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Dienstag den 21. April
Nr. 92
Fünfuhrtee des Vaterländischen Frauenvereins.
Der Vaterländische Frauenverein, Zweigverein Hanau-Stadt, der es als eine seiner derzeitig wichtigsten Aufgaben betrachtet, „durch werktätige Hilfe der am stärksten infolge des Krieges und der Revolutionswirt- fchast Geschädigten und vielfach an den Bettel- stab gebrachten Kreise den gesunkenen Lebensmut zu heben", ferner „die Heranwachsende Jugend vor physischer und moralischer Verkümmerung zu bewahren", veranstaltete zur Aufbesserung seiner Finanzlage und zur Werbung für die gute Sache, der er dient, am Samstag einen Fünfuhrtee. Zahlreich war man dem Rufe dieser Vereinigung vaterländischer Wohlfahrtspflege gefolgt. Die un- teren Räumlichkeiten des Hotel „Adler" waren bis auf den letzten Platz besetzt und der materielle wie ideelle Erfolg dürfte dank der großzügigen Vorbereitung des Vorstandes mit den Damen Frau I o l a f f e und Frau Goerke an der Spitze ein recht zufriedenstellender sein. Es ist dies erfreulich, fließt doch der Reinertrag den Wohlfahrtseinrichtungen des Dereists, wie Speisestube, Sommerferienaufenthalt für Kinder usw zu. Die Räume des „Adler" hatten eine frühlingsmäßige Ausstattung erfahren. Das helle Grün junger Birken, die weißen Blüten des Weißdorns tinb das Gelb der Himmelschlüsselblumen wirkten auf das Auge belebend und der zarte Blumendust machte den Aufenthalt zu einem wirklich angenehmen. Junge Damen und Herren hatten sich hilfsbereit in den Dienst der Bedienung gestellt, sodaß die Veranstaltung eine glatte Abwicklung erfuhr. Für die musikalische Unterhaltung sorgte die Hauskapelle des „Adler" und eine Abteilung des Städtischen Orchesters, während die Gesangsvorträge von Frau Landrichter Dr. N e b e l s i e k, hier, und Herrn Otto F a n g e r vom Opernhaus Frankfurt bestritten wurden, die sich beide dankenswerterweise uneigennützig in den Dienst der guten Sache gestellt hatten. Ihre Lieder fanden ein stackes Beisallsecho. Eine recht nette Abwechslung brachten die von Herrn Tanzlehrer Ersch einstudierten und von hiesigen jungen Damen und Herren ausgeführten stilvollen Tänze. Ein Menuett aus der Rokokozeit, eine Gavotte aus der Biedermeierzeit (die Frisuren hierzu waren von dec Firma Kern Nachf. verfertigt) und schließlich einige neuzeitliche Tänze erfuhren durch graziöse Ausführung ganz reizende Wirkungen. Eine Tombola, für die recht anschnliche Gewinn« gestiftet worden waren, bot Gelegenheit, das Glück auf die Probe zu stellen und hiervon wurde erfreulicherweise recht ausgiebig Gebrauch gemacht. Die Auslosung der Gewinne erfolgt am Donnerstag. Die Gewinnliste wird in unserer Freitagnummer bekannt gegeben werden. Gegen 8 Uhr fand die in allen Teilen wohlgelungene Veranstaltung ihr Ende.
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Wie wir kurz vor Redaktionsschluß erfahren, jÄrägt der Nettoüberschuß der Wohltätigkeits- zeranstaltung rund 2500 Mark. Im Hinblick luf dies außerordentlich günstige Ergebnis hat Der Vereinsvorstand uns gebeten, den Dank Ses Vereins bekannt zu geben. Der Vorstand sagt allen Firmen und allen denen, die durch Spenden oder Arbeit die Veranstaltung des Vereins unterstützt und gefördert haben, seinen verbindlichsten Dank.
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Aus dem uns vorliegenden Jahresbericht des Vaterländischen Frauenvereins, der keine Wohltätigkeitseinrichtung sondern eine Vereinigung zur vaterländischen Wohlfahrtspflege ist, seien folgende Einzelheiten wiedergegeben:
Was hat der Zweigverein Hanau des Vaterländischen Frauenvereins im verflossenen Geschäftsjahr in Verfolg seiner Ziele und Aufgaben zur Durchführung gebracht? Zunächst Dieses auf sie ein, daß sie nichts mehr hören mochte.
