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200. Jahrgang«

SanauerS Anzeiger

General-Anzeiger für die Kreise Kanan Sladl und Land.

Erscheint täglick mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Fernfprech-Anfchluß Nr. 1237 und 1238,

Ber»g»prkts: Für den halben Monat 1 Reichsmark, für den ganzen Monat 2 Reichsmark ohne Trägerlohn. Einzelnummer 10, Freitag und Samstag 12 Reichspfennig. Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 Reichspfennig, im Reklameteil von 68 mm Breite L5 Reichrpfennig. Offertengebühr: 30 Reichspfennig. Geschäftsstelle: Hammerstraßes.

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Nr. 88

Donnerslag den 16. April

1921

Das Neueste.

3m Haushaltungsausschuß des Neichs- bgs hisst gestern bei der Beratung des Haus­jalls des Reichswirtschaftsministcriums Dr. steuhaus eine programmatische Rede.

' Nach den neuesten Meldungen wird kaillaux als künftiger Finanzminister und Priand als Außenminister im Kabinett Pain- kvé genannt.

Die französische Kammer nahm gestern kn Gesetzentwurf über die Notenvermeh- fung an.

Wegen der Teilnahme am kurdischen Dufstand sind bisher in Diarbekir 20 Personen Sängt worden. In Bitlis wurden gestern weitere vier Personen hingerichtet, darunter litt früherer Abgeordneter und ein mohamme- ianischer Priester. Aus Konstantinopel wird strichlet, daß der Kurdenführer Scheich Said jefangen genommen wurde.

Ein französisches Ministerium Painlevv Caillaux?

Wie bei der verwickelten Lage .der Dinge

n Paris zu erwarten war, ist die Lösung der mnzösischen Krisis nicht auf den ersten Schlag «glückt. So einfach die Mehrheitsverhältnisse -uch in der Kammer liegen mögen, so schwierig st es doch, die Differenzen zwischen Regierung inb Senat zu beseitigen, die ja den eigentlichen Ilnstoß zu dem Sturz von Herriot gegeben saben. Briand wäre vom Standpunkte der

matsmehrheit aus annehmbar gewesen, aber ! sozialistische Kammerfraktion hat sich ihn «sagt, was bei den tiefgehenden Differenzen wischen ihr und Briand nicht verwunderlich ist Nach dem Scheitern von Briand ist Pam­pas in den Vordergrund getreten. 2m Mgea». itz zu Briand wäre er der Mann der französi- hen Kammermchrheit, da er politisch genau ieselbe Auffassung vertritt wie Herriot. Als lußemninister in dem Kabinett Painlevè mchte Briand auf, der dem Kabinett Painlevè

lie

zweifellos eine recht wertvolle Stütze sein iönnte. Painlevè ist der gegebene Mann, um ?en Linksblock in Der Kammer zusammenzu- salten. Die Einigkeit und Geschlossenheit ist per nicht mehr über allen Zweifel erhaben. Die Liebe der Radikalen zu den Sozialisten ist sicht mehr allzu groß. Und wenn es gelänge, >en linken Flügel des bloc national für eine Konzentration der Mitte zu gewinnen, so wäre »ne Mehrheitsumbildung in der Kammer nicht janz unmöglich. Aber vorläufig denkt wohl «iem-anb im Ernste daran, in der Kammer mit finer andern Mehrheit zu regieren als mit dem Kartell der Linken. Will die neue Regierung Iker dann mit dem Senat auskommen, so 'raucht sie nach dieser Seite einen Verbind-ungs- nann, ein Posten, der bei Briand sehr gut auf- fchoben wäre. Da Painlevè parlamentarisch Zweifellos mehr Geschicklichkeit besitzt als Her- >iot, so könnte er das Wagnis einer Regierung M Hilfe der Linksblockes wohl unternehmen, Venn Briand eine gewisse Garantie nach der ^ue des Senats hin bietet. Ganz ohne sach­liche Konzessionen wird es aber wohl nicht ab- gehen. Als dritter im Bunde erscheint jetzt uuuaug, der als Finanzminister auserkoren scheint.

