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200. Jahrgang.

SanauerS Anzeiger

General-Anzeiger für die Kreise Kanan Stabt und Land.

Erscheint täglich mit Ausuabme her Conn- und Feiertage. / Fernivrech-Anschluß Nr. 1237 und 1238,

m«i»a»P**t*: Für den halben Monat 1 Reichsmark, für den ganzen Monat 2 Reichsmark ohne ^rLaerlohn. Einzelnummer 10, Freitag und Samstag 12Reichspfennig. Anzeigenpreise: Für 1 m Löhr im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 Reichspfennig, im Reklameteil von 68 mm Breite gS^Reichspfenntg. Offerten gebühr: 80 Reichspfennig, Geschäftsstelle: Hammerstraßes.

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Nr. 125

Samstag Sen 30. Mai

1925

Das Neueste.

Nach einer Meldung aus Paris soll die Entwaffnungsnote am Dienstag oder Mittwoch bei einem gemeinsamen Schritt der Alliierten in Berlin überreicht werden.

Die Repko hat festgestellt, daß Deutsch- jand seine Reparationsverpflichtungen bis jetzt erfüllt hat.

Der sächsische Landtag hat nach sehr erregter Debatte den Gesetzentwurf zur Ab­änderung der Gemeindeordnung für den Frei- f staat Sachsen in dritter Lesung mit 67 gegen 23 Stimmen angenommen.

p _ Frithjof Nansen, der gestern zu Be- : sprcchungen über die Möglichkeit einer Luft­schiff-Expedition nach dem Nordpol in Berlin eintraf, erklärte, alle Besorgnisse um Amundsen für völlig unbegründet.

' Die französische Kammer hat gestern die MM Kabinett Painlevè verfolgte Politik in to gebilligt.

Weg umsäumt. Wie viele sind, die von dem, was geschah, von Krieg und Tod, von den Brüdern, die doch für uns starben, von Zorn und Haß, der uns vernichten will, von grau- sem Unrecht, das uns geschah, nichts mehr hören mögen, weils ist

Hagen stört, weils aus dem frohen Genießen aufschreckt. Mag das nach dem furchtbaren Er­leben anfangs eine natürliche Reaktion gewesen sein heute ists Verrat an unseres Volkes

Großen und Tiefen, das allein eines Volkes lauterer, unerschöpflicher Brunnen der Kraft

Deutschland in der Frage der Abrüstung und der Kölner Räumung legen. Man nimmt an,

men des Lebens Be-

!g ist weit, wie es der Weg der die am Tage des Pfingsten ihre i ruheloser Fahrt. unser

Nehmet den Ernst, den heiligen mil. . .

Die Männer, die am Tage der Pfingstei

Zukunft, es in das Amüsement des kleinen Tages einzuspinnen. Denn heute gilts ganz wach zu sein, heute gilts als ein Volk der Würde und Zucht Stein um Stein zu fügen zum Neubau unseres Reiches, heute gilts sich ou rüsten für Schicksalstage, die immer hart und schwer sind. Wenn doch Pfingsten unse­rem Volke die Augen öffnete, daß es in der lodernden Kraft reinen, heiligen Geistes die Schädlinge aller Art v-rachtete und vernichtete die ihm mit den Erbärmlichkeiten kleinen Genießens, mit den girrenden Klängen ober­flächlicher Tagesmeinung, mit dem hohlen Zauber seichten Vergnügens die Seele ver­giften, daß in ihr der Hunger stirbt nach dem

Dieser Weg ist weit, wie es der Weg der Jünger war. die am Tage des Pfingsten ihre Lenden schürzten zu ruheloser Fahrt. unser Weg ist schwer, wie es der Weg der Jünger Jesu war, die vom Gespött der Menge um­wogt waren aber unser Ziel ist köstlich, wie es ihr Ziel war. Uns ist die Seele trunken in

dem reinen, hohen Glauben an ein besseres Deutschland, wo keine Unfähigen mher, die hinter den Bergen der Gewöhnlichkeit saßen, sich spreizen dürfen, wo keine feilen Spötter mehr, deren ekle Seele alles in den Staub zerrt, auf dem Markte irgendwelchen Wert haben wo aller Augen in dankbarer Ehr­furcht zu denen emporschauen, die mit lichten und gutem Herzen, das alles Beste und Tiefste unseres Volkstums in sich trägt, Weg­weiser sind in sonnigere Tage.

