Einzelbild herunterladen
 

Seife 2

Mittwoch den 17. Juni

Xr. 139

Der Marokkoselözug.

Sanz Nor-asrika steht auf dem S?ie!e". PainlevS vor dem Ministerrat.

Genf. 16. Juni. Ministerpräsident Painleve st heute früh 9.25 Uhr, von Toulouse kommend, wieder in Paris eingetroffen. Sofort nach seiner Ankunft hat im Elysee unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik ein Ministerrat statt­gefunden, in dessen Verlauf der Ministerpräsi­dent über das Ergebnis seiner Marokkoreise Bericht erstattete, und zwar über die beschlosse­nen Maßnahmen, die dazu bestimmt seien, die militärische Aktion auf die kürzeste Frist und auf die geringste Gefahr zu beschränken. Der Mimsterrat hat von diesen Erklärungen Kenntnis genommen und beschlossen, dem Mi­nisterpräsidenten für die noble Geste, die er ge­macht und deren Bedeutung das ganze Land begriffen habe, zu danken.' Hierauf erstattete der Marineminister über den Besuch Bericht, den der französische Admiral Hallier dem fpa» Nischen Admiral Juera crbgestattet hat. Es wurde beschlossen, französische Kriegsschiffe nach den Territorialgewässern des Rifgebietes zu entsenden. Sie sind bereits dort eingetroffen.

Die sranz.-spanische Zusammenarbeit.

Paris, 16. Juni. (Havas.) Nach Beendigung des heutigen Minifterrats erklärte Minister­präsident Painleos auf Befragen von Journa­listen, die französisch-spanische Zusammenarbeit habe begonnen. Zwei französische Kriegsschiffe kreuzten bereits vor der Rifküste zur Ueber- roachung des Waffenschmugzels. Die Unter­drückung des Waffenschmuagels sei eine Ange­legenheit. der man in Marokko die größte Be­deutung beilege. Gemäß einem zwischen der französischen und der spanischen Regierung zu­stande gekommenen provisorischen Einverständ­nis werden die Kriegsschiffe beider Länder zur Ueberwochung der gesamten Marokkoküste zwecks Unterbindung des Waffenschmugg-els verwendet werden müssen.

Painlevè vor der Kammer.

Paris, 16. Juni. Die Kammer hat es abge­lehnt, den Zeitpunkt zu bestimmen, an welchem die kommunistische Interpellation Doriot über die Lage in Marokko verhandelt werden soll. Diese Ablehnung ist erfolgt auf Veranlassung des Ministerpräsidenten Painleos, der erklärte, er könne im Augenblick auf der Kammertribüne keine Erklärungen abgeben, da mit einer be­nachbarten Nation Verhandlungen eingeleitet seien, um die Herbeiführung des Friedens zu beschleunigen. Aus diesem Grunde könne jetzt die kommunistische Interpellation nicht disku­tiert werden.

Die Marokkofrage sei eine nationale Frage ersten Ranges. Die Zukunft von ganz

Rordafrika stehe auf dem Spiel.

Man könne sich auf keine öffentliche Diskussion einlassen, die vielleicht Schwierigkeiten zwischen Frankreich und dem benachbarten Lande über die eingeleiteten Verhandlungen herbeifichren können. Im übrigen sei die Regierung bereit, den zuständigen Kommissionen sofort die not­wendige Aufklärung zu geben. Die Regierung hoffe, in sehr naher Zukunft, vielleicht zu Be­ginn der kommenden Woche, eine große Debatte über die M arokkoangele^nheit annehmen zu können. Der Vorsitzende des Kammeraus­schusses für auswärtige Angelegenheiten teilt« alsdann mit, daß Ministerpräsident PainlevL bereits morgen nachmittag dem Heeresausschuß und dem Ausschuß für auswärtige Angelegen­heiten Bericht über feine Maroktoreife erstatten werde.

Die Vorgänge an der Kampffront.

Paris, 16. Juni. Wie Havas aus Fez be­achtet, haben die französischen Truppen im Abschnitt von Ouezan in den letzten Tagen dem Feinde eine Reihe von Schlappen beigebracht. Die am Ouerghafluß operierenden Truppen ind gestern auf zahlreiche einzelne Dissidenten« tämme gestoßen, die sich eiligst in die Gebirgs­gegend zurückzogen. Die Franzosen hätten bei liefen Operationen fast keine Verluste gehabt.

