Einzelbild herunterladen
 

General-Anzeiger sür die Kreise Kanan Slaot und Land

Erscheint täglich mit Busnobm« der Sonn- und ^eiertaae. / Fernsvrech-Anschluß Nr. 1237 und 1238.

B«»«S»pret,r Für den halben Monat 1 Reichsmark, für den ganzen Monat 2 Reichsmark ohn« TrSgerlohn. Einzelnummer 10, Freitag und Samstag 12Reichspfennig. Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe tm Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 Reichspfennig, im Reklameteil von 68 mm Brette 2S Reichvpfenni^ Off «rtrngebühr: 80 Retchspfennig. Geschäftsstelle: Hammerstraße S.

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. Bet unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder aus Rückzahlung der Bezugspreise». Für .Platzvorschrift und Ersch etnung »tage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet.

Nr. 122

Mittwoch de« 27. Mai

1925

Das Neueste.

Don Amundsen liegt noch kein Lebens­zeichen vor.

Das Auswärtige Amt hat gegen den llttache Dr. Jaenicke, den Schwiegersohn des verstorbenen Reichspräsidenten Ebert, das Disziplinarverfahren eingeleitet.

Im französischen Senat fand gestern eine längere Debatte über den Sicherheitspakt statt, wobei auch Mitteilungen über die an­geblichen Verfehlungen Deutschlands gemacht mürben.

In Japan, im Distrikt von Tajima, im Südostzipfel Nippons, fand erneut ein heftiges Erdbeben statt, in dessen Zentrum wieder die Städte Toyooka und Kinosaka liegen. Beide Ortschaften sollen jetzt völlig zerstört sein. Unter den Bewohnern herrscht großer Schrecken.

Die Reichswehr vor dem Reichstag.

Der Reichstag hat gestern bei der Fort­setzung der zweiten Etatlesung den Haushalt des Reichswehrmimsteriums in Beratung ge­nommen. Gerade dieser Etat ist ein überaus schmerzliches Kapitel. Der Vergleich mit dem früheren deutschen Heeresetat drängt sich auf, die Erinnerung an die Schmach und Schande der erzwungenen deutschen Abrüstung wird wach und ruft in jedem deutschen Herzen einen leidenschaftlichen Protest gegen die Verstümme­lung wach, durch die man die deutsche Wehr­haftigkeit für immer lahmzulegen hofft. Wir sind gewiß stolz auf das, was deutsche Tüchtig­keit auch aus der Reichswehr gemacht hat. Aber wir müssen in der Reichswehr doch immer die Organisation sehen, die unsere Feinde uns vorzeschrieben haben, um der üeutjchen Wehr­kraft nur noch die denkbar geringsten Ent­faltungsmöglichkeit zu lassen. Fürwahr ein trauriges Kapitel!

Noch trauriger aber ist die Tatsache, daß es Die Sozialdemokratie fertig bringt, auch bei diesem Etatkapitel ihren ganzen Haß gegen den Militarismus spielen zu lassen. Kein deutscher Reichstagsabgeorüneter sollte bei der Behandlung dieses Etats andere Worte finden als die des lebhaften Protestes gegen die heuch­lerische Art und Weise, wie man Deutschland die Waffe aus der Hand geschlagen hat, wäh­rend man selbst die Rüstungen munter fort­setzt. Die Sozialdemokratie aber sieht in der deutschen Reichswehr auch heute nach nichts anderes als ein Instrument des Militarismus und sie gießt heute genau so die Lauge ihrer giftigen Kritik über die Reichswehr wie sie es früher vor dem Kriege dem deutschen Heere ge­genüber gewohnt war. Der sozialdemokratische Abgeordnete Schöpflin, der immerhin noch zu den gemäßigten Genossen gehört, erklärte, daß seine Fraktion das Gehalt des Reichswehr­ministers ablehnen werde, wobei er allerdings hlnzufiigte, die Aktion richte sich nicht gegen die Reichswehr als solche, sondern gegen die in ihr vorhandenen Mißstände. Aber mit dieser Einschränkung ist die Haltung der So­zialdemokraten wirklich nicht zu rechtfertigen/

