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SanauerW Anzeiger

General-Arrzeiger / Zugleich amtliches Organ für den Landkreis Äanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Seiertage. , Fernsprech-Anschlutz Nr. 1237 und 1238.

Bezugspreis: Für den halben Monat 1 Reichsmark, für den ganzen Monat 2 Reichsmark ohne TrSgerloh». Einzelnummer 10, Freitag und Samstag 12Reichspfennig. Anzeigenpreise: Für , ' tm Anzeigenteil von 28 mm Breite 8 Reichspfennig, im Rellameteil von 68 mm Breite

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Nr. 72

Donnerstag den 26. März

1925

Das Neueste.

Dr. Jarres 'M gestern in Stuttgart gesprochen.

Der Au^i-rtungsemwurf der Reichs- llaiermlg wird-Voraussichtlich heute Donners- taq nerösfentlicht werden.

: _ Der best djc Ministerrat hat den deutfch- tÄgischeN Provisorischen Vertragsentwurf gut- igyeitzen. Der Entwurf soll aber erst ratifiziert werden, wenn Deutschland seine neuen Zoll­tarife bekanntgegeben hat.

Coolidge hat den Staatssekretär Kellog mgewiesen, Vorbereitungen für eine neue Nottenabrüstungskonferenz zu treffen.

Auf der Strecke ParisBordeaux er- etanete sich gestern ein furchtbares Eisenbahn- unglück. Bisher wurden 5 Tote und etwa jg" Verletzte festgestellt.

Jarres m SluNgarl.

Stuttgart, 25. März. Auf Veranlassung des üsfchsblocks für Württemberg sprach Reichs- näsidentschaftskandidat Oberbürgermeister Dr. Zaires zuerst vor einem geladenen Kreise im stadtgarten und sodann in zwei Massenver­sammlungen in zwei großen Sälen der Stadt. Dr. Jarres führte aus, es handle sich bei der Äah! nicht um die Person, sondern um die Sache. Es müsse jemand gefunden werden, der über den Parteien steht und unabhängig von Ihnen das Vertrauen des Volkes genießt. Er habe die Verpflichtung übernommen, sich we­nigstens in den Hauptstädten vorzustellen. Nicht um Stimmen zu sammeln, sondern um die Stimmung zu festigen, sei er nach dem Schwa­benlande gekommen, das ihm nicht unbekannt Als Ziel des Kampfes bezeichnete er die Erneuerung, dgs Maätz auf nationaler, christ-, wollen aber in Ehrfurcht auf das Gute in der Vergangenheit zurückblicken und das Gute nicht herunterreihen. Mix wollen aber auch nicht eine kMsackrepublik'. Der Kampf an Rhein und Rühr sei äußerlich 'zwar .nicht gewonnen wor­den, aber innerlich von großem Wert gewesen. Das deutsche Volk habe wieder Vertrauen zu sich selbst und die Achtung der Welt gewonnen. Der Kampf werde sich im Enderfolg als ein reicher Gewinn herausstellen.

Gegenüber den Angriffen wegen seiner an- «èblichen Versackungspolitik, betonte Jarres, er lebe während des Ruhrkampfes recht und schlecht seine Pflicht getan. Wenn man jetzt seine Tätigkeit herunterreihe und ihn als RheinlSn- 8er zweiter Klasse hinstelle, so wehre er sich da- Mn. Als der passive Widerstand aufgegeben Verden mußte, der über unsere materielle Kraft Sing, habe er eine starke deutsche Politik ver­fangt. Er habe vorgeschlagen zu erklären, daß a wir solange vom Friedensvsrtrage ent- en seien, bis die Ruhreinbrecher die ver­tragsmäßigen und völkerrechtsmäßigen Zu­stände wieder hergestellt hätten. Dies sei keine Katastrophenpolitik. Der Ruhrkampf habe ge- Valtige Anforderungen an die Nerverckraft des deutschen Volkes gestellt. Er sei überzeugt ge­wesen, daß durch die damalige Zuspitzung der ^age eine internationale Einigung erfolgen müsse. Damals sei man in der Verzweiflung zu Vorschlägen gekommen, die weit katastrophaler waren. Man habe mit dem Gedanken gespielt, unt dem Feinde zu verhandeln, um einen au- chnomen Rheinstaat zu errichten.

