200. Jahrgang.
General-Anzeiger für die Kreise Kana« Stadl und Land
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Ar. 90
Samsrag den 18. April
1925
Das Neueste.
— Hindenburg hat gestern eine kurze An- toradje an das deutsche Handwerk gehalten.
_ Die deutsch-französischen Wirtschaftsoerhandlungen sind gestern wieder ausgenommen worden.
— „Daily Expreß" meldet aus Paris, daß tzer Bericht Fochs, soweit bekannt sei, keinerlei ensationelle Beschuldigungen gegen Deutsch- and enthalte.
— Bei dem Bombenattentat in Sofia wurden 100 Personen getötet und 200 Per- sonen verwundet.
— Das durch den Sturm losgerissene eng- lische Luftschiff R 33 ist glatt im Heimathafen gelandet.
— Wie aus Peking gemeldet wird, ist der lebende Buddah mit feiner Umgebung an Hocken erkrankt.
Witten im Wahlkampf.
Nur noch eine Woche trennt uns von dem Weiten Gang zur Kürung des deutschen Reichspräsidenten. Wie wird dieser Gang ausfallen? Kein Mensch kann dies voraussagen — der Pressekampf tobt hin und her und niemand kann auch nur schätzungsweise sagen, .welcher von den beiden in Frage kommenden Kandidaten: Hindenburg — Marx die meisten Stimmen auf sich vereinigen wird. An sich sind die Stärkeverhaltnisse der hinter den beiden Kandidaten stehenden Parteien und Gruppen nicht unbekannt. Von den 26 856 000 Stimmen des ersten Wahlganges vereinigten Deutschnationale, Volkspartei, Wirtschaftspartei, Deutsch- völkische und Bayerische Dolkspartei, die sich beim zweiten Wahlgang auf Hindenburg ge- ÄniSt haben rund Ä, WM^M.
Demokraten und Zentrum, die diesmal die gemeinsame Parole Marx ausgegeben haben, rund 13 258 000 Stimmen auf ihren Listen. Doch diese Zahlen stehen lediglich auf dem Papier und lassen keine zuverlässigen Schlüsse zu. Einmal weiß man nicht, ob diesmal wieder rund 12 Millionen Deutschen so pflichtvergessen sind und der Wahlurne fernbleiben, und wohin diese Nichtwähler, die hauptsächlich auf bürgerlicher Seite zu finden sein dürften, sich am kommenden Wahltag schlagen werden. Weiter ist es durchaus nicht ausgeschlossen, daß auf Seiten der antichristlichen Partei, d. h. der Sozialdemokraten, die einem christlichen Kandidaten ihre Stimme geben sollen, mancher der Wahlurne fernbleiben wird. Schließlich genießt der Gegenkandidat Hindenburg in allen Kreisen des deutschen Volkes eine so große Verehrung, daß es nicht unwahrscheinlich ist, daß dieser oder jener, der der Parteien müde ist, dem deutschen Heros Hindenburg seine Stimme geben wird. Doch wie gesagt, kein Wahlorakel vermag zu sagen, wie die Wahlschlacht ausgehen wird. Nur das eine steht fest: Diesmal handelt es sich tatsächlich um das Schicksal des deutschen Reiches, denn der bestimmende, in den schwierigsten Fragen als letzte Instanz entscheidende Mann wird diesmal endgültig auf sieben Jahre gewählt. Derjenige, der die meisten Stimmen auf sich vereinigt, ist dieser Mann.
