Einzelbild herunterladen
 

2»0.2ah-8°n«.

Hanauer 8 Anzeiger

General-Anzeiger für die Streife Lranan Sladl und Land.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Fernsprech-Anfchluß Nr. 1237 und 1238.

Dezvg.pret»: Für den halben Monat 1 Reichsmark, für den ganzen Monat 2 Reichsmark ohne Trâaerlohn. Einzelnummer 10, Freitag und Samstag 12Reichspfenntg. Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 Reichspfennig, im Reklameteil von 68 mm Breite 25 Reichspfenntg, Offertengebühr: 80 Reichspfennig. Geschäftsstelle: Hammerftratze 9.

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. Bei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. Für Platzvorschrift und Erschetnungstage der Anzeige um* keine Gewähr geleistet.

Nr. 91

Wvnlag den 20. April

1925

Die Programmri

Hannover, 19. April. Heute mittag fand zu khren Hindenburgs eine große Kund­gebung statt, an der außer den vaterlän­dischen Verbänden, Kriegervereinen usw. eine sieltausendköpfige Menschenmenge vor der vtadthalle teilnahm. Nach einer Ansprache des Reichstagsabgeordneten Schmidt formierte sich ein langer Zug, der unter Vorantritt einiger Musikkorps an der Villa Hindenburgs vorbeizog und dem Feldmarschall begeisterte Ovationen darbrachte. Für den Abend hatte der Reichsblock die Vertreter der in- und ausläiüdischen Presse nach der Stadthalle ge­laden. Dem Rufe hatten einige Hundert Pressevertreter Folge geleistet. Um 8.30 betrat der Feldmarschall, begleitet von den Vertretern des Reichsblocks, die Stadthalle. Exz. v. L o e - bell begrüßte im Namen des Reichsblocks den Feldmarschall und die erschienenen Gäste. Redner hob in seiner Ansprache hervor, daß gerade die Kritik, die an der Kandidatur des Feldmarschalls geübt werde, es erwünscht erscheinen lasse, daß die Presse persönlich den Kandidaten des Reichsblocks kennen lerne.

Dann ergriff der Feldmarschall von Hindenburg das Wort. Seine auf­rechte Gestalt überragte die Versammlung und seine kernigen Worte machten den tiefsten Ein­druck. Hindenburg führte aus:

Meine sehr verehrten Herren! Diese Stunde geselligen Beisammenseins hat für das deutsche Volk, für Sie als politische Führer und auch jür mich tiefe Bedeutung. Sie haben sich heute ibend hier versammelt, um mit mir die poli- tüche Lage und die politischen Ziele des Rsichsblocks zu besprechen. Wir wollen uns Kerbel nicht durch die Angriffe unserer Geg- «Mren lassen. Mich ,wieu ^

Muche Angriffe, auch der gehässigsten Art, ganz kalt, denn ich baue- auf das Gerechtig­keitsgefühl meiner Landsleute.

Hier find heute die Vertreter von Par­teien, von politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Verbänden sowie von deutschen md ausländischen Zeitungen versammelt. Die Tatsache, daß sich Parteien und Verbände, die nicht über alle Ziele der täglichen Klein- rrbeit übereinstimmen, zu gemeinsamem Wir­ken zusammengefunden haben und die natür­lichen Gegensätze zum Schweigen brachten, ist mir ein Beweis dafür, daß es in Deutschland wieder vorwärts geht. Deutschland hat in schwerer Stunde bewiesen, was es durch Einigkeit zu erreichen vermag. Mir war das Glück beschieden, mit einem einigen Volk den Feind von unseren Grenzen fernzuhalten. Dieser großen Zeit deutscher Geschichte folgten schwere Jahre. Wir mußten die ganze Last des unglücklichen Kriegsausganges und des unseligen Umsturzes auf uns nehmen. Es ging dabei leider auch viel von dem Einigkeits­willen bei uns verloren. Der schönste Abschluß meines Lebens wäre gewesen, wenn ich noch sehen dürfte, daß wir uns wieder mit der gleichen Einigkeit in .

friedlicher Arbeit am Wiederaufbau zusammenfänden, die uns einst beseelte.