Antonio lugte noch eine Zeitlang durch den Spalt am Fenster. Endlich meinte er in seiner freuen und bescheidenen Weise: „Der Herr scheint doch etwas erreicht zu haben — die Menge zerstreut sich allmählich, und die meisten gehen wieder in ihre Häuser. — Aber der Herr kommt noch nicht zurück. Er scheint noch eine Beratung abhalten zu wollen, denn ec ist mit einigen anderen in das Haus eines Mestizen gegangen."
ßa Silvia nicht antwortete, schob Antonio das Fenster zu und ging zur Tür.
"Wenn der Herr io besorgt ist, und die Unruhe jeden Augenblick wieder ausbrechen kann, ist es besser, ich packe das Silberzeug der Herrschaften wieder in die Kisten und verstecke sie unter meinen Sachen im Dienerhaus. Und wenn die spanischen Polizeisoldaten wirklich ins Haus kommen sollten, werden sie bei mir, als eurem Diener, wohl nichts zu durchsuchen wagen."
„Es ist mir recht!" entgegnete Silvia, als der Diener auf Antwort wartete, „du kennst hier ja die Verhältnisse viel besser als ich, Antonio. Schiebe alle Fenster zu, schließe alle Türen und laß die Leinenwände um die Veranda herab, damit die Hitze abgefperrt wird und die Sonne nicht hineindringt. Ich bin zum Umfallen müde."
Als Antonio ihren Anforderungen nachgekommen war, entfernte er sich, um das Silberzeug seiner Herrschaft, das man nach dem Erdbeben mit nach dem Landhaus genommen hatte, sowie auch Jgnatios Silber einzupacken und in das Dienerhaus zu tragen, das neben dem'Landhaus im Garten lag.
(Fortsetzung folgt.)
galt es, den wie schon erwähnt, am schwersten betroffenen Kreisen des bürgerlichen Mittelstandes zu helfen und zwar vor allen denen, die durch Alter und Sorge nicht mehr in der Lage waren, sich selbst zu helfen, oder doch nur im beschränkten Maße. Zwei schon seit 3^ bewz. 2 Jahren bestehende Einrichtungen des Vereins dienten und dienen noch heute vor allem diesem Zwecke. Es ist dies einmal die Speisestube und dann die Nähstube. Die Speisestube und dann die Nähstube. Die Speisestube wurde gegründet im Novbr. 1921, z. Zt. des rapiden Einsetzens der -Geldentwertung, durch welche sich besonders für Rentner und Rentnerinnen die ânährungsfrage von Tag zu Tag schwieriger gestaltete und diese bedauerns- werten Kreise bald in die bitterste Not gerieten. Hier galt es vor allem helfend einzugreifen und diesem Zwecke sollte die Errichtung der Speisestube dienen. Dank der opferfreudigen Unterstützung von Hanauer kirnten und Privatpersonen, sowie durch reiche Aus- landsspenden an Lebensmitteln war es möglich, diesen Plan durchzuführen und bis zu diesem Zeitpunkt die Speisestube in Betrieb zu erhalten. Auch heute noch erfordert die Weiterführung der Speisestube große Mittel und der Vaterländische Frauenverein ist auch jetzt noch auf die Freigebigkeit der Hanauer Mitbürger angewiesen, insbesondere, da vom 1. April ab die Auslandsspenden aufgehört haben. Die zweite gemeinnützige Schöpfung ist die seit zwei Jahren bestehende Nähstube. Gerade diese zeigt in besonderer Klarheit, daß der Vaterländ. Frauenverein keine Wohltätigkeitseinrichtung, sondern eine Trägerin der Wohlfahrtspflege ist. Die Nähstube soll durch die Propaganda des Vereins und seine Vermittlung bedrängten Rentnerinnen eine leichtere Verdienstmöglichkeit verschaffen: Die Nähstube hat in den zwei Jahren ihres Bestehens rund 400 Aufträge vermittelt und zur Ausführung gebracht, davon etwa 200 im letzt verflossenen Jahre. Diese Arbeiten wurden teils als Heimarbeit ausgeführt, teils besonders in den