, Ueber die Fortschritte der Kabinettsbildung stsgen heute vormittag folgende Meldungen vor: . #^'5, 15. April. Herr Painlevè ist um ' nachmittags von seiner Unterredung mit Präsidenten der Republik zurückgekehrt, die kurz nach 3 Uhr begonnen hatte. Auf feiten ^chEsblocks hatte man gehofft, daß Pain- bei dieser Unterredung mit dem Präsiden- en der Republik bereits eine fertige Minister- " le werde vorlegen können. Aber diese Hoff- Mdhat sich nicht erfüllt. Herr Painlevè war , in der Lage, dem Präsidenten mitzu- Ä daß er den Auftrag zur Kabi. Steins m/r^HS endgültig anna h m. «im Verlassen des Elysès erklärte Pain- Lm den Journalisten, daß er in den Nach- eUltagsstunden mit Selves, de Monzie,Milliers- M'^irmc; OfitriAs

L^r?15' Auriol, Viollette und Herriot ver- gandelt werde. Caillaux wird erst um 10 Uhr in Paris erwartet. Es erhält sich das min^ ba& Painlevè Caillaux das Finanz- '"Msiterium angeboten habe.

15. April. Caillaux ist um 8.45 Uhr Gebäude des Kammerpräsidiums ange- sofort vom Kammerpräsidenten 10 empfangen worden. Er hat erst um &ö Gebäude wieder verlassen. Er er« utiUrk rM^cn' er werde nochmals eine llz° "edung mit Painlevè haben. Nach 10 r / abends begab sich Kammerpräsident Pain-

Das MSWM des WWWWMWerr

Der Haushaltausschuß des Reichstags trat gestern nachmittag zusammen, um den Haus­halt des Reichswirtschaftsministeriums zu be­raten. Vor Eintritt in die Diskussion ergriff der Reichswirtschaftsminister Dr. Neuhaus das Wort zu programmatischen Ausführungen. Es feien in der Hauptsache zwei Gruppen von Schwierigkeiten, die dem Fort­kommen unserer Wirtschaft entgegenständen:

1, die mannigfachen Folgeerscheinungen des Krieges und der Nachkriegsblockade;

2. die außen- und innenwirtschaftlich schwer auf uns lastende Kapitalnot.

Der Umfang der außenwirtschaftlichen Ab­schnürung werde deutlich, wenn wir Ein- und Ausfuhrzahlen des abgelaufenen Wirtschafts­jahres in Dorkriegswerten mit den Außenhan­delszahlen des Jahres 1913 vergleichen. Dar­nach fei unser Außenhan de l um die Hälfte zurückgegangen.

Der Reichswirtschaftsminister zeigte die ein­zelnen Stadien der Nachkriegsblockade auf: die Wirkungen des Versailler Vertrags» den durch die einseitige Meistbegünstigung geschlossenen Ring von Handelsverträgen um und gegen Deutschland, sodann die Selbstblockade der In­flationszeit. Er wies auf die Maßnahmen des Auslandes gegen das deutsche Valutadumping hin. Auch bei uns beständen aus dieser Zeit der inneren und äußeren Nachkriegsblockade noch eine Reihe von Aus- und Einfuhrverboten. Die Regierung fei sich darüber klar, daß diese Reste sobald wie möglich beseitigt werden müß­ten. In erster Linie sei es notwendig gewor­den, die geänderten Konkurrenzverhältnisse auf dem Wettmarkt und die Kvnkurrenzmöalichkei- ten der inneren Wirtschaft für den Weltmarkt neu zu erkunden,

