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200. Jahrgang.

Hanauer «Anzeiger

General-Anzeiger für die Kreise Kanan Slaöl nnö Land.

Erscheint toast* mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Fernsvrech-Anschluß Nr. 1237 und 1238

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Nr. 133

MMWvch den 10. Juni

1925

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In dem wechselvollen Gang der Tages­ereignisse hat sich bisher lediglich die Tatsache bestätigt, daß auch in der Frage des Sicher- heitspaktes die Lage endlich für eine Antwort auf das deutsche Memorandum reif geworden ist. Frankreich wird wahrscheinlich in dieser Woche noch durch seinen Botschafter in Berlin eine Note überreichen lassen, die auf einer Ver­einbarung zwischen London und Paris beruht und allem Anscheine nach auch Brüssel mit ein­schließt. Daran hat auch die Unterredung zwi­schen Briand und Chamberlain in Genf nichts geändert, vielmehr ist in der Völkerbundsstadt wohl erst der Schlußpunkt hinter die franzö­sisch-englische Vereinbarung gesetzt worden. Im übrigen aber haben die sttmmungsmäßigen Begleitumstände der englisch-französischen giniqung fast von Tag zu Tag das Gesicht ge­wechselt. Wenn es zuerst den Anschein hatte, als ob England in der Frage des Sicherheits­paktes feinen Willen gegen Frankreich voll­kommen durchgesetzt habe, so scheint heute eher der Eindruck berechtigt zu sein, daß England in einem wesentlichen Punkte den Grundsatz des Sicherheits Paktes zu Ungunsten Deutschlands durchbrochen hat. Gewißheit darüber besteht nicht und kann nicht bestehen, solange mir nicht die französische Note in ihrem Wortlaut kennen. Es erscheint trotzdem angebracht, die Lage einmal kurz in dem Lichte ?t betrachten, in das sie durch die letzten Mel- ungen gerückt worden ist.

schlagen des

Wx halten uns zunächst unmittelbar an die Frage des Sicherheitspaktes. Nach den Vor­schlägen des deutschen Memorandums sollte lediglich die deutsche Westgrenze garantiert, d.,h. gegen jedes angriffsweise Ueberschreiten, sei es von französisch-belgischer Seite, sei es von deutscher Seite, gesichert sein. Wer auch immer die Grenze angriffsweise überschritt, sollte die Gesamtheit der übrigen Garantie­mächte gegen sich haben. Das sollte vollkommen gleichberechtigt für alle Grenzmächte gelten. Die Ostgrenze Deutschlands dagegen sollte aus dem Garanttevertrag ausscheiden und alle hier etwa entstehenden Streitigkeiten sollten schieds­gerichtlicher Regelung unterworfen sein. An diesem Grundsatz hat England ganz bestimmt äußerlich festHehalten. Auch in der Verein­barung, die zwischen London und Paris perfekt geworden ist, bleiben die Ostgrenzen Deutsch­lands außer Betracht, soweit die englische Garantie in Frage kommt» Dagegen scheint nach der französischen Meldung der Grundsatz des gleichberechtigten Grenzschutzes vollkom­men durchbrochen zu sein. Wenn Havas richtig unterrichtet ist, so hat der englische Außen­minister Chamberlain den Franzosen zuge- standen, daß die entmilitarisierte Rheinland- Zone dem Einmarsch der Franzosen auch ferner Asenstehen soll, wenn Frankreich sich berufen seinen östlichen Bundesgenossen Polen und Tschechoslowakei gegen einen unprovozier- ten Angriff zu Hilfe zu kommen. Will man die- Zugeständis in der ganzen Reichweite fei« ner Konsequenzen verstehen, so muß man sich Zweierlei vor Augen halten: Einmal, daß der l7.Ä"?"rsch im Rheingebiet natürlich den fran- somchen Durchmarsch durch Deutschland zur uvlge hat und zum andern, daß es Polen stets Achtes sein wird, einen Konfliktsfall zu schaffen, der F ' " ' "' ' wort gibt.

