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Dienstag den 23. Juni

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ÄtmeiierWi^

Der hiesige Magistrat hat in seiner Sitzung vom 16. Juni d. J. die Einrichtung einer städtischen Schulzahnpflege beschlossen und hier- Ür 3000 Mark zur Verfügung gestellt. Mit die- em Beschluß werden sich die Stadtverordneten am kommenden Donnerstag zu beschäftigen kaben. In einer diesbezüglichen Denkschrift des Stadtarztes Herrn Dr. Lade heißt es u. a.:

Ist Schulzahnpflege nötig?

Eine normale Entwicklung ist von der rich­tigen Ausnutzung der Nahrungsstoffe und ge­regelter Verdauung abhängig. Beides wird nur gewährleistet, durch ein gesundes Gebiß. De- fekte, d. h. faule und abgebrochene sowie sch, stehende Zähne können die Nahrung nur schlecht zerkleinern und für die Verdauung vorbereiten. Die Nahrung kann dann nicht von den Ver- dauungssäften im Magen weiter bearbeitet und dem Stoffwechsel zugeführt werden. Außerdem rufen derartige unverdauliche Nahrungsstoffe ihrerseits Magen- und Darmbeschwerden her­vor. Die angesaulten Zähne bleiben eine Brut- stötte für Krankheitserreger verschiedenster Art und bleiben somit ein Ausgangspunkt von Mandel- und Halsentzündungen, Drüsen- fchwelllmgen, Wurzeleiterungen, Zahnfleisch- eiterungen usw. Durch einen faulenden Zahn werden die anderen angesteckt. Auch durch einen faulenden ersten Zahn noch ein gesunder zwei­ter Zahn. Die Zahnerkrankung selbst sowie die Folgekrankheiten bringen ein Kind in seiner körperlichen wie geistigen Entwicklung zurück, wirken später erwerbsbeschränkend in' hohem Maße, sind die Quelle hoher Arzt- und Kran­kenhauskosten sowohl für Eltern, für Versiche- nmgsträger als auch Wohlfahrtsämter.

Die Durchsicht einiger Hanauer Schulklaffen zeigte den schlechten Zustand der Schulkinder­gebisse. In einer 8. Klasse mit 42 Schülern waren bei 34 Schülern 179 Zähne defekt; darunter bei 18 Kindern bereits 32 bleibende Zähne. Nur 8 Kinder hatten gesunde Zähne. In einer 6. Klasse hatten unter 39 Schülern nur 4 ein gesundes Gebiß. Defekt waren 139 Zähne, darunter 35 bleibende. In einer 3. Klasse mit 31 Schülern waren nur 2 Kinder nicht behand­lungsbedürftig. Die übrigen 29 hatten 115 zer­störte Zähne, darunter 83 bleibende Backen­zähne. In einer 1. Klasse mit 32 Kindern hatte seins ein gesundes Gebiß. Zusanrmen fanden sich aber 177 zerstörte Zähne.

Diese Stichproben zeigen dringend die Notwendigkeit einer städt. Schul­zahnpflege.

Welche Wege gibt es?

1. Anstellung eines hauptamtlichen Zahn-

2. Nebenamtliche Kräfte mit städt. Instru­menten und Behandlungsräumen.

3. Rein neben- oder halbamtliche Kräfte mit deren Behandlungsräume und Material.

Die Abnutzung für Instrumente und der Materialverbrauch find bei allen drei Arten im wesentlichen gleich; höchstens tritt bei Nr. 3 eine etwas größere Schonung in den Vordergrund. BeiNr.1 ist dieEinstellung eines hauptamtlichen Zahnarztes eine teure Einrichtung mit min- deftMs zwei Behandlungsräumen, die Anschaf- fung eines ganzen zahnärztlichen Instrumen­tariums nebst Behandlungsstühlen und die An- stellling einer zahnärztlichen Hilfskraft nötig. Bei Nr. 2 die Einrichtung von ebenfalls min- destens zwei Behandlungsräumen nebst In­

Die Sommerfrische

Sine Geschichte vom biederen Landvolk, von vornehmen Herrenleuten und allerlei Lumpen erzählt von

F. Schrönghamer-Heimdal.

13. Fortsetzung. (Nachdr. verboten.)

Die Baronin seufzt.