Es läge für einen deutschen Reichstags- wgeordneten und für eine deutsche Partei außerordentlich nahe, bei dem Etat des Reichs- svehrministeriums so wenig wie möglich zu Men. Denn es ist klar, dâß das Ausland eine solche Reichstagsdebatte mit besonders langen und feinhörigen Ohren verfolgt und daß es jeder Spur auf das sorgfältigste nachgcht, die ihm in Bezug auf die deutsche Rüstung ver- oachtia zu sein scheint. Gegen die Verpflichtung, dem Auslande hier keine Hilfe zu leisten, hat der sozialdemokratische Redner Schvpflin sich auf das gröblichste versündigt. Er hat es fertig gebracht, wieder einmal die Frage der schwarzen Reichswehr aufzurollen. Wir werden uns nicht wundern dürfen, wenn alle diese Anschuldiaun- aen namentlich in der französischen Oesientttch- fett ein außerordentlich williges Echo finden und wenn sie uns in der Form brutaler Ab- rustungsforderungen heimgezahlt werden. Herr Schopjlin weiß natürlich ebenso gut wie jeder andere, daß die Franzosen und auch gewisse Engländer von den geheimen Kadres fabeln die imstande seien, eine heimlich ausgebildete Heeresorganisation in sich aufzunehmen. Wenn Herr Schopflin von überflüssigen Chargen spricht, wenn er die schwarze Reichswehr da nunziert, so liefert er damit den Franzosen und ihren Helfershelfern ein Material, das für deren Zwecke geradezu unschätzbar ist. Der Abgeordnete Brüninghaus hat in einer ausge­zeichneten Rede gestern auf die wachsende

Heeresorganisation derEntente hingewiesen und hat mit Recht die Art und Weise gegeißelt, wie von deutscher Seite unsern Gegnern Material gegen die Reichswehr in die Hand gespielt wird.

Sitzungsbericht.

* Berlin, 26. Mai. Bei Anwesenheit des Reichswehrministers Dr. Geßler, des Admirals Zenker und einiger Vertreter der Heereslei­tung trat der Reichstag Dienstag nachmittag in die Beratung des Reichswehretats ein.

Der Sozialdemokrat Schöpflin als Sprecher seiner Fraktion bemängelte die hohen Kosten für die Reichswehr. Der Pferde- bestand sei zu hoch. Bei den höheren Chargen müßten Abstriche gemacht werden. Es sei wei­ter zu erwägen, ob eine Marine in dem jetzigen Umfange überhaupt noch Zweck habe. Wünschenswert sei, daß ein internationales Abkommen über Nichtanwendung vergifteter Waffen zustandekäme. Die Gefahr des Gas­krieges müsse beseitigt werden. Der Redner spricht weiter über dieschwarze Reichswehr". Der Redner bat um Auskunft ob auch heute noch die Ausbildung von Zeitfreiwilligen

stattftnde. Er kündigte an,

eine Fraktion

das Gehalt des Reichswehrministers ablehnen werde.

Der Deutschnationale Schmidt- Han­nover führte aus: Ich hätte gewünscht, daß das wachsende Vertrauen, das tatsächlich im letzten Jahr in dem Verhältnis zwischen Wehrmacht und Bevölkerung zutage getreten ist, auch in dem Ausmaß der an ihr geübten Kritik seinen Ausdruck gefunden hätte. Schon die Rücksicht auf die außenpolitischen Schwie­rigkeiten hätten zur größten Zurückhaltung veranlassen sollen. (Lebhafte Zustimmung rechts, Unruhe und Lachen links.) Wir wissen, daß Europa in Waffen starrt, daß wir mit können. A^r unsere Reichswehr iff^der Aus­druck staatlichen Willens, ist die Garantie für Ruhe und Ordnung (Unruhe links). Die Fran­zosen wissen sehr güt, daß wir völlig abge­rüstet haben, aber nach dem eigenen Einge­ständnis der Gegner hält man aus politischen Gründen die Auffindung geheimer Waffen­lager für notwendig. Jeder Angriff auf die Reichswehr kommt nur den Westmachten zu­statten.