Frankreich das gewünschte Stich­

i . Von dem ganzen Sicherheitspart bliebe 8 Eun nur noch eine Sicherung Frankreichs ; einen überhaupt, nicht drohenden oeut- I seyen Angriff übrig, während die Gefahr eines I ^uuzosischen Einmarsches, dem das wehrlose 5 Deutschland gegenwärtig ausgesetzt ist, ver- 1 ^ougt würde. Es ist ganz selbstverständlich, ! , Deutschland zu einer solchen Regelung nie s "immer die Hand bieten wird. Es darf und I m1.. /ich auch nicht verleiten lassen, in die t o i k e r b u n d s f a l l e zu gehen, im blinden ^«trauen darauf, daß es dann einen besseren ^oenzschutz genießen würde, als ihm ein solcher "charntiepakt" gewährt. Ruhen doch gerade g^.Dedenken der deutschen Regierung auf dem artikel 16 des Völkerbundsstatuts, durch den ^an Deutschland zwingen will, das Durch- marschrecht anderer Nationen anzuerkennen, diesem Widerspruch gegen Artikel 16 hält Deutschland natürlich fest. Und es wird sich yuten, sein Schicksal dem Völkerbund anzu- EU" Frankreich abgesehen von dem rtikel 16 auch noch durch einen sogenannten

Garantiepakt das Recht erhalten soll, das Rheingebiet als militärische Operationsbasis und das Deutsche Reich als Durchmarschgebiet zu betrachten. Die Frage des Völkerbundes spielt ganz gewiß bei der Gesamtlösung aller dieser Probleme eine große Rolle, aber in ganz anderem Sinne, als man es in Paris zu glauben scheint. Der Reichsaußenminister hat in der letzten Zeit wiederholt und ausdrücklich erklärt, daß die Völkerbundsfrage für uns erst dann spruchreif geworden ist, wenn das Ruhr­gebiet und die nördliche Rheinlandzone ge­räumt sind. Wenn überhaupt, so will Deutsch­land als gleichberechtigte Macht aufrechten Hauptes durch die Türe des Völkerbunds ein­treten. Solange fremde Truppen rechts- und vertragswidrig auf deutschem Boden weilen, ist es Deutschland ganz unmöglich, sich um die Mitgliedschaft beim Völkerbund zu bewerben. Will man daher die Frage des Sicherheits­paktes und die unseres Eintritts in den Völker­bund im Zusammenhang lösen, so wird man sich nicht nur dazu verstehen müssen, in dem Garantiepakt tatsächlich die vollkommen gegen­seitige Gleichberechtigung unbedingt zu wah­ren und dem französischen Ein­marschgelüste ein für alle Mal eine unüberwindliche Schranke entgegenzusetzen. Man wird auch nach rascher Verständigung über die Entwaffnungs­note die Ruhr und den nördlichen Rhein bis zum 15. August räumen müssen. Auf dieser Grundlage ist Deutschland auch ferner bereit, an der arbeiten. Ist englisch-franzö barung aber so, wie Havas sie ildert, so wird man vergebens auf die Partnerschaft Deutschlands rechnen, im Völkerbund sowohl wie im Sicherheitspakt. Und die Schuld des Nichtzustandekommens siegt dann nicht bei uns, wie französische Blätter heute schon betonen, sondern bei den anderen Mächten.

Befriedigung in Frankreich.