Daß solch Pfingsten kommen möge, über dem des Altmeisters Wort leuchtet: nehmet den Ernst, den heiligen, mit, denn der Ernst, der heilige, erst macht das Leben zur Ewigkeit.

daß die an Deutschland zu stellenden Fi rungen wegen der Abrüstung folgende Pi enthalten:

forbe« iunkte

öurch den Sturmhauch des Gottesgeistes zu k Heiligen und Herrlichen wurden, waren trunkene Idealisten. Einer Welt, die alles be­saß, was an Glück und Glanz das Leben zu übersonnen vermag, kündeten sie Fehde an, Sa alle Herrlichkeiten der antiken Kultur n sie ein schlichtes, ungreifbares die tiefe Liebe zu ihrem Meister, den heißen Atem I [einer Seele. Und haben doch mit diesem Schlichtesten, das alles Schmuckes und aller . entbehrte, die Welt erobert. Denn ihre * Liebe zum Meister ganitzuen fter-^Ernst' den il heiligen, der das Üeben zur Ewigkeit macht.

Inte Vars ihnen mehr um das bunte Spiel des Lebens zu tun, ob es sie grüßte im gefälligsten Kleid: immer um das Einzige, das alle Sehn­sucht stillt, um Gott. Unter seinen ewigen Armen fühlten sie sich stark trotz aller irdischen Schwachheit, vor sein ewiges Antlitz wollten sie alles Leben bringen, daß es von seinem Geist geläutert werde.

Mir ist, als brauchten wir bitter nötig im deutschen Volk solch trunkene Idealisten, die den heiligen Ernst in sich tragen, denen das Ernsthafteste allein Gott ist. Wir sind wohl reich an glänzender Außen­kultur, selbst im verarmten Deutschland ist alles in lichtes Gewand gekleidet, spielt An­mut und Freude über jeden Taa, klingt rau­chende Musik über die Wirrnis des Lebens, füllt Spiel und Tanz unzählige Stunden. Lebenshungrige Kinder sitzen am Markt, er­götzen sich am leichten Spiel geistvoller Scherz­worte, lachen und kosen. Wohl fällt hin und her ein Schatten über den Tag, wohl droht in der Ferne eine dunkle Wolke, aber die Augen schauen schnell'fort, um an dem zu haften, was eine gefällige Welt zu Kurzweil und sprühen­der Freude ausgebaut hat. Es ist viel Witz, viel Spott, viel rednerische Fülle da, aber zu- I M ist doch alles nur eine armselige ^ettelsuppe täglicher Meinung. Oberflächen- I ^Eur und leicht plätschernder Optimismus, oer ständig einen leisen Nebel um die Augen . sind unserer kleinen Tage matter K ^ensjmfja^' Aber darauf ruht doch keine völ- I Zukunft. Die kommt nur da, wo heiliger ernst ist, der mit dem Leben ringt, der in I steter Wahrhaftigkeit allüberall in die Tiefe vringt, weils ihm nirgend um den bunten

..Ä,.'1 um das Wesentliche «£&lu kuK ist. Völkische Zukunft schaffen nie betören lassen, ^® ^ases tanbetnbes Spiel nichts an= haben kann, weil ihnen die Seele brennt in H3e5®^e um Vaterland und Volk, weil ihre Augen über das e tle Geflimmer in nn- -ndlicher Sehnsucht in das Große und Hohe â'iuen, das sie erflehen für die kommenden

