat insgesamt 43 Sitzun­gen abgehalten, in denen 36 Mitglieder des Reichsparlamentes, 5 Sachverständige und 9 Vertreter der Reichsregierung vertreten waren. Die aus der gemeinsamen Beratung hervor­gegangenen Teikentschließungen des Aus­schusses hat das Ergebnis der Untersuchung in 30 Sätzen zusammen gefaßt, von denen 23 ein­stimmig angenommen wurden und zwar 7 durch Mehrheitsbeschluß. Am 4. Februar des Jahres beschloß der Ausschuß das Material dem General Ludendorff zur Stellungnahme zu übersenden. Dieser hat aber eine Einsicht­nahme abgelehnt. Beim Abschluß der Verhand­lung mußte die

Frage nach Freispruch oder Schuldspruch beantwortet werden; dabei unterschied bet Untersuchungsausschuß bewußt zwischen krimi­neller, moralischer und historischer Schuld. Kri­minelle Schuld würde er als folgendes erachtet haben, wenn einem der leitenden Staats­männer oder Heerführer unzweideutig Pflicht- versäumnis hätte nachgewiesen werden können. Es war die einmütige Ueberzeugung des Un­tersuchungsausschusses, daß von

Schuld in diesem Sinne, soweit die Fesi- siellungen sich erstreckten, in keinem Falle die Rede sein konnte.

In der Frage der moralischen oder histori­schen Schuld ließ sich der Gegensatz der politi­schen Standpunkte'nicht ganz überbrücken. Die Mehrheit kam zu dem Urteil, daß der Unter­suchungsausschuß keine Feststellungen getroffen habe, welche es rechtfertigen, nach irgendeiner Seite hin zu einem Schuldurteil zu gelangen. Der Ausschuß war der Auffassung, daß mit der Zusammenfassung der jetzt gewonnenen Unter­suchungsergebnisse dem Reichstage und dem deutschen Volke besser gedient wäre als mit der Fortsetzung der Untersuchung auf völlig unbe­stimmte Zeit. Richt wenige Tatsachen sind zu­verlässig klargestellt worden. Der Berichterstat­ter schlagt dann vor auf eine Aussprache über den Bericht zu verzichten und die Veröffent­lichungen des Ausschusses lediglich zur Kennt­nis zu nehmen. Ohne Aussprache wird darauf der Bericht zur Kenntnis genommen.

Angenommen in allen drei Lesungen wird das Gesetz über die Konsulargerichtsbarkeit in Aegypten. Ebenfalls zur Annahme gelangte der Gesetzentwurf über die Aufhebung der Verord­nung zur Snhisrstellung des Warenumlaufes.

Es folgt die 3. Beratung der Vorlage zur Aenderung des Gesetzes betreffend Kinderarbei­ten in gewerblichen Betrieben. Nach dem Aus­schußbeschluß dürfen zu Lichtspielaufnahmen Kinder nicht mehr herangezogen werden. Nach einem Kompromißantvag Teusch (Zentr.) kann die untere Verwaltungsbehörde bei Kindern im Alter von über 3 Jahren im einzelnen Falle Ausnahmen zâsien, wenn weder durch den Gegenstand der Aufnahme noch durch die Tä­tigkeit des Kindes, der die Verhältnisse, unter denen bie Aufnahmen statffinden, Schädigun­gen des Kindes in sittlicher, geistiger oder ge­sundheitlicher Hinsicht oder eine Ueberreizung seiner Phantasie zu besorgen sind.

Abgeordnete Frau Schröder (Soz.) will die Kinder grundsätzlich von den Frlmauf-

nahme fernhalten. ,

Die 2. Lesung zur Aenderung der Personal» abbauverordnung wird darauf fortgesetzt.

Abg. Dr. Frick (Völkisch) beantragt, lei­stungsfähige abgebaute Beamte auf ihr Ver- langen wieder in Dienst zu stellen. Redner for. dert weiter, daß Beamte und Angestellte, die nach November 1918 ohne die vorge- schrisbene Bildung aus parteipolitischen Rück­sichten angestellt wurden, ohne Anspruch auf Entschädigung oder Versorgung zu entlassen sind. (Großer Lärm links.) Das gleiche soll auch für die Angehörigen jüdischer Raile stellen.