Dr. Jarres betonte, daß ihm diese Ausein- Mdersetzungen außerordentlich peinlich seien, »a nur der Feind daran seine Freude haben kenne. Mr müßten aus allen Gebieten eine «rationale Außenpolitik treiben, aber nicht in «rationalistischem Sinne, sondern würdig und besonnen unter Ablehnung aller pazifistischen und internationalen Gedankengänge. Wir leren grundsätzlich bereit, in den Völkerbund -mzutreten, ober nicht bedingungslos, sondern nur, wenn wir gleichberechtigt seien. Beim Ein ^ltt in den Völkerbund sei besonders auch das Interesse der nationalen Minderheiten zu wah- ken. Hier in Stuttgart sei es besonders das putsche Auslandsinstitut, das die Interessen deutschen Diaspora im Auslande wirkungs- vertrete.

Sej weiteren wandte sich der Redner ge- ?°^ die Kriegsschuldlüge, gegen die anzukämp- lM Pflicht jedes Deutschen sei. Mit den neuen ^bchâltnissen seien wir nicht zufrieden; aber 7® mühten wir Achtung vor dem grund- egenben Versassungsgesetz von Weimar haben, B^-J^jO^b ^.^ iwL.

Wir können der Rede Chamberlains nur zu- eimen, aber wir sind etwas weniger sicher, die deutsche Regierung einen aufrichtigen Versuch gemacht hat, um zu einer besseren Lage zu kommen. Trotzdem sind wir der Ansicht, daß es kein schlechter Grundsatz ist, die Leute beim Wort zu nehmen und sie in den Hinterhalt ihrer scheinbaren Aufrichtigkeit zu lacken. An dem Tage, an dem Deutschland der Gefangene des Geisteszustandes sein werde, den es in der Welt geschaffen hat, wird es eine tatsächliche Garantie für den Frieden geben. Das englische Ministerium hat sich davon überzeugt, daß die Unbeständigkeit der englischen Politik moralisch einen schlechten Eindruck gemacht hat. Hierzu muß man sich beglückwünschen. Denn jetzt ist England der Ansicht, daß es am Friedenswerk mitarbeiten muß. Chamberlain legte in den deutschen Vorschlag die Morgenröte eines besse- ren Tages. Jetzt "hat Deutschland biss Wort, und es wird es am kommenden Sonntag er­greifen.

Eine Rede in deutscher Sprache in der französischen Kammer.

Paris, 25. März. In der Rede, die der kom­munistische Abgeordnete Huber gestern am Schluß der Kammersitzung in deutscher Sprache gehalten hat, erklärte er nach den Morgen- blättern, daß seine Freunde weder die Lmen- noch die Religionsschule annähmen, da sie in beiden Formen die bürgerliche Schule erblick­ten. Trotzdem seien sie der Ansicht, daß im Augenblick, in dem Geistliche fascistische Agita­tion trieben, es ihnen nicht unangenehm sei, daß die Laienschule geschützt werde. Die Kom­munisten forderten die Aufrechterhaltung der deutsechn Sprache neben der französischen als offizielle Sprache. Nach demEcho de Paris"

Vulach' geführt werden"unt-rltützt habe auch gefordert, daß die elsässischen Soldaten in Regimenter eingeteilt werden., die von üsässischen Offizieren befehligt werden und ein- pg und allein Elsässer enthalten. Er habe erner gefordert, daß die Beamten in Elsaß- Lothringen neben der französischen auch die deutsche' Sprache beherrschen.

Als der Redner seine Rede beendet hatte, erklärte Kammerpräsident Päinteve nach dem Matin", dadurch, daß er einem Abgeord­neten, der noch nicht Zeit ger.mben habe, die französische Sprache zu lernen, gestattet habe, in elsässischem Dialekt zu > eben. Habe er ge­glaubt, als guter Franzose zu handeln, aber er mache alle Vorbehalte zu dem was der Ab­geordnete in seiner Rede berührt habe Auch Ministerpräsident Herrlül machte Vorbehalte hinsichtlich der Erklärungen des Abgeord­neten Hubert.

