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200, Jahrgang.

Bezugspreis: Für den halben Monat 1 Reichsmark, für den ganzen Monat 2 Reichsmark ohne Trügerlohn. Einzelnummer 10, Freitag und Samstag 12Reichspfennig. Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 Reichspfennig, im Reklameteil von 68 mm Breite vreichspfemü» Offerten gebühr: 50 Reichspfennig. Geschäftsstelle: Hammerstraße S.

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Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. Bei unverschuldetem Ausfall der Lieferung Infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreise». Für Platzvorschrift und Erscheinungstage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Fernsorech-Anschlutz Nr. 1237 und 1238.

Nr. 156

Dienstag den 7. Juli

1925

Das Neueste.

Wie dieTägliche Rundschau" erfährt, ist die Ueberweisung des Disziplinarverfah­rens gegen Dr Jänicke an die Potsdamer Disziplinarkammer erfolgt, weil das Auswär­tige Amt nur auf einen Verweis erkennen kann und weil es der Ansicht ist, daß der Fall damit feinen Abschluß nicht finden kann.

Dem sächsischen Landtage ist heute ein von dem Linkssozialisten Arzt und Genossen unterzeichneter Antrag auf Auflösung des Landtages zugegangen.

Der preußische Untersuchungsausschuß für die Barmat-Kutisker-Affäre wird heute feine Verhandlungen fortsetzen. Es soll über die allgemeinen Fragen und die bisherigen Feststellungen eine Aussprache stattfinden. Der Reichsbankpräsident Dr. Schacht wird den

Verhandlungen auf Einladung beiwohnen.

Der Ausfall der holländischen Wahlen hat das Kabinett veranlaßt, der Königin seine Entlassung einzureichen. Das Kabinett wurde mit der vorläufigen Weiterführung der Ge­schäfte beauftragt.

Die Lage in Marokko.

Paris, 6. Juli. Die Presseberichte über die ungünstige Kampftage in Marokko und die sich ; ständig ausbreitende Abfallbewegung der bis­her treu gebliebenen Stämme hat in Paris ; große Erregung hervorgerufen, sodaß sich noch y. im Lause der Nacht das Kriegsminsterium zu / einer Richtigstellung veranlaßt sah. Es heißt ? darin, daß der Verrat einzelner Stämme eine I bei Kolonialkriegen unvermeidliche Episode sei, " die keine Veranlassung zu Beunruhigung gebe.

^ â Feind sei Leiser bewaWm, el» ââ Jahren, greife häufiger und geordneter auf

einer sehr ausgedehnten Front an und be­herrsche bei geschickter Ausnutzung des Ge­ländes ganz moderne Kampfmethoden. Es be- stehe kein Grund, nervös zu fein, wenn lokale Rückwärtsbewegungen und Umgruppierungen vorgenommen würden, weil auf sie heftige Gegenstöße folgen würden. Painlevè ergänzt den amtlichen Bericht durch eine lange Erklä­rung imMatin". Die Schwierigkeiten des Marokkofeldzuges beständen in der Unmöglich­keit, Kriegstaktik anzuwenden. Die ausgedehnte Front verhindere den Schutz vor Ueberfällen. Trotz des Verrates der Stämme und der Er­folge Abd el Krims sei Fez nicht bedroht. Pain- levs hebt weiter den günstigen Fortgang der spanisch-französischen Verhandlungen hervor und erklärt, bei den gemeinsamen Friedensbe­dingungen müsse selbstverständlich das Prestige Frankreichs bei den Stämmen unversehrt blei- ben. Diese würden nicht nur von der Friedfer- ügkeit, sondern auch von dem tatsächlichen Siege Frankreichs überzeugt werden. Truppen- verstarkungen würden weiter nach Marokko abgehen. Außerdem halte es die Regierung für notwendig, im Einverständnis mit Marsch all Liautey an die Spitze der französischen Streit- kraste einen Oberkommandierenden zu berufen, der die Verantwortung für sämtliche Kampf­handlungen übernehmen müßte. Der Oberkom­mandierende werde heute vom Ministerrat er­nannt werden. Die Blätter nennen überein­stimmend General Targe.

