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200. Jahrgang.

Hanauers Anzeiger

General-Anzeiger für die Kreise Kanan Stadt und Land.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertag«. / Fernsvrech-Ansckiluß Nr. 1237 und 1238.

B»««g»prete! Für den halben Monat 1 Reichsmark, für den ganzen Monat 2 Reichsmark ohne TrSgerlohn. Einzelnummer 10, Freitag und Samstag 12Reichspfennig. Anzeigenpreis«: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 Reichspfennig, im Reklameteil von 68 mm Breite gg Reichspfennig. Offertengebühr: 80 Reichspfennig. Geschäftsstelle: Hammerstraße S.

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Str. 126

Dienstag Len 2. Juni

1925

Das Neueste.

Mnisterxräsident Painleve hat gestern in Straß, f«g eine Rede gehalten. DerJntranfigeant" be­achtet, Erzbischof Monsignore Ruch von Straßburg, ^er gestern dem aus Anlaß der Anwesenheit des Präsidenten der Republik stattgefundene« Empfang feigewohnt hat, habe am Montag seine Türen ver­flossen und niemand empfangen.

In Schönau, der Heimatgemeinde Schlageters, fand am L Feiertag auf dem Lötzberg die Grund­steinlegung des Schlageterdenkmals statt, das von bett vaterländischen Verbänden gestiftet worden ist. Der Feier wohnten über 5000 Angehörige vaterlän­discher Verbände aus allen Teilen des Reiches bet-

Mustafa Kemal Pascha hat einen Erlaß unter- zeichnet, der die Demobilmachung verschiedener seinerzeit wegen des Aufstandes unter die Fahnen berufener Iahresklassen anordnet.

berechtigt feien, um die Zukunft ihrer Unab­hängigkeit und Freiheit besorgt zu sein. Es gäbe auch Träume der Beherrschung anderer,

die sich nicht mit der Niederlage zufrieden geben wollten. Alles dies fei wahr. Aber Frankreich wisse auch, daß

Frankreich wisse auch, Daß es keine wirkungs­volle Aktion ohne Optimismus gebe. Es wisse,

daß etwas ebenso gefährlich wie das blinde Vertrauen sei, nämlich das blinde Mißtrauen, durch das ein argwöhnisches Land überall Ge­fahren und Komplotte entdecken könnte, sodaß es die Gelegenheit vorübergehen lassen würde, die es, eingesponnen in eine beharrliche Nega­tion, nicht sehen könnte. So beruhigend und täuschend aucg manchmal die Entwicklung der internationalen Politik sein möge, er, levè, könne seinen Glauben an die Zukunft der europäischen Zivilisation betonen. Er wolle das auch im Elsaß tun. Sollte es wirklich wahr sein, daß die Linie, die Deutschland und

ain-

DNkchMgsrecht durchs Rhein­land ?

London, L Juni. Die Ueberreichung der Mglischen Note in Paris ist durch eine groß­zügige französische Pressepropaganda beantwor­tet worden. Sämtliche englischen Zeitungen sind doH von den Auskünften, die die französische Regierung über den Inhalt der Note und ihre Stellungnahme dazu gegeben haben.

Uebereinstimmend lauten die aus Paris kommenden Meldungen dahin, daß Frankreich nunmehr zwar definitiv darauf verzichtet, Eng­land in der Ostfrage zu engagieren, daß es aber im übrigen innerhalb des Rahmens, den die englische Note ziehe, seine sämtlichen Wün­sche befriedigt sicht, nämlich:

1. Eintritt Deutschlands in den Völkerbund,

Frankreich voneinander trennen, auch immer eine bedrohte Grenze bleiben solle? Diese Frage beantworte er mit nein; denn ein Tag werde anbrechen, vielleicht efy glaube, an dem die bitteren Enttäuschungen der Nachkriegszeit die wahren Lehren des Krieges aufkommen ließen, sodaß die Völker den Haß, der sie noch trenne, fallen lassen würden, damit sie, jedes nach seinem eigenen Genie, sich nicht gegenseitig beherrschen? son­dern zusammenarbeiten werden, um gemein­sam die rebellische Materie zu bezwingen. Die­ser Tag, so schloß Painlevè, me-De wohltuend über jenem zivilisatorischen Gebiet strahlen, das ein absolut französisches Elsaß in einein wiederausgesöhnten Europa sein werde.