Erlassen sie mir die Schilderung des Fol­genden . . . Ich sage Ihnen nur: meine Koüsi- nen intrigierten auf nicht wiederzugebende Art; Wer schließlich siegte meine Unschuld doch, und oie Verleumderinnen wurden entlarvt! Ich und mein Fritz ließen uns in London trauen und tagten Europa Lebewohl. Dann schifften wir uns nach Brasilien ein, wo Fritz, fo hieß mein orautigam, das Erbe eines Onkels, der eben gestorben war, antrat. Wir hatten die größten

Weien in ganz Brasilien, Splanada. Dort verlebten wir zehn Jahre der glücklichsten Ehe, ie es jemals gab. Leider hatte uns der Him-

^m Kind beschieden, aber wir liebten uns ur um so mehr. Bis eines Tages..."

< Nun setzt wieder ein großes Ereignis ein, as seinen Schatten vorauswirft.

"Bitte, erlassen Sie mir auch diese Schilde- ng Eines Tages brachten sie mir meinen urtg non der Jagd auf einer Tragbahre . ." »Entsetzlich!"

"Bon einem Jaguar zerfleischt..."

Sie Aermste!" Leda Delius faßt die Dankende, die umzusinken droht, und sagt ihr des Trostes, Worte, wie sie die Not des festigen $S âPbt, und eine Freundschaft be-

*

7. ^ . « so aus- ?ie '" einem Höhenluftkurort wie Dieweil draußen auf den einsamen 9srm=?er-uren eine Halbohnmächtige in den Ernm^'^s. Studentin aus Koblenz Trost und guiaung findet aus namenlosem Leid, ist im

strumentarium usw. und der Anstellung einer Hilfskraft zugleich für Reinigung usw.

Im Hinblick auf die Finanzlage der Stadt bürsten die Wege Nr. 1 und 2 z. Zt. nicht be­schreitbar sein. Die Anstellung eines hauptamt­lichen Schulzahnarztes und die Einrichtung einer städt. Schulzahnklinik muß einer wirt­schaftlich besseren Zeit vorbehalten werden.

Um überhaupt unter den jetzigen Verhält­nissen mit geregelter Schulzahnpflege beginnen zu können, wird wohl nur der 3. Weg, d. h. die Heranziehung nebenamtlicher Kräfte, gehbar fein.

Wie ist die Durchführung in Hanau gedacht?

Mit Rücksicht auf die noch immer bestehende Notwendigkeit großer Sparsamkeit, aber in der Absicht von vornherein ganze und sichere Arbeit zu leisten, wenn auch der Erfolg zunächst weni­ger augenf djeinlid) ist, wird vorgeschlagen, mit Hilfe nebenamtlicher Kräfte die Schul­jugend vonunten herauf zu sanie­ren, und zwar a n f a n g e n d mit dem neuen Schuljahrgang April 1925. Bei Heranziehung nebenamtlicher Kräfte ist mit dem sozialen Verständnis der hiesigen Zahn­ärzte zweifelsohne zu rechnen. Um nun eine all« zugroße Belastung eines Einzelnen zu vermei­den, soll gemäß Besprechungen mit dem zahn­ärztlichen Verein je eine Aufnahme­klasse einem hiesigen Zahnarzt zur Betreuung überwiesen wer­den. Der betreffende Zahnarzt untersucht die Schulneulinge auf die Behandlungsbedürftig­keit ihrer Zähne. Den Eltern wird das Ergeb­nis mitgeteilt, und es steht ihnen frei, die "Be­handlung ihres Kindes selbst durchführen zu lassen, und auch, bei wem sie wollen.

Besteht Mittellosigkeit der El­tern, so werden die Kinder dem betreffenden Schulklassenzahnarzt vom Gesundheitsamt überwiesen. Dabei wird erwartet, daß die Kin­der, deren Eltern sich in einer Kasse befinden, auf Kosten der Kasse bei freier Arztwahl gemäß den betreffenden Kassenstatuten behandelt wer­den wie von der Ortskrankenkasse Stadt und einigen anderen Kassen bereits zugesichert. Auf diese Art wäre dann der von Seiten dieser so­zialen Versicherungsträger zu erwartende Zu­schuß zur Einrichtung einer städtischen Schul­zahnpflege abgegolten.

