Einzelbild herunterladen
 

200. Jahrgang.

anauer

Anzeiger

General-Anzeiger für die Kreise Kanan Sladk und Land

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Fernsorech-Anschluß Nr. 1237 und ] 238.

B,,»g»pr«t»: Für den halben Monat 1 Reichsmark, für den ganzen Monat 2 Reichsmark ohn« TrSgerloha. Einzelnummer 10, Freitag und Samstag 12 Reichspfennig. Anzeigenpreis«: Für 1 mm Höhe tm Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 Reichspfennig, im Reklametetl von 68 mm Breite W Reichspfennig, Offertengebühr: 80 Reichspfennig. Geschäftsstelle: Hammerstrabe g.

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. Bei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch aus Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung der Bezugspreise». Für Platzvorschrift und Erscheinung»tage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet.

Str. 137

anonlag den 15. Juni

1925

*

Das Neueste.

Dor dem Reichstage fand gestern im Rahmen der Jahrtaufendfeier eine Kund­gebung für die Befreiung der Rheinlande statt.

Die Handelsvertragsverhandlungen mit Frankreich in den verschiedenen Unterkom­missionen sind soweit fortgeschritten, daß nun­mehr in die entscheidenden Verhandlungen eingetreten werden kann. Der Leiter her deutschen Delegation, Staatssekretär Dr. Tren­delenburg, begibt sich heute nach Paris.

In Kiu-Kiang haben Chinesen das japanische und das englische Konsulat in Brand gesteckt. Die Lage zwischen China und England wird als ernst bezeichnet.

Wochenvorkchau.

Die parlamentarische Lage im Reich. Vor der Ueberreichung der französischen Antwort­note.

Im Reichstag herrscht eine gewisse Unzu­friedenheit über das große Arbeitspensum, das man den Volksvertretern in den heißen Som­merwochen noch zumutet. Insbesondere herrscht eine gewisse Abneigung dagegen, die Zolltarif­vorlage noch zu erledigen. Es scheint, daß dabei

auch die mehr oder weniger instinktive Be­fürchtung mitspricht. Man könne sich möglicher­weise an diesem heißen Eisen die Finger ver­brennen. Die Meinungen stehen sich hier in der Tat noch ziemlich schroff gegenüber. Während man auf der einen Seite Bedenken trägt, die Zollsätze für Getreide nach dem Vorschlag der Regierungsvorlage als Minimalzölle festzu­legen, erklären die agrarischen Jnteressenver- treter auf der anderen Seite, daß das Zuge­ständnis solcher Minimalzölle noch nicht ge­nüge. Man kann es wohl begreifen, daß die Körung derart stimmunaen gegen

in

ugen

siinunüngen gegenüber auf der Berabfch Der Zolltarifvorlage durch die Regierung^ koalition besteht. Der Reichskanzler hat den Fraktionsführern gegenüber diese Notwendig­keit wiederholt mit aller Entschiedenheit betont. Wir müssen sobald wie möglich mit unseren Handelsbeziehungen zu dem Auslands wieder auf einen grünen Zweig kommen und unseren Unterhändlern sind die Hände gebunden, wenn sie keinen brauchbaren Tarif als Verhand­lungsinstrument besitzen. Deshalb wird man von der Regierungskoalition unbedingt erwar­ten müssen, daß sie möglichst bald auch auf bie« fem noch strittigen Gebiete zu einem Ausgleich kommt und damit die Voraussetzung für eine rechtzeitige Verabschiedung der Zolltarifvor­lage schafft.