ier als man

schafterkonferenz gestern in der Ent- waffnungs- und Räumungsfrage beschlossen hat, Folgendes enthält:

1. eine Aufstellung der von Deutschland erfüllten militärischen Klauseln des Ver- EIller Vertrages, zusammengestellt auf Grund

s Berichts der Militärkontrollkommi sion,

2. die Lifte der militärischen Klauseln, die Deutschland nicht erfüllt hat,

3. die Aufzählung der notwendigen B e= richtigungen, deren Ausführung die Mi- litärkontrollkommiffirm zu überwachen haben wird,

4. das Verzeichnis der durch die Alliierten in militärischer Beziehung früher gemachten Konzessionen. Havas sagt weiter: Die Note der Dotschafterkonferenz wird spezifizie­ren, daß die Räumung der Kölner Zone vorgenvmmen wird, sobald Deutschland die geforderten Berichtigungen ausgeführt hat.

Eine Rede Painlevès.

Paris, 1. Juni. Ministerpräsident Pain­levö, der den Präsidenten der Republik auf seiner Reise nach Straßburg begleitet hat, hat heute bei einem Bankett, das der Generalrat des Departements Niederrhein veranstaltet hatte, eine Rede gehalten, in der er sagte:

50 Jahre war Elsaß-Lothringen in ein großes und mächtiges Reich durch Gewalt eingegliedert. Dieses Reich hat Elsaß an seiner außerordentlichen wirtschaftlichen Entwicklung,

;en Unternehmungen, die eine

ier Diktat, 3. Uebereiast

ng darüber, daß durch die Demilitarisierung der Rheinlande Frankreich kickst ^hindert werde. Truppen über den Rhein zu werfen, falls ein deutsch-polnischer Konflikt entstehen würde, während Deutschland natürlich weiterhin die Rheingrenze zu respektieren habe.

Diese von Paris aus gemeldete Ueberein­stimmung der engllisch-fvanzösifchen Ansichten wird, so schreibt ein Sonderkorrespondent des Manchester Guardian", überraschender gekom­men sein, als Herm Chamberlains Aeußerung, der den Franzosen mitgeteilt habe, daß England für nichts anderes zu haben sei, lls für einen W e st p a k t, wie i h n D e u t s ch- ^and vorgeschlagen habe, Die gleiche Zeitung läßt sich aus Paris melden, daß es schwer zu sagen sei, ob der französische Optimis­mus echt oder künstlich sei. Wenn er aber künst- äch sei, so sei er ausgezeichnet gespielt.

Auch der diplomatische Korrespondent des xDaily Telegraph" warnt vor der in Paris zur vchau getragenen Befriedigung. Allerdings werde die englische Regierung jedem deutschen Versuch, die Ostgrenze gewaltsam zu korrigieren, entgegenstehen und wahr­scheinlich dies durch diplomatische Mittel zu vermeiden suchen. England stehe auch auf dem Standpunkt, daß Deutschland dem Völ­kerbund bedingungslos beitreten olle. Es wünsche nickst die Bestimmungen des Berfa,ller Diktats oder der Völkerbundsfaßun- £en. durch den Sicherheitspakt zu schwächen, ^"uererseits habe es aber seine Auffassung der entscheidenden Artikel 10, 11, 16 und 19 der Bollebbundssatzumgen sehr deutlich gemacht, und die Alliierten müßten diese Interpellation ^".âge behalten, wenn nicht Mißverständnisse entstehen sollten. Briand wolle jetzt ein Kom- promlß erreichen, die demilitarisierte Zone zu WbWfen, sobald Deutschland sich im Kon- sUkt mit Polen befände. Briand stützt sich dabei ssendar auf einen Passus der englischen Note, ro^Kn00 w« Rede ist, daß die Rechte der i^dEststvaten des Völkerbundes nicht ge- Herden sollten. Nach der Meinung

Berichterstatters bezw. der seiner Gewährs- E" .^^ jedoch die Völkerbundssatzung S^keit des Rates über die Frage ceast und Unrecht in internationalen Konflik- n und ferner Einstimmigkeit darüber vor- Militärischen Maßregeln angeraten sâm Militärische Maßregeln könnten mcht automatisch ohne Berücksichtigung der Lage des Falles erfolgen.

