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200. Jahrgang.

SanauerS Anzeiger

General-Anzeiger für die Kreise Kanan Stadl und Land.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, / Fernsprèch-Anschluß Nr. 1237 und 1238,

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Nr. 87 Mittwoch den 15. April 1923

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Das Neueste.

Der Massenmörder Haarmann wurde heute morgen durch Fallbeil hingerichtet.

Briands Versuch zur Kabinettsbildung ist gescheitert. Gestern abend wurde Kammer­präsident Painleve mit der Kabinettsbildung sètraut.

Der belgische König hat den Sozialisten- mhrer Vandervelde mit der Kabinettsbildung beauftragt. Vandervelde hat angenommen.

Die griechische Nationalversammlung )at das neue Militärdienstzeitgesetz angenom- inen, das die aktive Militärdienstzeit von zwei Jahren auf 18 Monate herabsetzt.

Einer Meldung aus Konstantinopel zu­folge ist zwischen Griechenland und der Türkei in der Patriarchenfrage eine Einigung erzielt.

Die Parole Kin-enburg.

Es macht den Parteien der Linkskoalition außerordentlich viel Schwierigkeit, sich mit der Kandidatur des Feldmarschalls von Hinden- »urg abzufinden. Gegen den Aufruf Hinden­burgs, der in seiner schlichten Fassung und seiner ehrlichen Männlichkeit so stark an alle deutschen Herzen appelliert, läßt sich ebenso­wenig etwas sagen wie gegen die Persönlichkeit Hindenburgs. Die gegnerische Presse verlegt sich deshalb auf die Taktik, Hindenburg als eine Schattenfigur zu behandeln, die sich vollständig durch andere lenken und leiten läßt. Man be­hauptet, daß man gegen Hindenburg persön­lich garnichts habe, sondern daß man in ihm das bequeme Werkzeug von Monarchisten und .Reaktionären treffen und bekämpfen müsse.

Diese Spiegelfechterei ist natürlich nicht ernst zu nehmen. Auch die Linkspresse weiß sehr wohl, daß Hindenburg mit seiner ganzen Persönlichkeit für feine Kandidatur einsteht. Er hat sich außerordentlich schwer dazu ent­schlossen, seine Zusage zu geben. Er hatte be­reits abgelehnt, ehe ihm von Herrn v. Tirpitz das Ja abgerungen wurde. Gerade diejenigen, die die Gründe seiner Ablehnung durchaus zu würdigen wußten, zweifeln auf der anderen Seite nicht daran, daß er feine Zustimmung dann doch noch nach reiflichster Ueberlegung und im vollen Bewußtsein chrer Tragweite ge­geben hat. Als Hindenburg ja sagte, war die Kandidatur Jarres durch wiederholte Zwischen- sälle tatsächlich unmöglich geworden. Und Hin­denburg rückte dadurch in eine Lücke, die für den Reichsblock und für den Gedanken der überparteilichen Kandidatur verhängnisvoll hätte werden müssen. Er fühlte, wie er selbst versichert hat, sich an sein Portepee gefaßt und kr hat in dieser Lage das schwere Opfer ge­bracht, sich in die politische Kampflinie zu stellen.

.. Die Blätter, die Hindenburg als Schatten- >igur zu diskreditieren versuchen, werden im deutschen Volke ganz gewiß kein Ende finden. Trotz aller scheinheiligen Versicherung führen !>e den Kampf gegen Hindenburg persönlich, wenn sie ihm das Bewußtsein für die Konse- guenzen seines Entschlusses absprechen. Die widerliche Karrikatur, mit der derVorwärts" den Feldmarschall verhöhnt, ist ein ganz übles Eispiel persönlicher Kampfesweise. Hinden­burg ist von verschiedenen Seiten darauf auf» wertfam gemacht worden, daß er sich durch die Annahme einer Kandidatur solchen Be ichlmpfungen aussetze. Er hat sich trotzdem zur Annahme einer Kandidatur entschlossen und