Der Zentrumsabgeordnete E r s i n g führte aus: Möge eine ruhige Entwicklung es dahin bringen, daß die Reichswehr immer seltener zur Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung eingesetzt zu werden braucht. Unsere Reichswehr ist nur klein. Weite Schichten des deutschen Volkes werden ihrer kaum noch ge­wahr. Wo man sie beobachten kann, hat man den Eindruck, daß sie ihre Pflicht in vollem Maße tut und eine wirkliche Reichswehr der deutschen Republik darstellt. Der Redner kün­digte die Zustimmung seiner Fraktion zu den Etatsänderungen für einen kleinen Kreuzer und einiger Torpedoboote an. Die Reichswehr müsse im Gedanken der Pflichterfüllung für den Staat erzogen werden. Der Redner kriti-

sierte die Pazifisten über das wehr."

Der

Flugschriften und Broschüren der mit ihren unwahren Behauptungen Bestehen einerschwarzen Reichs-

Volksparteiler Brüninghaus sprach der Reichswehr für ihr tapferes Vor­gehen gegen die reichszerstörenden Elemente in Sachsen Dank aus. Er wies auf die voll­ständige Abrüstung Deutschlands hin und be­

zeichnete die neuen Forderungen nach weiterer Abrüstung als unberechtigt und obendrein mit dem Versailler Vertrag in Widerspruch stehend. Deutschlands Abrüstung habe doch nur eine Vorleistung sein sollen, der die Ab­rüstung der übrigen Mächte folgen sollte. Frankreich aber, das hiernach nur noch 62 000 Mann haben dürfte, besitze gegenwärtig ein mit allen modernen Kriegsmitteln ausgerüste­tes Heer von 780 000 Mann. (Hört, hört!)

Die Frage, ob die Reichswehr einerepu­blikanische" Wehrmacht sei, solle man jetzt lieber zurückstellen. Der Redner kritisierte scharf das von derLiga für Menschenrechte" herausgegebene Pamphlet gegen die Reichs­wehr. Vernünftige wirtschaftliche Erwägungen müsse man über unvernünftige Machtgeluste setzen. Aber ohne Wehrhaftigkeit könne ein Volk solche vernünftige Entwicklung nicht nehmen. Durch Maßregeln, wie die Contu- macial-Todesurteile in Frankreich und Bel­gien werde der Völkerfrieden nicht gefördert. (Sehr wahr, rechts.) Frankreich freilich wolle ja gar keine Versöhnung. (Sehr richtig!)

Der Demokrat Dr. Haas erklärte, es wäre ein Segen für Deutschland, wenn das uns im

Versailler Vertrage zugefügte Unrecht auf dem Wege friedlicher Verständigung beseitigt wer­den könnte. Allerdings entfernen uns die schweren Fehler, die man in Versailles ge­macht hat, sehr weit von einer pazifistischen Lösung dieses Problems. Gerade weil wir dieser Auffassung sind, sehen wir es als Pflicht des deutschen Volkes an, sich seine Reichswehr

Die angeblichen Verfehlungen Deutschlands

Paris, 26. Mai. Während der Debatte über das Budget für auswärtige Angelegenheiten im Senat ergreift Senator Chenebenoite von der republikanischen Linken das Wort, um die Frage des Anschlusses von Oester­reich an Deutschland zu besprechen. Er erinnert an 1866 und an die Beherrschung der süddeutschen Staaten durch Preußen. Sena­tor Bourgois von der Fraktion Poincarè ergreift dann das Wort, um über

die Entwaffnung Deutschlands zu sprechen. Was interessant sei, beziehe sich auf die Verfehlungen Deutschlands, auf das, was der letzte Bericht der Kontrollkommission enthalte. Wer ihn studiere, erkenne den schlechten Willen Deutschlan ds.(?!) Er wolle hervorheben, daß Deutschland im­stande gewesen sei, ein ungeheures Kriegs­material wiederherzustellen. (Eine unglaub­liche Behauptung. D. Red.) Das sei eine Ver­fehlung, die es der französischen Regierung ge­statte, den Artikel 428 des Versailler Ver­trages spielen zu lassen. Die ganze Wahrheit müsse gesagt werden. Man wäre ein Hase, wenn man dem Lande nicht sagen würde, was

erläutert dann die sogenannten fehlungen Deutschlands.