I

Pfingsten kommt - ja das ist doch sein Aßter Sinn, daß heiliger Geist über die TnLn« Gefilde der Erde flutet, daß der der ^ iter Gottesglut die Seele lösen wollte Erdenland, uns füllte mit den Ewigen Ich will nicht mißverstanden werden: ich gönn' ledcm gern einen Sonnenstrahl und ein Stundlein Glück, ich will niemand des Lebens kleine Freuden rauben, aber mich überkommt doch oft ein Erschrecken, wenn ich die oberfläch­liche Geschicklichkeit sehe, mit der Unzählige vorübertänzeln, was ernstes Denken und schweres Ringen verlangt, was wie wuch­tende Last auf den Schultern unseres Volkes ruyt, was wie starrende Schwerter unsern

WM MM tU ft WWE WWW«

Paris, 29. Mai. Der englische Botschafter in Paris, Lord Crewe, hat heute vormittag der französischen Regierung die Antwort der englischen Regierung in der Sicherheitsfrage überreicht. Wie in unterrichteten Kreisen ver­sichert wird, soll wesentlichsten Pun Uebereinstimmung zu erzielen. In be­zug auf einige Einzelheiten bestehen noch Mei­nungsverschiedenheiten, doch sei deren Besei-

es gelungen sein, in den

unkten eine vollkommene

seiner Politik völlige Freiheit vorbehalten. Wenn die heutigen Mitteilungen derTimes" und auch sonstige Aeußerungen des hiesigen Auswärtigen Amtes die Lage als sehr aus­sichtsvoll bezeichnen und auch von einer be­vorstehenden Einigung zwischen England und Frankreich sprechen, so ist das nur als

Sensakionsmache

zu bewerten. Höchstens ist so viel richtig, daß man hier allerdings der Ansicht ist, daß die âm^Lst^imriiliâ^âck irgend einen Weg

1. Auflösung gewisser Abteilungen des Reichswehrministermms, die geeignet feien, die Mobilisation und die Operationen des früheren Generalstabes auszusühren,

2. eine Begrenzung der Anzahl der voll- qualifizierten Stabsoffiziere im Verhältnis zu der gegenwärtigen Armeestärke,

3. die Entlassung aller Hilfs- und Ersatz- truppen, die in der Reichswehr eingeschrieben oder ihr zugekeilt sind,

4. durchgreifende Maßnahmen zur Vermei­dung irregulärer Vermehrung der Reichswehr,

5. die Auflösung gewisser geheimer Halb­militärischer Organisationen,

6. das Verbot militärischer Uebungen in den Universitäten und Jugendvereinen,

7. die Uebergabe und Zerstörung gewisser Kategorien von Dokumenten, die sich auf Mo­bilisation, militärische Operationen usw. be­ziehen,

8. teilweise Entmilitarisierung und Dezen­tralisierung der Sicherheitspolizei,

9. Wiederherstellung fester Standorte für eine Anzahl schwerer Geschütze (in Königsberg), die gegenwärtig auf beweglichen Lafetten oder Fahrzeugen angebracht sind,

10. Umwandlung einer Anzahl von Fa­briken, die Heuke noch Munition produzieren,

11. die ganze Begrenzung der Produktion von Kriegsmaterial in den bestätigten Werken,

12. die teilweise Zerstörung der Anlagen von Krupp und von den deutschen Werken in Spandau,

13. Aushändigung einer Liste, die sich aus die in verschiedenen Fabriken hergestellken Er­satzteile bezieht,

lischen Standpunktes hervorgerufen.

Ucherheitsfrage

auch mit Deutschland zu einem Abschluß zu kommen. Es wird angenommen daß die Fran­zosen keinesfalls eine Antwort abschicken wer-

England zur Sicherheilsfrage.

London, 29. Mai. Keuter. Das Kabinett hak Heuke die verschiedenen Fragen, die sich aus dem in Deankwortung der deutschen Vor­schläge von Frankreich «^gearbeiteten Ent­wurf der Roke über die Sichsrheiksfrage er­geben, geprüft. Die Angelegenheit ist nunmehr soweit gefördert ivordech..daß es jetzt möglich ist, der französischen Regierung gewisse Vor - sch l L g e zu machen. Es besteht die Hoffnung, daß als Ergebnis dieser Vorschläge demnächst eine Mitteilung nach Berkin gesandt werden kann, die die Grundlage für ein diese Frage betreffendes Asberemkommen unter den ALi-