V^J*5» 7. Juli. 3um Oberbefehlshaber der marokkanischen Streitkräfte ist der Komman­dant des 30. Armeekorps am Rhein, General Naulin, ernannt worden. Wie derMatin" be- rrchtet, hat General Guilleaumat, der allgemein für den neugeschaffenen Posten am meisten m Aussicht genommene General bezeichnet wurde, das Anerbieten abgelehnt, denn, so h ißt es in dem Blatt, ist im Augenblick, in dem das Ruhrgebiet geräumt werde, und in dem die Deutschen Nutzen aus unseren Schwie­rigkeiten in Marokko ziehen, um eine schädliche Propaganda zu entölten, kann ein Chef, der Erfahrung an der Rheinlinie hat, nicht ohne Ungelegenheit versetzt werden. Sowohl der Präsident der Republik als auch der Minister­präsident hätten die Argumente des Generals Guilleaumat vertreten müssen. General Nau- lm, der neuernannte Befehlshaber, hat länaere Zeit in Marokko gedient und war währenddes Krieges 1918 Führer eines Armeekorps Nach dem Waffenstillstand befehligte er die alliierten Streitkräfte in Schlesien, ging alsdann als Divisionskommandeur nach Oran, hielt sich eine Zeit in Levante auf und erhielt alsdann, als Aachfolger des Generals Mordeg, das von ihm bis jetzt innegehabte Kommandchin Wiesbaden

Die Friedensvorschläge an Abd el Krim.

Paris, 6. Juli. Wie der Madrider Bericht- z erstatter desJournal" in einer Unterredung

Set WIMM im uMen

London, 7. Juli. In der gestrigen Ober­haussitzung ersucht Asquith die Regierung um Aufklärung über den Standpunkt der euro­päischen Mächte in der Frage der dauernden Sicherung des Friedens. Seiner Ansicht nach seien für einen wirksamen Sicherheitsvertrag folgende Vorbedingungen notwendig:

1. Deutschland müsse dem Völkerbund bei­treten,

2. Der Sicherheitspakt müsse das Ansehen des Völkerbundes nicht vermindern, sondern vermehren,

3. Der Pakt müsse ferner auf breiter Grundlage abgeschlossen werden.

Er müsse auch zugeben, daß Großbritannien in der Frage der Ostgrenzen und in der des Rheinlandes von verschiedenen Gesichtspunk­ten ausgehen müsse, doch sei es äußerst schwie­rig, den Osten vom Westen zu trennen. Er könne nur hoffen, daß eine Form gefunden werden könne, in der der Sicherheitspakt ein Teil des allgemeinen europäischen Friedens werden könne.

Lord Haldane meinte, daß die Sicherheits­vorschläge zu begrüßen seien. Doch wären die eigentlichen Verhandlungen noch nicht ausge­nommen worden, und ein Vertrag könne nur durch sehr gründliche Aussprache abgeschlossen werden.

Die Meinung Wiscont Greys ging dahin, daß der Beginn der Verhandlungen ausschließ­lich von der Antwort Deutschlands auf die sei kaum zuviel gesagt, daß die Zukunft Europas von dem Ausgang der Verhandlungen ab­hänge. Das Ansehen der europäischen Zivili­sation sei seit dem Weltkrieg in einem Maße zurückgegangen, wie das selbst vor über hun­dert Jahren nicht der Fall gewesn wäre. Ein Erfolg der Paktvorschläge würde der Methode der ëonber« und Gruppenbündnisse ein Ende machen. Großbritannien müsse die Verpflich­tungen, die es übernehmen werde, sehr sorg­fältig prüfen. Er hoffe, daß es die Grundsätze der Schiedsgerichtsbarkeit annehmen werde. Der Sicherheitsvertrag habe zur Aufgabe, das gegenseitige Mißtrauen in Europa durch Ver­trauen und guten Willen zu ersetzen.