Eine weitere Havasmeldung aus Fez be­sagt, daß im westlichen Frontabschnitt me in Bewegung befindliche Abteilung nach Befrei­ung des Postens von Brinchka Dissidenten- stamme nach Norden zurückgeworfen hat, die in der dortigen Gegend tätig waren. Weiter im Osten, zwischen Teroual und Zafrani, habe ein Gefecht stattgefunden, in dessen Verlaus der Feind zurückgeworfen worden sei. Eine ton« zentrische Operation zweier Abteilungen im mittleren Frontabschnitt habe dazu geführt, Dissidentengruppen nördlich über den Ousraho- fluß zurüSzuwerfen, die zwischen Bin Aicha und Kela des Sleß eingebrochen waren. Der Feind sei, ohne Widerstand zu leisten, rasch zu- rückgewichen. Ein kurzer feindlicher Angriff auf Taunat sei in der Nacht vom 15. Juni ohne Verluste für die Franzosen zurückgr- wiesen worden. Im Osten sei die Lage ruhlg. Eine im Hinterhalt liegende Abteilung fran- zosentreuer Anhänger habe einen Derpfle- gungszug der Dissidenten aufgebracht.

Mitteilungen eines Iremdenlegionâcs.

Straßburg, 16. Juni. Mitteilungen eines Angehörigen der zurzeit an der Marokkofront tampfenden französischen Fremdenlegionäre, ote an Bekannte in Toulouse gerichtet sind, ent­halten interessante Einzelheiten über die Vor- güngt an der Kampffront. Einleitend gibt der Legionär ein Bild von den ungeheuren Scywierigkeiten für die französischen Truppen, die sich für die Soldaten aus den kümantchen

und geographischen Verhältnissen ergeben. Während der etwa fünf Monate dauernden Regenperiode seien große Truppenbewegun­gen unmöglich. Die Anmarschwege feien zu dieser Zeit von den Fußtruppen nur unter den größten Anstrengungen zu benutzen. Der Ar­tillerie und dem Train böten sich fast keine Möglichkeiten zu einem Vorwärtskommen. Im Sommer hindere die große Hitze die Aktions­freiheit der Truppen. Temperaturen bis zu 50 Grad Celsius feien gar keine Seltenheit. Die Malaria fordere täglich große Opfer. Die Verabfolgung von Chininpräparaten an die Kranken - weise nur geringe Heilerfolge auf. Der größte Teil der jungen Soldaten, die kürz­lich aus Frankreich kamen, unterlägen dem mörderischen Klima. Die Truppen Abd el Krims dagegen seien das Klima gewohnt und trotzten allen Unbilden der Witterung. Noch ungünstiger gestalteten sich die geographischen Verhältnisse für die französischen Truppen. In dem unwegsamen Felsengebirge des Atlas ge­nügten ein paar entschlossene Männer, um Tausende von europäischen Soldaten am Vor­dringen zu verhindern. Der Briefschreiber er« zählt, wie er mit seiner Truppe in einem Felsental lag und von unsichtbaren Feinden am Vormarich gehindert wurde. Schließlich stellte es sich zur allgemeinen Ueberraschung heraus, daß zehn (!) Berber in den Bergen versteckt waren und die 3000 Mann seiner Ko­lonne in Schach hielten. Die Kerntruppen Abd el Krims, die Berber, feien die gefürchtetsten Gegner, die man sich denken könne.

DisRifleurs fühlen sich unüberwindbar

Rom, 16. 3unlpopolo b3talia ver­öffentlicht eine Unterredung feines Mit­arbeiters in Agadir mit Ab d el Krim. Der Sultan wies zunächst darauf bin, daß der Kampf hinlänglich bewiesen habe, daß die Rif- leute imstande seien, sich selbst zu regieren. Sowohl in Genf, als auch in Paris und Lon- don, wohin Abgesandte des Sultans geschickt worden feien, hätte man sich davon überzeugen müssen. Die Rifteufe ' fühlten sich in ihren Bergen unüberwindbar. Wenn sie auch drei 3adre lang belagert würden, hätten sie sich doch die ganze Zeit hindurch galten können. Die Franzosen und Spanier gäben sich daher