Der einzelne Schulzahnarzt hätte nun mit Hilfe des Schularztes und der Schulschwester die Durchführung seiner Behandlungsporschläge zu überwachen und mittelst Nachuntersuchungen in den sich notwendig erweisenden zeitlichen Ab­ständen die Klasse bis zu ihrer Schulentlassung weiter zu betreuen. Hinzu träte dann in jedem

NeuaMnabmeklosie.

Bei dieser Art der Durchführung wäre eine völlige Sanierung sämtlicher Schulkinder erst in 8 Jahren zu erwarten. Die Kosten wären so­

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wohl für Lie Stadt als auch für die Kaffe im Anfang leicht zu tragen und für das was er­reicht wird, sogar außerordentlich gering. Hinzu kämen jedes Jahr die Kosten der jeweiligen Schulneulinge, also dieselben Kosten wie im 1. Jahre, und als Mehrleistung die rückfällig gewordenen Kinder des 2., 3. usw. Schuljahres. Hand in Hand mit den Zahnuntersuchungen geht entsprechende Aufklärungsarbeit durch Vortrag des betreffenden Schulzahnarztes in Elternversammlungen, durch Merkblätter und durch Ueberreichung einer Zahnbürste an jedes Kind und durch Unterweisungen in natur­wissenschaftlichen und sonstigen Unterricht.

Büro des Verschönerungsvereins eitel Lust und Freude.Alleluja! Einhaut's!" sagt der Bader.

Denn der Weißpichler ist gekommen und be­zahlt das erste Besichtigungsgeld für das fünf­füßige Kalb, das in seinem Stalle steht.

Der Doktor," sagt er,und 23 Winkel­reuter Kurgäst' Ham s' schon ang'schaut. Sind 24 Personen im ganzen, pro Person 50 Pfen­nig, macht in Summa 12 Mark. Ä schöne Ein­nahm' auf den ersten Tag."

Der Weißpichler zählt triumphierend bare 12 Mark aus den Tisch im Büro des Verschöne­rungsvereins. Er triumphiert aber nicht wegen der Einnahme des Verschönerungsvereins, son­dern wegen seinen eigenen. Denn Kommerzien­rat Sommer hat ihm statt der schuldigen 11 Mark 50 Pfennige einen Zwanzigmarkschein in die Hand gedrückt, auf den aber der Weiß­pichlerleider" nicht herausgeben konnte. Der Kommerzienrat Sommer hätte sich schon Her­ausgaben lassen, wenn der Weißpichler gekonnt hätte, und der Referendar und Leutnant der Reserve Müller nicht so nahe dabei gestanden wäre. So hat er die Saisonsehenswürdigkeit nur alsfurchtbar originell" bezeichnet und gemeint:Lassen Sie 's gut sein, wenn Sie nicht können..."

Der Weißpichler hätte aber schon heraus­geben können, wenn er gemocht hätte. Er hat es eben einmal probieren wollen, wie es bei den Staütleuten ist, wenn man nicht herausgeben kann. Und es war gut.

Von dem sagt er aber den anderen nichts und seufzte nur, wie der Bader seine Uneigen­nützigkeit und Hochherzigkeit zugunsten des Verschönerungsvereins in alle Himmel erhebt, indem er in der selbstlosesten Absicht sein fünf­füßiges Kaibl zur Verfügung stelle.

Die Naturseele des Weißpichler aber wehrte sich gegen eine derartige Beweihräucherung und stammelte verlegen:Heutzutag muß man Opfer bringen können." Denn es 'weiß ja nie­mand, daß er seinen Profit von 8.50 Mark hatte, weil er nicht herausgeben konnte. Und

Durch diese Arbeit wird selbstverständlich der Sinn der Eltern und älteren Geschwister für die Bedeutung einer richtigen Mundpflege ge­weckt, sodaß auch hier zukünftig die Eltern bei Kleinkindern auf Mundpflege achten und somit die Zahl der behandlungsbedürftigen Kinder verringern helfen werden.

Die Kosten der Schulzahnpflege.