Man wird dieses Ziel über den große: außenpolitischen Fragen nicht aus den Auger, verlieren dürfen, die in dieser Woche wohl tn oen Vordergrund treten und das politische In­teresse beherrschen werden. Die entscheidende Mage ist die, ob die französische Antwort die Möglichkeit zU diplomatischen Verhandlungen offen läßt oder ob sie Forderungen stellt, über Ne sich nicht diskutieren läßt. Kommen Ver- ymidlüngen in Gang, so wird man sich, ähn­lich wie es während der Londoner Konferenz der Fall war, auf Wochen gefaßt machen Fussen, in denen eine außerordentlich dicke dip- lomatische Luft herrscht. Dabei ist es noch eine osfene Frage, ob sich die Verhandlungen im âhmen einer Konferenz abspielen werden oder m den normalen Formen. Auf jeden Fall werden sich in den nächsten Wochen die wichtig- gen außenpolitischen Fragen zur Entscheidung Nd"uuendrängen, so wie in London in den 7.^üchaftlichen Streitfragen der Reparation ^ât^stcheidung erkämpft wurde. Die politische ,E!cheidung umfaßt die Räumung der Ruhr der Kölner Zone, die Entwaffnungsforde- ung und den Sicherheitspakt, Fragen, mit on von Frankreich die Aufnahme Deutsch- mnds in den Völkerbund in die engste Verbin- werden wird. Alle diese Fragen nPlRüeßen gegenwärtig noch so scharfe Gegen- E 6 ihre Lösung an Schwierigkeit sicher n Rt hinter den Problemen zurückbleibt, die in London ihre Lösung gefunden haben. Die Art, H^m^"!?reich den Sicherheitspakt und Deutschlands Rolle im Völkerbund auffaßt, ist noch weit, weit verschieden von der Auffassung, bie lutsche Regierung ausgeht. Die u-ntwasftningsnote stellt Forderungen an uns, öhm Teil unmöglich erfüllt werden können, dw entscheidende Evoche der diplomatischen Auseinandersetzung sind wir noch nicht einge- ueten. Dieser wichtige Zeitabschnitt wird erst ^8>nuen, wenn wir die Antwort Frankreichs u Handen haben und wenn sich einigermaßen 9fur^n läßt, ob wir die Verhandlungen mit «usiK^t auf Erfolg beginnen können oder nicht.

We MmlmdlMgebWg vor dem ReiGtog

Berlin, 14. Juni. Bei regnerischem Wetter fand heute unter großer Beteiligung eine Kundgebung für die Befreiung der Rheinlande im Rahmen der Jahrtausendfeier statt. Es war ein überwältigendes Bild, als die Vertreter aller deutschen Stämme von Nord und Süd, Ost und West, die Frauen vielfach in lands­mannschaftlicher heimatlicher Tracht, mit ihren Fahnen ausrückten, ein ganzes großes geschlosse­nes Gefüge, dem sich in Wichs studentische Verbindungen mit ihren Fähen anreihten. Be- soders starken Beifall erweckte es, als eine Mädchengruppe des Verbandes der Ausländs­deutschen aufzog und die Württemberger in der Heimattracht der Schwarzwälder erschie­nen. Die Schleswig-Holsteiner wurden stür­misch begrüßt. Besonders alle Landsmann­schaften der Grenzgebiete waren Gegenstand eines freudigen Empfanges. Der gemischte Chor des Ost- und Westpreußenbundes eröff­nete mit einem Vortrage die Feier. Dann sprach der frühere Oberbürgermeister der Stadt Köln, Reichsminister a. D. Wallraf, und gab ein feierliches Gelöbnis ab,

daß das Rheinland unzertrennlich fei von Preußen und dem Reiche

und alle Stürme siegreich überwinden werde. Er führte aus: Die Jahrtausendfeier des Rheinlandes ist kein rheinisches, sondern ein deutsches Fest. Darum begehen wir es auch hier in der Hauptstadt des Reichs. Wir be­gehen es überall, soweit die deutsche Zunge klingt. Ehrlich und redlich dürfen wir uns dieses Festes freuen, denn die Vergangen­heit derer wir gedenken, die Gegenwart, die wir durchleben, verbürgen zugleich die kern-