ierken darstellen wird. Wenn diese Hoffnung erfüllt ist, so darf die französische Antwort als Ansicht oer Alliierten betrachtet werden. Diese Auffassung gründet sich auerbinge auf die Hoffnung und den Glauben, das, ~ reich die von England vertretenen Ansichten annehmen wird. Die französische Regierung hat der englischen Regierung Erklärungen hin­sichtlich der genauen Bedeutung gewisser Teile des Rokensnkwurfs übermittelt, die noch nicht klar waren. Das englische Kabinett ist über die Stellungnahme, zu der es gelangt ist, völlig einer Meinung, und es kann als sicher ange­nommen werden, daß England noch immer seinen Standpunkt aufrecht erhAk, wonach die Erörterung eines weitläufigen oder n n b e -

rank-

grenzten Plane« abzulehnen sei und daß es für einen begrenzten und be­schränkten Plan eintritt. Ein Vertragsentwurf ist freilich noch nicht vorhanden und kann aus diesem Grund den Dominions nicht unter­breitet werden. Aber die Ueberseereaierungen sind selbstverständlich über die verschiedenen Vorschläge, die Frankreich gemaust wurden, unterrichtet.

London, 29. Mai. Die englische Note an Frankreich ist, wie oben gemeldet, heute vor­mittag nach Paris abgegangen. Tatsache ist, daß die französischen Erläuterungen, die der englischen Regierung in Beantwortung der von London gestellten Anfragen zuaegangen sind, die Kluft nicht überbrückt haben, die zwischen der Politik der beiden Regierungen besteyt. Die Engländer haben nunmehr die Franzosen vor die Alternative gestellt, ent­weder jene Sicherungen anzunehmen, die Eng­land allein zu gewähren gewillt ist oder darauf zu verzichten, mit England irgend welches Abkommen zu treffen. Würden die Franzosen sich weiter abgeneigt zeigen, auf den von der deutschen Note angegebenen und von der eng­lischen Politik gestützten Boden zu treten, so würde England sich für die Weiterführung

den, die

Was die

! die Billigung der Alliierten nicht ondern daß sie dann vielmehr von ntwort zunächst absehen würden.

Enlwaffnungsnoke

anbelangt, so wird damit aerechnst, daß sie Deutschland am nächsten Mittwoch überreicht wird und daß die Veröffentlichung am Don­nerstag erfolgen soll. Der letzte strittige Punkt, ob nochmals eine Generalrevision durch die Kontrollkommission stattsinden soll oder nicht, ist allem Anschein nach in folgender Weise entschieden:

Die Note besagt, daß Köln geräumt werden wird, sobald die angegebenenVerfehlungen" beseitigt worden finh. Sollte die Kontrollkom­mission, die ja die Wiedergutmackung zu über­wachen haben wird, neueVerfehlungen" ihr schwerwiegend erftbeinenber Art finden, so wird auch dieser Punkt wieder neu zur De­batte stehen können. Sie wird aber nicht das Recht haben, eine neue Untersuchuna vorzu­nehmen. Was die Möglichkeit her Verhand­lungen anbelangt, so sollen diese über be­stimmte Punkte, z. B. in der Frage der Sicher­heit, vorgenommen werden können.