Be-

wird sicher gegen alle Anwürfe, bie ihn treffen Jollen, seinen Mann stehen. Mit dem Anwurf, er ein willenloses Werkzeug in der Hand von Präsidentenmachern, kann man ihn sicher M allerwenigsten treffen. Wenn etwas, so hat n a kraftvolle Persönlichkeit Hindenburgs , Herzen des deutschen Volkes festgewurzelt. Uno wie die verschiedenen Lager auch zu dem Präsidentschaftskandidaten Hindenburg stehen IWR eins ist allen Deutschen klar: Mit Hindenburg ist ein ganzer Mann und eine Persönlichkeit mit höchstem Pflichtbewußtsein >nn Kampfe angetreten.

B®5 ist ganz eigentümlich, daß dieselben ^Eer, die denhilflosen Greis Hindenburg" olcht derb genug verhöhnen können, ihn zu- kteicherzeit als den Mann hinstellen, dessen iame allein schon das Ausland mit Angst und «orge erfüllt. In diesem Widerspruch kommt ganze Verlogenheit der Propaganda gegen Hindenburg deutlich zum Vorschein. DerBtt- ' m seiner Ratlosigkeit, spricht krampf- "vmden Verfassern des Aufrufs für ' "oenburg' .Ich bin nicht mehr jung genug,

um an einen plötzlichen Umschwung der Dinge zu glauben." Das ist der Satz aus dem Hinden- burgschen Wahlaufruf, der demVorwärts" am unangenehmsten ist. Denn dieser allerper- önlichste Satz ist einechtesBekennt- its! Ein Bekenntnis zur Politik der fried­lichen Entwicklung, die die Presse der Weimarer Koalition" dem Aus­land seit Wochen und Monaten als gefährdet denunziert, falls ein Vertreter der deutschen Rechten zum Reichspräsidenten gewählt werden sollte. Wie dies verantwortungs­lose Treiben schon während der letzten Lon­doner Konferenz das Geschäft des Auslandes besorgte und es verhinderte, daß die Reichsre­gierung wirkliche Zugeständnisse von London heimbrachte, wie es Herriot gegen Deutschland unnötig scharf gemacht hat, bis er über seine eigenen Beine stolperte, die anderswohin wollten, als wohin er ursprünglich gewollt hatte so wälzen sie jetzt schon emsig der künftigen deutschen Außenpolitik Steine in den Weg.Die Wahl Hindenburgs bedeutet den Krieg." In allen Auslandsblättern rings­um kann man das Echo dieser zu unserer Schande sei's gesagt auf deutschem Boden gewachsenen Lüge lesen. Kein Deutscher, der es ehrlich meint, zweifelt an dem ehrlichen Willen Hindenburgs, zu den Worten feines Aufrufs mit der Tat zu stehen. Hindenburg hat nach den furchtbaren Tagen des Zusam­menbruchs seine Staatsgesinnung dem repu­blikanischen Deutschland gegenüber durch die Tat bereits vollauf erwiesen. Er hat auch nach der Revolution noch den militärischen Ober­befehl behalten und das Heer in mustergültiger Ordnung in die Heimat zurückgeführt. Der Präsiüenr Ebert hat ihm Damau. oäjüc Dank gesagt und er hatte alle Ursache dazu. Denn wenn Hindenburg auch nur um Haaresbreite von dem Wege selbstlosester Pflichterfüllung abgewichen wäre, so hätte es damals zu einem blutigen Bürgerkriege kommen können und müssen. Dies ist der Hindenbürg, der sich zu dem schweren Opfer entschlossen hat, seine sturmerprobte Persönlichkeit für die Reichs­präsidentschaft zur Verfügung zu stellen. Daß er kein Politiker ist, unterscheidet ihn nur zu seinem Vorteile von Herrn Marx, dem Kandi­daten des Linksblocks, der auf die Weimarer Koalition eingeschworen ist und als Reichs­präsident das Werkzeug dieser Koalition sein würde. Hindenburg steht über den Parteien und wird das Amt des Reichspräsidenten un­abhängig von der Parteien Gunst und Haß als Mann deutschester Gesinnung und treuesten Pflichtbewußtseins ausüben. Deshalb wird das deutsche Volk ihn wählen, jenen Mann, der für den Platz an der Spitze des Reiches etwas mitbringt, was seit vielen Jahren empfindlich gefehlt hat: die persönliche Autorität, jenen Mann, der in Deutschlands schwerster Stunde sich selbst überwunden und der Welt gezeigt hat, daß es in seinem Munde keine leere Re­densart ist, wenn er den Staat über die Staatsform stellt, jenen Mann, der sein Leben gelebt hat, der nichts mehr für sich will, son­dern alles für die Sache, der keiner Partei dienstbar ist, sondern allein dem Vaterlande.

