200. Jahrgang.
Hanauer »Anzeiger
General-Anzeiger für die Kreise Kanan Sla-l un» Land.
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Kr. 86
Dienstag den 14. April
1925
Das Neueste.
— Der Präsident der französischen Re- oublik hat den Abgeordneten Aristide Briand mit der Kabinettsbildung beauftragt.
— Der frühere Vizepräsident des deutschen ’ Reichstages Dr. Paasche ist in Detroit plötzlich i gestorben..
— Der bayerische Landtagsabgeordnete Oberlandesgerichtsrat Poehner ist auf einer Autofahrt tödlich verunglückt.
Hindenburgs OsrerbvHchaft.
Generalfeldmarschall von Hindenburg hat folgenden Osteraufruf erlassen:
Ostern 1925. An das deutsche Volk!
vaterländisch gesinnte Deutsche aus allen Sauen und Stämmen haben mir das höchste Amt im Reiche angekragen. Ich folge diesem Ruf nach ernster Ueberlegung in Treue zum Vaterland. Mein Leben liegt klar vor aller BML Ich glaube auch, in schweren Zeiten meine Pflicht getan zu haben. Wenn diese Pflicht mir nun gebietet, auf dem Boden der Verfassung, ohne Ansehen der Partei, der Person, der her- lunft und des Berufes als Reichs- Präsident zu wirken, so soll es nicht an mir fehlen. Als Soldat habe ich immer die ganze Nation im Auge gehabt, nicht die Parteien. Sie sind in einem parlamentarisch regierten Staat notwendig, aber das Staatsoberhaupt muß über ihnen stehen und unabhängig von ihnen für jeden Deutschen walten. Den Glau- den an das deutsche Volk und an den Beistand Voltes habe ich nie verloren. Ich bin aber nicht mehr jung genug, um an einen plötzlichen Umschwung der Dinge zu glauben. Kein Krieg, kein Auf st and im Innern kann unsere gefesselte, leider durch Zwietracht gespaltene Nation befreien. Es bedarf langer, ruhiger, friedlicher Arbeit. Es bedarf vor allem der Säuberung unseres Staatswesens von denen, die nur der Politik ein Geschäft gemacht haben. Ohne Reinheit des öffentlichen Lebens und Ordnung kann kein Staat gedeihen. Der Reichspräsident ist besonders dazu berufen, Sie Heiligkeit des Rechtes hochzuhalten. Wie der erste Präsident auch als Hüter der 25er- faffung seine Herkunft aus der sozialdemo- kralifchen Arbeiterschaft nie verleugnet hat, wird auch mir niemand zumuken können, daß uf) meine politische Ueberzeugung auf- Sebe. Gleich dem von mir hochgeschätzten yerrn Dr. 3arres erachte auch ich in jetziger Seit nicht die Skaatsform, sondern den Geist für entscheidend , der
Skaatsform beseelt. Ich reiche Deulschen die Hand, der national denkt, Ur des deutschen Namens nach innen no außen wahrt und den konfessionellen und Malen Frieden will, und bitte ihn: „Hilf auch , A"11* Zur Auferstehung unseres Vaker-
ö. Hindenburg.
Ausland über die Oflerbolfchafl.