Der überragende industrielle Aufschwung der Vereinigten Staaten habe die Produktions- Struktur der Welt gewandelt. Diese Auswir­kung der Marktverschiebungen werde durch die .....ge Umkehrung der Weltschul­denverhältnisse verstärkt. Die ver­

v

lorenen Absatzverhältnisse könnten aber in erster Linie nicht mehr durch billige Konsum­waren, sondern nur mit höchsten Qualitäts­waren, insbesondere gegenüber amerikanischer Konkurrenz, wieder aufgebaut werden. Für unsere Handelspolitik ergebe sich daraus, daß der Zeitpunkt für Dauermaßnahmen noch nicht gekommen sei. Unser neuer Zolltarif müsse daher vorerst eine elastische Anpassung an die jeweils erreich­ten Umschichtungsverhältnisse ermöglichen.

Als zweite Folgerung ergebe sich aus der neuen Welthandelsposition der Zwang zur gemeinsamen Intensivierung des europäischen Marktes. Der Minister machte hierauf einige vertrauliche Mitteilungen über den gegenwärtigen Stand der Handels­vertragsverhandlungen. Im Anschluß an die Handelsvertragsverhandlungen ging der Mi­nister auf die Pariser Sachleistungsverhand­lungen ein, die unter dem Vorsitz des Stock­holmer Bankiers Wallenberg bis Anfang März stattgefunden hätten. Zurzeit lägen deren Ergebnisse dem Transferkomitee und der Re­parationskommission vor. Der Abschluß dieser Verhandlungen sei noch in diesem Monat zu erwarten. Das Reglement enthalte einen Aus­bau der Gedankengänge, die eine anti-ökono­mische Wirkung der Sachlieferungen für die beteiligten Staaten verhüten sollen. Würden Waren erheblichen ausländischen Rohstoffge-

^iimmwMoiw^mmiiMirw^ tevé zum Präsidenten der Republik. Vorher ^klärte er den Journalisten, er glaube, daß sein Kabinett nicht vor morgen nachmittag oder morgen abend gebildet sein werde.

Paris, 16. April. Die® re Nouvelle" will wissen, daß Caillaux das Finanzministe- rmm des Kabinetts Painlevè angenommen Haos und daß in dem Kabinett Briand das Autzenmmisterium übernimmt. Nach der Oeuvre" werden dem Kabinett ferner ange« Horen Senator de Mo nzie , der Minister Dallois, Senator Chaumet, Abg. Prof Emile Bore l, Senator S ch r o n a k und der unabhängige Sozialist Le viel.

Die Nvlenoermehrung durch die Kammer angenommen.

Paris, 15. April. Die Kammer hat mit 328 gegen 27 .kommunistische Stimmen den Gesetz­entwurf über die Erhöhung des Vorschusses

halts über Reparationskonto gezogen, so sei der Rohstoffanteil nicht aus der Kasse des Repara­tionsagenten, sondern der deutschen Wirtschaft unmittelbar zu zahlen.

Der Minister kam dann auf das große Problem der Neubildung des ge­schwundenen Betriebskapitals unserer Wirtschaft und, bis dieses ge­bildet ist, der Versorgung unserer Wirtschaft mit fremdem Kapital zu sprechen. Die Repa­rations-Atempause, die das Dawes-Gutachten für notwendig gehalten hat, sei in der Haupt­sache mit dem Hinweis auf die Notwendigkeit der Wiederauffüllung unseres Kapitals- und Betriebsfonds begründet worden. Es fei natür­lich, daß sich die innere Kapitalbildung in Deutschland nur langsam vollziehe. Die Ein­lagen auf den Sparkassen hätten relativ zuge­nommen. Auch die Kreditoren der Banken seien gestiegen. Ob die Verzinsung von 5 Prozent jährlich, welche die Banken ihren Depositen­gläubigern bieten, einen ausreichenden Anreiz darstelle, sei zu bezweifeln. Eine andere Spar­

a-

stelle des deutschen Volkes, die Versicherungen, gewinne wieder allmählich in größeren Br

völkerungskreisen an Boden. So hätten auch zahlreiche ausländische Gesellschaften gerade in den letzten Wochen ihre Zulassung zum Ge­schäftsbetrieb in Deutschland beantragt. Wenn

auch die angesammelten Prämien noch gering seien, so tauche doch schon die Frage auf, sie für Die Befriedigung langfristiger Kreditbedürs- nisse, insbesondere der Landwirtschaft, zu nutzen. Darüber würden in den nächsten Ta­gen Beratungen der beteiligten Kreisi

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stattfinden.