Nur den Zeitraum umfaßt die Jahrtausend- feier, in dem unwandelbar Rhein und Reich zusammenstanden. Sonnenschein und Wetter­stürme haben die große Völkerstraße erhellt und umbraust, seit auf den Trümmern der keltischen und römischen Herrschaft deutsche Kraft, Gottessehnsucht und Kunst ihre Bauten schufen. Dort reden die Steine; sie künden von stolzer Zeit, von dem Weltreich Karls des Großen, des Kaisers, der nach der Nheinsage alljährlich aufsteht und seine Gruft in Aachen verläßt und als hoher

ein und

Schatten die Berge und Täler ent­lang wandelt, um die rheinischen Reben zu segnen. Sie künden aber auch von Zeiten, da der Rhein von deutschem Blut gerötet zu Tale floß, wenn deutsche Uneinigkeit die deutsche Kraft zerbrach. Jede Seite der rheinischen Ge- fchichte rauntNein", donnert uns die Mah­nung zu; Seid einig, einig, einig. Und ein Prophstenwort wars und ist der Spruch, der am Deutschen Eck zu Koblenz, wo RH' Mosel ihre Wasser mischen, das Standbild des großen alten Kaisers ziert, der Spruch Max von Schenckendorffs: Nimmer wird das Reich zerstört, wenn ihr einig seid und treu. Ja, einig sind wir in dieser Feierstunde. Der Westen grüßt heute den Osten. Die Wacht an der Weichsel grüßt heute die Wacht am Rhein. Aber nicht die freudige Begeisterung einer

Feierstunde schafft dauernde Werte, die Einig­keit in großen vaterländischen Dingen muß uns geleiten auch durch Arbeiten und Sorgen des Alltags hindurch. Jeder Widerstreit der Parteien, Stände und Konfessionen muß sein Ende und seinen Ausgleich finden in der ge­meinsamen Liebe zum Vaterland. Und treu . .

Wir müssen an diese Fragen ohne ungerecht­fertigten Optimismus und ohne Illusionen herantreten.

Dienslag Ueberreichung der Sicherhetts-Nole.

p a r i 6,14. Juni. DerPetit " arifien be­richtet, die französische Note betreffend den Sicherheikspakk sei bereits in den Hän­den des französischen Botschafters in Berlin und werde am Dienstag der Reichs­regierungüberreicht. Die Veröffent­lichung der Note erfolge 48 Stunden später mit allen anderen wesentlichen Dokumenten der Verhandlung, nämlich dem deutschen Vorschlag, dem ersten französischen Nokenentwurf und den zwischen dem Quai d'Orsay und dem Soceign Office ausgetauschten Noten. Die französische Note umfasse fünf Schreibmaschinen­seiten, deren einzelne Absätze nummeriert seien. Der Inhalt lasse Interesse daran er­kennen, die Verhandlungen vor der Haupt-

Was am Rhein oder an der Weichsel geschieht, ist deutsches Leid oder deutsche Freude. Und weil wir treu sind, deshalb halten wir auch fest an dem angestammten Staatsverbande. Hessen, Baden, Bayern und Preußen haben gemeinsam für das Rheinland gesorgt und was meine engere Heimat dem Staate Preu­ßen verdankt, ist steingewordenes Sinnbild geworden in dem Dom zu Köln, denn das Wunderwerk hat erst unter Preußens Krone Fortgang und Vollendung gefunden. Allen Wetterstürmen der Vergangenheit haben die Felsen des Rheins getrotzt, alle Wetterstürme der Zukunft wird das deutsche Herz am Rhein siegreich bestehen. Für uns aber und unsere Nachfahren wird sich, wenn wir einig sind und treu, das Wort erfüllen, für dessen Wahrheit unsere Ahnen gekämpft und auch unser lebendes Geschlecht gelitten: Der Rhein Deutschlands Strom, nicht Deutschlands Grenze!

