200. Jahrgang.
Erscheint täalick mit Ausnabme der Sonn- und Feiertage. , Fernkvrech-Anschluß Nr. 1237 und 1238.
SH»g«P*ei»: Für den halben Monat 1 Reichsmark, für den ganzen Monat 2 Reichsmark ohne Trügerlohn. Einzelnummer 10, Freitag und Samstag 12 Reichspfennig. — Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 Reichrpfennig, im Reklameteil von 68 mm Breite 25 Reichspfennig. — Offertengebühr: öv R^ichspfennèg. — Geschäftsstelle: Hammerstraße 9.
Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. — Bei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung de» Bezugspreise». — Für Platzvorschrift und Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet.
Nr. 165
Freitag den 17. Juli
1925
DÄS Neueste.
_j Der handelspolitische Ausschuß des Reichstages, der die Zollvorlage weiter beraten hat, hat unter Ablehnung der Abänderungsanträge der Linksparteien die Automobilzölle, der Vorlage aufrecht erhalten.
— Mabschall Petain begibt sich heute nach Marokko, um mit Marschall Liautey alle erforderlichen Maßnahmen zu dem Vorgehen gegen Abd el Krim zu besprechen.
— Der Korrespondent des Journal" in Fez berichtet, Abd el Krim habe einem gewissen französischen offiziellen Abgesandten gegenüber erklärt, daß er kein Waffenstillstandsangebot annehmen werde.
— Wie der Polizei-bericht meldet, ist der Direktor Anton Pesch aus Düsseldorf wegen Untreue, Betruges und Unterschlagung verhaftet worden. Er wird beschuldigt, einer Aktiengesellschaft etwa 110 000 Mark veruntreut zu haben.
Die AGertWsMe treten Wort in Kraft
Gefpannle Finanzlage.
Nachdem die Aufwertungsgesetze vom
Reichstag und Reichsrat verabschiedet worden sind, treten die Finanz- und Steuergesetze in den Vordergrund. Auch hier handelt ein Muß, dem sich der Reichstag in
es sich um
keinen Umständen entziehen kann. Die Verabschiedung der Steuergesetze ist dringend nötig, damit wir endlich das vollkommen unzulängliche Veranlagungs- und Erhebungsverfahven der Jnflationsjahre durch ein geregeltes Verfahren ersetzen können, nötig aber auch, weil sie Tarife sag Ercygangig den an ' " Verhältnissen angepaßt werden müssen.
Steuerausschuß hat in wochen- ja monatelanger Tätigkeit schon ein wesentliches Stück Vorarbeit geleistet und er wird, wenn die Dinge normal weiter verlaufen, etwa bis Mitte der kommenden Woche dem Plenum seine Beschlüsse als Beratungsgrundlage vorlegen können. Soll der normale Verlauf aber nicht gestört werden, so wird nicht nur fleißige Arbeit im Steuerausschuß notwendig sein, son- dern es müssen auch allerlei Spannungen, die sich in der letzten Zeit entwickelt haben, schleunigst und möglichst zur allgemeinen Zufriedenheit gelöst werden.
Im Vordergrund steht hier der Konflikt zwischen dem Reichsfinanzministerium und den Vertretern der Länder in der Frage des Finanzausgleichs. Dieser Konflikt datiert nicht erst von gestern. Es ist bekannt, daß sich im Reichsrat keine Einigung über den Finanzausgleich erzielen ließ und daß deshalb gesonderte Vorlagen an den Reichstag gingen. Die eine von Seiten des Reichsfinanzministeriums, die andere von Seiten des Reichsrates. Zwischen den beiden Instanzen war namentlich die Frage des Anteils der Länder an der Einkom-
Berlin, 16. Juli. Nach einer heute abend um 10 Ahr veröffentlichten amtlichen Mitteilung hat der Reichspräsident die beiden vom Reichstag zur Regelung der Aufwertung beschlossenen Gesetze vollzogen und ihre Verkündung veranlaßt.