Newyork, 11. April. Hindenburgs Osterbot- A , deute abend hier bekannt wurde, durchweg starke Beachtung. Die Wall- empfinden es äußerst angenehm, UmAânburg erklärt hat, er fei nicht Par- daß ferner aus der Botschaft her- ein^â der Feldmarschall glaube nicht an W ^^fassungsumschwung in absehbarer
V°kschaft in Verbindung mit Hin- vorgestrigem Dementi bezüglich der R ^?^°bung und dem Dementi des Kaisers dp« angetan, der Hetzpresse den Wind aus trA.A" ZU nehmen. Bezeichnend ist, daß, Erto deutschfeindliche Presse sonst alles S Kaiser bringt, sie sich dies-
do t r?a5. Kaiser-Telegramm ausschweigt, SrAt, I b'e Hetzdepeschen ihrer Berliner
Konventen dementieren müßte, benbnr^ Die Osterbotschaft Hin- ^enhhrA'1^ m den englischen Mittags- und tteutnr ern allgemein wiedergegeben. Kom- hinzugefügt, doch zeigen Blön^ ^schiedenen Aüffassungen einzelner üben/ ^ der Ueberschrift. Der liberale Star de« Bericht über die Botschaft denb^urgS: Ein Mann des Friedens! Hin- Lcrrnu? verpflichtet sich, die republikanische ^fiassung aufrechtzuerhalten.
ine Kundgebung des Kyffhäufer- buubes.
Ma/ ^"^e Reichskriegerbund „Kyffhäuser" ö Zur Reichspräsidentenwahl folgende
Kundgebung: „Kameraden! Der erste Wahlgang der Reichspräsidentenwahl hat bedauerlicherweise die große Zerrissenheit gezeigt, die unser Volk bis in die nationalen Kreise hinein beherrscht, trotzdem wir uns unseres alten Erbfehlers, der Uneinigkeit, wohl bewußt sind. Hand in Hand damit ging eine Wahlmüdigkeit, die den Beweis dafür liefert, daß Millionen Deutscher sich durch nichtige Gründe von der Erfüllung einer nationalen Pflicht haben abhalten lassen, auf die der Vorstand des Bundes in feiner Kundgebung vom 22. März d. Js. schon nachdrücklich hingewiesen hatte. Wir richten deshalb nochmals die ernste und dringliche Bitte an alle unsere Kameraden, als nationale Wähler ihrer Wahlpflicht am 26. April — Männer und Frauen — restlos nachzukommen. Die Gesichtspunkte, unter denen unsere Kameraden ihrer Wahlpflicht zu genügen haben, sind in der Kundgebung vom 29. März d. J. bereits so fest umschrieben, daß auch nicht ein Kamerad im unklaren sein kann, wie er zu wählen hat Also wähle jedermann den Kandidaten, der unbedingt überparteilich und national eingestellt ist!
Soeben wird die Nominierung des Generalfeldmarschalls von Hindenburg bekanntgegeben. Kameraden, helft unserem Ehrenpräsidenten zum Siege!"
Der Bayrische Krlegerbunb über Kindenburg.
München, 11. April. Der Bayerische Kriegerbund erläßt folgenden Aufruf: „Endlich ist es doch gelungen, einen Mann des allgemeinen, größten Vertrauens als überparteilichen Kandidaten für die Reichspräsidentenwahl aufzu- stellen, Hindenburg! Er hat das große persön-
HL M Sä 5Ä;sm‘ÖÄÄ und verehrter Führer der deutschen Heere im bereit gewesen, auf eine schnelle Lösung hin- Weltkriege, er sei auch der Führer des deut- zuarbeiten.
Führer
schen Vaterlandes als Reichspräsident! Das Präsidium des Bundes rechnet mit aller Bestimmtheit darauf, daß kein Mitglied des Bundes seine Pflicht verkennen wird. Wer etwa anders gesinnt wäre und unserem Hindenburg eine Stimme versagen wollte, hätte nichts gemein mit dem Geiste unseres Bundes". Der Ehrenbund Deutscher Weltkriegsteilnehmer, Sitz München, erläßt folgenden Aufruf: „Soldaten der alten Armee, Kameraden! Am 26. April haben wir neuerdings vor die Wahlurne zu treten, um unserem deutschen Vaterlande ein würdiges Oberhaupt zu geben. Zum zweiten Male ist ein betagter Mann bereit, sein ruhiges Leben zu opfern, um das deutsche Vaterland zu retten. Diesem Manne, den weder
Ehrgeiz noch Gewinnsucht zur Annahme dieser schweren Aufgabe trieb, wollen wir als seine treuen Soldaten vertrauensvoll unsere Stimme geben. Darum, Kameraden, angetreten Wahlurne für unsern Vater Hindenburg!
zur
Ein Aufruf Jarres'.