Bei einer solchen Neueinrichtung löst ein sicherer Ueberblick zunächst nicht ,gewinnen; man ist auf Schätzungen angewiesen, die sehr wohl eine Korrektur nach oben oder unten er­fahren können. Nehmen wir eine Klaffe von 45 Kindern und nehmen an, daß 5 Kinder keiner Behandlung bedürfen; 8 Kinder von Seiten der Eltern privater Behandlung zugeführt werden, daß bei 12 Kindern etwa die Kostenübernohme durch Kassen in Frage kommt, so bleiben etwa 20 Kinder der Behandlung durch den Schul­zahnarzt vorbehalten. Wenn nun für jedes Kind an Material, Jnstrumentabnutzung, Watte, Spülung usw. 10 Mk. in Ansatz gebracht wird, wären dies etwa 200 Mark. Werden darüber hinaus für die mehrere Stunden betragende erste Durchuntersuchung und für eine kurze Nachprüfung nach etwa einem halben Jahre und sonstiges noch 50 Mark berechnet, so könnte pro Schulkkassenzahnarzt eine Pauschale von ca. 250 Mark in Frage kommen, bei 10 Ausnahme­klaffen 2500 Mark. Für jeden der 400 Schul­neulinge für eine Zahnbürste je 50 Pfg. = 200 Mark, 400 Merkblätter je 10 Pfg. 40 Mark, Drucksachen für den Verkehr zwischen Schul­zahnarzt und Eltern, Schulzahnarzt und Kassen, Wohlfahrtsamt und Schulzahnarzt, Kartothek ca. 300 Mark. Gesamtkosten für die Einrichtung der Schulzahnpflege ca. 3000 Mark.

* Landgraf Alexander Friedrich von Hessen, dessen Stammsitz das Schloß Philippsruhe ist und der sich vor wenigen Monaten mit einer Hofdame der früheren Großherzogin von Baden vermählt hat, hat seinem Bruder, Leni auf Schloß Friedrichshof in Cronberg, dem einstigen Witwensitz der Kaiserin Friedrich, wohnenden Prinzen Friedrich Carl von Hessen den Landgrafentitel abgetreten und nennt sich Prinz Alexander Friedrich von Hessen. Der neue Landgraf Friedrich Karl von Hessen ist 56 Jahre alt. Zwei seiner Söhne sind im Weltkrieg gefallen, ein weiterer Sohn hat kürzlich die Tochter des Prinzen Max von Baden geheiratet, während der vierte Sohn, Prinz Philipp von Hessen, sich in Italien mit einer Tochter des italienischen Königspaares verlobt hat. Durch diese Ab­tretung wird der nunmehrige Landgraf In­haber des ausgedehnten Fideikommißbefitzes des landgräflichen Haufes, der in den preußi­schen Provinzen Hessen-Nassau und Waldeck so­wie in Schleswig-Holstein und in der Tschecho-

der 41 Jahre aste Kranzbinder Wus . aus Niederrodenbach 5 Monate Gefängnis, der 18 Jahre alte Goldschmied Hrch. S. aus Niederrodenbach, da er bei Begehung der Tat noch keine 16 Jahre alt war, eine Verwarnung.

* S ladtverordnekenverfammlung. In der amtlichen Bekanntmachung betr. Einladung zur Stadtverordnetensitzung muß Punkt 2 lauten Bericht des Ausschusses zur Prüfung der Ver­hältnisse beim Wohnungsamt" (nicht wie irrtümlich angegeben Wohnungsbauamt).

* Auszeichnung. Die Firma Karl Jung u. Co., Billard-, Billardball- und Billardqueue­fabrik wurde auf der Breslauer Ausstellung für Kochkunst, Hotel- und Gastwirtsgewerbe mit der goldenen Medaille ausgezeichnet.

daß er weiterOpfer bringen" wird, indem er auch in Zukunft nicht herausgeben kann. Man muß es nur probieren und recht treuherzig sein.

Ja", sagt der Wirt,die Saison läßt sich prachtvoll an."

Ja, großartig! Ganz wider alles Er­warten," sagt der Bader.

