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Seife 4

Dienstag den 7. Juli

Nr. 156

daß in der nächsten Zeit Sonderzüge gefahren werden und zwar am 19. Juli nach Bad Wil- bungen und Waldeck zum Besuch der Edertal­sperre, am 2. August nach Bamberg und Stas- felstein, am 9. August nach Eisenach und Frie- drichsroda, am 16. August nach Nördlingen und im September d. Js. nach Cassel und Maulbronn.

* 5 Gebote für den Postschalterverkchr. Zur glatten und raschen Abwickelung an den Post­schaltern kann das Publikum im eigenen In­teresse viel beitragen, wenn es die nachstehen­den Regeln beachtet: 1. Wähle für deine Post- geschäfte möglich nickt die Hauptverkehrsstun­den. 2. Klebe auf alle freizumachenden Sen­dungen die Marken vor der Einlieferung auf, wozu du bei Briefsendungen, Postanweisungen und Zahlkarten verpflichtet bist. 3. Schreibe zu Wert- und Einschreibsendungen einen Einlie­ferungsschein mit Tinte vorher aus. 4. Halte das Geld abgezählt bereit. Uebergib größere Mengen Papiergeld stets geordnet. Lege bei gleichzeitiger Ein- und Auszahlung von drei und mehr Postanweisungs- und Zahl­kartenbeträgen sowie beim Einkauf von drei und mehr verschiedenen Sorten von Wert­zeichen eine aufgerechnete Zusammenstellung Der zu zahlenden Beträge vor. 5. Benutze bei eigenem stärkeren Verkehr die besonderen Ein­richtungen (Posteinlieferungsbücher und -ver- zeichnisse, Selbstvorbereitung von Paketen unib' Einschreibebriefen).

Postkartengröße. Aufgrund der Beschlüsse des Weltpostkongresses in Stockholm hat die deutsche Postverwaltung die Postkartengröße mit Wirkung vom 1. Oktober 1925 auf 10,5 mal 14,8 Zentimeter festgesetzt. Wir weisen darauf hin, daß es sich hier um Höchstmaße handelt und daß sonach von diesem Zeitpunkt ab jedes beliebige Postkartenformat welches zwischen den Ausmaßen 7 mal 10 und 10,5 mal 14,8 Zentimeter liegt, zugelassen ist.

* Die Ausgewanderten. Nach derStatisti­schen Korrespondenz" stieg die Zahl der aus Preußen ausgewanderten Personen in den Ersten drei Berichtsbalbjahren ständig und zwar von 16 565 im Winterhalbjahr 1922/23 auf 26 731 im Sommerhalbjahr 1923 und auf 31599 im Winterhalbjahr 1923/24. Diese bei­den letzten Halbjahre, in die der heftigste Wäh­rungsverfall und die Anfänge der Stabilisie­rung fallen und eine Zeit besonders großer Ar­beitslosigkeit waren, brachten den stärksten Aus­wanderungsdrang. Im Sommerhalbjahr 1924 verlangsamte sich der Auswanderungsstrom recht erheblich.

Wetterbericht.

Die Tiesdruckstörungen, die die Witterung unseres Gebietes ' bisher mit Negensällen und mit Gewitter beeinflußt haben, sind ostwärts abgezogen. Es ist â)L zu erwarten, daß tve eintretenbe BewölkungS- abnahme nur verübend bleibt, da im We'ten ein neues Mlg-biet liegt.

Borbersage bis Dienstag abend: Wolkig, zunächst trocken, später neue Trübung mit Niederschlägen, mäßige südwestliche Winde.

WilterunaSaussichien bis Mittwoch abend: Fort­dauer der trüben, zu Niederschlägen neigenden Witte­rung.

Aus Nah und Fern.

Groß-Steinheim, 6. Juli. Das 60jährige Jubelfest des GesangvereinsHarmonie", ver bunden mit Fahnenweihe, verlief trotz teil­weiser ungünstiger Witterung unter unge­heuerem Andrang überaus glänzend. Schade, daß der prächige, reich ausgestattete Festzug mit seinen elf Festwagen und mehreren Grup­pen der Schulkinder, sowie der Gruppe des

kaner, eine für den Kommerzienrat. So ist allen Wünschen Rechnung getragen.O wie weuse ist alles eungerichtet!"