P- «iS, 30. Mai. Ueber K-h Inhalt her enc= Uchen Tiefe, beren UebemiAuna bur^ ben Botschafter Lord Crewe geschah, schreibt ba3 «Echo de Vari»": Briand habe sich in seinem Memorandum bemüht, den von Deutschland voraeschlazenen Garantiepaft au» auf bett Oken au»,utehnen. Die britische Antwort bereitet diesen Bestrebungen ein Ende. England ic fest entschlossen, nur für den Westen eine Berant- »ertuna zu übernehmen. Ueber den Rhein hmaut sei er ab-, derintereffiert. England ioerbe eS Deutick- laud freist eOeu, sich im Osten durch SdiiebygeriWt«. Verträge zu sichern. Sluicrbem erklärt die Rote, könne England weder einer einfäränletr-en Interpellation sei Artikel» 19 de» BilferbunbeitahM. noch einer 8«rschâriunz de» Srttble 18 des Frie»en»vertrage», die sich mit der UnabbängiKstit Oesterreich» beschäftigen -ustinmen. Im Giiind«,,genommen wiederhole Sun« land in ber Aniwortnvtx' die Formel derAplendi iiolehen." 6bemal8 habe ber Ka ial was Emopa anbetiifft die Grenze seiner Aktion b zeichnet, jetzt »c ne Gii,Iand biete Grenze bi« mm Stieln bmau' «uS, bas fei sch»u ein Fortschritt HS stehe nach seiner Anstedt dem deutschen Reiche frei -i lieh dar R*i» hiiebtr autzurichlen. Nach Meldungen aut Arslan» nhib Chawber aui m l Biiand guiam nett« ir.ffen auli.lu- der n» k.rvundriagiing, so daß mit ein r AiitmSit an $eut;*[an» vor Mitte Juni Nicht zu rechnen |t.

Unannejmbare Förderungen für die Räumung Kölns.

Die Botschafterkonferenz, die heute zusam­mentritt, wird die letzte Hand an das Memo­randum der Alliierten und den Begleitbrief an

rischen Zwecken'dienen, sowie eine Auflösung der bestehenden Gesetze, die sich auf den Import und Export von Kriegsmaterial in Deutschland beziehen.

Berlin, 29. Mai. Nach den Meldungen aus Paris und London scheinen die Alliierten über die an Deutschland zu richtenden Entwaff­nungsforderungen nunmehr ein gewisses Uebereinkommen getroffen zu haben. Die Reichsregierung befindet sich während der Pfingstfeiertagè nicht in Berlin, sodaß man von Regierungsseite zu den jetzt mitgeteilten For­derungen zunächst nicht Stellung nehmen kann. Es wird auch weiterbin notwendig sein, abzu­warten, ob die für Mittwoch nächster Woche angekündigte Note die bereits gemeldeten For­derungen enthalten wird. Immerhin zeigt sich in der Berliner Presse auf Grund der jetzigen Meldungen eine gewisse Erregung. Die Organe der Rechten weisen durchweg darauf hin, daß ihre Annahme für die deutsche Regierung un­möglich sei. Darüber hinaus wird betont, daß die Verfehlungen zum erheblichen Teil nur in der Einbildung der Entente bestehen und als Vorwand für die Durchsetzung anderer Ziele dienen.

Deutschland hat seine finanziellen Verpflichtungen erfüllt

Paris, 29. Mai. Wie bereits berichtet, hat die Reparationskommission in ihrer heutigen Vormittagssitzung einstimmig festgestellt, daß Deutschland seine Verpflichtungen aus dem Dawesplan, also seine Reparationsver­pflichtungen aus Abschnitt 8 des VersaillerVertrages, erfüllthat. Diese Feststellung wird der Botschafterkanfe- renz, wie sie gefordert hat. im Laufe des Nach­mittags notifiziert werden. Die Revarations- kommisfion hat in ihrer Vormittagssitzung des Ferneren über die (Errichtung des in Klausel 1 des Anhanges 2 des Londoner Abkommens vorgesehenen Schiedsgerichts und über die von Deutschland geforderte Herabsetzung gewisser in dem Dawesplan vorgesehener Verpflich­tungen beraten. Die Reparationskommission wird, um den Rest der Tagesordnung zu er­ledigen, heute nachmittag zu einer neuen Sitzung zusammentreten.

Die Beratungen der Botschafter- Konferenz.

Paris, 29 Mai. Sie ^otschaftcrkouferenz wird mmgm vornotta» lufammentretcn. Sie wird die «nd- ültigr Fassung WreS «nt'cheidendtn Beschlusse? be- i^gnch der Evtwaffnnn' Deutschland? festlegen. Diese Eu scheidung w > .> ii Berlin der Ruchkregierung durch ne «oMfiBbcmar.te der alliierten Botschafter noti­fiziert werden. Nach dem Temps Vermutlich am lammende» Dienstag.