Ich habe schon ein schönes Stück Geld ein­genommen," sagt der Wirt weiter.Für Kaffee, Kuchen und Limonaden allein über 300 Mark heute nachmittag. Freulich ist auch Schinken dabei gewesen und ein paar Schoppen Wein, was sehr ins Geld geht.

Die anderen staunen.

Aber sie würden noch mehr staunen, wenn sie wüßten, daß der Wirt pro Tasse Kaffee 2 Mark, für ein Stück Kuchen auch 2 Mark, für für den Schoppen Wein 6 Mark und für drei dünne Blättchen Bauerngefelchtes 8 Mark ver­langt hat. Aber das weiß nur die edle Volks­seele des Wirtes.

Indem aber Brot und Schinken eure Pro- dukte sind, werte Vereinsmitglieder", fährt er jetzt weiter, habt ihr den gleichen Nutzen wie ich Ihr sollt daher nicht meinten, daß ich einen größeren Profit habe wie ihr. Das würde nur Feundschaft stiften. Damit ihr aber seht, daß nicht bloß unser liebes Vereinsmitglied Weuß- pichler ein Opfer bringt, sondern auch der Wirt und, wie ich als Ehrenvorstand hoffe, ihr alle, mit dem Bader an der Spitze, so gebe ich euch hiermit bekannt, daß ich euch in Zukunft für das Pfund Bauerngeselchtes 15 Mark bezahlen kann und nicht mehr bloß 10 Mark 50 Pfennige wie bisher ..."

Der Wirt wartet auf die Wirkung seiner Enthüllung. Allgemeiner Jubel. Da gehört ein Dämpfer drauf; drum fügt der Wirt wie ver­bessernd bei:Aber ihr müßt natürlich auch Opfer bringen." Denn es weiß ja niemand, daß der Wirt statt 20 Mark 40 Mark eingenommen hat, und zwar für Portionen, die ihn selber höchstens 5 Mark kosteten. Aber das weiß nie«

* Zum Aufruf von Reichsbanknoken und Renlenbankscheinen. Der gleichzeitige Aufruf von Reichsbanknoten und Rentenbankscheine hat in der Oeffentlichkeit zu begreiflichen Irr­tümern geführt. Da der Endtermin für beide Aufrufe in nächste Nähe gerückt ist, und um die Inhaber der aufgerufenen Noten und Scheine vor Schaden zu bewahren, wird noch einmal darauf hingewiesen, daß sämtliche Reichsbank- notcn, deren Ausstellungsdatum vor dem 11. Oktober 1924 liegt, mit Ablauf des 5. Juli b. Js. ihren Wert verlieren und nach diesem Tage auch von den Reichsbankanstalten nicht mehr angenommen werden. Es sind ferner auf­gerufen die Rentenbankfcheine zu 50 Renten­mark mit dem Ausfertigungsdatum vom 1. No­vember 1923. Diese Scheine werden noch bis zum 30. September 1925 an den Kaffen der Reichsbank gegen gesetzliche Zahlungsmittel umgetauscht.

* Ein Anfall, der leicht schwere Folgen mit sich bringen konnte, ereignete sich am Samstag abend gegen 9 Uhr an der Kreuzung Rückert-^- Ramsar;Hainstraße. Zwei Frauen wollten zur Stadt. Beim passieren der erwähnten Kreuzung fuhren drei mit Heu beladene Wagen in Richtung Nußallee und zwar zwei dicht zu­sammen während der dritte mit größerem Ab­stand folgte. Den Abstand benutzten die Frauen zum Ueberschreiten der Straße. Dieser Augen­blick sollte jedoch den Frauen zum Verhängnis werden, indem sie von einem in voller Fahrt daher kommenden Motorfahrer überfahren wurden. Eine der Frauen erlitt schwerere Ver. leigtngen und mußte dem Krankenhause zuge­führt werden, während die anbere eine Kopf­wunde und Quetschungen davontrug.