Das KanSwerk für Kindeuburg.

Der Vorstand des Deutschen Handwerker­bundes tritt in folgendem Aufruf für Hinden­burgs Präsidentschaftskandidatur ein:

In schwerster Zeit und tiefster Not er­wartet das Handwerk schnellste Rettung. Die unserem Stande durch den Marxismus ge­schlagenen Wunden werden tödlich sein, wenn nicht baldige und durchgreifende Hilfe kommt. Wiederum droht die Gefahr, daß ein Vertreter der marxistischen Weltanschauung die höchste Stelle im Reiche erringt. Hierdurch wäre unser Schicksal besiegelt. Aus diesem Grunde gilt es, für das deutsche Handwerk alle Kräfte zusam­menzuraffen sowie alle politischen und sonstigen Streitigkeiten zu vergessen und sich nur seiner Rettung zu widmen. Dieses wird erreicht, wenn das Handwerk zur Reichsprästdentenwahl ge­schlossen zur Wahlurne geht und einen Mann wählt, der über dem kleinlichen und geradezu imderlichen Parteistreit steht. Dieser Mann ist allein unser Hindenburg. Er hat während des Weltkrieges sein Interesse durch sein warmes Eintreten für den damals schon schwer kämp­fenden Mittelstand bewiesen. Auf Grund dieser Erwägungen hat die Generalversammlung des Deutschen Handwerkerbundes einstimmig be­schlossen, die Kandidatur Hindenburgs mit allen Kräften zu unterstützen und es jedem Hand­werker zur Ehrenpflicht zu machen, am 26. April Hindenburg feine Stimme zu geben."

Mit Dr. Jarres für Kmdenburg!

Der Reichsbund vaterländischer Arbeitervereine E. V. erläßt für die bevorstehende Reichspräsidentenwahl nachfol­genden Aufruf:An alle vaterländischen Ar­beiter! Und noch einmal müßt ihr kämpfen! Das war die Parole, die wir unseren An­hängern und Freunden in der vergangenen Woche zuviefen. Groß war der Erfolg, den wir im ersten Wahlgang zur Reichspräsidentenwahl unter Dr. Jarres Führung erzielten. Wir wollen mehr! Wir wollen das Ziel! Wir wollen den Sieg! Wir wollen den großen Erfolg, den alle vaterländisch gesinnten Deutschen im ersten Wahlgang unter Dr. Jarres Führung erzielt haben, im Interesse des gesamten deutschen Volkes dadurch zu steigern versuchen, indem wir die Wahl des in der ganzen Welt bei Freund und Feind hoch geachteten und bekannten großen Deutschen, des Generalfeldmarschall von Hindenburg, herbeiführen. Wir wollen nicht den Krieg! Wir wollen aber dazu bei­tragen, daß dem deutschen Volke der erste große außenpolitische Erfolg: Die Wahrung des Selbstbestimmungsrechts bei der Wahl des Staatsoberhauptes gegen ausländische Machen­schaften gesichert wird. Ein Sieg über die In­ternationalen jeder Art bedeutet den Frieden für Volk und Vaterland, bedeutet die Hebung der Lage der werktätigen Bevölkerung, be­deutet den Sieg über das internationale Groß­kapital, welches bereits beginnt, die Wahl unse­res großen Vorbildes Hindenburg durch Ein­setzen des internationalen Geldsackes zu be­kämpfen. Deshalb, vaterländische Arbeiterinnen und Arbeiter in Stadt und Land, nun erst recht

auf zum Kampf! Seid auf dem Posten! Gros ist das Ziel, des Kampfes wert! Mit Dr. Ja» res für Hindenburg!"