3300 Reparatisuswaggous für Frankreich.

Paris, 25. März. Die Rcparationskommisfion bat ihre Genehmiaueg zur Erteilung eines Auftrages von 3300 EifenbahntvaigonS an zwei deutsche Firmen erteilt, die an die ParisLyonMittelmeerbahn auf Reparationskonto aehefert werden sollen. Die Liefe­rung von 1800 Waggons ist den Gockelwerken in Neuwied u. von tS00 Waggon? der BahnbedarfS-il.-G. in Darmstadt übertragen worden.

Das juristische Komitee der Repko beschäftigt sich derzeit mit der Frage, ob btc Reparationskommisston überhaupt für hie Entscheidung der von Rumänien vorgebrachten Entschädigungsansprüche für die währenv des Krieges von Deutschland in Rumänien ausgegebenen Banknoten kompetent ist.

Der Lscheka-Prozetz.

Leipzig, 25. März. Heute wurde die Ver­nehmung des Untersuchungsrichters Landge­richtsdirektor Vogt-Berlin zu Ende geführt. Der Zeuge führt eine Reihe von Tatsachen an, aus denen nach seiner Ueberzeugung her­vorgeht, daß die Kommunistische Partei hinter der Tschekagruppe gestanden hat. Weiter be­tont der Zeuge, daß die Identität Skoblews- kys mit Helmut zweifellos feststehe. Rechts­anwalt Wolff stellt unter Beweis, daß nicht die Hälfte der 673 Personen, die in der Paß­zentrale falsche Pässe erhalten haben, Kom­munisten gewesen seien. Darauf werden Pro­tokolle über die Aussagen Poeges in anderen Sachen verlesen, in denen Poege umfassende Geständnisie gemacht habe. Der Angeklagte Poege, der der Verlesung widerspricht, bittet um seine Abführung. Er will den Saal ver­lassen, wird aber auf Aordnung des Vorsitzen­den durch die Wachmannschaften daran ver­hindert. Der Vorsitzende macht der äußerst erregten Szene dadurch ein Ende, daß er in bestimmter Weise mit der Verlesung beginnt. NäMst Siüuna morgen

Ideal der deutschen verfassungsrechtlichen Mög­lichkeiten sehen. Eine Aenderung aber dürfe nur auf verfassungsrechtlichem Wege und in organisatorischer Fortsetzung, aber nicht auf gewaltsamem Wege herbeigeführi werden. Die Ächtung der Verfassung verbinde sich mit der Ehrfurcht vor der Vergangenheit. Wir müßten Brücken schlagen zwischen dem Alten und dem Neuen. Wir wollen weiter sozial sein im Sinne eines gesunden sozialen Fortschrittes. Sozial heiße aber nicht sozialistisch; er wolle nicht den Klasfenkamps, sondern den Frieden unter den Berufsständen. Der Mittelstand müsse erhal­ten bleiben. Eine bodenständige Kapitalskraft sei nötig, wie die Förderung der Arbeitskraft. Als weitere Forderungen führte er eine ver­nünftige Gesetzespolitik, eine gerechte Aufwer­tung, die Befreiung der Wirtschaft von über­flüssigem Zwang unb die Behebung der Kre­ditnot, sowie eine gerechte Steuerpolstik an. Zum Schlüsse gedachte der Redner des Grafen Zeppelin und sagte: Wir sollten dem Beispiel des alten schwäbischen Grafen folgen. Unver­zagt und unverdrossen eine neue Zukunft auszu­bauen. Die Ausführungen Dr. Jarres wurden mit starkem Beifall ausgenommen.

Französische Presseslimmen zur Rede Chamberlains.