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öffentlichen Stellen. Die Bestrebungen der Reichsbank, diese Gelder bei der Reichsbank zu sammenlaufen zu lassen und der Wirtschaft au dem ordnungsmäßigen Wege zurückzuführen seien zu unterstützen. Das schließe eine Berück­sichtigung besonders kreditbedürstiger Erwerbs­zweige nicht aus. So würden aus den Mit­teln der Reichspo st 30 Millionen dem gewerblichen Mittelstand zur Verfügung gestellt werden in der Weise, daß auch der alte Kreditnehmer die Be­träge zu einem verbilligten Zinsfüße erhält. Ueber diese einmalige Maßnahme hinaus solle aber versucht werden, dem mittelständischen Kreditwesen eine festere und modernere Ge­staltung zu geben. Aber all diese hoffnungs­reichen Ansätze innerer Kapitalbildung dürften nicht darüber hinwegtäuschen, daß wir für dienächste Zeitnochin erheblichem Umfange auf das Herein strömen ausländischen Kapitals angewie - f e n bleiben. Um dieses Kapital zur Anlage in Deutschland anzuregen und auch um den inne­ren Sparbetrieb nicht erliegen zu lassen, müß­ten unsere Reichsbankdiskont- und unsere Pri­vatzinssätze fürs erste noch höher bleiben als die Sätze des Auslandes.

Nach der Rede des Ministers wies der Be­richterstatter Abg. v. Raumer (D. Vp.) da­rauf hin, daß der vorliegende Etat des Reichs­wirtschaftsministeriums der erste sei, der wie­der mit festen Ziffern arbeite. Der Mitbericht­erstatter, Abg. Robert Schmidt (Soz.), be­mängelte die übermäßigen Preisfestsetzungen, wie sie jetzt in Deutschland gebräuchlich seien.

Hierauf vertagte sich der Ausschuß auf Donnerstag.

der Bank von Frankreich an den Staat von 22 auf 26 Milliarden angenommen.

Die Opposition hat sich der Abstimmung ent­halten. Die Kammer hat ferner einen sozia­listischen Abänderungsantrag angenommen, durch den die Gültigkeit des heute angenom­menen Gesetzes am 15. Juli ihr Ende erreicht.

Die Sozialisten für dierrnierstützungs- polttrk.

porig, 15. April. Der Nationalrat der So­zialistischen Partei hat seine Verhandlungen be­endet. Es gelangte eine Resolution zur An­nahme, in der zunächst die Haltung der parla­mentarischen Fraktion seit dem letzten Kongreß gebilligt wird. Die Resolution fährt dann fort: Durch den ungewöhnlichen Ernst der gegen­wärtigen politischen und finanziellen Lage ist der Rat der Ansicht, daß die Haltung, die er seit den letzten Wahlen eingenommen hat, wei­

ter aufrecht erhalten werden muß, und daß die Partei eine Politik der Unterstützung gegen- . über der Regierung betreiben soll, die enti schlossen ist, das Werk weiter zu verfolgen, dem sich die Partei seit zehn Monaten loyal ange« schlossen hat. Zum Schluffe wird die Parlament tarische Fraktion beauftragt, bis zum Zu< sammentritt des nächsten Kongresses die Ereig< nisse genau zu verfolgen und die Interessen bei Arbeiterklasse und des Landes unter den außergewöhnlichen Umständen, die eintreten könnten, wahrzunehmen. Die Resolution würd- einstimmig angenommen.