Eine englische Stimme über Kinde»« burgs Kandidatur.

London, 15. April. Der diplomatische Be­richterstatter desDaily Telegraf" führt aus Hindenburg habe fein Pflichtbewußtsein bei wiesen, als er zur Zeit des deutschen Zusanv menbruchs seinem Kaiser die Notwendigkeit sich im Interesse des Landes zurückzuziehen vorgehalten und trotz seiner Tradition und Vorurteile fortgsfahren habe, unter einer sozia­listischen Regierung seinem Lande ebenso red­lich zu dienen, wie unter seinem königlichen Herrn. Im Hinblick auf feine Vergangenheit habe Hindenburgs Kandidatur an und für sich in politischen Kreisen keine ernsten Besorgnisse hervorgerufen, aber wenn auch diese Kandi­datur an und für sich kein Mißtrauen hervor­riefe, seien es doch einige der wichtigster Stimmwerber Hindenburgs, die ihm und sei­nem Lande schlechte Dienste erweisen. In bei britischen Kreisen, deren einziges Ziel die Wie­derherstellung des gegenseitigen Vertrauen: und guten Willens zwischen den Siegern uni Besiegten aus dem großen Kriege sei, erschein: vielleicht die große Gewißheit, die diese Kan­didatur heroorgerufen habe, übertrieben uni unverständlich. Diese Gereiztheit sei aber ei» wichtiger Faktor, den praktische Staatsmann« notwendigerweise in Rechnung stellen müssen, wenn sie die Aussichten für eine baldige Rege­lung durch ein Einvernehmen ober überhaupt durch eine friedliche Regelung abschätzten.

Absage der Sozialisten. Painlevè mit der Kabinettsbildung beauftragt.

Paris, 14. April. Der Nationalrat der So­zialistischen Partei ist heute vormittag zu einer außerordentlichen Tagung zusammengetreten. Die Beratung hatte zur Hauptaufgabe 1. festzu­stellen, ob die Sozialistische Partei sich an einem Ministerium beteilige, also einen Anteil an der Verantwortung für die Regierung übernehmen wolle, 2. im Falle diese Frage mit nein beant­wortet werde, festzustellen, ob die Partei gegen­über dem zukünftigen Ministerium die Unter­stützungspolitik fortsetzen werde, die sie zu­gunsten des Ministeriums Herriot seit dem Monat Juni durchgesührt habe. Abg. Leon Blum ergriff als erster das Wort, um zu er« klären, Briand habe der Sozialistischen Partei die Beteiligung an seinem Kabinett angeboten. Man hätte nach seiner, Blums, Ansicht sofort mit nein antworten können. Aber es wäre doch besser, sich mit den Parteiinstanzen in Verbin­dung zu setzen. Nach seiner Meinung müsse man das Angebot ablehnen, und nachdem man das nein ausgesprochen habe, über die einzu­nehmende Haltung diskutieren. Nach Er­klärungen weiterer Redner entschied sich der Nationalrat einstimmig, das Angebot Briands mit nein zubeantworten.