Lord Balfour dankte im Namen der Regie­rung für die Unterstützung der Regierungs­politik. Besonders wichtig sei es, daß diese Po­litik von Männern unterstützt werde, deren Namen nicht nur in England, sondern in der ganzen Welt von Gewicht seien. Auf die Fra­gen, wie weit ein Uebereinkommen mit Deutsch­land den Grundsatz der Schiedsgerichtsbarkeit umfassen werde, erwiderte Balfour, daß es' keine Frage zwischen Deutschland, Frankreich, Belgien, Polen und Großbritannien gebe, die nicht der Schiedsgerichtsbarkeit unterliege. Wenn man von diesen Grundsätzen abweichen wolle, so würde zweifellos in dem einen oder anderen Falle ein Krieg entstehen. Falls eine Partei die schiedsgerichtliche Lösung ^zurück- weise und zu den Waffen greife, so wären die übrigen Parteien verpflichtet, den Angegriffe­nen mit allen Kräften zu verteidigen. Die Ver­pflichtungen Großbritanniens Deutschland und Polen gegenüber würden unberührt bleiben, wenn sie nicht durch besondere Umstände in Bahnen gelenkt würden, wie die für die Ost­

mit Malvy erfahren hat, hat sich die franzö­sisch-spanische Konferenz in ihrer letzten Sitzung mit der Abfassung von Friedensvorschlägen für Abd el Krim beschäftigt. Es handele sich um ein öffentliches und nicht offiziöses Friedens­angebot, das durch Mittelpersonen überbracht werden soll. Die Vorschläge seien folgende: Abd el Krim und die Riffbevölkerung werde die volle wirtschaftliche und administrative, Frei­heit unter der Oberhoheit des Sultans inner­halb der festgelegten Grenzen garantiert. Abd el Krim werde ferner rein symbolischen Bedeu­tung halber nicht das gesamte Waffenmaterial, sondern nur 50 000 Schnellfeuergewehre ab­treten müssen. Maloy fügte hinzu, die franzö­sisch-spanische Verständigung könne als voll­zogene Tatsache angesehen werden.

Unaufhaltsames Vordringen der Sabylen.

London, 6. Juli. Unabhängige Meldungen aus Tanger zeigen, daß die Lage im östlichen Teil der Ouerghafront für die Franzosen höchst gefährlich geworden ist, da sie hier das um­fassende Vordringen der Rifleute in der Rick­

grenzen übernommenen Verpflichtungen. Deutschland habe entschieden mit seinen Vor­schlägen einen ungemein wichtigen Schritt ge­tan. Doch sollten weder Deutschland noch die Verbündeten vergessen, daß es auch heute von Deutschland abhänge, die Vorschläge zur Aus­führung zu bringen. Sollte heute eine der in die Vorschläge einbegriffenen Parteien aus unangebrachten Zweifeln zurücktreten, so würde das die Welt in ihren Grundfesten er­schüttern und das größte Unglück Hervorrufen.

Unterhaus.

London, 6. Juli. Auf eine Anfrage, ob der Premierminister dem Hause Gelegenheit geben werde, die Sowjetpropaganda in England und in den Dominien zu erörtern, erwiderte Baldwin, im Hinblick auf die Fülle der Arbeit, die zu bewältigen sei, sehe er vorläufig keine Möglichkeit dafür. Auf weiteres Drängen des Fragestellers erwiderte Baldwin, es gäbe eine Unmenge Fragen von öffentlicher Bedeutung, für die immer noch Zeit sei. Die Angelegenheit könne gelegentlich der Vertagung aufgeworfen werden. Kennworthy fragte den Schatzsekretär des Aeußeren, ob die Note an die Sowjet­regierung im Zusammenhang mit den jüngsten Ereignissen in China gesandt worden sei. Chamberlain erwiderte, eine solche Note sei nicht gesandt worden, aber die Regierung be­halte sich volle Freiheit für jeglichen Schritt vor, den sie für erforderlich halte. Kennworthy