Wintermonaten, in der im Evangl. Vereinshaus sechst errichteten Nähstube. Diese ist aber nicht nur in der geschilderten Weise tätig gewesen, sondern es sind dort auch im Auftrage und gegen Bezahlung durch den Vaterländischen Frauenverein Wäschestücke zu wohltätigen Zwecken angefertigt worden. Es waren dies vor den Weihnachtstagen Kinderwäschestücke, welche der Verein als Weihnachtsgabe an mittellose Familien ausgab und überdies vier Dutzend Knabenhemden für die Hilfsschule. — Wir kommen nun zu dem zweiten Aufgabenkreis der Stützung und Hebung der Teile der Heranwachsenden Jugend, welche unter einem besonders schweren wirtschaftlichen Drucke stehen. Hierbei hat sich der Verein in dauernder engster Fühlung mit der städt. Fürsorgeorganisation und ganz besonders mit den Fürsorgerinnen selbst gehalten. Dank dieser Zusammenarbeit ist es gelungen, so manches Elend, wenn auch nicht zu beseitigen, so doch stark abzumildern. In den schwersten Zeiten des verflossenen Geschäftsjahres fand der Verein für diese Zwecke 30 opferwillige Familien, welche sich bereitwillig der nicht ganz leichten Aufgabe unterzogen, Kinder auch achtbaren Familien, welche unverschuldet in Elend geraten waren, an ihren Mittagstisch zu ziehen. Diese Hilfsaktion ist erfreulicherweise mit wenigen Ausnahmen zur beiderseitigen Zufriedenheit durchgeführt worden. Ferner ist der Verein, Dank gütiger Spenden in der Lage gewesen, sowohl für Weihnachtsbeschenungen einer Anzahl in wenig günstiger Finanzlage befindlichen Familien des Mittelstandes kleine Beihilfen zukommen zu lassen, als auch zu einem geeigneten Sommerferienaufenthalt dec Kinder behilflich zu sein. Für eine Anzahl von Kindern ist sodann eine Beihilfe für den Aufenthalt auf dem Lande bestritten worden. Endlich war es dem Vaterländischen Frauenverein möglich, wie schon angebeutet, einen großen Posten teils geschenkter, teils auf eigene Kosten angefertigter Kleider -und Wäschestücke an Kinder jeglichen Alters zu verteilen, zum Teil durch Ueberweisung an die hiesige Kinderkrippe und Kinderschule. — Der Verein plant für das kommende Geschäftsjahr seinen bisherigen Aufgabenkreis zu erweitern. Einmal durch Errichtung von Äusbildungskursen für Veceinshelferinnen und Samariterinnen, um den jungen Mädchen, welche sich dazu bereit finden, den Sinn für soziale Arbeit und Krankenpflege zu wecken. Sodann soll eine Fürsorge für die schulentlassene Jugend in Angriff genommen werden, wofür die vorbereitenden Arbeiten bereits wiederum mit dem städt. Wohlfahrtsamt eingeleitet worden find.
* Iugendvereinsabend. Am Donnerstag, 23. April, abends 148 Uhr, werden Fräulein Martha Kaufmann und Herr Wilm Gallwitz vom hiesigen Stadttheater in der Aula der Oberrealschule einen Vortragsabend geben, auf den die Mitglieder der dem Ortsausschüsse angeschlossenen Jugendvereine und die älteren Schüler und Schülerinnen hiesiger Lehranstal- ten empfehlend aufmerksam gemacht werden. Fräulein Marcha Kaufmann wird u. a. Lyrik über das Thema „Natur" von verschiedenen Dichtern bringen, Rainer Maria Rilke „Die Blinde", zwei Balladen (Goethe, Agnes Miegel). Herr Wilm Gallwitz: „John Maynard" und „Gorm Grimme" von Fontane, zwei Balladen von Münchhausen, „Prometheus" und „Osterspaziergang" von Goethe, „Felsenstimmen" von Carl Hauptmann, von Klabund übertragene chinesische Lyrik, „Reitjagd" und „Wesffalenballade" von A. v. Hatzfeld. Ferner werden Fräulein Martha Kaufmann und Herr Wilm, Gallwitz Möricke's „Häusliche Szene" sprechen.