■ Wir stehen mitten im Wohlkampf. Es ist par kein Kampf ausgetragen in Wahlvev- pmmlungen, wie wir es bei Parlamentswah- en der letzten Jahre gewohnt waren, sondern im Kamps, der hauptsächlich in der Presse geführt wird. Und da leistet sich die Linkspresse eine Agitation, die über alles Maß verwerflich M Das Gemeinste ist, daß man in verleumderischer Weise nicht davor zurückscheut, die Persönlichkeit Hindenburgs herabzuwürdigen, und dies in einer Weise, daß man sich an den Kopf fassen und fragen muß: Sind wir schon soweit gesunken, daß wir unsere Vergangenheit ganz vergessen, unseren Stolz auf jene Zeit verloren haben, als der Name Hmoenburg als Retter des Volkes in aller Munde war —auch in dem ^r sozialistisch denkenden? Wahrhaftig, es gibt Preise, die diesen Stolz verloren haben. Wir haben gestern bereits die „Berl. Morgenpost" erwähnt, die es fertig gebracht hat, unsere To- ten des Weltkrieges in schamloser Weise zu verhöhnen, indem sie Hindenburg, den von allen deutschen Soldaten verehrten und gelieb»
Führer einen Mörder nennt. Sieht so un= f^re Heldenehrung aus? Nein, das ist alles an» pere, das ist perfide Verleumdung und die- N'gen, die sich dazu hergeben, greifen an die Wurzeln jedes völkischen Edel- und Gemein- sinns, schaffen eine Kluft unter Len Deutschen,
Atmosphäre, die sich nicht mehr beseitigen -2t. Jedenfalls wird die Linkspresse mit eitler
derartigen persönlichen Besudelung Hindenburgs keine Geschäfte machen, im Gegenteil anständigen Leuten werden die Augen aufgehen: Unseren Hindenburg lassen mir nicht in den Kot ziehen.
Ebenso gemein sind die Schwindelnachrichten der Linkspresse von der Beeinträchtigung des amerikanischen Anleihemarktes durch die Kandidatur Hindenburgs. Es handelt sich hierbei um nichts anderes als puren Schwindel, vor dem man nicht zurückscheut, um parteipolitsche Geschäfte zu machen. Der NVerl. Lokalanz." bringt gestern abend eine Nachricht eines Berliner Bankiers, aus der hervorgeht, daß derartige Behauptungen völlig erlogen sind. In der erwähnten Meldung heißt es:
7?a® Bankhaus verhandelt mit amerikanischen Kreditgebern über eine Anleihe für eine rheinische otabt. Das amer kanische Angebot lautete Ursprung- lich auf einen Zinsfuß von 7% Prozent und ist
aU Prozent ermäßigt worden. Das Bankhaus pflegt weiter mit einer anderen ameri- konischen Bankgruppe Kreditverhandlungen für £tefLn “K^ Sie sind gestern mit dem mengen Vertreter jener amerikanischen Gruppe weitergefuhrt worden, und der Amerikaner hat nicht nur keinerlei Aenderungen seiner Vorschläge gemacht, sondern darüber hinaus ausdrücklich ver- h^riL."0^ seinen Nachrichten aus Amerika herrschte in dortigen Banlkreijen nicht die Sour
Beunruhigung über die Möglichkeit e'mer Wahl Hindenburgs zum. Präsidenten?
Aber auch von Newyork werden die Behauptungen zurückgewiesen. Dem genannten Blatte wird aus Newyork gefabelt:
6em ^"^chmindel, daß durch eine Wahl Hindenburgs ausländische..Anleihen gefährdet wer- ^ss.l°nnten, kann ich auf Grund eingehendster Er- g^ürAhm ""r bestätigens daß diese angeblichen ?Ä^ungen der Linken,, mit denen die Wähler
in keiner Weife Kandidatur b e-
das M1f w°r aber bereits ein» ^ bas ist bekannt — als noch niemand an eine Nomi- nterung Hindenburgs dachte, und ist, wie mir aus ÄÄ^
von Hindenburgs rüh r t würde. Wohl aber ist zu sagen," daß der- I0h Siiarmmelbungen nicht dazu angetan sind, 5" 5?"^ h,er in Amerika zu dienen, was die Verbreiter solcher Meldungen, wenn sie müs en ^'^ Urtet 5(05 finb' ^ '° auch selbst sagen
° Nichts als einen Kinderschreck bedeuten weiter die Meldungen der Linkspresse, nach
die Kandidatur Hindenburgs einen schlechten Eindruck im Ausland gemacht haben soll. Wir lassen nachstehend einige Aeußerungen der ausländischen Presse folgen von denen man bisher in der Linkspresse nichts SV$^ "E- ®**!1 ÄÄ MMS Zs burgs zum Reichspräsidenten die Wiederkehr der ^?uarch,e und der Hohenzollern bedeuten soll. Die deutschen Wähler sehen in Hindenburg nichts als ein Sympol der Ordnung und Disziplin 'und der Ablehnung politischer Experimente. Sowohl noch den Revolutionen in England als auch in Frankreich hat spater stets das Konservative Empfinden des Bolkes gesiegt; es ist nun erklärlich, weshalb man Deutschland dasselbe verwehren will. Man kann nicht ewig ein Volk wie das deusche als ein besiegtes Volk behandeln.