Paris, 9. Juni. Das britisch-französische Einverständnis über den von Deutschland vor­geschlagenen Sicherheitspakt wird vomJour­nal des Debüts" als eine Einigung bezeichnet, die sich nur auf Vorfragen beziehe, da noch zahl­reiche Fragen in der Schwebe gelassen worden seien. Dank der heftigen Reaktion der fran­zösischen öffentlichen Meinung und trotz des Widerstandes gewisser englischer Gruppen sei es dem Quai d'Orsey gelungen, das englische Kabinett dazu zu bringen, die wesentlichen Be­dingungen anzunehmen, die dieser Pakt der ge­genseitigen Garantie mit Deutschland enthalten müsse, nämlich restlose Respektierung der in Kraft befindlichen Verträge, die Möglichkeit für Frankreich, eventuell die im Völkerbundsetat vorgesehe Intervention durchzuführen und sei­nen Alliierten, mit denen es Defensivabkom­men abgeschlossen habe, zur Hilfe zu kommen. Schließlich das Funktionieren eines juristischen Schiedsgerichtsverfahrens gemäß dem Statut des Ständigen Internationalen Gerichtshofes. Einige französische Blätter bedauerten, daß man nicht mehr von England erzielt habe und daß man etwa in die gleiche Lage versetzt worden sei, die 1914 bestanden habe. Dieses Bedauern sei nicht gerechtfertigt, denn jedermann wisse, daß England sich nicht wieder verpflichten wolle und daß kein englisches Kabinett, selbst ein konservatives Unterhaus wie das jetzige, es hätte dazu bringen können, weiter gehendes Entgegenkommen zu zeigen. Man habe sich also vor der Alternative befunden, sich mit dem zu­frieden zu geben, was England anbot, oder auf den englischen Beistand zu verzichten. Das Journal des Debets" stellt fest, daß es nicht zu den Anhängern eines westlichen Sicherheits- oakbes gehört habe, aber in dem Augenblick, in dem das Kabinett Baldwin die deutschen Vor­schläge ernstlich in Erwägung gezogen habe, sei FraiÄreich verpflichtet gewesen, sich mit ihm über die Elemte der Berlin zu erteilenden Ant­wort zu verständigen. Andernfalls würde man dem Gegner den Eindruck der Uneingikeit ge­geben haben, wohin die deutsche Regierung offenbar gestrebt habe. Jetzt sei die Lage um­gekehrt. Jetzt befinde sich Berlin in der Ver­legenheit, denn die deutsche Regierung sei in die Notwendigkeit versetzt, ihr Spiel aufzu­decken.

DerTemps" schreibt, um die Frage des Sicherheitspaktes zu diskutieren und um die Frage der Entwaffnung zu regeln, werde sjch

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nunmehr Deutschland einem mit England voll­kommen geeinigten Frankreich gegenübersehen. Das sei die beste Aussicht, die bestehe, um die Verhandlungen zu einem Ergebnis zu führen. Wenn die Reichsregierung kürzlich eine auf­richtige und ernsthafte Geste dadurch unter­nommen habe, daß sie einen Sicherheitspakt vorschlug, würden die Alliierten es ihm nun­mehr ermöglichen, vor aller Welt den Beweis ihrer Aufrichtigkeit und ihrer Ernsthaftigkeit zu geben. Die französische Antwort werde noch einmal mehr kundgeben, daß Frankreich im Einverständnis mit den Alliierten bis an die Grenze des Entgegenkommens gehe. Was immer jetzt kommen möge, so schreibt der Temps", wird man Frankreich niemals Vor­würfe machen können, daß es den Sicherheits­pakt zu Fall gebracht habe. Sein Schicksal ruht in den Händen Deutschlands und Berlin steht es zu, zu erklären, ob Europa der Zukunft mit Vertrauen und Ruhe entgegensehen kann.

Jacques Bainville schreibt in der Liberte", er glaube, daß Deutschland den Sicherheitspakt, der ihm vorgeschlagen werde, -annehmen werde. Das System, das die Ka­binette von Paris und London festgehalten hätten, bestehe im wesentlichen darin, daß Frankreich, Belgien und Deutschland ver­sprechen, die Grenzen, die die beiden ersten Länder mit dem dritten Lande verbinden, re­spektieren und sie schützen. Hierfür leiste Eng­land Garantien und stelle sich auf die Seite dessen, der angegriffen werde. Dunkel bleibe noch der Punkt, ob England nicht eine Gegen­leistung für die Verteidigung seines eigenen Gebiets erhalte. Bainville glaubt, daß dieser westliche Pakt ergänzt wird durch einen öst­lichen Pakt, den Deutschland mit Polen und der

ngland beim westlichen Pakt spiele. Im deut schen Interesse liege es, diese beiden Pakte an­zunehmen. Es werde damit in eine große In­timität mit Frankreich kommen, eine jener kon­tinentalen Intimitäten, die England nicht liebe, und die es eines Tages bedauern werde, mit eigenen Händen geformt und gefestigt zu haben.