Hierauf ergriff der Abg. Leon Blum das Wobt, um über die mit Briand geführten Vsr- handlungen zu berichten. Briand sei sehr diplo­matisch gewesen. Ec habe erklärt, er wolle nicht mit der Unterstützung der Sozialisten regieren, sondern er wolle ihre direkte Mitarbeit. Auch wir, fuhr Blum fort, sind sehr diplomatisch ge­wesen. Bevor wir ihm eine Antwort geben wollten, haben wir erklärt, wir müßten die Führer der Partei hören. Wir haben ihm Fra­gen gestellt über feine Absichten hinsichtlich der Finanzreform, der Steuerpolitik, der Getreide- politik und der Frage der allgemeinen Politik. Briand hat uns bereitwillig Auskunft gegeben. Aber gerade weil er uns gesagt hat, daß er eine aktivere Mitarbeit verlangen müsse, als das Kabinett Herriot gehabt Habs, haben wir ihm er­klärt, daß wir den Rationalrat einberufen müssen. Leon Blum ging alsdann auf den Be­schluß des Parteitages von Grenoble ein, nach dem die Unterftützungspolittk nicht fortgesetzt werden könne, wenn gewisse Eventualitäten ein treten würden. Blum beschäftigte sich als­dann im einzelnen mit der Finanzlage uni» mit den steuerlichen Maßnahmen, die man zum Ausgleich des Budgets getroffen habe. Er legte auch den Standpunkt der Partei in der Frage der Kapitalabgabe dar unb erinnerte daran, daß man am 25. März einen Brief an Herriot gerichtet habe, in dem man ihn auf bte schwie­rige Finanzlage hingewiesen urtb ihn daran er­innert habe, daß unter keinen Umständen Ver­brauchssteuern ausgeschrieben werden dürften.

um die Finanzen auszugleichen. Um die Fi­nanzen zu sanieren und um die notwendig« Währungsreform durchzuführen müsse der Be- sitz herangezogen werden. Der Abg. Leon Blum bespricht alsdann den Antrag der Sozia­listen über die Kapitalabgabe und erklärt, daß der an Herriot gerichtete Brief veröffentlicht werde, weil er das Programm der Sozialist schen Partei darstelle.

Hierauf erklärt im einzelnen der Vocsitzend« des Finanzausschusses der Kammer, der Abg Vincent Auriol, die Finanzlage in Verbin­dung mit dem vom ehemaligen Finanzministei de Monzie eingebrachten Sanierungsgesetz- entwurf. Im weiteren Verlaufe seiner Au» führungen erklärte oer Abg. Auriol, die augen­blickliche Krise mache es notwendig, daß man sämtlichen linksstehenden Fraktionen mitteile, die Lösung, die man finden müsse, sei unab­hängig von den Punkten, die man auswähle, um die Schwierigkeiten zu überwinden. Di: Hauptsache sei, daß man Entscheidungen ge­troffen habe, und man werde später diejenigen wählen, die sie' ausführen. Jetzt werde keim politische Schlacht, sondern eine soziale Schlacht geschlagen. Das Land müsse von den Kriegs­lasten befreit werden. Deshalb müsse die Sozia- lffttsche Partei in finanzieller Hinsicht ei? Minimalprogramm aufstellen. Aus dieser Ev klärung ergibt sich, daß der Abg. Vincent Auriol unter gewissen Bedingungen für eine gewisse ministerielle Beteiligung eintreten wird.

Namens der Sozialistischen Vereinigung de» Seinedepartements wurde eine Erklärung ab­gegeben, in der es heißt, daß vor allem die ministerielle Zusammenarbeit mit Briand ab­gelehnt werden müsse, da die Partei fest langem seine politische Unbeständigkeit und seine Grundsätze kenne. Die Seinevereinigung warn« aber auch vor jeder anderen Beteiligung, die im Laufe der Krise verlangt werden könnte. Sie stehe chr feindlich gegenüber, da die sozwlchische Beteiligung die Lage einer republikanischen Regierung nicht bessern könne. Jed« Regierung könne auf die sozialistischen Stimmen zahlen, wenn sie entschlossen sei sich gegen die Macht d«s Kapitals und gegen den Senat zu wendem

Der elsässische Sozialist Grumbach er­innerte daran, daß in einigen Tagen in Deutschland, wie er hoffe, Hindenburg geschla- wen werde durch den Katholiken Marx, bet acht Millionen sozialistische Stimmen erhalten werde. Damil werde die Goziatdemokratn wieder gar Regierung zurückkehren. Das be­weise den Vorteil der Koalition. Die Partei könne nicht die ministerielle Beteiligung im Namen verbrauchter Grundsätze ablehnen; fU müsse hn Gegenteil erklären, daß 8e Mlt .â