Kriegsmaterial habe es zerstört, das

-geois V e r- Altes mo-

dernste behalten und es hierauf vervollstän­digt. Es habe seinen Eeneralstab wieder ge­schaffen, auch seine Reserveoffiziere, ja, es habe sich sogar einen Generalissimus geleistet. Die territorialen Organisationen seien für die Mobilisierung bereit und eine Kaderarmee von 200250 000 Mann vorhanden. Wer Kaders schaffe, der brauche auch ausgebildete Soldaten. In Verbindung damit bespricht der General die Organisation der Volkssreiwilli- gen. Die patriotisch-politischen Organisationen seien die Reservctruppen. Sie ständen in fort­gesetzter Verbindung mit der Reichswehr. Cs gebe vier derartige Organisationen. Drei da­von trügen nationalistischen Charakter. Die vierte nenne sich republikanisch. Sie trage den Namen Reichsbanner und umfasse drei Millio­nen Menschen. Die drei nationalistischen Orga­nisationen hätten zwei Millionen Anhänger. Diese Organisationen hielten militärische Uebungen in Uniform ab. Im Jahre 1923, im Augenblick der kommunistischen Unruhen in Sachsen und Thüringen, habe man sogar in Deutschland Mobilisierungsoersuche gemacht. General Bourgeois bespricht alsdann die Frage der industriellen Mobilisierung Deutsch­lands und behauptet, daß sie im Augenblick durchgeführt sei. Er spricht alsdann von der Revanchepropaganda in Deutsch­land. Man lehre die Jugend schon bei ihrem Eintritt in die Schule das, was man verloren habe. Es würden nicht nur Elsaß-Lorhringen, Oberschlesicn und Posen, sondern auch Oester­reich genannt. Sogar Hindenburg habe ge­schrieben, alles was deutsch gewesen sei, müsse wieder deutsch werden. Er misse sehr wohl, daß Stresemann behaupte, Deutschland habe alle Vertragsklauseln erfüllt. Aber er überlaste das Urteil hierüber dem Senat.

Darauf ergreift Senator General Tauff- l i e b das Wort, um zu erklären, daß die Not­wendigkeit bestehe, die französische Prova- ganda im Auslande, besonders in den Ver­einigten Staaten, zu verstärken. Im übrigen bespricht der Redner die Frage der franzö­sischen Schulden an die Vereinigten Staaten, um dann zum Entwaffnungsproblem überzu­gehen. Dieses Problem könne mit den Ver­einigten Staaten erst dann unter günstigen Bedingungen geregelt werden, wenn vorher die Schuldenfrage erledigt sei. Das sicherste Mittel, in London gehört zu werden, sei, daß man sich zunächst mit Wasbington verständige.

Darauf ergreift

Außenminister Briand

das Wort. Er erklärt, er hätte dem Senat gern über alle Probleme, die ihn interessierten.

zu erhalten. Der Redner erkannte durchaus an, was die Reichswehr Gutes und Großer geleistet habe, sie solle das weiter pflegen, was in unserer alten Armee Gutes war.

Dann brach die Beratung ab und das Haus vertagte sich nach einer Reihe von persönlichen Bemerkungen auf Mittwoch.