., Stockholmer Blatt „Soenska Dagbladet" schreibt u. a.:
In Eeneralfeldmarschall von Hindenburg haben die -Parteien der deutschen Rechten ein Symbol für Das alte Deutsche Reich gesunden. Was auch immer feine Sünden und sein schließlicher Zusammenbruch gewesen sein mögen, so hat ihm das deutsche Volk doch die Tage seines Ruhmes und seines Wohl- Mndes zu verdanken. Herr Marx repräsentiert oie Parteien der Linken, die unter dem alten Regime ohne Bedeutung untren. Er vertritt die bemof’-a» tischen Ideale der Weimarer Verfassung, die Deuffch- land in der Stunde der Niederlage angenommen hat und die in den Jahren nach bem Krieg« durchaus nicht erfolgreich gearbeitet haben.
Das liberale spanische Blatt „Imperial" schreibt:
Das Mißtrauen des Auslandes übersieht das Famum der Machtbeschränkung des Rei^spräsiden- ten und die bisherige Echahming, daß eine deutsche Recktsregierung für die Durchführung einer Der- ständiMnaspolitik besser geeignet ist, als wenn eine starke Rechte in Opposition steht. — Das Blatt be- dauert weiter, daß «e Kritik des Ausländer ..... einem großen Teil Deutscher als Waffe im Wahl, kampf willkommen geheißen werde und bewi/mct diesen Zustand als betrübend für jeden Menschen mit elementarem nationalen Anstand-
Gefahr, denn die Politik dringt heute in jedes einzelne Haus und in das Schicksal jedes einzelnen Menschen ein. Deshalb gestaltet man letzten Endes auch fein eigenes Geschick, wenn man zur Wahlurne schreitet und die Politik des Landes beeinflussen hilft. Möchte jeder Deutsche am nächsten Sonntag daran denken, und seine Stimme zum Besten des deutschen Vaterlandes nach Ehr und Gewissen abgeben. Dann wird auch alle agitatorische Lüge, alle gemeine Verleumdung über und gegen den deutschen Mann Hindenburg nichts nützen, dann wird Hindenburg trotz des gemeinen Pressekampfes von Links, den Profit aus klein menschlicher Herabsetzung des anderen zu schlagen sucht, als Sieger aus diesem Wahlkampf hervorgehen. Hindenburg ruft in seiner Osterbotschaft jeden Deutschen âuf, mitzuhelfen zur Auferstehung unseres Vaterlandes — hoffen wir, daß er Führer für die Erfüllung dieser Aufgabe wird. R. H.
Wie ein aller SvlSak über die Wahl de«M.
Ein durch Kriegsbeschädigung gelähmter alter Soldat hat die „Köln. Ztg." gebeten, seine Ansicht über die Wahl zu veröffentlichen:
Ich war Wähler des demokratischen Kandidaten im ersten Wahlgang. Nachdem nun für den zweiten Wahlgang unser wohl von uns allen alten Soldaten hochgeehrter Generalfeld- marschall o. Hindenburg als Kandidat aufgestellt ist, besteht für mich gar kein Zweifel, wem ich meine Stimme zu geben habe, obwohl die demokratische Parteileitung sich für Marx entschieden hat. Für uns alte Soldaten kann nur Hindenburg in Frage kommen, 1. weil er über den Parteien steht, 2. um ihm unsere Verehrung als alte Soldaten zu zeigen, und 3. und das muß für uns alte Soldaten den Ausschlag geben, weil ein angeblicher Marineoffizier es wagt, unsern Hindenburg mit Gemeinheiten zu beschmutzen. Drum, alte Soldaten, für uns ist der Name Hindenburg heilig. Tue jeder von Euch seine Pflicht und wähle Hindenburg!