Die Ausfassung in England.

London, 9. Juni. Die Preß Association ver­breitet folgende Mitteilung: In britischen diplo­matischen Kreisen herrscht rückhaltlose Befrie­digung über die Nachricht aus Genf, daß zwi­schen Großbritannien und Frankreich eine vollständige Einigung über die Grundlage, auf der die Verhandlungen über den geplanten Sicherheitspakt weiterzuführen sind, zustande gekommen ist. Es wurde betont, daß es seit der ersten Anregung der deutschen Regierung zweifellos war, daß der Pakt bei etwaiger Verwirklichung streng gegenseitig sein würde und daß die Verpflichtungen Englands sich auf die Garantien der Grenzen zwischen Frankreich und Belgien einerseits und Deutschlands ande­rerseits beschränken würden. Dom britischen Standpunkte aus war nicht in Aussicht gestellt, in einen etwaigen Konflikt, an dem England kein tatsächliches Interesse hatte, einzugreifen, sondern durch gegenseitige Verständigung und zweifelsfreie Festlegung der englischen Ver­pflichtungen jede Möglichkeit eines die engli­schen Interessen in Mitleidenschaft ziehenden Krieges an der genannten Grenze auszuschlie- ßen. Alle Unterzeichner des Paktes, zu dem hoffentlich auch Belgien und Italien gehören werden, sollten alle den Dölkerbundsmitglie- dern zukommenden Rechte und Pflichten über­nehmen, ebenso auch wie Deutschland, da der Pakt erst in Kraft treten könne, wenn Deutsch­land selbst vollberechtigtes Mitglied des Völker­bundes geworden sei. Bezüglich der anderen Grenzen Deutschlands verlautet, daß der Pakt in keiner Hinsicht die diesbezüglichen Bestim­mungen des Friedensvertrages abschwächen werde, daß etwaige Streitigkeiten unter die Bestimmungen des Völkerbundes fallen. Die Wirkung des neuen Paktes wurde von gut­unterrichteter Seite dahin zusammengefaht, daß Großbritannien sich hinsichtlich der franzö­sischen Grenze in genau der gleichen Lage be­finden werde, wie 1914 hinsichtlich der bel­gischen.

London, 10. Juni. Im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses steht weiterhin das zwi­schen Briand und Chamberlain in Genf erzielte Uebereinkommen in der Frage des Sichrrheits- paktes. Ein Teil der britischen Presse kritisiert scharf die französische Darstellung. In den Telegrammen aus Berlin wird auf die ab­lehnende Haltung eines großen Teiles der Presse gegenüber dem geplanten Uebereinkom­

men hingewiesen. Die Blätter betonen jedoch, daß der Pakt zweiseitig und gegenseitig sei, aber daß mancher Punkt noch einer Klärung bedürfe. Macdonald erklärte, die gesamte Ar­beiterschaft werde sich dem Abkommen wider­setzen, da es einen individuellen Bündnis- und Garantiepakt darftellt.

Die Verleumdungspropaganda gegen Deulschland geht weiter!