* Vereinigung ehem. 97er Hanau-Stadt und Land. Am Sonntag nachmittag fand im Hotel zum Riesen in Hanau eine Versamm­lung ehem. Angehöriger des 1. Oberrh. Jnf.- Regt. Nr. 97 statt. Erschienen waren 33 Kame­raden, von denen einstimmig die Gründung eines Vereins ehem. 97er für Hanau-Stadt und Land beschlossen wurde. Eine Anzahl Kameraden aus der nahen und ferneren Um­gebung von Hanau hatten Vertreter entsandt, und durch sie ihren Beitritt erklären lassen, so daß jetzt schon mit einem Mitgliederbestand von etwa 100 Kameraden zu rechnen ist. In seiner Begrüßungsansprache hob Kamerad Reinhardt besonders hervor, daß die Ver­einigung keinerlei politische Ziele verfolge. Pflege der Kameradschaft und Weckung dès Zusammengehörigkeitsgefühls sollen lediglich Zweck der Vereinigung sein. Die mit Begeiste­rung vorgetragenen Worte fanden. lebhaften Widerhall im Herzen der erschienenen Kame­raden. Die Vorstandswahl hatte folgendes Er­gebnis: 1. Vorsitzender Gustav Reinhardt, Do­mänenrat a. D., Hanau, Vurgallee 134, 2. Vor­sitzender Karl Minder, Lehrer in Hochstadt, am Rathaus 3, 1. Kassierer und Schriftführer

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mann, Wäschereibesitzer, ahnstr. 9. In er nun folgenden Aussprache, an der fast alle Kameraden rege teilnahmen, wurde auf An­regung von Herrn Major a. D. v. Buttlar beschlossen, auch jüngere Leute aufzunehmen, die in irgend einer Form in Beziehung zu den Angehörigen des ehem. Reg. Nr. 97 stehen und standen. Als Jahresbeitrag wurde der Be­trag von 4 Mk. festgesetzt. Der Beitrag kann in vierteljährlichen Beträgen gezahlt werden. Erwerbslosen Kameraden kann der Beitrag auf Antrag erlassen werden. Im weiteren Ver­lauf der Sitzung sprach Herr Major v. Buttlar über die Denkmalsfrage. Durch Beschluß des BundesAlt 97" Berlin soll für die Gefalle­nen des Regiments in Hanau ein Denkmal er-

mand. Denn die Volksseele ist scheu und ver­schwiegen.

Jetzt aber kommt der Triumph des Abends, indem der Wirt verkündet, daß er den anwesen­den Mitgliedern des Verschönerungsvereins auf das Wachsen und Gedeihen desselben einen viertel Eimer Bier bezahlt. Weiter könne er aber seinen Opfersinn für heute nicht mehr be­tätigen.

Eigentli' sollt' i zu meinem Lawn- Tennis­platz," sagt der Schaller,aber a Freimaß is allemal â Ehrensach." Und trinkt eine Maß nach der andern auf das Wohl des Verschöne­rungsoereins. Aber beileibe nicht auf das seine.

So bringt ein jeder fein Opfer. Sogar Dr. Zwickl. Denn er kommt über den Flur und ruft zur Türe hinein:Meine Herren, die Rede halte ich schon, aber erst etwas später. In einer außerordentlichen Generalversammlung . . ."

*

Dr. Quirinus Zwickl schreibt ein neues Ka­pitel über die Seele des Volkes. Aber ein an­deres. Ein Kapitel, das der Zeit auf dem Leib gemessen ist, also ein Thema von höchstem Zeit­wert, besonders auch für die Bedürfnisse eines Höhenluftkurortes. Vorderhand heißt es Ma­terial sammeln,mit Bienenfleiß zusammen- getragen," wie sein Hochschulprofessor immer zu sagen pflegte.

Denn die Zeit ist noch nicht reif. Es muß sich erst etwas entladen, wie das Gewitter, das sich eben über den Alnurauen zufammenballt und graue Wolkenfetzen wie bämonifdje Fang­arme nach demlieben, kuliurfreundlichen Hoch­winkel" des Baders Schaffthuber ausstreckt.

Erst muß noch die Treuherzigkeit und der Opferfinn ausgeprobt werden. Aber dann wird ein Gewitter niedergehen.

Im Büro des Verschönerungsvereins sitzen sie um den Vierteleimer Bier und lassen in ihrer Opferwilligkeit alles leben, die Kultur, die Sai­son, den Doktor, die Baronin, die Winkelreuter Ausflügler und sich selbst.

Und draußen in der Natur finden ihre Hoch-