Aittdenburg an das deutsche Kandrserk
Hannover, 17. April. Anläßlich des 2Sjähr. Bestehens der Handwerkskammer Hannover fand heute vormittag eine Festsitzung im Ständehaus in Hannover statt, zu der neben anderen zahlreichen Ehrengästen auch der Gene- ralfeldmarschall v. Hindenburg, der bekanntlich hier vor sieben Jahren den Ehrenmeisterbrief des gesamten deutschen Handwerks überreicht erhalten hatte, erschien. Der Feldmar- schall, der in Zivil erschien, war bei seinem intreifen Gegenstand stürmischer Ovationen. Nach dm begrüßenden Worten durch den
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Noch viele derartiger Auslands-Presse- stimmen könnten angeführt werden, die zeigen, daß das Ausland — abgesehen von Frankreich, das natürlich feine Gründe hat — der Kandidatur Hindenburgs absolut nicht so abhold gegenübersteht, wie die Linkspresse vorzutäuschen sucht. Es geht daraus deutlich hervor, daß es sich auch bei dieser Taktik der Linkspresse nur um ein Wahlmanöver handelt, mit dem man deutschen Wählern Angst einflößen will. Doch auch damit wird man keinen Erfolg haben. Wenn man besonders auf die Mißbilligung Frankreichs hinweist, so sollte man doch längst begriffen haben, daß Frankreich in den letzten Jahren auch auf vollkommen links eingestellte Kabinette keine Rücksicht genommen — im Gegenteil Diktat auf Diktat er- laffen hat.
Wir stehen mitten im Wahlkampf, der zum Teil mit recht schmutzigen Mitteln geführt wird, und der, das ist nach dem vorangegangenen wohl anzunehmen, in der kommenden letzten Woche noch heftiger werden dürfte. Doch wir setzen das Vertrauen in die einsichtigen Leute, daß sie sich von diesen persönlichen Herabwürdigungen des Kandidaten Hindenburg und.den sonstigen Schwindelnachrichten nicht nachteilig beeinflussen lassen werden. Schon heute richten wir den Appell an die e Millionen Deutsche, die sich im ersten
, gang, sei es gus Indolenz oder auch aus Unzufriedenheit mit den gegenwärtigen politischen Verhältnissen beim ersten Wahlgang der Abstimmung enthalten haben, sich diesmal der großen Bedeutung der Wahl, durch die dem Deutschen Reiche auf sieben Jahre ein einheitlich und kraftvoll nach außen und innen auftretendes und leitendes Oberhaupt gegeben werden soll, bewußt zu werden und
Präsidenten der Handwerkskammer, Plate, erwiderte der Generalseldmarschall mit den Worten herzlichen Dankes. Als Ehrenmeister des deutschen Handwerks, auf welchen Titel er stolz fei, fei er gekommen, um der Hand« werkskammer Hannover zu ihrem Ehrentag« seine herzlichsten Glückwünsche auszusprechen. Was die Kammer geleistet habe, wisse jeder der Anwesenden besser als er. Sein Wunsch fei, daß ihr Wirken auch in Zukunft ein segensreiches bleiben möge, damit das ehrbare deutsche Handwerk seinen Platz im Volksleben ehrenvoll ausfüÜL.
Deutschen Verfolgungen in Ost- Oberschlesien.