.ob. .CbamLexlain^ im Unterhaus^ bevor er irgendeinen praktischen Schritt unter­nehme, alle Tatsachen und die^ ausführliche Begründung für einen solchen Schritt unter­breiten werde. Chamberlain erwiderte: Ich glaube, die Regierungspolitik muß fortgeführt werden, aber es ist mein dringender Wunsch, stets unter voller Kenntnis des Unterhauses vorzugehen. Aber es würde den Pflichten meines Amtes nicht gemäß fein, wenn ich ver­sprechen wollte, daß in einer dringenden Lage jeder Schritt unterbleiben werde, bis das Haus unterrichtet wurde. Clynes wies auf den Absatz in der Thronrede über die Beziehungen mit Rußland hin und fragte, ob das Unter­haus damit rechnen könne, unterrichtet zu werden, bevor von den in der Thronrede an­gegebenen Richtlinien abgewichen, werde. Chamberlain erklärte, er hoffe, daß keine Frage gestellt werden würde, die von der Voraus­setzuna aus ginge, daß die Regierung wegen einer Abänderung dieser politischen Richtlinien Erwägungen anstelle; das wäre ein Irrtum, aber die Lage sei derartig, daß sie von Tag zu Tag sorgfältiger beobachtet werden müsse. Die Regierung müsse die Freiheit haben, zu han­deln, wie sie dies für den Schutz der britischen Interessen für notwendig erachte. Er ver­spreche jedenfalls, wenn irgendeine Aenderung eintreten sollte, das Haus sobald wie möglich eine Erklärung darüber abzugeben. Wallhead fragte, ob es nicht notwendig fei, die Aeuße­rungen von Kabinettsmitgliedern sehr genau zu kontrollieren, bevor ein allgemeines Unglück entstehe. Chamberlain erwiderte: Alles was wir forden müssen ist, in kritischen Lagen auf die Worte zu verzichten, welche die Lage noch gefährlicher machen könnte, als sie es schon ist.

tung auf Taza nicht aufhalten können und bis­her ihnen gehorsame Stämme immer größere Neigung zum Abfallen zeigen. Auch im mitt­leren Sektor ist dem Feinde ein erneutes Ueberschreiten der Ouergha und das Vor­dringen im Nebental gelungen, wo er die Ver­bindung zwischen Fez und dem französischen Hauptlager an der Ouergha bedroht.

Fez bedroht.

Paris, 6. Juli. (Abendblätter.) Hier traf eine Depesche der Rdioagentur ein, die von einer Verschlechterung der politischen Lage in Fez berichtet und wörtlich sagt:Die Lage ist noch nicht schwer, aber doch ernst. Die Be­drohung von Fez ist keine Legende".

Tanger vor dem Aufstand.

London, 6. Juli. DieTimes" melden aus Tanger, alle Konsuln fordern die schleunige Entsendung von Kriegs- und Transportschiffen zur Heimschaffung der Europäer. Tanger stehe vor der Revolution der Aufständischen.

Ein kommunistischer Hochverrats- prozetz.