Berlin, 16. Juli. Zur Unterzeichnung der Aufwertungsgesetze durch den Reichspräsidenten teilt das Wolffbüro mit:
Der Reichspräsident hat Donnerstag nachmittag den gemeinsamen Vortrag des Reichskanzlers, des Reichsministers der Justiz und des Reichsministers der Finanzen über die vom Reichstag zur Regelung der Aufwertung beschlossenen Gesetze und die Frage einer etwaigen Aussetzung der Verkündung entgegengenommen. Der Reichskanzler und die Reichsminister legten die Vorteile dar, die die neuen Gesetze gegenüber der Dritten Steuer- notverordnung zugunsten der Gläubiger enthalten. Sie wiesen ferner darauf hin, daß nach einmütiger Auffassung des Reichskabinetts eine Aussetzung der Verkündung der vom Reichstag beschlossenen Gesetze eine für Volkswirtschaft und Staatsfinanzen verhängnisvolle Lage schaffen, den inneren Frieden der Bevölkerung gefährden und so den Gesamtinteressen des Volkes zuwiderlaufen würden.
Der Reichspräsident, der sich gemeinsam mit der Reichsregierung dauernd bemüht hat, eine den Interessen der Gläubiger, namentlich der Kleinrentner und der Kriegsopfer möglichst Rechnung tragende Gestaltung der Aufwertung herbeizuführen, konnte sich der Berechtigung der ihm vorgetragenen Gründe nicht
Hypotheken - Aufwertungsgesetzes durch den Reichstag Zweifel entstanden über die weitere Behandlung dieses Gesetzes. Um diese Zweifel zu beheben, weisen wir auf folgendes hin:
Artikel 72 der Reichsverfassung besagt: „Die Verkündung eines Reichsgesetzes ist um zwei Monate auszusetzen, wenn e? ein Drittel des Reichstages verlangt. Die Gesetze, die der Reichstag und der Reichsrat für dringlich erklären, kann der Reichspräsident ungeachtet dieses Verlangens zu verkünden."
Auf Grund dieses Artikels hatten die Völkischen im Reichstag beantragt, die Verkündung des Aufwertungsgesetzes um zwei Monate auszusetzen. Für den Antrag stimmten 169, dagegen 249 Abgeordnete, die Antragsteller hatten also das verfassungsmäßig vorgeschriebene Drittel zur Aussetzung der Verkündung erreicht. Nun hat aber der'Reichstag mit einfacher Mehrheit die Dringlichkeit des Aufwertungsgesetzes anerkannt und der Reichsrat hat sich diesem Beschlusse noch am Mittwoch abend angeschlossen. Demnach sind also die Voraussetzungen dafür erfüllt, daß nach dem zweiten
Satze des Artikels 72 der Reichspräsident das Gesetz verkünden kann — nicht muß. Der Reichspräsident hätte nach Artikel 73 der "— noch die Möglichkeit, das
eichsverfassung zustehenden Rechte, die Verkündung der Gesetze auszusetzen, keinen Gebrauch zu machen, und demgemäß die beiden Gesetze vollzogen und ihre Verkündung veranlaßt.
In der Oeffentlichkeit sind im unmittelbaren Zusammenhänge mit der Verabschiedung des
mensteuer umstritten. Die Länder verlangten Aufrechterhaltung der bisherigen Anteilquote von 90 Prozent, wähl Nlstermm nur 75 Pi
renb das Reichsfinanzmb
aistermm nur 75 Prozent bewilligen wollte, an diesem Zwiespalt hat sich inzwischen nichts verändert. Im Gegenteil, die Gegensätze haben sich verschärft. Der bayerische Ministerpräsident Held hat in München zunächst eine ziemlich alarmierende Rede gehalten und ist dann nach Berlin gereist, um als Verfechter der Ansprüche des Reichsrates mit den Reichsstellen Verhand-
des gestrigen Tages ausgiebig verhandelt worden, wobei der bayerische Ministerpräsident nicht nur die Auffassung des Reichskanzlers und des Reichsfinanzminifters, sondern auch die des Steuerausschusses kennengelernt hat. ss sind dabei Kompromißziffern genannt worden, mit denen sich die Länder jetzt, wie es Weint, begnügen wollen. Sie verlangen als Anteilsquote an der Einkommensteuer nicht mehr 90, sondern 80 Prozent und sie erwarten daß der Steuerausschuß den Ländern statt der Bo Prozent Anteil an der Umsatzsteuer, die be° Es an die Stelle der ursprünglich geplanten
Prozent getreten sind, 40 Prozent bewilligt.