Dr. Jarres erläßt folgenden Aufruf: An meine Wähler!
Der erste Wahlgang hat der durch mich vertretenen Sache einer überparteilichen Kandidatur des Reichsblocks mit 10,5 Millionen Stimmen schönen Erfolg gebracht. Ich danke allen, die mir ihr Vertrauen schenkten, dafür von Herzen! Nunmehr geht es zum entscheidenden Treffen. Der beste Deutsche, dessen Name den hellsten Klang in unserem Volke hat, ist bereit, uns zu führen. Hinter ihm stehe auch ich. Von allen meinen Wählern erwarte ich, daß sie folgen. Jede am 29. März für mich abgegebene Stimme gehört nunmehr dem Feldmarschall! Alle Kräfte anspannen zum Endsiege unter der Losung: Hindenburg!
Zerstörung einer Legende.
Keine Einmischung des ehemaligen Kaisers in die Präsidentenwahl.
Newyork, 11. April. Die fortgesetzten Angriffe der Newyorker Presse auf Hindenburg veranlaßten den deutsch-amerikanischen Journalisten Viereck, sich direkt an den ehemaligen deutschen Kaiser Wilhelm mit der Frage zu wenden ob Hindenburg seine Reichspräsident- schafts-Kandidatur auf Befehl des Kaisers angenommen habe, nachdem Admiral Tirpitz den Kaiser von der Notwendigkeit seiner Zustim- mung zur Kandidatur Hindenburgs überzeugt
-r?er A"^" ließ durch den Obersten p?r Kabel antworten, daß diese Ge- schichte etn absolutes Märchen fei. Er habe t e t n e Mitteilung irgend meldjer 2(rt von Feldma rs ch a l l §$e»uburg über dessen Kandidatur erhalten. Admiral Tirpitz sei nicht in Doorn ge-
wesen. Der Kaiser habe seine Informationen über die Präsidentenwahl in Deutschland ausschließlich aus der Presse. Er stände in keiner Verbindung mit irgend welchen politischen Kreisen in Deutschland oder mit Parteiführern. Der Kaiser habe es sich ein für allemal zum Grundsatz gemacht, sich nicht in interne Angelegenheiten zumischen, solange er in Doorn wohne.
Mussolini über Kindenburg.
London, 13. April. Der diplomatische Berichterstatter des „Daily Telegraph" erklärt in einem Bericht über Aeußerungen, die Mussolini neuerdings im Laufe von Be, sprechungen getan haben soll, Mussolini sehe in der Kandidatur Hindenburgs ein neues Beispiel für feine Lieblingstheorie, daß die Demokratie infolge ihres Mangels an Disziplin und Energie heutzutage nicht geeignet zur Führung der Staatsgeschäfte sei. Auf die Klagen alliierter Kritiker über den neuen Ruck nach rechts in Deutschland habe der italienische Premierminister erwidert, wenn ein solcher erfolge, seien sie infolge ihrer Weigerung oder ihres Zögerns, mit Berlin zu einem vernünftigen Abkommen zu gelangen, selbst verantwortlich für die Schwierigkeiten, die sie davon befürchteten. Der Berichterstatter bemerkt, es verlaute, daß Mussolini in den letzten Wochen zeitweilig ziemlich ungeduldig gewesen sei über die Art, in der die Kölner Frage und die Verhandlungen über die Sicherheit in die Länge gezogen worden seien. Seiner Ansicht nach hätte über den V: 'cht der Kontrollkommission und über das Räu
mungsdatum bereits eine Entscheidung getroffen werden müssen. Der Berichterstatter
zuarbeiten.
Eine Kundgebung Dr. Marx'.