Paris, 25. März. Zur Rede des britischen Staatssekretärs Châberlain äußert sich die Abendpresse zurückhaltend. DerTenrps" nennt es eine üble Sache, wenn man trotz der Theo­rie des Fetzens Papier glaube, zu einer deutschen Unterschrift noch Zutrauen haben zu können. Aber dieser Gedanke habe sich fest in dem englischen Hirn verankert. Es handle sich fait accompli im Westen beugen. Es wolle sich aber gewisse Zukunftsmöglichkeiten im Osten vorbehalten. Chamberlain habe zu verstehen gegeben, daß es ein großer Irrtum wäre, an­zunehmen, daß ein Sicherheitspakt für den Westen den Besiegten von 1918 eine Ermuti­gung geben könnte, andere Fragen, wie zum Beispiel die Polen betreffenden, wieder aufzu- rollen. Das sei ohne Zweifel richtig; aber nicht weniger wahr sei auch, daß Möglichkeiten die­ser Art wie eine ständige Friedensbedrohung bestehen bleiben, und daß der Sicherheitspakt zu fünfen niemals die Sicherheit geben könne, die das Protokoll von Genf gegeben haben würde.

DerTemps" findet es selbstverständlich, daß die deutschen Vorschläge mit aller wün­schenswerten Aufmerksamkeit geprüft werden, da keine Regierung das Recht habe, eine Ge­legenheit vorübergehen zu lassen, die sich biete, um einen dguerhaften Frieden sicherzustellen. Aber jetzt schon die Berliner Vorschläge als eine fofibe Grundlage zur Regelung des Frie­dens anzusehen, das wäre nach feiner An­sicht eine außerordentliche Unvorsichtigkeit, da ja Deutschland noch nicht einmal alle Ver­pflichtungen erfüllt habe, die erfüllt werden müßten, wenn es nach der gültigen Regel in Genf zugelassen werden solle.

DasJournal des Debats" schreibt über die gestrige Rede Chamberlains, die Rede Eham- beclains kläre die diplomatische Lage aus, ohne den Horizont zu erhellen. Die Rede bringe keine Lösung. Sie lasse durch den Nebel hindurch die Morgenröte eines besseren Tages erkennen. Aber nichts weise darauf hin, wann dieser Ne­bel verschwinden werde. Es sei den Franzosen unmöglich, in der deutschen Demarche, so wie sie Chamberlain erläuterte, etwas anderes als einen Vorschlag zu erblicken, dem man sich mit der größten Vorsicht nähern müsse. Chamber­lain werde sich angeblich bemühen, die Franzo- sen dadurch zu beruhigen, daß er erkläre, die Stabilisierung des Friedens im Westen fei eine Zusatzgarantie für die Grenzen im Osten. Nichts weise darauf hin, daß der deutsche Vorschlag nicht daraus obziele, die Besetzung der Zone von Koblenz bis Mainz herabzusètzen. Habe doch Chamberlain zugestanden, daß das deutsche Reich sich das Recht vorbehalte, die Frage der ^sisrenzen vor ein Schiedsgericht zu bringen. Also keine der in Frankreich vorliegenden Be­unruhigungen sei beschwichtigt worden. Damit ein besserer Tag anbreche, müsse das Deutsche Veich Vorschläge unterbreiten, die einen ver­söhnenden Charakter haben und müsse.vor­behaltlos in den Völkerbund eintreten.

Die Frauen und die PrästdenleuMahl

Von Frau M. Fritsch, Königsberg.

Nun ruft man uns Frauen erneut in den Wahlkampf, zur Wahl des Reichspräsidenten. Wir werden dem Rufe folgen. Mit froherem Herzen als bisher, denn wir sind glücklich in dem Gedanken, daß sich diesmal etwas von Deutschlands Einigkeit anzubahnen beginnt. Es geht durch unsere Reihen das Ahnen einer besseren Zeit. Gewiß war es nicht leicht, die nationalen Gruppen, die sich heute auf einen Kandidaten für das höchste Amt des Reichsprä sidenten zusammengefunden haben, zu ver- einigen. Wurden doch ursprünglich wie wir gehört haben mehr als zwanzig Männer auf den Schild gehoben, ehe es gelang, den einen zu finden, auf den sich dann" alle "natio­nalen Parteien vereinigten. Diese Einigung erfüllt besonders uns Frauen, deren Aufgabe es ist, einigend und versöhnend zu wirken," mi hoher Genugtuung. Wir wollen alle eintreter für den Kandidaten der nationalen Pa'ieiev für Karl Jarres.