Der Reichsminister für die besetzten Ge­biete, Frenken, begrüßte die deutschen Landsmannschaften aller Stämme, die in dem Bewußtsein der Zusammengehörigkeit an der heutigen Kudgebung teilnahmen. Die in dem unbesetzten Gebiet wohnenden Rheinländer würden nie ihre Heimat und ihre Leiden ver­gessen. Das Rheinland sei die Heimat deut­scher Kultur, deutschen Fleißes und deutscher Schaffenskraft. Die heutige Feier in der Reichshauptstadt werde überall großes Echo finden. Seien doch die deutschen Landsmann­schaften, die mit ihrem Bekenntnis zum Deutschtum aufgetreten seien, die Dolmetscher des Empfindens der deutschen Reichshaupt- t. Die Bande, die das Rheinland und die

Glücklich sei der Gedanke gewesen, den Ab­stimmungsgedenktag in Ost- und Westpreußen mit dieser Jahrtausendfeier zu verbinden. Während der Feier boten die Aachener Kon­kordia und der Männergesangverein der in Berlin wohnenden Rheinländer musikalische Vorträge dar. Für Ostpreußen sprach in Er­innerung des Abstimmungstages vom 11. Juli der Vertreter der damaligen Abstimmungs­kommission Worgitzky-Allenstein. Er gedachte des damaligen politischen Kampfes in den östlichen Grenzgebieten sowie der Kriegsleiden Ostpreußens. Oll- und Wellpreußen könnten nur im preußischen Staatsverbande leben. Bor aller Welt erkläre er, daß Ost- und West­preußen nicht ruhen werden, für die Erhaltung des deutschen Vaterlandes einzutreten, wie auch Ost- und Westpreußen dem Rheinlands im Kampfe um sein Recht stets zur Seite stehen werden bis zum siegreichen Ende in dem festen Glauben an die Zukunft des deutschen Volkes.

Unter stürmischem Beifall wurde'dann eine Entschließung

angenommen, in der betont wird, daß Zehn­tausende deutscher Männer und Frauen, die bei der heutigen Gedenkfeier vor dem Reichs­tage erschienen seien, getragen von dem Be­wußtsein des gemeinsamen Schicksals und der Hoffnung für die Zukunft des deutschen Vol­kes, in unerschütterlicher Treue zusammen mit Ost- und Westdeutschland ihr Gelöbnis aus­sprechen, an Preußen und dem Reich allezeit treu festzuhalten. Während der Feier krei­sten Flugzeuge der Junkergesellschaft über der großen Versammlung.

gefasst. Der fort: Die i k

kagung des Völkerbundes zu einem Ergebnis zu führen, llebrigens erwarte Frankreich von Deutschland vor allem eine schriftliche präzise und vollkommene Antwort. Erst nach Erhalt eines derartigen Schriftstückes und nach kennt nisnahme von dessen Inhalt werde die münd­liche Verhandlung vom Quai d'Orsay ins Auge gefasst DerPetit Parisien" fährt alsdann

' lienische Garantie habe Frankreich in dem ersten Ankwortentwurf vor­gesehen. Blau mußte sie in dem endgültigen Text angesichts der englischen Haltung besei­tigen, was aber keineswegs bedeute, daß nicht ein späteres Abkommen mit Rom ein neues Glied zu der kette des Sicherheitsabkommens fügen könne.

a

Reichsminister Schiele über die Innenpolitik.

Berlin, 14. Juni. Der zweite Tag der innen­politischen Aussprache im Reichstag brachte eine Rede des Reichsinnenministers Schiele. Sie«

fer führte aus: Wir werden in der nächsten Zeit, wo sich die politischen Wogen von außen vielleicht mit noch stärkerem Druck denn je ge­gen uns heranwälzen werden, die ganze Seele unseres Volkes, unsere ganze innere Kraft brauchen. Deshalb dürfen wir nicht ablassen von dem, was man gemeinhin den Glauben an die Nation nennt. Das Reichsministe­rium ist das Ministerium, das den Gedanken der Reichseinheit, der staatlichen Ein­heit nach innen zu vertreten hat, daneben aber auch den Gedanken, der Volkseinheit, der sozialen Einheit.

Neben der kulturellen und sozialen Einheit fällt unter die Pflege meines Ministeriums die politische Einheit und damit die Pflege des Ver. hältnisses des Reiches zu den Ländern.

Die Einheit des Reiches

ist das kostbare Gut, das wir Deutsche aus dem Zusammenbruch gerettet haben.