*

Der Obermoser Schorsch kommt in die Küche und setzt sich ohne Gruß auf einen Herdstuhl. D"r Wirt beachtet ihn anfangs nicht, da er ja zu sehr in seine Rechnung verttest ist; er wird erst aufmerksam, als Schorsch sich absichtlich räuspert.Ja so, du bist es!'

Seit wann tun denn die Amerikaner mit Baroninnen Fangamundl spiel'n?"

Der Wirt macht ein verdutztes Gesicht und jegt die Hände auf den Rücken.

Wie,"

,Lch meine nur so . . "

So, du meinst nur so . . ."

Schorsch geht wieder auf die Straße. Ohr Wort und Gruß. Die neue Kellnerin und Res:, seine zukünftige Hochzeiterin, sehen ihm ver­wundert nach.

Ich meine, aus der Hochzeit wird nichts", wendet sich der Gasthofbesitzer an seine Toch­ter.Seit wir die Saison haben, spinnt er. Neulich hat's ihn mit der Karussellsahrerei so g'habt und jetzt sieht er die Amerikaner mit Baroninnen Fangamandl spiel'n; bei stock­finsterer Nacht, wo ein anständiger junger Mann ins Bett gehört. So ein Herumluser paßt mir nicht gerade als Schwiegersohn. Und überhaupt hab' ich's Uebergeben noch lang nicht im Sinn ..."

Resi erwidert nichts auf die Bemerkung. Der Wirt ist über das Benehmen des jungen Obermoser wenig entzückt, da er der einzige in Hochwinkel ist, der vor dem Worte Hoch­saison nicht in Erfurcht erschauert. Und immer prallt er dann mit irgend einer spöttischen Redensart über die Sommergäste oder den Saisonbetrieb heraus, wenn der Wirt wegen der finanziellen Seite der Hochsaison andäch­tige Betrachtungen anstellt. Im Grunde denkt der Wirt nicht daran, den beiden jungen Leu­ten etwas in den Weg zu legen, da die Hoch-

Männergesangvereins Hagen Eilpe aus West­falen in "Sauerländer Tracht durch einen Ge­witterregen gestört wurde und nur durch einige Straßen geführt werden konnte. Der Empfang der Hagener Sänger, die in Stärke von 130 Personen aus dem fernen Westfalenland nach Steinheim kamen, gestaltete sich am Samstag abend am Bahnhof Klein-Steinheim durch die Harmonie und die Festmusik zu einem überaus herzlichen. Hier fangen die Hagener, die über ein großartiges Stimmenmaterial verfügen, das wuchtig packende Westfalenlied. Der Präsi­dent der Harmonie entbot den Sangesbrüdern und ihren Damen auf hessischem Boden herz­lichen Willkommengruß. Am Abend erstrahlte Steinheim in einem wahren Lichtermeer, zu welchem der prächtige Flaggen-, Tannengrün- und Laubschmuck als einzigartiges Festgewand, in welchem sich der schöne Fackelzug bewegte, den geeigneten Rahmen bot. Schon am Sams­tag abend bei der akademischen Feier wurden dem Jubelverein seitens befreundeter Vereine verschiedene Ehrungen zuteil. Die hessiM-e Re­gierung ließ durch den Maingausängerbundes- vräsidenten Herrn Rektor Heß Klein-Krotzen­burg einen silbernen Becher überreichen. Der 89jährige Sängerjubilar Herr A. Jos. Brückner wurde seitens des hessischen Sängerbundes durch Ueberreichung eines silbernen Bechers nebst Ehrenurkunde des deutscken Sänger­bundes für langjährige aktive Mitgliedschaft geehrt. Die Fahne, eine prächtige Arbeit aus der Kunststickereiwerkstatt von Krieg u. Schwei­zer, Manz, übergab Fräul. B. Braun in ge­dankenreicher Rede dem Verein, nachdem dieser den WeihschoralO Schutzgeist" mit Orchester­begleitung wirkungsvoll zum Vortrag gebracht hatte. Eine von den Frauen und Jungfrauen des Vereins gestiftete prächtige Fahnenschleife übergab Frl. K. Gesser dem Verein. Trotz zeit­weise einsetzenden Regens entwickelte sich auf dem schön gelegenen Festplatz ein buntes, fest­lich gestimmtes Treiben unter den zahlreich er= schienenen Sängern und Festteilnehmern, die der Festpräsident Herr W. Sticksel in herzlicher Weise begrüßt hatte. Die Festorganisation war eine durchaus gute und klappte bis ins Kleinste.