Ken Illusionen hin, wenn sie glaubten,

I ihre Blockade die Rifleuke zur Kapiku- latton zu zwingen. Aber die Rifteufe feien auch nach wie vor bereit, sich über das Protek­torat mit den Spaniern zu verständigen auf bet Balte eines modn-i vivendi. Abd el beschuldigt alsdann Frankreick- die Verständi­gung zwischen den Rifleuten und Spanien ver­hindert zu haben. Aus diesem Grunde hatte Abd el Krim Frankreich angegriffen. Die Franzosen hatten nämlich versucht, das Rif den Spaniern abzukaufen. Die Spanier hätten aber für die Abtretung aller ihrer Protekto­rate eine Milliarde verlangt, fodaß die Ver­handlungen ein ganzes Jahr lang hinausge­schleppt worden feien. Abd el Krim schilderte alsdann, warum der Marsch nach Fez nicht au- Sekreten worden sei, nämlich weil die Rif- Smms die Franzosen geschlagen Hütten und zuerst ihre Beute bergen wollten. Schließlich sagte Abd el Krim, daß Frankreich und Spa­nien einen gemeinsamen, konzentrierten An­griff machen wollten und zu diesem Zwecke auch eine Landung an der Rifküste versuchten. Alle Maßnahmen zur Verteidigung der Rif- küste seien aber schon ergriffen. Wie die Sfim- mnwg gegen Frankreich im übrigen Marokko sei, wäre daraus zu ersehen, daß Pascha El Gkandy sich geweigert hätte, Marschall Liaukey die eingeborenen Truppen zur Verfügung zu stellen.

Die Lage in Thina.

Schanghai, 16. Juni. Die verhängnisvollen Schüsse, die in der vergangenen Nacht den britischen Ingenieur töteten und feine Beglei­terin Miß Duncan verletzten, wurden während einer Automobilfahrt an der Grenze des Fremdenviertels von einigen als Kulis ver­kleideten Chinesen abgefeuert. Miß Duncan steuerte, obwohl an beiden Armen verletzt, den Wagen weiter, weil sie versuchen wollte, ihrem sterbenden Gefährten ärztliche Hilfe zu bringen. Die Tat wird in hiesigen amtlichen Kreisen als ein absichtlich unternommener Ver­such betrachtet, die Verhandlungen zwischen den Chinesen und den Vertretern der auswär­tigen Mächte zu stören und die Erregung wie­der neu zu entfachen.

Schanghai, 16. Juni. Der britische General­konsul hat bei dem Zivilgouverneur und dem Kommissar des Leußern wegen der Ermor­dung des britischen Ingenieurs energischen Protest erhoben. Nach einer Meldung aus Wuhu werden dort fremdenfeindliche Ver­sammlungen abgehalten, doch kam er bis sttzt zu keinen Unruhen. Aus Futschau und Amoy werden Unruhen gemeldet.

Schanghai, 16. Juni. Der Generalstreik hat aus Swatu übergegriffen. Ein britisches Kriegsschiff wurde nach Swatu entsandt.

Patte, 16. Juni. Wie Havas aus Kanton berichtet, hat der Kampf, der sich im Nordosten der Stadt mittags abspielt«, mit der Entwaff- nug der Punnantruppen begonnen. Er fei nicht hestig gewesen. Die Regierung kündige an daß die Eisenbahner bereits am Montag die Arbeit wieder ausgenommen hätten.

Eifenbahnkalaskroyhs in Amerika.

Bisher 38 Tote.

Rockport (Rew Jersey), 16. Juni. Ein aus zehn Wagen bestehender Lifenbahnzug, der hauptsächlich mit Reisenden beseht war, die sich auf dem Wege nach Rew-Zork befan­den, um sich nach Deutschland einzuschiffen, entgleiste infolge eines heftigen Unwetters.

Bisher find sieben Tote festgestellt morden.

Der erste Wagen wurde umgeworfen, eben­so die Lokomotive, die explodierte und mit ihrem Dampf das Personal und die Reisenden verbrühte, die sich nur zum Teil retten konn­ten.

Eine spätere Meldung besagt: Bei dem ge­meldeten Eisenbahnunglück sind 29 Personen getötet und 69 derart verletzt worden, daß sie ins Krankenhaus eingeliefert werden muß­ten. Unter den Reisenden befanden sich 150 Deutsche, die sich nach Bremen einschiffen wollten. Die Ursache des Unglücks sieht man in der Unterspülung der Gleisanlage, nach einer anderen Versicherung hat den Zug der Blitz getroffen.' Von den deutschen Passagieren find 126 mit einem Sonderzug nach Hoboken gebracht worden, wo sie sich auf dem Dampfer Republik" einschifften, der eine Stunde später den Hafen verlassen hat.

Rewyork, 17. Mai. Rach den zuletzt

eingegangenen Meldungen wurden bei dem Eisenbahnunglück 38 Personen getötet, darun­ter 20 Frauen. Diese Zahl dürfte sich noch er- höhen, da man mit dem Ableben mehrerer ver­letzter rechnet. Sämtliche Tote mit Ausnahme des Zugpersonals, find wohlhabende Deutsch­amerikaner, die zur Iahrtausendseier nach Köln wollten.

