ZVÖ. Jahrgang.
Hanauer «Anzeiger
General-Anzeiger für die Kreise Kanan Sladl «nd Land.
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Nr. 120 Mvnlag den 25. Mai 1925
SIMM« Wer die Amen- M MeWlitit
Berlin, 24. Mai. In der heutigen Sitzung des Zentralvorstandes der Deutschen Volkspartei ergriff der Minister des Aeußern Dr Stresemann das Wort. „Manche Parteifreunde", so führte er u. a. aus, „erheben die Frage: Wohin geht der Weg? Die letzte Tagung der Liberalen Vereinigung hat, wie es scheint, hier und da zu allerlei Kombinationen geführt. Auf der anderen Seite sind Mitteilungen über Bestrebungen gemacht worden, die darauf hinauslaufen, die für die Reichspräsidentenwahl geschaffene Organisation als eine neue Parteibildung der deutschen Rechten gewissermaßen in die deutsche Politik überzu- führen. Demgegenüber stelle ich an die Spitze meiner 2lurr"r-.....""^ M...... ......
uns nur
den Weg, den die Deutsche Volkspartei bisher gegangen ist. Es gibt für uns weder eine Anlehnung an eine Linksgruppierung, noch eine Reichsblock p o l i t i k. (Stürmische Zustimmung.) Wenn irgendeine Partei keine Veranlassung hat, etwas von ihrer Selbständigkeit aufzugeben, dann ist es die Deutsche Volkspartei. Die Politik im Reiche ist beeinflußt von den Gedanken, die von der Deutschen Volkspartei seit Jahren vertreten worden sind. (Lebhafte Zustimmung.) Die Politik, die die Reichstagsiraktion der Deutschen Volkspartei seit ihrer Resolution vom 15. Januar 1923 verfolgt, bedeutet nicht die grundsätzliche Ausschließung der Sozialdemo- krütie. Sie ist lediglich davon ausgegangen,
fachen Schwierigkeiten verfolgt. Wenn wir heute auf eine kurze Zeit des Zusammenarbeitens mit der deutschnationalen Volkspartei zurücksehen, dann ist festzustellen, daß diese Arbeit im Kabinett sich bisher reibungslos vollzogen hat. Durch die Beteiligung der Deutschnationalen an der Regierung sind die inneren Verhältnisse konsolidiert worden. Die Wahl Hindenburgs hat sich nach derselben Richtung ausgewirkt. Ich begrüße diese Konsolidierung der verfassungsmäßigen Grund- iage unseres Staatslebens.
Wir dürfen und wollen keine Verfassungskämpfe über die Staatsform führen.
Für uns handelt es sich um unsere Behaup- !ung nach außen; dem hat sich alles andere unterzuordnen. (Stürmischer Beifall.) Stresemann ging dann auf die F r a g e n der auswärtigen Politik ein. Daß wir die Dawesgesetze angenommen haben, hätte sich als richtig erwiesen. Wenn wir die Unsicherheit unserer Verhältnisse im Herbst 1923 mit unserer heutigen Lage verglichen, so ergebe
die unbestrittene Tatsache, daß die wüt- fchaftliche Befestigung sich durchgesetzt habe. Wer den Weg, den wir zur Erreichung dieses 3™ gegangen sind, ablehnt, der hat die Bslicht, uns einen anderen Weg vorzuschlagen; stnst hat seine Kritik keinen Zweck und keine Berechtigung. (Lebhafte Zustimmung.)
Stresemann wies dann darauf hin, daß ne Entwickelung weiter gehe und daß es sich
nach der wirtschaftlichen Lösung des ^bparationsproblems um die Regelung der politischen Beziehungen zwischen Deutschland M den anderen Mächten handele. In ausführlichen Darlegungen vertrat Stresemann die außenpolitischen Grundsätze, von denen er eine Befestigung und Besserung unserer Lage erwartet. Seme Ausführungen, in denen die ■Poit tt bes Slcherheitspaktes begründet und im Zusammenhang mit der Gesamtlage er- ortert wurde, fanden die einhellige Zustimmung der Versammlung.
