Seife 2
^Donnerstag den 2. Dull
Nr. 152
schichte und insbesondere die Folgen des letzten verheerenden Krieges selbst lehren, nicht mit solchen Mitteln erreicht werden kann. Warten wir ab und lassen wir die Tatsachen arbeiten, bis sich die Ansichten derjenigen durchsetzen, die erkennen, daß solche Bestimmungen w ihrem eigenen Schaden ausschlagen. Daß dieser Schaden schließlich die Erkenntnis bringen wird, steht fest. Hoffentlich bringt er sie bald.
Aus dem KSfle-Ausschutz.
Berlin, 30. Juni. Zu Beginn der Sitzung tastet Vorsitzender Dr. Seelmann (Dntl.) zunächst den Ausschuß, Stellung zu nehmen zu der Anregung des Dr. Kipper, seinem vorläufigen chemischen Gutachten noch ein endgültiges hinzuzufügen. Nach längerer Aussprache wird beschlossen, Dr. Kipper nochmals als Zeuge zu hören.
Es wird darauf Justizobersekretär Linsener als Zeuge gehört. Dem Zeugen liegt es ob, die Maßnahmen zur Sicherung des Fiskus in Sachen, die noch nicht rechtskräftig abge- schlosien sind, zur Erledigung zu bringen. Der Zeuge erklärt auf Befragen des Vorsitzenden, daß das Sekretariat 37, dem er vorstehe, es für seine Pflicht hielt, in geeigneten Fällen Ver - mögens-Arrest anträge zu stellen. Das Sekretariat 37 sei auf Grund des Beschlusses auf Eröffnung des Verfahrens gegen Dr. Höfle zu der Ueberzeugung gekommen, daß mit wenigstens fünf Jahren Gefängnis für Dr. Höfle zu rechnen sei. Damit sei die Bezahlung der Gerichtskosten gefährdet erschienen. Zu Beginn des ersten Verfahrens gegen Dr. Höfle sei eine Anordnung an das Sekretariat auf Antrag eines Arrests nicht gestellt worden, später habe man dann die ganze Höhe der Kosten berechnet. Eine besondere Härte gegen Dr. Höfle habe nicht vorgelegen, sondern der Antrag auf Durchführung des Arrestoerfahrens sei begründet gewesen in dem Fortschreiten des Strafverfahrens gegen Dr. Höfle.
Der Zeuge vertritt die Auffassung, daß, wenn eine öffentliche Anklage des Staatsanwalts vorliege, dann damit auch ausgesprochen sei, daß mit einer Verurteilung zu rechnen ist. Auf Frage des Abg. Heil- mann (Soz.) erklärt der Zeuge, daß das Sekretariat zunächst eine Ueberweisung der Akten des Dezernenten des Staatsanwalts erhält. Aus dieser Ueberweisung schließt das Sekretariat, daß der Dezernent die Verurteilung des Angeklagten für sicher hält und den AnspruchderGerichtskasfefürge- f ä h r d e t ansieht. Dann bringt das Sekretariat den Arrest aus.
Nächster Zeuge ist Fabrikant Schondorf. Seine Aussage bezieht sich auf die auf Veran- iassung Dr. Höfles aus dem Poftminifterium abgeholten Pakete. Auf FrMc k>es Vorsitzenden erklärt der Zeuge, daß sich in diesen Paketen keine Papiere befanden, die in der Voruntersuchung gegen Dr. Höfle irgendwie von Bedeutung sein konnten. Weiter wird als Zeuge Professor Franzesson gehört. Der Zeuge war bei dem Offenbarungseidverfahren Dr. Höfles zugegen. Er bekundet, daß Dr. Höfle damals ohne irgendwelche Einwirkungen gehandelt habe. Dr. Höfle habe sowohl im ersten als auch im zweiten Termin geäußert, er sei durch seine Untersuchungshaft in eine schwierige Lage gekommen und werde sich vielleicht nicht ganz genau seiner VermLgensvsrhültnisse entsinnen können. I r - gendwelche Pression der Richter sei aber nicht vorgekommen.