Reichsfinanzminister ist aber ebensowenig m>e die Parteien der Regierungskoalition einem Kompromiß geneigt. Jedenfalls ist dem bayerischen Ministerpräsidenten gestern von allen Seiten versichert worden, daß den Ländern für die Uebergangszeit bis 31. März 1927 Acht mehr als 75 Prozent der Einkommen- steuer und 35 Prozent der Umsatzsteuer bewilligt werden könne und daß cs dabei sein Bewenden haben mülle.
Diese Haltung hängt mit der gesamten Finanzlage zusammen, wie sie sich gegenwärtig dem nüchternen Blicke darstellt. Man ist mit dem Finanzplan, wie die Regierung ihn für das gegenwärtig laufende Finanzjahr und für das Jahr 1926 aufgestellt hat, in den Reichstagsausschüssen bei der Beratung des Haushaltplanes und der Steuergesetze in etwas zusammenhangloser Weise verfahren. Der Steuerausschuß hat zwar eine Sparkommission eingesetzt, die alle Neubewilligungen durch den Haushaltsausschuß zu prüfen hat. Trotzdem hat sich nicht vermeiden lassen, daß infolge solcher Neu- bewilligung für durchaus löbliche Zwecke, sei es für die einzelnen Zweige der Reichsverwaltung, fei es für die sozialpolitischen Anstalten oder für die Kriegsbeschädigten, die Ausgabenseite des Etats bis fast zu einer Milliarde Mehrbelastung angeschwollen ist. Auf der andern Seite hat man die von dem Finanzministerium vorgesehene Steuer gekürzt. Infolgedessen mußte der Reichsfinanzminister gestern im Steuerausschuß die bettübende Mitteilung machen, daß nach dern Stand vom 15. Juli und unter Zugrundelegung der verschiedenen Ausschuhbeschlüsse der laufende Etat ein Defizit von über 700 Millionen aufweist, ein Defizit, das sich zwar durch Gewinne bei der Münzprägung und andere unvorhergesehene Einnahmen tatsächlich um einige hundert Millionen vermin- oert, das aber auf den Etat des nächsten Jahres ganz bedrohliche Schatten wirft. Im nächsten Jahre wachsen nämlich die Lasten, die nach dem Londoner Abkommen zu leisten sind, bereits zu ansehnlicher Höhe am Dieses ganzen Zusammenhanges wird man sich bewußt sein müssen, wenn man hört, daß das Reichsfinanzministerium den Ländern gegenüber unbedingt an der neuen Verteilungsquote feschält und daß es dabei die Unterstützung der Mehrheitsparteien findet.