Sängerheim Eintracht.
In seiner Generalversammlung vom 16. Februar d. J. faßte der hiesige Gesangverein „Eintracht" den Beschluß, die Wirtschaftsräume der „Stadt Bremen" pachtweise zu übernehmen, um aus diesen Räumen ein Sängerheim zu bilden. Ein gewagter Beschluß, doch der unermüdlichen Arbeit des Vorstandes ist es gelungen, diesem Beschluß die Tat folgen zu lassen. Der Pachtvertrag wurde abgeschlossen, die Wirtschaftsräume neu hergerichtet und am Sonntag konnte die Uebergabe des neuen Heims an die Oeffenftichkeit erfolgen. Der Restaurationsraum wie der Saal und die Vereinszimmer machen einen recht freundlichen Eindruck, der Anstrich ist hell gehalten, die elektrische Beleuchtungsanlage bürgt für eine große Fülle Licht und auch sonst ist die Gewähr für einen heimischen Aufenthalt geboten.
Am Samstag abend hatten sich die Mitglieder des Vereins mit einer Anzahl geladener Gäste zur Einweihung in dem neuen Heim eingefunden. Der erste Vorsitzende, Herr Jean Paul, entbot allen Erschienenen einen herzlichen Willkommensgruß und wies darauf hin, daß schon zu Zeiten des jetzigen Ehren- vorsitzenden Jean Kleiß es der Wunsch der „Eintracht" gewesen sei, ein eigenes Vereinsheim zu gründen. Leider sei es damals nur bei dem Wunsch geblieben. Wenn der Verein zwar auch heute noch nicht in der Lage sei, ein eigenes Dereinsheim zu besitzen, so habe er doch jetzt ein Heim, in dem sich die Mitglieder mit ihren Familien und Sangesfreun- den und die sonstigen Gäste jederzeit wohlfühlen könnten. Durch besonderes Entgegenkommen des Verpächters, der Firma Orschler, sei unter Leitung des Architekten Litzinger hier etwas neues erstanden, was sich sehen lassen könne. Bei Gründung des Vereinsheims habe die „Eintracht" nicht etwa den Gedanken gehabt, gegenüber den anderen hiesigen Männergesangvereinen nun besonders hervortcèten zu wollen oder aus der Gründung des Heims materielle Vorteile zu ziehen, sondern nur den Gedanken das Band derFreundschaft unter den Mitgliedern zu festigen. Da ferner seit 2 Jahren wieder der Gedanke der Vereinigung der Hanauer Männergesangvereine an der Tagesordnung sei, und dieser glückliche Gedanke hoffentlich in die Tat umgesetzt werde, habe fidh die „Eintracht" weiter von dem Gedanken leiten lassen, den Hanauer Sangesbrüdern in dem Dereinsheim gemütliche Stunden bieten zu können. Redner schloß mit dem Wunsche, daß die in dem neuen Heim verkehrenden Gälte fi* wohlfühlen und daß die Sangesbrüder für alle Zeiten treu zusammenhalten möchten. Nur das deutsche Lied sei dazu angetan, Freundschaft zu pflegen und Einigkeit herbeizuführen. — Nach diesen Worten durchtönte der deutsche Sängergruß den Raum.