Nach einer Meldung der „Voss. Itg." au» Breslau ist, wie erst jetzt bekannt wird, am Karfreitag der Deutsche Schwenker in Piel- schowih in Ost.Obcrschlesien von ehemaligen polnischen Insurgenten erschossen worden, weil er seine Kinder die deutsche Schule In Hindenburg besuchen ließ. Am gleichen Tage wurde ein Rangieret aus Hindenburg in der Nähe von Pielschowitz von Bewaffneten übersatten und aufs schwerste mißhandelt. Es wird angenommen, daß es sich in beiden Fällen um dieselben Täter handelt. Am Ostersamstag zogen mit Knüppeln ausgerüstete ehemalige polnische Insurgenten durch pielschowih und schlugen an 20 Häusern, in denen deutsche Familien wohnen, die Fenster ein. Lin polnischer Hausbesitzer, der irrtümlich für einen Deutschen gehalten wurde, wurde von einem Mitglied des polnischen Ostmarkenvereins erschossen.
Die deutfch-französtfchen Wirifchafis- vsrhandlungen.
Paris, 17. April. Heute abend haben die von der deutschen und französischen Wirtschaftsdelegation eingesetzten llnterkommissio- nen nach der durch die Osterfeiertage hervor» ger.ufenen Unterbrechung die Verhandlungen wieder ausgenommen. Am Vormittag fand eine Sitznug der Unterkommission über die Niederlassungsfrage statt und am Nachmittac verhandelte die Unterkommission über biè Transport- und Transitfrage.
Zur französischen Kabinettsbil-nng.
Paris, 17. April. Ministerpräsident Paiw levè hat heute vormittag dem Präsidenten der Republik die Mitglieder seines Kabinetts vorgesteM. Es wurde beschlossen, morgen vormittag im Gebäude des Kammerpräsidiums einen Ministerrat abzuhalten, um sich über die Regierungserklärung auszusprechen, deren Text am Montag in einem Ministerrat fest» gelegt werden wird. Das Kabinett wird sich -lm Dienstag dem Parlament vorstellen. Wie es bereits von der vorausgegangenen Regierung beschlossen worden war, wird kein Mitglied der Regierung an einer politischen Kundgebung innerhalb der nächsten drei Wochen also bis zu den Munizipalwahlen teilnehmen.
Paris, 17. April. Ueber den Eindruck, den das Kabinett Painlevè in den Wandelgängen der Kammer hervorgerufen hat, berichtet Havas wie folgt: Der Eiiwruck, den man aus den Unterhaltungen gewinnt, ist, daß die Zusammensetzung der Regierung Painlevè von der Linken gut ausgenommen wird. Nur die Sozialisten scheinen, bis sie das Programm der Regierung kennengelernt haben, einige Reserve vorzubringen, während die Opposition von rechts gegenüber der neuen Regierung dieselbe Stellung beizubehatten scheint, die sie gegenüber dem Ministerium Herriot eingenommen hat, — Der „Temps schreibt: Die Slnwesenheit Caillaux in dem neuen Ministerium erscheine seinen Gegnern als eine Herausforderung, feinen Anhängern als eine Revanche. Werde er Klugheit genug besitzen, die Herausforderung zu beseitigen imb auch keinerlei Revanche zu üben? Angesichts eine» Ministeriums, das in vollkommenerer Weise ein Ministerium der Verständigung hätte fern müssen, das immerhin ein Ministerium der v ,if> spannung sein kann, habe die öffentliche Meinung die Pflicht, ohne schädlichen Tadel und ohne übereilte Begeisterung eine abwartende Haltung einzunehmen. — Das „Journal des Debats" schreibt: Man hat die Gewohnheit, zu sagen, daß man ein Ministerium nach feinen Handlungen beurteile. Für das neue Kabinett wird es nicht genügen, die Beweise seines guten Willens abzuwarten. Die Aufnahme, die ihm bereitet wird, und die man nur natürlich finden kann, erfordert, daß es sich unverzüglich ausspreche, um der Beunruhigung der öffentlichen Meinung ein Ende zu bereiten. Zwei große Probleme beherrfclleu