Wunsch sei weder von Utopie noch .rblendung begleitet. Das französische ^ouyabe einen zu gesundrnSinn, um sich keiner Fusion über die menschlichen Kräfte hinzu- geoen, die noch die Welt beunruhigten. Es renne die Gefahren, angesichts derer man die ^ugen geöffnet halten müsse. Es gebe neue Nationen, die unterworfen gewesen seien. die

en mitgeteilt habe,

Benesch in Paris.

Paris, 31. Mai. Der tschechische Außen­minister Benesch ist gestern, wiePetit Pari- )ren^ ntelbet, unettotstief in *ißftris dn-aettün^n und hatte am Nachmittag eine Unterredung mit dem Generalsekretär am Quai d'Orsay, Phi­lippe Berthelot.

Paris, 31. Mai. Die Morgenblätter be­schäftigen sich mit der unerwarteten Reise des tschechischen Außenministers Benesch nach Paris. Er ist am Samstag angekommen, gestern abend wieder nach Genf zurückgerefft. Außenminister Briand konnte er nicht sprechen, da dieser die Feiertage auf dem Lande zu­bringt. Er verhandelte deshalb nur mit dem Generalsekretär im Außenministerium Philippe Berthelot und Ministerialdirektor Laroche. Die Blätter glauben, daß Benesch über das Sicherheitsproblem verhandelte. Das Journal" sagt, Benesch sei gekommen, um seine Beunruhigung zum Ausdruck zu bringen. Er glaube immer noch an die Möglichkeit, 'bas Protokoll von Genf auf indirektem Wege stück­weise herzustellen, indem er die einzelnen Mächtegruppen allmählich Zusammenbringe. Er glaube an die Notwendigkeit, Gelegenheiten zu ergreifen, um England herumzuziehen. So unvollkommen auch eine derartige Kombination sei, so sei sie doch besser, als wenn Großbri­tannien sich ganz entferne. DasJournal" gibt aber zu, daß die augenblickliche Orientierung absolut von dem Bestreben Beneschs abweiche. Das von England ins Auge gefaßte System der beschränkten Abkommen bedeute einen vollkommenen Bruch mit dem früheren System. Die Abkommen Frankreichs mit Polen, der Tschechoslowakei und Belgien seien im Rahmen der Friedensverträge und des Völkerbundes geblieben. Sie hätten es sich zur Aufgabe gestellt, die Friedensverträge auf­recht zu erhalten. Der Charakter des eng­lischen Planes fei ein anderer. Nach der briti­schen Auffassung sollte der britische Pakt die bestehenden Beziehungen zwischen Siegern und Besiegten umstoßen. Benesch könne sich nicht verheimlichen, daß die Zukunft seines Landes Beunruhigungen ausgesetzt sein könne. Der englische Pakt lasse den Weg für die deut­schen Absichten auf Oesterreich frei, die schließlich zu einer Umklammerung der Tschechoslowakei führen müßten. Sei die Er­richtung eines Wirtschaftsbundes in Europa nicht das einzige Mittel, um Oesterreich und Ungarn der deutschen Beeinflussung zu ent­ziehen? Diese Vereinigung sei absolut unerläß­lich, wenn England sich mit einer chinesischen Mauer umgebe. Der Außenpolitiker des Journal" sagt, man würde nichts von den politischen Ansichten Philippe Bertelots ken­nen, wenn'man nicht behauptete, daß die Un­terredung mit Benesch sich besonders auf das letzte Thema erstreckt hätte.

Die Note der Alliierten.