Dr. Wester (Ztr.) stellt fest, daß auf Antrag des Verteidigers Dr. Höfles infolge einer anscheinend weiter eingetretenen Verschlimmerung im Befinden Dr. Höfles eine nochmalige Untersuchung vorzunehmen, lediglich von einem mittleren Beamten die Auskunft gegeben wurde: „Das Befinden ist unverändert."
Die Vernehmung Lange-hegermanns.
Berlin, 1. Juli. Der Reichstagsausschnß für die Höfle-Affäre vernahm am Mittwoch zunächst Oberpostrat Dr. Geiger (München), einen früheren Freund Höfles. Der Zeuge erklärte, ex sei sich keiner unrechten Handlung bewußt, immerhin habe er am 4. Januar bereits im Kabinett scheinbar Schwierigkeiten gehabt. Er habe damals auch schon zugegeben, daß er unvorsichtig gewesen sein möge. Der Zeuge schilderte Dr. Höfle als sehr gutmütig und geistig gewandt. Er sei aber kein Mensch von großen Bedenklichkeiten gewesen. Höfle habe ihm gesagt, er könne nicht sehen, wo eine Bestechung aus seiner Handlungsweise hergeleitet werden könne.
Der nächste Zeuge, Ministerialdirektor Klauke (München) bezeichnete Lange- Hegermann als den b ö s e n G e i st D r. Höfles. Dr. Höfle habe auch selbst einmal gesagt: Lange-Hegermann hat mich reingerissen. Der Zeuge erklärte, er traue Dr. Höfle selbst eine dolose Handlung nicht zu. Dr. Höfle sei aber sehr leichtfertig in der Auffassung seinerPflichten alsMini- st e r gewesen. Man hätte ihn, wenn man ihn vorher richtig gekannt hätte, nicht zum Minister machen dürfen. Der Zeuge bestätigt, daß von Berlin keine Mittel nach der Pfalz geflossen seien. Bei der Unterredung zwischen Höfle und Henry Barmat sei Höfle selbst aufgeregt gewesen. Barmat dagegen war kaltschnäuzig, als sagte er sich, jch habe ja das Geld, alles andere ist mir gleichgültig. Der Zeuge wies darauf hin, daß nach Barmats Freilassung die <.age bedeutend schwieriger geworden sei.
. Den ganzen Nachmittag über vernahm man oen Abg. ß_onge-Hegermann (Ztr.). Er rragre zunächst vorsichtig, ob ein Angeklagter
zugleich als Zeuge vernommen werden könne, und meinte nach Rechtsbelehrung, daß ein Zeuge unter solchen Umständen leicht in Gewissenskonflikte kommen könne.
Der Zeuge schilderte die Entstehung des bekannten Zweimillionenkredits, von dem die Oeffentlichkeit annahm, daß er zur Unterstützung der Pfalzindustrie verwendet würde, der aber tatsächlich zur Sanierung aller möglichen Leute dienen mußte.Lange-Hegermann erklärte, er selbst sei auf diese Firma erst durch Bemühungen des Wg. Prof. Dr. Schreiber (Ztr.) gekommen, der ihn bat, Kredite zu beschaffen, und zwar über Minister Höfle. Am 12. Mai 1924 habe ihm Schreiber mitgeteilt, daß Dr. Höfle eine Million zur Verfügung gestellt habe. Er selbst habe dann mit Höfle in Berlin wegen der Sicherheiten verhandelt. Der Minister habe damals nur davon geinrochen, daß er das Geld momentan nicht flüssig habe und es von München kommen lassen müsse. Von einer Bestimmung der Kredite. für die Pfalz oder vom besetzten Gebiet sei keine Rede g »wesen. Ebenso habe er selbst nichts von den Abmachungen des Ministers in München gewußß Als er davon erfahren habe, habe er zu Höfle gesagt, er wolle diese „Schweinerei" nicht mehr haben. Höfle habe versprochen, die Soche in München in Ordnung zu bringen.