Stresemann nahm dann noch
zur Frage der Präsidentenwahl
Stellung und erklärte: Man hat der Deutschen Boltspartei vorgeworfen, daß sie durch ihr Festhalten an der Kandidatur Jarres eine vurgerliche Einheitskandidatur unmöglich ae« wacht habe. Wir find aber der Ansicht, daß die Stellung, die der Reichsausschuß der Deut chen Boitspartei zu dieser Frage eingenommen hat Durchaus richtig war. (Lebhafte Zustimmung.) Ls war für uns vollkommen unmöglich, auf Den Mann zu verzichten, der uns im Wahlkampf führen sollte, ohne daß Sicherheit dafür bestand, was nach dem Verzicht kommen wird. (Lebhafte Zustimmung.)
Dr. Jarres hat sich im ersten Wahlgang vorzüglich geschlagen und das Vertrauen, das wir in ihn setzten, durchaus gerechtfertigt.
(Stürmische Zustimmung.) Es war richtig, daß die Partei bis.zum letzten Augenblick an Jarres festgehalten hat, das war sie sich selbst, das war sie Jarres und das war sie den guten Aussichten seiner Kandidatur schuldig. (Lebhafte Zustimmung.) Wir haben dann die Kan
didatur Hindenburg unterstützt, und ich bin überzeugt, daß die Deutsche Volkspartei bis zu ihrem letzten Wähler für Hindenburg an die Wahlurne gegangen ist. (Lebhafte Zustimmung.) Wenn das Ausland zunächst von der Wahl Hindenburgs innen- und außenpolitisch Störungen erwartet hat, so ist diejenige Presse in Deutschland dafür verantwortlich, die im Ausland den Eindruck erweckt hat, als wenn eine solche Gefahr bevorstände. (Lebhafter Beifall.) Inzwischen hat sich auch das Ausland
Beifall.) Inzwischen hat sich auch davon überzeugt, daß Hindenburg nichts anderes will als eine Politik des Friedens auf der Grundlage der Selbstachtung nach innen und der Gleichberechtigung nach außen. Findet sich das deutsche Volk unter der Führung seiner höchstes Vertrauen ausstrahlenden Persönlichkeit in diesem Grundgedanken zusammen, so liegt darin die stärkste Unterstützung der deutschen Politik nach außen und innen. (Stürmische Zustimmung.) Stresemann streifte dann auch die Frage der Aufwertung. Die Partei müsse ihrem Abgeordneten Dr. Wunderlich dankbar sein, daß er konsequent die mittlere Linie verfolgt habe, auf der man die Frage der Aufwertung allein
dis Wirtschaftspolitik führte Stresemann aus, daß es sich hier darum handle, das Primat der Politik vor dem Berufsinteresse durchzusetzen und den richtigen Ausgleich zwischen dem wirtschaftlichen Einzel- interesse und dem Gesamtinteresse des Staates zu erreichen. Wie schwer das sei, zeige die Einstellung vieler Kreise gegenüber dem deutschspanischen Handelsvertrag. Die Regierung sei durchaus bereit, den deutschen Winzern zu helfen. Der Weg zu dieser Hilfe, auch auf zollpolitischem Gebiet, gehe aber über die Annahme des Vertrages. Wer also auf diesem Gebiete etwas erreichen wolle, der müsse durch Annahme des Handelsvertrages die Möglichkeit schaffen, daß die Regierung eine Grundlage für neue Verhandlungen erreiche.