Ich bitte bfe hier so zahlreich erschienenen Vertreter der ausländischen Presse, die Be­deutung des Willens zur Einigkeit, der nichts mit der Parteipolitik zu tun hat, Mdern dem gesunden Nationalgefühl unseres Polkes entspricht, picht gering zu achten. Der Keichsblock hat nun geglaubt, dem Gedanken der überparteilichen Einigung bei der Wahl des deutschen Reichspräsidenten dadurch am besten dienen zu können, daß er mir für den Zweiten Wahlgang die Kandidatur antrug. Ich gdtte zunächst schwere persönliche Bedenken und bedauere nicht, daß darüber auch die ^efsentlichkeit unterrichtet wurde. Der Appell gn mein Pflichtgefühl hat diese Bedenken überwunden. Erleichtert wurde mir diese schwere Entscheidung nicht zuletzt dadurch, daß ver von mir hochgeschätzte Kandidat des ersten Mahlganges, Dr. Jarres, mich auch um dieses Mer bat. Seine lautere Persönlichkeit und ymgebungsvolle Arbeit fanden ebenso wie !mn statsmännisches Programm starken An­hang im deutschen Volk. Nachdem ich einmal me Kandidatur übernahm, ist es mein Wille, mich während des Wahlkampfes an der poli- chchen Arbeit des Reichsblockes in der mir an- erscheinenden Weise zu beteiligen den Fall meiner Wahl meine ganze ^rast sür das Wohl Deutschlands einzusstzcn. .. Ä würde auch als Reichspräsident nur »e Pflicht kennet

öe Kmöenburgs. auf der einmal gegebenen GrundlKge der Ver­fassung und der heutigen Stellung Deutsch­lands in der Welt das Veste für mein Vater­land zu erstreben.

Rücksichten auf irgendwelche Parteien oder ungesetzliche Sonderinte­ressen würde ich dann nicht kennen. Anders darf auch derStaat nicht denken.Seine vornehmste Aufgabe muß immer bleiben, das Wohl derjenigen Volkskreise be­sonders im Auge zu behalten, die am schwer sten unter der Not derZeit leiden. Jeder Arbeit muß ihr gesetzlicher Lohn werden. Wenn alle Sorgen und Lasten gerecht auf alle Schultern verteilt sind, wird sich hieraus ein gegenseitiges Vertrauen auf­bauen. Nur so kann man zum sozialen Frie­den gelangen.

Bei einem Teil unserer politischen Parteien spielt die Auffassung eine verhängnisvolle Rolle, daß nur unbedingte Anhänger des eigenen Parteiprogramms oder mindestens die in den Revolutionsstürmen geschaffenen Koalitionsparteien ein Recht hätten, am Staate mitzuarbeiten. Als ruhiger Beobachter der politischen Entwicklung der letzten Jahre habe ich geglaubt, immer wieder die falsche Auffassung vom Wesen und von der poli­tischen Bedeutung der politischen Parteien im parlamentarisch regierten Staat feststellen zu müssen. Diese führt dazu, das an sich schon zum Zwiespalt neigende Volk noch weiter zu verwirren. Weite Kreise streben aber

nach einem großen gemeinsamen Ziel.

Darum scheint mir der Reichsblock, der diesem Gedapken dienen will, die Forderungen des gewichtig erkannt zu haben.

» enterten Sie also, meine sehr verkehrten Herren, nicht von mir das Programm e i n e s P a r.t e i m a n n e s, der sich mit den politischen Streitfragen auseinandersetzt. Weit wichtiger ist es für das deutsche Volk, wieder die Grundlagen ber w i r t- schaftlichen und politischen Lebensfähigkeit zu schaffen. Ohne Wiederherstellung des deutschen Ansehens m der Welt ist dieses Ziel nicht zu erreichen. Das Ansehen in der Welt wird jedoch nur der er­werben, der sich selbst und sein Volk achter; Vertrauen wird nur der gewinnen, der sich elbst vertraut. Es wird noch langer und chwerer Arbeit bedürfen, ehe unser ganzes Volk wieder zum Bewußtsein der höchsten Werte der Nation erwacht und daß dieses Be­wußtsein sich auch im täglichen, wie im öffent­lichen Leben durchsetzen kann. Das aber er­scheint mir der sicherste Weg, um uns vor so beklagenswerten Erscheinungen zu schützen, wie sie die letzten Monate brachten. Sie waren im hohen Maße geeignet, den Glauben an Deutschlands Ehrlichkeit und Treue zu erschüt­tern. Wir haben heute die Pflicht, unser gesäur­tes öffentliches Leben und unsere praktischen politischen Ziele so einzustellen, daß unser