Niedergründau, 6. Juli. Nachdem Fräul. Köhler aus dem Nachbarorte Rothenbergen die Abschlußprüfung des Hebammen-Lehrganges in Marburg bestanden hat, hat sie feit einigen Tagen mit der Ausübung des Hebammenbs- rufes begonnen. Fräul. Köhlers Bezirk erstreckt sich auf die beiden Orte Niedergründau und Rothenbergen. Weil nach dieser Regelung Rothenbergen der Wohnsitz der für beide Orte gemeinsam bestellten Hebamme ist, hofft man hier, daß die Gemeinde Niedergründau nun­mehr Sitz der ebenfalls gemeinsamen Ge­meindeschwester-Station wird. Die Schwester- Station Niedergründau-Rothenbergen ist zur­zeit verwaist, da die bisherige Gemeinde­schwester im Dienste der Methodisteukirche ass Missionarin nach Südamerika gegangen ist. Man betrachtet es hier auch als einen Akt der Selbstverständlichkeit, daß die künftige Ge­meindeschwester eine Angehörige der Landes­kirche, zu der immer noch die übergroße Mehr­heit der Ortseinwohner beider Gemeinden ge­hört, sein wird.

Niedergründau, 6. Juli. Die Einwohner­zahl unseres Ortes beträgt nach der letzten Volkszählung 769, und zwar 386 männliche und 383 weibliche Personen.

Mittelgründau, 6. Juli. Der hiesige Rad­fahrerverein feierte am Sonntag sein 5. Stif­tungsfest. Die Veranstaltung hatte leider unter der Ungunst der Witterung sehr zu leiden. Trotzdem war die Beteiligung recht gut. Wohl an 10 auswärtige Vereine waren erschienen. Gegen 3 Uhr setzte sich der imposante Festzug

achtung des Baders für den künftigen Schwie­gersohn und Hochwinkler Metzgermeister jede Gewähr bietet.

Schorsch steht aus der Straße und sieht auf­merksam in der Richtung auf die Haselstauden, wo er die Gestalten des Amerikaners und der Baronin vor einigen Minuten hatte verschwin­den sehen. Aber es regt sich nichts mehr. Viel­leicht hat er sich doch getäuscht.

Ein Liedchen pfeifend, stapft er denWie- senweg hinunter, der zu seinem väterlichen Hofe führt. Der Kurweiher mit dem Plan­kenzaun grüßt von der Hofwiese heraus. Auch der Mond scheint Saisongelüste bekommen zu haben, denn er badet sein Bild in den er- frschenden Fluten des Weihers, wenn auch als ""chstapler ohne Kurprospekt.

(Fortsetzung folgt.)

âUnft Lmè WMemchM.

Eine Ehrung ptof. Junkers. Das Doktor- jubiläum im Flugzeug überbracht.

Gießen, 4. Juli. Die philosophische Fakultät der hessischen Landesuniversität Gießen hat an­läßlich der morgigen Flugplatzeinweihung in Gießen den Prof. Dr. Hugo Junker in Dessau, den Erbauer der verspannungslosen, ganz aus Metall hergsstellten Berkehrsslugzeugs, die sei­nen- Namen undden Ruhm deutscher Technik und deutschen Erfindungsgeistes über die Erde tragen, in bewundernswerter Anerkennung sei­ner Verdienste um die Entwickelung der deut­schen Luftschiffahrt, ehrenhalber zum Doktor der Philosophie promoviert. Der Rektor, der Korrektor und die Dekane der beiden Abtei­lungen der Fakultät haben sich heute vormittag in zwei Flugzeugen nach Dessau begeben, um Dr. Junker die Ehrung zu überbringen. Es ist das erste Mal, daß auf dem Luftwege ein Dok­torjubiläum überbracht wird.

Die erste öffentliche Eisenbahnfahrl, die vor hundert Jahren im September 1825 von Stock­

mit Preiskorso in Bewegung, der jedoch bald darauf infolge des einsetzenden Regengusses vorzeitig beendet werden mußte. Im Saale des Gastwirtes Noß hielt nun nach einem tadellos vorgetragenen Begrüßungschor des hiesigen GesangvereinsEintracht",Rheinglaube", Herr Betz-Mittelgründau die Festrede. Am fol­genden Kunstfahren zeichnete sich besonders die Ortsgruppe Langenselbold aus.