Wie nun stellen wir Frauen uns zu Kar! Jarres ein? Ich kenne ihn persönlich. Es er­füllt mich mit großer Freude, daß gerade die­ser Mann von den nationalen Parteien zuni Kandidaten für die Reichspräsidentschaft aus» ersehen wurde. Er ist auch uns Frauen das Vorbild eines deutschen Mannes! Er ist ein Mann von tiefer Geistes- und Herzensvildung, ein Mann, klug, kraftvoll und energisch. Und neben diesen Tugenden ziert ihn vor allem seine vornehme Bescheidenheit, wie sie dev Besten unseres Volkes eigen ist. Seine große Herzensgüte erweckte das Gefühl der Liebe, die man ihm vom ersten Tage feines Amts­antritts in Duisburg entgegenbrachte. Wir Frauen verlangen an der Spitze des Staates wir auch einen Mann, der unserer heraus wachsenden Jugend ein Vorbild sem kann. Ein solcher Mann ist Jarres. Als Rs^spräsi- bent wird er des dürfen mir sicher sein unserer Heranwachsenden Jugend ein wahrer Satét sein! Die Jugend wird in ihm einen be­sonnenen Führer finden.

Im Rheinland, wo man Jarres lernt, wir? man ihn wegen seines evangelischen Glaubens kaum bekämpfen. Ich bin durchaus überzeugt, daß viele Katholiken ihm feine Stimme gebeh werden. Wir müssen es uns immer wieder klarmachen: Zentrum und Katholisch ist nicht dasselbe!

Im Rheinland, wo ich erst kürzsich weilte, habe ich von vielen katholische Bürgern man­ches Herbe Urteil über das Verhalten des Zen­trums gehört. Man macht in diesen strengt katholischen Kreisen dem Zentrum vor allen' die starke Bindung an die Sozialdemokrafi« zum Vorwurf. Diese starke Verbindung zwft chen Zentrum und Sozialdemokratie ist doch eine ganz merkwürdige Erscheinung! Das Zen trum müßte sich doch bewußt werden, mU fremd und feindlich die Sozialdemokrane nich! nur unserem gesamten wirtschaftlichen Leben sondern vor allem auch der Religion gegen- übersteht. Und dennoch diese enge Verbin­dung! Schon aus religiösen Gründen können und dürfen wir Frauen das muß in di« Herzen der Frauen aller Stände in Ossi Preußen eingeprägt werden nicht einem S» zialdemokraten die Stimme geben, wet'N es sich um die Wahl eines Reichspräsidenten han­delt! Namentlich den Frauen der unteren' Kreise muß es auch klar gemacht werden, daß es eine Lüge ist, wenn behauptet wird, die nationalen Parteien hätten kein Herz für die Arbeiterschaft. Vor allem muß der Frauen­welt Ostpreußens eindringlich gesagt werden, daß Karl Jarres, der an der Spitze eines der größten deutschen industriellen Gemeinwesen stand, eines Gemeinwefens mit einer sehr starken Arbeiterschast, ein Mann ist von tief­stem sozialen Empfinden, ein Mann, der bk Nöte des Arbeiters kennt und gewiß untek Einsatz seiner vollen Kraft für die sozial« Hebung unb für bessere Lebensbedingunger der Arbeiterschaft eintreten wird.

Noch ein Wort möchte ich sprechen über Jarres als Familienoberhaupt. Aus, den Spartakistenunruhen, aus den Wirren, die die französische Besatzung hervoraebracht hat, missen mir, welch eine tapfere Lebensgefährtin Karl Jarres zur Seite steht. Wir S auen wer­den es tief mitempfinden wie diese tapfere Frau mit ihrem Manne gebemütigt wurde, als diesem die rote Fahne von den Sparta­kisten in die Hand gezwungen werden sollte, als die fremden Eindringlinge ihre,» Mann in die Gefangenschaft führten. Aber wie ihr Mann, ko blieb auch in diesen MommtSsiLâckri