Stresemann gab seinen Ausführungen zum Schluß folgende Zusamenfassung: Wir können nur den Weg weitergehen, den wir einmal als den Weg der nationalen Realpolitik im Gegensatz zur Jllusionspolitik bezeichnet haben. Ich habe die Empfindung, daß die innenpolitische Zustimmung zu dieser Politik weit über unsere Partei nach rechts hinaus Wurzel geschlagen hat. Wir dürfen aber über der praktischen Gegenwartsarbeit den Zusammenhang mit unserer liberalen Staats- und Kulturauffassung niemals vergessen. Unsere ganze politische Ueberlieferung führt uns zu diesem Gedanken. Es ist ganz falsch, von der Gründung der Deutschen Volkspartei zu sprechen. Die Deutsche Volkspartei ist nicht gegründet worden, sondern die Nationalliberäle Partei hat beschlossen, unter dem Namen der Deutschen Volkspartei weiter zu bestehen. Die nationalen und die liberalen Ideen, die in der Deutschen Volkspartei wirksam sind, überragen alle Tagesfragen, die uns beschäftigen können. Wir müssen sie als ein Panier festhalten, das wir der Partei voraustragen, namentlich, um die Jugend für unsere Ideale zu gewinnen.
Der Wiederaufbau Duelschlands wird vom Geistigen und nicht vom Materiellen ausgehen.
Wenn wir Fühlung halten mit dem kommenden Geschlecht, dann werden wir erst die Stärke erhalten, um mit dem notwendigen Einfluß und aller Kraft unserem Vaterlands dienen zu können, dem unser ganzes Söhnen und Hoffen gilt. — Die Versammelten brachten Stresemann nach seiner Rede eine stürmische Ovation dar, die sich immer wieder erneuerte.
Stresemann über die Lage nach der Reichspräsidentenwaftl.
Paris, 24. Mai. Reichsaußenminister Stresemann hat sich telegraphisch dem „Matin" gegenüber auf Wunsch von dessen Außenpolitiker Sauerwein über die Lage i n Deutschland nach der Reichsvräsi- dentenwahl geäußert. Die Erklärungen des Reichspräsidenten Hindenburg, die der
Eidesleistung folgten, die Worte, die er an Dr. Simons richtete, sowie der Hinweis auf den Präsidenten Ebert hätten, so erklärt Stresemann, ein Echo gesunden bis sehr weit in die linksstehende Kreise hinein. Bei verschiedenen im Auslande besonders besonnten demokarti- schen Blättern habe sich nach der Präsidentenwahl ein sehr klarer Meinungsumschwung vollzogen. Reichspräsident v. Hindenburg habe seinen Willen zu einer friedlichen Entwicklung unterstrichen. Wenn man wolle, daß das deutsche Volk in seiner überwiegenden Mehrheit diese Politik zu der seimigen mache, dann müßten die, deren Politik gegenüber Deutschland in entscheidender Weise das Schicksal Deutschlands beeinflussen, danach handeln. Die
öffentliche Meii
öffentliche Meinung in Frankreich, die sich lebhaft für deutsche Angelegenheiten interessiere, habe sich oft auf den Standpunkt gestellt, daß nur ein neues Deutschland ihr Vertrauen ver
diene. Infolgedessen habe sie oft von der mord’
lischen Entwaffnung als einem wünschenswerten Ziel gesprochen. Er, Stresemann, wolle nicht erforschen, in i
dem neuen Deutschland dienen sönne.