Aber gleichzeitig, wie der große Gründer des Reiches seine ganze staatsmännische Kunst aufgewendet hat, um den Neichsgedanken zu versöhnen und zu verschmelzen mit der födera- listischen Idee, ist es auch heute die wertvollste Aufgabe einer Reichsregierung, die sich auf Geist und Gemüt deutscher Nation versteht, den Reichsgedanken in Einklang zu bringen mit den berechtigten Wünschen auf ein Eigen­leben der deutschen Stämme, in ihm liegen die starken Wurzeln deutscher Kraft, ir ihm erst das reiche kulturelle geistige Leben, auf das wir stolz sind.

Ueber seine persönlicheStellung zur Reichsverfassung erklärte der Minister folgen­des:'Ich sollte denken, daß diese Frage eigent­lich schon durch meinen Eid auf die Verfassung und die Uebernahme des Ministeramtes eine ausreichende und zweifelsfreie Erledigung ge« nden hätte, bin aber gern bereit

ier noch

es echt und als die wi, ____,____ Grundlage meiner amtlichen Tätigkeit ansehe. Schutzpflicht gegenüber der Verfassung muß im Interesse des Staates und der Verfassung in erster Linie den Sinn haben, die verfassungs­rechtliche Autorität des Staates überhaupt zu chützen. In Zeiten, wie sie das deutsche Volk etzt durchlebt, steht nicht die Frage der Staats« form, sondern des Staatswesens im Vorder­gründe. Die Form gibt dem Staat nur das äußere Gepräge; das Wesentliche liegt im Her­zen und Willen, in der Staatsgesinnung des Volkes.

Zur Flaggenfrage

erklärte Minister Schiele: Die Reichsfarben Schwarz-Rot-Gold haben Anspruch auf den Schutz des Staates, den zu gewähren ich durch­aus gesonnen bin. Weite Kreise unseres Vol­kes erstreben eine Wiederkehr der alten Reichs­farben Schwarz-Weiß-Rot, und im Kampfe ge­gen diese Bestrebungen ist ein Streit um die Reichsfarben entbrannt, der jedem, der den inneren Frieden unseres Volkes will, tief bedauerlich erscheinen muß. Diesen Streit aus der Welt zu räumen, ist eine der dringend­sten uns obliegenden Aufgaben. Ich bin der letzte, der dabei vergißt, daß auch dem schwarz- weiß-roten Deutschland die Farben Schwarz- Rot-Gold ein Gegenstand der Verehrung ge­wesen sind. Fast fünfzig Jahre hindurch war Schwarz-Rot-Gold der Ausdruck eines roman­tischen Sehnens und Träumens, das den Weg zur Wirklichkeit nicht fand. Erst unter der fchwarz-weiß-roten Fahne sind diese Träuine zur Wirklichkeit, zur Tatsache gewor­den. Unter den schwarz-weiß-roten Fahnen war ein starkes Deutsches Reich 50 Jahre hin­durch Bürge des Weltfriedens. Das lebt im Ge. dächtnis unseres Volkes unauslöschlich einge- prägt. Man sollte auch nicht vergessen, daß unter den Fahnen Schwarz-Weiß-Rot das Volk der Dichter und Denker zu dem Volk der Er- finder und Ingenieure geworden ist, das sich eine starke Wirtschaft schuf und neue Formen der Sozialpolitik begründete, die vorbildlich für die ganze Welt würden, und man sollte vor allem wo man auch immer steht, nicht ver­gessen, daß unter der sch-warz-weiß-roten Ko- karde Männer aller deutschen Stämme der Uebermacht fast der ganzen Welt trotzten und den Feind vier Jahre lang hindurch von der deutsü-en Grenzen fernhielten. Jedem, dem bit Geltung unseres Volkes wie fein innerer Frie­den am Herzen liegt, muß es als das dringend Gebotene erscheinen, daß dieser Streit um die Flagge endlich zum Abschluß gebracht wird. Deshalb hege ich die feste Hoffnung, daß es gelingen wird eine Lösung zu finden, die dem innersten Empfinden unse-