Berlin, 11. April. Der Präsidentschaftskandidat des Volksblocks, Reichskanzler a. D. Dr. Marx, richtet an die deutschen Wähler eine Kundgebung, in der es heißt:
Das Vertrauen weiter Volkskreise hat mir die Kandidatur für die Präsidentschaft des Deutschen Reiches angeboten. Ich bin diesem Rufe gefolgt in dem vollen Bewußtsein, daß dieser Wahlkampf nicht nur um das höchste, sondern auch um das verantwortungsvollste und schwerste Amt der Deutschen Republik geführt wird. Ich sehe in dem freigewählten Staatsoberhaupt das Sinnbild, aber auch den Hüter der deutschen Volkseinheit. Die Grundlagen der sozialen Gemeinschaft im Volke aber scheinen mir zu sein: Freiheit und Pflicht gegen die Gesamtheit. Innerhalb dieses Rahmens darf es keinem einzelnen und keiner Gruppe verwehrt sein, nach freiem Ermessen seinem religiösen Bekenntnis zu folgen. Ein Volk, das von diesem Geiste erfüllt ist, wird ohne Schwanken auch das richtige Verhältnis zu den anderen Völkern finden und hier hat das deutsche Volk zwei Aufgaben: Es muß feine Menschheit erfüllen. Die deutsche Verfassung, die der Präsident des Reiches beschwören muß, zeigt den Weg, das alte schwarzrotgoldene Symbol großdeutscher Einheit das Ziel: die Freiheit Deutschlands und die Mitarbeit dieses freien Deutschland an einer glücklicheren europäischen Zukunft. Die Kundgebung schließt: Mögen Freiheit und sittliche Pflicht über alle Interessen und Parteien hinweg zum Bekenntnis des ganzen deutschen Volkes werden. An diesem Ziele mitzuwirken ist mein ganzes Streben, wohin auch der Wille und das Vertrauen des deutschen Volkes mich stellen mag.
Dr. Paasche *h
Newyork, 11. April. Der frühere Vizepräsident des Reichstages Dr. Paaschs ist in Detroit gestorben. Dr. Paasche, der sich auf einer Reise durch die Vereinigten Staaten befand, wo er Vorträge über die derzeitigen Verhältnisse in Deutschland, insbesondere über die Zustände in dem von den Franzosen besetzten Gebiet hielt, erkrankte bei seiner Ankunft in Detroit an Lungenentzündung. Seine Witwe, die ihn begleitete, wird die Leiche nach Deutschland bringen.
Der Abg. Poehner löblich verunglückt
München, 13. April. Der deutschnationale Landtagsabgeordnete Oberlandesgerichtsrat Poehner, der erst vor kurzem aus der Festungshaft in Landsberg am Lech entlassen worden war, ist auf einer Autofahrt, die er mit seiner Familie unternahm, bei Feldkirchen
tödlich verunglückt. Auch seine Frau und seine Söhne wurden verletzt. — Hierzu wird weiter gemeldet: Poehner hatte mit seiner Familie eine Autofahrt nach Prien am Chiemsee unternommen. Der Wagen war mit 6 Personen besetzt. Wahrscheinlich infolge zu schnellen Fahrens löste sich plötzlich das Vorderrad. Del Wagen geriet in einen Straßengraben unL überschlug sich zweimal. Poehner war sofort tot
Das Bellheimer Anglück.
Minden, 11. April. Die Zahl der geborgenes Soldaten vom Beltheimer Unglück hat sich auf 58 erhöht. Im Laufe des Tages wurden folgende Leichen geborgen: Von der 16. Kompagnie des Jnf.-Regts. 18 die Unteroffiziers Friedrich Krückmeyer aus Neesen (Kreis Minden) und Wilhelm Rathort aus Kutenhausen (Kreis Neesen), sowie die Schützen Erich Windmann aus Hörste (Lippe) und Wichelm Hörner aus Lemgo.