Man wird vom Reichstag erwarten müssen, daß er in den Steuerfragen nicht nur rasche, sondern auch ganze Arbett liefert. Es muß jetzt unbedingt ein Strich unter die bisherige Steuer- und Finanzwirtschaft gezogen werden, wenn das mühsam errichtete Gebäude der Währungsbesesttgung nicht wieder ins Schwaw ken geraten soll. Ein Strich muß vor allen Dingen gezogen werden unter den Steuerraubbau, der im Jahre 1924 getrieben worden ist und der einen großen Teil der Schuld an den aeaenwärtiaen Svamrunaen auf finart*
Reichsverfassung noch die Möglichkeit, Aufwertungsgesetz zum Volksentscheid _ . bringen, aber es scheint zum mindesten sehr zweifelhaft, ob der Reichspräsident von diesem Rechte Gebrauch machen wird, zumal außer dem Reichstag auch der Reichsrat die Dringlichkeit des Gesetzes anerkannt hat. Wollte der
direkten Steuern und die Ueberschüsse bet Eisenbahn. Preußen habe die Eisenbahnen dem Reiche ohne Entschädigung opfern müssen. Die Vermögens- und Erbschaftssteuer sind Reichssteuer. Preußen soll nunmehr dem Reiche auch bei der Einkommen- und Körper» schaftssteuer eine Beteiligung einräumen, die für die preußische Finanzverwaltung eine unerträgliche Kürzung der preußischen Einnahmen bedeuten würde. Die Beteiligung der Länder an der Umsatzsteuer ist kein ausreichender Ersatz. Es ginge nicht an, Preußen und seine Gemeinden auf die Hauszinssteuer und auf die Realsteuern zu verweisen, weil die Hauszins- steuer vor allem für dis Förderung der Neubautätigkeit zur Verfügung gestellt werden müsse und weil eine weitere Anspannung der Realsteuer die Wirtschaft erdrosseln würde. Das Reich habe durch § 42 der Dritten Steuernotverordnung die Aufgaben der Wohlfahrtspflege, des Schul- und Bildungswesens und der Polizei den Ländern zur selbständigen Regelung überlassen. Gerade um die Erfüllung dieser Aufgaben möglich zu machen, ist die Beteiligung der Länder und Gemeinden an der Einkommensteuer bis zu 90 Proz. erhöht worden.
Die Aussprache ergab, daß der preußische Finanzminister bei dem Bestreben, für den preußischen Staat und seine Gemeinden eine stärkere Beteiligung an den großen Reichssteuern, besonders an der Einkommen- und Körperschaftssteuer, zu sichern, sich auf sämtliche Parteien des Landtages stützen kann.
Der âuMusfchuß des preutz. Landtages für Wiederherstellung der SchWurgsrichle.
ReichspMfhent trogdery pou dem LmâillAtâ tikel 73 zustehenden Rechte Gebrauch machen, so würde er sich damit in Gegensatz zu den Beschlüssen von Reichstag und Reichsrat stellen. Das wird Hindenburg aber nicht wünschen, und deshalb ist damit zu rechnen, daß er in den nächsten Tagen dem Aufwertungsgesetz seine Unterschrift gibt.
ziellem Gebiete trägt. Wäre die eine Milliarde, die man im verflossenen Steuerjahr über den Voranschlag hinaus erzielt hat, dem Wirtschaftskörper nicht entzogen worden, oder wäre sie wenigstens nicht restlos in Mehrausgaben aufgegangen, so stünde heute in dem allgemeinen Bild unserer Finanzlage manches besser. Denn wenn einzelne Länder oder Gemeinden allzu großen Aufwand getrieben haben und wenn man jetzt von dem Zwang zur Sparsamkeit spricht, so ist das alles doch nur möglich gewesen und nötig geworden, weil von dem Zentrum unseres Finanzwesens aus ein viel «u reicher Segen weitergeleitet worden ist. Deshalb ist das erste Gebot einer vernünftigen Finanzpolitik, daß die Steuern der Wirtschaftskraft des deutschen Volkes angepaßt werden. Und mit diesem Steuerertrag müssen sie alle, das Mich, die Länder und die Gemeinden auszukommen versuchen. Auch wenn man die Interessen der Länder anerkennt, so wird man doch zugeben müssen, daß das Reich als Träger ungeheurer Lasten den ersten Anspruch darauf
hat, befriedigt zu werden. Die gegenwärtige Regierung will den Ländern wieder größere steuerliche" Selbständigkeit Zurückgaben. In der Zwischenzeit werden sich die Länder mit dem Reiche zusammen nach der vorhandenen knappen Decke strecken müssen. Und in der Be- willigung neuer Ausgaben wird sich der Reichstag alleräußerste Beschränkung auferlegen müssen. Die Ministerpräsidenten der Länder weilen zur Besprechung der außenpolitischen Lage heute in Berlin. Sie werden heute abend
Lags heute in
nach der außenpolitischen Konferenz mit den Parteiführern gemeinsam eine Beratung mit dem Reichskanzler und dem Reichsfinanzmini--
ster haben. Hier wird und muß die Grundlage für eine rasche Erledigung der Steuerfragen gefunden werden.