E. R. Das *h

Simta, 16. Juni. Nach einer Meldung aus Daejeeling ist der Führer der indischen Frei­heitspartei (der sogenannten Swarjist-Partei) Das gestorben.

Ei« tschechisches Ausreiseverbot.

Dem Obmann b¥s Deutschen Lehrerbundes in der Tschecho-Slowakei wurde die Teilnahme an der Tagung des Deutschen Lehrervereins in Hamburg verboten, mit der Begründung, daß die Tagung für das tschecho-slowakische Schulwesen wegen der veränderten Verhält­nisse keine Bedeutung habe.

Der Prozetz Brandt-Küchenmeister.

Der bereits angekündigte zweite Rathenau- Mordprozeß gegen den Obeleutnant z. S. a. D. Günther Brandt und den Fabrikanten Küchen­meister in Freiberg i. S. wird, den Blättern zufolge, am Donnerstag den 25. Juni vor dem Staatsgerichtshof in Leipzig beginnen.

Die Rangliste des deutschen Reichshssres.

Don Rechnungsrat I. W a g n e r - Hanau.

Wenn wir Einsicht nehmen in die Reichs­wehr-Rangliste vom 1. Mai 1925 und wenn wir diese vergleichen mit der Rangliste der alten Armee von 1914 der letzten vor dem Welt­kriege dann finden wir erst wie klein die beuttoe Wehrmacht geworden ist.

Obgleich in früheren Jahren die Rangliste der Wnigl. Preuß. Armee mit Ausnahme des Württembergischen Heeres nur Truppen ent« hielt, die unter preußischer Verwaltung standen, Sachsen und Bayern aber je eine besondere Rangliste hatten, so enthält die neue Rangliste die ganze deutsche Reichswehr auf 218 Druck­seiten, während die alte Rangliste 1607 Seiten für Preußen und Württemberg nachzu weisen hatte. Außerdem hatten Bayern und Sachsen ein solches Nachschlagebuch von ungefähr 400 Seiten.

Die Abteilungen im Neichswehrministerium sind nur mit aktiven Offizieren besetzt. Wo Zivilbeamten der Militär-Verwaltung eine Ab­teilung führen, ist dieses mit einem *) an« gedeutet So z. B. bei der Rechtsabteilung. Die Namen der betreffenden Beamten sind nicht ge­nannt. So finden sich wie früher, Gehxime Kriogsrät« usw. nicht unter den Leitern von Ab- tetfungen. Auch sind neben Offizieren keine Militärb earnt« im Reichswehrmimsterium wie dieses früher m der alten Armee der Fall aufgeführt.

3m übrigen ist die neue Rangliste ganz an­ders zusanune«bestellt als die frühere. Sie gleicht in dieser Richtung mehr der früheren Marine-Rangliste. Sie führt erst die Truppen der Reihenfolge nach auf. Dann folgen die Dienstaftergtiften: a) Offiziere, b) Sanitätsoffi­ziere, c) Deterinävoffiziere, d) Offiziere beim Zouaamt.

Den Namen folgen in der Dienstaltersliste zunächst die Orden, welche allgemein alsAus- Zeichnungen" bezeiâet werden. Dann folgt das Rangdienstalter". Auch eine Liste der Stamm, Truppenteile ist angesügt, aus welcher das Er- richtungspchr der alten Truppe und der neue Truppenteil hervorgeht.

Die Dienstaltersliste weist u. a. nach: 3 Ge. neraie, 14 Generalleutnants, 25 General­majors, 105 Obersten, 101 Oberstleutnant, un« Sefähr 400 Majore. Das Patent des ältesten Hauptmanns ist vom 5. 9. 14, das des ältesten Oberleutnant« vom 8. 6. 18, das des ältesten

Leutnants vom 1. 9. 15, das des jüngstens^ nants vom 1. 5. 25. W |

Da Hauptleute und Rittmefter miteinander 1 rangieren, so sei angeführt, daß von diese» ; Dienstgraden allein 115 ein Patent von ' vember und Dezember 1914 haben. Hieraus i und aus der Zahl der Generale und Stabs- ' offiziere läßt sich das Beförderungsverhältni- i im allgemeinen feststellen.