Paris, 31 Mai. Die Agentur Havas glaubt Mitteilen zu können, daß die Note, die die B o t- i

an seinen groß, wagemutige Finanz unterstützt hat, teilnehmen lassen. Dieses Reich hat manchmal brutale, aber praktische Verwaltungsmaßnahmen auf­gezwungen, und es hat Gesetze und Anord­nungen getroffen, die der französischen Ver­waltung entnommen waren, die aber später den modernen Bedürfnissen angepaßt wurden.

zu beklagen? und hätten ihm zurufen können: Bereichert euch! Aber man gewinne nicht das Herz eines Gefangenen, indem man Schätze in feinem Gefängnis anhäufe. Das Herz des alten Elsaß habe deshalb gleich wieder mit dem Herzen des wiedergewonnenen Frank­reichs geschlagen. Painlevè versicherte den Bewohnern des Elsaß, daß keine Maßnahmen getroffen werden sollen, ohne daß die Ver­treter des Elsaß vorher befragt würden. Er versicherte ferner, daß ein Beratender Aus­schuß demnächst eingesetzt werde, in dem alle Parteirichtungen vertreten sein sollen. Was not tue, sei Stabilität und Sicherheit. Ohne Stabilität könne nichts großes unternommen werden, könnten Handel und Industrie nicht prosperieren. Um diese Stabilität zu erzielen, sei die Mitwirkung aller notwendig. Diesen

Ruf lasse er heute ergehen.

Niemals, so fuhr Painlevè fort, hätte Frankreich der Welt die Schrecken eines Krieges aufgezwungen. Vom Recht allein habe es, getreu der Lehren von Gambetta, die Re­paration des verletzten Rechtes erwartet.

Nach einem Hinweis auf ein von Lloyd George im Jahre 1917 abgegebenes Ver­sprechen, daß England sich mit allen seinen Kräften hinter Frankreich stellen werde, bis der Tag anheben werde, an dem die 1871 begangene große Ungerechtigkeit restlos repa-

begangene große Ungerechtig riert werde, fuhr Painlevè fr verteidigen, wenn es jemals bedroht würde, würde das einige und unteilbare Frankreich feine ganze Existenz einsetzen. Das seien keine Worte desJmperialismus oder der kriegerischen Bedrohung. Frankreich wolle nur ein guter Arbeiter für den Frieden sein, für einen guten Frieden, damit es keine Unterdrücker und keine Unterdrückten mehr gebe.

. . fort, um Elsaß zu

verteidigen, wenn es jemals bedroht würde, würde das einii

werden könnte. Die deutsche Regierung nahm angesichts keineswegs geringer politischer Schwierigkeiten und Versuchungen eine kluge und versöhnliche Haltung an. Es sei zu hoffen, daß sie bei der Aufnahme der alliierten For­derungen, die die Berliner Botschafter Dr. Stresemann diese Woche unterbreiten werden, sich ebenso klug verhalten werde. Das Blatt ist überzeugt, Chamberlain werde die briti­schen Verpflichtungen mit peinlicher Treue er­füllen. Schließlich bemerkt der Observer noch, Deutschland könne nicht dauernd als minder­wertig behandelt und einem System von In­spektionen unterworfen werden.

Der kommunistische Abgeordnete Sloecker in England.

Glasgow, 1. Juni. Trotz strenger voli^ilichet llkbcrwachunfl der in Glasgow ankommenden Reisenden gelang eS gestern Nacht dennoch zwei kontinentalen Kommunisten, das von der britischen Negierung er» lassene Einreiseverbot zu umgeben und zu dem in KlaSaow stattfindenden Parteitag der britischen Kom­munisten einzutreffen. In der aestrig-n Schlntzsitzung "eS Parteitages stellte der Vorsitzende Harry Pellitt den deutschen ReichStagSabgeordneten Stoecker und die Französin Lebel den Versammelten vor. Die An­wesenden begrüßten die ausländischen Gäste lebhaft und stimmten die Internationale an. Beide hielten 'nrze Ansprachen und verschwanden dann spurlos. Die Polizei fahndet nach ihnen.