Den Reigen der Gratulanten eröffnete Herr Neumann von dec Bereinigung ehern. 166er, der auf das Ziel, dem bème Mr- eine gemeinsam zustrebten: die Liebe zum Vaterlande und den Wiederaufbau unseres Volkstums hinwies und der „Eintracht" zu ihrem neuen Unternehmen Erfolg wünschte. Alsdann übermittelte Herr Schüler von der Gesangsabteilung des Kaufmännischen Vereins die herzlichsten Glückwünsche und überreichte eine Schreibgarnitur. Herr Lehrer Hamburger sprach als Vertreter des Lehrersängerchors. Er wünschte, daß der alte Geist der Eintracht der ungestörten reinen Harmonie, den sich die Gründer des Vereins bereits als Leitstern auserkoren hatten, aus dem alten Vereinslokal in das neue Heim mit einziehen und daß dieser Geist der Zusammengehörigkeit sich als inniges Band um Mitglieder, Vorstand und Chormeister des Vereins immer fester schließen möge. Redner schloß mit einem Hoch auf die „Eintracht". — Herr Jean Paul dankte allen Gratulanten und dehnte diesen Dank aus auf all diejenigen, die sich in letzter Zeit in den Dienst der Sache gestellt und es ermöglicht hatten, daß das neue Heim bezogen werden tonnte. Insbesondere erwähnte Redner den zweiten Vorsitzenden Herrn Georg Müller, der keine Mühe gescheut habe, um das Werk zur Vollendung zu führen. — Herr Georg Müller würdigte die Verdienste des ersten Vorsitzenden Herrn Jean Paul und brachte ein Hoch auf diesen aus. — Es folgten noch eine Reihe weiterer Ansprachen, die von gemeinsamen Gesängen der anwesenden Sangesbrüder und von Musikstücken der Vereinskapelle umrahmt wurden. Die Eröffnungsfeier nahm einen harmonischen Verlauf und bildete einen verheißungsvollen Auftakt für die Zukunft des neuen Heims.
* Kennzeichnung der Eilbriefsendungen. Bei Eilbriefsendungen, die durch die Briefkasten eingeliefert werden, ist nur dann auf eine zwecr- entsprechende Behandlung zu redjhen, wenn die Sendungen durch den in großen Buchstaben anzubringenden Vermerk „Durch Eilboten" in die Augen fallend gekennzeichnet sind. Der Vermerk „Durch Eilboten" ist zweckmäßig links neben den Namen des Bestimmungsortes zu setzen und mit Farbstift kräftig zu unterstreichen. Für Absender, die häufig Eilsendungen aufliefern, empfiehlt es sich, die Sendungen auch mit dem p o ft • amtlichen roten Klebezettel zu versehen. Die Klebezettel werden von dem Postamt auf Verlangen unentgeltlich abgegeben.
* Das Fest der silbernen Hochzeit feiern morgen die Eheleute Adam Eppler und Frau Maria geb. Pacis, Leipzigerstraße 19.
* Alkoholgegnerbund. Die für heute abend angesetzte Versammlung findet erst am 28. dieses Monats, abends 8 Uhr, im Evang. Ver- einshaur statt.
Der erste Schulgang. ”
Vor wenigen Wochen haben sich hinter len jungen Leuten die Tore geschlossen, durch sie jahrelang tagtäglich eingetreten sind, J von Lehrern und Erziehern sich Bildung Wissen vermitteln zu lassen und das Rüstzen für das Leben zu empfangen. Von ihnen in nun der eine in diesen, der andere in jene, Beruf eingetreten, und da sollen sie geiqen was sie auf der Schule gelernt haben unb w wie brauchbaren Menschen sie sich heranbilde, lassen.
Die gleichen Tore, die sich hinter jenen geschlossen haben, öffnen sich heute für ebenso, viele kleine Erdenbürger zum ersten Male. Sit schreiten hindurch und treten damit in einen neuen Lebensabschnitt ein. Spielten sie bishe, nur in der Familie eine Rolle, so werden sie jetzt zu einem anerkannten Gliede der Max. meinheit. Auf die Jahre des Ungezwungen, seins folgt nun die Zeit, die auch an dich Kleinen die Forderung stellt, sich einzufügen in das wohlgeordnete bürgerliche Leben.
Lange schon haben sich die Buben und Mädel darauf gefreut, daß sie nun bald den „Großen" gehören dürfen. Run Habens« es soweit gebracht und darauf sind sie Mit dem Bewußtsein ihrer Würde treten sie deshalb den ersten Schulgang an, das Ränzel auf dem Rücken als die Legitimation jhrn „Größe", die sie zu ihrem Stolze berechtigt.