Die Kabinettskrise in Frankreich.
Briand versucht die Kabinettsbildung.
Paris, 13. April. Nachdem Painleve ab« gelehnt hat, ist Briand mit der Kabinettsbildung beauftragt worden, die aber auf Schwierigkeiten stößt, da Briand die Annahme des Auftrages davon abhängig macht, daß die Sozialisten in die Regierung eintreten. Briand geht dabei von dem Gedanken aus, den bisherigen geheimen Einfluß der Sozialisten auf die Negierung abzuschwächen, in dem sie einen Teil der Verantwortung übernehmen. Die sozialistische Parteileitung hat sofort einen nationalen Kongreß einberufen, der zu dieser Frage Stellung nehmen soll. In parlamentarischen Kreisen wird allgemein erwartet, daß der Be- WM des Kongresses negativ ausfallen wird. In diesem Falle wird Briand den Auftrag zu- rückgeben und der Präsident der Republick wird sich vermutlich abermals an Painleve wenden.
Paris, 13. April. Der Abgeordnete Briand weilte heute nachmittag im Senatsgebäude. Et verhandelte zunächst mit dem Senatspräsidenten des Seines und hierauf eine Stunde lang mit dem Berichterstatter des Finanzausschüsse- des Senats, Senator Beranger. Nach der Beendigung dieser Besprechungen unterhielt sich Briand noch mit den im Senatsgebäude anwesenden Mitgliedern des Finanzausschusses. Der Abgeordnete Briand wird noch im Laufe des heutigen Abends dem Präsidenten der Republik über die von ihm mit den maßgebenden Mitgliedern der Finanzausschüsse der Kammer und des Senats geführten Verhandlungen Bericht erstatten.
Die Sozialisten wollen nicht in das franz. Kabinett.
Paris, 13. April. Nach der Beendigung der
heute vormittag stattgefundenen Beratungen der sozialistischen Kammerfraktion erklärte dl
ier
Abgeordnete Lèon Blum, einige Blätter hätten heute vormittag berichtet, der Nationalrat der Partei sei für morgen zusammenberufen worden, um über eine Beteiligung der Partei an einem Kabinett Briand zu beraten. Das sei nicht richtig. Der Nationalrat sei zusammenberufen worden, nachdem die Ministerkrise aus- gebrochen sei. Wenn es sich nur darum gehandelt hätte, Beschluß über eine Beteiligung der Sozialisten an einem Kabinett Briand zu fassen, dann hätte der Nationalrat nicht einberufen werden müssen. Im übrigen gehe der Beratung des Nationalrates der sozialistischen Partei morgen vormittag eine Beratung der Delegierten der sozialistischen Partei des Seinedepartements voraus.
Ein provisorisches Kabinett zur Erhöhung des Notenumlaufes?
Paris, 13. April. Briand verhandelte heut» vormittag mit dem ehemaligen Finanzminister de M o nzi e, der ihm den Vorschlag machte, zur Regelung des Notenumlaufs sofort ein provisorisches Kabinett zu bilden, dessen Aufgabe einzig und allein darin bestehen soll, das Gesetz betreffend die Erhöhmr« des Notenumlaufs von Kammer und Senat annehmen zu lassen. Nachdem dies geschehen, solle das pro- visorische Kabinett sofort wieder zurücktreten» Der Vorschlag des ehemaligen Finanzministerg de Monzie, vor dem 15. April den Gesetzentwurf über die Erhöhung des Notenumlaufes von 41 aus 45 Milliarden durch ein provisorisches Ministerium durchführen zu lassen, hat offenbar nicht den Beifall Briands gefunden und stößt auch seitens des Berichterstatters des Finanzausschusses der Kam- mer auf Widerstand. Er erklärte, daß er sich nicht denken könne, daß eine glatte Annahme ohne große Diskussion des von dem ix Moyzie-