man ier er
möchte doch bemerken, daß die gegenüber Deutschland befolgte Politik weit davon entfernt gewesen sei, das neue Deutschland zu unterstützen. Ganz im Gegenteil, in den erster Jahren seines Bestehens habe dieses neue Deutschland außenpolitisch nur schroffe Abweisungen erlebt. Jedesmal, wenn die Führer der politischen Parteien'den Versuch machten, durch die öffentliche Meinung in Deutschland eine Politik der Abkommen und der friedlichen Entwicklung annehmen zu lassen, ätten sich politische Reaktionen eingestellt. Ein
ganz zurückgsgangen. ie Dawesgesetze seien von einer Mehrheit angenommen worden, die man vor Beginn der Debatte hierüber nicht für möglich gehalten hätte. Eine weitgehende Entspannung würde sich eingestellt haben, wenn am 10. Januar die Kölner Zone geräumt worden wäre und Frankreich Gelegenheit genommen hätte, das Ruhrgebiet früher zu räumen, was für Frankreich keine große politische Bedeutung gehabt hätte, da ja die Ve etzuna auf alle Fälle am 15. August beendet sei. In allen deutschen Kreisen würde man hierin den Beweis gefunden haben, daß die deutsche Politik der Abkommen ausgezeichnet sei. Stattdessen wartet Deutschland seit Monaten, daß man ihm sage, warum die Kölner Zone nicht geräumt worden sei und warum man im Ungewissen bleibe hinsichtlich dieser Frage, die von so entscheidender Bedeutung sei. Deuffchland stelle außerdem fest, daß andere Vorschläge, die es gemacht habe, und die ein großes moralisches Opfer für das deutsche Volk bedeuten, in Frankreich nicht das Echo gefunden hätten, das man hätte erwarten können. Wenn man von Währungsfragen spreche, spreche man oft von Vertrauenskrisen, die eine Währung ins Wanken bringen können. Wenn man nicht wolle, so schließt Stresemann seine Erklärung, daß die Beziehungen der europäischen Länder untereinander derartigen Erschütterungen ausgesetzt würden, müsse man die Vertrauenskrise, die zwischen Deutschland und Frankreich besteht, überwinden, die so oft die beiden Länder verhindert hätte, die Fragen zu regeln, die sich enger 'berührten als alle andere.
Der Deutsche Seevereln und das Schuldbekenntnis.
Hamburg, 24. Mai. Heute fand hier die fünfte ordentliche Generalversammlung des Deutschen Seevereins statt. Der Präsident des Vereins, Staatssekretär a. D. v. L i n d e - quist, begrüßte die Versammlung mit einer längeren Ansprache, in der er hervorhob, wie wichtig für die gesamten deutschen Interessen die deutsche Seeschiffahrt sei. Es sei deshalb eine der wichtigsten Aufgaben des Vereins, Verständnis dafür in die weitesten binnenländischen Volkskreise zu tragen. Sodann gelangte folgende Entschließung einstimmig zur Annahme:
Die Hauptversammlung des Deutschen Seevereins erklärt wiederholt, daß die Wieder- aufrichtung des deutschen Volkes mit der Wiederherstellung der deutschen Ehre beginnt. Es genügt nicht, daß die wissenschaftliche Forschung und vorurteilsfreie Männer und Körperschaften in aller Welt, auch in den Ländern unserer Kriegsgegner die wahrheitswidrige und unsittliche Verrufserklärung des deutschen Volkes verurteilen und immer wieder verurteilen. Das deutsche
Volk muß durch seine geordnete Vertretung sich ausdrücklich gegen das erpreßte Schuldbekenntnis feierlich verwahren und muß sich zu den Folgerungen daraus durch eine politische Tat bekennen. Die Hauptversammlung des Deutschen Seevereins bittet deshalb die Reichsregierung, die Einlösung des gegebenen Versprechens des früheren' Reichskanzlers nicht länger hinauszuziehen und eingedenk bei Mahnung des deutschen Reichspräsidenten zu handeln: Durch Selbstachtung zur Ächtung der Welt.
Nach dem von dem Vizeadmiral a. D. Manthey erstatteten Rechenschaftsbericht umfaßt der Verein zurzeit 37 000 Mitglieder. An den Reichspräsidenten und den Ehrenvorsitzenden des Vereins, Großadmiral v. Köster, wurden Begrüßungstelegramme abgesandt. Nach der Wiederwahl des Präsidiums wurde als Ort der nächsten Jahreshauptversammlung Stettin bestimmt.
Ein furchtbares Erdbeben in Japan.
Die Stabs Toyota durch Reben und Feuer zerstört.