Aufklärung aber die Uns

gegeben. Unglücklicherweise seien stände für derartige Erklärungen nicht günstig. Die Fragen, die die Sicher­heit Frankreichs und die Entwaff -

nung Deutschlands betreffen, bildeten augenblicklich den Gegenstand von Erörterun­gen zwischen den Alliierten. Frankreich habe zu ihnen klare Stellung genommen Als er, Briand, die Leitung des französischen Außen­ministeriums übernommen habe, habe er die deutschen Vorschläge betreffend den Abschluß eines Sicherheitspaktes vorgefunden. Er habe geglaubt, daß Frankreich genug Beweise seiner Friedensliebe gegeben habe, um Ver­handlungen einleiten zu können, unter der Be­dingung allerdings, daß sie auf realen Mög­lichkeiten gegründet seien, die es dahinführen würden, daß keine der beiden Parteien das Opfer ihrer guten Gefühle werde. (P o i n - c a r é ruft dazwischen: Und auch auf bet Grundlage des Respekts vor den bestehenden Verträgen!) Briand (fortfahrend): Ichwünsche daß unser Vorschlag unseren Alliierten unter­breitet werde, um den guten Willen der fran­zösischen Regierung zu zeigen. Ich bin also auf eine Verhandlung eingegangen. Ich habe übrigens.die Paktmoglichkeiten nur im Rah­men der Verträge in Aussicht genommen. Innerhalb dieses Rahmens gibt es Gefahren. Briand erklärt, es fei eine Lage der Verträge, daß sie nicht genügend die Solidarität unter den Alliierten festgestellt hätten. Obschon jede Nation nach dem Kriege ihre Freiheit wieder­gewonnen habe, könne man von den Freun­den Frankreichs ebensowenig fordern, daß sie ihre Aspirationen aufgeben, wie sie von uns fordern können, daß wir auf die unsrigen verzichten. Aber welche Lücke auch die Ver­träge enthalten mögen, wir müssen für die augenblicklichen und die zukünftigen Verhand­lungen die Verträge aufrechterhalten. Das ist eine Frage des Respektes unserer Unterschrift. Wir können weder unsere nationale Sicher« heit, noch unsere Ehre opfern. Das sind die Grundsätze, die wir bei den eingeleiteten Ver­handlungen ckufrechterhalten.

In einigen Tagen, so fährt Briand fort, wird die Frage der Sicherheit und des Paktes geregelt fein. Dann werde ich alle notwendigen Erklärungen geben. Bis dahin kann ich das nicht tun, ohne mein gegebenes Wort zu verletzen.

Dr. Stresemann hak gewisse Erklärungen abgegeben.

Er ist verpflichtet, mit der öffentlichen Men nung seines Landes zu rechnen. Man muß deshalb darüber nachdenken, was er hat sagen wollen. Ich habe in seinen Worten nicht das brutaleNon possumus" gefunden, das man nach gewissen Wahlen hätte ercrarten müssen. Er, Stresemann, hat gesagt, die Alliierten hätten ihre Unterschrift dadurch nicht respek­tiert, daß sie Köln nicht geräumt hätten. Er habe auch sagen können, daß die Verfehlungen die man gegen Deutschland anführe, nicht sehr beträchtlich sein könnten, weil die Alliierten sie doch nicht bekannt gegeben hätten. Das sei ironisch. Er sei überzeugt, daß Stresemann die Verfehlungen Deutschlands sehr gut kenne. General Bourgeois habe einige davon bekannt gegeben. Ohne das Bild so schwarz malen zu wollen, wie dieser es getan habe, müsse er doch sagen, daß er in seiner Rede einen Teil der Feststellungen der Konrrollkommission wiedergegeben habe. Es sei nicht erstaunlich, daß Deutschland von patriotischem Geiste be­seelt sei. Viele Nationen könnten sich in dieser Richtung ein Beispiel an ihm nehmen Es fei also nicht zweifelhaft, daß Vereinigungen m>! wagemutigen Absichten sich in Deutschland gebildet hatten. Es sei sicher, daß, wenn jed« der festgestellten Verfehlungen für sich allein genommen werde, sie nicht gefährlich seien. In ihrer Gesamtheit aber und in ihrem Zu­sammenhang untereinander seien sie geeignet, einen kleinen Schauer der Beunruhigung zu verursachen. Auf alle Fälle sei es notwendig, daß die Verfehlungen gegen den Deriailler