Staatssekretär Schätzel verlas einen Briefwechsel der Abteilung München der Reichspost mit Lange-Heaermann, woraus hervoraehe, daß dieser von der Bestimmung der Gelder für die Pfalz genau gewußt hat. Der Vorsitzende machte darauf aufmerksam, daß von der Post an Lange-Hegermann ausdrücklich geschrieben worden sei, das Geld bien» zur Förderung von Betrieben im besetzten Gebiet
Zwischendurch erzählte der Zeuge merkwürdige Geschichten von einer fingierten Hypothek der Merkurbank und einer Aufsichtsratssitzung dieser Bank, wo eine Kapitalserhöhung auf 2 Millionen mitgeteilt wurde, an der gar nichts wahr war. Der Zeuge sagte weiter aus, das von München gekommene Geld sei bei der Merkurbank auf Separatkonto Lange- Hegermann angelegt worden. Er bezeichnete sich selbst als reinen Treuhänder, als das bekannte dumme Luder, „das die Sache in Ordnung bringt".
Die Frage, ob durch feine Vermittlung Gelder in die bayerische Pfalz gekommen seien, verneinte Lange-Hegermann. Staatssekretär Dr. Schätzel stellte demgegenüber fest, daß Lange-Hegermann in Bestätigung des Kreditabschlusses ausdrücklich erklärt habe, er werde die Gelder für das besetzte Gebiet einschließlich der Pfalz verwenden. In die Enge gedrängt, schob Lange-Hegermann die ganze Verantwortung dem toten Dr. Höfle zu.
Dramatisch gestaltete sich die eindringliche Befragung des Zeugen durch den Abg. Mittelmann (D. Vpt.). Irgendwelche persönlichen Verdienstmöglichkeiten bestritt der Zeuge. Er sei lediglich eingeschoben worden, weil jemand habe da fein müssen, der das Giro besorgte. Er erklärte: Es handelte sich um eine Firma in Sachsen, die dort für die katholische Sache viel getan hatte. Mittelmann fragte weiter:Wie ist es mögsich, daß ein Mitglied des Deutschen Reichstags, das sein Mandat noch nicht niederlegte, einer Regierungsstelle gegenüber Verpflichtungen eingeht, obwohl er wußte, daß auch nicht ein Wort davon rp ah r ist? — Antwort: Ich habe den Minister nicht so verstanden, daß von dem, was ich nicderschrieb, kein Wort wahr war. Zur Zeit des Schreibens habe ich die allgemeine Ueberzeugung gehabt, was ein Minister sagt, ist als absolut wahr zu unterstellen. Ich gebe jetzt zu, daß es eine Dummheit war. Aber es war nicht mehr möglich, etwas zurückzunehmen.
Auf die Anfrage nach der Verteilung der zwei Millionen erklärte Lange-Hegermann: Anderthalb Millionen Habs Schäfer, 1500 ein Pfarrer in Ottrop und eine weitere kleine Summe eine dortige Kirchengemeinde erhalten, ferner die westfälische Druckerei, an der Lange-Hegermann mit Aktien beteiligt war, sowie die Gewerbebank, wo er Aussichtsrat war. Ueber Höfles Empfehlungsschreiben für die Merkurbank gab der Zeuge an, nichts zu wissen. Am Donnerstag soll ü. a. Abg. Schreiber vernommen werden.
Recklinghausen am 10« Juli frei?
Wir her „Lokal-Anzeiger" hört, soll das in Nockling- Hausin stationierte französische Dragoncrregiment mitsamt dem Stabe und den Kommandobehörden die Stadt am 10. Juli verlassen. Die Verwaltungsbe- Höchen sollen am Tage darauf folgen.
Niederlage CaMaux'.
Paris, 1. Juli. In der heutigen Kammersitzung geriet Finanzminister Caillaux bei der Abstimmung über den Text des Gesetzes betreffend die Kapitalflucht mit 229 gegen 330 Stimmen in die Minderheit. Der Finanzminister setzte sich für den Gesetzestext des Senats ein, der von einem Eid des Steuerzahlers ab- sieht, während der Text der Finanzkommission den Eid ausgenommen zu sehen wünschte.
Das Sinken der Lira.