Leipzig, 6. Juli. Vor dem Staatsgerichtshof zum Schutze der Republik begann heute unter dem Vorsitz des Senatspräsidenten Niedner der Prozeß gegen Lamp und Genossen, in dessen Mittelpunkt der 37jährige frühere Lokomotiv­führer Johannes Bozenhard aus Rudow bei Berlin steht. Die Anklage lautet auf Dorberei» tung zum Hochverrat, Sprengstoffverbrechen und unbefugtem Waffenbesitz. Bozenhard wurde bald nach seiner am 16. Mai 1924 er­folgten Verhaftung aus der Kommunistischen Partei als Spitzel ausgeschlossen, erhielt aber kurz vor der Hauptverhandlung durch die Rote Hilfe" Unterstützung in Gestalt mehrerer Lebensmittelpakete, wie er annimmt, um ihn zu einem Umfall in Bezug auf die Aussagen über die Kommunistische Partei zu veranlassen. Bozenhard wurde wegen seiner politischen Tä­tigkeit 1922 von seinem Amt als Lokomotiv­führer suspendiert. Durch Vermittlung des Ab­geordneten Pieck und der russischen Botschaft erhielt er im Juli 1923 bei der russischen Han­delsdelegation die Stelle eines Wagenab­nehmebeamten gegen ein Gehalt von 5600 Goldmark und Reisespesen. Die Handelsdele­gation setzt sich, wie Bozenhard ausführt, aus 5600 Mitgliedern zusammen, von denen nicht ganz die Hälfte der Kommunistischen Partei angehörte und die kommunistische Fraktion bildete. Im Oktober 1923 mußte er diese Arbeit aufgeben, um Parteiarbeit zu leisten. Er wurde von dem Russen Andrae Golowin, von dem er in die russische Botschaft bestellt wurde, nach Stuttgart geschickt, um dort Ermittelungen Ker die Haltung der Eisenbahner bei einem etwaigen Hitlerputsch anzustellen. Später er­hielt er von dem Russen Willi den Auftrag, in Stettin die Partei neu zu organisieren. Als Entschädigung für die Aufgabe seiner Stellung hat Bozenhard, wie er erklärte, 500 Dollar er­halten, außerdem ein Monatsgehalt von 40 Dollar. Für 500 Dollar habe er in Stettin in der Birkenstraße ein Schokoladengeschäft ein­gerichtet. Da er merkte, daß Mißtrauen gegen ihn bestand, sei er im Dezember nach Berlin zurückgekehrt und wieder in die russische Han­delsdelegation eingetreten. Im März wurde er für den Wahlkampf in Württemberg beurlaubt, wo er in der Nacht vom 1. Mai zum 2. Mai verhaftet wurde. Bei seiner Ueberführung nach Stargard in Pommern gelang es ihm, in Ber­lin in das Gebäude der russischen Handels­delegation zu entkommen. Erst am 16. Mai wurde er wieder verhaftet. Die Anklage wirft Bozenhard, vor, Partisanenleiter in Pommern gewesen zu sein. Er erklärt, von der Parti- sanenbewegung keine Kenntnis gehabt zu haben, gibt aber zu, daß eine gewisse ihm unbekannte Emma einen Koffer zu ihm ge­bracht habe, der nach Neubrandenburg ge­schafft werden sollte, und der Waffen, Ampullen und mit Sprengstoffen gefüllte Steinkohle enthielt. Er habe sich dann mit Willi wegen des Koffers überworfen, ihn aber doch in einem vermauerten Schrank ver­wahrt.

Chamberlain und die Einschränkungett für die deutsche Luftfahrt.

London, 6. Juli. (Unterhaus.) Auf eine Anfrage Wedgewood Benns wegen der Ein- schrünkungsbestimmungen für die deutsche Luft­fahrt gab Chamberlain eine Erklärung über die Verhältnisse ab, die zu der bekannten Note der Botschafterkonserenz an die deutsche Regierung geführt habe. Auf eine weitere Frage Wedge- woods Benns, ob es Chamberlain bekannt sei, daß deutscherseits die ausländischen Flugzeugen bei Flügen über Deutschland auferlegten Be- schränkungen eines der größten Hindernisse für die Entwickelung der europäischen Handelsluft- fahrt sei, sagte Chamberlain: Es ist mir be­kannt, daß Schwierigkeiten vorhanden sind. Die zuständigen britischen Behörden bemühen sich um ihre Beseitigung. Weiteres kann ich tm Augenblick nicht darüber sagen.

Der Hoefle-Ausschutz des Landtags.

Perlin, 6. Juli. Im Hoefle-Untersuchungs- ausschuß des Landtages hielten die Sachuer- ständigen Geheimrat Dr. Straßmann und Medizinalrat Dr. Störmer daran fest, daß bei Dr. Hoefle Selbsttötung infolge seelischer De­pression, die die freie Willensbestimmung aus­geschlossen habe, gegeben sei. Beide Gutachter können nicht entscheiden, ob Absicht vorgelegen habe, wohl könne auch Fahrlässigkeit vorgs- legen haben.