In den belgischen Schulen wird jetzt all­gemein ein behördlich vorgeschriebenes Lehr­buch der Geographie verwendet: Der Atlas Manuel de geographie. Darin ist wörtlich fol­gendes zu lesen:

Frage:Was weißt du über das deutsche Volk?" Antwort:Die Bevölkerung Deutsch­lands gehört größtenteils zum germanischen Volksstamm, dessen Vertreter sich seit Jahr­hunderten stets wegen ihrer Grausamkeit, Treulosigkeit, Lügenhaftigkeit ausgezeichnet haben, mit der sie geschlossene Verträge und Abkommen gebrochen haben. Deutschland steht außerhalb der Völkergemeinschaft! Diese Ver­brecher, die im Laufe der Weltgeschichte immer wieder aufs neue die Welt beunruhigt haben, muß man als zu der Völkerklasse gehörig zäh­len, die sich nicht selbst zu regieren vermögen; man kann sie nur auf vollkommen gleiche Stufe stellen wie die Neger und Papuas in ihren früheren Kolonien. Aber diese haben doch wenigstens ein Herz in der Brust . . ."

Antwort auf solche Gemeinheiten muß sein: Erziehung der deutschen Jugend zum National­stotz im Sinne des Goethewortes: Allen Ge­walten zum Trotz sich erhalten.

Spionageprozetz.

eimagent August Dreyer aus

Elsaß, der Schmied Franz Schleicher

Suhl, der Feldwebel Hubert K o» schinski, der Unteroffizier Max Kör­ner aus Münster in Westfalen und das 19jährige Dienstmädchen Elisabeth Kröger aus Osnabrück wegen Verrats militärischer Geheimnisse, Landesverrats und Spionage zu verantworten. Die Angeklagten waren beschuldigt, von 1922 bis 1924 mit dem fran- ischen" Nachrichtendienst in Verbindung gestanden zu haben. Dreyer, der Sohn eines Weinqroßhändlers in Kolmar, diente bis zum Jahre 1919 im deutschen Heere. Nach seiner Entlassung, trat er in den Dienst der französischen Kriminalpolizei und später als Geheimagent in den Dienst des französischen Generalstabes. In dieser Eigenschaft begab er sich nach Münster, um mit Reichswehr­soldaten Verbindungen anzuknüpfen. Mit Hilfe seines Schwagers Schleicher und seiner Frau, die sich in Tanzsälen, Cafes und ande­ren Lokalen an Reichswehrsoldaten heran- machte, gelang es ihm, den Feldwebel Ko­schinski und den Unteroffizier Körner für den Spionagedienst zu gewinnen. Körner er­hielt einmal allein 100 000 Mark. Die Kröger trat durch Vermittlung Körners ebenfalls in den französischen Nachrichtendienst ein. Die Verhandlung gegen Körner wurde wegen Krankheit âbgetrennt. Das Urteil lautete

verhandlung ge Krankheit abgetre

gegen Dreyer auf 15 Jahre Zuchthaus, 10 Jahre Ehrverlust und 1000 Mark Geldstrafe, gaen Schleicher auf 6 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust und gegen die Kröger auf 3 Jahre Gefängnis und 5 Jahre Ehr-

Verlust.

Parlekführerbesprechung über die Snkwasfnungsuoke.

Reichskanzler Dr. Luther empfing gestern nachmittag 6 Uhr die Führer der Reichstags- fraktianen, von den Deutschnationalen bis $u den Sozialdemokraten, um mit ihnen bte Entwaffnungsnote, die heute Gegenstand einer Beratung tm Auswärtigen Ausschuß sein wird, zu besprechen.

Fraktto»»«e«bilb«»g im Reichstag.

Berlin, 9. Juni. Nachdem durch den Ueber« tritt des bisherigen deutschirationalen Reichs­taarabgeordneten Best als Gast zur Deutsch- völkischen Frecheitrpartei die Zahl der völkischen Vertreter im Reichstage sich auf insgesamt 15 erhöhte, haben sich die Reichstagsabgeordneten der Deutschvölkischen Frecheitrpartei und der Nationalsozialistischen Deutschen Ar-eiterpartei unter Wahrung ihrer organisatorischen Selb­ständigkeit zu einer gemeinsamen Fraktion der Deutschvölkischen Freiheitspartei und der Na- tionalsozialistifchen Deutschen Arbeiterpartei (Völkische Arbeitsgemeinschaft) zusammenge- chlosfen. Auch Ludendorff gehört dieser neuen