Rom, 1. Juli. Die Lira erlitt an den italienischen Börsen neuerlich einen scharfen Rückgang. Der französische Franken schloß gestern mit 128 und stieg heute auf 130,5, das Pfund von 137 auf 143, der Dollar von 28,3 auf 29,37. Die italienischen Konsols begannen mit 84, sanken auf 82,9 und erholten sich wieder auf 83,3. Die Blätter erörtern die Frage, ob
diese Aktion vom Auslande ausgehs oder durch Valutakäufe im Inlands ober durch politische Gründe verursacht sei. Sie verzeichnen die Meldung, daß im morgigen Ministerrat der Finanzminister de Stefani zurücktreten und Mussolini interimistisch die Finanzverwaltung übernehmen werde.
Aus aller Well.
Ein Mord vor 28 Jahren.
Chemnitz, 30. Juni. Vor dem hiesigen Schwurgericht begann heute ein Prozeß gegen den Schuhmacher Albert Friedrich Fiegert aus Greitzsch bei Leipzig, welcher der Täterschaft an einem vor 28 Jahren begangenen Mord beschuldigt wird. Am 9. April 1897 war das sechsjährige Töchterchen des Zigarrenarbeiters Sonntag aus Chemnitz spurlos verschwunden, nachdem es sich am Spätnachmittag vom Spielplatz entfernt hatte. Einige Tage später fanden spielende Knaben die vollständig zerstückelte Leiche der Kleinen im Zei- sigerwalde in der Nähe des Steinbruchs. Der Täter wurde nicht entdeckt, obwohl deutliche Spuren vorlagen und da mehrere Leute die Person eines Unbekannten genau beschrieben, der an dem Mordtage ein Mädchen von ungefähr sieben Jahren forttrug, das sich öfter weinend an einen Gartenzaün anklammerte. Einige Tage später fand bei Bautzen ein ähnlicher Mord an einem 13jähriaen Mädchen statt und hier gelang es, den Täter in der Person eines Tischlers Bittner zu ermitteln. Man glaubte, er habe auch den ersten Mord begangen. Die eingehende Untersuchung ergab ober, daß er für den Chemnitzer Mord nicht in Frage kam.
Es wurden dann noch verschiedene Verhaftungen vorgenommen, aber alle ohne Ergebnis und so blieb die Tat bis heute ungeklärt und ungesühnt. Jetzt endlich, nach so vielen Jahren, glaubt man diese Klärung erreicht zu haben.
Die persönliche Vernehmung desAngeklagten ergibt folgendes: Fiegert, 1881 als uneheliches Kind geboren, hat schon früh Diebstähle begangen. 1896 kam er in die Lehre und riß wiederholt aus. So ist er auch am 5. April 1897 ausgerückt und erst nach mehreren Tagen zurllckgekehrt. Von da ab beginnen seine Konflikte mit dem Strafrichter und zwar sind es sittliche Verfehlungen, die ihn bis 1900 mehrmals ins Gefängnis bringen. Dann folgen längere Freiheitsstrafen wegen schwerer Diebstähle, zuletzt sieben Jahre Zuchthaus im Jahre 1911. Einige Tage nach dieser Verurteilung gesteht er aus freien Stücken, den Mord vom April 1897 begangen zu haben. In mehrfachen Verhören beschreibt er die Fundstelle, das Kleid des Kindes und die Einzelheiten der Tat. Einige Tags widerruft er und dann merfifefn Geständnisse und Widerrufe ab. Bereits im Jahre 1912 sollte die Hauptverhandlung stattfinden. Dann wurde Fiegert verhandlungsunfähig und mußte in die Irrenanstalt gebracht werden. Seit Ende September 1923 befindet er sich wieder im Zuchthaus. Zuletzt hat er seinen Schulkameraden Gläser als Mörder und sich als Zuschauer angegeben. Gläser hat aber zu jener Zeit eine Gefängnisstrafe verbüßt. Bei feiner jetzigen Vernehmung antwortet er oft überhaupt nicht und behauptet schließlich, daß er überhaupt nie im Zeisigwalde gewesen sei und nichts mit der ganzen Mordsache zu tun habe.