Die Hauptinsel des Japanischen Archipels, Hondo, die erst vor einundeinhalb Jahren schwer unter einem Erdbeben gelitten hat, ist von einem neuen Erdbebenunglück heimgesucht worden. Besonders die Provinz Tajima und die Küste sind schwer betroffen worden. Wir erhalten über das Unglück folgende Meldung:
London, 23. Mai. „Evening News" melden aus Tokio: Heuke vormittag gegen 11 Uhr wurden die Städte Osaka, Kobe und Kioto von einem furchtbaren Erdbeben heim- efuchk. Zahlreiche große Geschäftshäuser wur-
Sförtingen liegen nur ichke aus den betroffenen Bezirken vor. Es wird behauptet, daß dies dasgrößteLrdbebenindie- ferGegendfeitöO Jahrengewesen ist. In den betroffenen Städten herrscht die wildeste Verwirrung. Alle Menschen halten sich aus Furcht, die Gebäude zu betreten, und bei einem neuen Erdstoß unter ihren Trümmern begraben zu werden, in den Straßen auf. Soweit sich bisher übersehen läßt, ist der größte Schaden im Seehafen Toyota in der Provinz Tango angerichtet worden. Die Stabs selbst steht in Brand und bildet, wie weitere Berichte besagen, ein einziges Feuermeer. Die Bevölkerung von etwa 10000 Menschen befindet sich in voller Flucht. Ein in Toyoka erwarteter Eisenbahnzug ist ausgeblieben. Es wird angenommen, daß er im Aschina-Tunnel, der durch die starken Erdstöße einitürzke, begraben wurde. Das Silberbergwerk 3funo, das größte in ganz 3apan, hat durch den Einsturz mehrerer Stollen schwere Beschädigungen erlitten. Sechs aus Osaka nach Toyoka abgesandte Militärflugzeuge berichten den Tod von etwa 80 Personen in den kleinen Städten Kuniyama, Fukunsi und Fukuchi. Dies zeige, daß die Zahl der Opfer groß ist. Ueberall in den heimgesuchten Gegenden herrsche eine furchtbare Panik.
Eine Reukermeldung aus Osaka besagt, daß Tokio und Yokohama von dem Erdbeben nicht berührt worden sind. Einer weiteren Meldung aus Tokio zufolge sind Aerzte und Sanitäts- mannschaften des Roten Kreuzes mit Rettungsmaterial aller Art so rasch wie möglich nach
fandl worden.
dem Erdbebengebiek abges,
Osaka, 25. Mai. (Reuter.) Das Erdbeben-
gebiet ist nicht größer als 25 Ouadratmeilea. Die Verluste werden auf 1500 Menschenleben, die an Material auf 70 Millionen Yen geschätzt.
London, 24. Mai. Reuter meldet aus Osaka: Ein Flugzeug mit Reportern und Photographen ist aus dem Erdbebendistrikl hier angekommen. Es wird versichert, daß di« Katastrophe von ähnlicher Heftigkeit gewesen sei wie das große Erdbeben im Septembet 1923.
Aus Toyoka wird gemeldet, daß Tausende ohne Unterkunft seien. Der Einsturz von Mädchenschulen hat zahlreiche Unfälle herbeigeführt. 200 Personen sind tot. Auf 400 werden die Verletzten geschätzt. In der Stadt Kinosaki entstand nach dem Erdbeben Feuer, das eine wilde Flucht der verängstigten Menschen herbeiführte und Hunderte von Unglücks- fällen zur Folge hatte. Nur eine Million Yen ist durch Versicherung gedeckt. Der Landwirt- chaft ist ungeheurer Schaden zugefügt worden
Paris, 24. Mai. „Newyork Herold" berichtet über die Erdbebenkatastrophe in Japan, daß diese ernster als diejenige vor zwei Jahren sei. Der Schiffsverkehr an der Westküste sei unter-