JaNansemöliche Kundgebungen in China.

Schanghai, 1. Juni. Die in den letzten EageA der vergangenen Woche ausaebrochenen japanfeind­lichen Unruhen dauern an. Gestern abend fand eine sehr erregte Versammlung in der chinesischen Handels­kammer statt, an der etwa 1500 Studenten und Arbeiter teilnahmen. Der Vorsitzende der Handels­kammer wurde gezwungen, einen Aufruf zu unter« eichnen, in dem für heute der Generalstreik

a'endè : Boykott der auMndischen Banken und Bank­noten. Kontrolle der städtischen Polizei durch Chinesen, sturückz ebung der ausländischen Kriegsschiffe aus dem Gebiet des Huang Pu Flusses, Freilassung der ver­hafteten Aufrührer, Bestiafung der Mörd-r der Studenten und Arbeiter, Entschädigung für die Opfer der Unruhen und einstweilige Einstellung der städtischen Steuerein­ziehung. Ein Redner in der Versammlung, ein Ar- . Heiterführer, der mit grosser Erregung gesprochen batte, brach mitten in seiner Rede tot zusammen. Die Studenten versammelten sich beute früh 11 Uhr, als der Streik beginnen sollte, in der Haupt­straße und gingen gegen die Polizei z«m Angriff vor, wurden jedoch von dieser, die sich der Feuer! öschmaschinen als Abwebrm ttel bedienten, zurückgetrieben. Daraustin rjssen die Auf­rührer das Straßenpflaster auf und bewarfen die Polizei mit einen? Haael von Steinen. Eine Reibe von Polizeibeamten und Rengierigin trugen Verwundungen davon. Nachdem die Polizei dieUnmöglichkeit, die An- treifer ohne Waffengewalt zurückzutreiben einseben mußte feuerte sie in die Menge. Fünf Personen wurden ernstlich verwundet, worauf die Menge sich zerstreute. D e Stadtverwaltung hat den Ausnahmezustand pro­klamiert. Die Studenten versuchen die Arbeiter in den lebensnotwendigen Betrieben zur Teilnabme an dem Streik zu bewegen. Die Stadtverwaltung hat dem- cntsprechmde Tezeninaßnahmen ergriffen Ein Student griff deute in einer Nebenstraße einen Bcamt.n der britischen Miliinrpolizei an, der in der Notwehr den Studenten durch einen Schuß ernsthaft verletzte. Z»r Zeit, Montag mittag, herrscht Ruhe in der Stadt. Die Lage ist jedoch zweifellos ernst. Die weitere Ent­wickelung hängt wesentlich von dem Ausmaß der Be­teiligung der Sozialisteu ab.

Deutschland kann keinen Krieg mehr beginnen.

London, 1. Juni. DerCbferter" führt in seinem Leitartikel aus: Stresemann war im Recht, wenn er spöttelnd bemerkte, daß der Verzug Deutschlands nicht sehr schwer fein könne, da Die Alliierten tuns Monate brauch­ten, um über Die Natur und Ausdehnung des Verzugs eine Verständigung zu erzwien ^m vernünftiger Merych in Engla. d und auch nicht in Frankreich sei der Ansicht, daß eine Armahl nichtangeze gter Gewehre oder Festungsgeschütze den Frieden bedrohe. Deutschland könne weder heute noch morgen einen Krieg beginnen. Seinerseits sei es aber von Ländern umringt, die Heere besitzen, die die Größe der Heere vor dem Kriege über­treffen. Das Blatt betont, die deutsche Regie­rung befolgte eine kluge u. aufrichtige Politik, die vom deutschen Standpunkt aus gesehen die beste sei und gegen die vom Standpunkt: der Nachbarn Deutschlands nichts eingewendet i

Dr. Best.

Der bekannte Reichstagsabgeordnete und Auf­wertungspolitiker Dr. Best, der aus der Deutsch- nationalen Fraktion ausgetreten ist und dessen Vor- schlüge zur Auswertung vielfach Beachtung ge­sunden haben.