In der Rangliste sind die Orden wie fol«« aufgeführt: Generale bis Generalmajore und i bei mehreren Obersten der Orden Pour le mérite. Bei den folgenden Dienstgraden Or­den mit Schwertern und Eisernes Kreuz 1. fit Diesem folgt fast regelmäßig das Verwunde­tenabzeichen dieses als neue Auszeichnung und früher in der Rangliste nicht vorhanden Dann folgen andere preußische und deutsche Orden. Das Eiserne Kreuz 1. Kl. zieht sich fasi durch die ganze Rangliste hin nur jüngere Offiziere tragen das der 2. Klasse, soweit sie überhaupt Auszeichnungen besitzen. Das Ver­wundetenabzeichen enthält in einem Ring einen Stahlhelm mit zwei Schwertern.

So ist die neue Heeres-Rangliste nur mit Namen aktiver Offiziere, Sanitätsoffiziere und Veterinäroffiziere versehen. Truppen-Zahl- meister und andere Militärbeamte mit be­stimmtem militärischen Range und Zivilbe- amte der Heeresverwaltung sind in einer an­deren Rangliste nachgewiesen. Von außerdeut- schen Orden sind nur noch österreichisch-unga­rische, türkische, bulgarisch« und der Malteser- Orden in der Rangliste verzeichnet.

Aus aller Welt.

Verkehrsunfall.

Berlin, 16. Juni. In der Brückenallee un­weit des Großen Sterns erfolgte heute nach­mittag ein Zusammenstoß zwischen einem Kraftomnibus und einer Straßenbahn. Durch den starken Anprall wurden beide Wagen be­schädigt. Durch Glassplitter wurden zwei Er­wachsene und zwei Kinder verletzt.

Line blutige Alkohol-Razzia.

Chicago, 15. Juni. Der Kampf der Behör­den gegen die Spiritushändler und -Hersteller führt zu immer mehr umfassenden Maßnah­men. 32 schwerbewaffnete Polizeikompagnien veranstalteten heute eine Razzia in dem soge­nannten blutigen 19. Distrikt. Dabei wurden 225 Personen verhaftet und 48 Geheimbren­nereien ausgehoben, 500 Gallonen Alkohol wurden beschlagnahmt. Im Verlauf der Razzia kam es zu förmlichen Straßenkämpfen, bei denen zwei Polizisten getötet wurden.

Schwerer Unglücksfall. trtft$®!fliW

Orte ein schweres Unglück beim Abbruch eines Festzeltes. Beim Zusammenlegen und Ab­montieren der Ueherdeckung brach ein Holz- träger und die drei darauf befindlichen Arbei­ter stürzten aus etwa zehn Meter Höhe in die Tiefe. Während zwei durch Abrutschen auf der zusammenfallendsn Decke nur Kopfver­letzungen und Armbrüche erlitten, wurde der Dritte mit schweren inneren Verletzungen in bedenklichem Zustande ins Krankenhaus ge­bracht.

Zwei schwere Aukounfälle.

Sobernheim (Nahe), 16. Juni. Hier ereig­neten sich gestern zwei schwere Autounfällc. Durch Versagen der Bremse rannte ein mit Personen besetzter Kraftwagen eine steile Böschung hinab und überschlug sich. Eine junge Frau wurde schwer, mehrere andere Mitfah­rende leicht verletzt. An einer Straßenkreu­zung rannte ein Motorradfahrer gegen ein ent­gegenkommendes Auto und wurde zur Seite geschleudert. Schwerverletzt wurde der Fahrer unter dem vollständig zertrümmerten Motor­rad hervorgezogen.

Prozeß Angerstein.

Als Termin der Hauptoerhandümg gegen den Mörder Angerstein ist der 6. Juli in Aus­sicht genommen. Der Prozeß wird einige Wo­chen in Anspruch nehmen, da allein 170 Zeugen geladen sind.

Unfälle beim Lifel-Rnndfahrl-Reunen.

Ribeggen, 16. Juni. Bei der Rundfahrt ourch die Eifel überfällig sich heute früh ein R. A. E.-Wagen, dessen Führer Schryen aus Lindner (Rheinl.) einen Schlüsselbeinbruch er- litt, während der Beifahrer Ing. Dohmen töd­lich verletzt wurde. Ferner verunglückte ein 18/60 PS Adler-Wagen durch Platzen eines Hinterreifens. Führer und Mitfahrer wurden leicht verletzt.

Max Hölz heiratet. Der zu lebenslänglicher Freiheitsstrafe verurteilte Max Hölz hat in die­sen Tagen in der Breslauer Strafanstalt ge* heiratet. Seine Frau ist eine kommunistische Gesinnungsgenossin. Als Zeugen fungierter Zwei kommunistische Breslauer Parteiführer