Preußen gegen den Finanzausgleich.
Erklärungen des preußischen Finanzministers.
Berlin, 16. Juli. Im Hauptausschuß des preußischen Landtages nahm heute der preuß. Finanzminister im Namen der preußischen Staatsregierung zu den Verhandlungen über den Reichsfinanzausgleich Stellung. Die Annahme der Vorschläge der Reichsregierung, so erklärte er, würde die den Ländern durch die Reichsverfassung eingeräumte Stellung erschüttern. Die preußische Finanzverwaltung stützte sich vor dem Kriege vor allem auf die
Just, Der Hauptausschutz des preußischen Landtages beendete heute die Borberatung des Justizhaushaltes. In der Abstimmung wurde u. a. der Antrag auf Abschaffung der Todesstrafe gegen Sozialdemokraten, Demokraten und Kommunisten abgelehnt. Angenommen wurde der Antrag auf Angliederung der Sondergerichte an die ordentlichen Gerichte, ferner mit sehr knapper Mehrheit der Antrag auf Wiederherstellung der Schwurgerichte. Angenommen wurde auch eine Entschließung, bei der Reichsregierung dahin zu
gerichte. Angenommen wurde auch eine schließung, bei der Reichsregierung dah _ wirken, daß schleunigst eine einheitliche Reform des Zivilprozesses durchgeführt werde. Der Ausschuß vertagte sich auf den 31. August.
Die Seulfche Anlworlnole in der Sicherheilsfrage.
Berlin, 16. Juli. In der heute nachmittag abgehaltenen Besprechung des Reichskanzlers mit den Vertretern der Regierungsparteien zu dem Zwecke, sie über den Inhalt der Antwort auf die Note Briands zum deutschen Sicherheitspaktangebot zu unterrichten, wurde, wie in parlamentarischen Kreisen verlautet, volle Uebereinstimmung zwischen der Reichsregierung und den Regierungsparteien erzielt. Während die Vertreter der Regierungsparteien der geplanten Antwort zustimmten, be* hielten sich die Demokraten und die Sozialdemokraten, die danach zu einer gesonderten Besprechung empfangen wurden, ihre Stellungnahme bevor.
Zur Räumung des Ruhrgebieles.
Berlin, 16. Juli. Die Nachrichten über dir Räumung des Ruhrgebietes sind vielfach widersprechend. Dies hat seinen Grund darin, daß die Franzosen ihre Truppen anscheinend kompagnieweise und sogar zugweise aus dem Ruhrgebiet zurückziehen. Daß verschiedentlich im altbesetzten Gebiet Räumlichkeiten für die Besatzung angefordert werden, läßt nicht unbedingt darauf schließen, daß die Ruhrbesatzung nun dem altbesetzten Gebiet zur Last fallen wird. Es ist möglich, daß die Truppen im Rheinland konzentriert werden und daß dort über sie disponiert wird. Die marokkanische Division, deren Abtransport nach Marokko gemeldet wurde, besteht nicht nur aus Marokkanern, sondern auch aus Angehörigen anderer afrikanischer Stämme unter französischen Stabsoffizieren. Die Gesamtbesatzung beträgt 117 OOÖ Mann gegen 71000 Mann früheren deutschen Militärs im gleichen Gebiet. Im altbesetzten Gebiet unterhalten die Franzosen zwei Armeekorps, eine Kavallerie- division unter einem Generalkommando. Im Ruhrgebiet standen 2 französische Divisionen und ein belgisches Detachement. Die Gesamtbesatzung setzt sich zusammen aus 93 000 Fran- zojen, 12 000 Belgiern und 8 000 Engländern. Dazu kommen noch im Brückenkopf Kehl 1150 und im Saargebiet 4850 Mann Besatzung.