Lieblos, 6. Juli. Die hiesige Schule veran­staltete am Sonntag im nahen Wald ein Schul­fest, bei welchem allerlei Preisspiele, Reigen, gesangliche Darbietungen und mancherlei Be- lustigungen Kinder und Eltern erfreuten. Recht nett wurde auch ein Hans Sachs-Spiel aufge­führt. An der wohl-gelungenen Feier, die leider durch strömenden Regen öfter unterbrochen wurde, konnte man seine Freude haben.

§ Salmünster, 6. Juli. Die Hessen-Nassauische Gas-A.-G. in Höchst a. M. hat das hiesige Gaswerk erworben und den Betrieb bereits übernommen.

Frankfurt a. M., 6. Juli. Sonntag nacht gegen 12 Uhr wurden bei der Festeburg durch das Personenauto eines Wiesbadener Kauf­manns die 20 Jahre alte Emma L. und ihr Begleiter, der 20 Jahre alte Metzger Albert B überfahren. Das Automobil fuhr dem Mädchen über den Kopf und verletzte es schwer; an sei­nem Aufkommen wird gezweifelt. Der Metzger erlitt einen Unterschenkelbruch 'und leichte Kopf­verletzungen. Die beiden Verletzen wurden ins Krankenhaus gebracht.

Frankfurt a. M 6. Juli. Der Polizeil­meldet: Am 26. Juni d. Js. wurde in Offen­bach a. M. eine männliche Leiche gelandet, welche 2 bis 3 Wochen im Wasser gelegen hat. Der Tote wird etwa auf 50 Jahre geschätzt und gehört anscheinend dem Arbeiterstande an. Be­schreibung: 1.651.68 Mir. groß, graublondes Haar (vorn Glatze), gewöhnliche niedrige Stirn, rotblonde Augenbrauen, graublaue Augen, gu' erhaltene, vorn vollständige Zähne, blonder, ge­stutzter Schnurrbart. Kleidung: Blauer Rock, ebensolche Weste und Hose, schwarze Strümpfe, schwarz und weiß gestreiftes Arbeitshemd, schwarze Schnürschuhe (ungleiche Größe). Der Tote hatte ein Taschentuch von roter Farbe mit schwarzen Punkten bei sich, gez. H. R. (rote Buchstaben). Besondere Kennzeichen: Narben am linken Knie.

Frankfurt a. M., 6. Juli. Einen Selbst­mordversuch im Eisenbahnkupee verübte ein Reisender in dem um 2.55 Uhr von Frankfurt in Richtung Aschaffenburg abgehenden Zug. Er schoß sich in einem Abteil 2. Klasse eine Kugel in den Kopf. Die Tat geschah auf der Strecke Frankfurt Hbf. und Frankfurt Südbahnhof. Dort wurde der Verletzte aus dem Zuge ge­bracht und ins Krankenhaus überführt.

Niederbrechen, 5. Juli. DerGoldene Grund" war gestern und heute das Ziel Zehn- 'tMIèndèr von Bauern und Bäuerinnen aus Nassau und dem Kreise Wetzlar, sowie aus der Gegend um Frankfurt a. M. Die Zahl der Teilnehmer wird auf 20 000 geschätzt. Den Auftakt bildete ein Begrüßungsabend. Der Bürgermeister Dillmann-Niederbrechen be­grüßte die Erschienenen im Namen der Orts­bauernschaft Niederbrechen. Abg. Hepp wies nach einigen Worten der Begrüßung auf die hohen kulturellen Aufgaben der Bauernschaft hin. Seine weiteren Worte waren der sozi­alen Versöhnung und dem Ausgleich zwischen Erzeuger- und Verbraucherstand gewidmet. Den Mittelpunkt des Abends bildete die Auf­führung des Rudolf Dietzscken SingspielsDie nassauische Spinnstube". Am Sonntag früh 8.30 wurde die außerordentlich reich beschickte Maschinenausstellung eröffnet, die allgemeines Interesse fand. Kurz nach 10 Uhr begann auf