Zuchthaus für einen völkischen Führer.
Der frühere Geschäftsführer des „Völkischen Kuriers", Ehrenüerger, der in einem Beleidi- gungsprozsß unter Eid bestritten hatte, ein gegen Hitler gerichtetes Flugblatt verfaßt zu haben, wurde, nachdem sich die Unrichtigkeit seiner Angaben herausgestellt hatte, vom Schwurgericht München wegen dieses und eines anderen Meineids zu 3^ Jahren Zuchthaus verurteilt.
Durch eine Biene gekökei.
Der Stationsvorsteher in Prelsdorf bei Wesermünde wurde von einer Biene seines eigenen Schwarmes in eine Hauptader gestochen. Durch das Bienengift wurde das Blut infiziert, sodaß der Verletzte starb.
Mokorradunglück.
Lörrach, 1. Juli. Zwischen Brombach und Steinen ereignete sich heute auf der Wiesentalstraße ein schweres Motorradunglück. Zwei Motorradfahrer stießen in einer Kurve mit solcher Wucht zusammen, daß der eine Fahrer sofort tot war, während der andere schwere Verletzungen erlitt.
Denzinexplosion.
Friedrichshasen, 1. Juli. In Langenargen ereignete sich gestern bei einem Apotheker namens Baß eine Benzinexplosion, durch die die Kleider der Eheleute und eines Dienstmädchens Feuer fingen. Alle drei Personen sind den erlittenen Brandwunden erlegen.
20 Tote bei einem Brückeneinsturz.
Aus Warschau wird berichtet: Die heftigen Regengüge, die in den letzten Tagen im polnischen Karpath'.ngebiet niedergegangcn sind, haben in ganz Galizien große lloerschwemmungen hervor- gerufen. Bm bedrohlichsten lauten die Nachrichten aus dem Stromgebiet des Dnjestr. In Ostgalizien bei Mar.ampol ritz der Strom eine Brücke fort, auf der sich gerade 15 Kinder und fünf Soldaten befanden, die sämtlich ertranken. Der Eiienbahn- vertehr bei Stryj und Stanislau muhte unterbrochen werden. Auch in Westgalizien wird die Lage von Stunde zu Stunde bedrohlicher. Die Weich el ist bei Äratau um mehr als 3.60 Meter gestiegen und steigt gegenwärtig noch itünblid) um 20 Zentimeter. Die Bevölkerung flüchtet aus den bedrohten Gegenden nach höher gelegenen Punkten.
Feuer auf einem Dampfer.
London, 1. Juli. Aus Sidney wird gedrahdet: Auf dem australischen Dampfer „Camberra", der in brr Nacht im Hafen verankert war, brach plötzlich an Bord ein gefährlicher Brand aus. 40 Perionen, die in den Sabinen schliefen, hatten kaum Zeit, zu flüchten. Ein Matrose fand während der Nettungsaktion den Tod. Der Sachschaden wird aus 30000 Pfund Sterling geschätzt. Man glaubt, daß Unvorsichtigkeit die Ursache des Brandes war.
Explosionskakastcophe in Sarajewo.
Belgrad, 30. Juni. Wie aus Sarajewo gemeldet wird, explodierten gestern in dem dortigen pyrotechnischen Institut achthundert Kilogramm Dynamit und über 800 Handgranaten. Drei Gebäude wurden vollkommen zerstört. In der Stadt gingen zahlreiche Fensterscheiben in Trümmer. Da gestern wegen des Feiertages nicht gearbeitet wurde, ist kein Menschenopfer zu beklagen. Nur ein wachhabender Soldat wurde schwer verwundet.
Autounglück.
München, 2. Juli. Gestern ereignete f' im Forstenrieder Park ein schweres Autounglück. Ein Auto wollte einen anderen Wagen in schneller Fahrt überholen, wobei er sich überschlug, während der andere Wagen beiseite geschoben wurde. Bei dem Unglück wurden 4 Personen schwer und 2 Personen leicht verletzt.
Handelsteil des „Hanauer Anzeigers“
mitgeteilt von dem
Bankhaus Carl Kiefer & Co., Hanau.