Ja, es ist doch etwas ganz Eigenartiges, st zur Hauptperson des Tages zu werden. Was da nicht alles für Gedanken durch den Kopf der Kleinen gehen! Wie sie von dem Semen schwärmen, und wie sie alles im Geiste gleich können! Dazu das neue Kleid und der gute Anzug, die stimmen besonders feierlich. Jo heißt es gar bei jedem Schritte überlegen, daf man ja den Leuten auf der Straße allen beweist, wie groß und klug man ist und wie man sich auch würdig benehmen kann. Einige von ihnen wissen ja auch jetzt schon, ehe sie die Bekanntschaft ihres Lehrers gemacht haben, „foos viel", daß die Schule und das Lernen für sie gar nichtd Neues mehr bringen kann. Sie können schon bis 100 zählen, und sie können sogar schon das i und das m und das u schrei den. Auch die Zahlen können sie fast alle schreiben, und beinahe richtig, wenn auch die 8 bei manchen in zwei Zügen durch Untereinandersetzen zweier Heier Nullen entsteht. Rech- nen können sie sogar, und dazu mit „ganz großen" Zahlen. Da sollten sie nicht stolz darauf sein?
Es gibt allerdings auch unter den kleiner Kerlchen manche, denen die ganze Geschichb nicht so recht geheuer ist. Daß sie nun auf einmal der Schule ausgeliefert werden, wo es st streng zugehen soll und wo man nicht immei reden und machen darf, was man will! & Hause sollte man ja auch manches nicht tun was man wollte, aber die gute Tuttel lieget schließlich doch Izu. Ob diese fremden Seit» da in der Schule auch so nachgiebig \^ werden?
Von lieben Eltern und Verwandten und guten Freunden werden die Abcschützen auf ihrem ersten Schulgange begleitet. Stolz sind auch die Begleiter. Was könnte es auch für Eltern Schöneres geben als das glückliche Aufwachsen der eigenen Kinder? Mit herzlichen Wünschen bringen sie die Kleinen zur Schule, und ihre Gedanken suchen die Zukunft zu ergründen. Rosig möchten sie sie sehen und Sonnenschein soll den Kindern beschieden sein. Niemand kann in die Zukunft schauen, aber ihre Gedanken erflehen alles Gute für die Kleinen.
* Ehrentafel-Ausstellung. Im Schaufenster von Albertis Buchhandlung ist die von dem hiesigen Reserve - und Land' wehr-Offizierverein „Rulov" nen den „Heldentod gestorbenen Kameraden gewidmete Gedächtnistafel ausgestellt. Die von unserem heimischen Künstler Hugo Schmid entworfene und von ihm in hoher technischer Vollendung in Kupfer getriebene Ehrentafel ist von hervorragendem künstlerischen Wert. Durch ein wuchtiges Schwert in zwei von Ornament umrahmte Felder geteilt, von zwei Adlern flankiert, zeigt die Tafel im oberen Teil zwe seine, schön komponierte Relrefdarstellungen aus der germanischen Mythologie: Walküren bringen die gefallenen Helden nach Walhall- Die Namen der gefallenen Kameraden lauten: Aus Hanau: K. R. Ahrberger, E. Bartmuh Louis Finke, Rud. Henrich, P. Hoffmann, W Kappeler, Wilh. Kleim, Rich. Osius, Wm> Todt, Wilh. Vick, Kurt Weyher, H. Winkel- stern; aus Fechenheim: Herm. Götz; aus Gelnhausen: Karl Maehler, R. Krügen Velthusen, Karl Berk; aus Marköbel: Herm. Schüler. Die monumentale Gedenktafel für die gefallenen Kameraden findet im Veo einsraum im Bürgerverein ihre Aufstellung-^
Eine im Volk wurzelnde Gefundheilsrege! sie schon sebr alt ist, beruht auf der ®i fabruna, M eine Blutreinignna im ^rülnahr von grösitcin Bone» iür die Gesundheit ist. D!e Verdauungsorgane werd« durch Anwendung einer erprobten Mittels, wie eS seit 50 Jahren bekannten und beliebten Bpotbeie Rich. Brandt'« Schweizervillen sind, zu größerer Tatttl' teil angeregt und dadurch die der Gesundheit
'châdlichen Schlacken der Stoffwechsel«, (verbraucht Säfte usw.) aus Blut, Darin und Gesässen auf O"' genehme natürliche und innchädlichc Weise entferin soraß eine wohltuende Erfrischung des ganzen Korpe» eintritt. Man verlange stets die echten Apotden Rich. Brandt'? Schw-izerpillen, die in allen ApolM' zu Rm. 1.50 erhältlich sind. ,
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