Holm nach Darlington führte und damit den Eisenbahnverkehr eröffnete, ist zur Jahr- Hundertfeier in genauer Anlehnung an das Original dieser Tage wiederholt worden. Man hat sich dabei nach der Schilderung gerichtet, die ein Teilnehmer der Fahrt von dem Ereig­nis wie folgt gegeben hat: 450 Personen fan­den in dem Zug Sitz- oder Stehplätze. Dann wurde ein Signal gegeben und der lange Zug, dem ein Flaggenträger vorausritt, bewege sich mit seinen 24 vollgesüllten Wagen vorwärts. Ihm folgten weitere Wagen, die von Pferden gezogen wurden. Die Lokomotive wurde von Georges Stephenson, dem Erfinder der Dampf­maschine, selbst bedient. Dann folgte der Tnder mit Wasser und Kohlen, weiter sechs Wagen mit Kohlen beladen, auf denen Fahr­gäste saßen, ein Wagen mit Beamten und Ingenieuren, ein besonders ausgestatteter Wagen mit den Direktoren und Eigentümern der Gesellschaft, dann sechs Wagen, gefüllt mit Publikum und schließlich vierzehn Wagen mit Arbeitern. Nichts, so schließt der Verfasser der Schilderung, konnte die Großartigkeit dieses Schauspiels übertreffen. Die Straßen und das angrenzende Gelände waren mit Zuschauern bedeckt, darunter viel elegant gekleidete Frauen.

Humor.

Abgepiihl. Sie: Du glaubst gar nicht, wie ich diesmal am Strande umschwärmt wurde. Er: Soso, also haben wir wieder mal ein Mückenjahr? (Ulf)

Aus derMünchener Illustrierten Dresse": Was für ein schauderhast dummes Libretto diese Oper wieder hat", stöhnte in der Pause der Kritiker Mantsch seinem Kollegen gegen­über.Oder haben sie zum Beispiel eine AH- nung, warum die Heldin nach ihrer Arie ins Gefängnis abgeführt wird?"Hm wahr, icheinlich, weil die Arie gestohlen ist."

Der Reife-Schieber.Kauf' ich mir jetzt einen einfachen, soliden Reisekorb oder pump' ich mir einen echten Rohrx.attenkosfer?"

dem Festplatz in Anwesenheit von etwa 500t, nassauischen Bauern die Vertreterversamm- lung. Der Präsident des Reichslandbundes und Bezirksvorsitzender Abg. Hepp begrüßte die Vertreter der Regierung, der staatlichen und sonstigen Behörden. Präsident Hepp hielt dann eine groß angelegte wirtschaftspolitische Rede, in der er für eine agrarische Schutzpoli- tik eintrat, die die Möglichkeit gebe, dem deut­schen Volke Nahrung zu bieten und ihm zu dem wirtschaftlichen Wiederaufstieg zu verhel­fen, der aber nur möglich sei, wenn der Ge­gensatz zwischen Erzeugern und Verbrauchern ausgeschaltet und die Einheit des deutschen Volkes nicht gestört werde. Nach kurzen Dan­kesworten des Landesrates Dr. Schlüter-Wies­baden als Vertreter des Landeshauptmanns erstattete der Geschäftsführer der Bezirks­bauernschaft für Nassau und den Kreis Wetz­lar, Dr. Pfisterer-Limburg den Geschäftsbe­richt. Kurz nach 1 Uhr setzte sich der Festzug in Bewegung, in dem eine große Anzahl Wa­gen ein Spiegelbild der Geschichte des nassaui­schen Landes'gaben. Nach Auflösung des Fest­zuges auf dem Festplatz fand eine Massenver­sammlung statt.

Hannover, 4. Juli. In dem Prozeß gegen den Bankier Katz und Genossen wurde heute vom erweiterten Schöffengericht das Urteil ver­kündigt. Katz war beschuldigt, mehrere Mitan­geklagte zu strafbaren Handlungen, zu Be­trug und zum Teil zu schwerern Privat- urkundenfälschungen bestimmt und sich rechts­widrige Vermögensvorteile verschafft zu haben. Insbesondere sollte er Angestellte der Reichs­bahn durch Versprechung von Vorteilen zur Falschführung der Bücher veranlaßt haben. Katz wurde wegen Betrugs und Bestechung zu einem Jahr sechs Monaten Gefängnis, sein An­gestellter Hermerding für die gleichen Delikts zu einem Jahr Gefängnis und Reichsbankbe­amter Düker und der Buckhalter Loges wegen Betruges und Kassiber-Bestechung zu je neun Monaten Gefängnis verurteilt und weitere acht Angeklagte erhielten wegen Betrugs Gefäng­nisstrafen von zwei Monaten bis einem Jahr, während der Angeklagte Bröhl freigesprochen wurde.