aufrichtiges Streben nach friedlicher Erneue­rung unseres Vaterlandes

und nach friedlicher Mitarbeit am Fortschritt der Welt sich durchsetzen kann. Heirin liegt eine wichtige Grundlage der deutschen Außen­politik. Nichts kann diesen friedlichen Zielen mehr schaden als das verlogene Oekbrei von einer drohenden militärischen Reak­tion in Deutschland, die sich in meiner Kandidatur angeblich ausprägen soll. Ich glaube gern, daß Herr Marx diesem höchst ver­werflichen demagogischen Treiben seiner An­hänger fernsteht. Ich muß aber mit allem Ernst auf die Gefahr hinweisen, die eine solche verantwortungslose Wahlp ro­st a g a n d a für das ganze deutsche Volk be­deutet. Ich betone hier mit aller Deutlichkeit, daß ich nichts anderes erstrebe, als wie die Gegner meiner Kandidatur für sich allein in Anspruch nehmen, nämlich dem deutschen Volk in voller Souveränität und in voller Freiheit seinen Platz unter den anderen Völ­kern zu sichern. Um dies zu erreichen, muß aber baldigst die schwere Anschuldigung unserer Verantwortung für den Weltkrieg fallen. Das sind die Ge­danken, die mich leiten. Darum werden Sie mir glauben, wenn ich Ihnen versichere, daß all das Geschwätz von verfassungswidrigem Vergehen, das ich beabsichtigen soll, und von sogenannten reaktionären oder sonstigen ge- fahrlichen Bestrebungen unsinnig sind. Ich bin gewohnt, meine Pflich t zu tun. Ich wurde daher, wenn das deutsche Volk mir

das große Vertrauen schenken sollte, mich zu seinem Präsidenten zu wählen, unbeirrt durch Tagesmeinungen und persönliche Angriffe, mit Sachlichkeit dahin zu wirken, daß unserem Vaterland, das wir in seinem Unglück umso mehr lieben müssen, eine glücklichere Zukunft beschieden sein möge. Wird dieses Ziel erreicht, so wäre das der schönste Dank an all die Hel­den, die einst im festen Glauben an Deutsch­lands Größe ihr Leben Hingaben oder ihre Ge­sundheit opferten.

Hindenburg endete mit einem Hoch auf das Deutsche Reich. Seiner Rede folgte tosender Beifall.

Nach Hindenburg ergriff der Vorsitzende der Deutschnationalen Dolkspartei Dr. Winkler, das Wort. Ihm folgte im Namen der Deutschen Volkspartei Staatsminister von Richter. Besondere Beachtung verdient die Rede des Wirtschaftsparteilers B r e w i tz. Er betonte, daß der deutsche Mittelstand in erster Linie von Hindenburg erwartet, daß Treu und Glauben in Deutschland wieder zu Ehren kämen. Der Vertreter der Bayerischen Dolkspartei über­brachte die Grüße Bayerns und das Gelübde der Bayern, Hindenburg zu wählen, von dem die Einigkeit des Reiches abhänge. Dann folgte noch eine Rede des Vertreters dès Landbundes.

Mit Deutschland sieht das gesamte Ausland dem Ausgang der ersten deutschen Präsidenten­wahl am kommenden Sonntag entgegen und mit der gleichen Spannung erwartete man die Programmrede des Kandidaten Hindenburg, die für gestern abend angekündigt war. Hinden­burg hat nun gesprochen, und zwar so über­zeugend, daß man selbst von links keine gro­ßen Einwendungen machen dürfte. Kein großer Wartschwall, aber kernige, klar durchdachte Ausführungen sind es, die heute in allen Zei­tungen des In- und Auslandes zu finden sein werden. Das Wichtigste ist, Hindenburg hat der verleumderischen Agitation, als wolle er die Republik in eine Monarchie verwandeln, ent­zogen, ebenso hat er sich klipp und klar über die Außenpolitik ausgesprochen. Man kann in Deutschland wie auch tm Ausland ganz be­ruhigt sein. Durch die Reichspräsidentenwahl wird die Grundlage unserer heutigen Ver­fassung nicht berührt, ebensowenig wie unsere außenpolitische Entwicklung von dieser Wahl betroffen wird. Eine andere als die bisherige außenpolitische Linie ist zur Zeit garnicht mög­lich. Und jeder, der den Eindruck der Persön­lichkeit Hindenburgs oder den seiner gestrigen Worte auf sich wirken läßt, wird nicht im ge­ringsten daran zweifeln, daß die Parole Hin­denburg unsere Außenpolitik nicht mehr be­lastet als die Parole Marx. Hindenburgs Aus­führungen tragen aber in ideeller Hinsicht eine besondere Note. Er hat auch nicht einen ein­zigen Angriff auf seine Gegner unternommen, sondern durch seine ganze Rede geht ein ver­söhnender Zug. Er hat sich durch die Begeife­rung und Verleumdung seiner Person und davon ist bisher in der Linkspresse in ausgie­bigstem Maße Gebrauch gemacht worden nicht stören lassen und hat es vermieden in der gleichen gehässigen Art zu antworten. Dies ist ihm hoch anzurechnen.