Don einem französischen Posten angeschossen.

Siegburg, 14. April. Auf der Loh waren straffe wurde abends in der elften Stunde di« Ehefrau Voß aus Lohmar, die sich mit ihre, Schwester und zwei jungen Leuten von Wald legn auf dem Heimwege befand, von einens französischen Posten angeschossen. Der Poste« hatten den Leuten aus einer Entfernung von etwa 50 Metern Worte zugerufen, die redlich keiner verstanden haben will. Nachdem der Ruf einigemale wiederholt worden, aber un­beachtet geblieben worden war, wurde der Schuß abgegeben, der die Frau in der Brust schwer gerletzte.

Eine neue Koniumazialverurieilung.

Wie aus Brüssel berichtet wird, hat das Kriegsgericht der Provinz Brabant den deut­schen Gendarmeriehauptmann Karge in Ab­wesenheit zum Tode verurteilt, weil er bei der Einnahme von Airschot durch die deutschen Truppen angeblich 155 Zivilpersonen habe er- schießen lassen.

________ denburgs.

Berlin, 15. April. Vom Reichsblock wird mit« geteilt: Am Sonntag abend findet in Hannover ein Empfang statt, zu dem der Reichsblock die Vertreter der Wahlkreisausschüsse in großem Umfange einladen wird. Auf diesem Empfang wird «Leneralfeldmarschall W Hindenburg eine politische Rede halten.

Was selbst der Soldatenrat über Kindenburg sagte.

Der Arbeiter- und Soldatenrat in Cassel erließ im November 1918 folgende Bekannt- machung:

Mitbürger und Soldaten! Heute trifft der Generalfeldmarschall v. Hindenburg mit Offi­zieren und Mannschafteen des Großen Haupt­quartiers in Cassel ein, um von Wilhelmshöhe aus die Demobilisation unserer Truppen zu leiten. Hindenburg gehört dem deutschen Volke und dem deutschen Heere. Er hat sein Heer zu glänzenden Siegen geführt und sein Volk in schwerer Stunde nicht verlassen. Nie hat Hindenburg in der Größe seiner Pflichterfül­lung uns näher gestanden a Is heute. Seine Person steht unter unserem Schutz. Wir wissen, daß die bürgerliche und soldatische Bevölkerung Cassels ihm nur Ge­fühle der Verehrung und Hoch­achtung entgegenbringen wird und daß er vor jeder'Belästigung sicher ist. Der General­

feldmarschall trägt Waffe, ebenso die Offizier« und Soldaten des Großen Hauptquartiers, wenn sie ihn begleiten.

Für den Arbeiter- u. Soldatemat: Grzesinsti."

Irren wir nicht, so ist Herr Grzesinski der heutige sozialdemokratische Landtagsabgeord- nete. Hoffentlich befolgt seine Partei die im wilden November 1918 ausgesprochene Parole und äußert auch im Wahlkampfe nur Gefühl« der Verehrung und Hochachtung für den großen Mann des deutschen Volkes.

Eine Wahlrede Dr. Marx.

Stettin, 15. April. In seiner heutigen Wahl» rede betonte Dr. Marx insbesondere die Not­wendigkeit der Zusammenfassung der positiven religiösen Kräfte des deutschen Volkes für den Wiederaufbau des Vaterlandes. Die Weimarer Verfassung gewährleiste volle Glaubens- und Gewissensfreiheit und ungestörte Religionsaus- Übung. Sie bestimme ferner, daß der Genuß der staatsbürgerlichen Rechte, sowie die Zu­lassung zu den öffentlichen Aemtern unab­hängig von dem religiösen Bekenntnis ist. Diese Bestimmungen entsprächen den von ihm stets verfochtenen Grundsatz der bürgerlichen Tole­ranz und müßten mit peinlichster Sorgfalt ge­wahrt werden. Ihre Innehaltung bleibe die Voraussetzung für das friedliche Nebenein­anderleben der Konfessionen.