Hamm, 6. Juli. Eine schwere Bluttat hat sich in Huesten zügetragen. Dort waren in einer Wirtschaft Zigeuner und Korbflechter ein­gekehrt, die miteinander in Streit gerieten; da- beftkam es zu einer Schießerei, in deren Ver­lauf der an dem Streit völlig unbeteiligte Ge­schäftsführer Gruben aus Huesten einen Kopf­schuß erhielt, der kurze Zeit daraus den lob herbeiführte. Der Schirmflicker Klein erhielt einen Bauch- und Armschuß. Zwei Zigeuner wurden lebensgefährlich verletzt. Nach der Schießerei ergriffen die Zigeuner die Flucht, konnten aber von der Polizei entdeckt und dingfest gemacht werden. Der Haup

ein Zigeuner namens Wagner, der schon seit langer Zeit wegen der Erschießung eines Land­jägers steckbrieflich verfolgt worden ist. In dem Wohnwagen der Bande wurden zahlreiche Re­volver und andere Waffen gefunden.

Hagen, 6. J'â Das hiesige Schwurgericht verurteilte nach längerer Verhandlung den 27jährigen - Arbeiter Bohl aus Hannover zum Tode und den ?1jährigen Bergmann Fritz Meise aus Bochum zu lebenslänglichem Zucht- 'mus. Die beiden ^..^rechsr hatten am 3. Juni einen sie verfolgenden Polizeibeamten er­schossen und in Letmathe einen Ueberfall auf eine Frau verübt, bei dem diese durch Ham­merschläge auf den Kopf mehrere Schädel­brüche erlitt, die eine dauernde Lähmung zur Folge hatten.

Dortmund, 6. Juli. Ein schwerer Unfall hat sich in Kunststein in einem Schlackenbetrieb der Dortmunder Union ereionet. Drei Leute waren zu Beginn der Morgensckicht damit beschäftigt, einen großen Hohlraum in den Schlackenberg zu treiben, als die Schlacken plötzlich nach­gaben und die drei Arbeiter unter sich begru­ben. Der Arbeiter Kotzki wurde durch die stür­zenden Schlackenblöcke erschlagen, der Arbeiter Maessa erlitt schwere Schädelverletzungen, während der dritt-- ^rl-iter mit leichteren Ver­letzungen ^anon^m.

Kranichfeld an der Ilm, 6. Juli. Hier sind 26 Personen an Typhus erkrankt. Das Baden in der Ilm wurde verboten.

Lohr 6. Juli. Auf der Sackenbacherftraße wurde in den Vormittagsstunden ein Mädchen von hier, welches einen Hund dabei hatte, von Personen in einem daherkommenden Auto an­gesprochen zum Mitfahren. Nachdem das­selbe das Anerbieten abwies und den Weg rückwärts nahm, änderte das Auto ebenfalls seinen Kurs, worauf das Mädchen ins Feld - lief. Nachedm bei Würzburg in der Vorwoche ein ähnlicher Fall, aber mehr als Gewaltakt einer Entführung, vorkam, möchten wir im all- gemeinen zur Vorsicht mahnen; insbesondere l wäre bei solchen Fällen rasch das Zeichen und die Nummer des Autos zu merken und der Gendarmerie Anzeige zu machen.

WW MWlmWM.

Bekanntmachung.

Aus Grund der Verordnung über Sonn­tagsruhe im Handelsgewerbe und in Apotheken vom 5. Februar 1919 wird anläßlich der Aus­stellung für Handwerk und Gewerbe am Sonntag den 12. Juli 1925 der Geschäftsver­kehr für alle Zweige des stehenden Handels­gewerbes im Stadtbezirk Hanau und zwar in der Zeit von 12 Uhr mittags bis 7 Uhr abends zugclasfen. 31

Hanau den 4. Juli 1925.

Der Polizeidirektor. I. V.: Niemeyer.