Der Kafchemmsnlon desVorwärts."

Der Pr-ffckef bet R' cksblock», Dr. Otto Krieg?, bat an ben SriVr des PropaaandabüroS bei Dolks- blockr folgenden »ffenen Br I gerichtet:

Herrn

Mimster-ald'r-ktor z. D. Spieker

R ichrtag, Sure de» Volk»blocks.

Sehr geehrter Herr Ministerialdirektor!

Tas Mücken un» beiden so »ft besprochene Interesse an einer Säuberung de» politi'cken Leben» Deutsch­lands von Elementen, die zu sachlich -r Einstellung nickt fähig sino, veranlassen mich zu diesem offenen Briefe:

In der MoraenauDabe beiVorwärts" vom SamStag den 18. Ap tl, finde ich in der Beilage Unterhaltung und W-ssen" eine Karnkatur mit dem titelArmer Jarres" und mit der Unterfd)rittNun 'aft du auch erfahren, war deutsche Treue ist". In Feiern Bilde sitzt Dr. Jarre» al« Bettler an einem Latcrncnpiahl.EinZng offen11 ar reÄt»stchender Politiker, darunter der ehemalige Sronprinj und der Sroß« admiral v Tirpitz gebt an ihm vorbei. Sin in Zivil iuze-chneter Herr und der in Umfarm gezeichnete Großadmiral v. Tirpitz schleppen den Senebalfeie- marschall, der offenbar in betrunkenem Zustande dar- gestellt fern soll. Der Großadmiral v. Tirp.tz speit n einen Hut, den Dr. Jarre» dinhält.

. Sie wissen auS Ihrer langjährigen Erfah-ung. das- j der WaHampf, mag er auch noch so scharf sein müssen, an »er Grenze halt machen muß, wo der Kasch mmenton beginnt Ich glaube, daß Her. A i 3 anz er Marx «nd die Hciren, die an führender

t Ue bi3 Volkskunde« ai be ten, große» Interesse daran haben müßten, ft»' von mb Vorwort frei in­

halten, daß sie den in bei Karikatur de»Vorwârtâ" gegebenen Kaschemmenton billigen. .

In diesem Sinne erwarte ich von Ihnen in einem offenen Brief'.die Bestätigung, daß der Volksblock in einer öffentlichen Erklärung von bietet Karikatur des Vorwärts" und damit von der Methode; mit der die Sozialdemokratische Partei den Wadikampf gegen die Person des Herr?r Generalfeldmarschalls v. Hinden­burg und des Herrn Dr. Jarres abgerückt ist.

Jeder, der in'diesem Wahlkamps nutarbeitet, hat wohl nach unserer beiderseitigen Ansicht die Pflicht, die Person der beiden allein in Betracht kommenden Kan­didaten von Verunglimpfungen fernzuhalten, die die Person deS kommenden Reichspräsidenten in die Goffe hcrahziehen.

Mit vorzüglicher Hochachtung ~ Dr. Otto Krieg!.

Auch Stresemann dementiert den Kreditfchwindel.