Börsenbericht.
Die Eröffnung des heutigen Verkehrs war eher etwas unsicher. Besonders die Berliner Arbitrage zeigte sich wenig unternehmungslustig. Die Haltung des Montanmarktes ließ zum Einheitskurs etwas bessere Stimmung erkennen, was mit Deckungen in Zusammenhang gebracht werden kann. Eschweiler 122'h, Deutsch. Lux. 723/4, Harpener gingen mit 117’,'» aus dem Verkehr. OberbedarT gewannen IV Phönix blieben mit 93'J/4 knapp behauptet. Laura 51.
Fest lagen die Werte des Anilin-Konzerns. Badische Anilin 126’s, (4- 2",.), Griesheim 1173/4, Höchster stellten sich auf 118 V
Der Einheitsmarkt blieb ruhig. Die Bedenken englischer Blätter über die Unwirtschaftlichkeit deutscher Betriebe verstimmte sichtlich.
Der Rentenmarkt lag im allgemeiner freundlicher.
Kriegsanleihe gewannen 5 Punkte. 4% Con- sols 595. 31 a % 580.
Sonst waren Franks. Hyp.-Bank 645. Pfandbriefe 7,10.
Der Freiverkehr zeigte keine Aenderung iOtto ü. Guänz
Valutenmarkt. Der Bedarf ist weiter seht hoch. Die ausländischen Geldrückzahlungen dauern an. Paris und Mailand schwach.
Am Geldmarkt war der Bedarf sehr hoch. Das Angebot verstärkte sich gegen Mittag, sodaE eine gewisse Beruhigung èintrat. Schecktausch ll°|o. Die Börse schloß zurückhaltend.
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Frankfurter Börse. Von Freitag den 3. Juli 1925 ab werden die Aktien der Hartmann u. Braun A.-G., Frankfurt a. M., Bochumer Verein für Bergbau und Gußstahlfabrikation in Bochum nach vollzogener Abstempelung m Reichsmarkprozenten gehandelt und notiert
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Frankfurter Getreidebörse vom 1. Juli. (Amtlich).
Je 100 kg in Goldmark: Weizen, Wetterauer.... 21.50—23.50 Grr Roggen . 19.00—21.50 „
Sommergerste...... — Hafer (inländisch) ..... 18.50—22.50 , Mais (La Plata) ..... 21.00—22.00 „ Weizenmehl....... 36.25—36.50 ,
Roggenmehl....... 29.50—30.00 „
Kleie (Weizen und Roggen) . 11.75—12.75 „
Erbsen......... —
Heu (neue und alte Ernte) . Stroh (drahtgepreßt) .... - „
Biertreber......... — „
Amtliche Einheitskurse Berlin-Frankfurt a. M. (Vom 1. Juli)
»■—■»■■■M* »«—WMMwwwew—g*-HT—— iiiinnii~-K-M>»i«Bi n»ngc>MP»«*-*:»rw»ie-»Bpfc Geld Brief
New York (1 Dollar) . . Holland (100 Gulden . . Buenos-Aires (1 Peso) . Brüssel (100 Franken) . Christiania (100 Kronen) . Kopenhagen (100 Kronen) Stockholm (100 Kronen) Helsingfor (100 Fmk.) . Italien (100 Lire) . . . London (1 Pfund) . . . Paris (100 Franken) . . Schweiz (100 Franken) . Spanien (100 Pes.) . . D.-Oesterr. 100000 Kr.) . Prag (100 Kronen) . . . Budapest (100000 Kr.) Japan (1 Yen) . . . . Rio de Janeiro (1 Milreis) Bulgarien (100 Lew.) . . Belgrad (100 Dinar) . . Lissabon (100 Escudo) .
Danzig.......
M
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Schlechte Säfte im Blut.
sind die Ursache vieler Leiden. Wir raten, in der Apotheke 3U Gramm echte Herbex- Kerne zu kaufen und damit eine Blutauffrischungskur zu beginnen. Die Bestandieüe sind aut der Packung angegeben. 6(125
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Telephonanruf Nr. 20.