Berlin, 19. April. Die Linksparteien habe« an der deMichen Zurückweisung, die der Reichswirtschaftsminister Dr. Neuhaus am Freitag den Kreditschwindelnachrichten demo­kratischer Blätter aus Nemyork entgegensetzte, noch nicht genug gehabt, sondern glaubten gestern auch noch den Reichsaußenminister Dr. Stresemann in der gleichen Angelegenheit be­mühen zu müssen. Dr. Stresemann gab ihnen die Bescheinigung, daß nach den ihm vorliegen­den amerikanischen Mitteilungen von Kündi­gungen von Auslandskrediten nicht berichtet worden ist. Stresemann führte folgendes aus: Ich habe am gestrigen Nachmittage von einem Mitgliede des Ausschusses Mitteilungen über die hier gefügten Verhandlungen erhalten und habe daraufhin Veranlassung genommen, gestern an den Botschafter in Washington zu kabeln und ihn zu bitten, daß er sich über diese Frage äußere. Es bestand durchaus die Mög­lichkeit, daß die Antwort bis heute Vorgelegen hätte. Unter den heute hier eingegangenen Telegrammen aus Washington befand sich über eine Antwort des Botschafters nicht. & - habe aus den letzten Nachrichten ersehen, daß her Botschafter unter Umständen sich nicht in Washington, sondern in Newyork befindet. Ich kann deshalb seine Antwort nicht vorlegen. Nach den sonst vorliegenden amtlichen Mittei­lungen ist über Kündigungen von Auslands« krediten nichts berichtet worden. Unter den Be­richten unserer Missidnschefs, die sich mit der Präsidentenwahl beschäftigen, die, wie ich bemerken möchte, nicht auf Grund einer-drin­genden Aufforderung des Auswärtigen Amtes erfolgt find, aber es ist ja selbstverständlich die Pflicht der Mission, sich zu der Präsidentenwahl von selbst zu äußern ist nur eine einzige Antwort, die sich auf wirtschaftliche Dinge be­zieht, die aus Washington kommt, und in der sich der Satz befindet, daß infolge der Präsi­dentenwahl voraussichtlich damit zu rechnen sei, daß über die Verhandlungen der Wirtschafts­kredite einige Zeit verfließe, weil man den Ausfall der Präsidentenwahl abwarten will. Das ist jedoch nach meiner Kenntnis auch bei der amerikanischen Präsidentenwahl der Fall gewesen, daß vor der Entscheidung eine gewisse Zeit der Spannung eintrat, in der man ab­wartete, wie die Dinge sich gestalten werden?

Die bulgarischen Wirren.

Bclftrav, 18. April. Die Agentur Avala ntelbei ans Sofia: Die EinsahrtSstraßen nnd sonstigen Aus- gâng' der ?tabt werden durch die Truppen der Miliz bewacht. Streifen halten alle Vorübergehenden ar unb verlange Nachweis-. Der Verkehr barf nm zwischen fünf Uhr früh und acht Uhr abend» statt­finden. Die Amtscebäude und die Wohnungen bei Minister werden durch Polizei bewacht. Die in bei Provmz stehenden Truppenteile werden nach bei Hauptstadt znlammengezoz-n, und die Sofioter Gar­nison geht an die Westgrenze, angeblich um ba? liebt Breiten der Grenze durch die in Jugoflamer befindenden Emigranten zu nerbiubem. Der Glöckner oer Kathedrale ist unter dem Verdacht der Mittäter, schast verhaftet wo--d-.

£o#.i, 18. April (Bulgarilche Telegraphen- aaentur.) D-. Start steht steht noch immer unter de» schmerzbè L-ndrnck de» mrchtbarcn AttMatr; f. doch m i ea» öffentliche Sehen wieder normal. Die Seidig der Opfer erfolgt auf Staatskosten. Sie meisten werden in einem Maffenarab be- erbiaf Im ganzen Lande arbeiten Telegraph nd »iienvab« wie ocwShnlich. Nene Berha'tungen -ui» Hau» Übungen führten zu sichtigen Entdeekungen, die int Örtcreffe der Untersuchung geheimgehalte» werden. Pn den Vierteln, wo gestern wegen »er pol jetliehen Untersuchungen »er Verkehr eintet 3eit unterbrochen war, sind hebauerlich, ßwi chen'älle zu verzeichnen. In einer Unterredung mit Vertretern vcriwiedener Politischer Parteier befprad Kr-eadmunster Wulkoff die Lage und hat um eie Unter stütz ng aller, war bereitwillig öer proben wurde. Du sozmitcmokratische Partei richtete einen ÜlufrM an da» Volk, in dem -A beißt, daß, fe schwc